EIN BRIEF EINES HUNDES AN SEINEN HERRN
Am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt.
Du nahmst meine Leine, wie war ich glücklich!
Noch ein kleiner Spaziergang vor den Ferien, wie schön!
Wir fuhren mit dem Wagen und Du hast am Strassenrand angehalten.
Die Tür ging auf und Du hast einen Stock geworfen.
Ich lief und lief bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen hatte, um ihn Dir zurückzubringen. Als ich zurückkam, warst Du nicht mehr da!
In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen, um Dich zu finden aber vergebens.
Ich lief Tag für Tag, um Dich zu finden und wurde immer schwächer.
Ich hatte grosse Angst und grossen Hunger.
Ein fremder Mann kam, legte mir ein Halsband um und nahm mich mit.
Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete dort auf Deine Rückkehr.
Aber Du bist nicht gekommen.
Dann wurde der Käfig geöffnet.
Nein Du warst es nicht.
Es war der Mann, der mich gefunden hatte.
Er brachte mich in einen Raum in dem es nach Tod roch!
Meine Stunde war gekommen.
Geliebter Mensch, ich will, dass Du weinst, dass ich mich trotz des Leidens,
das Du mir angetan hast, noch stets an Dein Bild erinnere
und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte
ich würde auf Dich zulaufen, denn ich hatte Dich lieb.

Ich wollte einen Hund
Ich bat um Stärke, um ihn perfekt zu erziehen.
Ich wurde schwach und verwöhnte ihn mit Häppchen.
Ich wollte einen Hund der gehorcht, so dass ich stolz sein könnte.
Ich bekam einen widerspenstigen, der mich demütigte.
Ich wollte Gehorsam, um überlegen zu sein.
Es wurde ein Clown, der mich zum Lachen brachte.
Ich hoffte auf einen Begleiter gegen meine Einsamkeit.
Ich bekam den besten Freund, der mir das Gefühl der Liebe gab.
Ich bekam nichts, was ich wollte, aber alles, was ich brauchte!
(Verfasser unbekannt)

Bin ich dereinst gebrechlich und schwach
Und quälende Pein hält ständig mich wach-
Was du auch tun musst, tu es allein.
Die letzte Schlacht wird verloren sein.
Dass du sehr traurig, verstehe ich wohl.
Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
An diesem Tag – mehr als jemals geschehen –
Muss deine Freundschaft das Schwerste bestehen.
Wir lebten zusammen in Jahren voll Glück.
Furcht vor dem Muss? Es gibt kein Zurück.
Du möchtest doch nicht, dass ich leide dabei!
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.
Begleite mich dahin, wohin ich gehen muss.
Nur – bitte bleib bei mir bis zum Schluss.
Und halte mich fest und red’ mir gut zu,
bis meine Augen kommen zur Ruh’.
Mit der Zeit – ich bin sicher – wirst du es wissen,
es war deine Liebe, die du mir erwiesen.
Vetrauendes Schnurren ein letztes Mal –
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.
Und gräme dich nicht, wenn du es einst bist;
Der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint.
Es darf nicht sein, dass dein Herz um mich weint.
Autor unbekannt – aus dem englischen übersetzt von Werner Schuster (1983)

Die 10 Bitten eines Hundes
1. Mein Leben dauert 10-15 Jahre. Jede Trennung von Dir wird mir sehr weh tun.
Denke daran, bevor Du mich anschaffst.
2. Gib mir Zeit zu verstehen, was Du von mir verlangst.
3. Hab Vertrauen in mich, ich lebe davon.
4. Zürne nie lange und sperre mich nicht zur Strafe ein!
Du hast Deine Freunde, Dein Vergnügen, Deine Arbeit- ich habe nur dich.
5. Sprich mit mir. Wenn ich auch Deine Worte nicht ganz verstehe,
so interpretiere ich doch Deinen Tonfall meist richtig.
6. Wie auch immer an mir gehandelt wird, ich vergesse es nie!!!
7. Bedenke, eh Du mich schlägst, dass meine Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchel, deiner Hand zerquetschen könnten. Aber ich mache keinen Gebrauch von meiner Kraft, weil ich Dich zu sehr liebe!!!
8. Ehe Du mich bei der Arbeit beschimpfst, ich sei bockig oder gar faul, bedenke: vielleicht plagt mich ungeeignetes Futter, vielleicht war ich zu lange der Sonne ausgesetzt oder habe ein verbrauchtes Herz.
9. Kümmere Dich um mich, wenn ich mal alt werde- auch du wirst einmal alt sein.
10. Gehe jeden schweren Gang mit mir. Sage nie:" Ich kann so etwas nicht sehen" , oder "Es soll in meiner Abwesenheit geschehen".
MIT DIR IST MIR ALLES LEICHTER

Testament eines Hundes
Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament, um ihr Heim und alles, was sie haben
denen zu hinterlassen, die sie lieben.
Ich würde auch ein solches Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.
Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Hund würde ich mein glückliches zu Hause hinter-
lassen, meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug und den so
geliebten Schoß, die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme, den Platz, den ich in
jemanden Herzen hatte, die Liebe, die mir zu
guter Letzt zu einem friedlichen und
schmerzfreien Ende helfen wird, gehalten im
liebenden Arm.
Wenn ich einem sterbe, dann sag bitte nicht:
Nie wieder werde ich ein Tier haben, der
Verlust tut viel zu weh.
Suche Dir einen einsamen Hund aus und gib'
ihm meinen Platz.
Das ist mein Erbe.
Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles,
was ich geben kann.

