Wir
Weltmeister?¹ (14.07.2006)
Foto von der Trauerfeier
(DDP)
Akrostichon-Sonett
Wie ich nach Zeitungsmeldung ahnen kann,
Ist deiner Verse Hoffnung² Scheibenkleister.
Real sind die Azzurri Fußballmeister.
Wir selber sind nur Dritte, Mann, o Mann!
Es war dein Glück: Du hast’s nicht mehr erlebt,
Lagst „friedlich“ schon auf deiner Totenbahre,
Trugst kurz zuvor im Herzen noch das Wahre,
Mit deiner letzten Kraft hast du gestrebt.
Es ist ein Jammer: Edle müssen weichen
Im Allgemeinen immer viel zu schnell.
So ging es dir. Nun schweiget das Gebell.
Tod heißt der Zustand aller Leichen.
Es ist phantastisch, wie du noch zuletzt
Reale Regeln außer Kraft gesetzt!
¹ Antwort auf ein Akrostichon-Sonett von Robert Gernhardt, das ich noch nicht kenne, weil es erst am 18. Juli d. J. in seinem letzten Gedichtband „Später Spagat “ postum erscheinen wird. (S. Fischer Verlag, 113 Seiten, € 14,90)
² Wie ich der Vorabrezension von Lothar Schröder „Gernhardts letzte Verse“ („Rheinische Post“, 14.07.2006, S. A8) entnehme, ist das Akrostichon seines Sonetts „Wir Weltmeister“ identisch mit dem Titel.
Shorty (09.07.2006)
Akrostichon-Sonett
Das ist er.
Froh macht bei kV nicht alles,
Und so bleibt gar oft nicht
aus
Ernster Gram, Verdruss im
Haus
Regelrechten
Ärgerfalles.
Denen, die so etwas machen,
Ich gesteh – vielleicht auch ich
(?) –
Chaos schüren
widerlich,
Hältst Du vor ganz andre
Sachen.
Seltner Art sind Deine Zeilen,
Alle, alle,
ausnahmslos:
Solche, die im Kleinen
groß
Charme und Liebreiz reich
verteilen.
Hegt doch drum die Mehrheit
hier
Allerbeste Wünsche Dir!
Als kleine Aufmerksamkeit zum Geburtstag, lieber Sascha, von Friedhelm
Auf
Orsoy
(06.07.2006)
Akrostichon-Sonett
Das Geburtstags„kind“
KeinVerlag.de präsentiert
Ohne jedes Wenn und Aber
Radikal und ungeniert
Noch das letzte Dumpfgelaber.
Es genügt ein wenig Mut,
Lesern seinen Schrieb zu zeigen.
Ist ein Text auch nicht so gut,
Andre meist darüber schweigen.
Ja, dann gibt es allerdings
Auch – wie die, die heut zu nennen –
Einige, die – nie „mit links“ –
Gutes schreiben, niemals pennen.
Es betrifft Kornelia.
Richtig klasse schreibt sie ja!
Als kleine Aufmerksamkeit zu Deinem heutigen Geburtstag,
liebe
Konni, mit den
besten Wünschen fürs neue
Lebensjahr
von
Friedhelm
Ein Wort an ToX (03.05.2006)
Akrostichon-Sonett
Charme ge-
Hört zu Kommentaren nur
bedingt.
Rau und, dass die Fetzen
auch mal richtig fliegen,
Ist so manches Liedchen,
das der Leser singt.
Seltener ein schlichter,
schöner Ton erklingt.
Tausendmal wird einfach
jedes Wort verschwiegen,
Immer wohl, wenn gar
nichts tief ins Inn’re dringt,
Auch wenn gar kein Funke
überspringt.
Nur bei Dir ist jeder
Kommentar gediegen.
Da, wo Deine reichen
Geistesquellen liegen,
Ach, ist sicher noch so
mancher Schatz verborgen.
X-mal hab ich schon
gesucht mit großen Sorgen:
Es wird langsam Zeit, dass
neue Texte kommen.
Rechne fest damit, eh’
Freude mir genommen.
Diese Zeilen sind ganz ernst gemeint,
lieber
Christian.
Auf Deine Beiträge möchte ich
nicht länger
verzichten!
Zu Deinem heutigen Geburtstag
wünsche ich Dir
dennoch alles, alles
Gute.
Mit ganz lieben Grüßen
Friedhelm
Pfauenauge (01.05-2006)
Foto: www.baselland.ch
Akrostichon-Sonett
Hier im Forum schreiben viele.
Allerlei ist hier zu finden,
Nicht
Nur Texte, die verbinden.
Endlos fast die Zahl der Stile.
Posten¹ lässt sich beinah’ alles:
Falsche Töne, Verse, Reime,
Auch Gedanken – „aus dem Leime“
Und der Nachhall manches Knalles.
Es gibt allerdings auch Schätze,
Nichts als schön, mit Geist gestaltet.
Auge, das sich artig faltet
Und enthält der bösen Hetze,
Gern lass ich von Dir mich führen,
Echte Träume zu erspüren.
Als kleines Dankeschön
für Deine
zauberhaften Beiträge,
liebe Hanne,
verbunden
mit vielen guten
Wünschen
zu Deinem heutigen Geburtstag
von
Friedhelm
___________________________________________________
¹ denglisch (!)
für deutsch: „senden, schicken“
Für
Werefrog (23.04.2006)
Akrostichon-Sonett
Das Geburtstags„kind“
Allen, die Geburtstag haben,
Nein, kann Zack nicht gratulieren.
Auch, es nur mal zu
probieren,
Ließ ihn ins Verderben
traben.
Es ist schließlich
sonnenklar:
X-mal ist zwar manches drin.
Warum haut’s nicht immer hin?
Endlich ist nicht nur das Jahr.
Richtig Spaß jedoch macht’s mir,
Ein paar Zeilen, so wie hier,
Für Dein Fest rasch aufzusetzen.
Ragt doch aus der Hauptstadt Plätzen,
O, Dein Name weit hervor. ;-)
Gern hört, was Du sagst, mein Ohr.
Auf dass wir noch viele so anregende und kluge Beiträge von Dir erhalten, lieber Alex!
Als kleine
Aufmerksamkeit zu Deinem
heutigen Geburtstag mit den
besten Wünschen
von
Friedhelm
Für die …¹ (LiebeElfe) (19.04.2006)
Das
Geburtstagskind (symbolisch)
Längst
Ist nicht in allen Texten hier
Etwas wirklich Lohnendes zu finden.
Breit strömt zwar so manches durchs Revier;
Echtes droht dazwischen zu verschwinden.
Einmal ist der Sinn der Zeilen
schwach,
Lässt sich in den Worten kaum
entdecken.
Form erst recht bringt manches
Ungemach,
Endet oft in nichts als
Chaosschrecken.
Ganz, ganz anders aber ist’s
bei Dir,
Liebe Elfe, möcht’ ich heute
sagen.
Unter all den vielen Texten
hier,
Echte Schätze kommen da zum
Tragen.
Charme und Witz und Schmerz so
überreich,
Kaum ein andrer kommt Dir darin
gleich.
Mit ganz herzlichen Glückwünschen zu Deinem Geburtstag, liebe Elfe, von Friedhelm
_______________________________________________________________________
¹ Der vollständige Titel ergibt sich, wenn man seinen
Anfang um das Akrostichon ergänzt.
Auf Bergmann (06.04.2006)
Akrostichon-Sonett
Bei der Nickname-Flut von
heute,
Echt, da nimmt der Leser an,
Richtig heißt gewiss der Mann
Ganz, ganz anders. Und wenn Leute
Mal ganz ohne Pseudonym,
Ahnt zunächst er’s einfach nicht,
Nimmt als Nick den Namen schlicht,
Neben manchem Ungetüm.
Unser Bergmann aber heißt
Längst schon so, seit er geboren.
Richtig kräftig treibt er Stollen
In das Forum, mit viel Geist.
Challenger für manche Ohren,
Heilsam uns, die lesen (oder: lernen) wollen.
Mit den besten Wünschen zum Geburtstag, lieber Ulrich, von Friedhelm
Pseudonyme (für Apocalyptica) (04.04.2006)
Akrostichon-Sonett
An manchen Nicks ist etwas zum
Erschrecken,
Nicht immer sind sie bieder,
zahm und mild.
Am Anfang reizt da gar nichts,
zu entdecken
Persönlichkeit und wahres
Menschenbild.
Oft schon hat lange mich ein
Nick gehindert,
Charme, Geist und Gutes mehr zu
suchen.
Als habe er gemacht mich zum
Eunuchen,
Ließ er mich zögern, weil der
Reiz gemindert.
Young people have a different
way of life.
Poor me, who dwells in times of
old!
To feel my chest pierced by a
sudden knife
Is how I realized: This is pure
gold.
Chance made me read some recent
lines by you.
Always in future, always shall
I do!
