Ginkgo biloba
Auszüge aus "The Gingko Pages "
( Mit freundlicher Genehmigung von Cor Kwant )
Zur Zeit der Dinosaurier waren die Samenpflanzen ( Spermatophyten ) sehr gut entwickelt und waren die dominierensten Pflanzen auf der Erde, besonders die üppigen Samenfarne, Koniferen und palmähnlichen Cycadaceen. Diese einfachen Samenpflanzen werden Gymnospermen genannt, was so viel bedeutet wie "Nacktsamer". Ihre Samen sind nicht in eine reifende Frucht eingeschlossen, aber sie sind doch geschützt von Schalen oder einem fleischigen Samenmantel.
Die meisten Gymnospermen und Blütenpflanzen haben beide Geschlechter Staubblätter und Fruchtknoten auf der selben Pflanze ( meist sogar in einer Blüte ). Der Ginkgo ist aber eine zweihäusige Gymnosperme. Die Staubblätter und die Fruchtknoten befinden sich auf getrennten Bäumen. Seine Samen haben eine fleischige Außenschicht, die sie fast wie Früchte erscheinen lassen. Die Sämlinge haben zwei Keimblätter. Der Ginkgobaum und die Cycadaceen sind die einzigen samenbildenden Pflanzen, die bewegliche frei schwimmende Spermazellen besitzen.
In früheren Klassifikationssystemen wurde der Ginkgo in die Klasse Koniferopsida eingeordnet, weil man glaubte, dass er näher mit den Koniferen verwandt sei als mit anderen Nacktsamern. Es scheint aber so, dass sich beide Gruppen unabhängig voneinander entwickelt haben.
Obwohl der Ginkgo eher eine Konifere als ein laubabwerfender breitblättriger Laubbaum ist, so ist er doch keines von beiden; er hat eine einzigartige Stellung.
Es ist das einzige lebende Bindeglied zwischen niederen und höheren Pflanzen, zwischen Farnen und Koniferen.
Man kann einen Ginkgo sehr gut von anderen Gymnospermen durch seine fächerförmigen und zweigelappten Blätter unterscheiden. Die Ginkgobäume haben ein relativ einfaches Gefäßsystem. Die Leitgefäße teilen sich beständig in zwei auf. Dieses Gefäßmuster ( gegabelte Äderung ) ist einzigartig für den Ginkgobaum.
Wegen seiner Einzigartigkeit hatten Botaniker immer Schwierigkeiten den Ginkgo einzuordnen. Deshalb ist der Ginkgobaum in den letzten Jahren in eine eigene Klasse gestellt worden , in die Klasse Ginkgophyta ( oder Ginkgopsida ). Diese Klasse enthält eine einzige Ordnung, die Ginkgoales Engler 1898 ), eine einzige Familie Ginkgoaceae ( Engler 1897 ) und eine einzige noch vorhandene Gattung Ginkgo.
Es gibt zwei ausgestorbene Gattungen: Ginkgoites and Baiera ( was man von fossilen Blattabdrucken her weis ).Der einzige lebende Vertreter der Ordnung Ginkgoales ist der Ginkgo biloba.
Ein Ginkgobaum kann eine Höhe von 30 manchmal auch 40 Metern und einen Kronendurchmesser von 9 Metern erreichen. Der Stamm kann bis zu 4 Meter Durchmesser dick werden, im offenen Gelände sogar noch dicker. Er ist säulenartig aufrecht und sparsam bezweigt. Einige Bäume sind mit ihrer Krone weit ausladend andere eher schmal.
Junge Bäume haben einen zentralen Stamm und sehen pyramidenartig aus. Sie haben eine regelmäßige, seitliche, aufsteigende und asymetrische Bezweigung . Alte Bäume wachsen aufrecht bis oval in die Breite, haben manchmal unregelmäßige Bezweigung und einen ausgesprochen starken Stamm und Äste. Wenn der Baum ungefähr 100 Jahre alt ist , beginnt sich das Kronendach auszubreiten.
