Hier erfahrt ihr nun einiges über
Die Geschichte Großgründlachs
meinem Heimatdorf wo ich seit meiner Geburt im Oktober 1982 wohne!
Anno 1021 wird Großgründlach erstmals urkundlich erwähnt.
Während einer kurzen Zeit, in der sich der Ort im Besitz des Burggrafen von Nürnberg befand, erhielt er 1328 die Stadtrechte verliehen, von denen jedoch kein Gebrauch gemacht wurde.
Von 1348 - 1525 war in der alten Burg (dem heutigen Schloß) das Zisterziensernonnekloster "Himmelthron" welches 1343 von Gräfin Kunigunde von Orlamünde gestiftet wurde.
Im Jahre 1552 während des 2. Markgrafenkrieges ist Großgründlach nahezu vollständig niedergebrannt.
Ab 1572 befinden sich Burg bzw. Schloß in Besitz Nürberger Patrizierfamilen, seit 1616 der Pfinzing von Henfenfeld.
Von der Zerstörung im 30-jährigen Krieg 1634 erholt sich Großgründlach bis Ende des 17. Jahrhunderts allmählich, Dies sieht man vorallem im Wiederaufbau der Kirche (1674-1681) und des Schloßes (1685-1700).
Im Jahre 1764 stirbt Johann Sigmund Pfinzing, der letzte seines Geschlechtes. Nach dem Tod seiner Witwe ging im Jahre 1766 die Schloßherrschaft an die Brüder Johann Sigmund und Johann Georg Haller von Hallerstein..
Um 1790 war Großgründlach für damalige Verhältnisse ein stattliches Dorf mit etwa 600 Einwohnern. Der Ort gehörte zum Landgebiet der Reichsstadt Nürnberg, die Gemeindeherrschaft gehört den Schloßbesitzern. Damals waren Großgründlach und Reutles noch deutlich getrennt.
Die Gemeindeordnung wird ebenfalls im Jahre 1790 erneuert. Es wird gereglt, dass nun in jedem Jahr am 28. Oktober eine Versammlung stattfindet. Stimmberechtig waren lediglich Bauern und Hausbesitzer, nicht aber Pächter, Gesinde usw. Es werden je zwei junge und alte Bürgermeister die aus den vier Ortsteilen kommen (Markt- oder Kirchenviertel, Zinkenwöhrder Viertel, Neuenhofer Viertel und Reutles) gewählt. Zudem regelt die Gemeindeordnung die örtlichen Angelegenheiten (Strafrecht, Nachtwache, Feuerschut, Gemeindearbeit, Beherbergung von Fremden und Verwandten, Haltung von Tieren und Fischerei).
Zu dieser Zeit hatten Lehrer einen schweren Stand. Sie waren wenig angesehen und schlecht bezahlt. Viele Großgründlacher waren Analphabeten, da sie auf dem Feld arbeiten mussten, und konnten meist nicht einmal ihren Namen schreiben.
Das Ortsbild um 1792 war wesentlich vom Kirchturm und Schloß beherrscht. Die Hauptstraße und die Straße nach Reutles wurden Mitte des 18. Jahrhunderts durch Alleen verschönert. Bauernhäuser waren durchwegs eingeschossig, nur dass Pfarrhaus, die drei Gastwirtschaften und das Wachthaus (erbaut 1791/92 hatte zwei Geschosse. Die Häuser hatten meist einen massiven Giebel auf der Wetterseite. In der Hauptstraße hatten alle Häuser auf der Westseite Fachwerkgiebel. Um das Dorf lag die von den Bauern geprägte Kulturlandschaft.
Verbreitet war seit dem 17. Jahrhundert der Tabakanbau.
Im Jahre 1792 waren in Folge des Krieges mit Frankfreich des öfteren Soldaten im Dorf einquartiert.
1796 führt Preußen die Hausnummern ein. Zu dieser Zeit gibt es in Großgründlach 76 Wohngebäude. Zu den Gebäuden gehören das Schloß, Gärtnerswohnung, Amtsknechtshaus, Pfarrhaus, Schule, Wächter-, Bad- und Hirtemhaus; alles in Gemeindebesitz. Zudem Schmieden, Wirtshäuser und Bäcker. Alle übrigen Gewerbe wie Metzger, Maurer, Zimmermann, Wagner, Schreiner, Schuster und Weber waren nicht konzessionspflichtig.
Am 09. Augsut 1792 marschieren Franzosen in Nürnberg ein und sind teilweise auch in Großgründlach untergebracht.
