Taten
sprechen lauter als Worte
- zu Petaks
NICHT-Distanzierung vom Rechtsextremismus
Befürworter des Allerseelenkonzertes verweisen gelegentlich auf
Interviews (Obliveon) und Leserbriefen (an den Weser Kurier nach
dem abgesagten Konzert in Bremen 2005), in denen sich der Wiener
als unpolitisch darzustellen versucht. In diesen angeblichen
"Distanzierungen" geht Petak jedoch nicht auf die gegen
Allerseelen geäußerten Vorwürfe ein. Petak stellt darin lediglich
die Schutzbehauptung auf, er sei kein Faschist. Allein die
Behauptung, man sei kein Faschist, ist jedoch keine Distanzierung.
Im Gegenteil - Petak schein faschistische Größen zu verehren. Auf
zwei Singles ("Eiserne Garde/Garde de Fier", 1998)
veröffentlichte Petak (Kadmon) Gesänge und Märsche der Eisernen
Garde sowie eine Rede Codreanus, zudem steuerte er mit Allerseelen
Lieder für Sampler zu deren Verehrung bei. Erst vor kurzem
(11.03.05) äusserte sich Petak in einem Interview mit
"Oblivion" poitiv zu dem Faschisten Corneliu
Codreanu: "Wenn es Menschen des politischen Lebens
gibt, die ich schätze und im Zusammenhang mit Allerseelen erwähnt
sehen möchte, dann sind es [...]Corneliu Codreanu mit seiner Legion
Erzengel Michael, die als ursprüngliche religiöse Bewegung sehr
kraftvoll war...". Die Legion Erzengel Michael
(später Eisernen Garde) um Ihren Führer Corneliu Codreanu war eine
ultranationalistische, antisemitische, faschistische Bewegung. Die
Legion des Erzengels Michael, die sich von anderen faschistischen
Bewegungen der Epoche in Europa dadurch unterschied, dass sie sich
einen unverhohlen religiösen Anstrich gab, und dadurch, dass sie
ihre Basis unter Bauern und Studenten, nicht unter
Militärveteranen, hatte. Mit ihrer Brutalität - bis hin zu
politischen Morden - entsprach sie allerdings dem üblichen
faschistischen Muster. [weitere infos gibt es auf
IDGR und Wikipedia.]
Wenn Petak von sich weist rechtsextrem zu sein, wirkt das
wie ein Lippenbekenntnis. Auch die DVU und Republikaner sprechen
sich offiziell gegen Ausländerhass aus und schürt diesen trotzdem.
Petak distanziert sich zum Beispiel nicht, von dem
verfassungsfeindlichen, rechtsextremen Verlag VAWS. Wie auf dieser
Homepage mehrfach dargelegt ist Allerseelen auf sog. VAWS Samplern
vertreten und war auch bereit auf deren Veranstaltungen aufzutreten
(das für 23. - 25. April 2004 in Oberösterreich geplante VAWS
Festival auf welchen auch Allerseelen spielen sollte wurde übrigens
behördlich untersagt).
Das Argument Petaks: "Meine Musik ist völkerverbindend,
ich arbeite mit Musikern und Musikerinnen aus vielen Ländern
zusammen" ist ebenfalls keine Distanzierung. Auch die NPD
arbeitet mit rechtsextremen Parteien aus anderen Ländern zusammen.
Die NPD ist trotzdem völkisch, rassistisch, faschistisch und
rechtsextrem, oftmals sogar neonazistisch. Wenn Petak in manchen
"Distanzierungen" von "Ländern und Regionen"
wie Südtirol, Baskenland, Neuschwabenland
[Hintergrundinfos zu "Neuschwabenland gibt es bei wikipedia ]etc.
schwärmt wird selbst in seinen "Distanzierungen" deutlich
welch völkisches Gedankengut Petak hat. Auch Äußerungen wie
"...In dieser Auseinandersetzung gibt es auf der Gegenseite
eben keine Gegner, sondern nur Blindgänger,..." oder
"... Letztlich nützen diese ganzen Kontroversen
Allerseelen, sie steigern den Bekanntheitsgrad und damit auch
meinen Einfluß" sprechen unserer Meinung nach für
sich.
Petak ist des weiteren auch ausserhalb der "Dark Wave"
Szene in rechtsextremen Kreisen aktiv. So schreibt er zum Beispiel
als Autor für diversen rechtsextremen Theorieorganen, wie
"Staatsbriefe", "Opposition" und
"Junge Freiheit", auch hiervon distanziert er sich in
keinster Weise.
Solange sich Allerseelen / Petak nicht von Ihrem
rechtsextremen Handel und Verhalten distanzieren, sind ihre
Schutzbehauptungen unglaubwürdig !
Ergänzung(14.04.05):
Als Rechtfertigung und Schutzbehauptung zitiert Petak immer
wieder das von
ihm vertonte "Sturmlied" der NS-Kritikerin Ricarda Huch.
Dazu müssen
folgende Hintergründe beachtet werden:
Ricarda Huch trat tatsächlich 1933 aus der "Preußischen
Akademie" aus
Protest gegen die Rassenpolitik und Gleichschaltung der NSDAP aus.
Ihre
Lyrik gilt als national-konsevativ, weshalb sie weiter publizieren
durfte.
Dabei wurde sie sogar weiterhin von Hitler und Goebbels verehrt,
die ihr zum
80.Geburtstag Glückwunschtelegramme schickten. Es ist davon
auszugehen, dass
Ricarda Huch dies zuwider war, darauf deutet auch ihre
Positionierung nach
Ende des Nazi Regimes hin (die Diskussion um "innere
Emigration" kann an
dieser Stelle nicht ausführlich geführt werden, da sie den Rahmen
sprengen
würde). Ebenso kann davon ausgegangen werden, dass Ricarda Huch
keine Freude
daran hätte, dass rechtsextreme wie Gerhard Petak ihre Gedichte
instrumentalisieren, um sich von berechtigten Vorwürfen
reinzuwaschen.
In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass am
02.04.05 250
ausgewiesene Neonazis mit angesteckter weisser Rose durch
München
marschierten. Die Rose sollte ursprünglich als Symbol des
Widerstandes von
GegendemonstrantInnen getragen werden. Ebenso wurde mittlerweile
das
Konterfei von Che Guevarra als Symbol der Rechten etabliert. Es
wird kaum
eine Möglichkeit von Rechten ausgelassen, Linke und Bürgerliche
zu
provozieren und ihrer Symbolik zu berauben. Auch der von Petak
zitierte,
altbewährte Karl Marx hat derzeit darunter zu leiden, dass seine
Zitate
entkontextualisiert von der intelektuellen Neuen Rechten für ihre
Zwecke
missbraucht werden.
Niemand ist davor gefeit, Applaus von falscher Seite zu bekommen.
Ricarade
Huch kann nichts dafür, dass sie von Petak vertont wird.