WISSENSCHAFT unzensiert !


Wissenschaft unzensiert

Hier ein paar Ausschnitte davon (unten Quellen angegeben!)


Verkannte Gefahr "Elektrosmog" - lesenswert

Hochfrequenzstrahlen durchlöchern die schützende Hirn-Blut-Schranke in Schweinehirnen
Wie gefährlich sind Handys wirklich?

Quelle: Kölner Stadtanzeiger
vom 07.06.2001 Sonderveröffentlichung Nr. 130, Text: V. Koll

Hirntumore, Kopfschmerzen, Herzrasen soll es auslösen: Immer wieder heißt es, daß telefonieren mit dem Handy sei ungesund. Endgültig bewiesen hat das aber noch keiner. Die Ungewissheit störte Florian Stögbauer (42), Oberarzt der Neurologie an der Uniklinik Münster. Er kontaktierte seinen ehemaligen Studienkollgen Johannes Goeke (48). Der Physiker ist heute Professor an der Fachhochschule Köln. Goeke sollte für Stögbauer herausfinden, welche Auswirkungen die Hochfrequenzstrahlen des Handys tatsächlich auf den Menschen haben.

Das Ergebnis: Zumindest Tieren schaden sie
"Wir haben die Blut-Hirn-Schranke untersucht", berichtet Goeke. Die Schranke ist eine nicht ganze 0,1 mm dicke Membran im Hirn, die das Blut von der Hirnmasse trennt. "Das hat jeder Mensch im Kopf", sagt Goeke, Schweine und Ratten auch- und deren Blut-Hirn-Schranken setzten die Forscher Hochfrequenzstrahlen aus. "Keine Sorge", beschwichtigt der Professor

gleich, "die Schweinehirne haben wir vom Schlachthof, die Rattenhirne aus Versuchslabors. Die Tiere waren schon Tot, bevor wir sie bekommen haben."

Goeke und Team ordneten die tierischen Blut-Hirn-Schranken auf Tabletts an und setzten sie in einen Hohlleiter. "Der hat die Form einer Mikro welle", so der Physiker. Sechs Tage lang wurden die Membranen im Hohlleiter mit 1,8 Gigahertz bestrahlt. "Das entspricht dem Mobilfunkstandard. Das E-Plus-Netz sendet beispielsweise mit 1,8 Gigahertz", erklärt Goeke. Am Tag vor der ersten Bestrahlung, zwei Tage nach Bestrahlungsanfang, vier und auch sechs Tage danach prüften die Forscher die Blut-Hirn-Schranken auf deren Durchlässigkeit. Dafür träufelten die Wissenschaftler radioaktiv markierten Zucker (Saccharose) auf den Membranen. Mit geigerzählerähnlichen Geräten maß Goeke, wie schnell Zucker durch die Membranen sickerte. "Dafür gab es Standardwerte."

Das Ergebnis: Je länger die Bluthirn-Schranken bestrahlt wurden, desto durchlässiger wurden sie. "An zwei Tagen war das schon auffällig, ab Tag vier wurde es immer deutlicher", erinnert sich Goeke. Er war von dem Ergebnis sehr überrascht. Denn wäre die Wirkung der Bestrahlung beim Menschen ähnlich, "könnte das den Stoffwechsel ganz schön durcheinander bringen. "Schlimmstenfalls könnte Blut durch die Hirnmasse dringen.

Privatdozent Stögbauer sieht die Wirkung auch als Chance. Bei Menschen mit Hirnerkrankungen bestünde häufig das Problem, dass Medikamente nicht anschlügen. "Das verhindert die Blut-Hirn-Schranke. Die sieht Medikamente erstmal als Fremdkörper", weiß auch Professor Goeke. Könnten Hochfrequenzstrahlen in Zukunft aber gezielt auf die Membran gerichtet werden würden Therapien gegen Hirnerkrankungen vielleicht besser anschlagen.


Kommentar von Gerd Ernst Zesar
Diese Untersuchung dokumentiert ein weiteres Mal die nervengiftähnlichen Wirkungen der gepulsten Hochfrequenz. Die Hirnblutschranke wird durchschlagen. Im Blut zirkulieren Gifte wie Quecksilber und Silber aus Amalgam, Palladium aus Goldlegierungen, Schwermetallionen sowie neurotoxische, synthetische Moleküle aus Arzneimitteln und chemischen Nahrungszusätzen sowie die von Umweltgiften erhalten eine unerwünschte Hirnpassage mit nicht absehbaren Folgen.

