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Ponys im Offenstall...

Ich möchte hier hin und wieder über unsere Erfahrungen und das Leben im Offenstall berichten.

 

 

Unser Ausreitgelände:

 04.02.12

Bibber. Nach dem ewigen Regen gefällt uns der Frost aber auch nicht so richtig gut.

Wir machten mit den Kinderchen "Ein-Strick-Reiten". Also, Kind irgendwie auf Ponyrücken, Pony mit Halfter und einem Strick versehen, Strick in Kinderhand und "Viel Glück!" hinterher gerufen. Drei artige Ponys kringelten munter über die Koppeln, gingen hin und wieder sogar in die vom Reiter ersehnte Richtung und waren ansonsten einfach nur glücklich, endlich mal wieder Beschäftigung zu haben. Manchmal reagieren wohlerzogene Ponys ja auch auf Gewichtshilfen. Naja. Manchmal auch nicht.

08.10.11

Trauen wir uns? Na klar! Todesmutig kletterten Tina und ich auf unsere Zossen, wanderten raus in die Wildnis und beguckten die Feldmark. Moritz und ich mußten den Neuen doch mal die Gegend zeigen, und, meinte Moritz , die Ecken mit den gruseligsten Gespenstern. Während Felix also dahin marschierte, als ob er das Gelände aus der Westentasche kennen würde (sofern Pferde so etwas besitzen), machte Moritz voller Begeisterung Hüpfer, fraß zur Nervenberuhigung schnell mal ein paar Grasbüschel und machte mich zwischendurch leicht wuschig. Voller Neid schielte ich rüber zu den Vorbildlichen, wenn mein Kasper wieder kasperte. Aber eigentlich amüsierten wir uns alle vier total gut, keiner fiel in Ohnmacht oder vom Pferd, niemand ging durch oder schlug aus, und überhaupt war das so furchtbar nett, dass wir es wohl bald wiederholen müssen.

Die Daheimgebliebenen waren sehr eingeschnappt. Oha. Gab Bestechungsleckerchen.

03.10.2011

Abgrillen, bei dem Superwetter mußten wir das natürlich machen. Zum Glück haben wir ja auch einen eigenen Feuerwehrmann, der den Grill beaufsichtigt. Und genügend kreischende Kinder, zapplige Ponys und quasselnde, davon erschöpft auf Strohballen abhängende Mädels. Manchmal reiten wir sogar. Heute nicht. Heute gab es Fotos.

Stolz präsentieren wir nun also unsere...Reitgemeinschaft: Ach. Einen Namen. TiKaMa. Oder auch MaKaTi. Lieber KaTiMa? Also, das jedenfalls sind wir:

Kathrin, Tina, Krümel, Maike

(Krümel zeigt, was er von dem Quatsch hält)

Krümelchen, was guckste so scheel? Ach so, Kathrin gibt Küßchen.

Und, Krümel, willste lieber einen Apfel statt Küßchen?

Kathrin und Bonito (was´n das für´ne Übung?)

Tina und Felix (bitte lächeln!)

 

Maike und Moritz (beim Kuckuckspielen, albern)

Moritz knuddelt Bonito

Bonito knuddelt Felix

Ein Plätzlein wäre noch frei...sinnierten Kathrin und ich. Fast hätte ich ein Islandpony eingesackt, Herr B. war schweißgebadet (wer soll das bezahlen), aber wir kamen noch mal drum rum. Wir nahmen dann doch lieber Tina und Felix in unserer kleinen Stallgemeinschaft auf. Moritz raste vor Eifersucht. Er mischt den Neuen zwischendurch immer mal wieder auf, und wenn er Ruhe gibt, kommt der kleine zänkische Krümel daher. Der bekam aber eins auf die Mütze und ist seither etwas friedlicher.Verflixte Zossen.

Also: Willkommen im Stall, ihr Neuen!

15.09.11

Na, das ist ja ein verregneter Sommer. So richtig toll ausreiten und stundenlang herumtrödeln war nicht unser Ding, wir sind ja so wasserscheu. Moritz, der meine GHP-Sachen immer echt widerlich findet, war inzwischen so gelangweilt, dass er, etwas mißmutig, aber immerhin, dann doch mal mitmachte. Blöde Plane. Blöder Klappersack. Sehr blöde Rasseln. Total blöde Fußbälle. Alles blöd. Aber was soll man machen....er hat sich dann artig hinten angestellt und nach Bonito und Krümel den Parcours absolviert. Bei dem Flattervorhang wäre er mir dann doch ganz gern auf den Schoß gesprungen. Nee, Mo, das geht leider nicht. Blöder Sommer, blöder. Ist nun auch vorbei. Herbst offensichtlich genau so verregnet. Würgs.

 30.07.11

Tjaja, so vergeht die Zeit...am schönsten ist es für uns ja immer noch draußen. So viele Gespenster, wie dort zu entdecken sind, das ist ja unglaublich! Moritz versteckt sich gern hinter Bonito, wenn ihm gruselige Plastiktüten oder einfach so herumstehende Kisten (sowas, die Leute stellen die einfach vor ihre Auffahrten und verkaufen daraus Eier, Obst, Gemüse...kleine Gespenster...) über den Weg laufen. Am Waldrand stehen zwar keine Gespensterkisten, dafür wimmelt es momentan vor lauter Bremsen, die nicht nur den Ponys zu schaffen machen. Julia hatte tatsächlich so ein Biest im Schuh, autsch. Empfindliche Rappen bewegen sich plötzlich sehr schnell Richtung Heimat, während pummelige kleine Schecken da kaum noch mithalten können. Krümel wünscht sich sicher mal einen langsamen, ruhigen Ausflug, bei dem man mehr frühstücken könnte. Bonito ist das egal, er konnte schon immer im Laufen große Grasmengen erhaschen, Reiter merkt er nur daran, dass der Ponyhals plötzlich ziemlich tief herunterlangt, aber Pony läuft brav weiter. Das klappt sogar im Galopp. Ist dann allerdings noch eigenartiger, da der Reiter dann erst recht nichts hat, woran er sich klammern kann. Denn Bonito wird ja, wenn überhaupt, nur ohne Sattel bewegt.

Heute gab es eine actionfilmreife Handpferdübergabe: Während ich auf Moritz flott vorneweg trabte, beschlossen Bonito und Krümel, mal so richtig Gas zu geben. Hutz schrie "Zu Hilfeeeee!", preschte an mir vorbei und schwang dabei den Strick, an dem der Krümel hing. Ich duckte mich noch rechtzeitig, um nicht heruntergezogen zu werden, und griff beherzt zu. "Ich hab ihn!" brüllte ich und stemmte mich sämtlichen PS, die vorwärtsrauschten und an Zügeln oder Stricken in meiner Hand lagen, entgegen. Uij. Mit viel Geschnaufe hielten die Wildpferde an.Was hatten wir doch wieder für Spaß! Nächste Woche wollen wir dann über die Stoppelfelder, das wird bestimmt prima!

