Schulen in Sillenbuch

Schulen in Sillenbuch


Eine Ausstellung des Bürgervereins Riedenberg-Sillenbuch e.V. i.V. mit
der Bürgergemeinschaft Alt-Sillenbuch e.V.am 11./12. Dezember 2004
Textfassung; Copyright bei Dr. Hans-Georg Müller, Mail hgmuesill@t-online.de 

Die Schulhäuser

Die Schule in der Hauptstraße (Tuttlinger Straße 90)

Ein Jahr, nachdem Sillenbuch von Rohracker 1819 selbständig geworden war, richtete die Gemeinde 1820 eine Schule ein , noch bevor sie sich ein eigenes Rathaus gönnte. Ein Zeichen, wie wichtig den Sillenbuchern die Ausbildung ihrer Kinder war!
Dieses Schulhaus stand in der Hauptstraße, mitten im damaligen Ort. Es war ein bescheidenes einstöckiges Gebäude und steht (nach mehreren Umbauten) noch heute. Das Haus bestand aus einem "Schulsaal" (links vom Eingang gelegen), einer Lehrerwohnung mit Küche und einem Zimmer im (rechten) Parterre und aus drei Kammern im Dachgeschoss. Komfortabel untergebracht waren also weder die Lehrerfamilie noch die Schulkinder. Für die etwa 40 Schülerinnen und Schüler reichte jedoch der Platz in dem Klassenzimmer aus, und der Schulmeister wohnte auch nicht beengter als die meisten Familien im Dorf.

1880 wurde das Gebäude zum ersten Mal verändert (inzwischen war die neue Schule erbaut), in das ehemalige Klassenzimmer richtete der Konsumverein noch vor dem ersten Weltkrieg einen Laden ein, in den 20er Jahren wurde das Haus aufgestockt und erhielt im großen ganzen sein heutiges Aussehen.

Die Schule "Auf dem Wasen" (Buowaldstraße 25)

Am 23. März 1879 beschloss der Sillenbucher Gemeinderat den Bau eines größeren Schulhauses ?auf dem Wasen?. Dieser Entschluss war seinerzeit nicht unumstritten, griff er doch tief in die Finanzen der kleinen Gemeinde ein. Der Kostenvoranschlag für den Neubau belief sich auf 29.628,45 Mark (man rechnete damals noch mit jedem Pfennig!). Die Gemeinde musste einen Kredit in Höhe von 18.000 Mark aufnehmen mit einer jährlichen Rückzahlungsrate von 600 Mark. Der Bau der neuen Schule war also eine Investition auf die Zukunft.

An dem neuen Gebäude wurde nicht gespart. Über dem Sockel aus Naturstein liegt ein Erdgeschoss aus Ziegelsteinen, der Wohntrakt darüber ist ein Fachwerk. Das Haus umfasste zwei Klassenzimmer, zwei Wohnungen für die Lehrerfamilien, Zimmer im Dachgeschoss und einen geräumigen Gewölbekeller.

Bereits am 11. Dezember 1879 konnte die neue Schule eingeweiht werden. Die kurze Bauzeit ist wohl auch damit zu erklären, dass die Zimmerleute und Maurer statt des üblichen täglichen ?Freitrunks? einen entsprechenden Geldbetrag aus der Gemeindekasse erhielten.

Bei den Betriebskosten dagegen wurde offensichtlich gespart. Sicher nicht nur aus erzieherischen Gründen war angeordnet, dass die älteren Schulkinder die beiden Unterrichtsräume selber auskehren mussten. Und als 1928 in den Klassenzimmern statt der Kohleöfen eine Gasheizung eingebaut wurde, zündeten die Lehrer jeden Morgen zu Beginn des Unterrichts die Öfen selber an.
Dem technischen Fortschritt gegenüber war der Gemeinderat, was die Ausrüstung der Schule betraf, aufgeschlossen. Bereits 1909 wurde im Unterrichtsraum der Oberklasse elektrisches Licht installiert. Er verweigerte diese Bequemlichkeit jedoch den Lehrern in ihren Wohnungen und sogar dem Schultheißen in seinen Amtsräumen im Rathaus!