Das dramatische Ansteigen von Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Lernstörungen, Vergesslichkeit, Durchblutungsstörungen, Schlaganfällen u. a. in den Funkkeulen von Sendeanlagen beweisen die Zusammenhänge.

Die Blut-Hirn-Schranke (Uni Münster)
„Die Blut-Hirn-Schranke besteht aus sogenannten Endothelzellen, die die Innenseiten der Blutgefäße im Gehirn auskleiden. Sie übt für den Stoffwechsel des Gehirns entscheidende Funktionen aus: Sie gewährleistet als Transportbarriere ein konstantes chemisches Milieu im Gehirn. So wird durch sie die Zufuhr von Nährstoffen und Signalmolekülen, aber auch der Abtransport von Stoffwechselendprodukten und überschüssiger Neurotransmitter kontrolliert. Außerdem dient sie der Abwehr von Giftstoffen. Um diese Funktionen zu erfüllen, schließen sich die Endothelzellen zu dicht verzahnten "Rasen" zusammen, die die Kapillaren im Hirn lückenlos auskleiden. So wird verhindert, daß Stoffe aus dem Blutkreislauf unkontrolliert durch die Gefäßwände in das Nervensystem eindringen. Überall sonst im Körper werden die Blutgefäße zwar auch mit Endothelzellen ausgekleidet, aber diese bilden lückenhafte Verbände um, (etwa in der Niere) einen intensiven Stoffaustausch zwischen dem Blutkreislauf und dem Organ zu ermöglichen.

Die besondere Dichtigkeit des Zellverbands in der Blut-Hirn-Schranke beruht auf der Bildung sogenannter tight-junctions. Dies sind Proteinkomplexe, die in die Membranen der Endothelzellen eingebaut sind. Die tight-junction Proteine benachbarter Endothelzellen bilden miteinander Komplexe und garantieren so einen dichten Kontakt der Zellen.

Was passiert bei einem Zusammenbruch der Blut-Hirn-Schranke?
Aufgrund der starken Vernetzung der Nervenzellen untereinander kann jede funktionelle Beeinträchtigung gravierende, das ganze System betreffende, Konsequenzen haben. Weil ein konstantes biochemisches Milieu Voraussetzung für die gesamte neuronale Aktivität des Gehirns ist, ist die korrekte Funktion der Blut-Hirn-Schranke besonders entscheidend. Zu den möglichen Folgen eines Zusammenbruchs der Blut-Hirn Schranke zählen:

lokale Ödeme (Ansammlungen von Flüssigkeit)
Hirndruckerhöhung durch Änderung der osmotischen Verhältnisse
Durchblutungsstörungen (Versorgung anderer Hirnregionen)
Eindringen toxischer Stoffe ins Hirn

Woher weiß eine Endothelzelle, daß sie die Blut-Hirn-Schranke ausbilden soll?

Man nimmt an, daß erst der Kontakt mit den Astrocyten des Nervengewebes die Endothelzellen in den Hirnkapillaren zur Ausbildung von tight-junctions stimuliert. Astrocyten gehören zu den Gliazellen, d. h. es sind Stütz- und Versorgungszellen des Nervengewebes. Ihren Namen verdanken die Astrocyten (zu Deutsch 'Sternzellen') den Fortsätzen, die sie sternförmig in alle Richtungen ausbilden. Sie umgeben die eigentlichen Nervenzellen (Neuronen), aber auch die Blutgefäße, wo sie mit dem Endothelgewebe Kontakt aufnehmen. Diese Konstellation findet man natürlich nur im Nervensystem, denn nur dort kommen Astrocyten vor. Ein Hinweis für die Bedeutung der Astrocyten für die Ausbildung der Blut-Hirn-Schranke ist folgende Beobachtung: Wenn man Astrocyten gemeinsam mit Endothelzellen kultiviert (d.h. kokultiviert), die nicht aus Kapillaren des Gehirns stammen, dann bilden diese ebenfalls tight-junction Proteine aus“.

Kommentar von Gerd Ernst Zesar,
Sprecher der Bürgerwelle Eifel
Wer 1 und 1 zusammenzählt, kann sich nun einem Reim auf die Zusammenhänge von Rinderwahnsinn, Hirnhautentzündung bei Schweinen (Schweinepest genannt) und den Geschehnissen in den Funkkeulen von Sendeanlagen machen:

Falsche Ernährung, Milieustörungen, Vergiftungen, molekültoxische Medikamente, Verstrahlung sowie gepulste Hochfrequenz.