03.04.11

Wir sind aus dem Winterschlaf erwacht und wieder unterwegs in der Umgebung. Okay, Moritz fand eine leere Chipstüte echt furchtbar. Sie war so bedrohlich, dass ich ihm zeigen mußte, dass aus Chipstüten Leckerlies wachsen. Ah so, staunte der Rappe und mampfte die Dinger glücklich. Auf dem Rückweg sah man richtig, wie es in ihm arbeitete: Auweiauwei eine Chipstüte hach warte mal da war doch was wo sind die Leckerlies. Genau, Mo, immer mit der Nase in die Tüte rein.

Krümel wird vom Kleingemüse bewegt, leider sind die kurzen Beinchen nicht so schnell, so dass Moritz immer mal warten muß, bis die Kleinen aufgeschlossen haben. Tippel, trab hinterher...

 

20.02.11

Oje, lange nix geschrieben. Im Winter ist bei uns allerdings auch nicht viel los. Es wird gefüttert, Wasser geschleppt, Heu abgewickelt, hin und wieder machen wir einen kleinen Spaziergang oder die Kinderchen reiten ohne Sattel ein paar Runden auf der Koppel. Manchmal greife ich mir Moritz samt Halfter und reite mit ihm die Zäune ab. Ja, gähn, mehr Energie haben wir nicht...

02.10.10

Leider sind die Stoppelfelder immer viel zu schnell umgepflügt, aber hier noch mal drei Bilder vom August:

...und eines aus der Heide, auf Cleopatra:

25.09.2010

Holla, Mo, das war knapp. Aus unerfindlichen Gründen verhedderte sich Moritz im Stromzaun und war immerhin vernünftig genug, still auszuharren, bis er gerettet wurde. Die Tierärztin sagte "Puh" und verpaßte ihm ein paar Spritzen. Nun,zwei Wochen später, lassen wir es mit dem Reiten langsam angehen, wir waren spazieren (also, eher grasen, nä) und machten uns dann endlich mal wieder vorsichtig auf in die Pampa. Moritz wollte gern flotter, aber ich meinte, neenee, da machen wir mal keine Experimente, Alter.

Nebenbei quälte ich Kathrin mit Ideen wie "Wäre doch schön, wenn ein fetter, alter Norweger oder was ähnlich Gemütliches mit Dir an Bord nun mit uns durch die Gegend schlendern würde". Denn Bonito ist nicht mal zum Spazierengehen so wirklich zu bewegen. Na klar ist er unser aller Liebling, das wollen wir mal festhalten. Aber einen lustigen Stoppelfeldausritt nach dem Motto "Welches Pony bockt am schönsten?" oder auch "Wer geht am elegantesten durch?" ist für ihn einfach nicht mehr drin. Das mit dem Schön - Bocken hat sich Moritz vor Kurzem zum Ziel gesetzt, zum Glück saß Hutz oben auf dem Rappen und hing in den Seilen. Ich guckte mir die Show interessiert an. Klar, dass man auf Stoppelfeldern die lustigsten Dinge erlebt.

27.08.10

Jaaa, ihr kommt alle mit raus! Hutz und ich sattelten Moritz, verpaßten Bonito seine Trense und packten den Krümel mit Halfter ein. Und ab ging es auf die Stoppelfelder. Och neeee, arbeiten, dasjadoof, wir essen lieber, meinten die drei Banausen und futterten sich so durch die Pampa. Zwischendurch lieferten sich Mortiz und Krümel schöne Eifersuchtsszenen, ja doch, ich habe ja beide lieb, knuddel, knautsch. Krümel nimmt es mir übel, dass ich Moritz reite, der wiederum ist eingeschnappt, wenn ich Krümel auch nur putze. Nito guckt abgeklärt und gelangweilt auf diesen Zirkus, er weiß, dass er nicht zu kurz kommt.

12.08.10

Nach langem Zögern hat Kathrin Ronja an ihre Vorbesitzerin zurück gegeben. Hier war das kleine Pony total unterfordert, obwohl die Aufgabe, als Handpferd mit in die Welt zu gehen, Ronja sehr viel Spaß gemacht hat. Moritz und mir übrigens auch, aber wir fanden alle, dass das keine Lebensaufgabe für sie sein sollte. Ich könnte mir Ronja auch sehr gut als mutiges kleines Kutschpony vorstellen.

Moritz fiel unterdessen ein, dass es ihn vor Cockerspanieln gruselt. Wir hopsten im Zickzack über die Dorfstrasse und an dem Monster vorbei. Krümel samt Kleingemüse an Bord fand das etwas albern und er marschierte unbeeindruckt hinterdrein. Auf den Stoppelfeldern trabten die Herren dann harmonisch nebeneinander her. Wobei auffiel, dass die Stoppeln für kleine Shetlandponys und ihre Reiterlein eine andere Dimension haben als für langbeinige G-Ponys. Wie gemein...

06.06.2010

Ja, hätte ich geahnt, wie lustig Handpferdereiten ist, hätte ich das ja schon viiiiel früher gemacht! Ich griff mir den Rappen und klein Zappelronja (samt Herzchenhalfter) und sauste mit ihnen hinaus in die weite Welt. Also, auf die Plattenwege ums Dorf herum. Die beiden passen vom Tempo her richtig gut zusammen. Ronja kann man leicht führen, sie stürzt sich nicht alle drei Meter ins Gras, und Moritz, wenn er denn erst mal draußen ist, will ja eh nur weiter. Auf der Rücktour trabte er allerdings so schnell, dass das Shettystütchen in Galopp schalten mußte. Hier muß ich nun kurz einwerfen, dass es auch beim Handpferdereiten so ein paar Dinge zu beachten gilt, angefangen bei den Handschuhen, die Reiter tragen soll. Eine Gerte nehme ich nicht mit, ist bei diesen Ponys auch nicht nötig. Sie verhalten sich mustergültig, kein Bocken, Drängeln, Faxenmachen.