Zu deinem
heutigen Geburtstag,mit den
allerbesten Wünschen,liebe Bea,
von Friedhelm
Für Darkjoghurt (03.04.2006)
Akrostichon-Sonett
Feines ist schon rar im Net,
Üblich ist meist eitles Schwätzen,
Rastlos, nicht einmal in Sätzen.
Das ist Net als Phrasenbett.
Anderes ist recht adrett,
Richtig gut in Geist und Ton,
Kaum zu glauben, frei von Hohn.
Ja, ein Mensch mit echtem „Mett“¹,
Oft hat der mich schon erfreut.
Gern erkläre ich das heut.
Ha! Sein *rotwerd* kommt, ich wett!
Und das find ich wieder nett.
Recht viel Glück sei ihm beschieden,
Tausend² Freuden noch hinieden!
Als kleine Aufmerksamkeit zu Deinem heutigen Geburtstag, lieber Joghi, verbunden mit den besten WünschenvonFriedhelm
¹ bezieht sich auf Alphas Mett-Gedicht
² symbolische Zahl, steht für „unzählige“
Urteilen? (03.04.2006)
Akrostichon-Sonett
Bringt ein Autor seine Texte
Rein in dieses "hehre" Forum,
Ist er manchmal Reif für Stroh-Rum.
Gäb es doch nicht so verhexte,
Immer unzufriedne Leute,
Trät man ihm nicht auf den Zeh,
Tät ihm nicht so häufig weh!
Es ist schwer mit solcher Meute.
Kritisch anders Sein schaffst Du,
Auch bei allem Kritisieren
Noch den Text mit Charme zu zieren.
Niemals setzt Du grundlos zu.
Es
ist stets der Geist zu spüren.
So
lässt sich Kritik goutieren!
Als
kleine Aufmerksamkeit
zu Deinem heutigen Geburtstag
- obwohl Du Geburtstagsgedichte
nicht magst - ;-)
liebe Brigitte,
mit den allerbesten
Wünschen
von Friedhelm.
Mögen wir alle noch ganz, ganz
lange
von Deinen sachlichen
und
engagierten Kommentaren
profitieren!
Zauberwesen (01.04.2006)
Akrostichon-Sonett
Wer tief im Herzen Realist,
Erlebt nur selten die Magie.
Statt „selten“ sagt’ ich besser „nie“,
Es ist nun mal so, wie es ist.
Nicht wirklich wird er auch verstehn
Magie als die geheime Kunst,
In der sich öffnet Schicksals Gunst;
Total gehindert, das zu sehn.
Zu zaubern weiß indes die
Frau
Auch hier im Forum, bei kV
Und nicht zu knapp, das ist belegt,
Bis sich bei jedem etwas regt.
Es macht der Zauber ihrer Worte,
Recht oft ich den beim Lesen horte.
Mit den besten Glückwünschen
zu Deinem
Geburtstag,
liebe Gini,
von
Friedhelm
An DieTine
(31.03.2006)
Akrostichon-Sonett
Traurig, traurig, kann man oft
nur sagen,
Ist das Schicksal ungerecht und
bös.
Nur wenn Ämter Schuld noch
daran tragen,
Eigentlich ist’s dann schon
maliziös.
Viele Menschen haben Grund zum
Klagen,
Ist, was sie erleben,
ominös.
Ein klein wenig hilft das
Weitersagen,
Lässt sich auch nicht zählen
der Erlös.
Ganz, ganz tief aus meines
Herzens Grunde,
Liebe Tine, wünsch ich Dir viel
Glück.
Und es kommt gewiss einmal die
Stunde,
Echt zu wandeln all das
Missgeschick.
Charme besitzt Du schon in
hohem Maße;
Kühn geh’ weiter auf der
Lebensstraße!
Mit den besten Geburtstagswünschen
von
Friedhelm
Traumreisende (28.03.2006)
Akrostichon-Sonett
Oft sind Nicknames ziemlich schief,
Tarnen mehr als zu enthüllen,
Rauschgebilde, die
erfüllen
Aberwitziges naiv.
Umso besser ist ein Nick
Meist, wenn er gefüllt mit
Sinn.
Reicht er dazu nicht ganz hin,
Echt, bleibt er ein
Missgeschick.
Ist jedoch ein Nick so wahr,
So gelungen, wie er hier,
Ei, welch Glück, das lob ich
mir,
Nenn es beinah „Geist in bar.“
Deine Texte zeigen immer
Einen
Wundertraumesschimmer.
Als kleine
Aufmerksamkeit
zu deinem heutigen Geburtstag,
liebe
Silvi,
mit den
besten Wünschen
für das neue Lebensjahr
von
Friedhelm
Anne Will (26.02.2006)
Akrostichon-Sonett
Ach, ob sie will, das weiß ich
nicht,
Nein, ist mir auch egal.
Nur, wenn sie auf dem Bildschirm
spricht,
Es gibt nur eine
Wahl:
Wer so viel Charme wie sie
versprüht,
Ist einfach große Klasse.
Leicht, wenn ihr Lächeln so
erblüht,
Lass ich die
Kaffeetasse
Durchaus mal stehn, bis dass sie
kalt.
Es ist mir dann nur wichtig,
Recht ungestört
Sie selbst zu hören.
Total bescheuert und beknallt?
–
Auch das ist für mich
nichtig.
Rat nur, mich nicht zu stören!
Auf
muellers Geburtstag (18.02.2006)
Akrostichon-Sonett
Autoren gibt es
viele bei kV,
Nicht alle
unbedingt besonders schlau.
Trotzdem beachtlich schon die Fülle der Talente,
Hat’s auch darunter
manche leicht verpennte.
Oft muss ich über
dumme Fehler staunen;
Manch Autor hat
sehr eigne Rechtschreib-Launen…
An vielen gibt es
nichts zu kritisieren.
Sie sind’s vor
allem, die dies Forum zieren.
Mit meisterhaften,
genialen Zeilen
Übt großen Einfluss
aus der Autor mueller,
Lässt seine Leser
stundenlang verweilen.
Längst hat erwiesen
er sich als ein Knüller.
Er setze möglichst
lang noch seine Zeichen
Real als Vorbild,
das man möcht’ erreichen!
Mit den besten
Wünschen
zu deinem heutigen
Geburtstag,
lieber Tom.
Mögest du hier noch viel
Freude
verbreiten und
empfangen!
Herzlichst von
Friedhelm
An Morgenröte
Akrostichon-Sonett (17.02.2006)
Alle, die
hier Texte schreiben,
Bleiben
frei nicht von Kritik.
Es kommt
manchmal schon recht dick,
Richtig
gut, sich dran zu reiben.
Manche
freilich möchten lieber
Ohne
solche Reaktion
Ruhig
ihren eignen Ton
Ganz
gemächlich bringen rüber.
Es ist
falsch, ganz einzustellen
Nach
Kritik den eignen Schrieb.
Rat dir
deshalb: Folg dem Trieb,
Öfter
selber mitzubellen.
Tust
du’s, wirst du manchen freuen.
Es wird
sicher dich nicht reuen.
Als Optimist
habe ich die Hoffnung
noch nicht aufgegeben,
dass wir doch noch
Beiträge von dir
bekommen werden,
liebe Freya.
Zu deinem heutigen Geburtstag
sollen dir die Zeilen
als Anreiz dienen,
noch einmal über eigene
Veröffentlichungen
nachzudenken.
Alles Gute wünsch ich dir
für das neue Lebensjahr.
Mit herzlichen Grüßen
Friedhelm
Füllertintentanz (12.02.2006)
Akrostichon-Sonett
Für alles braucht man heutzutage
Überall
Larvierung, um die eigene Person zu schützen.
Ließ früher man getrost den
Eignen Namen blitzen,
Reicht heut im Web ein Nick von Fall zu Fall.
Tatsächlich ist jedoch so manches Pseudonym
In Wahrheit eine ziemlich abgeschmackte Sache –
Nicht, dass ich mit Verachtung hier darüber lache –
Tief liegende Motive sind nun mal intim.
Es zeugt jedoch von Phantasie so mancher Name,
Nicht anders ist es bei der hier gemeinten Dame.
Tut doch ihr Nickname wirklich unumwunden kund:
Am Schreiben hat sie Spaß aus tiefstem Herzengrund.
Noch lange Jahre sei ihr dieser Spaß beschieden;
Zur Selbstbestätigung gereich er ihr hienieden.
Mit den besten Wünschen
für das kommende Lebensjahr
als kleine Aufmerksamkeit,
liebe Sandra,
von
Friedhelm
AbeggRichard
Akrostichon-Sonett
An
manchen Tagen will uns gar nichts passen,
Nur, was
uns ärgert, tut sich dann zumeist.
Am
liebsten würde dann wohl unser Geist
Beizeiten
alles einfach fahren lassen.
Es ist
des Menschen Schicksal, dass er dann
Ganz
ungewollt sich gerne igelt ein;
Genug
davon wird in Erinn’rung sein.
