Geschichte des Kalenders


                                                                                                                       

 

Die Geschichte des Kalenders

Ein Kalender ist ein Überblick über die Tage, Wochen und Monaten eines Jahres.

Das Wort „Kalender“ leitet sich vom lateinischen Wort „calare“ und dem griechischen Wort „kalein“ ab. Beides bedeutet so viel wie „ausrufen“. In der Antike war es üblich, den Monatsbeginn auszurufen, d.h. öffentlich zu verkünden. Deshalb bezeichnete man damals mit der lateinischen Bezeichnung „calendae“ den ersten Tag eines Monats. 

Die ältesten Kalender, die wir kennen, stammen aus den frühen Hochkulturen wie z.B Babylonien oder Ägypten. Man kannte damals schon zwei unterschiedliche Kalenderformen:  den Mondkalender und den Sonnenkalender. 

Der Mondkalender orientiert sich an den Mondphasen (= wechselnde Lichtgestalten des Mondes).

Der Sonnenkalender nimmt dagegen den Lauf der Erde um die Sonne als Grundlage für die Zeiteinteilung. Der Sonnenkalender richtet sich somit nach dem Sonnenjahr.

In der Frühzeit des römischen Reiches war der römische Kalender ein Mondkalender. Er war eingeteilt in 10 Monate und hatte 304 Tage. Bei einer späteren Kalenderreform wurden 2 Monate hinzugefügt: der Januar (lat. Januaris) und der Februar (lat. Februaris). Das Jahr hatte nun 12 Monate mit 355 Tagen. Das entspricht einem Mondjahr. Das Jahr begann im März. Später wurde dann noch alle zwei Jahre ein weiterer Monat mit abwechselnd 22 oder 23 Tagen eingebaut. Dadurch sollten die Verschiebungen gegenüber dem Sonnenjahr ausgeglichen werden.  

Im Jahre 45 v. Chr. führte Julius Cäsar mit Hilfe des ägyptischen Astronomen Sosigenes eine Kalenderreform durch. Dieser neue Kalender wurde später zu Ehren Julius Cäsars „Julianischer Kalender“ genannt. Er geht von einer Erdumlaufbahn um die Sonne von 365 Tagen und 6 Stunden aus. Um diese sechs Stunden auszugleichen, führte man in jedem vierten Jahr einen sogenannten „Schalttag“ ein. Auf drei normale Jahre mit 365 Tagen sollte ein Schaltjahr mit 366 Tagen folgen.

Der  Julianische Kalender bestand somit aus 12 Monaten mit jeweils 30 oder 31 Tagen und einem Monat mit 28 Tagen, bzw. alle 4 Jahre mit 29 Tagen. Er galt im gesamten Römischen Reich. Die Jahresanfänge waren jedoch in den einzelnen Regionen verschieden. In Konstantinopel (byzantinischer Kalender) begann das Jahr z.B. am 1. September. Erst im späten Mittelalter setzte sich zuerst im Westen und viel später auch im Osten der 1. Januar als Jahresbeginn durch.

Heute wird in den meisten Ländern der Welt der "Gregorianische Kalender" angewandt. Benannt ist dieser Kalender nach dem Papst Gregor XIII. Er reformierte Ende des 16. Jahrhunderts das Kalendersystem durch eine Reform des Julianischen Kalenders. Mit der päpstlichen Bulle "Inter gravissimas" vom 24. Februar 1582 wurde die Reform des Kalenders verkündet.

Im Julianischen Kalender wurde die Jahreslänge auf 365 Tage und 6 Stunden festgelegt. Sie ist damit aber gegenüber dem Sonnenjahr mehr als 11 Minuten zu lang. Im 14. Jahrhundert war die Abweichung deshalb schon größer als sieben Tage.

Um diesen Fehler zu beseitigen führte Papst Gregor XIII. seine Kalenderreform durch. Um die Differenz zum Sonnenjahr aufzuheben, wurden 1582 einfach zehn Tage übersprungen, d.h. auf den 4. Oktober folgte sofort der 15.Oktober. Außerdem führte man bessere Schaltregeln ein. Es wurde festgelegt, dass nur jene Jahre am Ende eines Jahrhunderts Schaltjahre sind, die man durch 400 teilen kann (z.B. 2000). Das bedeutet, dass im Gregorianischen Kalender 400 Jahre um drei Tage kürzer sind als im Julianischen Kalender.

 

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