Limericks
Im Jahre 1845 veröffentlichte der irisch-englische Dichter Edward Lear in seiner Heimatstadt Limerick, Hauptstadt der Grafschaft Munster, ein Book of Nonsense Verse, ein Buch mit Scherzgedichten, in dem er eine fünfzeilige Gedichtform vorstellte, die seitdem nach dem Ort Limerick genannt wird. Lear fand mit dieser Form viele Nachahmer, berühmt ist unter anderen der folgende Limerick von William Cosmo Monkhouse aus dem Jahre 1897:
There was a young lady of Niger,
who smiled as she rode on a tiger.
They returned from the ride
with the lady inside
and the smile on the face of the tiger.
Deutsch (eigene Übertragung, 2001):
Es war mal 'ne Jungfrau am Niger,
die grinste beim Ritt auf 'nem Tiger.
Ja, zurück kam man auch,
doch die Jungfrau im Bauch.
Und grinsen, das tat nun der Tiger.Limerick (Gedicht)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
start content -->Ein Limerick ist ein kurzes, oft scherzhaftes Gedicht in der Form aabba. Die erste Zeile enthält traditionell die handelnde Person und endet oft mit einer Ortsangabe, so dass der Name des Ortes oder des Landstrichs, auf den der Spottvers gemünzt ist, zugleich den Reim für die zweite und fünfte Zeile vorgibt. Dabei ist es durchaus erlaubt, den Reimen etwas Gewalt anzutun, sofern das der Pointe dient.
Ein Limerick erzählt meist eine Handlung, diese wird in der letzten Zeile zu einer komischen Pointe geführt.
Es gibt "saubere" und "schmutzige" (anzügliche, derbe) Limericks. Egal ob schmutzig oder sauber, ein guter Limerick muss intelligent und witzig sein.
Die a-Zeilen eines typischen Limericks sind dreihebig, die b-Zeilen zweihebig. Dabei wechseln zwei unbetonte und eine betonte Silben einander ab. Nur für eine wirklich gute Pointe darf in Ausnahmefällen dieses Versmaß gebrochen werden.
Die ersten Limericks tauchten um 1820 in England auf. Bereits früher gab es die Reimform. Den Namen gab (wahrscheinlich) die irische Stadt Limerick oder er ist abgeleitet von dem irischen Soldatenlied "Will you come up to Limerick" (18. Jh.). In Deutschland kamen die Limericks in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts durch die "Blödelbarden" Schobert und Black erneut in Mode, waren aber schon viel früher bekannt.
Bekannte Autoren von Limericks sind u. a. Edward Lear, Ogden Nash und Isaac Asimov.
Edward Lear verwendete meist eine Form, bei der das Reimwort der ersten oder zweiten Zeile in der letzten Zeile wiederholt wurde, vor allem im "Book of Nonsense" (deutsch: "Edward Lears kompletter Nonsens Limericks, Lieder, Balladen und Geschichten. Ins Deutsche geschmuggelt." von Hans Magnus Enzensberger). Später wurde diese Form nur noch selten genutzt. Viele seiner Limericks sind schön illustriert.
Die Möglichkeit, Limericks zu schreiben, ist in verschiedenen Sprachen auf Grund der unterschiedlichen Sprachstrukturen unterschiedlich gut.
Beispiele
- Ein Limerick aus Ole Haldrups Buch der Limericks (Nereus Verlag, Marburg): (korrekter!)
Jener Pkw-Fahrer aus Nizza, Der im Tank seines Wagens nach Sprit sah, Flog kurz drauf mit 'nem Krach Durchs Garagenvordach Einem staunenden Gast in die Pizza.
- Noch ein Beispiel für die absurde Überhöhung vieler Limericks (von Pito):
Es war eine Dame in Monheim, die schrumpfte im Alter gar so ein, daß, ging sie hinaus, sie ritt eine Maus, dirigierte sie mit einem Flohbein.
- Ein sehr schöner englischer Limerick ist dieser:
A limerick packs laughs anatomical Into space that is quite economical. But the good ones I’ve seen So seldom are clean, And the clean ones so seldom are comical.
- Derselbe Limerick in einer Übertragung ins Deutsche:
So ein Limerick bringt – anatomisch – uns zum lachen, ganz knapp, ökonomisch. Doch die guten – Verszauber – sind zumeist nicht sehr sauber und die sauberen meist nicht sehr komisch.
- Ein schöner Limerick zeigt anschaulich die besondere Skurrilität dieser Gedichtform:
Einem Limerickautor aus Brakel unterläuft eines Tages ein Makel: Jedes Wort eine Zier! Doch der Zeilen nur vier.
- Und auch im Gegenteil läßt der Limerick sich übertreiben:
Es war mal ein Jüngling in Japan, dessen Limericks kamen noch nie an. Fragt man ihn warum, sagt er: 's ist darum, weil ich immer versuche in die letzte Zeile so viele Wörter zu pressen wie ich kann.
- Ein (jetzt) korrekter Limerick, in der klassischen Versform Anapäst:
Ein Hacker hat boshaft gelacht, und Chaos per Virus entfacht. Der Wurm ist gemein. Und hat obendrein, den Rechner zum Absturz gebracht.
- Ein Limerick, der mathematisch und (jetzt auch) metrisch korrekt ist:
See the integral zee square dee zee from the one to the third root of three multiplied by cosine of just three pi by nine equals log of the third root of e.![]()
Ich habe die Gedichtform inzwischen sehr häufig benutzt, und zwar nicht nur im Hochdeutschen, sondern auch in den Regiolekten von Rheydt (südniederfränkisch) und Jüchen (ripuarisch). Zur Wiedergabe der Mundarttexte benutze ich die RHEINISCHE DOKUMENTA, eine Schreibweise, die seit Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts eine lautgerechte Darstellung von Mundarttexten erlaubt und beim Lesen problemlos ist.
Es empfiehlt sich, vor dem Lesen der Mundarttexte einen Blick in die Einführung in die Rheinische Dokumenta zu werfen.
Sie findet sich auf der Seite Heimatgeschichten (dort in De Lüschbangk). Eine pdf-Datei mit Limericks in Rheydter Platt lässt sich hier öffnen: Limericks-RY. Dasselbe gilt für die Jüchener Limericks Limericks-Jü. In einer von meinem Bruder neu entwickelten Frakturschrift lassen sie sich hier öffnen: LimJüFraktur
Hochdeutsche Limericks von mir selber
Zestenreißerbesitzerstolz (23.10.2005)
Edelstahlzestenreißer von WMF (€
9,50)
Er hat für die Zesten¹ ’nen Reißer,
und all seinen Gästen nun preist er,
wie einfach die Zesten
und sicher am besten
sich lassen jetzt testen; das weiß er.
¹ feine Streifen aus der Schale von Zitrusfrüchten, die ihrer Bitterstoffe wegen – vor allem von Hobbyköchen – zu Würzzwecken und zu Dekorationszwecken für Desserts verwendet werden.
Eilmeldung (22.10.2005)
Die Grippe ist heftig im Kummen,
sie hat schon an Fahrt aufgenummen.
Nur ganz auf die Schnelle:
Es gibt neue Fälle,
sogar schon bei Piepern¹ und Lummen²!
Variante (für Sprachpuristen, die sich an den abartigen Verbformen in Zeile 1, 2 stören):
Die Grippe ist heftig im Kommen,
sie hat schon an Fahrt aufgenommen.
Nur ganz auf die Schnelle:
Es gibt neue Fälle,
sogar schon bei Piepern¹ und Dommeln³!
Dabei ist allerdings das letzte Reimwort nicht ganz in Ordnung!
¹ z. B. Spornpieper (Anthus ricardi), Brachpieper (Anthus campestris) und Felsenpieper (Anthus spinoletta littoralis)
² z. B. Große Rohrdommel (Botaurus stellaris), Zwergrohrdommel (Ixobrychus minutus)
³ z. B. Trottellumme (Uria aalge)
Virologische Überlegung (22.10.2005)
Truthahn (Foto: Tierpark
Görlitz)
Einst lebte ein Truthahn am Don,
der hatte manch prächtigen Sohn.
Jetzt ziert sein Gerippe
als Abfall die Kippe.
Hin raffte die Grippe ihn schon.
Einst lebte ein Jüngling am Rhein,
der traf da ein Mägdelein fein.
Sie wurden ein Paar:
Nach knapp einem Jahr,
da waren sie nicht mehr allein.
Der Sohn von dem Jüngling am Rhein
ist heute schon längst nicht mehr klein.
Doch Puter vom Don
— es ist schon ein Hohn —,
die lässt man zu ihm nicht mehr rein.
Denn Panik hat alle ergriffen,
als wären sie ständig beim Kiffen,
die, ach, so werten
Gesundheitsexperten.
Darauf hat seit je er gepfiffen!
Die Puter, im Osten gezogen,
die haben noch nie ihn betrogen.
Im eigenen Saft
geschmort, geben s' Kraft,
auch wenn jetzt ihr Image verbogen.
Wenn erst mal so richtig erhitzt
im Backofen, den er besitzt,
dann mögen die Viren
getrost nach ihm gieren,
ihr Hinscheiden ist schon geritzt!
Klimaveränderung (21.10.2005)
Die Angst, die geht um in Cancun:
Was wird diese „Wilma“ wohl tun?
Und nach Yucatan,
sind wir dann mal dran?
Das Unheil wird sicher nicht ruhn...
Nebenbemerkung zu einem Trend (20.10.2005)

Kultur gipfelt bald wohl im Fußball;
fürwahr der vollendete Stussfall.
Wo Geld ist so wichtig,
scheint Fußball schon richtig.
Doch jetzt sag ich nichts mehr (ich muss mal)...
Mutter Ursula (20.10.2005)
Ursula von der Leyen (Foto: SWR
3)
’ne Ärztin, ach ja, von der Leyen¹,
sieht längst ihre Kinder gedeihen.
Für sieben daheim,
da möcht’ sie nicht bleim;
sie möcht’ allen andern sich weihen.
¹ Frau Dr. Ursula von der Leyen, die schon seit einiger Zeit mit strahlendem Lächeln ihrer Zukunft als Bundesfamilienministerin entgegen sieht.
Elke H. auf der Messe (20.10.2005)
Ich hab’s doch schon immer gedacht,
was Elke in
Frankfurt gesagt:
„Wer liest, der ist besser
als Mensch, weil er Leser.“
Da mehr liest die
Frau: Mann, gut Nacht!
Auch habe sie mehr
Fantasie,
die Frau – da sie
liest – sagte sie.
Warum sie einmal
zu lesen empfahl
einen Film? – Na
klar, Fantasie!
Das Gedicht
bezieht sich auf ein Interview der „Rheinischen Post“ mit Elke Heidenreich auf
der Frankfurter Buchmesse 2005, zu lesen in der Ausgabe vom 20.10.2005, Seite
A7.
Gedanken beim Betrachten
der Sendung hartaberfair
Der Jungliberale Jan Dittrich
—
weil jung, alles andre als zittrig —
vertrat seine These
vom „Löffel.“ So ’n Käse!
Da wurd’ Norbert Blüm schon gewitt’rig.
Der „Ex-RTL“ Helmut Thoma
bestritt, dass er schuld an dem Drama,
obwohl er bestimmt
auf „Jugend“ getrimmt
RTL zur Vermeidung vom Koma.
Was Wahres vertrat Sigi Harreis:
Es sei nicht sehr warm am Polarkreis,
obwohl viele ärmer,
im Süden sei’s wärmer!
Dafür gebührt’ ihr der Starpreis.
Es ist in der Tat keine Mär:
Die Sendung war hart
aber fair.
Hart waren die Worte,
doch fair nach der Sorte.
Im Ganzen gefiel sie mir sehr¹.
¹
„einigermaßen“ hätte nach Reim und Metrum
leider nicht gepasst.
Das Betrachtungsobjekt war die Sendung hartaberfair vom 19.10.2005, 20:15 – 21:45 Uhr (WDR),
Moderation: Frank Plasberg
Teilnehmer: Jan Dittrich (Jungliberale), Sigi Harreis (Ex-Moderatorin), Norbert Blüm (Ex-Bundesminister), Helmut Thoma (Ex-RTL-Chef), Jürgen Fliege (Moderator, ev. Pfarrer), Monika Funsch (Karriereberatung „top forty“), Bernd M. Michael (ehemaliger Chef der Media Agentur „Grey Global Group“, Erfinder der Zielgruppe „50plus“)
RP¹ titelt, Rüttgers sei sauer
auf Merkel, im Text wird’s genauer:
Zu wenige Posten!
Die Frau aus dem Osten,
die halte wohl andre für schlauer...