Der männliche Baum hat eine schlanke säulenartige Form und ist etwas länger. Der weibliche Baum hat eine weitere Krone und insgesamt eine ausgebreitetere Gestalt.
Der Ginkgobaum hat lange und kurze Zweige, die fast im rechten Winkel wachsen. Ein kurzer Zweig kann zu einem langen Zweig werden und die Spitze eines langen Zweiges kann einen kurzen Zweig hervorbringen. Das ist der Grund weshalb alte Bäume eine eher unregelmäßige Form haben. Die Blätter wachsen im Frühjahr alternierend an den langen Zweigen. Am Ende von kurzen Nebentrieben wachsen sie sehr langsam in Büscheln und bringen dann nach einigen Jahren einen Langtrieb mit vereinzelt stehenden Blättern hervor. Die Kurztriebe bringen auch die Samenanlagen und Pollensackträger hervor. Die Stämme sind lohfarben, hellbraun oder grau, ziemlich glatt und etwas reflektierend in der Wintersonne. Einige Bäume neigen dazu Zweige auszubilden, die den Stamm kreuzen.
Der große Stammdurchmesser von älteren Bäumen entsteht durch sekundäres Dickenwachstum. Der Baum verliert meistens sein zentrales Wachstum und es entstehen zahlreiche aufsteigend Äste ( "basal chichi" ), die eine große Höhe erreichen können. Diese sogenannten "Holzknollen" kann man auch bei der Sumter Pflanzung (see Verwendung-Seite ) beobachten, wo man die Bäume regelmäßig bis zum Grund herunterschneidet, um neue "Holzknollen" zu erzeugen, die neue Schößlinge und Wurzeln hervorbringen. Der Ginkgobaum bringt auch nagelartige Strukturen am Stamm und den Zweigen hervor ( chi-chi = Nippel, sort of "aerial" lignotubers ), die in den Boden wachsen können und Wurzeln hervorbringen. Sie können oben aber auch zu blatttragenden Zweigen werden, weil sie Knospen eingebettet enthalten. Der "chichi" ( Chinese: zhong ru ) scheint auf traumatische Ereignisse, Umweltstress und die individuellen Eigenheiten eines Baumes zurückzuführen sein. Man findet diese Eigenheit bei alten aber auch bei jüngeren Bäumen. Man glaubt, dass der "chichi", seine Widerstandskraft gegen Krankheiten, seine Anpassungsfähigkeit und die Eigenheiten des Baumes zu seiner langen Geschichte des Überlebens beigetragen haben.
Im Stamm ist das Holz gelb.
Die Borke ist hellbraun bis braun-grau, aber eher braun, runzelig und bei alten Bäumen tief gefurcht. Sie hat eine korkartige Beschaffenheit.
An einem Merkmal kann man den laubabwerfenden Ginkgobaum leicht erkennen nämlich an seinen Blättern. Sie sind 5- 8 cm breit aber sie variieren in Größe und Gestalt und sind manchmal fast doppelt so groß. Die ledrigen Blätter sind etwas dicker als andere Blätter von Bäumen der Nordhalbkugel. Sie bestehen aus einem Blattstiel und einer fächerförmigen Blattspreite, die mit gabelig ( dichotom ) verzweigten Leitgefäßen versorgt wird: zwei parallele Gefäße gelangen vom Blattstiel in jede Blattspreite und teilen sich immer wieder in zwei Gefäße. Sie überkreuzen sich und verwachsen selten.
Die Leitbündel sind leicht erhoben, so dass das Blatt gerippt erscheint. Die Spaltöffnungen sind eingesenkt und so wird der Wasserverlust durch Verdunstung gesenkt. Die Blätter haben eine zweilappige und fächerförmige Gestalt. Es ist keine Mittelrippe vorhanden. Der Blattstiel ist ungefähr 8 cm lang, so dass sich die Blätter schon bei der kleinsten Brise im Wind bewegen.
Die Blätter ähneln den Blättern eines Frauenhaarfarns ( Adiantum ).