Recht oft
vergisst man dabei, was man kann.
In
solchen Augenblicken aber Mut,
Charakterstärke, Willen aufzubringen,
Humorvoll, heiter noch ein Lied zu singen,
Ach,
lieber Richard, das tut wirklich gut.
Recht
viel davon wünsch ich von Herzen dir:
Dein
neues Jahr sei glücklich, nicht nur hier!
Als kleine
Aufmerksamkeit
zu deinem Geburtstag
von
Friedhelm
Jüchen, am 7. Februar
2006
Zum Eintritt in den
„Ruhestand“
Hundert Jahre sind schon fast kein
Alter mehr,
Nimmt zur Hand man, was uns heut Experten sagen.
Nur, wer selbst betroffen, ist nicht frei von Klagen,
Engt ihn ein, was mehr zur Last wird, sehr.
Länger, als es nötig ist, zu stehn im Amt,
Ohne sich verdienter Ruhe hinzugeben,
Ratsam ist wohl kaum ein solches Arbeitsleben.
Ehrgeizauswuchs, der gewiss vom Teufel stammt.
Liebe Hannelore, darum sei dir heute
Oft ersehnter Muße unbegrenztes Maß geschenkt.
Eine Zeit, die nur noch Gottes Fügung lenkt,
Werde dir zu Teil, ganz fern der Schülermeute.
Einen Wunsch für dich wir sicher alle hegen:
Noch ein langes Leben unter Gottes Segen!
Jüchen, am 30. Januar 2006
Mit den besten Wünschen
Friedhelm
aus dem aktiven
Schuldienst
Furcht ergreift so manchen beim Gedanken,
Richtig einmal arbeitslos zu sein.
Immer, wenn sich die Gedanken ranken
Einzig um die Arbeit ganz allein.
Denn, den ganzen Tag mit Sinn zu füllen,
Etwas, das das Leben wirklich lohnt,
Reicht die Phantasie – es ist zum Brüllen –
Sicher nicht, wenn es zu ungewohnt.
Trittst dagegen du, mein lieber Frieder,
Ein jetzt in den wohlverdienten Stand,
Pulst noch Ungeduld dir durch die Glieder,
Haufenweise Pläne sind zur Hand.
Alles, wozu bisher fehlte Zeit,
Nehm den Lauf, denn jetzt bist du bereit…
Mit den besten Wünschen
für einen fruchtbaren (Un-)Ruhestand,
demnächst auch als Großvater
Jüchen, am 30. Januar 2006
Friedhelm
Besser gleich als nie
(Akrostichon-Sonett)
An den meisten Menschen geht vorüber
Meist, was einmal sie besonders ehrt.
Arm sie Nennen wär jedoch verkehrt;
Retten „Ehren“ denn ins Glück hinüber?
Treue Seelen tun brav ihre Pflichten
Im Beruf und auch im Alltagsleben.
Nicht, weil sie nach Sonderehren streben.
Aber darf man sie nicht mal „bedichten“?
Spricht ein solcher Mensch es offen aus,
Traut sich, ganz bescheiden
anzufragen,
Ei, dann kann man’s ihm wohl nicht versagen.
Husch – per Email – kommt das „Werk“ ins Haus.
Lieb gemeint, wie du gefragt, dies „Stück“:
Es wünscht dir von Herzen ganz viel Glück…
Friedhelm (30.1.2006)
Trude Kaschinsky
Akrostichon-Sonett
Gifte voll Wonne und Grauen
Rührten sie früher im Dunkel –
Oftmals bei Sternengefunkel –
Seltsam gespenstische Frauen.
Solche meist älteren Wesen,
Ihr Ding war – sagen die Leute –
Selbst mit der teuflischen Meute
Tanzen und Reiten auf Besen.
Jetzt aber gibt’s bei kV,
O, eine blutjunge Frau,
Hext zwar schon fast wie die
Alten,
Nicht mit so finstern Gewalten,
Nein, nur beim Texte Gestalten.
Ach, dass sie bleib’ uns erhalten!
Als kleine Aufmerksamkeit
zu deinem besonderen Geburtstag,
liebe Johanna,
alias TrudeKaschinsky,
mit meinen besten Glückwünschen
Friedhelm
Eine widerspenstige Löwin?
Akrostichon-Sonett
Leo ist
Ein ganzes Wort.
Ob jedoch es
männlich, weiblich,
Reicht nicht aus der
Ratesport,
Es zu klären.
Unausbleiblich
Nötig wird ein
Attribut
Immer, eh’ man weiß
genau,
Tritt das Tier,
Symbol für Mut,
Auf als Männchen oder
Frau.
Richtig! – Hier ist
„Leo“ weiblich.
Es ist klar am A zu
sehen,
Geistig, sicher wohl
auch leiblich;
Ihre Texte dafür
stehen.
Neujahr bring ihr
statt ’ner Mähne
Echten Glückes
Riesensträhne!
Die kurze Überlegung zu deinem Nick
ist als als kleine Aufmerksamkeit
zu deinem heutigen Geburtstag
gedacht, zu dem ich hiermit
ganz herzlich gratuliere,
liebe Regine.
Ich wünsche dir fürs
neue Lebensjahr
viel Glück und Freude.
Friedhelm (12.01.32006)
Seifenblase?
(26.12.2005)
Akrostichon-Sonett
Nichts erwartet man von dem Gebilde
Und sieht einfach sie vorüber ziehn.
Richtig! Wenn einmal die Sonne schien,
Schillert’ bunt sie zwar und milde,
Eben viel, sie gilt als Truggebilde,
Innen Luft und außen Wasserspur,
Federleichtes Nichts und wertlos nur.
Etwas, das Verschwinden führt im Schilde.
Nun ist bei kV sie aufgetaucht.
Bisher hat sie noch nicht viel geschrieben.
Liest man ihre Texte, unverbraucht,
Ahnt man bald, was sie hier her getrieben.
Seifenblase von der andern Art,
Ein „Glückzu“ sei dir entboten, zart.
?
Mit den allerherzlichsten
Glück- und Segenswünschen
zu deinem „Weihnachtsgeburtstag“,
liebe Seifenblase,
als kleine Aufmerksamkeit
von Friedhelm
Das Akrostichon ist als rhetorische Frage gemeint, deshalb
das Fragezeichen unter dem Gedicht.
Dem Schreiberlehrling
(21.12.2005)
Akrostichon-Sonett
Lernen, das hört niemals auf;
Es gehört zum Menschenleben.
Hält man inne mit dem Streben,
Reißt auch ab des Lebens Lauf.
Lernen, das gehört dazu,
In der Jugend wie im Alter.
Noch ein körperlich fast kalter
Greis lebt dabei auf im Nu,
Gibt er nur dem Geist zu
Essen.
Willst du so ein Lehrling bleiben,
Ei, so lass dir’s aus nicht treiben,
Sei auch weiter nicht vermessen!
Einer der noch staunend schreibt,
Niemals der in Dummheit bleibt.
Als kleine Aufmerksamkeit zu deinem heutigen Geburtstag,
lieber Benni,
mit den allerbesten Wünschen für deine Zukunft
von einem, der sich immer noch – trotz seiner siebzig Jahre
–
als Lehrling fühlt, nicht nur beim Schreiben.
Herzliche Grüße von
Friedhelm
Das Akrostichon soll nur zum Ausdruck bringen, dass du nach
den üblichen Kriterien die „Lehre“ als eng umrissene Phase sicher hinter dir
hast.
Ein
Kinderspiel
Akrostichon-Sonett
Für die einen ist das Dichten schwer.
Überall sind viele Stolperfallen:
Reime, Töne, Rhythmen schallen
Keineswegs in jedem Falle hehr.
Immer ist ein bisschen noch zu feilen,
Nie der Eindruck ganz so, wie gewollt.
Dass die Zeilen tanzen, sanft und hold,
Es scheint nur ein fernes Ziel zuweilen.
Richtig leicht dagegen ist’s bei dir.
Solche Versgebilde lob’ ich mir.
Passen hier doch alle ihre Teile
Immer nahtlos, elegant zusammen,
Echt gelungen, weil von dir sie stammen.
Lang dabei ich mit Genuss verweile...
Als kleine Aufmerksamkeit
zu deinem heutigen Geburtstag,
liebe Antje,
mit den allerbesten Glückwünschen
von
Friedhelm
(18.12.2005)
Zum achtzigsten Geburtstag
Feste feiern Menschen immer,
Überall und jederzeit.
Recht betrachtet, reicht ein
Schimmer,
Trabt man fröhlich an,
bereit,
In ein Jubeln
auszubrechen,
Lässt sich auch kaum Anlass
sehn.
Doch in diesem Falle
sprechen
Echte Gründe fürs
Verstehn.