Zwar hatte er Stimmen verloren
im Lande, kaum dass er erkoren
zum Landes-Chef hier.
So manch „hohes Tier“
ist längst nicht für „Höh’res“ geboren.
Das sehe nur endlich er ein:
Die Pöstchen auch hier sind nicht klein.
Und wenn’s nicht genug,
*grins*, weg ist der Zug,
meint dazu das „Wahlvieh“ am Rhein.
_____________________________________________________
¹ Überschrift auf
der Titelseite der „Rheinischen Post“ von heute (19.10.2005):
„Rüttgers ist
sauer auf Merkel"
Virenjubel (18.10.2005)
Ein Virus ist eigentlich klein;
doch, was es so treibt, ist nicht fein.
Auch H5N1
zum Beispiel ist eins,
das gar nicht zum Jubeln lädt ein.
Trotzdem jubelt jetzt ein Konzern,
denn „Roche“ in der Schweiz sieht ganz gern,
dass dank „Tamiflu“
sein Kurs steigt im Nu.
Für die ist das Virus ein Stern!
Da knabbert der
Rüttgers noch dran,
sein Landesverband
stünd’ hintan.
Gilt Bildung denn nicht?
Hier strahlt doch das Licht
von Dr. Annette
Schavan¹!
______________________________
¹ Frau Dr. Schavan, die designierte
Bundesministerin für Bildung und Forschung, stammt schließlich aus Jüchen,
Rheinkreis Neuss. Als Jüchener weiß der Zackenbarsch (F. Schmitz) zufällig,
dass Ort und Kreis zu NRW gehören.
Advent
(17.10.2005)
Nun ist ja bald
wieder Advent.
So mancher, der
hastet und rennt:
So viel noch zu tun,
kein bisschen mehr ruhn!
Kaum dass man sich
selbst da noch kennt.
Ob das wohl der
tiefere Sinn? —
Im Grund ich mir
sicher schon bin:
Das kann es nicht sein,
die Hetze und Pein!
Das spürt jeder
tief in sich drin.
Nur ist’s
mittlerweile fast Brauch,
sich doch zu
ergeben dem Schlauch
des rastlosen Jagens,
fern allen Behagens.
Sei klug, und tu
du es nicht auch!
Verduurzaamde waar
(17.10.2005)
Wel waar is het,
ik ben al oud,
Toch voel ik mij soms als een hout,
voortdurend heel groen
en fit iets te doen,
omdat ik ben nog niet te koud.
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Der niederländische Limerick in hochdeutscher
Prosaübersetzung:
Dauerware
Ich bin zwar schon alt,
doch fühle ich mich manchmal wie ein
Holz,
noch immer ganz grün
und dazu fähig, etwas zu tun,
weil ich noch nicht zu kalt bin.
Liebe, thermodynamisch
(17.10.2005)
Sie treibt manchmal seltsame Blüten,
kein Mensch kann das wirklich verhüten.
Und treibt sie’s zu heiß,
dann sag’ ich ganz leis:
„Sind selber schuld, die sich
verbrühten.“
Das klingt ja vielleicht paradox,
wie „bürgerlich“ Essen aus Woks.
Ich selbst mag im Winter
(denkt nur nicht, jetzt spinnt er)
bestimmt nicht Kaffee „on the rocks.“
Was kalt ist, das hat nichts zu suchen
beim Spiel unter Linden und Buchen.
Denn Kälte lässt frieren
und geht an die Nieren.
Dem Winter bleibt nur noch das
Fluchen¹...
¹ wenn er nicht von einem Sonnenstrahl wie
meiner Nina erwärmt wird.
Ninas
Liebling
(17.10.2005)
Sie liebt wohl ihr „Nijntje“ ganz innig,
nur heißt’s bei ihr „Miffy“. Nun sinn’
ich,
wen hat sie wohl lieber?
Ich hoffe, ich fieber,
dass nicht nur das Schlusslichtlein bin
ich.
Geheimniskonflikt
(16.10.2005)
Herr Schily war richtig vermotzt
und hat wie ein Kleinkind getrotzt.
Was Guido da sagte,
ihm gar nicht behagte.
Und ich hab beinahe gekotzt...
Als
Kommentar zur Sendung „Sabine Christiansen“ (ARD) am 16.10.2005, 21:45 – 22:45
Uhr, speziell zu der Phase, als (Noch-)Bundesinnenminister Otto Schily von Guido
Westerwelle wegen der „Cicero“-Affäre angegriffen worden war.
Doof bleibt
doof...
(15.10.2005)
Der Opa, der bleibt nun mal doof
in Haus, Küche, Garten und Hof!
Für Nina ganz klar
— es ist wohl auch wahr —
als stoischer Erzphilosoph.
Küblböcks Ohren (14.10.2005)
Kaum ein kann sich
Daniel kriegen,
dass an ihm die
Ohren nun liegen.
Perfekt die OP,
auch tut’s nicht mehr weh!
Doch wie will in
Zukunft er fliegen?
Zu einer Pressenotiz über Daniel Küblböcks
erfolgreiche Ohrenkorrektur durch Prof. Hilko Weerda in Kiel .
Hellseherin?
(15.10.2005)
Da treibt’s ’ne gewisse Nicole
Delya im Net ziemlich toll.
Für kaum
sechzig Eier¹
— so geht
ihre Leier —
„enthexen“ man lassen sich soll.
Auch schreibt sie an „Opfer“ beflissen,
warum deren Leben beschissen.
Doch
würd’ ihr Smaragd,
wenn erst
mal gepackt,
das Unglücklichsein lassen missen...
_______________________________________________
¹ € 57,00
Die Limericks beziehen sich auf
aktuelle Presseberichte über Briefe, die manche Empfänger(innen) vielleicht
einschüchtern könnten.
Die folgende
Warnung stammt von www.esoterikforum.at
Warnung vor "Hellseherin" Nicole Delya
Hallo an alle,
ich habe heute einen Brief mit der
Post bekommen von einer Frau, die sich Nicole Delya nennt und sich als
Hellseherin Numerologue ausgibt.
Der Brief enthält 4 beidseitig bedruckte DIN A4-Seiten und
einen Rückumschlag, der nach Holland gehen soll. Freigemacht ist er in
Niederaula. Frau Delya will ihn aus Bocholt geschrieben haben.
Auf der ersten Seite steht
geschrieben: "Liebe ... Freundin, die mir so am Herzen liegt. Ich habe Ihnen die
wichtigste Offenbarung Ihres Lebens zu machen. Heute sind Sie noch in Gefahr!
Ich muss Ihnen die Wahrheit sagen. ..., Sie sind verhext; es ist nicht Ihr
Fehler, aber es erklärt Ihre jetzige Lage." ... "Achtung, es geht um Ihr
Leben."
So geht es in einem
fort. Sie schreibt von Ihrer verstorbenen Mutter und dem Buch ihrer Großmutter.
Sie bietet eine "Enthexung" an. Und die ist natürlich nicht umsonst. Man soll 57
€ zahlen - verschiedene Zahlungsmöglichkeiten bietet sie an - dann will sie für
einen am 1. November 2005 um 23:59 Uhr die Zeremonie meiner Enthexung ausführen,
die mich von der geerbten Verhexung befreien soll, deren Opfer ich sei. Einen
speziellen Ratgeber mit geheimen Instruktionen würde sie zusammenstellen,
blablabla.
Ich schreibe das
hier ins Forum, weil ich mir vorstellen kann, dass manch einer von euch diesen
Brief auch bekommen hat. Und ich denke, niemand, der wirklich in großer Not ist,
ist davon gefeit, solche "Angebote" anzunehmen und verliert dabei natürlich nur
Geld. Ansonsten ist der Brief, wenn man ihn mit einem gesunden Menschenverstand
liest, nur zum Lachen.
Lasst die Finger weg davon! Diese Dame - ich vermute eher,
dass eine Organisation oder Gruppe oder sonstwas dahinter steckt - will
Leichtgläubigen nur schamlos das Geld aus der Tasche
rausziehen
Solida
__________________
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für
die Augen unsichtbar.
Antoine de Saint-Exupéry
Li Che Ti - Li Ni En
In China
kam pünktlich zul Wahl
helaus und
velmehlte die Schal
del Welk’ übel Melkel
— und nicht übel Felkel —
ein Welk übel „Lichtlinienqual“.
Aus Lücksicht auf Lesel leidel nul in Pseudochinesisch. (12.10.2005)
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Der Limerick bezieht sich auf die folgende
Pressenotiz („Rheinische Post“, 12.10.05, S. A4):
"Angela Merkels Biografie — jetzt auch auf
Chinesisch
PEKING (erl) Die erste chinesische Biografie von Angela Merkel, eine Übersetzung des Buches von Gerd Langguth, kommt jetzt auf den Markt. Der Pekinger Verlag Jincheng (Goldstadt) hat das Umschlagbild gegenüber der deutschen DTV-Vorlage leicht geändert. Statt vor einem Gemälde von Konrad Adenauer steht die erste deutsche Bundeskanzlerin vor der Fahne Schwarz-Rot-Gold... Der Preis liegt bei rund drei Euro."
Da halte ich glatt
jede Wette,
am schönsten ist’s
Nachts wohl im Bette.
Doch kann man nicht schlafen
— trotz Zählen von Schafen —
schlägt’s um in
’ne Folterungsstätte.
Nun schläft wohl
mein Schätzchen seit Stunden.
Heut’ drehten wir
noch ein paar Runden
und suchten nach Beeren¹.
Es ließ uns gewähren
der Herbst: Noch
ein Dutzend gefunden!
Frisch aus der Berliner
Küche
(10.10.2005)
Noch köchelt es
dort auf dem Herde,
dass Angie wohl
Kanzlerin werde.
Ich hoff’, das Gericht
verursacht uns nicht
am Ende noch
manche Beschwerde!
Scheißgedicht¹
Die Firma am Orte
heißt „Herz.”
Sie heilt – gegen
Bares – den Schmerz,
wenn’s Haustier verschieden,
und äschert hienieden
es gern ein, von
Schnauze bis Sterz.
So macht sie den
Liebling zur Asche,
das ist ihre
clevere Masche.
Die Urne, sehr fein,
in edlem Design,
zahlt’s Frauchen
aus eigener Tasche.
Es gibt auch ’ne
würdige Feier,
damit die
Empfindungen „higher.“
Und schwebt Tierchens Rauch
nach oben, ist’s Brauch,
mit Andacht zu
tragen den Schleier.
Verglichen mit
menschlichen Toten,
sind billiger die
mit vier Pfoten.
So lange das richtig,
erscheint es schon wichtig,
dass so was auch
nie wird verboten.
¹ Der Titel geht auf die Reime zurück (vgl.
Alphas grundlegenden Beitrag bei keinVerlag)
Als Kommentar zu einem seit zwei Jahren
aufblühenden Tierbestattungsunternehmen am Ort, das inzwischen über zwei
auswärtige Filialen verfügt. Immerhin ist damit eine Reihe von Arbeitsplätzen
entstanden, ein nicht zu unterschätzender positiver Aspekt. Die Entwicklung
quasi-sakraler Tierbestattungsbräuche ist allerdings zweifelhaft, sieht man sie
vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich die Bestattungsriten für verstorbene
Menschen gleichzeitig immer stärker zurück entwickeln, hin zur ständig
zunehmenden Zahl anonymer Bestattungen. (10.10.2005)
Stöhntennis (09.10.2005)
’ne Hoffnung im
Tennis aus Löhne
verdarb sich mit
ihrem Gestöhne
den Zuschauerspaß.
War wirklich zu krass —
zu viel, statt
fürs Tennis, für Töne!
Acht-Augen-Gespräch
(08.10.2005)
Ein einziger männlicher Pfau
— beleidigt sei bloß keine Frau —
hat mehr Augen im Schwanz
als der seltsame Tanz:
das „Acht-Augen-Gespräch.“ Ja, genau!
Napoléon I.
Im historischen
Drama von Austerlitz¹, (08.10.2005)
wo sich offenbarte als schlauster Witz,
was er sich gedacht,
der Sieger der Schlacht,
kam N 1 so richtig heraus, der Blitz!
¹ In der so genannten „Dreikaiserschlacht“
(02.12.1805) gelang Napoléon I. ein glänzender Sieg über die vereinigten Truppen
von Russland und Österreich.
Unfeine Wortwahl
(08.10.2005)
Die
Deutschen, die spielten in Istanbul
heut’
Abend, ach, leider kein bisschen cool.
Es wirkte recht wirr
ihr hilflos Geirr’;
vielleicht
hatten manche auch Schiss¹ — ach: „Stuhl“.
¹ Z. bittet wegen des Wortes um
Entschuldigung. Eventuell braucht er ein Mittel gegen (geistigen) Durchfall.