Harte Zeiten im Jahre 1802. Nach einer Trockenheit von April bis Juni richtet am 27. Juni ein Hagelunwetter große Getreideschäden an. Ein Hagelsturm am 03. August deckt Dächer ab. Auf den Feldern findet man tote Hasen, Rebhühner, Stare und andere Vögel. Obst Gemüse, Hirse und Tabak werden vernichtet. Es entsteht ein Gesamtschaden von etwa 20000 Gulden.
Am 20. Februar 1804 tritt Johann Sigmund Haller von Hallerstein als Nürnberger Reichsschultheiß zurück. Er stirbt am 16. Januar 1805. Seine Söhne errichten für ihn auf der Großgründlacher Herrenwiese ein Monument. Im Frühling 1805 wird auf einem künstlichangelegeten Hügel ein klassizistischer Sarkophag errichtet.
Nach dem Tod von Johann Georg Haller von Hallerstein am 15. Juli 1806 wird Samuel Freiherr Haller von Hallerstein sein Nachfolger. Dies wird er allerdings erst ab 31. Mai 1807 da von Ende September bis Anfang Oktober 1806 französische Truppen Großgründlach besetzten.
Am 30. Juni 1810 wird Großgründlach Teil des Königreiches Bayern (erst Fürstentum Bayreuth).
Im Jahre 1825 stirbt Samuel Freiherr Haller von Hallerstein. Nachdem Tod seiner Frau im Jahre 1837 übernehmen die Kinder Sigmund und Friederike (stirbt 1868) den Besitz des Schloßes. Das Schloß wird meist nur im Sommer bewohnt.
1862 wird das Amtsgerich und Bezirktsamt von Großgründlach Fürth zugeteilt.
Nach dem Tod von Sigmund Freiherr von Hallerstein 1873 übernehmen dessen Töchter das Schloß. Sie genießen ein lebenslängliches Nutznießerrecht.
Kirche und Schule in Großgründlach:
Im Jahre 1850 wird die Einführung eines Kirchenvorstandes beschlossen. Johann Georg Barfus wird zum Kirchenvorsteher ernannt.
Das im Jahre 1753 erbaute Schulhaus wird 1818 aufgestockt. Heute befindet sich darin das Verwaltungsamt Nord.
1858 wird ein zusätzlicher Hilfslehrer eingestellt und ein neuer Schulraum im Erdgeschoss geschaffen, wo sich bis dahin noch Viehställe befunden hatten. Bereits 1866 musste die Schule noch erweitert werden. 1880 wurde der Neubau der Schule an der Reutleser Straße beschlossen. Die Kosten beliefen sich dabei auf 13000 Mark. Das alte Schulhaus diente nun als Lehrerwohnung.
Die politische Gemeinde:
Im Jahre 1818 kam zur Verwaltung der Gemeindeausschuß, der sich aus dem Burgermeister, 3 bis 5 Gemeindebevollmächtigten und dem Ortspfarrer zusammensetzte. Zum Eigentum der Gemeinde gehörten das Hirtenhaus, das Badhaus (Verkauf an den Bader Johann Leonhard Falkner 1827) und das Armenhaus, welches aus dem Verkauf des Badhauses finanziert wurde. Zudem gehörten zu den Gemeindaufgaben, die Organisation des Feuerlöschwesen. In den Jahren 1715, 1734 und 1796 wurden jeweils eine Feuerspritze angeschafft. Im Jahre 1811 besaß die Gemeinde je ein Feuerleiterhaus in Großgründlach und Reutles. Das erste Spritzenhaus würde im Jahre 1840 erbaut, 1904 erweitert und diente bis 1979. Am 01. April 1884 wurde die freiwillige Feuerwehr Großgründlach gegründet. Am 14. Oktober 1909 stellt Kleingründlach den Antrag auf Einbürgerung. Seit 1811 gehörte es zu Eltersdorf, zum Kirchen- und Schulsprengel gehörten sie allerdings schon zu Großgründlach. Am 03. November 1911 wird dann beschlossen, dass Kleingründlach mit Wirkung zum 01. Januar1911 zu Großgründlach gehört.
Verkehr:
Im Jahre 1836 ist der Beginn des Baues des Ludwigdonaukanal. 1844 ist die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Nürnberg-Erlangen-Bamberg. 1876 wird eine Streckenänderung vorgenommen über Fürth mit Bahnhof in Vach. Im Jahr 1891 wird der Bahnwärterposten nach Kleingründlach verlegt um am 01. Mai 1895 wird die Eröffnung der Eisenbahnhaltestelle in Kleingründlach gefeiert.