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Im ZDF lief vor vielen, vielen Jahren eine Doku über MZB, die sie unter anderem während eines Deutschland-Besuches zeigt. Mit dabei waren ihre Übersetzer Manfred Ohl und Hans Sartorius. Mehr Infos gibt es demnächst an dieser Stelle.
Filmrezension Olaf Keith
"Abschied vom amerikanischen Traum: die erotischen Phantasien der Marion Zimmer Bradley"
von Susanne Müller-Hanpft und Martin Bosboom, ausgestrahlt vom ZDF am 4. August 1986, ca. 45 Minuten
Diese meines Wissens erste und (bislang) einzige Fernsehdokumentation über Marion Zimmer Bradley läßt leider einiges zu wünschen übrig. (Die ZDF-Sendereihe "Mona Lisa" berichtete vor Jahren ebenfalls über MZB, u.a. waren ihre Übersetzer Manfred Ohl und Hans Sartorius die Begleiter MZB`s, Anm. Britta)
Die ersten Minuten verschwenden die beiden Autoren mit belanglosen Szenen des amerikanischen Alltagslebens wie z.B. Menschen im Supermarkt, Gameshows, Ölpumpen (!?) und immer wieder Menschen mit gelangweilten Gesichtern im Supermarkt. Diese Szenen sind nur verständlich, wenn man die These der beiden Autoren bezüglich MZB berücksichtigt, die da lautet: MZB schreibt triviale, eskapistische Bücher ohne Anspruch für Durchschnittsmenschen, die dem Alltag entfliehen wollen. In ihrem ganzen Film erwähnen sie zwei Bücher von MZB, nämlich "Die Nebel von Avalon" und "Tochter der Nacht". Aber Darkover wird mit keinem Wort erwähnt. Ich habe den starken Verdacht, daß die beiden Autoren nur diese zwei Romane gelesen haben und auch sonst von Science Fiction und Fantasy herzlich wenig Ahnung haben, denn ihr ganzes Wissen über die amerikanische SF scheinen sie aus Comicserien geschöpft zu haben, die leider ebenfalls im Film auftauchen. Die viel zu kurzen Interviewszenen mit MZB selbst sind bedauerlicherweise simultan übersetzt, so daß man ihre Stimme nur ganz schwach im Hintergrund hören kann. Es wäre viel besser gewesen, diese Interviewszenen zu untertiteln. Außerdem wird der Film immer wieder von Szenen unterbrochen, in denen eine Schauspielerin (Jana Marinova) in sehr phantasievollen, aber ebenso unpraktischen Kostümen als Morgaine posiert, und in einigen Szenen zeigt sie darüber hinaus sehr viel Haut, vielleicht um die These von MZB`s erotischen Phantasien zu rechtfertigen?
Die Autoren behaupten, daß MZB Bücher für Leute schreibt, die aus der "profanen Sinnleere" und aus den "banalen Lebensumständen" des amerikanischen Mainstreams entfliehen wollen, berücksichtigen dabei aber nicht, daß MZB sich vor allem um Menschen kümmert, die nicht dem Mainstream angehören, wie z.B. Homosexuelle. Ihr Engagement für die Gleichberechtigung der Frau bleibt natürlich ebenso unerwähnt. Überhaupt lassen die beiden Autoren alles weg, was ihre simplizistische These in Frage stellen könnte. Das interessanteste an diesem Film sind übrigens die Szenen, die MZB schreibend am Computer zeigen, denn sie arbeitet gerade an dem Roman "The dark brother", der später zu "Die Erben von Hammerfell" wird. Insgesamt betrachtet ist dieser Film in jeder Hinsicht eine Katastrophe.
Erstveröffentlichung: "Relays 28"
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