|
Von den (Vanilla-) eiskalten Gefilden im hohen
Norden bis in die Samba geschwängerte Hitze unter der Sonne
Brasiliens, von der Mitte des alten Europas bis hin zur
Geburtsstätte aller Ninjas, Japan - für die vier bezaubernden Girls
aus Estland, besser bekannt unter dem Bandnamen Vanilla Ninja,
scheinen geographische Grenzen nicht zu existieren.
Denn das
rockende Frauen-Quartett hat einen musikalischen Siegeszug auf
internationaler Ebene absolviert, der es in sich hat und
seinesgleichen sucht: Platin für das Album "Traces Of Sadness" in
Deutschland (das in Deutschland als Neueinsteiger Platz 3 der Charts
enterte und in ihrer estnischen Heimat fast selbstredend aus dem
Stand die Pole Position übernahm). Gold in Österreich und demnächst
auch in der Schweiz. Chartplatzierungen in 14 Ländern, darunter eben
auch in Brasilien und ganz aktuell, kurz nach der Veröffentlichung,
#15 in Japan. Single-Auskopplungen, die allesamt in Deutschland in
den obersten Regionen der Hitparaden zu finden waren und sind. Eine
stetig wachsende, treue Fangemeinde. Umfangreiche und ausverkaufte
Tour-Dates. Zahllose TV-Auftritte ("Top Of The Pops", "Bravo
Supershow", "MC Chart Show", "The Dome", etc.). Umfangreiche
Berichte, Reportagen und Interviews in allen relevanten Zeitungen,
Zeitschriften und Magazinen. Top-Downloads der Ninja-Songs als
Handy-Klingelton. Und. Und. Und. Eine Liste, die sich ausschweifend
fortführen ließe...
 Trotzdem, die vier reizenden Mädels
Katrin, Triinu, Lenna und Piret haben offensichtlich vor, jetzt erst
recht durchzustarten und die ganzen bereits erzielten Erfolge noch
zu toppen. Denn jetzt kommt das Follow-Up Album "Blue Tattoo" mit
dem der attraktive Vierer noch gehörig eine Schippe mehr aufs
musikalische Feuerwerk drauflegt. Stilistisch noch vielseitiger und
von einer enormen Bandbreite geprägt, präsentieren sich die Ninjas
so energiegeladen und in sich stimmig, dass es eine wahre Freude
ist. Mal melancholisch, mal bombastisch rockend, mal balladesk, dann
wieder mit Hochgeschwindigkeits-Rock - das brandneue Album "Blue
Tattoo" lässt keine Wünsche offen. So ist es dann auch nicht
wirklich weiter erstaunlich, dass die Vorab-Single, der Titel-Track
"Blue Tattoo" ohne Umwege die Top Ten der deutschen Single-Charts
knackte.
Ein absolut gelungener und fulminanter Einstieg ins
Musik-Jahr 2005. Wobei feststeht, dass dies erst der Anfang ist. Und
gleichzeitig ein erneuter Beleg dafür, wie erstaunlich innovativ und
fruchtbar sich die Zusammenarbeit von Vanilla Ninja und dem
Producer/Composer/Songwriter David Brandes (Gracia, E-Rotic, Chris
Norman) und seinem Bros-Music Label erweist.
Was auch unsere
eidgenössischen Nachbarn erkannt haben - die mit glücklichem
Händchen Vanilla Ninja gewinnen konnten (da Produzent &
Mastermind David Brandes in der Schweiz geboren ist), die Schweiz
beim Eurovision Song Contest am 19. Mai 2005 in Kiew zu
repräsentieren. Und zwar mit dem ebenfalls auf "Blue Tattoo"
befindlichen Take "Cool Vibes". Einem wunderschönen, von Lenna
gesungenem Song, der getragen, melancholisch, ja fast
klassisch-schwer startet, um dann förmlich zu explodieren und mit
bombastischem Sound dem rockigen Potential der Ninjas das exakt
maßgeschneiderte Gewand zu liefern. "Cool Vibes" sichert - das steht
unzweifelhaft fest - der Schweiz und Vanilla Ninja beste Chancen
beim Eurovision Song Contest...
 Aber
auch alle anderen Songs des Albums bieten allererste Klasse. Sei es
die bereits erwähnte, erste Single-Auskopplung "Blue Tattoo", in
deren Video sich die vier Mädels ganz "unblond" beinah etwas düster
zeigen und auch musikalisch über den Zaun der Stil-Grenzen hinweg
aus den Augenwinkeln ins Gothic-Land rüber blinzeln.
Die
nächste, aktuelle Single, der faszinierende Tune "I Know", beweist
dann allerdings sofort wieder, dass die Künstlerinnen ihre Roots und
ihren so typischen Sound nicht vergessen oder verlernt haben - "I
Know" ist Pop/Rock vom Allerfeinsten mit griffiger Melodie und
eingängigem Refrain. Ebenso wie etwa das sphärisch beginnende,
umwerfende arrangierte "In A Corner Of My Mind".
