Foraminiferen, marine Einzeller der Erdgeschichte

Foraminiferen

Foraminiferen sind einzellige marine Lebewesen, die zwischen Bruchteilen von Millimetern bis mehrere Zentimeter messen. Der wissenschaftliche Begriff leitet sich aus den lateinischen Wörtern "foramen" = Loch und "ferre" = tragen ab.

Foraminiferen leben im Meer, wo sie entweder frei im Wasser schweben (Plankton) oder auf bzw. in dem Meeresboden leben (Benthos).

Die Zelle besitzt eine Schale, die entweder aus Kalk, zusammengeklebten Sandkörnern (Agglutination) oder aus rein organischem (Tektin) Material besteht. Das Gehäuse kann aus einer einzelnen Kammer bestehen, oder aus einer Reihe von Kammern, die jeweils durch ein Loch (Stolon) verbunden sind. Dieses Gehäuse kann nach dem Absterben der Zelle fossilisiert werden.

In Süßwasserseen gibt es Foraminiferen ohne Gehäuse (an Hand von DNS-Analyse nachgewiesen).

Mittels fossiler Foraminiferen-Vergesellschaftungen können die Umweltbedingungen vergangener Zeiten rekonstruiert und die sie enthaltenden Gesteine datiert werden (Biostratigraphie). Für viele geologische Zeiteinheiten stellen Foraminiferen aufgrund ihrer marinen Lebensweise und somit fast weltweiter Verbreitung wichtige Leitfossilien.
 
     

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