Wer diese Zusammenhänge nicht kennt, hat in der Strahlenschutzkommission genauso wenig wie die Wissenschaftler etwas zu suchen, die die Wahrheit wissentlich vernebeln.

Unseren Volksvertretern fehlt meist die nötige Bildung, Mut oder auch Zivilcourage sich für die Bürger und gegen die Industrieinteressen einzusetzen.


UMTS-Masten steigern Angst vor Elektrosmog

WELT am Sonntag, den 15 April 2001
von Dorothea Krings

Eine neue Bürgerbewegung zieht gegen Mobilfunkantennen zu Felde. Für die Betreiber wird die Standortsuche zum Problem, der Netzausbau wird immer teurer.

Düsseldorf: Eine unsichtbare Gefahr treibt Gerd Zesar jeden Abend in den Keller. Schlafen kann er nur noch unterhalb der Grasnarbe seines weitläufigen Gartens in der Gemeinde Kall.

Nur dort fühlt er sich sicher vor den Strahlen, die oberirdisch von Mobilfunksender zu Mobilfunksender gefunkt werden. Gerd Zesar gehört zur wachsenden Zahl von Menschen, die mit Beschwerden wie Schlafstörung, Bluthochdruck oder Konzentrationsstörungen auf Elektrosmog reagieren.

Ob die Strahlen für den mobilen Telefonverkehr tatsächlich krank machen, ist allerdings noch nicht völlig geklärt. Sicher ist dagegen, immer mehr Menschen in NRW wehren sich gegen die Sendemasten auf ihren Dächern., sie haben Angst und die Mobilfunkbetreiber somit ein Problem. Denn sie müssen neue Antennen installieren. Und zwar mindestens 40.000 in den nächsten Jahren. Die neue UMTS-Technik macht`s nötig. Wenn künftig nicht mehr nur Gespräche per Funk übertragen werden sollen, sondern gewaltige Datenmengen für Bewegt-Bild-Kommunikation, Internet und andere Datendienste, dann muß das Sendenetz dicht geknüpft sein. Drum soll aufgeforstet werden im Antennenwald, vor allem dort wo viele Nutzer wohnen – so wie in NRW. Doch der Widerstand wächst, besorgte Bürger sammeln Unterschriften. Mieter klagen gegen Sendemasten und bekommen Mietminderungen zugesprochen. Bürgermeister müssen sich bei Bürgerversammlungen für Antennen auf öffentlichen Gebäuden rechtfertigen. Bei Verbraucherzentralen laufen die Telefone heiß. Selbst Kirchen geraten unter Druck, denn es funkt auch aus den Türmen ihrer Gotteshäuser.

Anwohner protestieren. Antennesturm in NRW –berechtigter Protest oder Massenwahn?

