Weltweit: Interessante Frauen aus Bronze oder Stein
Es gibt – national und international – noch einige interessante Frauen aus Bronze oder Stein:
Meine Lieblingsfrau, eine üppige „Mater natura“ (Mutter Natur) sitzt in Italien südlich der Cinqueterre in Portovenere („Hafen der Venus“) bei La Spezia direkt am Wasser und schaut entspannt aufs Meer hinaus.
Die lebensfrohesten Frauenfiguren sind für mich die Skulpturen der Niki de Saint-Phalle, von den Nanas in Hannover und Zürich bis zu den vielen Figuren in ihrem Tarotgarten in der Toskana.
Die größte Frau ist „Mutter Heimat“, die mit Schwert in der Hand bei Wolgograd / Stalingrad steht. Sie ist die höchste freistehende Statue der Welt und misst bis zur Spitze des Schwertes 82 m - bis zum Kopf 52 m - und wiegt ca. 8.000 t.
Die bekannteste ist wohl die New Yorker Freiheitsstatue, das Wahrzeichen der Stadt New York. Sie hat ohne Sockel eine Höhe von 46,5 m, mit Sockel sind es 93 m.
Gegen diese Riesinnen ist die Bavaria in München eher zierlich: 18,5 m - mit Sockel 27,4 m.
Das Wahrzeichen Kopenhagens ist die kleine Meerjungfrau
Sie ist wirklich klein: 1,25 m und gilt als eines der kleinsten Wahrzeichen der Erde.
In Saarbrücken haben Frauen nicht gewartet, bis die Stadt ein Denkmal stiftet, sondern Barbara Caveng und Christa Piper sind mit Helferinnen selber aktiv geworden. Dabei kam eine überraschende Mischung zustande: die „Respekta“ hat einen Madonnenkopf mit Strahlenkranz, einen dicken Körper (der an die prähistorischen Vorbilder erinnern soll), eine Waschmaschine mit rotierender Babypuppe und blutroten Tüchern im Bauch, einen gestreckten Mittelfinger und einen amputierten rechten Arm….
In Düsseldorf-Gerresheim hat die Bildhauerin Gabriele Tefke einen Hexenstein geschaffen, der an Helene M. Curtens und Agnes Olmanns erinnern soll, die 1738 als Hexen verbrannt worden sind.
Die Frauen sind auch manchmal mit Tieren dargestellt, in München z.B. auf Schildkröte, mit Seehund oder Hirsch, aber auch einige hoch zu Roß:
In Berlin sitzt im Tiergarten eine lebensgroße Amazone mit Doppelaxt zu Pferd.
In Paris gibt es ein goldenes Reiterinnenstandbild der Jeanne d´Arc beim Louvre, in Amsterdam gibt es Königin Wilhelmine hoch zu Roß.
Insgesamt recherchierte ich für Deutschland bisher ca. 50 Denkmäler für historische Frauen (davon fünfmal allein für Maria Ward, aber auch mehrere für Käthe Kollwitz und Kaiserin Augusta, von Annette von Droste-Hülshoff bis Zitronenjette), international auch ca. 50 Denkmäler (von Anne Frank über Astrid Lindgren bis Queen Victoria). Ich hoffe, es gibt noch mehr….
Peter Lenk aus Konstanz macht auch sehr ungewöhnliche Frauenskulpturen: am Hafen in Konstanz dreht sich die „Imperia“, die an die Prostituierten erinnern soll, die zum Konstanzer Konzil angereist sind. Barbusig und riesiggroß trägt sie in der einen Hand einen kleinen nackten König, in der anderen einen kleinen nackten Papst.
Auch seine Tochter Miriam Lenk ist Bildhauerin, am Tollwoodfestival in München haben beide schon mehrfach sehr ungewöhnliche Statuen präsentiert (Motorradfahrerin, dicke Alte, Eva, Circe…).
Die Bildhauerinnen Colleen Madamombe und Agnes Nyanhongo haben mit dem „Chapungu Sculpture Park“ aus Harare, Zimbabwe, 1993 in München eine Ausstellung im Messepark gemacht und dabei sehr interessante Figuren gezeigt, z.B. die Szene einer Geburt mit Mutter, Kind und Hebamme.
Aneta Steck hat als Diplomarbeit an der Akademie für bildende Künste in München eine Gipsbüste von sich angefertigt und diese 2006 heimlich in der Ruhmeshalle hinter der Bavaria in München aufgestellt, wo sie 7 Monate lang unbemerkt stand.
Meine Sammlung der Münchner Frauenstatuen erhebt übrigens keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Wenn jemand noch eine Frauenstatue findet, freue ich mich bei Nachricht und Foto / Datei!
Mit feministischen Grüßen
Claudia Mayr
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