Der Limerick bezieht sich auf das Spiel der
deutschen Fußballnationalmannschaft am 08.10.2005 gegen die Türkei in Istanbul.
Das Spiel endete mit einem hoch verdienten 2 : 1 für die Türkei.
Osterhase im Herbst
(08.10.2005)
Ein Jungosterhase aus Flens-
burg hat doch im Herbst einen
Lenz!
Kann
Rübchen sammeln
und tüchtig rammeln,
so recht nach der Laune des
Stenz.
Noch ein Wort zur K-Frage
(07.10.2005)
Das alberne Zanken
wird öder,
ob Merkel es wird
oder Schröder.
Die richtige Frage
zu stellen, man wage:
Wer ist
denn da eigentlich blöder?
Ein weiteres Wort zur
K-Frage (08.10.2005)
Die Art, wie die
beiden da zanken,
die sprengt ja
schon sämtliche Schranken.
Wenn man sie betrachtet,
wie geistig umnachtet
sie zappeln in
Wahnsinnes Pranken.
Chinesisches Geständnis
(07.10.2005)
Ich spleche ganz
gelne und eiflig,
find nul alle
Splachen lecht teuflisch,
mit gal zu viel L.
Fülwahl, ob sehl schnell
Ich lelnen die
welde, bezweif’l ich.
Trauerspielvermeidung
(07.10.2005)
Ganz traurig ist
diese Geschichte:
Voll Hoffnung
schrieb jemand Gedichte.
Doch bot er sie an,
gleich schrieb ihm sodann
Verlag auf Verlag
nur: „Verzichte.“
Ganz anders jedoch
ging’s dem Barsch.
Dem schien solches
Spielchen zu harsch.
Er ahnte beizeiten,
ließ nie sich verleiten
zu etwas, das nur für den A...
Das
„Shoot-First-Gesetz“ in den Schädeln
In Florida lässt
nun einfädeln
Verteidiger kesse,
ganz leichte Prozesse,
die bald wohl „in court“ damit wedeln.
Als Kommentar zu dem
Gesetz, das am 1. Oktober 2005 in Florida in Kraft getreten ist und gegen das
sich jetzt vor Ort Widerstand regt.
NikotinBier
Will ich mir
demnächst eine rauchen,
dann werd’ ich’s
vielleicht nicht mehr brauchen.
Ein Bier reicht dann hin,
um satt Nikotin
hinein in den
Körper zu schlauchen.
Noch ist zwar das
Bier „NicoShot“
nicht greifbar.
Doch bald könnt’ der Trott
vors Haus, um zu paffen,
vorbei sein. Die Laffen,
die’s dann noch
tun, hätten den Spott.
Was nur noch die
Frage: „Wie teuer
wär’ dieses Bier?
Würd’ es als neuer
Ersatzstoff für Raucher
für seine Verbraucher
auch bringen ’ne
‚Suchtmittelsteuer’?“
Doch eins wär’
vorüber, o Weh:
Der Lungenzug, der
wär’ passé!
Denn würd’ man ihn wagen
— statt rein in den Magen —
wär’s gleich aus,
wie ich das so seh!
Als Kommentar zu einer
Meldung der „Rheinischen Post“ von heute (7.10.05), die ich hier (im Auszug)
wiedergebe:
Nikotin im Bier: In drei Dosen steckt eine Schachtel
Düsseldorf (RP) Für viele Raucher ist der Konsum
von Bier unabdingbar mit dem Konsum von Zigaretten verbunden. Deshalb könnte
„NicoShot“ zu einem Verkaufsschlager werden. Deutsche Wissenschaftler haben im
Auftrag der Herstellerfirma Nautilus das erste Bier entwickelt, das Nikotin
enthält. Grund dafür ist das Rauchverbot in Bars und Kneipen in vielen Ländern.
„Mit unserem Bier muss man nicht mehr auf die Straße, um schnell eine zu
qualmen“, sagte ein Sprecher. Das Bier wird nach dem deutschen Reinheitsgebot
gebraut und enthält drei Milligramm Nikotin. ...
Heut’ macht mich
ganz leicht, was ich schau’:
Geburtstage
null bei kV!
Dem inneren Schwein-
hund schmeckt jetzt der Wein,
weil der doch ’ne ganz faule Sau!
(natürlich der Schweinhund, nicht der Wein)
Entschuldigungsgedicht
Peinlich wird langsam die Zeit,
Ach, die verstrichen bis heut’.
Um’s frei
zu sagen,
Lass ich
mein Klagen.
Arbeit
war Schuld, was mich reut.
(mit einem stark verspäteten Antwortbrief, 06.10.2005)
Heut’
möcht’ ich ganz gern deinen Tag, —
Er ist
was Besondres — ganz zag
Ihn dazu
verwenden,
Kleinwinzig zu senden
Ein
Glückwünschlein. Weit es dich trag’!
Mit den herzlichsten Glück- und
Segenswünschen zum „runden“ Geburtstag, Friedhelm Schmitz
Radfahren und Potenz
Da meint man,
welch herrlicher Lenz!
Und futsch ist die
schöne Potenz...
Den Männern droht klar
vom Fahrrad Gefahr!
Da wär’ schon viel
besser ein Benz.
Zu dem Artikel „Aus dem
Tritt“ von „bart“ („Süddeutsche Zeitung“ vom 05.10.2005, S. 11), wo davon die
Rede ist, dass Radfahren für Männer die Gefahr mit sich bringt, impotent zu
werden. Gleich drei Arbeitsgruppen hätten im „Journal of Sexual Medicine“
Untersuchungsergebnisse mit eindeutigen Ergebnissen dazu veröffentlicht. Zitiert
wird der Urologe Irwin Goldstein: „Es gibt nur zwei Sorten männlicher Radfahrer
– die einen sind impotent, und die andern werden es.“
Da meldet die Presse doch heute,
weil’s manchen
Studenten wohl reute:
Gering’res Int’resse
— so sagt es die Presse —
am Lehramt! O
Wahnsinnes Beute!
Zu der Meldung — ausgerechnet heute, am
„Internationalen Tag des Lehrers“ —,
die Zahl der
Studienanfänger für das Lehramt sei im letzten Jahr erstmalig seit 1999 wieder
rückläufig gewesen.
(05.10.2005)
Beitrag Nr. X
Man nehme doch
einfach ganz keck
von den Primzahlen
drei Stück sich weg:
die zwölfte und dritte,
die zweite noch, bitte,
nehm’ mal, und
erreicht ist der Zweck!
„Schnapszahl-Limerick“, gemäßigt mathematisch.
Die Lösung (37 x 5 x 3 =
555) ergibt die Ordnungszahl dieses Beitrags bei kV. (04.10.2005)
Lizenz zum Töten
In Florida kommt
jetzt das Fragen
erst nach dem
Schießen zum Tragen.
Mit
„bill four three six“
geschieht
ihnen nix:
Den Killern geht’s
nicht an den Kragen.
In der heutigen Ausgabe (04.10.2005) der
„Süddeutschen Zeitung“ (S. 11) findet sich dazu ein lesenswerter ausführlicher
Kommentar von Andrian Kreye.
Erst dachte ich
noch, ist wohl „error“.
Doch nun wird’s
allmählich zum Terror:
Die Telefonklingel,
der lästige Schlingel,
als tolldreister
Käufer-Ranzerrer!
Kommentar zur ständigen Zunahme unerwünschter
Reklameanrufe.
Empfehlung
Ganz stark ist dem
Mueller sein Muell,
des Montags stets
neu mit Gefue(h)l.
Und spaßig zu lesen
für traurige Wesen,
um heiter zu
tanzen in Tuell?
Als Leseempfehlung für die Montagskolumne „Muellers Muell" bei keinVerlag.de (03.10.2005)
Wer schlemmt, der
ist sicher ein Schlemmer.
Doch mangelt ein
innerer Hemmer
dem, der draus geschlossen,
so ganz unverdrossen,
dass schlemmert ein richtiger Schlemmer.
Als Kommentar zu der
Überschrift „Schlemmern [sic], schauen und schlendern“ (in der auch noch zweimal gegen das
Großschreibungsgebot bei substantivierten Verben verstoßen worden ist) in der
„Rheinischen Post“ vom
03.10.2005.
Analog würde daraus zu
schließen sein:
„Zackenbarsch hat diesen
Limerick geschreibert.
Jedenfalls
wird er unbekümmert weiter schreibern!"
;-)
Nachwahl (02.10.2005)
Kommentar zur „Interpretation“ des
Nachwahlergebnisses durch Rot und Schwarz
Die Dresdener
haben gewählt.
Was ist es denn
nun, was jetzt zählt?
Erneut zwei „Gewinner“!
Vielleicht schon mehr Spinner?
Der Schwachsinn
scheint deutlich gestählt!
Essen und Sein
(02.10.2005)
Laut Malik¹ isst
nur man das Fremde.
Da schrumpf’ ich
zum ganz leeren Hemde...
Da alles ich esse
— o Weh, meine Fresse! —
bin nichts ich, ein Nichts mit ’nem Hemde.
¹ Vgl. Maliks Kolumnenbeitrag (bei
keinVerlag.de) vom 30.09.2005 „Ich mag keine Weicheier“
Verfehlte
Politik
(30.09.2005)
Ein älterer Herr
ging zum „Örtchen“;
da las er ein
Schild mit den Wörtchen:
„Auch als Mann nie im Stehn!“
Ha, da ließ er es gehn...
Überschwemmt war
im Nu jenes Örtchen.
Zackenbarsch legt Wert
auf die Feststellung, dass er mit dem Protagonisten des Limericks (dem „älteren
Herrn“) nicht identisch ist. Er selber
kann nämlich viel besser zielen! ;-)
Arachnida
(Spinnentiere)
(29.09.2005)
Bald treibt es das
Leben nach drinnen,
die Vorreiter sind
wohl die Spinnen.
Ich mag sie nicht jagen,
denn leicht zu ertragen
sind Gäste, kaum
da – schon von hinnen.
Zwar spinnen sie
eifrig die Netze,
doch ruhig und
ohne Gehetze.
Sie treiben’s bescheiden,
ich kann sie gut leiden,
auch wenn ich ihr
Werk mal zerfetze.
Sie nehmen’s mir
keineswegs krumm,
das heißt, da sie
immer ganz stumm,
kann nie ich erfahren,
ob „böse“ sie waren.
Ach, Spinnen zu
fürchten ist dumm!
(Wenn man nicht gerade
eine „Fliege“ ist.)
Auch so kann Fußball sein
Das Spiel von
heut’ Abend bei Schalke
war diesmal kein
lahmes Gewalke.
Und auch Werner Hansch,
ganz ohne Gemansch,
sprach Klartext,
der Ruhrgebietsfalke.
Zum 2 : 2 des FC Schalke
04 im Champions-Liga-Spiel vom 28.09.05 gegen den AC Mailand. Bei etwas mehr
Glück hätte Schalke, das über weite Strecken überlegen spielte und sich deutlich
mehr Torchancen herausspielte, als Sieger vom Platz gehen können. Kommentator
war: Werner Hansch.
Grübelei über
Reklame
(25.09.2005)
Wie heißt’s doch
so sinnig bei Hornbach?
„’s gibt immer...
’nen doppelten Korn.“ *lach*
Nein! – Richtig: „... zu tun.“
Erinner’mich nun.
(So klingt’s, wenn
den Pegasus Sporn stach...)
Da schlägt in ’ner
trockenen Mauer
ein lebendes Herz.
– Ob das sauer?
Versteh’n könnt’ ich’s gut:
Es findet kein Blut.
Gut kann das nicht
geh’n auf die Dauer.
Doch Kohle, die
scheint es zu bringen,
das geistlose
Zeug, das die singen.
Schließ lieber die Ohren.
Bei mir ist verloren
der Quatsch, denn
ich lass mich nicht zwingen.
Da gab es doch mal
die Stadt Rheydt,
nun nicht mehr
seit längerer Zeit.
Vom Nachbarn verschlungen,
zur „Eintracht“ gezwungen.
Tief innen, da
tut’s mir noch Leid.
Vor 30 Jahren (1975) kam es im Zuge der
Gebietsreform in NRW zur Vereinigung der beiden Großstädte Mönchengladbach und
Rheydt und der Gemeinde Wickrath. Seitdem sind Rheydt und Wickrath nur noch
Stadtteile. Rheydt war meine Heimatstadt, in der ich aufgewachsen bin.
(25.09.2005)
Heut läuft
doch so manches verhext.
Ich hab mit
Kartusche gekleckst!
Danach wie besessen
am Schreibtisch gesessen.
Was kam? –
Dieser klägliche
Text!