Die Mobilfunkbetreiber jedenfalls machen sich allmählich Sorgen. Beim Poker um die UMTS-Lizenzen haben sie 100 Milliarden investiert. Jetzt muß der neue Markt erschlossen werden. Möglichst schnell und möglichst gründlich. Doch statt schon bald mit neuem Netz auf Kundenfang gehen zu können, müssen die Mobilfunkunternehmen nun immer öfter um neue Antennenstandorte kämpfen. Das kostet Zeit und Geld. - Negativposten auf der ohnehin schon hohen UMTS-Rechnung. “Man kann den Unternehmen nicht Milliarden für neue Lizenzen abnehmen und Ihnen keine Investitionssicherheit bieten“, sagt Stephan Althoff, Sprecher von T-Mobil. Ähnlich sieht das sein Kollege von E-Plus. “Unsere Kunden wollen ihr Handy überall nutzen, also müssen wir flächendeckende Netze aufbauen“. Mobilfunkgegner wie Joachim Gerten vom Bundesverband gegen Elektrosmog machen dagegen schon jetzt ein Umdenken bei den Verbrauchern aus. “Immer mehr Menschen erkennen, daß ihre Beschwerden mit Elektrosmog zutun haben und lassen ihr Handy lieber aus.“ Der Protest formiert sich. Allein der Zusammenschluß “Bürgerwelle“ versorgt bereits 600 Initiativen bundesweit. Er liefert Info-Material, hilft bei Vortragsabenden und Bürgerbegehren. Die Nachfrage ist groß. Auch die Kirchen reagieren auf die Unruhe im Kirchenvolk. Die evangelische Kirche von Westfalen hat als erste ihre Gemeinden aufgefordert, weder neue Antennen montieren zu lassen, noch bestehende für die UMTS-Technik umzurüsten. Von den 1000 Kirchtürmen in Westfalen sind 74 mit Mobilfunksendern bestückt. Jetzt predigt man erst einmal Vorsicht, Motto der Aktion: Niemand soll Angst vor dem Kirchturm haben.“ Damit fallen für die Mobilfunker ideale Standorte flach. Die Rheinische Landeskirche schickt in diesen Tagen eine ähnliche Empfehlung an die Gemeinden. Denn auch dort gab es Proteste. In Wuppertal.-Vohwinkel etwa schrieb das Presbyterium auf Druck einer Bürgerbewegung 6000 DM monatliche Miteinnahmen für die nächsten 20 Jahre in den Wind, damit dieser strahlungsfrei bleibe. “Gegen die Antennen hätten sie sich vor allem wegen der Ängste der Menschen entschieden“, sagt Sylvia Wiederspan, Vorsitzende des Presbyteriums, weniger wegen der sachlichen Argumente. Begründet oder nicht: Angst eint die Menschen, schon ist die Rede von einer neuen Bürgerbewegung. Verkaufszahlen freilich sprechen dagegen. Bereits jetzt besitzt jeder dritte Haushalt in NRW ein, eher sogar mehrere Handys. Tendenz steigend. Die meisten Menschen wollen mobile Kommunikation egal wann und egal wo. Darum fordern die Handykritiker: Wenn schon neue Antennen, dann sollten die Grenzwerte für die Sendeleistung gesenkt und der Bau von Masten in sensiblen Bereichen etwa auf Krankenhäusern oder Schuldächern verboten werden.. Dagegen wehren sich die Betreiber „Neue Auflagen würden unsere Standortplanung erheblich erschweren und verteuern“, meint ein Sprecher von VIAG-Intercom. Und es steigen nicht nur die Planungskosten. Hausbesitzer, die um die funkstrategisch günstige Lage ihrer Immobilie wissen, treiben die Standortmieten in die Höhe. An Knotenpunkten in NRW werden jetzt schon bis zu 10.000 Mark pro Jahr bezahlt. Auch von höheren Summen ist zu hören.

Die Mobilfunkbetreiber nennen lieber keine Zahlen. Einziger Kommentar: „Die Preise seien Verhandlungssache.“.

Viele Eigentümer lassen sich nicht mehr auf lange Vertragslaufzeiten ein. Sie fürchten nicht nur gesundheitliche Schäden, sondern auch den Wertverlust ihrer Immobilien. Die Verunsicherung ist groß, ein Ende der Auseinandersetzung ist nicht in Sicht. Die Mobilfunkunternehmen wollen nun durch bessere Information die Akzeptanz ihrer Technik verbessern. Vielleicht zu spät. Die Gegner jedenfalls haben Stellung bezogen – in der Öffentlichkeit. Und in den Kellern der Eifel.


Telefonterror

Geheimdienste und Armeen entwickeln Handys weiter: zur tödlichen Waffe
Süddeutsche Zeitung MAGAZIN (no.1), vom 4.1.2002

von Stefan Modrach

Und wir dachten: Wegen der Handystrahlung müsse sich niemand Sorgen machen, über diesen Elektrosmog, der gesundheitlichen Schäden verursachen könnte - irgendwann einmal, vielleicht. Das sollten wir mal Yahya Ayyaash erzählen. Der könnte und berichten, wie gefährlich so ein Mobiltelefon wirklich sein kann. Kann er aber nicht, denn Yahya Ayyash ist tot - sein Handy hat ihm den halben Kopf weggesprengt. Eines Morgens rief Ayyashs Vater auf dem Handy an. Der Papa riet noch, eine andere Verbindung zu benutzen, weil diese von den Israelis abgehört werden könnte. Der Sohn, das muss man dazu wissen, war Mitglied der radikal-islamischen Hamas-Bewegung und beim gegnerischen Geheimdienst Shin Bet als Bombenbauer bekannt. Ayyash, Spitzname “Der Ingenieur”, beruhigte seinen Vater: “Es ist alles in Ordnung.” Und genau in diesem Moment explodierten etwa 60 Gramm Sprengstoff in seinem Handy. Ayyash war sofort tot. Die Agenten von Shin Bet hatten einen ihrer schärfsten Widersacher getötet, indem sie die ideale Waffe benutzten: ein Mobiltelefon.