Keine hat mit ihrer
Stimme
Länger wohl im Chor
gesungen
Und mit Fleiß, wie eine
Imme,
Ist sie immer
eingesprungen,
Tausendfach, wenn Not am
„Mann.“
Mögen
Andre
Nehmen sich ein Beispiel
dran!
Im Namen des Evangelischen Kirchenchores Jüchen
und der ganzen Gemeinde (Hoffentlich mache ich
mich nicht der „Amtsanmaßung“ schuldig!)
danken wir dir, liebe Tilde,
für alles, was du in unzähligen Fällen
für uns
getan hast,
und wünschen dir zu deinem 80. Geburtstag
von Herzen Gottes Segen und noch viele
schöne und glückliche Jahre.
Jüchen, am 19. Dezember 2005
Für
Medina
Akrostichon-Sonett
Alle Jahre wieder kommt so manches Fest.
Nicht nur Weihnachtslieder wissen das schon lange.
Mitten im Advent, der dann stets im Gange,
Eigentlich da brennt mehr als Kranzes Rest:
Denn da ward geboren manch ein Kindelein
In die Welt, verloren, wie das nun mal ist.
Neben Weihnachtsschimmer um den heil’gen Christ
Auch ein wenig immer strahlt ein Menschlein klein.
Muss ich
Es noch sagen, wer das Menschlein ist?
Lass dich selber fragen, wer du denn wohl bist.
Alle Wunschgedanken werden für dich wahr,
Nehmen alle Schranken, jetzt, im neuen Jahr!
Immer mög’ dich leiten eine milde Hand,
Einen Teppich breiten dir durchs ganze Land!
Mit den besten Glückwünschen
für dein neues Lebensjahr,
liebe Melanie,
von
Friedhelm
Jüchen, am 10.12.2005
An
Lagrima
(09.12.2005)
Akrostichon-Sonett
Tränen sind ein Notventil,
Rascher können sie als Pillen
Ärger schnell und gründlich stillen,
Nebenwirkungsfrei, subtil.
Chaos zwar für die Kosmetik.
Heulen ist nicht eingeplant.
Eine Träne dennoch bahnt
Neue Wege zur Ästhetik.
Liebe G.,
Aber du
Gibst mit deinen reifen Worten
Rechte Nahrung allerorten
In die Seele immerzu.
Meine Wünsche sollen dir
Alles Gute bringen hier.
Zu deinem
heutigen Geburtstag,
liebe Gaby,
als kleine Aufmerksamkeit
mit den
allerbesten Glückwünschen
von
Friedhelm
An
Rela
(08.12.2005)
Akrostichon-Sonett
Dunkel ist die Jahreszeit,
Ist doch bald schon Sonnenwende.
Reh und Fuchs im Winterkleid
Laufen frierend durchs Gelände.
In der Luft zieh’n Nebelschwaden,
Eisig weht’s herab von Nord.
Berge Wolken, schneebeladen,
Engen ein der Menschen Ort.
Richtig wohlig ist’s dagegen,
Einfach bei kV zu sein.
Lesend Geist sich anzuregen
Ist doch mehr, als einzuschnei’n.
Nicht bei
Dir allein geht das;
Aber da macht’s richtig Spaß!
Zu deinem heutigen
Geburtstag,
liebe Relinda,
als kleine Aufmerksamkeit
mit den besten Wünschen
von
Friedhelm
Schreiberling?
Akrostichon-Sonett
Kaum jemand stellt so wie du seine Gabe
Einfach ganz unter den Scheffel im Nick.
Ist es vielleicht ein recht cleverer Trick?
Nein ist die Antwort darauf, denn ich habe
Längst schon erfasst, mit wie selt’nem Geschick
In deinen Texten wird Sprache verdichtet.
Nur auf den Anspruch wird einfach verzichtet.
Gern auf Gedichte von dir ich stets klick’.
Munter und lebhaft in Form und in Sprache,
Aber auch immer voll Sinn und Verstand,
Leicht zu verstehen und klar in der Sache
Ist, was in Sprache und Form du gebannt.
Kenn’ ich von dir zwar auch nur erst ein Stück,
Aber ich wünsch’ dir von Herzen viel Glück.
Als kleine Aufmerksamkeit zu deinem heutigen Geburtstag,
liebe Malika,
mit den besten Glück- und Segenswünschen
von Friedhelm,
der allerdings meint, was das Akrostichon sagt:
kein –ling! (die Endsilbe ist meist abwertend)
Du aber bist eine vollwertige Schreiberin!
An
N.I.C.H.T.S.
Akrostichon-Sonett
Kein Mensch int’ressiert sich für nichts.
Es gibt doch wohl stets ein Objekt,
In das seine Nase er steckt.
Nur über den Rang des Gewichts
Natürlich lässt immer sich streiten.
Im Ganzen ist’s meistens schon da,
Halt manchmal recht fern, manchmal nah,
Im Grunde bei jedem Gescheiten.
Lang’ hab’ diesen Grundsatz zwar auch
Ich selber geglaubt, ohne Frage.
Seit Kurzem indessen da sage
Mir selber ich nun: Schall und Rauch!
Um N.I.C.H.T.S. zu versteh’n muss ich lesen
Solch wunderbar herrliches Wesen!
Als kleine Aufmerksamkeit
zu deinem heutigen Geburtstag
von
Friedhelm (1.12.2005)
Urbinia¹
Akrostichon-Sonett
Als „Wachsagave“ kannte ich sie vor kV,
Nur als ein Wüstenwesen, zäh und grünlich-grau.
Und wer sie wollte mal im Ursprungsland erleben,
Real und echt, musst’ sich nach Mexiko begeben.
Bis Mexiko, das wär’ mir viel zu weit gewesen.
Ich habe darum wirklich hocherfreut gelesen,
Nach ein paar kurzen Mausklicks ist sie plötzlich da.
In Wahrheit sehr viel näher
Als Amerika!
Mein Pflanzenbild war leider mehr als ungenau.
O, denn die „Pflanze“ ist in Wahrheit eine Frau,
Nicht irgend eine, sondern eine wirklich kluge,
In Lyriksprache komponiert’ sie manche „Fuge.“
Klar, dass ich ihr zu ihrem heut’gen Ehrentage
Aus tiefstem Herzen meine besten Wünsche sage.
Als kleine Aufmerksamkeit
zum deinem heutigen Geburtstag,
liebe Urbinia,
mit den herzlichsten Glückwünschen
von Friedhelm
¹ Urbinia oder Echeveria agavoides ist eine
Gattung der mexikanischen Wachsagaven, aber nur in der Botanik. — In der
Literatur ist Urbinia eine faszinierende Autorin bei keinVerlag. (1.
Dezember 2005)
Gurkengesicht-Analyse
Akrostichon-Sonett
(29.11.2005)
Oft zeigen Nicknames ganz verborg’nes Sehnen,
Geheime Wünsche, blanke Illusion.
Und so erreicht manch schlichter User schon
Recht schnell es, dass sich seine Sphären dehnen...
Kaum hat den richt’gen Nick er sich erkoren,
Ein Wort, in dem „sein ganzes Wesen“ ruht,
Nährt das ihm seinen Geist, sein Blut,
Gewissheit, dass er als Genie geboren.
Es ist verhältnismäßig selten nur
So eine ganz bescheid’ne Wahl wie deine.
Ich glaube fast, ich kenne keine
Charmanter untertrieb’ne Demut pur.
Hoch drum dein Lob an deinem Ehrentage;
Trägt das doch nur, wer stark – von deinem Schlage.
In Hochachtung
wünscht dir,
lieber/liebes Gurkengesicht,
alles erdenklich Gute
für das neue Lebensjahr
dein alter Leser
Friedhelm Schmitz
Ponchinello
Akrostichon-Sonett
Frauen gibt es wahrlich viele
Überall und jederzeit.
Richtig wilde und ganz kühle,
Prüde vor Verlegenheit.
Oder auch emanzipierte,
Nicht in Wortes gutem Sinn.
Charmefrei fast sterilisierte,
Hochbegabt – doch ein Gewinn?
Immer zieh’ ich vor die andern,
Netten, so wie du es bist.
Echt, wie sie durchs Leben wandern,
Leicht, doch ohne Hinterlist.
Lebensglück in reichem Maße,
O, das teere dir die Straße!
Zu deinem heutigen Geburtstag,
liebe Susanne,
als kleine Aufmerksamkeit
mit den besten Wünschen
von Friedhelm
Bruchlandung
An solches Pech mag
gar nicht denken
Noch’s schätzen,
wer am Steuer sitzt.
Bei allen, die ein
Flugzeug lenken,
Reicht schon die
Ahnung, dass verschwitzt
Und krampfhaft sie
den Knüppel halten.
Chaotisch der
Gedanke schon!
Hier bei kV jedoch,
da walten
Längst andre Sitten
bei dem Ton.
An den, der dieses
Pech erkoren,
Nun ja, warum, weiß
er allein,
Da hat sich manches
Herz verloren
Und ihm geweiht
manch Stündelein.