Bis zum Jahre 1937 lernten die Sillenbucher Kinder in diesen zwei Klassenzimmern, dann war das dritte Schulhaus fertiggestellt. Doch auch nach dem Bau der neuen Schule wurde das Schulhaus in der Buowaldstraße mehrmals reaktiviert. Ende der 30er Jahre gingen die Erst- und Zweitklässler aus Alt-Sillenbuch wieder hier zum Unterricht, nach dem zweiten Weltkrieg musste mehrmals auf die zwei Unterrichtsräume zurückgegriffen werden.
Das Gebäude blieb dann als ?Schulersatzraum? in der Zuständigkeit des Schulverwaltungsamts der Stadt Stuttgart; erst mit der Überschreibung an das städtische Liegenschaftsamt im April 1982 hatte es auch verwaltungstechnisch als Schulhaus ausgedient.

Die Schule in der Silberwaldstraße

Der Stuttgarter (NS-)Oberbürgermeister Strölin äußerte Mitte der 30er Jahre die Befürchtung, dass die Orte, deren Eingemeindung vorgesehen sei, ?in ihrer Ausgabenwirtschaft die Zügel schießen lassen? würden, wenn man nicht rasch handle.

Zur gleichen Zeit etwa, im Juni 1935, lagen 66 Entwürfe für einen Schulneubau im Sillenbucher Rathaus öffentlich aus. Ob die Sillenbucher Gemeinderäte besonders schlitzohrig waren? Amtlich nachweisen lässt sich dies nicht. Doch jedem war klar: ?Stuttgart? war nicht zu verhindern, und bei der Eingemeindung gingen die Schulden für den Neubau und die Unterhaltungskosten des durchaus aufwendigen Gebäudes an die Stadt über.
Am 1. April 1937 wurde dann die (Zwangs-)Eingemeindung nach Stuttgart vollzogen und die Einweihung der neuen Schule konnte am 22. Mai desselben Jahres gefeiert werden.

Den Zuschlag für den Neubau erhielt der Entwurf des Architekten Walter Salver, der auch die Martin-Luther-Kirche gebaut hatte. Nicht alle Sillenbucherinnen und Sillenbucher konnten sich mit dem neuen Gebäude anfreunden. ?Das ist ja ein Schafstall, aber keine rechte Schule?, war an den Stammtischen zu hören.
Die neue Schule hatte sechs Klassenzimmer in zwei Stockwerken, ein Rektorat, ein Lehrerzimmer und mehrere Nebenräume.

Notwendig geworden war der Neubau durch den raschen und enormen Zuwachs an Einwohnern. Seit Anfang der 30er Jahre entstand hier oben ?Neu-Sillenbuch?, links und rechts der Kirchheimer Straße.

Im August 1945 zog eine US-Einheit in die Schule ein und war dort bis zum Januar 1946 stationiert. Der gesamte Unterricht fand während dieser Zeit, genauer: seit Oktober 1945, sehr beengt wieder in der Schule in der Buowaldstraße statt. Auch nach der Räumung des Gebäudes durch die US-Army zeigt sich bald, dass der Schulraum für die ständig wachsende Schülerzahl nicht ausreichte. Wieder wurden die alten Klassenzimmer in der Buowaldstraße und sogar der altehrwürdige ?Schulsaal? in der Schemppstraße in Riedenberg reaktiviert.

Dieser auf die Dauer unhaltbare Zustand fand ein Ende im September 1959, als ein Erweiterungsbau auf dem Gelände zwischen der Silberwald- und der Rankestraße eingeweiht werden konnte. 1971 wurde zusätzlich ein Pavillon mit sieben Klassenzimmern aufgestellt. Und schließlich: im Oktober 1999 erhielt die ?Deutsch-Französische-Grundschule? eine eigene Turnhalle.

