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Nein zum Allerseelen Konzert in Rosenheim


Was alles geschah:

(in dieser Rubrik wollen wir zusammentragen was es an unterschiedlichen Aktionen/Reaktionen auf das Allerseelenkonzert gab. Diese Rubrik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da verschiedene Gruppen und Einzelpersonen unabhängig von einander handelten/handeln ist es sehr wahrscheinlich, dass wir einiges vergessen haben)

Am Sa 26.02.05 wurden das Blackout von der Trümmernacht GbR (www.truemmernacht.com) ausführlich über den Hintergrund der Band "Allerseelen" informiert und gebeten, der Band abzusagen.

Unabhängig davon schrieb die Infogruppe Rosenheim (www.infogrupperosenheim.tk) am 08.03.05  einem Brief an das Blackout und informierte die BetreiberInnen ebenfalls über die rechtsextremen Hintergründe von Allerseelen und forderte das Blackout auf das Konzert abzusagen. Das Blackout reagierte bisher auf keinen der Briefe. Auch die Betreiber der Seiten schwarzes-rosenheim.net und schwarzes-rosenheim.de werden aufgefordert die Veranstaltungshinweise auf das Konzert zu löschen.

In  E-mails vom 13.03  kündigt sowohl www.schwarzes-rosenheim.net  wie auch www.schwarzes-rosenheim.de an den Veranstaltungshinweis zu entfernen.

Am 14.03.05 erhielten die BetreiberInnen des Blackoutes, das Schreiben vom 08.03.05 der Infogruppe erneut, dieses mal jedoch als offenen Brief, der vom AK Antifaschismus, der Grünen Jugend, der GEW Jugend und der Trümmernacht GbR unterzeichnet war. Dieser offene Brief wurde auf mehreren Internetseiten, z.B. indymedia, indynews, turn it down, ... veröffentlicht.

Ebenfalls am 14.03 teilt www.schwarzes-rosenheim.de mit, dass sie nicht berichtigt sind die Flyer von der Startseite zu löschen, da dieser Platz rechtlicher Anteil vom Blackout sei. Ein E-mail an das Blackout mit der bitte den Betreiber von www.schwarzes-rosenheim.de zu erlauben die Flyer von der Startseite zu entfernen bleibt unbeantwortet.

Am Mi 16.03 schickten die Jusos Rosenheim eine Pressemitteilung an verschiedene Medien in welcher sie das Blackout ebenfalls das Konzert abzusagen.

Am selben Tag schrieb auch die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Angelika Graf der Diskothek und ersucht sie in ihrem Brief das Konzert abzusagen. Die MdB war unseres Wissens die Erste Person die vom Blackout eine Antwort bekam. Diese bestand aus folgenden Zeilen: ? "Sehr geehrte Fr. Graf Wir würden es sehr begrüssen wenn Sie unter http://www.obliveon.de/  das Interview mit der Band Allerseelen durchlesen würden. Mfg Geschäftsleitung Club-Blackout Rosenheim"

Scheinbar gab es in der 11./12. Kalenderwoche auch Gespräche zwischen Stadtverwaltung, Kriminalpolizei und Blackout. Eine Untersagung der Veranstaltung ist jedoch offensichtlich nicht möglich, da die Veranstaltung keiner Erlaubnis gem. Art. 19 LStVG bedarf. Es wurde jedoch dem Veranstalter mitgeteilt, dass mit Überprüfungen und Kontrollen durch die KPI Rosenheim vor Ort zu rechnen ist.

Mitte März wurde von der Homepage des Blackoutes das Gästebuch entfernt. Grund könnte sein, dass es zu viele kritische Einträge bezüglich des Allerseelenkonzertes gab.

