Manisch-depressiv
bzw. bipolar gestört?
Ungefähr 2-5 % der
Bevölkerung haben - je nach Betrachtungsweise - diese
Krankheit, allzu oft wird sie nicht oder spät diagnostiziert. So
vergehen oft 5-10 Jahre, bis nach zutreffender Diagnose endlich
eine adäquate Behandlung beginnen kann.
Hochs und Tiefs kennt
jede/r, aber manchmal werden Manien und Depressionen zu einer
Belastung, die eine Behandlung erfordern. Wir
möchten u.a. das Wissen um diese noch zu wenig bekannte
Krankheit verbreiten und Mitmenschen sensibilisieren. Denn -
wie auch bei anderen Gemüts- oder Geisteskrankheiten - ist der/die
Betroffene oft allein, fühlt sich dann hilflos und
ausgeliefert.
Das
muss nicht so bleiben. Menschen,
die sich von psychisch Gestörten abwenden, handeln
unmenschlich. Sie
verkennen, dass oft nicht Personen sondern unsere Gesellschaft
"ver-rückt" ist!
In
Hamburg (Barmbek) entsteht eine SHG für Angehörige bipolar
Erkrankter. Kontakt/Info: KISS Barmbek, Tel. 040/631 11 10 oder LV
Angehörige psychisch Kranker, Tel 040/650 55
493.
Therapeutische Gruppe
für PartnerInnen bipolar erkrankter Menschen im UKE Hamburg,
Psychiatrische Klinik, Raum 159, Martinistr. 52, Beginn: 28.06.05,
17-19 Uhr, alle drei Wochen (Anmeldung: Tel.
040/42803-7670)
Früherkennung von
lithiuminduzierten Nierenschädigungen per Urinuntersuchung: Das UKE
Hamburg sucht Patienten, die seit mindestens 10 Jahren Lithium
einnehmen (Informationen: Dr. Rädler, Tel.
040/42803-2210).
(Am Ende dieser Seite finden
Sie einen einführenden Text "Wissenswertes
..." zum
Thema!)
Ergänzend zu der Behandlung durch Ärzte, Psychiater und Psychologen
haben wir regional tätige Selbsthilfe-Gruppen
(SHG).
Es
gibt einen
bundesweiten Verband: Deutsche Gesellschaft für Bipolare
Störungen e.V. (manisch-depressive Erkrankungen) mit Sitz in
Hamburg, in dem Betroffene, Fachleute und Angehörige organisiert
sind
.
Eine
Liste der SHG
in Deutschland finden Sie auf
der Homepage der DGBS.
Wissenswertes
über
bipolare Störungen (Manisch-Depressive Erkrankung)
Je nach
Betrachtungsweise sind 2-5 % der Bevölkerung betroffen. Gleiche
Verteilung über Bildung, Geschlechter und soziale Gruppen.
Wesentliche Hauptformen:
•
Bipolar II
hypomane und depressive
Phasen
•
Bipolar I
ausgeprägte Manien und Depressionen
Die erste Phase
(Manie oder Depression) tritt etwa zwischen dem 20. und 30.
Lebensjahr auf. Die individuellen Verläufe (Amplitude und Frequenz
der Phasen) sind unterschiedlich, so gibt es z.B. Betroffene mit
nur einer Manie im Leben oder mit mehreren Phasen täglich
.
Zwischen der ersten
Phase und der zutreffenden Diagnose vergehen meist viele Jahre -
durchschnittlich ein Jahrzehnt - da bipolare Störungen oft als
unipolare Depression oder Schizophrenie diagnostiziert
werden.
Im Vergleich zu
unipolaren Depressionen ist die Suizidgefahr erhöht. Häufig ist
Drogenmissbrauch. Betroffene leben überwiegend allein stehend, da
(auch) die Partner mit dem Wechsel der Stimmungen nicht umgehen und
Manien nicht ertragen können. Berufliche Probleme sind häufig,
daher müssen einige Betroffene früher in Rente gehen.
Typische Merkmale
einer Manie:
•
Gesteigerter
Antrieb
•
(sexuelle)
Enthemmung
•
Gedanken- und
Redefluss
•
Geringe oder keine
Fremdwahrnehmung
•
Distanzlosigkeit
•
Geldverschwendung
•
Kritikunfähigkeit
•
Aggressivität
•
Geringes oder kein
Schlaf- und Essbedürfnis
•
Gestörter
Tagesrhythmus (siehe auch www.ulrich-supprian.de)
Als Ursache wird
eine Stoffwechselstörung im Gehirn angenommen, zunehmend auch in
Verbindung mit (unbewältigten) Traumata und
Entwicklungsstörungen.
