- Englische Widder -
 Qualität & Erfahrung seit 1998
 
 
 
"Derartige Tiere zu züchten, ist nicht so einfach. Wer aber Ausdauer, Luft und Liebe zu dieser Zucht hat, der sieht bei jedem Tier auch wohl Erfolge; Geduld ist mehr als bei jeder andern Rasse der Schlüssel des Erfolges."
 
Max Wischer in "Starke Praktische Kaninchenzucht" 12. Auflage, 1939
 
 
Mit dem Englischen Widder haben wir eine der ältesten Kaninchenrassen vor uns. Waren es zu Anfang Englische Züchter, die die Rasse formten, gelangten schon 1880 die ersten Tiere durch den Dresdener Paul Starke auf Deutschen Boden.
  
Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurden gleich mehrere Spezialklubs im damaligen Deutschland gegründet, um der Rasse die nötige Förderung angedeihen zu lassen. Der wichtigste war sicherlich der „Kontinentale Englische Widderklub“. Dass es damals auch gemischte Klubs sowohl für Englische Widder als auch für Riesenkaninchen gab, belegt nicht nur die Verwandtschaft und nahe Stellung beider Rassen zueinander, sondern auch, dass man es mit den beiden häufigsten Rassen dieser Zeit zu tun hatte.
Auch alle namhaften Kaninchenzüchtereien führten Englische Widder in ihrem Bestand und man muss heute feststellen, dass der Englische Widder schon damals kein Kaninchen für den kleinen Mann war, erzielten doch schon Jungtiere vergleichsweise sehr hohe Preise.
 
Es war und ist immer noch ein Kaninchen für Menschen, die das besondere lieben und in ihm einen treuen, liebenswerten und verschmusten Zeitgenossen finden.
 
 
Englische Widder bei English Pearls
 
Vornehmlich gelobt werden von Züchtern und Preisrichtern auf Schauen und bei Besuchen in der Stallanlage immer wieder die Form, die Felle und die guten Wachstumseigenschaften unseres Stammes. Dass wir einjährige, wammenfreie Rammler besitzen, die mit 5,7 kg weit über dem zulässigen Höchstgewicht liegen zeigt, wie sehr sich die Wachstumsleistung in den letzten Jahren verbessert hat. Kamen die Tiere zu Anfang unserer züchterischen Beschäftigung mit der Rasse nur sehr schwer und erst mit fast einem Jahr auf das geforderte Normalgewicht von 4250 Gramm, ist dieses heute innerhalb eines halben Jahres zu erreichen, wie der Klassensieger in Bremen 2007 bewiesen hat.
In der Zucht der verschiedenen Farbenschläge spielt es daher eine primäre Rolle, diese Eigenschaften auch auf die Farbenschläge zu übertragen, die noch nicht diese zufriedenstellenden Zuwächse verzeichnen.
 
Dies spiegelt sich dann auch im Credo unserer Zucht wieder: Form vor Farbe! Wie bei einem guten Kampfhahn oder einem guten Carrier gilt auch bei einem Englischen Widder, ein guter Englischer Widder hat keine schlechte Farbe. Das bedeutet, dass der Erreichung einer guten Form allerhöchste Priorität beigemessen werden sollte. Die Farbe steht dabei hinten an und kann am einfachsten eingestellt werden. Heute liegen so gute Erkenntnisse zur Farbgenetik vor, dass es im Endeffekt relativ simpel ist, die gewünschte Farbe in seiner Zucht zu verankern. Allein was nützt es, wenn von dieser nur ein Tier bekannt ist!?
 
Die Englischen Widder haben in all den Jahren die wir sie nun bei uns haben kein einziges Mal gebissen! Und alle anderen Kaninchenrassen, die wir in den Anfangsjahren noch betreut haben, wurden durch sie konsequent aus der Stallanlage „gekuschelt“. Sie bestechen jeden Tag durch ihr menschenfreundliches und aufgeschlossenes, neugieriges Wesen und verzaubern so jeden, der sich auf sie einlässt. Es sind wahre Juwele der Rassekaninchenzucht!!! Lassen auch Sie sich von ihnen verzaubern...
 