(24.09.2005)
Trappatonis Schicksal
Da gibt’s
diesen Trainer in Stuttgart,
den heute
das Spiel recht in Wut bracht.
Schon wieder verloren!
Das liegt an den Toren.
Rein gar
nichts, was da ihm noch Mut macht.
Nach dem Spiel am 21.09.05, das zu Hause gegen den HSV verloren ging.
Ein seltener
Lichtblick
(20.09.2005)
Das Spiel von Borussia Gladbach,
Beinah legte
heut es die Stadt flach.
Den Sieg gegen Bremen
ließ sie sich nicht nehmen.
Wen
wundert’s, dass ich mich mal satt lach?
Schließlich bin ich gebürtiger
Mönchengladbacher. Und vor Jahren hat die Borussia einmal ein (zunächst
gewonnenes) Spiel gegen Werder am grünen Tisch verloren, weil eines der beiden
Tore (damals noch aus Holz) zusammengebrochen war.
Mit der Zeit wandelt sich
die Sichtweise
(20.09.2005)
’ne jüngere
Dame aus Überlingen
erhoffte
als Mann gleich ein „Überdingen“.
Die Zeit, die verstrich,
doch merkte sie nich,
dass all
ihre Chancen vorüber gingen...
Das Alter
verdarb jede Chance.
Vom
einstmals vorhandenen Glanze
blieb nichts mehr zurück.
Ihr einziges Glück:
Sie sah
sich als echte Emanze!
Seebestattung
(wie
die folgenden fünf vom 19.09.2005)
Ein steinalter Seemann aus Kiel,
von Bestattung auf See hielt er viel.
Seine Frau, die Babette,
schickte schlau per Toilette
die Asche ganz heimlich ans Ziel...
Ausweg?
’ne recht schwere Dame aus Haltern,
die zählte sich selbst zu den Faltern.
Doch bei ihrer Nummer
War eher sie Brummer!
Ihr Fett gab sie „Körpergestaltern“...
... und ihr Geld auch! ;-))
Beitrag Nr. 500
Hab hiermit erreicht die Fünfhundert
und habe mich selber gewundert.
Die Zeit war zwar knapp,
doch manchmal geht’s ab... ;-))
Das nächste Ziel sind die Sechshundert.
Wie Männer feststellen können, ob sie geistig noch auf der Höhe sind
Recht einfach als Schnelldiagnose
— und schlicht ist sie schon, diese Chose —
hältst beim Pinkeln galant
du den Schlips in der Hand
und lässt laufen es still in die Hose.
(Leider ist die Diagnose dann allerdings
„positiv“, wie die Mediziner negative Ergebnisse bezeichnen!)
Besorgnis
Der Opa, mit Nina, dem Wicht,
statt Fluppe steckt Halm ins Gesicht.
Ist Nina auch klein,
gleich schreitet sie ein:
„Ins Gras beißen sollst du noch nicht!“
Vorbereitungsmaßnahme
Es kaufte ein Mädchen aus Linnich
ihrem Opa Radieschen, wie sinnig!
Und fragst du, warum?
Das war gar nicht dumm.
Sehr schnell drauf gekommen, das bin ich.
Mir schwante, zu was für ’nem Zwecke,
als ich hörte, dass sie an die Decke
ihm hängte den Kram.
’s war schon recht infam:
Ein echtes Gewöhnungsgehecke!
Knalleffekt (19.09.2005)
Eine ganz dicke Dame aus Gießen
ließ die Pölsterchen immer mehr sprießen,
bis dann, eines Tages,
ja, ehrlich, so war es,
sie schließlich geplatzt ist beim Niesen.
Symptomtherapie gegen schlechte
Laune (19.09.2005)
Da lebte bei uns auf dem Land,
voll Missmut beim Blick an die Wand,
’ne Frau, die nicht schön.
Um’s nicht mehr zu sehn,
hat sie schließlich die Spiegel verbannt.
Pseudogeburt (19.09.2005)
Ein älteres Männlein aus
Meißen,
das quälte sich ständig beim Sch...
Sein Stuhl war so hart,
ja, fast schon ’ne Art
von „männlichem“ Ausnahmekreißen.
Schuppen?
(19.09.2005)
Ein älterer
Jüngling aus Hagen
hat weißliches
Zeug auf dem Kragen.
Von Haaren kein Schimmer,
statt Schuppen viel schlimmer:
Da rieselt
schon Kalk, würd’ ich sagen.
Redensarten
(19.09.2005)
Von Sprüchen
glaubt Schlosser Johannes
nicht recht,
dass da irgend was dran is:
Sie sei’n gar nichts wert,
oft völlig verkehrt,
wie der von der
„Nase des Mannes“...
Bürdenträger mit
Bart
(19.09.2005)
Durch Bart
bracht’ ein Meister in Speck¹
sein Doppelkinn
musterhaft weg.
Jetzt will er ihn düngen,
dann sollt’ doch gelingen
für’n Bauch
endlich auch ein Versteck.
¹ (PLZ
17192)
Ich habe zwar einen Bart, aber weder Doppelkinn noch „Bauch“, lediglich eine ganz kleine Warze am Kinn.
;-)
An die kV-Autoren, die mir
eine Riesenfreude gemacht haben (16.09.2005)
Das
Mitfühlen kam wie ein Schwall
Als
Wohlfühlgeschenk, rund und prall.
Noch
immer benommen,
Kaum dass
ich’s bekommen...
Ein
Dankeschön dafür ich lall’!
Mein Dank gilt vor allem den Autorinnen und
Autoren, die das folgende Gedicht so liebevoll kommentiert haben.
Dank an meine Ärztin
NINA
Mein Herr
Urologe in Rheydt,
der gab mir
soeben Bescheid¹:
Es liegt auf der Hand,
mein Krebs scheint gebannt.
Jetzt fühl
ich mich vorerst befreit.
Doch ohne
den Einfluss der Kleinen
sei sicher
es klar zu verneinen,
dass ich so gesund.
Und treibt sie’s auch bunt,
’nen
besseren Arzt kenn ich keinen!
¹ Der Tumormarkerwert der Untersuchung vom
letzten Montag lag völlig im Normalbereich, ebenso die übrigen Werte des Großen
Blutbilds. (15.09.2005)
Nina als Heilerin
Kein
Mittel hat besser genützt,
Rein gar
nichts mich stärker geschützt.
Erst ihr
war’s verliehen,
Bald hoch
mich zu ziehen.
Schon
toll, welche Kraft sie besitzt!
Dass meine – im Akrostichon genannte –
Erkrankung zum Stillstand gekommen ist, führe ich auf die Lebensfreude zurück,
die ich meiner Enkelin verdanke. Nina wurde in den Tagen meiner Operation
geboren. Obwohl die Krankheit nach der OP wieder ausbrach, ist sie nicht mehr
feststellbar, seit die Kleine bei mir im Haus lebt.
Papamobil
(21.08.2005)
Hatt’ früh die Versammlung verlassen,
ich konnt’ es zwar selber kaum fassen.
Nach grad mal ’ner Stunde
verließ ich die Runde.
Nur Schlaf schien noch zu mir zu passen.
Dann sah ich die lange Vigil,
und das war mir gar nicht zu viel.
Es war wie ein Wunder:
Ich war wieder munter!
Vielleicht war ich „papamobil“?
Da ich mich
infolge totaler Erschöpfung nicht mehr auf dem Stuhl zu halten wusste, hatte ich
mich schon nach einer Stunde von einer Versammlung nach Hause geschleppt. Dort
schaltete ich noch kurz den Fernseher ein, um die Nachrichten zu sehen. Aber ich
erwischte den Anfang der Vigilübertragung vom Weltjugendtag und musste sie
unbedingt bis zum Ende verfolgen. Dabei verlor sich mein Schlafbedürfnis
vollkommen.
Und anschließend konnte ich noch problemlos
die Limericks schreiben und eingeben.
Ninas Abschied ins verlängerte Wochenende
(19.08.2005)
Ich seh’ noch ihr Händchen im Wagen,
sonst nichts in den kommenden Tagen.
Es winkte mir zu,
doch weg war im Nu
die Kleine mit all ihren Fragen.
Ich hatte sie noch drum gebeten,
bevor sie die Scheibe hoch drehten,
die andern zu grüßen.
Da kam von der Süßen:
„Auch Willi¹!“ Ich
nickte betreten.
¹ Bei der Aufzählung der Adressaten für meine Grüße hatte ich nur Oma und Opa genannt, aber Willi vergessen, den „Hasen“ (das Kaninchen) der beiden.
Ninas
Heimkehr
(21.08.2005)
Mein Schatz kam heut’ Abend zurück.
Eins dämpfte ganz leicht nur mein Glück:
Ersteigend die Stufen
hat sie noch gerufen,
dass Opa sie gar nicht entzück’.
Wohl ziemlich erschöpft von der Fahrt,
fand langweilig sie Opas Bart.
Er solle nur bleiben
und lieber was schreiben...
Das war ziemlich klar, aber hart.
Alpha-Limerick
(15.09.2005)
Autorinnenstar,
du, aus Bayern,
Lass heute mal
richtig dich feiern!
Persönlichen
Dank,
Heut’ ganz ohne
Zank!
Auch
Zackenbarsch ist nicht zu bleiern...
und wünscht dir
von Herzen alles erdenklich Gute zum Geburtstag.
Limericks von der „Wortspielwiese“ bei 20six.de
Die folgenden
Limericks sind ohne Entwurf gleich in das Eingabeformular bei 20six eingetippt
worden. Rubrik: „Endloslimerick“; Regel: Es sollte ein (loser) Zusammenhang mit
den zuvor eingetragenen Limericks gewahrt bleiben.
Der folgende
war dort mein erster Eintrag und wurde prompt auf die „Wortspielwiese für
Individualisten“ verschoben, was dann natürlich gleich meinen zweiten provoziert
hat.
Ja, wenn schon als Limerick
schreiben,
dann sollt man’s auch richtig
betreiben.
Der Hebungen zwei
In Vier und in Drei.
Sonst lässt man die Limericks
bleiben.
Was Echtes wird hurtig
verschoben;
der Schreiber gilt gleich als
verschroben.
Auf einer Art Wiese,
grad so wie hier diese,
da mag er dann reimen und
toben,
Ich habe mich
dann trotzdem zurück geschlichen und folgende Beiträge zum „Endloslimerick“
geschrieben, wobei ich mich dem dort herrschenden Niveau ein wenig angepasst
habe.
Die Vögelein in Eisenach
Die hielt die Polizei in
Schach.
Jedoch nicht für lang,
denn dann wurd’ ihr bang.
Zu laut wurde schließlich der
Krach.
Oder war’s in Aberdeen?
Ganz egal, jetzt bleibt es
stehn.
Denn um Papageien
gezielt zu befreien,
muss man’s beherzt wohl
angehn.
Die Papageien im Norden,
die wollt man tatsächlich
ermorden.
Und zwar alle drei.
Doch wie es auch sei,
am Ende bekamen sie Orden.
Mit Orden gar prächtig
geschmückt,
da waren die drei ganz
entzückt.
Sie glaubten zu schweben,
im Himmel zu leben.
Doch das war ganz einfach
verrückt.
Die Vögel in nördlichen
Landen,
die aus der Bredouille
fanden,
war’n froh und heiter
und zogen gleich weiter,
bis endlich am Strande sie
standen.
Zwei wollten im Meer herum
schwimmen,
einer lieber die Berge
erklimmen.
„Ich bin doch kein Barsch,
ach, leckt mich am Arsch!“
Durch gar nichts war um er zu
stimmen.
So geht es wohl öfters mal
denen,
die schweigen statt auf sich
zu lehnen,
bis eintritt der Fall:
Dann gibt es ’nen Knall
und Gekämpfe mit Klauen und
Zähnen.
Keine Einträge
von anderen seit dem 1. Mai 2005. Ich habe deshalb am 23. 5. geschrieben:
Es ist doch fürwahr nicht zu
fassen:
Man hat mir den Vortritt
gelassen!
Kein Mensch trägt mehr ein
als ich ganz allein.
Das könnte euch Bande so
passen!
Doch nun zu den Vögeln
zurück!
Die warten ja noch auf ihr
Glück.
Sie warten schon lange
und sind schon ganz bange...
Der Story, der fehlt noch ein
Stück.
In der
Zwischenzeit hatte ich vergessen, dass „Papageien“ die Helden waren. Aber
„Pinguine“ beginnen ja auch mit P.
Ist’s etwa um dich schon
gescheh’n,
du Endlosigkeitsphänomen?
Das kann doch nicht sein,
drum schreib ich hier rein.
Die Pingus, die sollen es
seh’n!