Nach Informationen aus "zweiter Hand" löschte Mitte März der Administrator von www.schwarzes-rosenheim.net  die Forumsdiskussion über Allerselen. Der Veranstaltungshinweis wird wieder eingefügt und im Forum ist nur die Werbung für das rechtsextreme Konzert vom Blackout DJ "Rigor Mortis" zu lesen. Als die Infogruppe nachfragt warum das Konzert wieder im Veranstaltungskalender ist bekommt sie am 24.03 folgende Antwort: "um das ganze hier mal zu einem ende zu bringen, der event wird in unserer datenbank bleiben. wir sind weder für solche veranstaltungen noch sind wir dagegen. unsere seiten sollen lediglich eine neutrale eventplattform für die schwarze-szene in bayern bieten. da uns wegen dem einen event permanent leute schreiben (nerven) die dafür & dagegen sind haben wir uns entschlossen das der event da bleibt wo er war. jeder kann sich selbst darüber informieren was das für ein event ist und auch selbst entscheiden ob er hingehen will oder nicht.  wer mit unserer entscheidung nicht leben kann, dem kann (will?) ich nicht helfen, denn ich glaube alle besucher unserer seite / des blackouts sind alt genug um zu wissen was sie für einen weg gehen wollen. ich sehe damit die ganze sache als erledigt.?"

Auch die Landtagsabgeordnete Adelheid  Rupp unerstützte die Forderung nach einer Absage das Konzertes, am Di 22.03 teilte sie dies dem Blackout in einem Brief mit.

Am Di.29.03 schrieb der AK Antifaschismus ein E-mail an das Blackout und bat um einen Gesprächstermin um die Verantwortlichen persönlich zu überzeugen die rechtsextreme Veranstaltung abzusagen. Bis heute antwortete das Blackout nicht.

Die Stadträtin und Vorsitzende der SPD Rosenheim Maria Noichl sowie zwei VertrerInnen der Jusos Rosenheim besuchen am Donnerstag, 31.03.05  die BetreiberInnen in ihrer eigenen Diskothek. Diese stehen offenbar in persönlichen Kontakt mit Gerhard Petak, zeigten keinerlei Kooperationsbereitschaft und halten an dem Konzert weiter fest.

Auch die Rosenheimer Powermetalband "Scavanger", gibt am 01.04.bekann, dass sie jede Art von brauner Hetzpropaganda in unserer Metalszene verabschäuen und distanzieren sich vom Blackout.

Auf der Internetseite des Blackoutes ist seit 02.04.05 folgendes zu lesen: "Das Konzert von Allerseelen findet wie geplant am 16.04.2005 statt! Konzertbeginn: 22:30 Uhr, Einlaß: 21:00 Uhr"

Nach Informationen von http://www.ephenrian.com/ sagt die Band Ephen Rianihr am 04.04.das für 23.04 im blackout geplantes Konzert ab. Auf deren Homepage heißt es: "Der Gig am 23. April in Rosenheim (Ger) wurde abgesagt, da eine Woche zuvor im Selben Lokal eine rechtsextreme Band mit dem Namen Allerseelen spielt. Wir wollen unter diesen Umständen nicht in derselben Lokalität spielen und haben uns nach Vereinbarung mit der Band Timea darauf geeinigt diese Art von Konzertveranstaltung zu boykottieren. Rechtsextremismus hat keinen Platz in unserer Gesellschaft und schon gar nicht auf der Bühne "

Ohne Gegenstimme verabschiedete der SPD Kreisverband an dem  selben Abend (04.04.05) eine Resolution die das ALlerseelenkonzert ächtet.

Einen Tag später, am 05.04. stimmt die  Vollversammlung des Stadtjugendring Rosenheim einstimmig einer Resolution  zu, die dem Wortlaut des tags zuvor von der SPD Rosenheim Land verabschiedeten Antrag entspricht. Gleichzeitig wurde ein Antrag unterstützt, dass ein Gegenkonzert im JUZ stattfinden kann. Der Stadtjugendring wird die sogenannte "Black Box" im Lokschuppen dafür zur Verfügung stellen. Der Vorsitzender des SJR, Herbert Borrmann, (zugleich Vorsitzender CSU Stadtratsfraktion), unterstützte den Antrag der DGB Jugend nicht nur formal, sondern auch inhaltlich in der Diskussion.

