Kleine Tips wie man jetzt noch helfen kann...
Es wird Geld benötigt. Geld, Geld und nochmals Geld.....
Das größte Problem ist nur, das auch sinnvoll damit umgegangen wird. Einige lassen sich etwas ins Ohr flüstern, was so alles benötigt wird und übersehen dabei vollkommen, das viele Familien die etwas fordern dieses vorher auch niemals besessen haben.
Für uns in Deutschland mag so einiges eine Selbstverständlichkeit sein, aber für sehr viele dort eben nicht. Viele Wünsche werden nur ausgesprochen, weil man so etwas mal in einem Hochglanzprospekt gesehen hat und alle "Weißhäute" so etwas zu Hause ja auch besitzen.
Es kann natürlich passieren, das man aus seinem Helfersyndrom heraus erst einmal ganz kleine und vielleicht auch wichtige Wünsche erfüllt, die dann bei sprudelnder Geldquelle immer größer werden. Solange bis man sie nicht mehr erfüllen kann und frustriert von dannen zieht. Begleitet von einem eher negativem Gefühl und einem bitteren Nachgeschmack.....
Alles in allem darf man die Relation zum Geld nicht verlieren und sollte sich vorher schlau machen was man für dieses und jenes dort so bezahlen müßte. Spendiere ich jemandem ein neues Fischerboot, das in etwa 3000€ mit Außenbordmotor kosten würde, sollte man sich dessen bewußt sein, das es ein Geschenk ist, wofür ein Fisherman sonst vielleicht 4 Jahre arbeiten muß. Wenn das man reicht.....
Bei einem gespendeten Tuk Tuk ist es in etwa die gleiche Preisklasse. Das wäre in etwa so, als wenn man mir oder jemand anderem in Deutschland 50 000€ in die Hand drücken würde.
Nichts gegen die gespendeten Fischerboote oder Tuk Tuk´s. Das sollte nur als kleines Beispiel dienen. Um es noch ein wenig deutlicher zu machen. Nicht jeder Fischer MUSS zwangsläufig wieder aufs Meer fahren und nicht jeder Tuk Tuk - Fahrer MUSS unbedingt wieder Tuk Tuk fahren. Gerade im Moment werden sehr viele Hilfskräfte gebraucht, die fleißig mit aufbauen helfen. Aber es fehlt an Geld sie zu bezahlen.
Um seine Familie zu ernähren, MUSS man nicht unbedingt wieder seinen alten Job ausüben. Wichtig ist, das sie sich überhaupt wieder selber ernähren können. Also sollte man sich lieber vorhandene Baustellen ansehen, die halbwegs Sinn machen und ein paar Leute dort beschäftigen. Abends schaut man sich an was sie geleistet haben und gibt ihnen ihr Geld. In der Regel kommt man mit 300 - 400 Rupees hin. Das sind knappe 3 Euro. Mehr würde ich auch nicht bezahlen um die Preise nicht zu verderben. Für einen Hilsarbeiter eher noch weniger....
Wenn man dann 4 Wochen seinen Urlaub dort verbringt und jemanden beschäftigt, so ist zumindest eine Familie durch SELBST erarbeitetes Geld wieder versorgt. Dann kommt mit großer Sicherheit bald eine Ablösung ( dazu sind Foren wie die "Reisespinne" doch ganz gut ) und bezahlt den einen fleißigen Arbeiter weiter. Wenn es zwei sind, ist es noch besser...u.s.w.....
Das macht niemanden arm, man kann zusehen wie etwas geschafft wird und euch mit ihnen dazu freuen, ihr bekommt nette Kontakte und die Menschen ihr Selbstwertgefühl wieder. Das finde ich sehr wichtig....
Ich bin dort jedenfalls mit dieser Art von Hilfe gar nicht einmal so schlecht gefahren. Mal hier ein bißchen Geld für ein paar Sack Zement, mal da für ein paar Bretter oder dort für ein paar Steine, aber immer mit der Option, das ich auch sehen möchte wie etwas entsteht. Ansonsten gibt es nicht eine müde Rupee mehr....
Handwerker mußte ich bei meiner kleinen Holzbude nicht bezahlen. Meine "Patenfamilie" hat sich alles alleine wieder aufgebaut. Trotzdem würde ich das sonst in Erwägung ziehen. Guckt euch einfach mal ein paar kleine Bauprojekte an und fragt nach, ob sie noch Leute brauchen die ihnen helfen. Ganz sicher gibt es bei den riesengroßen Familien noch jemanden der gerne arbeiten möchte aber nicht darf, weil ihn keiner bezahlen kann. Dann macht ihr das eben.....
Es kann einfach nicht sein, das so einige dort nur an der Straße herumlungern und darauf warten, das ein blöder Touri vorbei kommt, dem sie etwas vorjammern und der ihnen daraufhin ein neues Tuk Tuk oder Fischerboot finanziert. Damit finanziert ihr auch die Faulheit. Das sollte jedem bewußt sein. Darauf verlassen sich in letzter Zeit immer mehr, weil es ja so oft geklappt hat und schön einfach ist.
Wenn es gut läuft, dann bekommen sie irgendwann sogar noch eine staatliche Unterstützung obendrauf und sind absolut saniert.
Das sind so meine kleinen Tips und Erfahrungen mit denen ich dort gar nicht einmal so schlecht gefahren bin. Nach Hause mit einem richtig schönen Gefühl. Da wurde etwas mit den eigenen Händen wieder aufgebaut, wozu sich alle gefreut haben. Hilfe zur Selbsthilfe nenne ich das.....