Der Schulbetrieb

Von 1685 bis 1820, 135 Jahre lang, mussten die Sillenbucher Kinder den steilen Buckel, das "Böpserle", hinunter zur Schule nach Rohracker und nach dem Unterricht wieder hinauf nach Hause gehen. Das war sehr mühsam. Ohnehin hatten die Kinder es schwer: der Unterricht begann im Winter um 8 Uhr und sommers bereits um 6 Uhr und endete um 11 Uhr, damit die Kinder nachmittags ihren Eltern bei landwirtschaftlichen Arbeiten helfen konnten.

Kein Wunder, dass man eine eigene Schule im Ort einzurichten wünschte. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts unternahmen die Sillenbucher Eltern einen Versuch zur Gründung eines eigenen Schulbetriebs. ? ist etwas Hartes für unsere Kinder, daß sie winters offt bei großer Kälte, vielem Schnee und Eiß, da die Kinder auch Mannig Mahl schlecht gekleidet und zum Theil noch sehr jung sind, diesen schlimen weg, einen steilen Berg von Sillenbuch nach Roracker hinab müßen gehen gen 2 viertel Stunden wie es denn auch offt geschehen ist, "dass diese Kinder Einige Wochen lang nicht in die Schule haben kommen können und darüber im Lernen zurück geblieben sind", hieß es in dem Gesuch an das Königlich Evangelische Consistorium. Die Gründe leuchteten der obersten Schulaufsichtsbehörde ein. Dennoch scheiterte das Projekt; die Sillenbucher wollten und konnten ihrem zukünftigen Schulmeister nicht einmal den damals niedrigsten Besoldungssatz zahlen.

So wurde dann erst am 20. Juni 1820 ein eigener Schulbetrieb in Sillenbuch aufgenommen. Der erste Lehrer hier, Georg Bazlen aus Plieningen, unterrichtete alle schulpflichtigen Kinder in einem Klassenzimmer. Dies dürften zwischen 30 und 40 Kinder gewesen sein im Alter von sechs bis 13 Jahren. (Die achtjährige Schulpflicht wurde in Württemberg erst 1928 eingeführt.)

Nicht alle Kinder erschienen jedoch regelmäßig zum Unterricht. In den amtlichen Quellen ist zu lesen, dass manche Eltern ihre Kinder statt zum Unterricht zu schicken mit zur Arbeit nahmen aufs Feld oder in den Weinberg. Als Entschuldigungsgrund für das Fernbleiben vom Unterricht finden wir öfters, die Schuhe seien beim Schuhmacher zur Reparatur und das Kind besitze nur dies eine Paar. Wer die finanziellen Verhältnisse damals im Ort kennt, der weiß, dies war nicht eine Ausrede. Die Unterrichtsversäumnisse führten verständlicherweise zu Streitigkeiten zwischen dem Lehrer und den betreffenden Eltern.

Die zwei Klassenräume in der 1879 neu erbauten Schule erlaubten es, die Kinder in zwei Abteilungen zu unterrichten. Ein nicht zu gering einzuschätzender Fortschritt.

1909 richtete die Gemeinde für die Kleinen im Untergeschoss des alten Rathauses sogar eine "Kleinkinderschule" ein.

