Vor 60 Jahren:
Montag, 12. Februar 1945 - ein schwarzer Tag für Sillenbuch
Der 12. Februar 1945 war ein schwarzer Montag für Sillenbuch: dreizehn Menschen kamen damals ums Leben.
Was war geschehen?
Gegen 19.30 Uhr näherten sich 30 schnelle Kampfflugzeuge mit ihrer tödlichen Last an Bord zu einem Luftangriff auf Stuttgart. Die Attacke kam so überraschend, dass nicht einmal richtiger Bombenalarm gegeben werden konnte. Die schweren Sprengbomben trafen vor allem Gebäude in der Schwarenbergstraße und in der Haussmannstrasse in Stuttgart Ost und in der Brückenstraße in Bad Cannstatt. Die meisten Menschen befanden sich noch zu Hause oder auf dem Weg in die Schutzräume und wurden von den Bombenabwürfen völlig überrascht. Dabei gab es dort 68 Tote, 139 Verletzte und drei Vermisste. Der gesamte Luftangriff dauerte 16 schreckliche Minuten, von 19.30 bis 19.46 Uhr.
Auf dem Anflug zu den Zielen in Stuttgart wurden mehrere Sprengbomben über Sillenbuch abgeworfen und trafen drei Häuser in der Oberwiesenstraße schräg unterhalb der Martin-Luther-Kirche. Die Hausbewohner hielten sich zu der Zeit in ihren Wohnungen auf und wurden von den niedergehenden Bomben unvorbereitet getroffen. Zwei der drei Häuser wurden dabei völlig zerstört, alle ihre 13 Bewohner kamen ums Leben. Eine Bombe durchschlug das Dach des dritten Hauses, zündete aber nicht und blieb als Blindgänger mitten im Gebäude stecken.
Die Opfer dieses Bombenangriffs fanden auf dem alten Friedhof in Sillenbuch ihr gemeinsames Grab. Man findet die Grabstätte gleich links neben dem Haupteingang.
hgm
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Verfasser: Dr. Hans Georg Müller (Vorsitzender Bürgerverein Riedenberg-Sillenbuch e.V.) zum 60. Jahrestag 2005