Lesen Sie hier einen Artikel über den Englischen Widder, der mittlerweile in Deutschland und der Schweiz erschienen ist und hoffentlich auch noch weiterhin dafür sorgt, dass sich diese edle Rasse weiter verbreitet.
Mittlerweile befinden sich Tiere aus unserer Zucht nicht nur in verschiedenen, teils sehr erfolgreich mit unseren Tieren arbeitenden, Zuchtstätten in Deutschland. Auch in Russland, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Österreich, der Schweiz und sogar in Schweden haben Zuchten von Tieren unseres Stammes profitiert.
Dabei begründen die Tiere, die nach Russland und Luxemburg exportiert worden sind, einen kompletten Neuanfang in der Zucht dieser Rasse in ihrem jeweiligen Bestimmungsland.
 
 
Die von uns gezüchteten Farbenschläge
 
Stammfarbe – Gelb
 
 
 
 
Im Jahre 1998 begannen mein Vater und ich mit der Zucht dieser reizenden Edelmänner. Waren es zunächst die vergleichsweise häufig zu findenden Thüringerfarbigen auf denen das Augenmerk lag, so kümmerte man sich schon wenig später um den Traditionsfarbenschlag Gelb, der sich auf absolut unterstem Niveau, sowohl farblich als auch in Bezug auf die Figur, befand. Aus Kreisen der Züchterschaft schlug uns so mancher Gegenwind entgegen, da die Ausgangsbasis gering und deren farbliche Attribute mit grauen Ohren und rußigem Schleier auf der Deckfarbe alles andere als attraktiv waren.
Aber Dank kontinuierlicher Zuchtarbeit wurden aus „fawn“, der einfachsten Form von Gelbwildfarbig mit deutlich sichtbarem Grauschleier, leuchtend gold-gelbe Englische Widder, die sich nicht mehr hinter anderen Farben zu verstecken brauchen. 
Im Jahre 2007 konnten wir in diesem Farbenschlag den besten Englischen Widder auf der Belgischen Widder Club Schau stellen. Er erreichte die traumhafte Punktzahl von 97 Punkten - Vorzüglich!
 
In den folgenden Jahren musste aber der Gelbe Farbenschlag züchterisch etwas hinten anstehen, da es zunächst aus aktuellem Anlass darum ging, schwarze Englische Widder mittels eines Belgischen Rammlers zu verbreiten in Deutschland.
 
 
Junghäsin im Alter von sieben Monaten mit super Form- und intensiven Farbanlagen
sowie aussergewöhnlich freier Halspartie
96 Punkte EW-Sonderschau, Pohlheim 2010
 
Im Zuchtjahr 2010 aber konnten wieder gelbe Tiere aufgezogen werden, die nach den Jahren des Linienerhalts eine erfolgreiche weitere Zukunft der „Stammfarbe“ unserer Zucht versprechen lassen. Dabei zeichnet sich unsere gelbe Linie vor allem durch ein Wachstumsverhalten aus, was sie binnen kurzer Zeit über das geforderte Normalgewicht von 4,25 kg bringt und auch die 5 kg – Marke ohne Probleme erreichen lässt. Dabei sind sie zuchtfreudig, großrahmig und kein bisschen knochig.  
Eigenschaften von denen im Umkehrschluss auch die schwarzen Engländer nur profitiert haben…
 
 
 
Erfolgreich - Schwarze aus unserer Zucht
 
 
1,0 schwarz aus 2007 "Francis"
HV 96 Klassensieger auf der Bundeskaninchenschau Bremen
                                                