Prompt kamen die Pingus ins
Rheinland,
mehr nördlich, wo’s nicht mehr
das Weinland.
Da war so ein Barsch,
den fanden sie harsch!
Behauptet doch der, es wär’
sein Land.
Einzelne Limericks beziehen sich auf bestimmte Teilnehmer
bei kV.
Morgenepisode
Die Mama hat heute erschreckt
den Opa, als sie ihn geweckt.
Er hatte verpennt
trotz Weckerpatent,
ihn hatte ein Traum wohl geneckt.
Und dabei sollt’ heut’ er ab Sieben
— so war man am Abend verblieben —
auf Ninakind achten.
Für Mama galt: Starten
zur Arbeit, für Opa: schnell Stieben
hinaus aus dem wohligen Bette,
’ne ganz überstürzte Toilette
und eilends nach oben
in Schlafgarderoben
mit Morgenrock rauf zu der Klette.
Die musterte ihn ziemlich kritisch
und meinte dann — fast schon politisch —,
er säh’ komisch aus.
Doch dann sprach die Maus:
„Na, bleib nur mal hier, alter Sittich!“
Dann haben sie Bücher gelesen
Von Märchen- und anderen Wesen.
Nach einiger Zeit,
da war’s dann so weit,
da sagte der muntere Besen:
„Jetzt müssen zu Rewe wir laufen,
und da neue Buchstaben kaufen.“
Was Opa verwirrte,
weil wieder er irrte
im Blick auf den Bilderbuchhaufen.
Doch da griff sie rasch nach ’ner Tüte,
’ner leeren. Ach ja, meine Güte!
Sie meinte die Plätzchen!
Natürlich, mein Schätzchen,
dein Opa ist wirklich ’ne Blüte.
Ein Buchstabe war noch vorhanden;
das war’s, was die beiden nur fanden:
„Wie Friedhelm ein F“,
das gab sie dem Chef (?):
„Iss du!“ Darauf hat sie bestanden.
Dann hat sie ihn runtergeschickt.
Auf die Frage hat sie genickt:
Ob brav sie auch sei,
wenn er unten dabei,
sich anzuzieh’n, wie es sich schickt.
„Ja, geh nur, ich bleib so lang oben.
Aber komm bald, dann können wir toben.“
Er hat es gewagt,
von Zweifeln geplagt,
danach konnte er sie nur loben. (10.08.2005)
Rentenkürzung durch die Hintertür?
Das ist ja wohl doch keine Ente,
was jetzt man schon fordert zur Rente.
Zwar wird’s noch bestritten,
doch kennt man die Sitten:
Vor Siebzig gibt’s Abschlagsprozente!
Mit Fünfzig gibt’s kaum noch ’nen Job,
ob Wissen und Können auch top.
Doch alle Parteien
noch lauthals beschreien,
mit ihnen gäb’s kein ex und hopp
für all die bejahrteren Wähler,
(weil die noch benötigt zum Zähler
der eigenen Quoten).
Ach, wär’s doch verboten,
so grob zu verarschen die Wähler! (10.08.2005)
Zur Ermordung von Frère
Roger (19.08.2005)
Ach, Frère Roger Schutz in Taizé!
Die Art, wie er starb, tut sehr weh.
Er lebte den Frieden.
Ist das denn hienieden
als Grundwert schon wieder passé?
Heftige Angriffe wegen angeblich unsauberer Metrik des
Limericks nötigen mich, die Darstellung durch (eigentlich störende) diakritische
Zeichen zu präzisieren.
Vorbemerkung: Das französische Wort „frère“ ist einsilbig.
Der ermordete Prior von Taizé hieß „Roger Schutz“ (ausgesprochen „Schütz“).
In der Untertonigkeit gibt es keine Betonung, also ist es
auch belanglos, ob man „Roger“ deutsch, englisch oder französisch ausspricht
(Ich persönlich spreche den Namen französisch aus).
Um sichtbar zu machen, welche Silben zu betonen sind, habe
ich diese jetzt durch Unterstreichung gekennzeichnet. Daraus ergibt sich die
einzig richtige und sinnvolle Betonung, die zugleich auch dem Anapäst des
Limericks entspricht.
Leid tut mir die ganze Geschichte vor allem wegen des
Themas.
Abbitte an Frère Roger Schutz
Ach, Frère Roger
Schutz in Taizé!
Ja, nicht nur
dein Tod tut sehr weh.
Wo junge „Experten“
Mit Halbwissen plärrten,
das kostete
Kraft, ich
gesteh’.
(25.08.2005)
’nen älteren Mann
am PC
ergreift manchmal
spürbares Weh,
wenn ganz ungezwungen
ihn schmähen die Jungen,
als wünschten sie
sich, dass er geh.
TV-Duell
Jetzt ging es doch
relativ schnell.
Es gibt nur ein
einz'ges Duell
von Merkel und Schröder.
Wer ist denn nun blöder?
Gar einer davon
auch reell?
Das Volk mög’ sich
ernsthaft befragen,
ob nicht nur
Phantome sie jagen.
Sie treiben zur Schau
durchs Dorf manche Sau.
Nur uns geht’s
danach an den Kragen! 04.08.2005
Na, denn...
Parteiengezänk ist
normal,
Recht typisch zumal
vor ’ner Wahl.
Ob’s den Wählern
gefällt,
Sei in Frage
gestellt.
Tatsächlich
verstärkt’s ihre Qual.
Ob Stoibers recht
dümmliche Worte
Sich rechnen zur
hilfreichen Sorte,
Tut wenig zur
Sache.
Es war vielleicht
Rache,
Nachdem ihm
verschlossen die Pforte.
+
Ließ ihn doch die
„Schwesterpartei“
Im Kanzlerspiel
nicht mehr dabei.
Nicht er
Kandidat!
Kalkül, dass er
hat
Erhoben sein
töricht Geschrei?
(12.08.2005)
Limericks?
Wollt’ eigentlich keinen mehr schreiben.
Weshalb lasse dann ich’s nicht bleiben?
Des Limericks Kürze
verleiht nun mal Würze.
Man kann sich so schön daran reiben...
Ansichtswandel
Ein Handelsvertreter aus Aachen
fand Karneval gar nicht zum Lachen.
Doch als er im Suff
gelandet im Puff,
fand gar nicht so schlimm er die Sachen.
Gemeinheit
Ein Märchenerzähler aus Kappeln
ließ Kinder nur all zu gern zappeln.
Er schloss mitten drin,
ganz gleich, wie der Sinn.
Da mochten vor Spannung sie rappeln.
Irrtum
Ein Leser von hier, von kV,
der hielt sich für mehr schon als schlau.
Er wollt’ mich belehren,
was Limericks wären.
Doch wusst’ er es selbst nicht genau.
Rechtschreibung
Die Ahnen fürchteten Druden.
Ich habe mehr Scheu vor der kruden
Erkenntnis vom Schreiben.
Wie’s manche da treiben...
Ja, wofür gibt’s schließlich den Duden?
Sehnsucht
Ach, könnt’ es mir doch mal gelingen,
zu fliegen auf Pegasus’ Schwingen!
Doch still und bescheiden
muss immer ich weiden
als Grille im Gras, leis’ nur singen.
Niederrheinischer Odenwald?
Im Rheinland sind leider die
Oden
beim Dichten recht fremde
Methoden.
Zwar geb ich mir Mühe,
dass trotzdem erblühe
ein „Odenwald“ auf diesem
Boden.
(Ich frage mich
jedoch:)
Ist da nicht der Ansatz schon
eitel —
fast wie auf der Glatze ein
Scheitel?
Wo praktisch nur Wiesen,
mal Bäume zu leasen
schafft sicher ein waschechtes
Pleitel!
07.08.2005
Russisches Ostpreußen
Ein älterer Mann aus Gumbinnen
fing manchmal schon leicht an zu spinnen.
Zu hören den Ort
mit russischem Wort
als „Gussew“ bracht schier ihn von Sinnen.
Geiz ist geil?
’ne Hausfrau aus Münster am Stein
fand Kränzchen mit Kaffee sehr fein.
Als geizesgepaarte
am Kaffee sie sparte,
bis endlich sie trank ihn allein.
Sonne und Mond
Einst glaubte das Männchen im Mond,
dass nachts zu erscheinen sich lohnt.
Doch ohne die Sonne
Verging ihm die Wonne.
Da hat es sich lieber geschont.
Mode?
Ein jüngerer Mann aus Westfalen
trug schrecklich gern braune Sandalen
mit Socken, ganz weiß.
Doch das war wohl Sch...
Die Einsamkeit brachte ihm Qualen.
Sorglosigkeit
Zwei Hasen, die waren beim Grasen
auf sonnebeschienenem Rasen.
Ein Jäger sie sah,
und was dann geschah?
Ein Knall, dass sie nie mehr genasen.
Fehleinschätzung
Das Alphatier von einer Herde
seit langem verwilderter Pferde,
das dacht’ von den Bären,
dass Kühe sie wären.
Und das war das Ende der Herde.
ein
Figurproblem
Mein Schätzchen ist wirklich sehr
schlank.
Am Hungern liegt’s nicht, Gott
sei Dank!
Gesund sich Ernähren ——
Es kann schon erklären
Recht deutlich, warum sie kein
„Schrank“.
Aber was das
Akrostichon nennt, ist sie auch nicht!
Ninas Vorlieben
Sie spielt gern mit Autos und
Tieren
und läuft auch mal auf allen
Vieren.
Doch vor jeder Sache,
da liebt sie die Sprache
samt Singen und viel
Musizieren.
Recht gern tut sie andere
necken,
besonders: den Opa
erschrecken.
Damit das nicht hasst er,
bekommt er ein Pflaster
auf einen von all seinen
Flecken.
Und macht’s in ’ner Pfütze mal
„platsch“,
weil Nina gern stapft durch den
Matsch,
dann tröstet sie heiter
den „Ausgehbegleiter“:
„Ach Opa, das war doch nur Quatsch!“
Geschmackswandel bei Nina
Was ließ sie noch liegen in
Rheydt
Und mochte sie kaum
seinerzeit?
Real ist’s ganz klar:
Sie war erst ein Jahr!
Tut heute ihr gut, meiner
Maid.
Das fragliche
Nahrungsmittel wird im Akrostichon genannt. Nina ist inzwischen drei Jahre alt
und lebt seit rund zwei Jahren bei mir in Jüchen. (09.08.2005)
PC-Schicksal, wann wohl?
Norbert aus Fulda in Hessen,
Ach, der hat Stunden
gesessen,
Chaos im Hirn,
Hintern im Firn,
Taste fürs „Exit“ vergessen!
Das Akrostichon
beantwortet die Titelfrage.
Schlossfeuer
Ein Jungwanderbursche aus
Rheydt,
Lang trieb es mit andern ihn
weit,
Muss heute nun lesen:
Ach, hin, was gewesen!
Und das tut wahrhaftig ihm
Leid.
Auf eine
Pressemeldung (vom 08. August 2005), das im Akrostichon genannte Schloss sei
völlig abgebrannt.
Beitrag Nr. 400
Ein Autor, erst kurz bei kV,
dem Mitternachts öfters mal flau,
der ist ganz verwundert:
Was? Schon Text vierhundert?
Jetzt nur nicht gespielt gleich den Pfau!
Die
Rente ist sicher
Die Zeitung hat heute geschrieben,
von Blüms altem Satz sei geblieben,
dass sicher nicht reiche
für mehr als ’ne Leiche
die Rente. Wohl kaum übertrieben. Anfang August 2005
Ortsflair
Wo wohnen nun wirklich die Schweine?
Denn „Schweinheim“¹ gibt es alleine
schon dreimal im Lande.
Und riecht man die Schande
in „Schweinschied“²? — Wahrscheinlich, ich meine...
¹ 53177
Schweinheim, 53881 Schweinheim, 63743 Schweinheim
² 67744 Schweinschied 06.08.2005
Ausweg
Ein älterer Knabe in Jüchen,
der werkelt gar oft in der Küchen.
Doch durch den PC,
so ist’s, ich gesteh’,
entflieht er den scharfen Gerüchen.
Auf Urbinia
Ich finde Urbinia Spitze,
ihr Vers strahlt — formal und mit Witze.
Und übt sie Kritik,
dann kommt’s manchmal dick...
Mit Bangen ich öfters hier sitze.
Kein Märchen
Es war mal ein Dichter in Irland,
der für Scherz ’ne gelungene Form fand.
Doch einige Leute
verhunzen sie heute.
Das ist schon ein trauriger Zustand.
In Limerick ward er geboren,
der Vers, den E. Lear sich erkoren.
Oft kommt er gut an;
Auf jeden Fall dann,
wenn die Form nicht total ging verloren.