Botschaft vom Himmel
Letzte Nacht stand ich an deinem Bett, um einen Blick auf Dich zu werfen
und ich konnte sehen, dass du weinst und nicht schlafen konntest.
Während du eine Träne wegwischtest,
winselte ich leise um dir zu sagen:
"Ich bin´s, ich hab´Dich nicht verlassen.
Ich bin wohlauf, es geht mir gut und ich bin hier."
Heute morgen beim Frühstück da war ich ganz nah bei dir
ich sah dich den Kaffee einschenken
während du daran dachtest,
wie oft früher deine Hände zu mir heruntergewandert sind.
Ich war heute mit dir beim Einkaufen,
deine Arme taten dir weh vom Tragen,
Ich sehnte mich danach, dir dabei zu helfen und wünschte,
ich hätte mehr tun können.
Heute war ich auch mit dir an meinem Grab,
welches du mit so viel Liebe pflegst.
Aber glaube mir ich bin nicht dort.
Ich ging zusammen mit dir zum Haus,
du suchtest nach dem Schlüssel.
Ich berührte dich mit meiner Pfote und sagte lächelnd:
"Ich bin´s."
Du sahst so müde aus, als du dich auf die Couch sinken ließest.
Ich versuchte mit aller Macht, dich spüren zu lassen,
dass ich bei dir bin.
Ich kann dir jeden Tag so nahe sein,
um dir mit Gewissheit sagen zu können:
"Ich bin nie fortgegangen."
Du hast ganz ruhig auf deiner Couch gesessen,
du wusstest.... in der Stille des Abends....,
dass ich ganz in deiner Nähe war.
Der Tag ist vorbei...., ich lächle und sehe dich gähnen,
und ich sag´zu dir:
"Gute Nacht, Gott schütze dich, ich seh´dich morgen früh."
Und wenn für dich die Zeit gekommen ist,
den Fluss der uns beide trennt, zu überqueren,
werde ich zu dir hinübereilen,
damit wir endlich wieder zusammen,
Seite an Seite sein können.
Es gibt so viel, das ich dir zeigen muss
und es gibt so viel für dich zu sehen.
Hab Geduld und setzte deine Lebensreise fort....,
dann komm....,
komm heim zu mir.

Die traurige Geschichte von LEA
Ich weiss nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben.
Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig. Meine Milchzähne waren kaum durchgestossen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht. Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und dass das Geschrei meiner Schwester und mir ihnen auf die Nerven gingen.
So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten. All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind in einem „Petshop“, einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt. Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das Wimmern von andern Welpen. Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig.
Manchmal kommen Menschen uns anschauen, oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen, als wollten sie mit uns spielen. Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig. Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sagen „oh, sind die süss, ich will eines“, aber dann gehen die Leute wieder fort.
Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen ist. Als sie sie am Morgen aus dem Käfig nehmen sagen sie, sie sei krank gewesen und ich sollte verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtet mein leises Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wird.
Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft ! Jetzt wird alles gut ! Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für MICH entschieden haben. Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen. Ihr Vater und Mutter sagen, ich sei ein ganz süsses und braves Hundchen. Ich heisse jetzt Lea.
Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts ist schöner als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.
Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen. Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre ok, dann entspannte ich mich. Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden Züchtern und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien. Ich habe nichts von alledem begriffen aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.
Jetzt bin ich sechs Monate alt. Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung schrecklich weh. Die Schmerzen gehen nie weg. Ausserdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.
In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hiess es „genetisch“ und „nichts machen“. Ich möchte draussen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht. Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken und nur noch schreien vor Schmerzen.
Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los ? War ich böse? Sind sie am Ende böse auf mich ? Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach wenn nur diese Schmerzen aufhörten ! Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken aber wenigstens erreiche ich seine Hand. Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen. Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich... Gottseidank, der Schmerz geht zurück. Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit. Ein Traum: ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer grossen grünen Wiese. Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Friede und Glück. So sage ich meiner Menschenfamilie Aufwiedersehen auf die einzige mir mögliche Weise: mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.
Viele glückliche Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat nicht sein sollen. Statt dessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht. Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware. Lea
©1999 J. Ellis - bewilligte Uebersetzung von E. Wittwer
|

Such mich nicht, denn Du findest mich nicht.
Du hast mich nicht verloren, ich bin nur vorausgegangen.
Ich bin bei Dir, wie Du immer bei mir bist.
Der Tag er kommt, wo ich wieder in deinen Armen bin.
Doch bis dahin wache ich über dich und bin in Dir in der Nacht
am nächsten und Leuchte hell für dich.
Alles hat seine Zeit,
die Zeit der Liebe,
der Freude und des Glücks,
die Zeit der Sorgen und des Leids.
Es ist vorbei. Die Liebe bleibt.
Alles hat seine Zeit.
Es gibt eine Zeit der Stille,
eine Zeit des Schmerzes und der Trauer
aber auch eine Zeit der dankbaren Erinnerung.
Alles Wachsen ist ein Sterben,
jedes Werden ein Vergehen.
Alles Lassen ein Erleben,
jeder Tod ein Auferstehen.