So ist der Spitzname "Maidenhair tree" entstanden. Ein tiefer vertikaler Schlitz in der Mitte der Blattspreitenspitze teilt das Blatt in zwei Blattlappen. Manchmal hat das Blatt auch mehr als zwei Blattlappen besonders im unteren Teil des Baumes. Es gibt eine große Vielfalt in der Art der Lappung am gleichen Baum. Und die Lappung der Blätter scheint auch von Baum zu Baum zu variieren. Die Farbe ist grau-grün bis gelb bzw. dunkelgrün im Sommer. Sie ändert sich im Herbst zu gelb und in guten Jahren in ein wunderschöne goldgelbe Farbe. Bestimmte Zuchtformen haben diese goldgelbe Farbe jedes Jahr im Herbst. Die Blätter bleiben ziemlich lange am Baum im Herbst und können dann sehr schnell in einem oder wenigen Tagen herunterfallen, manchmal sogar in 1 bis 2 Stunden!
Der Extrakt von getrockneten Blättern wird häufig als Nahrungsergänzung und/oder als pflanzliche Medizin (verschrieben in Europa) für das Gehirn, die Beine, die Augen, das Herz und die Ohren verwendet. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass gute Extrakte die Blutzirkulation und das Gedächtnis verbessern können. Sie beugen Blutverklumpung und Schädigungen durch freie Radikale (chemisch sehr reaktive Verbindungen) vor. Insgesamt verbessern sie das Gefühl des Wohlergehens und können für viele andere gesundheitliche Störungen verwendet werden. Die Blätter werden auch als Tee gegen eine Vielzahl von Unpässlichkeiten verwendet.
Fast jedes Arboretum oder jeder botanische Garten besitzt Vertreter des Ginkgobaumes. Die vorzüglichsten Bäume findet man auf Tempelgelände in China, Korea und Japan. In China wachsen sie auch in Wäldern und Tälern auf saurem, gut wasserdurchlässigem sandigem Lehmboden mit dem pH-Wert 5-5,5 und sie werden unterhalb von 2000 m kultiviert.
In der Wildnis ist der Ginkgo wahrscheinlich ausgestorben. Es wird berichtet , dass er natürlich in entlegenen Bergtälern in China's Zhejiang Provinz in dem Tian Mu Shan Reservat vorkommt. Das ist ein Gebiet, in dem menschliches Leben schon seit ungefähr 1500 Jahren nachweisbar ist. Da der Ginkgobaum eine lange Geschichte als Zierbaum in dieser Gegend hat, liegt es auf der Hand, dass das Vorkommen dort auf den Menschen zurückzuführen ist.
Dort wachsen ungefähr 244 Ginkgobäume an Flussufern, an steilen Felshängen und den Säumen von freiliegenden Klippen. Viele von ihnen sind vielstimmig mit wenigstens zwei Stämmen, was durch Verletzung des Spitzenmeristems durch Erderosion oder andere Faktoren hervorgerufen wurde, was zu "basal chi-chi" der Bäume geführt hat. Diese Ausbildung von Seitenästen "basal chi-chi" ist ein entscheidender Faktor, der das lange Überdauern des Ginkgobaumes in diesem Reservat erklärt. Ein Gingkobaum in diesem Reservat, der auf der Kante einer steilen Klippe in 950 m Höhe wächst, bedeckt eine gesamte Oberfläche von ungefähr 12 m2 und besteht aus 15 Stämmen, die breiter als 10 cm sind ( Durchmesser in Brusthöhle ). Der Hauptdurchmesser der Ginkgobäume in diesem Reservat beträgt in diesem Reservat bei den meisten Bäumen 45 cm in Brusthöhle und die gewöhnliche Höhe beträgt 18,4 m. Das Maß der genetischen Variabilität ist ziemlich niedrig. Sämlinge sind in dem Wald des Reservats sehr selten, denn sie brauchen viel Licht (außerdem ist die Samenverbreitung durch Tiere nicht so gewährleistet und Menschen sammeln die Samen auf). Nur an manchen offenen Stellen im Wald findet man wachsende Sämlinge.