Alter Mann und Internet (II)
Es war mal ein Greis aus dem Rheinland,
mehr nördlich, wo’s nicht mehr das Weinland.
Der surfte im Web,
zu sehn, was es gäb’...
Nach kurzer Zeit dacht’ er, ’s wär’ sein Land.
Dem Zugkönig 2005 des „Gneisenau“
Heinrich Mohren
(Limericks)
Zum Schützenfest, bald, hier am Orte,
wie sag’ ich’s, mir fehlen die Worte,
ein König muss her.
Ja, ist das denn schwer?
Der „Gneisenau“ stellt die Eskorte.
Mein Schützenzug schießt auf die Scheibe...
Ach, bleibt mir nur damit vom Leibe!
Ich treffe doch nie
Und frag’ mich nur, wie,
warum so erfolglos ich bleibe.
Schon wieder hat Heinrich vom Lande —
den andern gilt’s fast schon als Schande —
die Würde allein!
Es muss wohl so sein.
Nur Jubeln, das bleibt noch der Bande!
Schüttelreimlimerick
Ein Jäger aus Rüssel(e)sheim,
der suchte auf „Hüssel“ ’nen Reim.
Er heckte ’zig Stunden,
doch steckt trotz sein’ Hunden
noch immer in Rüssel(e)sheim.
Chefkochstrategie
Heut’ koche ich einfach mal Reis,
weiß nur noch nicht: braun oder weiß?
Ob süß oder salzig,
ob mager, ob salzig,
gefressen wird eh jeder Scheiß!
Schon hart, was ich da wieder sage.
Doch manchmal belastet die Frage.
Wer nie variiert,
sich selten blamiert.
Nur langweilig bleibt’s alle Tage.
Gestehe drum ganz unumwunden:
Die Planung, die kostet mich Stunden.
Gekocht ist im Nu
und schmackhaft dazu,
wenn erst mal das Richt’ge gefunden.
Rhabarberkompott für Schroebibri
Da nimmst du am besten Rhabarber,
Denk ja nicht: am Zucker da spar’mer!
Er wird dann zu sauer.
Drum ist es schon schlauer,
schön zuckern, bevor dass verdarb er.
Schroebibris Einwand
Für Schroebi ist’s offenbar wichtig,
„Rhabarber“ zu reimen ganz richtig.
Das könnt’ es nicht sein!
Der Reim sei nicht rein!
—Bei Rezepten ist sowas doch nichtig.
Zur NRW-Landtagswahl
Die Menschen in Nordrhein-Westfalen
geh’n Sonntag vielleicht zu den Wahlen.
Bloß — viele tun’s nicht,
sie üben Verzicht.
Doch trotzdem müssen sie zahlen.
Heimatsprache
’nen Jüngling vom Lande aus Hessen
verschlug’s vor dem Kriege nach Essen.
Das war um ’o3,
und nicht Weltkrieg II.
Seine Sprache hat nie er vergessen.
(Der "Jüngling" war Magnus Möller, der Vater meiner Mutter.)
Lagrima
In Österreich schreibt eine „Träne“,
von der ich nur eines erwähne:
Ihr Stil macht mich stumm,
er haut einfach um...
Drum beiß ich mir jetzt auf die Zähne...
Desillusionierung
Zwei Kieselsteine im Rhein,
die glaubten, sie wär’n noch im Main.
Von Öl ganz verschmiert,
da ham’se kapiert:
Im Main, da war’mer noch rein.
Eierdiät
Zwei Fußballspieler in Bayern,
die lebten fast nur noch von Eiern.
Beim einen ging’s gut,
es drang nicht in’s Blut.
Der andre war nur noch am Reihern.
Nach der Stimmabgabe
... hat mühsam zur Wahl sich gequält
und hat auch tatsächlich gewählt.
Nun fürchtet der
Barsch,
es war für den
Arsch...
Hat je seine Stimm’ was gezählt?
Ende vom Lied
Zwei Greise aus
Inden bei Aachen,
die liefen — ich find’s nicht
zum Lachen —,
obwohl es sehr heiß weit,
— das war keine Weisheit —
bis einen zwei
Stechmücken stachen.
Frühe Reizbarkeit
Mein Enkelkind
Ninachen Ellen
Ist wirklich sehr
leicht zu vergrellen.
Dann meint sie recht barsch:
„He, Opa, du Arsch,
hör auf, dich so
doof anzustellen!“
24. Mai 2005
Heut’ endlich, da
hat Lafontaine
erklärt, ja, er
werde jetzt geh’n.
Die Partei ist erleichtert,
dass sie’s nun erreicht hat.
Ich glaube, das
kann man versteh’n.
Mit Drei in die Schule
Da sorgt der
Professor Lauterbach
für einen echten
Klabauterlach,
der Eltern empört:
Mit Drei, unerhört,
soll’s Baby in schulischen Dauerkrach!
An ViolaKunterbunt
Veilchen und größere
Blümchen,
Immer mehr Glück als ein
Krümchen,
Oft noch viel mehr,
Leicht nur statt schwer,
All das als stattliches
Sümmchen!
(Anmerkung von zackenbarsch: Als Geburtstagswunsch für
ViolaKunterbunt)
Rückblick und Feststellung
Bei keinVerlag
dümpel umher
ich Barsch, mir
fällt manches recht schwer.
Es hagelt Kritik,
mal kommt’s dünn, manchmal dick.
Und trotzdem genieß
ich es sehr.
Allein in
vertrauter Umgebung,
da fehlt es an
rechter Belebung.
Die Wände sind stumm.
Der PC ist doch dumm!
Erst hier kommt der
Geist zur Erhebung.
Drum freu ich mich,
dass ich gefunden
ein Plätzchen für
müßige (?) Stunden.
Hier fühl ich mich wohl.
Dass manches auch hohl,
sag trotzdem ich
ganz unumwunden.
Auf Steinchenwerfers Kommentar
Der Werfer fand
nett die Idee.
Ob ich sie auch
selber so seh’?
Ich fand sie schon Klasse,
voll Pep und voll Rasse...
Jetzt schnapp’ ich
bald über, o Weh!
Urlaubsweh
Was fang ich denn
nur mit mir an,
ich hilfloser
älterer Mann?
Meine Nina ist weg
.
Was hat jetzt noch Zweck,
Wo ich nicht einmal
sehen sie kann?
Die herrlichste
Sprache der Erden,
ihre unerreichten
Gebärden!
Jetzt sind sie verschwunden
und ich zähle die Stunden,
bis wahrnehmbar wieder sie werden.
Sand
Ins Planschbecken
kippt sie sich Sand.
Ich zweifle an
Ninas Verstand.
Was soll der da drinnen?
Ja, bist du von Sinnen?
„Aber, Opa, ich
mach mir ’nen Strand!“
Großvaters Klagelied
Solange auf sie ich
verzichten
muss, könnt’ ich ja
wirklich mal dichten.
So sieht es zwar aus;
doch letztlich, o Graus,
wird ihr Fehlen den
Antrieb vernichten.
Da hock’ ich nun
lustlos im Haus
und spür: der
Esprit geht mir aus.
Ach, wär’ sie nur hier,
ein Stapel Papier
im Nu wär’ gefüllt mit der Maus!

wie ein Waldgebiet
ohne Verpachtung.
Mein Vormund ist weg,
und ich lieg’ im Dreck
mit den Anzeichen
geist’ger Umnachtung!
Sah Waldemar
Hartmann zur Pause
— ich dacht’, dass
der Affe mich lause, —
Edmund Stoiber als Gott?
Das reizt schon zum Spott:
O Waldemar, welch
eine Flause!
O-Ton Waldemar Hartmann in der Pause des Einweihungsspiels der Münchner Allianz-Arena am 30. Mai 2005 (München 1860 : 1.F.C. Nürnberg): „... von der Allgegenwart des bayrischen Ministerpräsidenten.“
Trotzdem
So ist es tatsächlich im Leben:
Es wird schonmal Zeiträume geben,
da geht es uns schlecht,
da ist uns nichts recht...
Doch das zeigt nur: Wir sind noch am Leben!
Stoßseufzer
Wenn ich doch
Dichter nur wäre,
nicht so’ne
klapprige Mähre,
könnte ich dichten,
mit Sprache belichten...,
statt dass ich
sprachlos oft wäre!
Späte Selbsterkenntnis
Es war mal ein
Lehrer in Rheydt,
der hielt sich für
ziemlich gescheit.
Doch die eigenen Kinder,
die erlebten das minder,
die wurden ihn ganz
einfach leid.
Eintopfexperiment
Als Linsen nahm
heut ich dir roten,
natürlich ganz
blank, ohne Schoten.
Die nahm ich noch nie,
ich weiß auch nicht wie,
aber nach zehn Minuten hatten sie sich schon aufgelöst wie dieser Limerick!
Großvaterschmerz, mal an anderer Stelle
Ein Opa als
Vaterersatz
Nahm heut auf ’nem
Kinderstuhl Platz.
Der war zwar zu klein
Und hart obendrein:
Zwei Stunden lang
Pein für den Schatz!
Die Oma hat nicht
so gelitten,
ihr Stühlchen zwar
gleich, unbestritten,
die Haltung nicht kesser,
doch ihr Polster war besser.
Drum hat sie halt
nicht so gelitten.
Schmerzliche Erkenntnis
Da gab es doch
Frauen, die baten,
ich mög’ sie ein
wenig beraten
zur Limerickform.
Mein Ich schwoll enorm...
Jetzt fühl ich mich
richtig verbraten!
Denn schon ihre
ersten Gedichte,
die machten den
Wahn mir zunichte.
Das war einfach Spitze!
Ich sitze und schwitze,
seh’ alles in anderem Lichte.
Wetten
Ein
Buchmacherlehrling aus Bremen,
der wusste die
Kunden zu nehmen.
Sein Trick, der war schlicht:
Er redete nicht
von Pferden und
ihren Problemen.
So fassten die
Leute Vertrauen,
glaubten ihn übers
Ohr schon zu hauen.
Doch nach einiger Zeit,
—da war es so weit—
ließ er in die Röhre sie schauen.
Alterswunder
Da hab ich heut
morgen gelesen,
— das ist es ja
dann wohl gewesen —:
Die Hirnmasse schwindet...
Der Geist, der erblindet? —
Nein, gar nicht! So
lauten die Thesen!
Laut Meldung
(ddp, 13.06.05) haben Forscher in Canberra herausgefunden,
dass trotz
alterbedingter Hirnmassenschrumpfung keine Beeinträchtigung
geistiger Funktionen feststellbar ist.
Antwort auf den Vorwurf eines anderen Autors,
mein Sonett sei keins
Hm, er meinte, es sei kein Sonett,
doch da wurd’ mein Bewusstsein kokett:
Auch aus drei und fünf Zeilen
— wenn man’s so möchte teilen —
kommt heraus unterm Strich ein Oktett!
Der Vorwurf
lautete, das Gedicht sei metrisch nicht in Ordnung, weil
es mit den beiden Eingangsstrophen zu drei und fünf
Zeilen kein richtiges Oktett aufweise.
Das in Frage stehende Gedicht war „Sonett auf den sechzigsten Geburtstag“; dabei hatte ich nur die schriftliche Darbietung nach den Wörtern des Akrostichons angeordnet.
Scheißlyrik?
Ist etwa ein Krieg
ausgebrochen?
Die Stimmung ist richtig
am Kochen.
Ob’s „Scheißlyrik“ gibt,
ist dem, der sie liebt,
egal, realistisch
gesprochen.
An Alpha
Ach Alpha, du hast’s
angezettelt.
Ja, regelrecht darum
gebettelt.
Nun hast du den Scheiß,
die Kacke ist heiß!
I hope that it soon will be settled!
Meine Muse Nina ist zurück
Drei Wochen blieb leer das Papier,
von fünf Blättern wenigstens vier.
Mein Schätzchen war weg,
was hatte noch Zweck?
O Wunder, sie ist wieder hier!
Sie drückte den Opa so lieb,
dass dem schier der Atem weg blieb.
Gewachsen und braun,
eine Lust, sie zu schaun!
Und schon klappt jetzt wieder der Schrieb! (16.06.2005)
Langes Leben durch kV
Australische Forscher
entdecken,
dass Kräfte in
Freundschaften stecken,
die Stimmungen heben,
den Menschen beleben
und deutlich die
Lebenszeit strecken!