Dass Vanilla
Ninja allerdings auch anders können, beweisen sie auf zwei weiteren
Songs des neuen Albums mit Nachdruck. Sei es nun ganz sanft und
weich, wie auf der großen, wunderschönen, von Lenna gesungenen und
mit Streichern vollendeten Ballade "The Coldest Night", die den
Zuhörern einen Gänsehaut-Schauer nach dem anderen über die Haut
jagt. Oder etwa mit Highspeed-Rock à la "Hellracer", wo die Girls
punktgenau auf die 12 abrocken und es bei 160 bpm mal so richtig
krachen lassen.
Das neue Album "Blue Tattoo" hat einfach
alles, was das Follow-Up eines Hit-Albums wie "Traces Of Sadness"
braucht. Es bewahrt erfolgreiche Qualitäten und weist gleichzeitig
mit unüberhörbaren Weiterentwicklungen in eine innovative Zukunft.
Nicht nur auf der Ebene der Musik. Denn erstmals sind auf "Blue
Tattoo" mit dem zauberhaften "Undercover Girl" und dem akustisch
angelegten "I Don't Care At All" auch zwei Songs vertreten, zu denen
Piret und Lenna die Songtexte beigesteuert haben.
"Blue
Tattoo" ist ein wirklich großartiges Gesamtwerk und ein würdiger
Nachfolger des ersten Chart-Longplayers. Überdies ein eindringlicher
Beleg der steten Neuerung und des Fortschritts der Girl-Band.
Sicherlich auch eine Konsequenz der Tatsache, dass es sich bei
dieser Formation eben nicht um irgendeinen der vielen und momentan
so beliebten Casting-Acts handelt. Vanilla Ninja ist eine homogene
Band, die kontinuierlich wächst und reift; vier bildhübsche, junge
Frauen, die eine Leidenschaft teilen: die Musik.
Eine
Passion, die sie im Laufe der Zeit fest zusammen schweißte und der
sie zielstrebig ihr Leben widmeten. Und so mit Vanilla Ninja eine
echte Band entstehen ließen, eine Gruppe von Sängerinnen und
Musikerinnen, die mit einer tollen Live-Performance begeistern. Da
war es dann auch nicht verwunderlich, dass sich "Vanilla Ninja", ihr
selbstbetiteltes Longplay-Debüt, in ihrer Heimat Estland ohne Umwege
zu einem Mega-Erfolg entwickelte und monatelang die Spitze der
Charts besetzte.
Innerhalb kürzester Zeit avancierten Vanilla
Ninja zu den estnischen Superstars, nach denen sogar eine Eissorte
benannt wurde. Mit ebenso durchschlagenden Auswirkungen - 300.000
Stück gehen davon monatlich über die Ladentheken. In einem Land mit
insgesamt nur 1,4 Millionen Einwohnern...
Der dann folgende,
kometenhafte Aufstieg des pop-rockigen Vierers auch auf der
internationalen Bühne des Music-Biz hatte aber (glücklicherweise,
möchte man anfügen) einen anderen Grund als äußerliche Qualitäten
oder Eiscreme-Sorten: Es ist die bestechende Qualität des
Songmaterials, das Vanilla Ninja zunächst auf ihrem internationalen
Erstlingswerk "Traces Of Sadness" offerierten. Qualität, die sie,
wie man nicht überhören kann, mit dem Songmaterial des neuen Werks
"Blue Tattoo" (abgerundet durch "Extended Versions" von "Just
Another Day To Live" und "Corner Of My Mind" und den Videos zu "Blue
Tattoo" und "I Know") nicht nur beibehalten und bestätigen, sondern
eindrucksvoll auf einen noch höheren Level
transportieren.
Einmal mehr erlauben sie dem geneigten Hörer
sowie den gestandenen Fans einen Einblick in ihr vielschichtiges
Können, ihre farbenprächtigen Songs und ihre facettenreichen
Stilmerkmale, die wiederum von David Brandes virtuos komponiert,
punktgenau produziert, feinfühlig arrangiert und bravourös in Szene
gesetzt sind. "Blue Tattoo" strotzt nur so vor potentiellen Hits.
Hooklines mit sich festsetzendem Ohrwurmcharakter, dazu die
grandiosen Lead-Vocals und die eindrucksvollen Background-Stimmen
und Chorgesänge der sexy Girls - ob mit rockigen Grooves, harten
Breitseiten der Gitarren-Abteilung, treibenden Drum-Beats,
filigranen Piano-Sounds und fetten Synthesizer-Klängen oder
ruhigeren, emotionsgeladenen Tunes: Vanilla Ninja sind zeitlos gut,
dabei durch ihre fesselnde Präsenz und jugendliche Frische aber zu
jeder Zeit brandaktuell.

|