Der Gingkobaum kann sehr alt werden - 1000 Jahre oder älter. In China ist der älteste Ginkgobaum ungefähr 3500 Jahre alt!
Die meisten Ginkgobäume sind unempfindliche Zierbäume und werden in fast jeder temperaten und subtropischen Region gepflanzt. Der Baum wird angepflanzt in Europa, Japan, Korea und den USA ( besonders wegen seines Nutzen als Heilpflanze ).
In China werden mehr als 100 Jahre alte Bäume in einer Liste der geschützten Pflanzen des Landes aufgeführt. So sollen in China mehr als 100 Jahre alte Ginkgobäume Straßen und Gebäuden nicht zum Opfer fallen. Einige Menschen denken, dass es eine gute Sache ist, den Ginkgobaum zu besonderen Gelegenheiten zu pflanzen, so z.B. zum Tod eines geliebten Menschen, zum Geburtstag eines Kindes, Hochzeitstag, Umzug etc. Das Pflanzen eines Baumes: Er bevorzugt volle Sonne oder teilweise sonnige Standorte. Als Boden bevorzugt er feuchte, tiefe und gut entwässerte Böden ( sandiger Lehmboden ). Aber er ist sehr anpassungsfähig. So wächst er auch auf armen, verdichteten Böden. Er hat eine große Toleranz bzgl. des pH-Wertes des Bodens. Er verträgt Hitze, Trockenheit, Salzwasser im Winter und Luftverunreinigung. Man sollte ihn 1-2 Mal im Jahr düngen. Man sollte den Baum nicht mit Rindenmulch umgeben, sondern den Boden gut durchlüftet halten. Er wurzelt sehr tief.
Der Ginkgobaum ist besonders widerstandsfähig gegen Krankheiten, Insektenplagen, Pilze, Feuer, Luftverschmutzung und sogar radioaktive Strahlung ( Atombombe von Hiroshima im zweiten Weltkrieg - ein zunächst verbrannter Baum trieb später wieder aus! ). Deshalb ist er ein häufig gepflanzter Baum besonders in Großstädten. Er muss nie "gespritzt" werden.
Er kann Schnee - und Eisstürme aushalten. Er hat keine Probleme mit dem Treibhauseffekt ( CO2 ).
Er wird auch als Parkbaum, Landschaftsbaum und in Gärten angepflanzt.
Er wird auch als Schattenspender gepflanzt. Diese Wirkung kommt aber erst bei älteren Bäumen zum Tragen. Zu Anfang wächst er etwas langsam - es braucht 10 bis 12 Jahre bis er eine Höhe von 6 Metern erreicht hat. Und es braucht ungefähr 20 Jahre ehe er eine rundliche Gestalt angenommen hat. Er kann am Spalier aufgezogen werden oder als Hecke oder als Kletterpflanze.
Man sollte den Baum im Frühjahr oder Herbst pflanzen. Junge B�ume neigen zum krummen Wachstum und sollten zu Beginn mit einem Pfahl versehen und in trockenen Zeiten gewässert werden, bis sie ungefähr 6 m hoch sind. Er braucht einige Zeit, um sich nach dem Umpflanzen zu erholen ( ? ). Unter günstigen Bedingungen wächst der Ginkgobaum in den ersten 30 Jahren 30 cm im Jahr vom späten Mai bis Ende August. In einigen Jahren wächst er überhaupt nicht, in anderen Jahren kann 1 Meter Wachstum unabhängig von der Wasser- und Nährstoffzufuhr, stattfinden. Er kann beständig in der schattigen Strauchzone eines Waldes wachsen, bis er ein Lichtloch erreicht hat. Dann kann er schnell in die Höhe wachsen und ein dominanter Baum werden.
Der Baum muss nicht beschnitten werden.
Wenn sie die jungen Bäume doch beschneiden wollen, tun sie das im Frühjahr. Alte Bäume beschneidet man selten.