Im Jahre 2007 begannen wir nach einem Brief eines EW-Interessierten Neuzüchters auf der Suche nach schwarzen, diesen Farbenschlag in Deutschland wieder zu etablieren. Jahrelang hatte kein Deutscher Züchter mehr auf einer Großschau einen schwarzen gezeigt und die Zuchttiersuche gestaltete sich nicht grade einfach. Aufgrund der Nähe zu Belgien und den sehr guten Kontakten zu dortigen Züchtern war es uns aber möglich einen schwarzen Rammler zu bekommen, der der Stammvater vieler heute gezüchteter schwarzer Englischer Widder ist.
 Dieses Tier wurde in Ermangelung schwarzer Häsinnen mit einigen unserer gelben Zuchthäsinnen gepaart, die die positiven Wachstumseigenschaften auf die schwarzen übertrugen und für eine gewisse genetische Breite sorgten; Umstände der grade in der Wiederaufbauphase eines Farbenschlages nicht hoch genug bewertet werden kann.
Somit konnten von den schwarzen Englischen Widdern nach und nach einige Tiere abgegeben werden an den angesprochenen Interessenten und nur ein Tier – „Francis“ – wurde von uns nach dem ersten Jahr behalten und ausgestellt.
Der Erfolg blieb nicht aus und so erhielt er gleich auf Anhieb als der erste von uns ausgestellte schwarze Englische Widder  anlässlich der Bundeskaninchenschau in Bremen den Titel „Klassensieger“.
Auch ein Jahr später auf der ersten Spezialschau der Internationalen Interessengemeinschaft der Englischen Widderzüchter 2008 in Radeberg wurden die beiden von uns vorgestellten schwarzen Englischen Widder aus seiner Nachzucht mit jeweils HV und 96,5 Punkten bewertet. Auch bei der Bundesrammlerschau, Kassel schnitt die Nachzucht dieser Saison nicht schlecht ab.                               
Sowohl 2007 als auch 2008 wurden schwarze Englische Widder an viele Interessenten in mehreren Bundesländern abgegeben, so dass man nun berechtigt hoffen kann, dass dieser Farbe in unserem Verband ein neues Fundament gegeben worden ist.
Diese Hoffnung scheint durch den Auftritt von 9 Schwarzen aus 4 Zuchten anlässlich der Bundeskaninchenschau 2009 in Karlsruhe bestätigt, wo wir mit einer einzelnen Häsin wieder einmal ein super Ergebnis mit HV 96,5 Punkten erreichen konnten, die der beste aller schwarzen Engländer dort war.
 
 
 
0,1 schwarz aus 2009
HV 96,5 Punkte, Bundeskaninchenschau 2009 Karlsruhe
Bester schwarzer EW auf dieser Schau!
 
 
 
Die Königsdisziplin – Mantelschecken, schwarz
 
               
               96 Punkte EW-Sonderschau, Pohlheim 2010
1,0 Schwarz-weiß 2010                                                                     1,0 schwarz-weiß aus dem Jahr 2009
                            Sohn des nebenstehenden Tieres                                                                               – nie ausgestellt
 
 
                                                                                                                                                                                                                                                
                                                                     
                                                                       VORZÜGLICH 97 Punkte - Kreisschau Bonn, 2011
                                                                         - Sohn des oben abgebildeten Rammlers 2010 -
 
 
Im Jahre 2009 haben wir uns nach der regen Tätigkeit der beiden Jahre zuvor, wieder ohne schlechtes Gewissen von den einfarbig Schwarzen als züchterischem Schwerpunkt verabschiedet, um nach langer Überlegung nun doch den „Kampf“ in der vermeintlichen „Königsdisziplin“ aufzunehmen und so ein weiteres brach liegendes Feld in der Zucht des Englischen Widders zu bestellen.
Lange Jahre wurden gescheckte Englische Widder nur von einigen wenigen Individualisten gehalten. Ja, gehalten, von einer fokussierten Zucht schien lange Zeit keine Rede zu sein. Eine Erhaltung neben der Zucht von einfarbigen Thüringern war vielmehr der Zustand der Linien, die man, wenn überhaupt einmal, zu Gesicht bekommen konnte. Dementsprechend war es natürlich auch umso schwieriger, an gutes Ausgangstiere für ein solches Unterfangen zu bekommen.
Es ergab sich, dass wir im Tausch gegen einen schwarzen Rammler bei einem befreundeten Zuchtkollegen dessen Scheckbestand nach und nach übernehmen konnten.
So begannen wir im Jahr 2009 zunächst mit einer thüringer-weißen Häsin und einem schwarz-weißen Rammler herauszufinden, welche unserer einfarbigen Tiere mit guten Leistungseigenschaften für die Scheckenzucht geeignet seien. Denn neben der Scheckung, die auf einem Gen beruht, muss ja auch die Zeichnung stimmen und dazu sind viele modifizierende Gene von Nöten.
In der Linie der einfarbig schwarzen, waren einige brauchbare Tiere dabei und auch in den gelben Tieren fanden sich einige gute Tiere, um die Schecken zu vitalisieren aber auch, um ihre Körperformen an die einfarbigen Englischen Widder anzugleichen.
Schon zur Bundeskaninchenschau 2009 in Karlsruhe wagten wir uns mit drei Tieren auf das öffentliche Parkett und wurden mit Noten um die 94 belohnt. Ja, manchmal erfreut man sich an den kleinen Schritten.
 