London (ddp,
16.06.2005) Gute Freunde helfen, das Leben zu verlängern. Sie sind sogar
deutlich wichtiger als enge Familienbindungen, fanden australische Forscher
heraus. Freunde könnten in schweren Zeiten einen wichtigen Einfluss auf
Stimmungslage, Selbstwertgefühl und Bewältigungsstrategien ausüben... Das Team
um Lynne Giles analysierte Daten einer zehnjährigen Beobachtung von knapp 1500
Senioren. Ergebnis: Stärker als enger Familienkontakt verbesserten enge
Freundschaften und Vertrauensverhältnisse die Lebenserwartung, auch wenn sie
vorwiegend nur mit räumlichem Abstand zu verwirklichen waren.
Daraus ergibt sich für kV: Überall da, wo in diesem Forum Freundschaften entstehen, müssten ähnliche Ergebnisse zu erwarten sein. Das ist doch mal ein positiver Aspekt!
Das Mininini-Syndrom ¹
Bei mir gibt es eine
Erscheinung,
das ist ’ne Art
Krankheitsverneinung.
Syndrom nenn ich’s schon
der Krankheit zum Hohn.
Ist aber gesund! (Meine
Meinung)
1 Zusammengezogen < „Mit Nina niemals Nikotin“
Frauenfußballreklame
Ein schwedischer Greis
lässt erschrecken
mit dem, was er jetzt tat
aushecken:
Durch knappere Dresse
viel mehr Interesse
am weiblichen Fußball zu
wecken.
Und auch sein Pendant aus
der Schweiz
ist gegen den züchtigen
Geiz.
Auch er ist dafür,
dass über Gebühr
sich zeigen soll
weiblicher Reiz.
Nach einem
Bericht von Robert Peters „Alte Männer und Sexappeal“ (Rheinische Post vom
20.6.2005) hat der UEFA-Präsident Lennart Johansson verlauten lassen, „die
Fußballerinnen sollten zur Steigerung des öffentlichen Interesses mehr Sex ins
Spiel bringen – zum Beispiel durch entsprechend geschnittene Kleidung oder den
teilweisen Verzicht auf dieselbe.“ Auch FIFA-Präsident Sepp Blatter hat ähnliche
Vorstellungen von einem neuen (Un-)Dresscode für die Fußballerinnen
geäußert.
Relativitätstheorie
Es sind doch nur vierzig
Millionen,
das muss man ja nun schon
betonen,
Kreditkartendaten
Geknackt in den Staaten,
und mehr kann man dann
auch nicht klonen.
Zur Pressemeldung, dass Hacker in den USA bei Cardsystems Solutions die Daten von rund 40 Millionen Kreditkarten geknackt haben. Insgesamt sind in den USA jedoch ca. 1,1 Milliarden Kreditkarten im Umlauf. Mittlerweile sollen auch in Deutschland Kreditkarten betroffen sein.
Angriffskrieg
Ein Major, der errang
einen Sieg
nicht im, sondern gegen
den Krieg.
Das Verwaltungsgericht
enthob ihn der Pflicht
im völkerrechtswidrigen
Krieg.
Es ging um den Krieg im
Irak,
der schwer auf der Seele
ihm lag.
Wer Angriffskrieg führt,
kein Gewissen verspürt,
ob der „gut“ ist, steht
kaum noch in Frag’.
Zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, das einem Major der Bundeswehr das Recht auf Befehlsverweigerung zuerkannte, mit der sich dieser der aktiven Teilnahme am Irakkrieg entzogen hatte. (23.06.2005)
Europäische Bienenmänner?
Jetzt möchte Europa versuchen,
ein Stück zu erhaschen vom Kuchen,
dem Deal mit den Drohnen.
Es könnte sich lohnen,
die eigene Trade Mark zu buchen.
So denken zumindest die Bosse
der auto-mobilen Geschosse.
Der Vorsprung der Staaten
bei Kriegsautomaten
macht das jedoch eher zur Posse.
Zur Meldung der „Frankfurter Rundschau“ vom 24.06.2005: „Die Drohnen-Krieger sind auf dem Vormarsch“, wonach der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS mit einem neuen unbemannten Kampfflugzeug in das Zukunftsgeschäft mit ferngelenkten Kriegswaffen dränge.
Pappagallo ovvero
pappagallino?¹
Da ärgerte doch
Berlusconi
die Finnen mit seinem
Getoni,
als frech er geprahlt,
er hab’ – wie gemalt –
Halonen behandelt als
Loni.
1 = Papagei
(Pappagallo) oder Wellensittich?
Zur Meldung „Berlusconi verärgert Finnen“ (Frankfurter Rundschau, 24.06.2005), die darüber berichtet, italienische und finnische Politiker hätten Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Donnerstag scharf für seine Bemerkung kritisiert, er habe der finnischen Staatspräsidentin Tarja Halonen mit allen seinen „Playboy-Fähigkeiten“ die EU-Lebensmittelbehörde abgeschwatzt.
Emissionsminderungszertifikat
Heut ist meine Zeitung
einmal,
so sagt sie,
klimaneutral!
Die Produktion
mit CO2-Emission,
die bleibt zwar, doch das
ist egal.
Denn klimabewusst hat das
Blatt
erworben ein
Zertifikat
in Gundorf in Sachsen,
damit dort kann wachsen
emissionsarm der Strom
richtig satt.
Die „Frankfurter Rundschau“ hat heute (25.06.2005) ihre Seite 2 ganz ihrer Klimaschutzpolitik gewidmet, indem sie detailliert darstellt, wie sie durch den Kauf eines Emissionsminderungszertifikats über 100 t CO2 vom Betreiber einer Biogasanlage im sächsischen Gondorf ihren eigenen Ausstoß von rund 95 t für die Wochenendausgabe neutralisiert hat.
Warum Geburtenraten einst höher gewesen sein könnten
Ein Urahn von mir kam aus
Barmen
und diente dort bei den
Gendarmen.
Ob je er gedichtet,
wird nirgends berichtet.
Doch fern hielt er sich
von den Warmen.
Denn lieber da zeugte er
Kinder,
wobei er ein wirklich
Geschwinder,
die’s Weib dann gebar,
und zwar Jahr für Jahr;
vielleicht mangels
Präsererfinder?
Der Junibaum
Wie war meine Nina
gekränkt,
als Opa den Maibaum
versenkt
ganz tief in der Tonne!
Doch groß war die Wonne,
als dann er den Junibaum
schenkt’!
Ausflugsentscheidung
Der Ausflug vom Chor geht
nach Soest.
„Die sind wohl nicht
recht mehr bei Trost!“,
so wird schon gemeckert
und grämlich gekeckert:
„Beim nächsten Mal, da wird gelost!“
Ausflugsentscheidung (Nachtrag)
Nachdem man entschieden
mal hatte,
war selbstredend Schluss
der Debatte.
Doch nun ist es raus:
Der Ausflug fällt aus,
weil niemand mehr Lust
darauf
hatte.
30.06.2005 (Eine Woche später)
Der Junibaum
Wie war meine Nina gekränkt,
als Opa den Maibaum versenkt
ganz tief in der Tonne!
Doch groß war die Wonne,
als dann er den Junibaum schenkt’!
Grillabendproblem
Zum Grillen demnächst für den Chor,
bereit’ ich bestimmt etwas vor.
Weiß nur noch nicht was.
Am besten: Ich lass
entscheiden den ganzen Tenor.
Kombi-Lohn
Da macht ’ne Partei viel Getöne
um Zuschuss für niedrige Löhne.
Doch niedriger Lohn
Ist selber schon Hohn
trotz all unsrer Bosse Gestöhne.
Und wer muss den Zuschuss dann zahlen?
Das Volk, das doch außer den Wahlen
nichts wirklich entscheidet,
nur immerzu leidet.
Juhu, wie die Bosse da strahlen! 26.06.2005
Straßenkehrer der Nation
Da Mahmud Ahmadinedschad,
die Stichwahl gewonnen nun hat,
gibt er sich als Mann,
der dort im Iran
als Kehrer die Straßen fegt glatt.
Das persische Volk hat gewählt,
die Stimmen, die sind jetzt gezählt.
Bald wird die Welt wissen,
was Menschen vermissen,
wo Alternative gefehlt.
Karim El-Gawhary berichtet in der heutigen „Frankfurter Rundschau" (27.06.2005), Irans neugewählter erzkonservativer Präsident gebe sich als Hüter der Moral und Anwalt der kleinen Leute. Unter anderem habe er erklärt, er sei stolz darauf, „der Straßenkehrer der iranischen Nation zu sein".
Wortlose Antwort auf eine bange Frage
Beim Kochen, da konnt’ ich nur hoffen,
denn da war die Frage noch offen:
Mag Nina die Linsen?
Oder geht’s in die Binsen? –
Ihr Löffeln verriet: Fein getroffen!
28.06.2005
Das verlassene Mädchen
Es war heute gleich nach
dem Essen,
ihr Kummer war kaum zu
ermessen.
Die Tränchen, die liefen,
schlimm musste sie schniefen...
Der Papa, der hatt’ sie
vergessen!
War einfach verschwunden
nach oben,
nichts hatte gemerkt sie
beim Toben.
Und nun war er weg!
Das war schon ein Schreck.
Doch rasch war das
Unglück behoben.
Denn Opa, der kennt viele
Sachen,
die Ninakind bringen zum
Lachen.
Als hoch er sie schwang,
es bald ihm gelang,
die Heiterkeit neu zu entfachen. 28.06.2005
Mit Nina im Kasperletheater
Die meisten
Erziehungsberater
befürworten
Kaspertheater.
Bloß: Nina blieb stumm.
Sie ist doch nicht dumm!?
Es sind wohl die Gene vom
Vater...
Nur einmal, da sah sie
mich an,
als wolle sie sagen: „Der
Mann
hat Falsches gesungen!“
Denn was da erklungen,
war anders, als sie es
längst kann.¹
Der Räuber, der sang von
Spinat,
von Hühnern und auch von
Salat.
Das konnt’ doch nicht stimmen,
war gar nicht zum Schwimmen.
Was der da gedacht sich
nur hat!
¹ Der Räuber
Hotzenplotz hatte zur Melodie von „Alle meine Entchen“ gesungen:
„Alle meine
Hühner schwimmen im Spinat, schwimmen im Spinat,
laufen übers
Spiegelei und landen im Salat.“
Als wir nach der
Vorstellung das Gebäude verlassen hatten, meinte Nina:
„Jetzt möchte ich den Kasper noch mal sehen.“ 30. Juni 2005
Das Rezept des Pantomimen
Vor Jahrzehnten schon sah
ich Marceau.
Schon toll, dass der
immer noch do!
Stets wortlos und stumm
ist gar nicht so dumm.
Es scheint zu verlängern
die Show.
Nachdem ich der Zeitung entnommen habe, dass Marcel Marceau vom 29.-31.07.05 in der Alten Oper Frankfurt auftreten wird.
Frustrationswürfelei
Anstatt mit der Kleinen zu toben,
wollt’ ich Würfeln mit Nina erproben.
Doch statt richtig zu knobeln,
legte stets mit ’ner nobeln
Gebärde sie Sechsen nach oben.
So hat sie natürlich gewonnen,
ganz gleich, was der Opa begonnen.
„Geht doch besser mit Legen
als mit doofem Bewegen!“,
so meinte der Schatz ganz versonnen.
Rollenspiele
Mein Schätzchen mit großem Behagen
Kommt mehrmals am Tag mit: „Was sagen!“
Ob Stofftier, ob Puppe,
das ist ihr ganz schnuppe.
Sie reicht’s mir, und ich muss mich fragen,
womit ich den Wunsch ihr erfülle.
Denn dass ich in Schweigen mich hülle,
das wär’ ganz verkehrt.
So spiel ich – gelehrt –
den Petzi, das Pony, die Bille.
Ganz zwanglos entsteh’n Dialoge,
bei denen ich Altpädagoge
mich anstrengen muss.
Doch reinster Genuss
strömt über den Opa als Woge!
Sie hört zwar nur Opa, der tönt,
doch wenn der dann jammert und stöhnt,
den Sprecher brav mimt
und ihr Lachen vernimmt,
dann spürt er, wie sie ihn verwöhnt!
Historischer Tag
Da trug doch der
Außenminister
— zwar nicht grade
einen Tornister —
höchst
selber die Tasche
— Welch seltene Masche! —
zum Platz. Wer sich
fragte: „So ist er?“
Der wurd’ eines
Bessern belehrt:
Beim Rückweg hat
nichts mehr beschwert.
Denn einer der Damen,
die da mit ihm kamen,
der hat er die
Tasche
„verehrt“.
Nach
eine RP-Notiz vom 2.7.2005

Hans Memling: Bildnis einer jungen Frau (Katalogrepro)
Illusionsmalerei
Hans Memling, der
Maler aus Brügge,
der wurde in
Belgien flügge.
Er kam zwar vom Main,
da war’s ihm zu klein.
Drum malte er
lieber in Brügge.