Gestern nun kam Hutz mit, wir wollten nur mal eben mit Krümel und Moritz spazieren gehen. Vier Ponys stellten sich demonstrativ vor die Ausgangstür. So. Aha. Naja, meinte ich, dann wollen sie wohl alle mit. Moritz bekam sein Sidepull, Sattel gab es leider nicht, der Rest der Bande wurde aufgehalftert. Ab ins Grüne, Hutz kam dann ziemlich bald ins Schnaufen, weil Bonito und Krümel mit dem im Stechschritt davoneilenden Moritz mithalten wollten. Hutz krabbelte dann auf Bonito, und wir trabten eifrig bis zur Schwale. Neenee, meinte Moritz, weiter geht´s. Neenee, meinte ich, wir kehren um. Bonito wurde noch einmal so richtig munter und fegte im Galopp hinter Moritz her, Hutz protestierte ein bißchen, war aber eigentlich ausreichend damit beschäftigt, sämtliche Halfterstricke festzuhalten. Ronja fand alles toll und wurde frech, sie versuchte mehrfach, Moritz in die Schnute zu zwacken, shocking! Krümel, das arme Würstchen, kam kaum noch mit. Aber da er einige Freßpausen im Gras bekam, war er dann auch ganz zufrieden. Nebenbei testeten wir noch, ab Ronja ihre Lektionen im Reiten vergessen hatte: Hutz setzte sich mal eben auf das Shetty. Huch, naja, okay, war Ronjas Kommentar. Sehr schön, wir freuten uns wie verrückt und lobten sie. Sehr brav!

18.05.10

"Na, Schwarzer, wie gefiel dir das letzte Jahr?" fragte ich Moritz gestern. Er wackelte daraufhin ein bißchen mit den Ohren und suchte nach Leckerlies in meinen Taschen. Genau. Wir hatten nämlich Jahrestag. Vor lauter Freude griffen Kathrin und ich uns sämtliche Ponys und zockelten hinaus ins Grüne. Wobei Shettys am Führstrick einen ja echt schaffen können. Und, noch schlimmer: Alte Frau will auf Rappen, Shettys erst mal am Zaun festgebunden. Oma auf Pferd, kriegt alle Shettystricke in die Hand (Was, wenn die Ponys nun in drei Richtungen davonlaufen wollen? Wollten sie nicht.). Kathrin springt mit jugendlichem Elan auf sehr dicken Braunen (Oma auf Rappen sehr neidisch), der daraufhin ins Gras springt und futtern will. Braunenreiterin kriegt Führstrick irgendwie herzlos in die Hand gedrückt. Zerrt an kleinem braunem Pony ( letzteres mit sehr niedlichem Herzchenhalfter auf der Nase). Kleines braunes Pony kann auch zerren! Kleines scheckiges Pony könnte sicher auch, ist aber zu artig und trippelt eifersüchtigen Blickes neben Rappen einher. Hin und wieder zwackt Rappe scheckiges Shetty oder umgekehrt. Bei den Braunen Lage nicht viel besser: Alles rennt. Rappen-Schecken-Duo totaaal cool, jedenfalls so lange, bis Reiterin ihrer Freude darüber laut Ausdruck verleiht. Plötzlich Rappe und Schecke mit Nasen im Gras. Braune inzwischen weit, weit weg, zum Glück immerhin mit (zeternder) Reiterin an Bord. Rappe wird aus Gras gezogen, Schecke hinterher gezerrt (Reiterin hat voll die Muckis, arbeitet nämlich im Baumarkt). Schlagartig Harmonie total, vier niedliche, fröhliche Ponys traben nebeneinander her, die Sonne strahlt, das Gras und die Bäume leuchten grün, blauer Himmel, hurra, alles gut! Leider, leider, sagt Rappenreiterin irgendwann das Zauberwort "Nachhausäääää". Blöd. Rappe steht bockig auf Plattenweg, drei Ponys laufen vorwärts nach Haus, eins dann eben rückwärts. Rappe schließlich doch irgendwie genervt vom Rückwärtsgehen, dreht sich um, Ponyführstricksalat als Folge, große Freude auf allen Seiten, Ponybeine und Leinen sortiert, endlich zu Hause, alle erschöpft, aber zufrieden.

09.05.2010

Hartnäckige, aufsässige, sehr grashungrige Ponys brachten uns ins Schwitzen, da sie auf alle erdenklichen Arten versuchten, ans Gras zu gelangen. Ja nu, gestern gaben wir klein bei und warfen die Brut raus auf die Weide. Und unsere jährliche Ausmistaktion schafften wir auch, nur Kathrin, Matthias und ich, ach ja, und der Trecker. Boah, was waren wir stolz!

29.04.10

Immer, wenn Kathrin und ich abends Ronja ausbilden, stehen die drei anderen Ponys am Reitplatzrand und gucken zu. Moritz wiehert von Zeit zu Zeit, inzwischen klang es so vorwurfsvoll ("Und wann machste was mit mir, eh?"), dass ich mich morgens nun aufrappelte und den Schwarzen sattelte. Wer mich kennt, weiß ja, dass ich vor 10:00 Uhr nicht so richtig ansprechbar bin. Moritz ist es offensichtlich auch nicht. Wir standen andächtig neben dem Ökohof und er konnte leider, leider, nicht weitergehen. Zu viele Kaninchen im Gehege, Flatterplanen links und rechts, bestimmt auch Hühner irgendwo, nee. Gähn. Meinte ich. Dann, etwas nachlässig: Mecker. Wir guckten also mal wieder, wer von uns beiden sturer sein kann, ich gewann und hurra, es ging ins Grüne. Auf der Hinstrecke trabten wir sehr locker und elegant. Dann das übliche Grasen an einer netten Stelle, dann sprach ich "Wenden", statt des üblichen "Wir wollen nach Hause". Somit klappte es auch mit dem Heimweg, und weil es gerade so schön war, trabten wir. Nach einigen Metern wackelte Moritz mit einem Ohr, na gut, seufzte ich, und wir sausten im Galopp heimwärts. Ach, die Flatterplanen, Kaninchen und Kühe (fast so aufregend wie Hühner, manchmal) waren immer noch da, aber seltsamerweise nicht mal halb so aufregend wie zuvor. Naja, meinte ich, ich will mal nicht so sein, ich habe das jetzt nicht bemerkt, Schwarzer.

Sang ich auf dem Hinweg also noch "Ich kenne nichts, was so stur ist wie du", tauschte ich das "stur" auf dem Rückweg gern gegen "schön" aus. Und ahne es schon: Sabald das weiße Kälberkraut wieder blüht, kriege ich den Rappen eh nicht voran, der frißt das Zeug so gern.

