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Tengwar

 

Wie schreibt man Elbisch?

Am bekanntesten von den Schriftzeichen von Mittelerde ist die Tengwar-Schrift. Diese wurde in grauer Vorzeit von dem Noldor-Fürsten Feanor, dem größten Genie der Eldar, der auch die Silmarilli schuf, auf der Grundlage der älteren Sarati-schrift entwickelt. Feanor reduzierte die Sarati-Zeichen auf wenige Elemente, die er systematisch anordnete. Aus ihrer Form und Kombination kann man auf den Laut schließen, den ein bestimmtes Zeichen darstellen soll.

Die Tengwar-Schrift ist eine Lautschrift. Im Prinzip kann man mit ihr jede Sprache schreiben. Allerdings ist die genaue Zuordnung der Zeichen von Sprache zu Sprache verschieden. Darum ist es schwierig, die Schrift zu entziffern, wenn man nicht weiß, in welcher Sprache der Text gehalten ist.

Entsprechend der damals vorherrschenden Sprachtheorie unter den Noldor-Elben wurden in der Feanorischen Schreibweise nur Konsonanten durch “richtige” Tengwar dargestellt. Vokale, die man als “Färbung” der Konsonanten auffasste, wurden durch Zusatzzeichen, so genannte Tehtar, wiedergegeben. Feanor soll auch eine Schreibweise entworfen haben, die alle Laute durch Tengwar darstellte, aber diese, heißt es, habe sich nicht durchsetzen können.

Die Sindar-Elben von Mittelerde entwickelten gegen Anfang des Ersten Zeitalters eine eigene Schrift, die Cirth, eine Art “Runen”. Sie sind im Dritten Zeitalter hauptsächlich bekannt von den Zwergen, die diese Schrift übernommen hatten. Unter dem Einfluss der Noldor übernahmen die Sindar die Tengwar-Schrift in der Schreibweise von Beleriand, in der jedes Zeichen durch einen eigenen Buchstaben dargestellt wird.

Was sind die Sarati?

Die Sarati sind die älteste Schrift der Elben. Entwickelt wurde sie von Rúmil von Tirion, einem Noldor-Gelehrten in den Unsterblichenlanden. Die Sarati sind eine phonetische Schrift, mit der sich alle Sprachen schreiben lassen. Später entwickelte Feanor auf dieser Grundlage die Tengwar-Schrift, welche die Sarati ablöste. Die Sarati wurden danach nur noch von den Vanyar-Elben verwendet; in Mittelerde waren sie unbekannt.

Woher kennen wir diese Zeichen?

Im Anhang zum “Herrn der Ringe” werden die Sarati als “die Tengwar Rúmils” bezeichnet. Dass Tolkien diese Schrift wirklich ausgearbeitet hatte, war lange Zeit unbekannt. Erste Beispiele erschienen 1995 in Vinyar Tengwar 37:18-19. Das gesamte erhaltene Material wurde 2001 in “The Alphabet of Rúmil: Documents by J.R.R. Tolkien”, hg. Arden H. Smith, Parma Eldalamberon 13:3-89, veröffentlicht.

Tolkien selbst hat nie eine endgültige Fassung dieser Schrift veröffentlicht. Alle bekannten Beispiele stammen aus den zwanziger Jahren, also aus einer Zeit lange vor dem “Herrn der Ringe”. Damals war die Mythologie noch auf dem Stand wie im “Buch der Verschollenen Geschichten”, und die Elbensprachen hießen “Qenya” (> Quenya) und “Noldorin” (> Sindarin).

 

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