Er schenkte der
Welt viele Damen,
die gerne Modell
sitzen kamen.
Mit feinem Verstand
der Meister erfand,
dass sie legten die
Hand auf den Rahmen.
Zur aktuellen
Ausstellung „Memling und das Porträt“ in Brügge (Groeningemuseum) bis zum 4.
September 2005.
Memling (1433-1494) entwickelte das „Dreiviertelporträt“. Bei manchen Bildern (wie dem abgebildeten) lässt er die Hände des Modells auf einer Brüstung ruhen, die als Gemäldestreifen in den Rahmen übergeht.
Nicknames
Wer zu pubertär sich
entblättert,
arrogant über andere
wettert,
der achte darauf,
dass nicht im Verlauf
er zu viel bei denen
zerschmettert.
Dem ungenannten
Adressaten sei hier gleich schon ein passender Antwortlimerick
vorgeschlagen:
Wenn unwillig blubbert
ein Barsch,
mich angreift mit Worten
recht harsch,
dann bleibe ich stur
und denke mir nur:
Er soll mich doch lecken
am ...!
Leider ist mir
ein passender Reim für die Schlusszeile nicht eingefallen; den müsste er sich
selber suchen. Kleiner Tipp: Vielleicht hilft ein Blick in den Spiegel.
Limerickübung (für Anfänger)
In Afrika lebte ein
Barschkoch,
der duldete stärkstes
Geschnarch noch,
doch fiel aus dem Rahmen,
wenn Töne mal kamen
statt aus dem Gesicht aus dem ... Aufgabe: Ergänze den fehlenden Schlussreim.
Problemlösung à la Verheugen
Da hört’ man von Günter Verheugen
ein garstiges Wort, so die Zeugen:
Mit Feinstaub die Alten
nur gleich auszuschalten,
anstatt sie am Tropf noch zu säugen!
EU-Industriekommissar Günter Verheugen soll sich laut „Focus“ (4. Juli 2005) abfällig über ältere Menschen geäußert haben. In einer Sitzung habe sich der 61-Jährige gegen strengere Auflagen für die Industrie gewehrt. Auf die Anmerkung von Umweltkommissar Stavros Dimas, allein die Feinstaubbelastung koste viele ältere Menschen das Leben, soll Verheugen erwidert haben: „Ein Problem weniger.“
Linksruck
So werden die Wähler
gelinkt,
das „Wahlmanifest“, ja,
das winkt:
„Nach links geht die Richtung
sozialer Verpflichtung!“
Ich fürchte, der Braten, der stinkt...
Gewissensfrage um 22:30 Uhr
Soll wirklich ich jetzt noch was essen?
Hab glatt heut’ das Essen vergessen!
Zwar gekocht hab ich richtig,
doch bei Tisch war mir wichtig,
dass der andern Portion gut bemessen.
So blieben für mich nicht mal Reste.
Ich glaub fast es wäre das Beste,
ich ging’ gleich zu Bett,
dann würd’ ich nicht fett,
anstatt dass ich jetzt mich noch mäste.
Doch dann könnt’ ich heut’ nichts mehr schreiben.
Drum lass ich das Schlafen noch bleiben
und schmier mir ein Brot
und denk: Sapperlot,
Disziplin kann man auch übertreiben! 5. Juli 2005
Europäisches Geschmäckergemecker
Da gab doch soeben
Chirac
den Briten Kritik auf den
Sack:
Ihr Essen sei schlecht!
Die Antwort (zu Recht?):
Er hab wohl ’nen
schlechten Geschmack.
Die Finnen jedoch, ganz
gelassen,
obwohl sie mehr Grund,
ihn zu hassen
— denn dieser Verächter
fand Finnkost noch schlechter —,
sie lassen französisch
ihn prassen.
Des rheinischen
Hausmannes Kost
hat anscheinend nie ihn
erbost.
Ich bleib daher heiter
und koch fröhlich weiter
und sag nur dazu: Na,
denn prost!
Zu einer Notiz
(„Igittigitt“) der Rheinischen Post vom 6. Juli 2005
Foto: AFP
Gedanken am 70. Geburtstag des 14. Dalai Lama
Dies Jahr, das ist auch
Panorama
der Siebzig des Herrn
Dalai Lama.
Sein Jahrgang auch meiner,
das weiß zwar fast keiner,
doch daraus ergibt sich
kein Drama.
Wie er pfleg’ auch ich,
ganz gelassen,
mein Schicksal getrost zu
erfassen,
zu widrigen Sachen
zumeist noch zu lachen,
wie’s am besten für Lebensinsassen. 6. Juli 2005
Bart und Politik
Als Bartträger hab ich
kapiert,
warum Politik so
stagniert.
Beim Anblick von Beck
den Grund ich entdeck:
nicht bärtig, jedoch
schlecht rasiert!
Symbolisch für schlechtes
Entscheiden
und echte Entscheidung
Vermeiden:
Ob glatt oder Bart —
Wer’s so hält erspart,
wie er glaubt, sich die
Wahl zwischen beiden.
Wer denkt, mit Frau
Merkel würd’s besser,
rennt gleich in ein
offenes Messer:
Ihr bleibt doch verwehrt,
ob den Bart sie sich schert.
Ach, wär’ ich nur
Sorgenvergesser!
Gedanken beim Betrachten der Sendung „Hart aber fair“ (WDR III, 06.07.2005, 20:15-21:45 Uhr) unter anderen mit Kurt Beck, dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz. Die übrigen beteiligten Politiker (Ursula Engelen-Kefer, Dirk Niebel, Ronald Pofalla) haben mich auch nicht positiver gestimmt, eher schon der Moderator Frank Plasberg und der arbeitslose Bibliothekar und Familienvater Frank Schmitter.
Nächtliche Wortartverwirrung
Der Komparativ zum Wort
„Schaf“
ist „Schäfer“ und der zu
„Schlaf“
könnt’ „Schläfer“ wohl sein.
Doch bald schlaf ich ein,
obwohl mit Entzug ich
mich straf’.
Ich weiß zwar nicht
richtig wofür,
bald steht schon der Tag
vor der Tür.
Und hier bei kV,
da wird mir ganz flau.
Wird Zeit, dass ichs Bettzeug berühr! 7.Juli 2005
Gegensatz
Ob sie Tier ist oder bloß Schale,
ob verspeist, ob benutzt nur beim Mahle,
ist der Muschel ganz gleich,
denn sie selber ist weich.
Das Harte ist nur ihre Schale.
Vergänglichkeit
Als Schnitzel
dreht’s Schwein
seine Runden¹,
und dabei
entscheiden Sekunden,
ob’s gut wird geraten
und richtig gebraten.
Egal! — Schon
ist’s reinweg
verschwunden.
¹ in meiner Pfanne – Anfangs- und Schlusszeile sind durch Schüttelreim verbunden. (9. Juli 2005)
(SCHR)O(E)DERBRUCHFRAGE
Als wahlkampferfahrener Kenner
nennt Kohl er und Merkel nun „Penner“.
So hört’
ich ihn gestern.
Ach,
Brüder und Schwestern,
er zählt wohl zum nämlichen Nenner.
(11.07.2005)
Profilneurose
Die Lyra – ja, die – Berethil
besitzt zwar Esprit und auch Stil.
Nur
manchmal, o Drama,
dann wird
sie zum Lama...
Drum kratzt ihr nur nie am Profil!
(11.07.2005)
Falscher Titel
Ja, „Bücherersatzkonsequenz“
Als Titel ist Mist zur Potenz.
Wie schön
wär’s gewesen,
hätt’s
jemand gelesen!
Gefreut hätt’s vielleicht schon die Pänz...
Irrungen...
Ich irre in Irrtümerschleifen,
illusorischem Irrlichtergreifen.
Ich irre
intern.
Im
Irrtümerkern
ist immerzu Inwendigreifen.
Jagdfieber
(Tautographisches Elfchen auf J)
Jeder
junge Jäger
jagt jahrelang Jungfrauen,
je jünger, je jähere
Jagd.
KVs – so’ne und so’ne
Am Elften im Elften geboren,
ein wichtiges Amt zwar verloren...
Für Friedrich war’s bitter.
Doch bald wird er Ritter:
Der AKV hat ihn erkoren.
Das hätt’ mein KV nicht getan,
denn hier kommt’s auf anderes an.
Hier gibt’s weder Ritter
noch Merkelgewitter...
Drum hat man mehr Spaß auch daran.
Zu einer
Pressenotiz („Rheinische Post“ vom 13.07.2005) über die Wahl von Friedrich Merz
(*11.11.1955) zum 56. „Ritter wider den tierischen Ernst“ durch den Aachener
Karnevals Verein von 1859.
TOUR Kultur
Der im Titel genannte Bericht,
der bringt schon so manches ans Licht:
’ne Kuh, schon recht fett,
fraß trotzdem Baguette;
nur Käse, den mochte sie nicht.
Erkenntnis beim Betrachten der Reportage von der 11. Etappe der Tour de France am 13. Juli 2005 in der ARD.
Kindergartenprobe
Bestanden hat unsre Mikrobe
im „Garten der Kinder“ die Probe.
Und gar nicht so dumm:
Zwei Stunden ganz stumm
gewartet bei allem Getobe.
Frau Arndt¹ fühlte leicht sich umnachtet
bei Ninas: „Ich hab’ nur gewartet.“
— an Oma gerichtet,
sobald sie gesichtet —
„Ich bin nicht so stumm, wie ihr
dachtet!“
13.07.2005
¹ Gruppenleiterin im Kindergarten
Stoffwechsel
Beim Rasenmähn hat die Maschine
gestreikt. Dass das kaum meine Miene
hat gut bleiben lassen,
vielleicht ist’s zu fassen.
Mein Gedanke? – Entsorgt in Latrine... 14.07.2005
Rechtschreibreform
Bald wäre in Kraft sie getreten,
so heftig auch manche dran drehten.
Doch Rüttgers und Stoiber
und Wulff spielen Räuber.
Zu wünschen, dass einsehn sie täten:
Wer lernt, der braucht Regeln, verbindlich,
sonst leidet der Geist ganz empfindlich.
Und was wir seit Jahren
von PISA erfahren,
wird schlimmer durch Faxen so kindlich!
Den Neuschrieb schon Jahre benutzt...
Nun reiben sich Kinder verdutzt
und staunend die Augen.
Das soll jetzt nicht taugen?
Ihr Recht wird vom Wahlkampf
gestutzt.
18.07.2005
Gedanken nach
der in allen Medien verbreiteten Meldung, dass Bayern, Nordrhein-Westfalen und
Niedersachsen die Rechtschreibreform nicht in Kraft setzen wollen.
Über die
Auswirkungen auf das Lernverhalten von mehr als 15 Millionen betroffenen Kindern
– die seit nunmehr 7 Jahren nach der neuen Rechtschreibung unterrichtet werden –
haben sich die Politiker wohl kaum Gedanken gemacht. Und darüber auch nicht: Je
nach Bundesland unterschiedliche Rechtschreibung?
So etwas
geschieht immer, wenn sich Politiker mit Dingen beschäftigen, von denen sie
keine Ahnung haben. Und überdies noch Entscheidungen dazu treffen.
Armes Deutschland!
Wat hann esch jedonn un jebrasselt,
nu hatte mesch alles vermasselt!
Dä ToX es e Deer
möt sin Version Veer...
Esch hann an de i’eschte jepuzzlet!!!
Das passiert,
wenn man zu voreilig ist: Stundenlang hatte ich an einer Übertragung eines
ToX-Textes aus dem Tiroler Dialekt ins rheinische Platt gearbeitet, um jetzt
(nach Abschluss der Arbeit) festzustellen, dass ich meine Mühe in eine
inzwischen überholte Fassung investiert hatte.
Schildschwein
Ein Wildschwein Camilla zum Wappen?
Doch – wirklich ein köstlicher Happen!
Und das ist der Clou:
Die Queen stimmte zu.
So muss die Geschichte doch klappen.
Nur etwas scheint leider vertrackt:
Dem Schwein ist der Kopf abgehackt.
Ob das was besagt,
wohl mancher sich fragt...
Ganz gleich, denn die Hauer sind nackt!
Laut DPA
(17.07.2005) hat Camilla, die Frau von Prinz Charles, am Sonntag ein eigenes
Wappen bekommen: Ein Eber mit Goldkette und ein Löwe halten den Wappenschild. Im
Schild selbst zeigt ein abgehackter Wildschweinkopf seine beachtlichen
Hauer.
Siegesaussicht?
Jan Ullrich hat kaum eine Chance.
Ja, wär da nicht wieder der Lance...
Der Armstrong so stark,
das trifft ihn im Mark.
Adieu gilt dem Tour-Sieger-Glanze.