Diese Verbesserung in der Ausbildung der Kinder verursachte zusätzliche Ausgaben. Man benötigte eine zweite Lehrerstelle. Als Teil des Lehrergehalts war damals eine sogenannte "Bodenfrucht-Besoldung" üblich; der Lehrer erhielt von der Gemeinde ein Stück Land, das er als Acker nutzen konnte. Der geschätzte Ertrag wurde als Teil seines Gehaltes verrechnet. Dem Sillenbucher Schulmeister sollte aber sein gesamtes Gehalt in Geld gegeben werden, da aus "Mangel an Taglöhnern im Ort auf dem Acker des Lehrers Schulkinder während der Unterrichtszeit verwendet wurden".
Deshalb waren in dem neuen Schulhaus keine Räume vorgesehen für landwirtschaftliche Geräte und Erzeugnisse.
Die Besoldungsvorschläge des Sillenbucher Gemeinderats für ihre zwei Schulmeister waren jedoch so knapp bemessen, dass die Schulaufsichtsbehörde sie nicht genehmigte. Schließlich "darf auch eine Lehrerfamilie nicht hungern". So wurde für die Lehrer folgendes jährliche Gehalt von Amts wegen verfügt:
?an Geld 929,81 Mark, an Naturalien 27,60 Mark, an einer Holzabgabe 17,14 Mark?. Mit diesen rund 1 000 Mark im Jahr mussten die Lehrer auskommen. Da dürfte der Sonntagsbraten nicht sehr üppig ausgefallen sein.

Gelehrt wurden in den Volksschulen vor allem die elementaren Kulturtechniken des Lesens, des Schreibens und des Rechnens. Das Auswendiglernen religiöser Texte nahm einen großen Teil der Unterrichtszeit ein, hatte aber den Nebeneffekt, dass viel und oft gesungen wurde: evangelische Gesangbuchlieder (katholische Familien gab es seinerzeit nur wenige im Ort). Solange die Schulen der Aufsicht der Kirchenbehörde unterstand, änderte sich daran kaum etwas; erst 1909 übernahm in Württemberg der Staat diese Aufgabe. Mit der Zeit nahmen auch die sogenannten "Realfächer" einen Raum im Unterricht ein, Naturkunde, Erdkunde, Geschichte.
Religionsunterricht erteilte der Pfarrer aus Rohracker, der zweimal die Woche nach Sillenbuch in die Schule kam. Nachdem der Ort 1933 ein eigenes Gotteshaus erhielt, fand dieser Unterricht in der Martin-Luther-Kirche statt.
Viele Sillenbucher Mädchen besuchten in der Zeit zwischen dem Schulabschluss und dem Beginn einer Ausbildung die Rohracker Hauswirtschaftsschule.

In den 20er Jahren zog der moderne sportliche Geist auch in unsere Schule ein. Die Turnstunden fanden sommers im Schulhof und im Winter in der Kelter statt. Nicht selten ging man stattdessen zu einem Spaziergang in den Silberwald oder unternahm eine Rodelschlittenfahrt das Böpserle hinunter.
In den kleinen Orten mit ein- oder zweiklassigen Schulen spielten die Lehrerpersönlichkeiten eine viel größere Rolle als heute. Meist prägten sie über mehrere Jahrzehnte das schulische Leben in der Gemeinde. Man vergegenwärtige sich: Die Kinder lernten während ihrer gesamten Schulzeit meist nur zwei Lehrer kennen. Die (schulische) Entwicklung der Kinder hing also weitgehend vom Charakter der beiden Lehrer ab und von ihren Neigungen, und naturgemäß von ihren pädagogischen und fachlichen Fähigkeiten.

Seit Ende des Ersten Weltkriegs bis gegen Ende der 30er Jahre prägten zwei Lehrer das Schulleben in Sillenbuch: Jakob Rall, der seit 1920 hier tätig war und die Unterklasse unterrichtete, und Otto Jäger, der seit 1919 für die Oberklasse zuständig war. Jakob Rall wird von seinen ehemaligen Schülerinnen und Schülern als ein korpulenter Choleriker geschildert, der seine Geige, die Pflanzen und Kräuter in seinem Garten und den Rohrstock liebte. Otto Jäger, ein ruhiger und besonnener Mensch, engagierte sich neben seinem Lehrerberuf im öffentlichen und politischen Leben der Gemeinde. Als Rechner der Spar- und Darlehenskasse und der Sillenbucher Raiffeisengenossenschaft war ihm Rechnen als Schulfach sehr wichtig. So legte er den Kindern die Listen mit den Kohle- und Kartoffellieferungen der Genossenschaft vor, in die sie die Preise einzutragen und die Summen auszurechnen hatten. Schulbehörde und Eltern scheinen an diesem unkonventionellen Unterrichtsinhalt keinen Anstoß genommen zu haben.