Komisch, wie man so aufs Pferd kommt, im letzten Jahr suchte ich um diese Zeit sehr hartnäckig nach DEM Pony, ich war schon recht entnervt, weil aus mir unerfindlichen Gründen keins paßte. Ich bin gar nicht so anspruchsvoll, dachte ich eigentlich. Und stellte dann fest, dass das Pony nicht potthäßlich sein sollte und möglichst auch noch artig beim Reiten. Nun habe ich einen weißnasigen Rappen, der auf den leichtesten Schenkeldruck und feine Zügeleinwirkung mit dem Sidepull reagiert (also, wenn er will), was von seiner guten Ausbildung zeugt. Hier noch mal ein großes Dankeschön an Inka, ich freue mich immer wieder an Moritz. Und die Hufe gibt er inzwischen auch ohne Diskussionen.

 

Ach ja, Ronja: Mittlerweile zischen Kathrin und Ronja sogar im Galopp, allerdings an der Sicherheitsleine, durch die Reitbahn. Wenn sie sich für eine gemeinsame Richtung entschieden haben, sind sie ein entzückendes Paar, schade, dass Ronja nicht 30cm größer ist. Nun müssen wohl alle vorhandenen Kinder sie reiten, es sei denn, wir werden total mutig und fahren sie ein. Krümel zeigt bei dergleichen Bemühungen noch nicht sehr viel Begeisterung, tja. Dann werden wir die Gig aufbrezeln müssen und den alten Bonito anspannen, und Krümel muß als Handpferd mit. Na, mal abwarten.

22.04.10

Nachdem wir ein paar Kaufinteressenten für Ronja zu Besuch hatten, deren Vorstellungen dieses wundervolle, alberne Shetlandpony nicht entsprach (oder die unseren Vorstellungen nicht entsprachen!), hatte ich die Faxen dicke. Tja, meinte ich, nu haste Pech gehabt und wirst von uns eingeritten. Ehe wir uns das wieder überlegen konnten, begannen wir. Ronja war schwer begeistert. Endlich was zu tun! Und die vielen Leckerlis! Und alles freut sich, wenn man was richtig macht! Ach, ist das schön! Nach nur einer Woche kann Kathrin mit ihr nun fast schon allein in Schritt und Trab durch die Bahn eiern, klar ist das schwierig, wenn die Beine des Reiters eigentlich fast schon auf dem Boden schleifen, aber wir hatten nur die Wahl zwischen leicht und lang und kurz und schwer (ratet, wer letzteres ist). Ich stehe also in der Mitte und gebe Kommandos (wie im wirklichen Leben, sozusagen), und die zwei geben alles. Tatsächlich kamen von der vierbeinigen Schülerin auch mal ein paar aufsässige Minibocksprünge, aber mein Gezeter, das durchs ganze Dorf hallt, scheint furchteinflößend genug zu sein. Fürs erste zumindest. Was dann später kommt, uppsa, wir werden sehen.

Nebenbei veruchte ich mich im experimentellen Ausreiten. Ich sprang im Dorf irgendwie auf den mit Sidepull versehenen Rappen (ohne Sattel kommt die Muddi eh nicht aufs Pferd) und hatte den fetten Schecken am Halfterstrick dabei. Soweit, so gut, fanden wir das noch alle drei lustig. Leider flatterte dann im Feldweg eine Plane (oder war es der Frühling?) an uns vorbei. Der Rappe machte aufgeregte Sätze in die Höhe und vorwärts, der Schecke leider nicht, und ich hing dann also dazwischen. Hohohooo, rief ich beruhigend, hielt mich in der dicken schwarzen Mähne mit links fest, während ich mit rechts am Shettybändzel zog. Ungeschickterweise rief ich dann, weil ich nicht runtergefallen war, begeistert olé olé olé oder ähnlich Dummes, woraufhin der Rappe wieder hoch ging und sich sicherheitshalber hinter dem fetten Krümel versteckte. Na, ich fiel nicht. Uff. Wir gingen dann mal lieber weiter und begegneten so einigen anderen Pferden, was meine kleinen Monster nicht weiter störte. Auch, als ein anderes Pferd quasi neben uns senkrecht in die Höhe ging (es mußte wohl doch der Frühling sein, so viel Energie um uns herum!), guckten sie nur gierig Richtung Gras.  Das war ja auch der Sinn der Übung, ein bißchen naschen, Sonne tanken und dann gemütlich wieder heimwärts trudeln. Die daheimgebliebenen Braunen waren recht eingeschnappt. Tat mir ja auch leid, aber mehr Ponys konnte ich beim besten Willen nicht mitnehmen.

05.04.2010

Frühling läßt sein blaues Band...und so weiter, erklärte ich Moritz und holte den Sattel aus der staubigen Ecke. Ach, guck, wir wollen raus? Fragte der Rappe und fing an zu zappeln. Wir gingen also durchs Dorf und an der Mauer von Doros Grundstück kletterte ich, wie immer sozusagen, in den Sattel. Ab in den Wald! Nee. Der Rappe wollte nicht. Moritz machte eine Kehrtwendung. Huch, sagte ich, was ist denn jetzt? Rappe guckte andächtig Richtung Dorf und war durch nichts zu bewegen. Rein gar nichts. Ich deutete Richtung Wald. Zappelte, meckerte, ruderte mit den Armen, zeterte. Der Rappe wackelte mißmutig mit einem Ohr, machte ein paar unwillige Schritte rückwärts. Nö. Nö? Wir standen so sicherlich eine geschlagene Viertelstunde und warteten. Worauf auch immer, dachten die Dorfbewohner vermutlich. Als es wirklich extrem langweilig wurde, gab der Rappe schließlich nach. Hurra, Wald, wir kommen! Erste Grashälmchen, wartet auf uns! Plattenweg, ein flotter Trab! Und letztendlich kamen wir sogar heil zurück zum Stall, wo drei einsame, lautstark wiehernde Ponys uns freudig empfingen. Glückliche Familienzusammenführung nach über halbstündiger Trennung. Über das Zeitgefühl von Pferden muß ich noch mal scharf nachdenken.

29.03.10

Hutz brauchte Abwechslung, fand ich, und zerrte sie mit zu den Ponys. Dort wußte das Wetter wieder mal nicht, wie es sein wollte, entschied sich aber in letzter Sekunde dazu, superschön zu werden. Na toll, nun hatte ich keinen Sattel mit. Aber immerhin zwei Decken, die wir auf Moritz und Bonito packten (nasse Pferderücken machen sehr nasse Reithosen, igitt). Nito bekam Halfter und zwei Stricke dran gebammelt, Moritz sein Sidepull und dann ging es raus in die Botanik. Nito fing an, wie eine (fette) Elfe davon zu schweben, was Hutz ehrlich freute, bei Moritz aber ein Verlassenheitsgefühl aufkommen ließ. Ja doch, wir zischten hinterher! Urks, meinte ich, ich spüre jeden Knochen! Aua! An unserer Gartenbank am Wald angekommen, wurde hin und her getauscht, Gras gefuttert und dummes Zeug geplappert. Dann ging es heimwärts, und Hutz fand Moritz total klasse, sie benutzte auch die magischen Worte "Nach Hause" nicht, sondern kommandierte "Wenden!". Na gut, da ging der Rappe recht artig heim...