Geschlecht: Der Baum ist zweihäusig - es gibt weibliche und männliche Bäume. Die Geschlechtschromosomen ( XX weiblich und XY männlich, wie beim Menschen ) sind nicht einfach zu unterscheiden. Das Geschlecht des Baumes ohne Samenanlagen oder Pollensackträger ist nicht leicht zu bestimmen. Die Pollensackträger und Samenanlagen wachsen auf Kurztrieben, sehr selten auf Blättern ( Ohatsuki ).
Nach einem heißen Sommer oder an einem warmen sonnigen Standort gewachsen, bildet er sie öfters ( zuverlässiger ) aus.
Der weibliche Baum hat einen Überschuss an Samenanlagen, die paarweise auf Stielen stehen. Jede enthält eine Eizelle.
Zunächst sehen sie ganz grün aus, aber sie ändern ihre Farbe nach grün-gelb und dann orange und schließlich braun.
Sie sehen wie Kirschen aus. Es dauert etwa 20-35 Jahre ehe ein Baum das erste Mal im Frühjahr Samenanlagen ausbildet. Weidenkätzchenähnliche Pollensackträger ( Mikrosporangien ) auf den männlichen Bäumen enthalten den Pollen und sie wachsen auf Kurztrieben auch erst, wenn der Baum 20-35 Jahre alt ist. Die Bestäubung findet durch den Wind statt. Der weibliche Baum kann auch Samen ansetzen ohne Bestäubung - diese Samen sind aber unfruchtbar ( steril ).
Wenn die Samenanlagen befruchtet worden sind, entwickeln sie sich in gelbe, pflaumenartige Samen etwa 2,5 cm lang. Sie bestehen aus einer breiten Nuss ( die Größe einer Pistazie ), die von einer fleischigen Samenschale umgeben ist. Die Befruchtung der Samenanlage durch die frei schwimmenden Spermien passiert auf dem Baum. Der Same hat einen silbrigen Glanz ( "silver apricot/nut" ). Die gereifte fleischige Samenschale hat einen unausstehlichen Geruch( wie ranzige Butter), wenn sie vom Baum gefallen ist und dort vermodert. Dieser Geruch ist auf Buttersäure zurückzuführen und er ist auch der Grund, weshalb weibliche Bäume nicht so gerne in Fußgängerzonen gepflanzt werden. Diese Geruchsperiode dauert nicht sehr lange und dem Ärger kann vorgebeugt werden, indem man die gefallenen Samen regelmäßig aufsammelt. In den Ländern Korea, Japan and China werden weibliche Bäume bevorzugt, weil die Menschen die Nüsse schätzen!
Man kann den Ginkgo auch durch Setzlinge vermehren oder durch Veredlung eines weiblichen Zweiges auf einen männlichen Baum oder umgekehrt. ( So erzeugt man eine künstliche Einhäusigkeit ).
Stecklingsvermehrung bei Gingko`s ist recht einfach. Erfolgsquote fast 100%. Es geht das ganze Jahr über, aber es ist sicherer, bis Ende August zu stecken. Angebracht wäre ein Frühbeet. Die Stecklinge sollten schon verholzt sein und mindestens 3 besser aber 5 Augen haben. Bei 5 Augen steckt man 2 in die Erde. Es macht nichts, wenn sich schon Blätter ausgebildet haben, es sollte dann aber auf jeden Fall ein Blattschnitt durchgeführt werden, da die Blätter fast immer abfallen werden. Ca. 1 cm unterhalb des letzten Auge abschneiden und mit einem Wurzelhormon einpudern. Als Substrat für Stecklinge nehme ich 1/3 Torf, 1/3 feiner Sand und 1/3 Seramis. Die Stecklinge senkrecht, nicht schräg, in das Substrat stecken, feucht halten und regelmäßig besprühen. Durch das senkrechte Einstecken bilden sich gleichmäßigere Wurzeln. Es dauert aber gut 2 Jahre, bis sich ein vernünftiger Wurzelballen gebildet hat.