Nur gute Wünsche
wir ihm geben:
Gesundheit, Glück
und langes Leben!
Zu deinem heutigen
„halben Jahrhundert“,
lieber
Wolfgang,
wünsche ich dir
von Herzen
(und ich glaube,
das darf ich auch
im Namen deiner
vielen Leser und Bewunderer)
alles, alles
Gute.
Jüchen, am 28.11.2005
Friedhelm
(Zackenbarsch)
Elijah
(20.11.2005)
Tief in
den Büchern mit alten Berichten
Hört man
von ihm, der gekämpft gegen Baal.
Er war’s
auch, dem am Bach Kerit ein Mahl
Oft haben
Raben gebracht, dass vernichten
Tatkräftig konnt’ er die falschen Propheten.
Heldenhaft stritt er stets, ohne zu zagen.
Er war’s,
der auffuhr in feurigem Wagen
Recht,
als die Sturmwinde Jahwes noch wehten.
Eine
trägt nunmehr als Nick seinen Namen,
Lässt
ihre Leser fast immer so stumm,
Immer so
sprachlos, wie er seine Hörer.
Ja, sie
ist weiblich, gehört zu den Damen.
Aber ihr
Sprachgenie haut einfach um.
Heut’,
zum Geburtstag, schrieb dies ein Verehrer.
Liebe Elijah,
zu deinem heutigen Geburtstag
als kleine Aufmerksamkeit
mit den herzlichsten
Glück- und Segenswünschen
von Friedhelm
Die Anordnung der
Sonettzeilen folgt dem Akrostichon.
Deshalb ist es
nicht auf Anhieb als Sonett erkennbar.
An Anne S. (Nr. 2)
(16.11.2005)
Ach, wer
hat so oft nun schon
Eine
Freude mir bereitet?
Niemand
sonst fast, dessen Ton
Ninas Opa
treu begleitet.
Charme
und Liebreiz hat sie oft
Haufenweis’ an mich verschwendet,
Echte
Trauer unverhofft
Noch in
Freude rasch gewendet.
Dafür
dank’ ich dir von Herzen,
Unsre
gute, liebe Anne.
So wie du
– selbst voller Schmerzen –
Einfach
Einem
alten Manne
Licht und
Glück schaffst zu bereiten...
Engel
mögen dich dafür begleiten!
Liebes
Ännchen,
jetzt ist auch
das „richtige“
Gedicht fertig.
Meine
Geburtstagswünsche
hab’ ich dir ja
schon mitgeteilt.
Herzlichst
Friedhelm
Fehler
(14.11.2005)
Es gibt einfach nichts ohne
Fehler,
wohin man auf Erden auch
schaut.
Doch wer all zu gern
Fehlerzähler,
für den ist der Ruf meist
versaut.
Und nennt man den Mann¹
„Kritikaster“,
dann ist er ganz gut noch
bedient.
Die Menschheit, die sieht es als
Laster,
das klar die Bezeichnung
verdient.
Ganz anders dagegen ist aber
beim Tennis die Sache zu seh’n.
Da gibt es kein langes
Gelaber,
ob hässlich etwas oder
schön.
Der Mensch auf dem Stuhl zählt,
wie viel:
Die kleinere Zahl bringt ans
Ziel.
Epilog:
Und wenn sich der Mensch mal
verzählt? –
Ganz oben die Zeile gewählt!
¹ gilt sinngemäß natürlich auch für „Frau."
Für
Ellebil
(13.11.2005)
Akrostichon-Sonett
Auf zarten Flügeln schnellt ihr
Flug
Durch Schilf und Rohr, zumeist
beim Wasser.
Oft wie Juwelen, Augentrug,
Dort blitzt es
Oder funkelt blasser.
Nur selten ist sie nah genug,
Auch dir sich ganz zu
offenbaren.
Traust
Aber du dem flücht’gen Spuk,
Manchmal kannst du sie dann
gewahren.
Libelle mit dem Januskopf,
Ist das dein Nick doch,
Ellebil.
Beinahe hätt’ ich alter Tropf
Ein kleines
Lied, bescheiden still,
Libellenwesen angemessen,
Echt Zackenbarsch, doch fast
vergessen!
Als kleine Aufmerksamkeit
Zu deinem Geburtstag.
Liebe Ellebil,
mit den besten Glückwünschen
von Friedhelm Schmitz
(Zackenbarsch)
Die Darbietung
des Sonetts ist durch das Akrostichon bestimmt. Deshalb ist es nicht auf den
ersten Blick als Sonett zu erkennen.
„Odonata“ (lat.)
ist der wissenschaftliche Name der Libelle. (Eigentlich hätte ich hier auch
„Atanodo“ nehmen können. ;-)
Nachtrag (zu „Für Ellebil“)
Charmant und
Herzlich war die
Antwort hold.
Real erreicht das
Lob, das ich gewollt.
O, dafür sei dir
Tausend Dank.
Trag deinen Nick in
Ehren, lebenslang!
De Mercurio sive ad auctorem
novum¹ (11.11.2005)
Der eine, der kennt ihn als
Stern²,
Ein Wesen am Himmel, ganz
fern.
Manch anderer zählt ihn zur
Presse³.
Auch gibt es so manche
Prozesse
Und Sichtweisen, die
variieren,
Tatsächlich ihn glatt integrieren
–
O tempora mutantur4 –
Real als ’nen Gott5 auch nur!
Mit seinem Debüt bei kV
Ergibt sich noch nicht so
genau:
Rückt bald er hinauf zu den
Göttern?
Kaum wohl – wie ich hoff’ – zu
den Spöttern.
Und deswegen wünsch’ ich ihm
hier
Recht herzlich noch ganz viel
Pläsier.
Mit ganz herzlichen
Glückwünschen zum heutigen Geburtstag
als kleine Aufmerksamkeit
von Friedhelm Schmitz
(zackenbarsch)
¹ deutsch: „Über
Merkur oder für einen neuen Autor“
² Merkur:
sonnennächster Planet, kleinster der erdähnlichen Planeten, ohne Mond (!), mit
sehr exzentrischer Bahn
³ Der „Teutsche
Merkur“ von C. M. Wieland und der „Rheinische Merkur“ von J. J. Görres
4 vollständig:
„Témpora mútantúr, et nós mutámur in illis.“ (So bei Andreas Gartner:
„Proverbialia dicteria“). Deutsch: „Die Zeiten ändern sich und wir uns in
ihnen.“
5 im römischen Mythos: „Mercurius“ als Gott des Handels und Gewerbes, später mit dem griechischen Götterboten „Hermes“ gleichgesetzt
Dem
neuen Merlin zum Geburtstag
Dämonischer Herkunft bei Artus am
Hofe,
Ein Zauberer und ein Prophet noch
dazu,
Mit Geoffrey’s of Monmouth
Geschichte und Strophe
Nahmst du deinen Anfang und
gingst du zur Ruh’.
Es rankt sich um dich – und ich
meine den alten –
Unheimlicher Sagen gewaltiger
Kranz.
Es zieht sich ein Schweif von
makabern Gestalten
Noch hinter dir her wie ein
mystischer Schwanz.
Mein Spruch gilt jedoch dem
andern, dem neuen.
Er hält seinen Namen – wie jener
– bedeckt.
Recht herzlich wünsch ihm ich, er
mög’ nicht bereuen,
Längst froh sein, dass er seine
Nase gesteckt
In unseren Kreis, die wir hier
bei kV.
Noch viel gute Zeit ihm, die
recht ihn erbau’!
Mit den
allerbesten Glückwünschen zum Geburtstag,
lieber
Merlin,
von
Friedhelm
(Jüchen, am 8. November 2005)
Akrostichon-Sonett für AndreasG
Am PC da kann man viel
erleben,
Nicht nur schön ist, was man da
erlebt.
Dumpfe Töne sind da oft
verwebt,
Richtig störend in den
Geistgeweben.
Einige der vielen, vielen
Nutzer,
Alte weniger, recht junge
meist,
Sind zuweilen unbefangen
dreist,
Gar auch tätig schon als
„Net-Beschmutzer.“
Aber der, den’s heut’ zu feiern
gilt,
Hat in allen seinen vielen
Worten
Musterhaft noch stets den Stil
gewahrt.
Also lasst uns heben auf den
Schild
Niemand anders heute
allerorten,
Nur Andreas wünschen: „Allzeit
frohe Fahrt!“
Als kleine Aufmerksamkeit
zu deinem heutigen
Geburtstag,
lieber Andreas,
mit den allerbesten
Glückwünschen
von Friedhelm
Da die Anordnung
des Sonetts durch das Akrostichon bestimmt ist, ist die Sonettform nicht sofort
erkennbar. Aber das Gedicht ist trotzdem eins.