21.03.10

Frühling lag in der Luft! Ooooh, sagte ich zu Moritz und Krümel, wollt ihr nicht mal eine Runde mit uns durchs Dorf? Na klar wollten die zwei. Kleingemüse ritt mit Halfter auf Krümel an meiner Sicherheitsleine, während ich Moritz am Halfter einmal um den Pudding führte. Nur eine gruselige olle Tischdecke, die jemand aus unerfindlichen Gründen über einen Gartenzaun gehängt hatte, war dem Rappen etwas unheimlich. Mir auch, da könnte ja sonstwas herausspringen...ein paar Tage später tüdelte ich das Sidepull auf den Rappen, hob Kleingemüse auf Krümel und wir ritten stolz die Dorfstrasse rauf und runter. Leider sprach ich dann die magischen Worte: "Sooo, und nun wollen wir nach Hause!". Mist. Moritz erstarrte. Krümel dagegen ging eifrig gen Heimat, und ich bekam sehr lange Arme, weil ich ja den Kleingemüsestrick auch noch festhielt. Moritz überlegte es sich gerade noch rechtzeitig und ging, mißmutig, aber tapfer, mit nach Hause. Kleingemüse bekam mittendrin Langeweile und fing an, sich auf Krümel zu stellen. "Guck mal, ich bin größer!". Nee, das ging natürlich nicht, meinte ich, dem Shetty war es allerdings schnurz, ob und wieviele Kinder auf ihm herumturnten. Gab auch reichlich Leckerlis zur Belohnung. Los, Frühling, komm doch näher, wir wollen raus!

07.03.2010:

Nachdem wir einen Strohrundballen und einen Heurundballen abgewickelt hatten und ziemlich k.o. waren, mußten wir alten Weiber dann doch noch mal die Halfter schnappen und auf die Zossen. Ich bin ja eh zu pummelig und komme nicht aufs Pony, zappel, rutsch ab, und mußte mir hochhelfen lassen. Beneidenswert, Kathrin hopste auf Nito, der das gleich mal doof fand, aber artig, wie er so ist, durfte auch noch das Kleingemüse mit, das immer "Trab" Galopp!" kreischte und ihn somit ordentlich auf Touren brachte.

"...Mal gucken, wie Moritz Halfterreiten so findet, ich falle ja weich in den Schnee..."

also, gefallen ist niemand....

 

 

Hurra, es schneit schon wieder. Urks. Langsam kann es auch mal wieder aufhören. Dicke Zottelponys mit Eiskrusten auf dem Pelz bahnen sich ihren Weg durch die Schneeverwehungen zum Stall. Dick vermummte Gestalten zerren schnaufend Wasserkanister herbei. Man begegnet einander in den Boxen: "Rück das Futter raus!" "Ja, wenn ich wieder Luft bekomme!". Ja, mehr passiert hier eigentlich momentan nicht. Sollte es mal aufhören zu schneien, könnte man ja vielleicht ans Schlittenfahren denken, aber soooooo...och nö.

Hurra, es schneit! Bonito ahnte es sicher schon: Wir kamen mit dem Kutschgeschirr, dem Schlitten und den Glöckchen daher. Was so ein alter Profi ist, der kann das ja alles im Schlaf. Da ich die Trense vergessen hatte, schnallten wir die Leinen eben ans Halfter. Hutz war auch dabei und war für 5 Sekunden auf dem Schlitten, dann ließ sie doch wieder mich davonzischen. Oho, wenn der alte Strubbelzossen will, kann er ordentlich Gas geben. Beim Maulwurfshügelachterbahnfahren kippte ich denn auch beinahe vom Schlitten. Das Kleingemüse kreischte begeistert und drehte ein paar Runden, fiel auch fleißig in den Schnee und war dann ziemlich durchgefroren. Und Ronja wurde übermütig und hätte am liebsten mitgemacht. Leider bockte sie zu wild um uns herum, wir sperrten sie lieber weg. Boah, gemein.

Wir bestellten eine Fuhre Sand. "Wieviel ist denn das eigentlich?" fragte Kathrin. Tja. "Keine Ahnung, aber sicher genug", war meine aufschlußreiche Antwort. Der LKW kam, kippte ab und fuhr davon. "Ach", meinten wir, "das geht ja noch". Einige Zeit und Schubkarren später war es mehr ein "Och, puh, morgen ist auch noch ein Tag". Ja, da steht er nun, der Sandberg, und wurde besonders von Ronja ungläubig angestarrt. Mal schauen, wie lange wir dran zu knabbern haben.

Zwischendurch machen wir fleißig GHP-Übungen. Zum Glück habe ich meistens genügend Kinder im Gepäck, die je ein Pony putzen und am Halfter führen. Ich überlistete Moritz, der beim Anblick der blauen Plane, die ganz harmlos und unscheinbar am Boden herumlag, ganz große Augen bekam und losschnaufte: Ich stellte mich also ebenfalls ganz harmlos und unscheinbar auf die andere Seite der Plane und warf mit Brotstückchen. Die landeten zufälligerweise alle auf der Plane, und wie ein Hühnchen, das Futterkörner pickt, folgte Moritz den Häppchen und tappste dabei über das blaue Ungeheuer. Als er auf der anderen Seite angekommen war, hielt er inne, bekam wieder große Augen und sprang einmal entsetzt in die Höhe. Joah, meinte ich, das fällt dir ja verflixt spät auf, Kumpel. Und zog ihn gnadenlos zum Regenschirm hinüber. An den haben sich allerdings inzwischen alle Vierbeiner gewöhnt. Ich werde wohl mal ein anderes Exemplar raussuchen. Bloß, was für eine Steigerung zu knallegelb mit Entchen drauf gibt es?

Boah, Mo, ich glaub`, ich kriege Magen-Darm-Grippe, mir ist nicht gut, ächzte ich und schwang mich in den Sattel. Moritz wackelte ein bißchen mitfühlend mit den Ohren. Wennste heute Mucken machst, falle ich runter und bleibe dann so liegen, drohte ich. Okay, das fand Moritz dann auch blöd und benahm sich mustergültig. Mir ging es dann irgendwann auch viel besser und die frische Luft half wohl auch ein wenig. Ach so, das Geschaukele auf dem Pferderücken? Ja, vielleicht schüttelte das alles im Magen zurecht, keine Ahnung. Ich hätte mich ja auch als Alternativprogramm aufs Sofa packen können, statt in der Gegend herum zu hampeln. Fiel mir zu spät ein...

