Blaugrundige Farbenschläge
Blau mit schwarzen Binden

Tochter: HSS/Europaschau Erstein 2010 sg 94 Mutter: HSS Schopfloch 2009 sg 95 HSS/ EUS Erstein 2010 sg 95
In der Welt der vielen Farbenvarianten der Haustaube stellt diese Farbe sozusagen die Wildform dar, aus der durch Mutation nach und nach alle anderen Farbenschläge zurückgeführt werden können. Zwischen den verschiedenen Populationen der Felsentauben gibt es Unterschiede in der genauen Farbausprägung und so verwundert es nicht, dass es auch in der Welt der Rassetauben verschiedene Varianten dieser Farben gibt.
Beim Carrier findet man dabei einmal die wildfarbene Variante mit einem dunklen Schnabel, weißen Außenfahnen der äußeren Schwanzfedern sowie reiner Schildfarbe und abgegrenzter Bindenzeichnung. Daneben bilden die Smoky-Blauen die zweite Gruppe. Ihr Schnabel ist durch das zusätzliche Gen Smoky aufgehellt und die äußeren Schwanzfedern komplett durchgefärbt. Das Schild der Täubinnen ist zumeist klar gefärbt, wohingegen Täuber oft mit wolkigen Einlagerungen, die entfernt an Gehämmert erinnern können, zu tun haben. Ein Umstand, der auch auf andere bindigen Farbenschläge angewendet werden kann.
Bedingt durch die intensive Zucht Fahler Carrier seit dem Jahr 2004 und den darauf zurückzuführenden Einkreuzungen guter Schwarzer in diese Farbenschläge ist es kein Wunder, dass auch Blaue Carrier in meiner Zucht anfallen. In 2009 wurde ein sehr schöner Vertreter gezüchtet. Eine Täubin, die für die Zukunft dieses Farbenschlages in meinen Schlägen hoffen lässt.
Blaufahl mit dunklen Binden

Durch die intensive Zuchttätigkeit im Bereich der bindigen Farbenschläge auch mit dem Verdünnungsfaktor Dilution war es nur eine Frage der Zeit bis aus spalterbigen Rotfahlen Täubern auch einmal blaufahle Täubinnen in der Nachzucht anfallen. Schon 2005 konnte ein blaufahler Carrier in den Zuchtbüchern vermerkt werden, aber erst spät im Zuchtjahr 2008 konnte die oben abgebildete Täubin das Licht der Welt erblicken und durch ihre Qualität im folgenden Zuchtjahr diese Farbe im Bestand vertreten. Ein Sohn wird demnach auch dafür sorgen, dass dieser Farbenschlag noch weiter in meiner Anlage vertreten bleibt.
Blaugehämmert
Ein großer Wurf für die Blaugehämmerten Carrier und das erste wahre Spitzentier aus meiner Zucht war und ist sicherlich dieser blaugehämmerte Carrier gewesen. In der Saison 2006/07 errang er, übrigens auch ein Sohn der unten abgebildeten schwarzen Täubin (Foto ganz links) auf zwei bedeutenden Schauen, nämlich der Hauptsonderschau (HSS) des Deutschen Carrier Clubs und der Europaschau in Leipzig, bei zwei verschiedenen Preisrichtern und bestätigenden Obmännern die Höchstnote V. Als Einjähriger konnte er nahtlos an diese Saison anknüpfen und errang auf der HSS 2007 mit HV noch einmal die zweithöchste Note.
Blaugehämmert ist genetisch wie Blau mit schwarzen Binden. Der Unterschied ist lediglich die Flügelschildzeichnung, die nicht aus Binden, sondern Dreiecken bzw. Punkten auf jeder Feder besteht.
Blaufahlgehämmert (AOC)

1,0 HSS Schopfloch 2009 sg 95
Auch diese Farbe ist eine Besonderheit und nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sie nicht anerkannt ist nur selten zu sehen. Die Kombination aus Blau (mit schwarzen Binden) + Hämmerung und dem Farbaufheller Dilution ist bisher nachweislich erst bei drei Carriern aufgetreten. Dabei aber hat es sich ausschließlich um sehr gute Zuchttiere gehalten, die auch im Austellungskäfig eine gute Figur abgegeben hätten bzw. ablieferten.
Bisher sah man sie im Ausstellungskäfig aber nur einmal und das auch unter falschem Namen. Denn da diese attraktive Variante, die nichts weiter als eine Kombination vorhandener Gene des bestehenden Genpools des Carriers ist, nicht im Standard unter den offiziellen Farben gelistet ist, aber bei anderen Rassetauben dort zu finden ist, kann man sie auf Austellungen nur zu sehen bekommen, wenn eine Klasse für "Alle anderen Farben" (engl. All other colors = AOC) eingrichtet ist.
Schwarz

Mutter Tochter Enkeltochter
V - HSS 2006 V - HSS 2006 V - Nationale 2007
Auf dieser ganz links abgebildete Täubin aus dem Zuchtjahr 2005 beruhte der Erfolg und der Gewinn der Clubmeisterschaft im Deutschen Carrier Club im Jahre 2006. War sie schon als Jungtier erfolgreich, steigerte sie die Leistung als Jährige noch einmal und konnte diese super Anlagen sogar erfolgreich an ihre hier ebenfalls abgebildeten Nachkommen übertragen. Zwei Kinder wurden mit V und im nachfolgenden Jahr mit HV ausgezeichnet und die schwarze Enkeltochte, eine Nachzucht aus dem oben abgebildeten Blaugehämmerten, konnte sich anlässlich der Nationalen Rassegeflügelschau 2007 in Dortmund ebenfalls mit V bewerten lassen. Auch im Ausland sind bis heute verwandte Tiere in den Preisrängen wichtiger Schauen zu finden.
Schwarz ist sicherlich DER Traditionsfarbenschlag des Carriers und oftmals wird er auch als Hauptdarbenschlag bezeichnet. Genetisch handelt es sich bei Schwarz um die Verbindung des Gens Spread, welches das gesamte Gefieder die Farbe der Schwanzbinde des zugehörigen bindigen bzw. gehämmerten Farbenschlages annehmen lässt, mit der blauen Grundfarbe.
Dunfarbig
Bei Dunfarbig denken die meisten Carrierzüchter sicherlich daran, dass diese graue Färbung immer mal wieder in der Zucht der rezessiv Gelben anfällt, welche von allen geliebt und begehrt werden. Dabei aber kommen nur ganz selten einmal wirklich Dunfarbige auf Ausstellungen. Was hat man da nicht schon alles unter der Bezeichnung "dun" gesehen!? Dabei waren Aschfahle wohl noch das abenteuerlichste. Braune als "Dun" zu bezeichnen ist nicht ganz falsch. Zumindest werden sie in angelsächsischen Ländern zusammen mit den hier besprochenen echten Dunfarbigen in einer Klasse ausgestellt. Dabei machten aber selsbt die Engländer einen bemerkenswersten Unterschied: bei Braun sprach man von "golden dun" bezugnehmend auf die leicht gelblich angehauchte Farbe, die sich noch dazu bei Sonneneinstrahlung aufhellt. Und die Schwarzen mit Dilution, unsere Dunfarbigen, bezeichnete man als "hard dun", weil ihre Farbe Sonnenlicht gegenüber nämlich nicht so empfindlich reagiert wie das der braunen Verwandschaft.
© Phillip Fritz