In „Der wunderbare Weg – eine neue Psychologie der Liebe und des spirituellen Wachstums“ definiert M.Scott Peck 1978 die Liebe als den Willen, sich über seine eigenen Grenzen hinaus auszudehnen, um daran spirituell zu wachsen und damit auch das spirituelle Wachstum anderer Menschen zu nähren. Er beschreibt, dass Menschen sich dann ent-wickeln, wenn sie nach Ent-Wicklung streben, sich also klar dazu entscheiden, weiter wachsen zu wollen. Er beschreibt sehr treffend, dass wir nicht in der Lage sind, andere zu lieben, wenn wir uns selbst nicht lieben. Wir müssen selbst gut für uns sorgen, um Kraft für andere zu haben. Auch müssen wir, seiner Ansicht nach, nicht lieben, sondern entscheiden uns frei dafür zu lieben. Wenn wir uns anderen Menschen in liebe-voller Weise zuwenden, und ihnen damit möglicherweise zu spiritueller Ent-Wicklung helfen, dann haben wir uns zuvor klar und deutlich dafür entschieden.
M. Scott Peck
Was ist „universelle Liebe“?
Das Wichtigste im Leben ist die Liebe. Indem man Geist und Herz für die Liebe öffnet, beginnt die universelle, göttliche Energie ungehindert durch den Menschen zu fließen. Zwar ist jeder Mensch von Natur aus an diese Kraft angebunden, doch können negative Gedanken und Gefühle wie Angst, Zweifel, Schuldgefühle, Hass und Egoismus diesen Energiefluss blockieren und so alle möglichen gesundheitlichen, emotionalen oder spirituellen Probleme hervorrufen. Gelingt es jedoch, uns mit dieser inneren Energiequelle zu verbinden, stehen uns praktisch unendliche Kraftreserven zur Verfügung. Auch deshalb betonen viele Weisheitslehren, dass es wichtig ist, wieder in harmonischen Einklang mit der kosmischen, göttlichen Energie zu gelangen, etwa durch Meditation oder Gebet, aber auch, indem wir unser Herz mehr öffnen und unseren Mitlebewesen auf diesem Planeten mitfühlend und achtsam begegnen.
Die Frequenz der Liebe ist die höchste, uns zur Verfügung stehende Energieform und zugleich der größte Katalysator für die Entfaltung unseres unbegrenzten schöpferischen Potenzials. Wir sind hier, um unseren höchsten Seinszustand zu leben. Die Angst hat dafür gesorgt, dass die Welt in dem Zustand ist, wie sie ist. Liebe hat die Kraft, uns selbst und die Welt zu verwandeln. Es ist unsere Wahl.
Wenn man in sich wahre Liebe spürt, entsteht für sich selbst und alle anderen, im Körper eine Schwingung von acht Hertz (das entspricht der Eigenresonanzschwingung der Erde, auf die alle Säugetiere und der Mensch „eingestimmt“ sind). Unter dem Einfluss dieser Schwingung produziert die Zirbeldrüse ein spezifisches Hormon, das wiederum die Hormonproduktion weiterer Drüsen anrege – mit entsprechend verjüngender oder sogar lebensverlängernder Wirkung.
Universelle Liebe ist nicht auf einen bestimmten Menschen beschränkt, man kann sie ebenso für eine Blume oder einen Schmetterling empfinden, sie ist bedingungslos und schließt alles Leben mit ein. Indem man sich selbst mehr dafür öffnet, allem Leben mit Liebe und Mitgefühl zu begegnen, ob es sich um einen Vogel, ein Insekt, einen Baum oder den Nachbarn handelt, kommt man dem Wesen der wahren Liebe näher und kann dadurch auch sich selbst mehr Liebe und Mitgefühl entgegenbringen.
Ein wesentlicher Schlüssel, um sich selbst in eine gesündere Schwingung zu bringen, besteht darin, unseren Fokus immer wieder auf die Dinge zu richten, für die wir in unserem Leben – jetzt und bisher – wirklich dankbar sein dürfen, wie etwa Gesundheit, materieller Wohlstand, ein prachtvoller Sonnenuntergang, der Gesang eines Vogels, das Zusammensein mit guten Freunden etc. Wer sich in der Schwingung der Wertschätzung befindet und somit Dankbarkeit, Liebe und Freude ausstrahlt, erzeugt ein magnetisches Feld, das genau solche Situationen, Menschen und Dinge anzieht, die dieser Schwingung entsprechen.
Dazu interessant die Geschichte
"Die kleinen Leute von Swabedoo"
Die Liebe gibt nichts als sich selbst
und nimmt nichts als von sich selbst.
Die Liebe besitzt nicht, noch will sie Besitz sein.
Denn der Liebe ist die Liebe genug.
...
Und meint nicht, ihr könntet den Lauf der Liebe bestimmen,
denn befindet sie euch für würdig,
bestimmt vielmehr sie euren Lauf.
Die Liebe wünscht nichts, als sich selbst zu erfüllen.
Khalil Gibran "Der Prophet"

...
Aber gestattet einander Freiräume in eurem Beisammensein.
Und lasset die Winde des Himmels
zwischen euch tanzen.
Liebt einander,
aber macht aus der Liebe keine Fessel:
Sie sei eher eine wogende See zwischen den Küsten eurer Seelen.
Füllt jeder des anderen Becher,
aber trinkt nicht aus einem einzigen Becher.
Gebt einander von eurem Brot,
aber esst nicht von demselben Laib.
Singt und tanzt und freut euch zusammen,
aber gestattet einander, je für sich zu sein.
Gerade so, wie die Saiten einer Laute allein sind,
auch wenn sie von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des andern Gewahrsam.
Denn einzig die Hand des Lebens kann eure Herzen fassen.
Und steht zueinander, doch nicht zu dicht beieinander:
Denn die Säulen des Tempels stehen je für sich,
und Eichbaum und Zypresse
wachsen nicht jeder in des anderen Schatten.
Khalil Gibran "Der Prophet"
Peter Lauster beschreibt in „Die Liebe – Psychologie eines Phänomens“ (1980) sehr treffend, dass Liebe sich nicht passiv ereignet, dass mensch für die Liebe etwas tun, in Aktion treten und handeln muss. An diesem "aktiv werden" wird jeder einzelne Mensch sowie die gesamte Gesellschaft wachsen. Ebenso beschreibt er Handlungsweisen, die Mensch in die Lage versetzen, selbst zu liebender Handlung fähig und damit überhaupt erst liebes-fähig zu werden.
Peter Lauster

Erich Fromm geht 1956 in seinem Buch "Die Kunst des Liebens" u.a. der Frage nach, ob es eine Kunst zu lieben gibt oder ob dem Einzelnen die Liebe durch puren Zufall oder Glück "in den Schoß fällt", ohne dass mensch selbst etwas dafür tun muss. Wenn es sich um eine Kunst handele, dann müsse mensch bereit sein, zu lernen, um diese Kunst (wie andere Künste auch) auszubauen und sich darin weiter zu entwickeln. Er zeigt ganz klar auf, dass der Großteil der Menschen bei der Liebe davon ausgeht, sich möglichst attraktiv darzustellen durch besondere Schönheit oder besonderen Reichtum, Erfolg und Macht, um damit zu erreichen, selbst geliebt zu werden, "statt zu lieben und lieben zu können". Fromm weist auch eindeutig darauf hin, dass soziale Bedingungen dafür verantwortlich gemacht werden können, dass Liebe nur selten erlebt wird.