Hm, was für eine lustige Idee: Kathrin und ich wollten tatsächlich gemeinsam ausreiten. Gleich zu Beginn machte Bonito uns klar, dass er am Rande der Erschöpfung war und kaum einen Schritt vorwärts machen konnte. Also, Gras futtern klappte immer noch, aber gehen? Moritz war das Kaspertheater zu albern, er ging dann schon mal auf und davon. Wurde dann sehr sauer, weil er nicht hemmungslos naschen durfte und bekam ein gemeines Zügelende auf den Hals geklatscht. Was denn? Wie, die haut?? Er bockte beeindruckend aus dem Stand, was die Reiterin a) sehr sauer und b) etwas kleinlaut machte. Also, nun wollten wir uns aber alle zusammenreißen. Schneller wurde Bonito dadurch nicht, aber er fraß zumindest nicht mehr durchgehend. Moritz ließ das Bocken vorübergehend bleiben und freute sich, als ein Maisstoppelfeld in Sicht kam. Na, okay, fanden wir alle, wir gehen da mal gesittet drüber. Ooooch, ein wenig traben? Prompt bockte Moritz unfein, was unflätige Reiterflüche nach sich zog. Bonito merkte, dass es gen Heimat ging, und war plötzlich ein richtig flottes Pony. Moritz merkte zeitgleich genau dasselbe und verwandelte sich in ein Schneckenpony. Ach, dachte ich, das ist ja fein, dann galoppieren wir zwei doch mal. Hurra, wie schön. Moritz war sehr artig. Bonito...nu ja, der bockte dann eben mal. So zum Ausgleich. So richtig harmonisch war das alles nicht. Aber Spaß hatten wir trotzdem. Nächstes Mal nehmen wir die Shettys als Handpferde mit, mal gucken, was dann passiert.

Mit Moritz durch den Herbstwald zu reiten, darauf hatte ich mich sehr gefreut. Wir marschierten also munter los. Auf den Plattenwegen war die Richtung ja ziemlich einfach vorgegeben, immer in der Mitte bleiben. Radfahrer nicht fressen. Ihre freilaufenden Hunde auch nicht. Sehr artig. Aber dann kam der Wald. "Ah! Oh!" machte Moritz. "So viel Platz hier, und so. Ich geh dann mal...da so lang." "Nee." meinte ich. "Da so ist das Dickicht. Darin kommt das Wort DICK vor, das hat was damit zu tun, dass die Büsche sich dick machen, und wir passen da nicht durch, aua." Hm, wir paßten. "Soooo, und nun mal links am Baum vorbei, oder doch lieber rechts, meine Güte, wie soll ich mich nur entscheiden?" "Am besten so, dass wir nicht GEGEN den Baum laufen, eh, Schwarzer, ich bin für links." War natürlich wieder nicht in Moritz Sinn, okay, rechts war auch noch Platz. Ich war irgendwie erleichtert, als wir aus der Baummasse wieder rauswaren und den -ich weiß, falsches Wort- Heimweg antraten. Mist. Kaum hatte Moritz erkannt, dass es im Bogen gen Heimat ging, wurde er maulig. Er machte eine hübsche Vollbremsung und drehte auf der Hinterhand um. Wir kringelten eine Weile unelegant mar vor-, mal rückwärts, bis ich dann abstieg und das Vergnügen beendete, indem ich Moritz nach Hause führte. Im Dorf kennt man uns schon und grinst uns hinterher...aber schön war es im Wald! Das raschelnde Laub, die Luft, die Farben, ich mag den Herbst.

Ich setzte das Kleingemüse ohne Sattel auf Moritz. Der guckte mich aus seinen klugen Augen kurz an, alles klar, und benahm sich dann so musterhaft und vorbildlich, wie es ein Pony nur kann. Trabte artig, wenn Kleingemüse es verlangte, ging in die gewünschte Richtung und war überhaupt total handzahm. Im Gegensatz zu Krümel, der aufsässig bockte und sein Kleingemüse in den Sand befördern wollte. Was ihm nicht gelang. Manno, war der Zwerg sauer. Nicht mal meine bösen Blicke halfen, er blieb störrisch. Nu ja, auch ein Pony kann mal einen schlechten Tag haben...

Nervernkriseeee!!! Wie gefräßig sind Ponys denn? Unglaublich! Am Donnerstag standen Biggy und ich im Obstgarten und pflückten Brombeeren und Pflaumen. Ich zog einen Zweig herab und zupfte gerade ein paar Pflaumen hinunter, als Bonito angeschlendert kam und ebenfalls anfing, an diesem Zweig zu zupfen und Pflaumen zu pflücken. Er mampfte sie genüßlich auf und zerkaute geräuschvoll die Kerne. "Achschreckohgrausohgrusel!" schrie ich entsetzt. Krümelchen und Ronja schnoberten wie die Staubsauger über den Boden und futterten, was das Zeug hielt, ebenfalls Pflaumen. Nur Moritz guckte verächtlich, igitt, Steinobst. Ja, jetzt habe ich den Obstgarten sicherheitshalber zugesperrt.

Ich schwang mich dann noch ohne Sattel auf Moritz und sagte, na, ein bißchen was machen? Moritz konnte sich leider so gar nicht bewegen und guckte lieber zu, wie Ronja Biggys Handtaschenhenkel auffraß. Das war viel interessanter, besonders Biggys empörtes Protestgeschrei war wirklich hörenswert.

Mit Moritz allein in weiter Flur...nachdem ich den Rappen tapfer vor herumflatternden Plakaten verteidigt hatte und ihn quasi durchs Dorf getragen hatte, kletterte ich am Dorfrand in den Sattel und zwitscherte mit ihm in die Wildnis. Gleich auf dem ersten Stoppelfeld waren wir uns uneinig: Ich wollte links lang, Moritz bestand auf rechts. Ja, murrte ich, du kennst dich ja man auch super aus hier, dann geh doch nach rechts. War natürlich strategisch und erzieherisch extrem unsinnvoll, aber was soll`s...wir stromerten dann quer über die Stoppelfelder im Kreis. Natürlich war Moritz eingeschnappt, als er den Rückweg erkannte. Und am Brammerhof wollte er dann doch lieber zu den dort wohnenden Pferden und überhaupt alles ganz genau anschauen. Nein, protestierte ich, wir gehen da jetzt nicht rein, Moritz hatte sich bereits eine Box ausgesucht. Grins, das ist natürlich der Nachteil im Offenstall, da muß man sich die Box mit den anderen Ponys teilen.