Am 07.04 erhalten wir zum erstenmal von einem der Veranstalter ein E-mail. Darin heißt es unter anderem dass  "sich Unmengen von Besuchern aus In-und Ausland angemeldet, und gar Tische reserviert" hätten. Das komplette E-mail und die Antwort darauf findet Ihr HIER.  

Innerhalb von 3 Tagen (nach dem Beschluss des Stadtjugendrings) wurde ein "Metal gegen Rechts" Konzert (mit 4 Regionalen Bands) aus dem Boden gestampft. Am Freitagabend (08.04) sind die ersten Flyer im Umlauf.

Ebenfalls am Freitag laden die Jusos für Mo 11.05.05.zu einem "Bündnistreffen gegen das Allerseelenkonzert" ein. Gleichzeitig veröffentlichen die Jusos erneut eine Pressemitteilung zu der Thematik. hier der Inhalt der Pressemitteilung:

Offenes Bündnistreffen gegen das "Allerseelen" - Konzert

Rosenheim - Nach dem Tod eines 17-jährigen Münchners, der gegen rassistische Anfeindungen gegen eine Asiatin durch Angehörige der "Gothic" - Szene aufgestanden war und anschließend niedergeschlagen wurde, wird es für auch für Rosenheim Zeit gegen das geplante Konzert der Band "Allerseelen" zu handeln. Dazu wird am kommenden Montag (11.04.05) ein offenes
Bündnis-treffen um 20:00 Uhr im Restaurant Ocakbasi, auch bekannt als Schützenwirt, stattfinden zu dem alle Rosenheimer BürgerInnen eingeladen sind.
"Übergriffe von Angehörigen der 'Gothic' Szene auf MigrantInnen oder DemokratInnen wie kürzlich in München sind bislang eine absolute Seltenheit und szeneuntypisch. Aber genau deshalb müssen die Rosenheimer BürgerInnen und Verbände gegen das geplante Konzert der Band 'Allerseelen' intervenieren," so eine Sprecherin der Jusos Rosenheim. Die "Grufti-Szene" gilt gemeinhin als friedlich und introvertiert. Doch seit geraumer Zeit versuchen Bands mit eindeutig rechtsextremen Hin-tergrund die Szene zu unterwandern. Eine der führenden Bands dieser Richtung ist das Wiener Projekt "Allerseelen" um ihren Frontmann Gerhard Petak. "Wer seine Band im direkten Zusammenhang mit dem rumänischen Faschisten Corneliu Z. Codreanu sehen möchte, Gedichte eines SS-Brigardeführers vertont und nationalsozialistisch besetzte Symbolik wie die Schwarze Sonne für sich und seine Alben verwendet, der muss selbst als faschistoid eingestuft und geächtet werden," so die Sprecherin weiter. Dieser Auffassung schließen sich
auch SPD, Grüne Jugend und der Stadtjugendring Rosenheim an. Gerhard Petak (alias Kadmon) werden auch in Broschüren des nordrheinwestfälischen Innenministerium "Affinitäten zum Rechtsextremismus" attestiert, er publizierte bereits mehrfach in rechtsextremen Theoriezeitschriften wie "Opposition", "Staatsbriefe" oder "Junge Freiheit".  
Als Gegenveranstaltung zum "Allerseelen" Konzert konnte bisher ein Konzert "Metal gegen Rechts" organisiert werden, das am selben Tag im Jugendzentrum "Black Box" stattfindet. Spielen werden in jedem Falle die regionalen Bands "Skavanger", "Grom'Otoric" und "Scarcross", die ein Zeichen gegen Faschismus, Antisemitismus und Rassismus setzen möchten. Weitere Bands sind angefragt.