55 Prozent aller EU-Haushalte besitzen mindestens ein Handy - kein anderes elektronisches Gerät ist so weit verbreitet, keines tragen wir so regelmäßig bei uns, keines so eng am Körper. Es verbindet uns mit Geschäftspartnern und Verwandten. Es informiert über Neuigkeiten und versorgt uns mit emotionaler Wärme, weil es uns erlaubt, Freundschaften über große Entfernungen aufrechtzuerhalten. Ein Werbespot für das deutsche Mobilfunknetz D1 illustrierte das schön: Ein Mann steht zwischen Umzugskartons in seiner neuen Wohnung. Er schaut traurig. Da klingelt das Handy. Er findet das Gerät, drückt auf den Empfangsknopf und seine Augen strahlen plötzlich: “Katrin”, sagt er. Weil wir die Menschen sehr lieben, die per Handy mit uns sprechen, lieben wir auch das Gerät ein wenig. Und deshalb sorgen wir dafür, dass es immer in Reichweite ist. Was ein Fehler sein könnte. Denn die Anhänglichkeit und Unbedarftheit vieler Mobilfunktelefonierer machen sich Geheimagenten ebenso zu Nutze wie Strafverfolger, Marketingspezialisten und Killer. Das Handy ist unser Freund! Das Handy kann uns sehr viel Geld kosten, unsere Freiheit und manchmal sogar unser Leben.

Der tschetschenische Präsident Dschochar Dudajew starb, weil er ein mobiles Satellitentelefon benutzte. Es war im Jahre 1996, auf dem Höhepunkt des Unabhängigkeitskrieges gegen die Sowjetunion. Der damalige russische Staatschef Boris Jelzin hatte Dudajew vorgeschlagen, den marokkanischen König Hassan II. Als Vermittler zu konsultieren. Die Russen wussten, dass der Anführer der Rebellen nun sein Satellitentelefon benutzen musste, um Hassan anzurufen. Viermal hatten sie schon versucht, Dudajew beim Telefonieren zu orten, doch jedes mal hatte der die Gespräche frühzeitig beendet. Diesmal, getäuscht durch Jelzins vorgebliche Friedensbemühungen, war er unvorsichtiger. Am 21. April telefonierte Dudajew um acht Uhr abends zunächst mit König Hassan und danach mit dem tschetschenischen Unterhändler Konstantin Borovoi in Moskau. Seine letzten Worte scheinen von tragischer Prophetie zu zeugen, waren aber wohl nur zufällig: “Russland wird noch bedauern, was es gerade tut.” Einige Sekunden später hatten die Sowjets das Signal von Dudajews mobilem Telefon geortet und gaben die Koordinaten an einen SU-25-Jet, der zwei lasergesteuerte Raketen abfeuerte. Eine explodierte direkt neben dem Rebellenchef, der von einem Schrapnell am Kopf getroffen wurde und in den Armen eines Leibwächters starb.

Der deutsche Geheimdienstexperte Andreas von Bülow, Autor des Buches 'Im Namen des Staates' weiß, dass diese perfide Mordtechnik auch von amerikanischen Agenten angewandt wird: “Dem Anführer eines Rüpelstaates oder einer anderen Person von überragend negativer Bedeutung kann es widerfahren, dass er von Washington zum Todfeind des amerikanischen Volkes erklärt wird. Ist er unter elektronischer Überwachung des Geheimdienstes, werden geeignete Rächer ihn schnell finden oder eine Rakete reitet auf dem elektronischen Strahl des Satellitenhandys ohne allzu viel Kollateralschaden ins Ziel.”

Tatsächlich hatten die USA bereits 1998 versucht, Osama bin Laden auf eben diese Weise auszuschalten - beinahe mit Erfolg. Nach den Bombenanschlägen auf US-Botschaften in Nairobi und Daressalam war bin Laden als Drahtzieher identifiziert worden. Zumindest eine der etwa sechzig Cruise Missiles, welche die Army zur Vergeltung auf Ziele in Afghanistan abfeuerte, war auf das mobile Satellitentelefon des Al-Qaida-Chefs ausgerichtet. Doch bin Laden hatte ein Treffen seiner Organisation gerade noch rechtzeitig verlassen. Dreißig seiner Leute sollen von der Rakete getötet worden sein. Seitdem meidet der meistgesuchte Mann der Welt elektronische Kommunikationsmittel.

