ausweglos


 

                                  aus/weg/los 

 

               die

nacht ist vorbei

die stickige höhle des

bettes

getauscht

mit dem mief des tages

               und

du weißt wieder

nicht

wie ich in den dunklen

stunden neben dir

alt geworden

               und

gestorben bin

               und

ich habe keine ahnung

von dir

und deinem tod

dem schlaf in warmer sehnsucht

die längst 

               unter

meinen gierenden händen

verreckt

erkaltet ist

               wie

deine lust auf mich

das metallische gedröhn des bettes

               und

wieder 

               und

wieder

liege ich deshalb in der finsternis

tausender gedanken

gestrandet

               und

mein zug fährt

auch an helleren

tagen

längst in keinen tunnel mehr ein

              und

lediglich ich

kämpfe

in mir drinnen um dich

               und

uns

in diesem eingeringelten

zustand

mit heruntergedrehten docht

               und

vertrocknetem samen

zwischen den fingern

               dem

geruch mensch

             und

deinem atem aus weißem kokon

neben mir

               und

auch deshalb lüge ich

uns etwas vor

taumele solcher art gewichtet

von wand zu wand

von tür zu tür

zum fenster hin

in meiner zelle

               und

zurück

               und

ewig neu doch meine hoffnung

auf dich

so endlos wie

              ausweglos

 

 

                                                                                     © 6. juni 2006 michael köhn

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