Am Montag 11.05 erscheint dann in der Lokalzeitung  "Oberbayrisches Volksblatt" eine kurze Ankündigung zu dem "Bündnistreffen". Allerdings wurde der Inhalt der Pressemitteilung so stark gekürzt, dass sich ein anderer Sinn ergab, und der rechtsextreme Hintergrund verschwiegen wurde:

Widerstand gegen Konzert
Rosenheim - Nach dem Tod eines 17-jährigen Münchners, der gegen rassistische
Anfeindungen gegen eine Asiatin durch Angehörige der "Gothic" - Szene
aufgestanden war und anschließend niedergeschlagen wurde, rufen die Juso
Kreisverbände Rosenheim-Stadt und -Land zum Widerstand gegen das geplante
Konzert der Band "Allerseelen" in Rosenheim auf. Dazu findet am heutigen
Montag ein offenes Bündnistreffen um 20 Uhr im Restaurant Ocakbasi, auch
bekannt als "Schützenhauswirt" statt."

Auf dem Bündnistreffen wird beschlossen, keine Demonstration zu organisieren, da eine Demo evtl. gegen die eigentlichen Ziele des antifaschistischen Bündnisses wirken könnte.

Am Donnerstag den 14.05 berichtete der Bayrische Rundfunk in der Sendung "Zundfunk" ausführlich und gut recherchiertuber das geplante rechtsextrem Konzert.

Einen Tag vor dem Konzert (am 15.04) erschien dann im OVB doch ein kurzer Artikel welcher auf den rechtsextremen Hintergrund hinweisst:

Rosenheim (re) - Die Wiener Band «Allerseelen» gibt am Samstag, 16. April, ein Konzert im Rosenheimer Club «Blackout». Diese Band wird von der Info-Gruppe Rosenheim, die sich selbst als Teil der «undogmatischen, parteiunabhängigen linken Bewegung» sieht, als rechtsradikal eingestuft. Deshalb veranstaltet die Info-Gruppe am gleichen Abend ein Gegenkonzert. Im Lokschuppen spielen vier regionale Bands unter dem Motto «Metal gegen Rechts».

Die vorausgegangene Pressemitteilung der Infogruppe wurde um 88% gekürzt. Die Original Pressemitteilung ist hier nachzulesen, --> Noch eine Richtigstellung zum OVB Artikel: Das "Metal gegen Rechts" Konzert wird nicht von der Infogruppe, sondern  vom "Bündnis gegen das Allerseelenkonzert" mit Unterstützung des Stadtjugendrings veranstaltet.

Im Gegensatz zu den regionalen Medien berichteten die Überregionalen ausführlicher über die Thematik, Antenne Bayern z.B.berichtete am Fr 15.04 mehrmals mit Interviews und Berichten über die rechtsextremen Hintergründe.

Die Proteste waren jedoch nicht von Erfolk gegröhnt. Am Samstag den16.04.05)fand trotz allem in der Rosenheimer Diskothek das Konzert mit der rechtsextremen Band "Allerseelen" statt. Zu dem Konzert reisten Neo-Folk-Anhänger aus mehreren Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien) an. Neben scheinbar "unpolitischen" Konzertbesuchern waren auch "national" denkende Besucher sowie gewaltbereite rechtsextreme Skinheads anwesend (Das übliche Blackout Publikum war fast nicht vorort, nur wenige verirrten sich zu dem "Allerseelen" Konzert) . Die Rosenheimer Polizei verwährte zwar in Zusammenarbeit mit den Veranstaltern einigen polizeibekannten Neonazis den Eintritt, trotzdem konnten zahlreiche Rechtsextremisten die Veranstaltung besuchen. Insgesammt dürften ca. 150 Menschen das Konzert besucht haben. Auch angeblichen "Linken" wurde der Eintritt verwehrt, dabei betitelt die Polizei öffentlich (vor mehreren Rechtsextremisten) diese Personen als "Linke".

Am Rande des Konzertes kam es auch zu Übergriffen von Rechtsextremisten gegen Antifaschisten. So wurde unter anderem ein Infostand, welcher über die rechten Hintergründe informierte angegriffen und umgeworfen. Des weiteren "grüßten" Neonazis die Menschen am Infostand mit "Sieg Heil".
Im Gegensatz dazu verlief das Gegenkonzert "Metal gegen Rechts" völlig friedlich. Rund 250 musikbegeisterte Menschen bezogen damit Position gegen eine Unterwanderung der Musikszene von Rechtsextremisten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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