Die Schlusszeile
enthält absichtlich einen überzähligen Versfuß (Achtergewicht!). (05.11.2005)
Gequälte Sehnsucht
(28.10.2005)
(Parodie auf ein Gedicht von Ulla Hahn)
Da hat sich
Ulla das Gehirn durchwühlt,
um ihren
Beitrag forsch hinzu zu tun.
Das
Weltereignis ließ auch sie nicht ruhn.
Am meisten
gilt doch, meint sie, was man fühlt.
Zwar nannt’
sie ihre Zeilen nicht Sonett,
wenngleich
sie offensichtlich danach strebte.
Doch was
als Spielerin sie nicht erlebte,
geriet
allmählich in das falsche Bett.
Wie unsrer
Mannschaft fehlt im Spiel die Ord-
nung,
mangelt es bei ihr an Reimesbindung.
Und auch
das Metrum löst sich langsam auf.
„Geballte
Sehnsucht“ ist zwar schön als Wort,
doch
zweifelhaft fürs Leder die Erfindung.
Auf mehr
als „Kahn“ steht Oliver nicht drauf!
Ulla Hahns
Gedicht „Geballte Sehnsucht“ ist zu lesen und zu hören unter www.zeit.de/fussballpoesie.
Erstveröffentlichung in DIE ZEIT, Nr. 44/2005, Seite 78
Der
Einfachheit halber gleich hier:
Geballte Sehnsucht
Es sehnt
sich ewig jeder Ball ins Weite
und möchte
vorwärts immer vorwärts streben
von Fuß zu
Fuß und nicht am Rasen kleben
nicht an
die Hand und nicht hinaus zur Seite
sich
schlagen lassen; vielmehr schnell und leicht
vom
Mittelfeld mit spanngenauen Flanken
mit
Fallrückziehern und gefälschten Pässen zur
Steilvorlage in den Strafraum ranken. Dort reicht
dem Balle
sich entgegen nun der Fuß
der ihn
verwandelt in die reinste Lust. Der Ball
erbebt,
stößt vor, zerreißt die Luft. Ein Schuß! [sic]
so von
Linksaußen auf den rechten Fleck.
Es sehnt
sich ewig jeder Ball ins Tor
und auch
der Kahnste muss mitunter passen.
Zum
Geburtstag: ein x-faches Miau!
Beinah wär er rund geworden,
Richtig nah bist du schon
dran.
Aber noch ein Jahr. Erst dann
Trägst du eine Drei als
„Orden.“
Mit den Jahren wächst die
Reife,
Immer langsam, aber stet.
Es ist wahr, dass so vergeht
Zeit, selbst wenn sie dreht ’ne
Schleife.
Selten ist ein Mensch wie du,
Ohne Arg, mir noch begegnet.
Neben dir, die so gesegnet,
Echt, mit Geist, der kühn packt
zu,
Tausend andere verblassen.
Tu dich heut’ mal loben
lassen!
Als kleines Geschenk zu deinem Geburtstag,
liebe Miez,
mit meinen allerherzlichsten Glückwünschen!
Friedhelm (27.10.2005)
Der folgende Link öffnet ein plattdeutsches Geburtstagssonett für Paul Dassen
In hochdeutscher Übertragung lautet es, wie folgt:
Geburtstagssonett auf die Fünfundsechzig
Unter uns, wer alt
und grau,
Pensioniert und
nicht gesund,
Oft ist der nicht
mehr ganz schlau,
Nur ganz selten
treibt der’s bunt.
Pferde kommen dann
zum Schinder,
Alte Säcke heut’
noch nicht.
Und dem, der gelebt
für Kinder,
Lässt man noch sein
Lebenslicht.
Der, dem heute gilt
die Ehre,
Alt und grau ist
der wohl auch.
Sprachzentriert war
seine Lehre,
Schall nicht nur,
schon gar nicht Rauch.
Er, mein Freund,
ist mir gewogen;
Niemals hat er mich
betrogen!
Mein lieber
Paul,
ich wünsche dir
noch viele schöne Jahre
eines glücklichen
und zufriedenen Lebens.
Jüchen, im Oktober
2005
Geburtstagssonett für
Loki
(19.10.2005)
Ach, sie ist erwachsen jetzt,
Charme und Liebreiz werden reifer.
Hat noch niemand je verletzt (?),
Tat zwar viel mit großem Eifer,
Zog den Schlussstrich heute gar
Einer Zeit, bekannt als Jugend,
Hat’s erkannt noch kaum als wahr.
Na, das ist schon fast ’ne Tugend...
Bleib dir selber immer treu
In den Zeiten, die nun kommen!
Sonnenschein sei immer neu;
Täglich strahl er, dir zum Frommen!
Dir steh’ echtes Glück bereit
Unbegrenzt für alle Zeit.
Geburtstagssonett für
Souldeep (04.10.2005)
Selten
trifft auf Menschen man im Leben,
Ohne dass daran doch etwas stört.
Und es
ist schon beinah’ unerhört,
Lässt ein
andrer Mensch ganz einfach schweben
Deine
Seele wie in andren Welten.
Es
wird leider nicht gescheh’n so
oft.
Es kommt
vor zwar, meistens unverhofft,
Plötzlich
manchmal, aber selten.
KeinVerlag
Ist mir
wohl deinetwegen
Richtig
lieb und teuer nur geworden,
Seit die
sanfte Stimme dein nach Norden
Täglich
trägt ein Stückchen milden Segen.
Ein ganz
kleiner Dank sei dies Gedicht.
Noch viel
Jahre dir voll Zuversicht!
Mit den besten Glück- und Segenswünschen für
dich, liebe Kirsten,
von Friedhelm am Niederrhein
Geburtstagssonett für
Kalaila
(01.10.2005)
Fremd sind dir die falschen Töne,
Unart, die gefällt dir nicht,
Eigentlich nur alles Schöne.
Richtig! Und so manch Gedicht.
Darum schenk ich diese Zeilen
In Verehrung – tief – dir heut’.
Charme – wie deiner – kann auch heilen,
Hast mich damit oft erfreut.
Kann ich
Auch den Gegensatz¹,
Leider, hier nicht recht gestalten.
Ach – bei solchem lieben Schatz –
Ich lass einfach Willkür walten.
Liebe Myri*, alles Glück
Auf der Erd’ sei dein Geschick!
¹ worin Sextett
und Oktett beim klassischen Sonett (normalerweise) stehen
Sonett zum Umzug an den
Studienort
Kein Mensch ist sofort sich im Klaren:
Reicht das, was ich mache, auch aus,
In allem die Chancen zu wahren,
Sobald ich verlass’ mein Zuhaus?
Tatsächlich droh’n manche Gefahren,
Ist erst man gezogen hinaus,
Nicht immer ganz leicht zu gewahren,
Präsent stets im Weltengebraus’.
Ich wünsche dir¹ deshalb von Herzen
Ein glückliches Handeln zum Start.
Trag’ leicht an der Heimsehnsucht Schmerzen,
Zünd’ an aller Pluspunkte Kerzen,
So sind alle
Chancen gewahrt.
Heiß hier dich willkommen, ganz zart.
¹ Ich bitte das
„Duzen“ zu entschuldigen; nehme es einfach im Rahmen der „dichterischen Freiheit
in Anspruch. Im übrigen habe ich es mir (als alter Mann) im Internet angewöhnt.
;-)
Wem das Sonett
gilt, das ergibt sich, wenn man die Anfangsbuchstaben der Zeilen von oben nach
unten liest. So was nennt man ein „Akrostichon.“
Jüchen, am 30.
September 2005
Friedhelm
Schmitz
Geburtstagssonett für A. M.
S.
(28.09.2005)
Autoren
nennt man heutzutage
Längst
nicht nur solche, die’s auch sind.
Manch
einem wirklich, ohne Frage,
Auch
reicht’s schon, dass er einfach spinnt.
Man mag
Als
Fortschritt das betrachten,
„Real-Emanzipation.“
Im Blick
auf das, was manche „dachten,“
Erweist
es manchmal sich als Hohn.
So ganz,
ganz anders ist hingegen,
Charmant
und geistreich, was du schreibst.
Höchst
formvollendet,
Nichts
als Segen,
Ein
Geistesschauer
In den
Frust.
Drum ist
zu wünschen, dass du bleibst:
Ein
Labsal,
Reinste
Leselust.
Weil die Anordnung der Zeilen und
Zeilenbruchstücke nach dem Akrostichon erfolgt ist, mag das Gedicht auf den
ersten Blick nicht als Sonett erscheinen. Es ist trotzdem eins.
Geburtstagssonett für
Lebenslust (18.09.2005)
Fünfzig
und noch ein paar mehr...
Um die
wahre Zahl von Jahren,
Echt, da
sorgt sich mancher sehr:
Reines
Unvernunftgebaren!
Lebenslust schaut nicht zurück.
Es ist
wichtiger, den Träumen –
Besser
noch: dem Tagesglück –
Einen
Platz stets einzuräumen.
Niemals
lass die Hoffnung fahren,
Such, was
gut dir tut, heraus!