Waren es in diesem ersten Jahr noch Schecken in schwarz, thüringer und gelb, wurde im Jahr 2010 nur der schwarz-weiße Farbenschlag mit seinem deutlichen Farbkontrast in den Fokus gerückt und einige vielversprechende Tiere konnten in der Zuchtsaison 2011 für den weiteren Aufschwung sorgen. Schon bei der Tierbesprechung der Internationalen Interessengemeinschaft konnten Schecken aus unserer Zucht den Berichterstatter und Zuchtwart der IG H.-G. Flath zu folgendem Kommentar bewegen: "Bei den gescheckten Tieren sind wir in den letzten Jahren merklich vorangekommen. Hier wurde gut selektiert, so dass stark aufgehellte Kopfzeichnungen und helle Nasenflecken fast der Vergangenheit angehören. Eine schwarz-weiße Häsin, vorgestellt von der ZGM Wellnitz/Fritz war hier schon ideal. Außerdem hatten die beiden Zuchtfreunde je ein Tier in blaugrau und blaugrau-weiß-gescheckt mitgebracht. Zur Überraschung von uns allen, waren die Tiere farblich sehr gut, ebenfalls der Körperbau und die Behaarung waren einfach spitze." (den gesamten Bericht finden sie in der Rubrik International auf www.englischwidder.ch.vu)
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es sich bei der erwähnten Häsin um den oben abgebildeten Rammler handelte, der nunmehr als der erste mit 97 Punkten bewertete EW aus unserer Zucht in die Zuchtbücher eingegangen ist.
 
 
Das "Blaue Wunder"
 
Meistens kommt es anders als man denkt und so war auch das Jahr 2009 nach Abschluss der Zuchtsaison für uns noch einmal ein kleines Fest und wir konnten einen lang gehegten Traum Wirklichkeit werden lassen. Aus den Niederlanden konnten zwei Rassevertreter mit ausgefallenen bzw. in Deutschland lange verschwundenen Farben importiert werden.
Der Rammler dürfte so ziemlich allein in Europa mit seiner Farbe gewesen sein: Blaugrau-weiß!
 
  
 
Dass es schon einmal Blaugraue sowohl in einer Belgischen als auch in einer Französichen Zucht gibt, war uns bekannt. Auch eine Zucht in Österreich ist mittlerweile nachgewiesen. Umso erfreuter waren wir aber, als wir diese traumhafte und lange gesuchte Farbe dann als i-Tüpfelchen sozusagen auch noch als gut gezeichnete Schecke einführen konnten.
 
Als Partnerin, das zweite Importtier, wird ihm im Zuchtjahr 2010 diese einfarbig Blaue Häsin zur Seite gestellt. Derzeit sind in Deutschland nur drei Zuchten mit Tieren der Blaureihe bekannt. Wieder also eine weitere Superrarität in unseren Ställen und ein tolles, neues Betätigungsfeld im Rahmen des Erhalts und der Förderung der Englischen Widder.
Auch mit einfarbig Blaugrauen und Blau-weißen ist in naher Zukunft zu rechnen.
                                                                                                                                                                                                                                  © Phillip Fritz  
 
 
 

 

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