Letztens wollte ich Moritz etwas Gutes tun und ritt an den Rand eines Maisfeldes. Hier, leckerlecker, meinte ich und fischte mir einen Maiskolben aus dem Feld. Hä? Watt? Wo? war Moritz`Reaktion. Nix zu machen, auch dann nicht, als ich den Mais schälte und in Stückchen servierte. Der Rappe frißt das Zeug nicht. Im Gegensatz zu den anderen drei Pappnasen, die sich gierig auf die Leckereien stürzten. Lustig.

 

 In der letzten Zeit habe ich häufiger Moritz genommen und mein Kleingemüse saß auf Krümel. Und ab ging`s in die weite Welt. Kleingemüse immer schön am Bändchen, damit die zwei sich nicht verirren. Todesmutig wagte man sich auf Stoppelfelder und in die Waldwildnis. Zwischendurch gab es Geheule, weil Krümel einfach nicht wachsen will, verflixt, dabei hat sich das Kleingemüse fest vorgenommen, mit ihm die ganze Welt zu erforschen. Eh, und wenn man mal zu lange Beine für Shettys hat? Dann fahren wir den Krümel eben ein, meinte ich leichthin. Grins, tolle Idee, was der Krümi wohl davon hält?

Mmmmh, meinte Moritz, kann es sein, dass ich auf dem Stoppelfeld letztens verflixt artig war? Das ist mir ja peinlich. Und so bockte der Rappe auf dem nächsten Ausritt prompt, so dass die überraschte Reiterin (ich als solche) mit einem "Urks!" (es könnte auch "Aaaaargl!" gewesen sein) auf dem Ponyhals landete und ums Gleichgewicht rang. Moritz, selbst verblüfft, hielt dann lieber an und hob mit Schwung den Kopf, damit Reiterin sich wieder aufrappeln konnte. Danke auch. Julia, die vom Feldrand zugeguckt hatte, kommentierte den Hüpfer als "elegant", aber als Zuschauer hat man da gut reden...wir gaben nicht auf und drehten noch ein paar Runden in allen Gangarten, sehr ordentlich. Vielleicht hatte Moritz auch der Übermut gepackt, weil ein fetter Krümel mit Kleingemüse vorneweg übers Feld kajohlt war, hurra, endlich ein Wettrennen!? Na, sagte Hutz, war doch gaaaar nix los, nä, als sie wieder Luft bekam und sprechen konnte, sie hatte nämlich zwischendurch den Krümel und das muntere Kleigemüse am Strick, die mit ihr schön Gas geben wollten, und es war ein putziger Anblick, wie die drei so rannten...ach, die Stoppelfelder sind immer  wieder eine Verlockung.

Ein paar Bilder haben wir nun auch mal wieder gemacht:

 

 

Ein ganz normaler Ausreittag bei uns: Reiterin betritt Koppel, stellt sich auf und wartet. Ein Rappe hebt den Kopf, erkennt Leckerligeberin und prescht im Galopp herbei, gefolgt von drei weiteren Freßmonstern. Reiterin sortiert den Rappen aus und zieht ihm das Halfter über die Ohren. Iiiiiih! Rappe sehr kitzlig am Ohr. Munteres Begrüßungsleckerliverteilen. Reiterin schrubbt am Rappen herum und kratzt die Hufe aus, Rappe hebt artig alle Beinchen. Reiterin sprüht das halbe Dorf mit Anti-Bremsen-Spray ein und trifft auch Pferd und sich selbst. Aromatisch. Alles japst. Reiterin holt Sattel. Rappe guckt scheel. Reiterin hält Sattel so lange vor Rappengesicht, bis das entspannt guckt. Trense, Sattel, Käppi, fertig, raus. Man marschiert durch das Dorf, immer auf der Hut vor bösen Dackeln, Fußbällen und Schafen. Keine Schafe auf der Hauptstrasse, sehr gut, ab in die Feldmark. Reiterin erklimmt Sattel, Rappe spitzt die Ohren. Rappe beißt begeistert in Busch.  Graue Wolken hüllen Ross und Reiterin ein: Alle Bremsen, die im Busch gedöst hatten, sind nun dabei. Graue Wolke verfolgt Rappen, man wird flotter. Hängt Bremsen ab. Hurra. Am Waldrand sind sie wieder da. Clevere Reiterin biegt in linken Feldweg ab und trabt munter durch die Lande. Biegt harmlos aufs Stoppelfeld ab. Rappe schwer begeistert. Stellt am Ende des Stoppelfeldes aber fest, dass es so ja direkt nach Hause geht. Rappe streikt. Reiterin macht noch eine flotte Runde übers Feld mit, na gut, dann noch eine, Reiterin ziemlich außer Atem, Rappe gerad erst munter geworden, galoppiert artig und begeistert. Wieder am Feldrand angekommen, streikt Rappe erneut. Reiterin steigt ab und trägt Rappen vom Feld. Reiterin wieder rauf. Rappe sehr eingeschnappt und unkooperativ, bis ein weiteres Stoppelfeld lockt. Rappe erliegt Versuchung schlagartig, braucht kaum Ermunterung zum Galopp. Stellt am Ende des Feldes fest, dass er erneut gelinkt wurde und man sich tatsächlich am Dorfrand befindet. Fast schon zu Hause. Rappe schmollt, ist aber leckerlibestechlich. Man trödelt heimwärts. Am Koppelrand wartet eine kleine Überraschung: Fettes Scheckenpony steht am Tor und wiehert freudig. E-Zaun zur zweiten Koppel leider eingerissen, da fetter Scheckenbauch dran festgehangen hatte. Reiterin meckert. Schecke guckt unschuldig und begleitet Rappen und Reiterin zum Putzplatz. Rappe soll Hufe geben. Rappe kann leider spontan Beine nicht finden. Leckerli zur Gedächtnisauffrischung wird vor Rappennase gehalten. Rappe weiß immer noch nicht recht. Schecke drängelt sich vor und läßt sich artig sämtlich Hufe auskratzen. Bekommt Leckerli. Ah. Rappe fällt wieder ein, wo die Beine sind. Läßt sie die Hufe auskratzen und bekommt Leckerli. Große Freude auf allen Seiten, Halfter ab, Ponys entlassen, alle erschöpft, aber glücklich. Ach nee. Reiterin muß noch Zaun reparieren, den Schecke demoliert hat. Dann aber alle glücklich und zufrieden.