Mit dem Umzug in das neue Schulgebäude in der Silberwaldstraße änderte sich der Schulbetrieb im Ort grundlegend. Dies galt für die Schulkinder wie für die Lehrkräfte und für die Lehrinhalte. Nun hatte jede Klassenstufe ein eigenes Zimmer, das Lehrerkollegium vergrößerte sich und mit den Bewohnern von "Neu-Sillenbuch" kamen Familien aus ganz anderen sozialen Schichten in den Ort. Deren Kinder besuchten meist nur die ersten vier Klassen der Volksschule und wechselten dann in weiterführende Schulen nach Stuttgart über. Der Ungeist des Nationalsozialismus hielt Einzug auch in Sillenbuch , "NS-Rassenlehre" und "Weltanschauungslehre" wurden wichtige Unterrichtsinhalte.

Werner Hinderer, ein ehemaliger Lehrer an der Sillenbucher Schule, berichtet über die Zeit nach 1945: "Etwa 1950" hatte sich die Bevölkerungszahl in Sillenbuch auf 6 000 Einwohner erhöht. Im Schulgebäude herrschte Raumnot. So hatte die Schule in den Jahren von 1953 bis 1958 unter einer drückenden Schulraumnot zu leiden und wurde vor schwierige Probleme gestellt. Sie konnte nur durch die Einführung eines Schichtunterrichts gemeistert werden. Für die ständig steigenden Schülerzahlen in acht Jahrgangsstufen mussten auch Ausweichräume gesucht werden. Man fand sie im Schulhaus in Alt-Sillenbuch. Ein Garderoberaum in der Turn- und Festhalle wurde für den Handarbeitsunterricht belegt, und im Kellergeschoss der Schule wurde ein Raum für das neue Fach "Werken" eingerichtet. Die Riedenberger Kinder aus dem ersten bis dritten Schuljahr wurden in einem Klassenzimmer in der alten Riedenberger Schule von einem Lehrer unterrichtet, der dort im Schulhaus in der Schemppstraße wohnte und zum Lehrerkollegium Sillenbuch gehörte. Diese Ausweichräume störten den Schulbetrieb empfindlich. Schüler und Lehrer mussten ständig zwischen der Silberwaldstraße, Alt-Sillenbuch, Riedenberg und der Turnhalle hin- und herpendeln.
Nach fünf Jahren geduldiger Arbeit eines verständnisvollen Lehrerkollegiums wurde endlich der Ausbau der Sillenbucher Schule durch die Stadt Stuttgart verwirklicht.

Seither, durch weitere Ergänzungsbauten und durch schulamtliche Änderungen, die Schule ist nur noch für die Grundschüler da, läuft der Schulbetrieb hier reibungslos. Und durch die Einrichtung der "Deutsch-Französischen Grundschule" im Jahre 1999 hat Sillenbuch sogar ein internationales Flair bekommen.

Hans-Georg Müller
Zeittafel "Schule in Sillenbuch" 1820-2004

1820 bis 1879
Die Schule in der Hauptstraße (Tuttlinger Straße 90)

° Die Sillenbucher Kinder müssen bis zum Jahre 1820 nach Rohracker zur Schule gehen.

° Am 20. Juni 1820 wird ein eigener Schulbetrieb aufgenommen in dem kleinen Schulhaus in der damaligen Hauptstraße. Das Gebäude besteht aus einem Schulzimmer, einer Küche und einem Zimmer als Lehrerwohnung im Parterre und drei Kammern im Dachgeschoss.

