Im März 2010 ist mein Bruder aufgrund einer schweren, jedoch unbekannten Krankheit ganz plötzlich gestorben. :(
Zum Andenken an ihn hab ich ein kleines Video zu schöner Musik gemacht. Er selbst ist darauf nicht zu sehen, aber Himmels- und Wolkenimpressionen. Vielleicht erkennst Du ja auch den spirituellen Aspekt darin?
Ich gehe allein in den Wald, ins Feld oder an den See, schaue aufs Wasser und spüre manchmal die Gegenwart von Wesen… ich glaube daran, dass es ein Leben nach dem Tode gibt… dass die Seelen weiter leben… dass sie wieder geboren werden, um den Faden da wieder aufzunehmen, wo er abgeschnitten wurde, so lange, bis sie ihre Lektionen gelernt haben…
Wichtig ist, dass Mensch sich selbst erlaubt, Zeit zu brauchen, um zu verarbeiten, dass ein lieber Mensch nicht mehr unter uns weilt.
Das einzige, was wir für die Menschen, die von uns gegangen sind, tun können, ist, sie in Erinnerung zu behalten.
Manchmal spreche ich mit Freunden von irgendeinem Thema, und dann erinnere ich mich plötzlich, dass einer von denen, die nicht mehr leben, immer das und das gesagt hat. So behalte ich die Menschen in Erinnerung, das ist wirklich das einzige, was wir für sie tun können - sie nicht vergessen!
Wichtig ist dann auch, sich Zeit zu nehmen, um in diesen Erinnerungen zu schwelgen, sich darauf einzulassen. Und außerdem ist auch wichtig, die Dinge nicht zu verklären! Sicher kennst Du den Spruch, dass man nicht schlecht über Verstorbene reden soll. Ich rede nicht schlecht, doch ich beschönige auch nicht. Sie waren nicht immer nur gut. Und auch das sollten wir in Erinnerung behalten. Den ganzen Menschen mit allen Macken und Kanten, den „echten“ Menschen…
In unserer hektischen Zeit ist es ja leider so, dass sich die Menschen gar keine Zeitmehr nehmen, um sich auf die kleinen Dinge im Leben einzustellen. Mensch vermeidet lieber die unangenehmen Dinge im Leben, wie z. B. Trauer oder Schmerz. Die Menschen glauben, wenn sie sich nicht damit auseinander setzen, dann ist das Problem nicht da!
Wie ein Kind, das sich hinter vorgehaltenen Händen versteckt!
Stille
Gewiss, ich werde traurig sein
wenn du gehst.
Es wird Stille sein.
Ich werde Dich am Horizont
kleiner werden sehn
bis Dich die untergehende Sonne
wegleuchtet
und ohne die Nacht zu brauchen
wieder aufgeht.
Die Stille wird sich
mit Leben füllen
das wieder einmal anders ist
und ich werde dankbar sein
dass es Dich gab.
Jörn Pfennig, 1988 „Keine Angst, Dich zu verlieren“
(Herzlichen Dank an den Autor für die freundliche Genehmigung des Zitates!)
Es gibt noch mehr Freunde, Menschen, die ums Leben kamen, die gestorben sind, vermeintlich viel zu früh…
Viele Abschiede in meinem Leben…
... unter anderem auch von lebenden Menschen...Menschen, die ich kurz traf, die mich etwas gelehrt haben oder denen ich etwas mitgeben durfte, und dann zogen sie bereits wieder weiter…