Lass dir
auch mit grauen Haaren
Und im
Alltag keine Laus
Stepptanz
auf der Leber üben!
Trau
stattdessen Dichtungsschüben!
Geburtstagssonett für
Fidibus
(17.09.2005)
Alt ist
man erst, wenn man hundert,
Nicht
schon, wenn man noch so jung.
Hab’ dein
Kritzelbild bewundert:
Ach, was
hast du noch viel Schwung!
Realistisch ist zwar klarer,
Aber
warum nicht abstrakt?
Lässt
sich so doch manches wahrer
Demonstrieren als im Akt.
Prächt’ge
Blumen brächt’ ich gerne
In der
Gratulantenschar.
Es ist
leider mir zu ferne...
Geb’ drum
nur dies Reimespaar:
Es werd’ schön,
dein neues Jahr,
Richtig glücklich,
Kummer rar!
Geburtstagssonett für
Schädel (13.09.2005)
Szenen
von makabrem Grauen,
Chaos
lässt die Welt uns schauen.
Haufenweise Unheil, Tod,
All das
ist im Angebot.
Endlos
scheint das Massensterben,
Dauerhaft
nur das Verderben.
Ewig
rätselhaft der Sinn;
Liegt ein
solcher denn darin?
Sinn
jedoch hat er gefunden,
Phantasievoll, streng gebunden.
Immer
wieder führt sein Werk
Einen
Schritt hinauf den Berg.
Lässt die
Leser nicht im Tal;
Endlich
sehn auch sie einmal.
Mit den besten Glückwünschen zum
Geburtstag
Geburtstagssonett für Jürgen
Sanders (13.09.2005)
Jahre
kommen, Jahre gehen,
Unser
Leben fährt dahin.
Es als
endlos anzusehen
Raubt ihm
viel von seinem Sinn.
Gehen
stetig unsre Tage
Einfach
weiter ohne Zweck,
Neigt
sich unsre Lebenswaage
Ständig
weiter in den Dreck.
Aber, wer
– wie du – das Leben
Nahtlos
schön in Formen gießt,
Dessen
Lebenssinn, der sprießt.
Er
gleicht fruchtbedeckten Reben.
Reiche
Ernte werde dir,
Sagenhaft
dein Dasein hier!
Sonett
auf die „Hundertjährigen“
Manchmal kommt im Lebenslauf
Auch ein Punkt zum Innehalten;
Nur beim Denken stößt man drauf,
Findet Zeit, mal abzuschalten.
Ratsam zwar bei jedem Kauf,
Eigentlich auch beim Verwalten,
Dennoch fällt er meist erst auf
UND wird sich nur dann entfalten
Und bemerkt bei Lebensjahren.
Längst habt ihr das schon erfahren.
Rein die Fünfzig schon verwundert,
Ist sie doppelt, wird sie Hundert.
Komme noch so manch Jahrzehnt
Eurem Leben, wie ersehnt!
Mit den besten
Glück- und Segenswünschen
zu eurem doppelten
Geburtstag
Jüchen, am 10.
September 2005
Dummheit scheint ja heutzutage
Und auch Oberflächlichkeit
Lange leider schon recht weit
Im Gewicht der Wertewaage
Einen Vorsprung zu genießen.
Bleibt zu hoffen, dass der Geist
Endlich nicht Verlierer heißt.
Richtig kräftig mög’ er fließen!
Vorne an in diesem Streit,
Ohne Vorbehalt zu nennen,
Lieber Leipo, ja, bist du.
Kaum ein andrer ging so weit,
Ehrlich für den Geist zu brennen.
Reger Geist braucht selten Ruh’.
Die Antwort auf die Titelfrage gibt das
Akrostichon, das den Adressaten (leipo =
Volker Schunck)) anredet. Ihm ist das Sonett zu seinem heutigen „runden“
Geburtstag gewidmet.
(6. September 2005)
Die Negativcharakterisierung im Oktett
bezieht sich auf die allgemeine Öffentlichkeit. Die Autoren bei keinVerlag seien
ausdrücklich davon ausgenommen!
Sonett zu Steinchenwerfers
Geburtstag
Auch wer nicht im Glashaus sitzt,
Noch vor großen Fensterscheiben,
Hat schon manches Mal verschmitzt,
Ohne es zu bunt zu treiben,
Lediglich, weil er gewitzt
Gerne „warf“ durch bloßes Schreiben,
Einen Menschen bös’ bespritzt,
Roh behandelt durch sein Treiben.
Hier jedoch ist unser „Held“,
Öffentlich sei das verkündet,
Gegenteilig eingestellt:
Nichts im Negativen mündet!
Es ist nur sein Witz, der zündet.
Richtig gut tut
er der Welt! (4. September
2005)
Sonett (II) für Nunny
(23.08.2005)
Gute
Texte zu verfassen
Ist
wahrhaftig gar nicht leicht.
Sind die
„Werke“ meistens seicht,
Eigentlich tät’s dann schon passen,
Lieber
doch es ganz zu lassen.
All zu
viel gibt’s, das zu leicht,
Stümperhaftes wirklich reicht,
Chaos
wuchert schon in Massen.
Heut’
jedoch, da geht’s um eine
Anmutsvolle Schreiberin,
Eine, die
mit Wort und Sinn
Fügt gar
manches Zarte, Feine.
Es sei
lang’ ihr noch beschieden,
Reich zu
blüh’n für uns hienieden!
Als kleines Geschenk zum 70. Geburtstag.
Symphoniesonett
(17.08.2005)
Es rundet sich in diesem Jahre
Dein Ehrentag zum sechsten Mal.
Es sind zwar grau so drei, vier Haare,
Längst greift die Hand auch schon zum Schal
Gewohnheitsmäßig, wenn die Winde kälter.
Ach, Schutz ist wichtig ab und an,
Recht häufig, wenn wir etwas älter.
Doch das ist nichts, was schrecken kann.
Steht doch dafür in Blüte prächtig,
Total entfaltet, jetzt dein Geist.
EIn Glück, dass der so stark und mächtig
Noch lange Zeit uns Trost verheißt.
Er mög’, mit deiner Seel’ im Paare,
Recht lang’ noch schenken frohe Jahre!
Sonett für
Susa (16.08.2005)
Fünfzig Jahre sind vergangen
Und so mancher Lebensschritt.
Es half nicht nur einer mit,
Rundenziele zu erlangen.
Schaut dein Auge nun nach hinten
Und verschwimmt ihm fast der Blick,
Sieht’s das eigene Geschick,
Angemalt mit bunten Tinten.
Aber heut’ ist’s an der Zeit,
Nur nach vorn den Blick zu richten,
Diesen Blick sanft zu verdichten,
Reicht die Zeit doch wohl noch weit.
Es sei dir voll Glück gegeben
Auch das zweite halbe Leben!
Antwortsonett an Robert Gernhardt
Ein großer Dichter, den ich ehrlich schätze,
hat ein Gedicht, ganz gegen das Sonett, verfasst,
sagt, dass ein jeder ihn zutiefst verletze,
der mit Sonett die eigne Zeit verpasst.
Ja, solche Dichter nennt er „Wichser, Kacker“,
weil sie es heut’ noch wagen, „dumpfen Scheiß zu
bau’n.“
Auch „Arschloch“ ist ihm recht für solche „Macker“,
weil sie ihm damit „echt den ganzen Tag versau’n“.
Doch seine „Wut“ gießt er in ein Sonett,
obwohl er die doch ganz „beschissen“ find’t.
Und das find’ ich hinwiederum ganz nett,
weil ernst gemeint die Worte ihm kaum sind.
Denn fänd’ er diese Form „in echt“ „beschissen“,
würd’ ich – als Leser – einen Spaß vermissen.
Das Sonett bezieht sich auf Robert Gernhardts
„Materialien zu einer Kritik der bekanntesten
Gedichtform italienischen Ursprungs“
Sonette find ich sowas von beschissen,
so eng, rigide, irgendwie nicht gut;
es macht mich ehrlich richtig krank zu wissen,
dass wer Sonette schreibt. Dass wer noch Mut
hat, heute noch so’n dumpfen Scheiß zu bauen;
allein der Fakt, dass so ein Typ das tut,
kann mir in echt den ganzen Tag versauen.
Ich hab da eine Sperre. Und die Wut
Darüber, dass so’n abgefuckter Kacker
Mich mittels seiner Wichserein blockiert,
schafft in mir Aggressionen auf den Macker.
Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
Ich tick es echt nicht. Und will’s echt nicht wissen:
Ich find Sonette unheimlich beschissen.
Akrostisch-trochäisches Sonett
zum 50. Geburtstag eines
schier antikischen Helden
Heldengesänge sind out,
Ehre
für Morden und Drohen.
Ist manches Lied auch heut laut,
Niemand besingt noch Heroen.