° Erster Lehrer an der Sillenbucher Schule ist Georg Bazlen aus Plieningen, der die etwa 40 Schülerinnen und Schüler gemeinsam in einem ?Schulsaal? unterrichtet

° Fast 60 Jahre lang dient dieses einstöckige Gebäude als Schule, dann wird es umgebaut. In dem ehemaligen Klassenzimmer richtet der Konsumverein einen Laden ein.


1879 bis 1937
Die Schule "Auf dem Wasen" (Buowaldstraße 25)

° Am 11. Dezember 1879 findet die Einweihungsfeier der neuen Schule statt.

° Das Gebäude besteht aus zwei Klassenzimmern im Erdgeschoss, zwei Lehrerwohnungen im ersten Stock und Kammern unterm Dach.

° Nun kann der Unterricht in zwei Abteilungen aufgenommen werden: die Klassen 1 - 3 und die Klassen 5 - 7 werden gemeinsam unterrichtet. (Die achtjährige Schulpflicht besteht in Württemberg erst seit 1928.)

° Der Turnunterricht findet sommers im Schulhof und im Winter in der Kelter, der heutigen Moste, statt.

° Im Jahre 1909 erhält der Unterrichtsraum für die Oberklasse (zusammen mit der Ortselektrifizierung) elektrisches Licht und 1928 wird in dem Gebäude eine Gasheizung installiert - zusammen mit dem Anschluss an die Stuttgarter Gasversorgung.

° Ebenfalls 1909 richtet die Gemeinde eine "Kleinkinderschule" im Untergeschoss des alten Rathauses (Tuttlinger Straße 80) ein.

° Seit 1919 unterrichtet Otto Jäger die Oberklasse, seit 1920 Jakob Rall die Unterklasse. Beide Lehrer sind bis zum Ende der dreißiger Jahre in Sillenbuch tätig.

Seit 1937
Die Schule in der Silberwaldstraße

° Am 22. Mai 1937 wird das neue Schulgebäude eingeweiht.

° Die neue Schule hat sechs Klassenzimmer in zwei Stockwerken, ein Rektorat, ein Lehrerzimmer und verschiedene Nebenräume.

° Vom August 1945 bis zum Januar 1946 ist eine US-Einheit in der Schule stationiert. Unterrichtet wird während dieser Zeit wieder in den zwei Schulräumen in der Buowaldstraße.

° Durch die rasch wachsende Einwohnerzahl herrscht seit 1953 eine drückende Schulraumnot in Sillenbuch. Das Schulgebäude in der Buowaldstraße wird erneut aktiviert, desgleichen die altehrwürdige einklassige Schule in der Riedenberger Schemppstraße.

° Im September 1959 wird deshalb ein Erweiterungsbau auf dem Gelände zwischen Silberwald- und Rankestraße erstellt.

° 1971 wird dazu hin ein Pavillon mit sieben Klassenzimmern notwendig.

° Aus der Sillenbucher Schule wird die "Deutsch-Französische Grundschule" (1999), räumlich möglich geworden durch den Neubau der Grundschule Riedenberg an der Kemnater Strasse.

° Im Oktober 1999 erhält die Schule eine eigene Turnhalle.
Interessantes und Kurioses aus dem Sillenbucher Schulleben (Texte liegen als Internetfassung nicht vor)
Schule in Sillenbuch

Ausstellung im "Alten Schulhaus"
in der Buowaldstraße 25
anlässlich des 125. Jubiläums der
Schulhaus-Einweihung

Samstag, 11. Dezember 2004, von 16 bis 19 Uhr
Sonntag, 12. Dezember 2004, von 14 bis 18 Uhr

Eine Initiative der Bürgergemeinschaft Alt-Sillenbuch e.V.
und des Bürgervereins Riedenberg-Sillenbuch e.V.


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