Haupttherapieformen:
•
Medikamente:
Lithium, Carbamazepin, Valproinsäure, Lamotrigin
(Phasenprophylaxe); Neuroleptika, Antidepressiva
•
Psychotherapie und
Psychoedukation
•
Selbsthilfe- und
Entwicklung
Wesentlich ist die
Krankheitseinsicht der Betroffenen und die Compliance (Bereitschaft
zur Einnahme der Medikamente), besonders in hypomanen oder
manischen Phasen.
Das soziale Umfeld
(insbesondere nahe stehende Menschen) muss einbezogen
werden.
Damit
rechtzeitig notwendige Maßnahmen eingeleitet werden können,
ist ein Frühwarnsystem sinnvoll, das mit Arzt, Therapeuten und
Familie entwickelt wird. Im Idealfall kann auch das berufliche
Umfeld einbezogen werden.
Persönlichkeiten mit
bipolarer Erkrankung waren z.B. Hector Berlioz, Lord Byron, Paul
Gauguin, Vincent van Gogh, Graham Greene, Georg Friedrich Händel,
Ernest Hemingway, Robert Schumann, Virginia Woolf.
Weitere
Informationen:
DGBS - Deutsche
Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V.
Postfach 92 02
49
21132
Hamburg
Telefon 040/85 40 88
83 (Di + Do 14-18 Uhr)
info@dgbs.de
www.dgbs.de
---------------------------------------------------------------------------------------------------
Gewusst wie
Medikamente richtig einnehmen
Ob Tabletten,
Dragees, Tropfen, Sprays oder Zäpfchen alle Arzneimittel wirken
nur dann richtig, wenn sie in der vorgeschriebenen Weise angewendet
werden. Deshalb: Lesen Sie den Beipackzettel stets sorgfältig durch
und lassen Sie sich alle unklaren Begriffe oder Anwendungshinweise
vom Arzt oder Apotheker erklären.
Zusammensetzung:
Aufgeführt
werden die Wirkstoffe der Arznei, aber auch zusätzliche
Bestandteile, beispielsweise woraus die Umhüllung eines Dragees
besteht oder dass die Wirkstoffe in Alkohol gelöst sind. Diese
Angaben sind für den Arzt wichtig und für besonders empfindliche
Personen, beispielsweise Allergiker.
Anwendungsgebiete:
Krankheiten
und Beschwerden, bei denen sich das Präparat als wirksam erwiesen
hat. Diese Angaben sollten zu Ihrem Krankheitsbild
passen.
Gegenanzeigen:
Dies sind die
Ausschlusskriterien für die Anwendung eines Medikaments! Hierunter
fallen Krankheiten oder auch andere zeitgleich angewendete
Medikamente, die ein Einnehmen dieses Präparats verbieten. Wichtig:
Medikamente nie zusammen mit Alkohol einnehmen!
Nebenwirkungen
und Wechselwirkungen: Bereits vor
dem Arztbesuch sollten Sie eine Liste der Arzneimittel
zusammenstellen, die Sie regelmäßig oder gelegentlich einnehmen.
Denn die Wirkung und Verträglichkeit einer Arznei kann durch die
gleichzeitige Einnahme anderer Mittel beeinflusst werden. Fragen
Sie den Arzt, wenn er etwas verschreibt, immer nach den zu
erwartenden Nebenwirkungen. Informieren Sie ihn, wenn
Nebenwirkungen auftreten, die im Beipackzettel nicht aufgeführt
sind.
Dosierung:
Über die
richtige Dosierung entscheidet der behandelnde Arzt, denn er kennt
Sie als Patienten und kann je nach Ihrem Alter, Gewicht und anderen
wichtigen Kriterien die optimale Dosierung des Präparates
festlegen. Die Höhe der Dosis auf den Beipackzetteln sind
Empfehlungen der Hersteller.
Art und Dauer
der Anwendung: Auch diese
Hinweise sollten genau befolgt werden, denn die Wirkung eines
Medikaments kann entscheidend davon abhängen. Das gilt
beispielsweise bei Antibiotika, die meist über zehn Tage
eingenommen werden müssen, um die Krankheitskeime vollständig
abzutöten auch wenn man sich nach drei Tagen wieder gesund
fühlt. Bei vielen Medikamenten ist es wichtig, ob sie vor, während
oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Sind Angaben auf dem
Beipackzettel dazu unklar, fragen Sie ihren Arzt.
Grundsätzlich
gilt: Die Packungsbeilage ist Ihre Anleitung für das Medikament
und sollte deshalb immer genau beachtet werden. Das gilt besonders
dann, wenn ein Medikament Ihre Reaktionsfähigkeit einschränkt und
vom Autofahren abgeraten wird.

Universitätsklinikum
Dresden sucht Betroffene für eine Studie, die gesunde Geschwister
haben und Lithium einnehmen; Kontakt: PD Dr. Stephanie Krüger, Tel.
0351/458-5489 und Dip.-Psych. Katrin Kliesow, Tel. 0351/458-3667.
Dauer: ca 1 Stunde, Reisekosten (PKW/Zug) können erstattet
werden.)