Zum Atavismus zurück
Jäh sich auf einmal verkehrte
Ört- sowie zeitlich der Blick,
Rasetest du mit dem Schwerte.
Gern
doch erfüll ich die Pflicht,
Bei, von und mit dir zu singen:
Übt all ihr andern denn nicht?
Laßt
ihr den Lauf nicht den Dingen?
Tut endlich auch, was er tat!
Er trägt sein Glück mit Format.
Herbstgedanken
(Sonetto
larvato con acròstico)
Der Herbst hält
Einzug;
Manch verwelktes Blatt
Liegt schon
Im letzten Grase, ganz
durchnässt.
Ein später Falter,
Bunt noch, taumelt matt,
Ertrinkt im
Nebel, der dich frösteln
lässt.
Papier fegt jäh den Weg zur Grube
hin,
An einer Pfütze ist sein Flug
vorbei.
Unendlich langsam, müde kriecht
dein Sinn;
Längst scheint vergessen, wie es
war im Mai.
Zwar kann der Herbst
Uns solche Stimmung bringen.
Mitunter reißt jedoch
Ganz unversehen
Ein Gott die Wolken-
Berge auf,
Und Licht
Regt deine
Tiefsten Saiten an zum
Klingen.
Sanft spürst du tumber
Tor des Geistes Wehen...
Am Ende deines
Glücks bist du noch nicht.
(für einen Freund zum 50. Geburtstag im Herbst)
Sonett an den Namensgeber
Spät kommt mancher Wunsch im Leben,
Ohne dass es Absicht war;
Manches übersieht man eben,
Einiges vergisst man gar.
Lehrer führen viele Listen,
Aber in der Urlaubszeit
Treibt es sie an ferne Küsten:
Eingetragnes ist dann weit.
Weil auch uns es so ergangen,
Ist es uns besonders lieb,
Sie zum Glückwunsch zu empfangen
Hier, wo man ans Haus Sie schrieb.
Echtes Glück, gesunden Geist, Humor
Schenk der Himmel Ihnen wie zuvor!
Zur
verspäteten Gratulation an Dr. Franz Meyers, den früheren Ministerpräsidenten
von NRW und Namensgeber meiner letzten Schule, anlässlich seines achtzigsten
Geburtstags.
Sonett auf die 85
Unendlich scheint der Jugend
Noch das Leben,
Schier grenzenlos in seiner Offenheit.
Erst der Jahrzehnte stetig,
Rastlos Weben
Entkleidet es des Hauchs der Ewigkeit.
Mit jedem Menschen, den der Tod uns
Nimmt,
An Deutlichkeit nimmt die Gewissheit zu:
Mein Lebenslicht wohl auch nicht
Endlos glimmt,
Nur offen ist noch, wann es geht zur Ruh.
Solang jedoch dein Herze schlagen will,
Geh deinen Weg getrost und mutig weiter;
Ein mildes Himmelslicht bestrahl ihn still,
Bereit dir viele Jahre, froh und heiter!
Es lebt dein Name zwar in unsrer schule fort,
Real jedoch bist du uns lieber hier am Ort. (September 1993)
Sonett zum Geburtstag
FÜNFundzwanzig warst du
mal,
ZIGmal mehr kann niemand werden.
JAHreszahl um Jahreszahl
REiht sich dennoch an auf Erden.
Wenn Erinnrungsblicke sehn
In die Zeiten, die vergangen,
Rascher scheint die Uhr zu gehn,
Da der Endspurt angefangen.
Mag das manchmal auch so sein,
Ohne, dass man’s kann begreifen:
Nie lass du dich von der Pein
Innerlicher Zeitnot streifen!
Keine Stunde fress dich auf,
Alles Gute deinem Lauf! (Für eine Nachbarin am 9. November 1992)
Schadenfreude
Das hat schon Wilhelm Busch gesagt,
bei dem ich etwas schnorrte.
Wer schadenfroh ist, ja, der lacht,
und das sind seine Worte:
„Der klugen Leute Ungeschick
stimmt uns besonders heiter;
man fühlt doch für den Augenblick
sich auch einmal gescheiter.“
Nun haben Psychologen gar
den wahren Grund gefunden:
Die Freude gilt als boshaft zwar,
doch jetzt heißt’s unumwunden:
Gerechtigkeitsgefühl ist das,
worauf sie gründet, niemals
Hass. (22.06.2005)
Näheres dazu bei Rolf Degen: „Das Glück am fremden Missgeschick“ (in „Bild der Wissenschaft“) und Brigitte Boothe / Wolfgang Marx: „Panne – Irrtum – Missgeschick. Die Psychopathologie des Alltagslebens.“ Verlag Hans Huber.
In memoriam Hans Hilberath
(Larviertes Sonett mit Akrostichon)
Die Noten sind ja wohl ganz
Allgemein
Nicht etwas, das die
Kinder gleich verstehn.
Auch in der Schule wird es meist so gehn,
Nur selten sehen sie den Sinn recht ein.
Heut ist die Lage sicherlich noch schlimmer;
Allein schon durch die mediale Flut
Nimmt Schaden unser Nachwuchs gut:
Sie haben einfach keinen blassen Schimmer!
Heut heißt’s
In Liebe eines
Lehrers zu gedenken,
Bei dem ich nicht nur Noten gründlich hab gelernt;
Er schaffte es, mir ganz, ganz tief ins Herz zu senken
Real die Liebe zur Musik, die – leicht entfernt –
Auch die zur Sprache
Tief in meinem Herzen weckte.
Hier steht, was heut erst ich so klar entdeckte.
Friedhelm Schmitz
Anmerkung: Der Verstorbene (28.6.1907-23.6.2005) war mein erster Musiklehrer am Städtischen neusprachlichen Gymnasium (in Sexta/Quinta) in Rheydt (1948-50). Ihm verdanke ich im Grunde mein ganzes musikalisches und sprachliches Empfinden, neben dem Großteil meiner Kenntnisse auf diesen Gebieten, denn er hat schließlich den Samen gelegt zu allem, was später noch kam.
Sonett für Nunny
Gelingen will nicht alles gleich
In Phantasie so wie im Leben.
So bleibt es oft beim bloßen Streben.
Erfolgreich ist nicht jeder Streich,
Lässt manches sich doch kaum verschweißen.
Auch kann Objektes Tücke oft
So manch Projekt ganz unverhofft
Chaotisch aus der Bahn noch reißen.
Heut aber hast du es geschafft,
Am Ziel zu stehn aus eigner Kraft.
Es sei dein Wirken bei kV
Für alle Zukunft nie mehr grau.
Es mach dich glücklich und zufrieden.
Recht viel Erfolg sei dir beschieden! 26.06.2005
Sonett zum Geburtstag einer koreanischen Altenpflegerin
Tausendfach
Hat wohl in vierzig Jahren
Eine Frau wie du mit
Recht geträumt.
Eine Spur von
Silber in den Haaren,
Auch ein Schmerz, was alles du versäumt...
Selten spielt das Leben wie die Träume,
Ohne Leid ist
Nichts auf dieser Welt.
Alte grüne, sturmerprobte Bäume
Lehren uns, wie man sich aufrecht hält.
Leichte Halme selbst so rasch nicht knicken,
Es mag blasen,
Stürmen noch so sehr.
Gottes Güte wird die Kraft dir schicken
Und dich sicher leiten wie bisher.
Träum den schönsten Traum in deinem Leben,
Er, der Herr, mög’ dir Erfüllung geben!
Auf Owalds Geburtstag
(Sonett mit Akrostichon)
Jedes Jahr kommt dieser Tag,
Ob der Sommer wärmer, kälter.
Heut auch hier bei keinVerlag:
Alle wissen, du wirst älter.
Nichts verhindert dieses Los,
Niemand kann ihm je entgehen.
Eigentlich wär’s doch famos,
So man daran könnte drehen.
Mit der Zeit jedoch wird klar:
Ohne dass wir älter werden,
Würde manches gar nicht wahr.
Alles Glück und Leid auf Erden
Lässt der Tag im Angebot...,
Denn er fehlt erst, wenn wir tot.
Mit den
herzlichsten Glückwünschen von
Friedhelm Schmitz (5. Juli 2005)
Lieblingssportreporterin
Sonett mit Akrostichon
Manche Frauen, die das machen,
O, die find’ ich gar nicht gut.
Neben manchen andern Sachen
Ist’s ihr Stil, der schrecken tut.
Kaum mal eine, deren Sprache,
Anblick, Gestik mir gefällt.
Lest das bitte nicht als Rache,
Ist nur einfach festgestellt.
Eine aber, die ist meine
Richt’ge Reportagefee.
Hat sie doch wohl ganz alleine
Alles, was so gern ich seh’
Und genieße: das gewisse
Strahlen, das ich sonst vermisse.
Bei den
augenblicklichen TOUR-DE-FRANCE-Reportagen (ARD) beneide ich immer ihren
Gesprächspartner Marcel Wüst. (17.07.2005)