“Mobilfunktelefone werden auch von den Israelis benutzt, um Raketen ins Ziel zu lenken”, sagte James Bamford, amerikanischer Buchautor und Experte für elektronische Spionage. Israelische Kampfhubschrauber schicken häufig Flugkörper auf Autos palästinensischer Terroristen. Die Raketen schlagen genau am Lenkrad ein, so dass der Tod des Fahrers garantiert ist. Michael Opperskalski, Mitarbeiter der Fachzeitschrift 'Geheim' und Autor eines Buches über den israelischen Geheimdienst Mossad: “Weder Yassir Arafat noch arabische Politiker lassen Handys in ihre Nähe. Die haben Angst vor Anschlägen und sind zu recht sehr vorsichtig." ...

Bei den Auseinandersetzungen im Gaza-Streifen und Westjordanland benutzen beide Seiten Mobiltelefone. Palästinensische Kollaborateure informieren ihre israelischen Gewährsleute per Handy, wo und wann sich ein gesuchter Terrorist aufhält, der dann gezielt liquidiert wird. Und auch die Fatah hat eine todbringende Technik ausgeheckt: Der 25-jährige Abdallah Abu-Jabr bestieg am 28. Dezember 2000 in Tel Aviv einen Bus der Linie 51 und fuhr bis Petach Tikva. Dort stieg er aus und ließ seine Sporttasche mit einem Sprengsatz zurück. Einige Minuten später zündete er die Bombe per Handy. 14 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Das Mobiltelefon als Bombenzünder ist eine besonders heimtückische Waffe. Achim Dittmar, promovierter Physiker, schreibt: “Langlebige Akkus erlauben, ein Handy auch nach Tagen von einem beliebigen Ort der Welt aus der ferne anzurufen und Funksignale zu übermitteln. Mit genügend krimineller Energie könnte ein vorbereiteter Zündmechanismus anstelle eines Telefongesprächs in Gang gesetzt werden.” Genau das ist offenbar schon passiert. Von tschechischen Tätern heißt es, sie verkauften Sprengstoff und Zünder gar im Fertig-Pack. Hat der Kunde bezahlt, wird ihm eine Handynummer genannt, die er nur noch anrufen muss, um die inzwischen deponierte Bombe aus sicherer Entfernung zur Explosion zu bringen.

Auch aus Sicht der Polizei sind Mobiltelefone gefährlich: für Verbrecher. Denn die Gesetzeshüter kennen sich inzwischen hervorragend mit moderner Kommunikationstechnik aus; auch wenn sie ungern verraten wollen, wie gut. “Wir sagen nichts dazu, wie wir Straftätern mit der Hilfe von Handys auf die Schliche kommen”, sagt Birgit Heib vom BKA. Man wolle der anderen Seite keine Tipps geben. Einiges ist trotzdem bekannt.

Cüneyt Dogac, der vorvergangenes Jahr in der Hamburger Disco “J's” eine Handgranate zündete, wurde gefasst, weil die Polizei über den Mobilfunkbetreiber D2 seine Handynummer herausfand und das Gerät abhörte. “Da ist immer so ein Knacken in der Leitung. Ich glaube, die peilen mich an”, hatte Dogac noch zu seiner Freundin gesagt. Kurz darauf wurde er festgenommen.


...Verständlich ist das permanent wachsende Polizeiinteresse am Mobiltelefon bei Fällen, in denen - ganz ohne Hightech - das Gerät selbst die Gefahr darstellt: Das BKA warnt vor Mobiltelefonen, die in Osteuropa auftauchten; in Wahrheit sind diese Handys getarnte Schusswaffen, mit einem Pistolenlauf als Antenne. Die äußerlich nicht von einem Handy zu unterscheidende Konstruktion wird altmodisch per mechanischen Handspanner geladen. Das Telefon verschießt Kleinkalibermunition und bringt auf kurze Distanz: den Tod.


Mehrere Infos/Artikel auf: http://www.wissenschaft-unzensiert.de/

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