Der Gingko als Bonsai:
Man kann den Ginkgo auch als Bonsaibaum wachsen lassen. Ein Außenbonsai bevorzugt volle Sonne. Aber in sehr sonnigen Gegenden ist etwas Schatten besser. Junge Bäume brauchen etwas Unterstand im höchsten Sommer. Geben sie viel Wasser in der Wachstumszeit.
Schützen sie den Baum gut gegen Frost, denn er ist sehr empfindlich in kleinen Schalen dagegen, weil er fleischige Wurzeln mit Wasser besitzt. Sie könnten bei Frost aufplatzen. Halten sie ihn deshalb im Winter fast trocken.
Man muss ihn mehr düngen als einen normalen Baum. Düngen sie ihn ausreichend mit organischem Dünger vom Frühjahr bis Oktober. Bonsai Ginkgos tragen selten Samen.
Gestaltung: Seine normale Gestalt ist in Ordnung. Mit seinen breiten und ziemlich dickfleischigen Blätter und mit seinen dicken Zweigen kann er zu mittelhohen bis großen Bäumen gezogen werden. Auch einen besenartigen Stil mit einer ovalen zugespitzten Gestalt ähnlich einer Kerzenflamme oder den Chokkan- or Moyo-Gi- Stil kann man erreichen. Die " Korkenzieher ", die mittlerweile überall angeboten werden, sind koranischen Ursprungs. Der Gingko wird in kurzer Zeit als Hochstamm bis auf eine bestimmte Länge gebracht und dann in Spiralform herunter gedrahtet. Er hat dann eine " gefälligere Form ". So wächst aber kein Gingko in der freien Natur. Da schlimme an dieser Methode ist, das für das Drahten kein rostfreier Draht genommen wird. Aus Kosten- und Zeitgründen wird meistens auch nur einmal gedrahtet. Das Ergebnis ist eingewachsener, rostiger Draht. Die Wunden, die beim Entdrahten entstehen, sind die Nächsten 10 Jahre noch sichtbar.
Man braucht nicht viel "Leitdraht". Schneiden sie die Zweige ab, die zu lang geworden sind, so dass die Gestalt im Gleichgewicht bleibt. Die Borke ist empfindlich. Deshalb seien sie sorgfältig, wenn sie ihn etwas binden wollen und benutzen sie Aluminiumdraht. Schützen sie die Borke mit Raffiabast und schauen sie regelmäßig danach.
Beschneiden: Die Narben, die durch Beschneiden entstehen heilen sehr schlecht, so dass man große Schnittwunden vermeiden sollte. Im Frühjahr und im Oktober sollte man die Blattbüschel auf zwei bis drei Blätter verringern - die obersten Blätter außen. Schneiden sie bei jungen Bäumen neue Zweige auf 2-3 Knospen zurück. Sie können den Baum regelmäßig kappen. Breite Blätter werden etwas schmaler, wenn man den Baum etwas in den Schatten stellt und ihn weniger gießt.
Umtopfen: Junge Bäume ( bis 10 Jahre ) sollte man jedes Jahr ehe die Blätter erscheinen umtopfen. Ältere Bäume sollten alle 2-3 Jahre oder wenn nötig umgetopft werden. Nehmen sie gut wasserdurchlässige Normalerde. Beschneiden sie die Wurzeln am Anfang nicht zu stark.
Blattschnitt: Ein Blattschnitt ist sehr gut möglich. Der Gingko bekommt kleinere Blätter und schneller eine bessere Verzweigung. Er sollte aber sofort nach dem ersten ausgereiftem Austrieb durchgeführt werden, da beim Gingko bis zum nächsten Austrieb doppelt soviel Zeit benötigt wie zum Beispiel ein Laubbaum. In bestimmten Gegenden können dann diese Blätter nicht mehr richtig aushärten. Der Gingko ist dadurch im Winter durch die Kalte gefährdet und müßte frostfrei überwintert werden.
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