 

 

Mmmmmh, mal seeeeehn, murmelte Moritz und blätterte in seinem Kalender, soso  hm, die Probezeit ist abgelaufen...tja. Dann muß ich ja mal den kapriziösen Terrormoritz rauskramen. Gesagt, getan, hatte Moritz beim Ausritt ein beachtliches Repertoire dabei, als er an der Schafweide vorbei sollte. Zuvor hatte er sich über Hunde echauffiert. Ums mal elegant auszudrücken. Okay, meinte ich, nun mal ganz langsam, alte Weiber kriegen von solchem Verhalten einen Herzkasper. Gestern abend gingen wir dann also im Dorf spazieren, es gab Rasensprenger, Trecker, Hunde, kreischende Kinder mit Bällen, sogar in den Hecken versteckte Gärtner hatten wir im Angebot. Nö, das war alles nicht sehr aufregend. Schurke, sprach ich, was spielst denn du? Freute mich aber, weil Moritz sich gut benahm, und stellte ihn wieder auf die Weide zu den anderen Nervensägen. Immer hübsch langsam mit den neuen Pferden.

 

"Ich bin eine coole australische Rennrakete, bitte aufsteigen und anschnallen!"

 

 

 Gestern ging mal wieder alles drunter und drüber. Bonito schlief beim Reiten fast ein, so dass das Kleingemüse sich bitter beschwerte. Das andere Kleingemüse hing derweil längs und quer auf Krümel, der das interessant fand. Ronja rannte bockend über die Koppel, weil sie weggesperrt war. Und Moritz wieherte mir ständig vom Paddock aus zu und wollte ebenfalls bespaßt werden. Ich packte also sein Sidepull auf seine entzückende Nase und zog ihn zum Treckerreifen. Alte Frau kann nicht mehr so ohne weiteres auf blanken Pferderücken springen. Moritz guckte. Ich guckte zurück. Hm. Nja, meinte ich, hopst du nun bockend mit mir davon, wenn ich auf deinen Rücken springe? Moritz guckte und machte einen eleganten Schritt zur Seite. Ja, genau, so ging es nicht, wir rangierten ein paar Mal hin und her, bis ich todesmutig zum Sprung ansetzte und....nix passierte. Also, ich saß dann so auf dem sehr bequemen Pferderücken und der Rest vom Pferd wartete auf Anweisungen. Joh, meinte ich, dann mal los. Wir drehten ein paar Runden in Schritt und Trab auf dem Reitplatz. Toll!  Danach mußte ich dringend mit den Zwergen picknicken, wobei die inzwischen freigelassene Ronja ständig irgendwas klauen wollte und ungeniert den Apfelsaft aus den Kinderbechern schnorrte. Offensichtlich langweilte sie sich. Also nahm ich sie kurzerhand mit, Sattel und Trense drauf, und ab an die Longe. Sie war dermaßen artig, dass sie mir schon unheimlich war. Total manierlich ging sie in allen geforderten Gangarten. Ich war schwer begeistert und vergaß darüber, die Picknickdecke abzusichern. Erst das empörte Geschrei der anderen Teilnehmer schreckte mich auf: Nito und Moritz hatten inzwischen die Waffeln weggefressen und den Korb angebissen. Mannmannmann, einen Weidenkorb, ich weiß schon, welcher Esel das war. Nito könnte man gut ein Schild umhängen: "Ich freß alles". Aber ansonsten haben wir uns prächtig amüsiert.

 

 FOTO ZENSIERT(GRINS)

Kathrin knurrt:" Jetzt laß das !§$$%&!°°$§°Fotografieren sein, wir wollen endlich loooos!"

 

 Fiese Möpp! Ich mache ja zu gern immer mal GHP-Übungen mit den Ponys. Gestern nun holte ich den alten Regenschirm, die Rassel, die Plane und den Müllsack heraus. "Gähn", schienen die Kleinen zu denken, "der Kram schon wieder. Aber egal, Hauptsache, etwas passiert." Was mich mal wieder in meiner Ansicht bestätigt, dass auch kleine Ponys, die kaum geritten werden, oder auch Rentnerpferde, eine Beschäftigung brauchen. Ich machte also den Entertainer und holte Krümel aus der Menge. Moritz stand am Zaun und schnaubte entsetzt: "Krümel! Da! Guck! Ein böser, bissiger Regenschirm". Joah, Krümi passierte alle Stationen artig, außer den Müllbeutel: Darin schepperte es doch unheimlich. Wir mußten erst mal nachgucken...Ronja wollte dann, als sie an der Reihe war, auch prompt den Beutel fressen. Dann wollte ich Moritz holen, aber Nito drängelte sich mit auf den Reitplatz. Wie ein Musterschüler sauste er los, um dem Neuen mal alles zu zeigen. Der war total aufgeregt und trabte über den Platz. Ich parkte Nito auf der Plane, wo er denn auch gelangweilt stehen blieb, aber Moritz war nicht von der Harmlosigkeit des Schirms zu überzeugen. Nu ja, mal abwarten. Ich ließ die Kleinen dazu, die erneut den Müllbeutel fressen wollten (eh, meine alten Cappudosen!), und langsam begriff Moritz, dass hier keine Monster auf ihn lauerten. Zur Belohnung steckte ich die Weide weiter, arme, hungrige Pferdchen. Kleine Grasbäuche...

 

 

 Jungs, was seid ihr albern! Gestern legte ich Bonito und Moritz schon mal die Halfter an und stellte sie auf den Reitplatz, weil wir ja noch reiten wollten. Zuerst aber die Arbeit, dachte ich, und pumpte Wasser. Genau neben mir begannen die Wallache, sich gegenseitig das Halfter vom Kopf zu ziehen. Es stand 1:0 für Moritz, der Nito gekonnt entkleidet hatte, und ich halfterte wieder auf, den Spaß gönnte ich mir. Nun zogen sie gleichzeitig am gegnerischen Halfter, keiner gab nach, schade, kein Fotoapparat...wilde Rangelei, Moritz zwackte Nito in die Brust und Nito gnabbelte dafür Moritz die Mähne an. Iiiih, überall Pferdesabber. Beim Putzen später war es die wahre Freude, und die zerkauten Halfter erst...aber es ist faszinierend zu sehen, wie die alten Kerle plötzlich Jungpferd spielen und herumrangeln. Krümel und Ronja machten währenddessen "Fellchenkraulen". Ronja hätte zu gern auch ein Halfter durchgekaut, ja, wissen wir, Ronja frißt ja alles. Diverse Stricke, Satteldecken, Bügelriemen, Zügel haben schon unter ihr gelitten. Kleiner Schatz, kriegst einen Maulkorb!

Unser kleiner Ausritt brachte uns richtig Spaß, wobei man natürlich Nito nie zu viel abverlangen kann, aber wir gehen viel Schritt mit unserem Alten. Außerdem, wie soll er denn sonst genug Gras naschen, wenn man ihn so scheucht? Mortiz frißt am liebsten weiße Blüten vom Kälberkraut am Wegesrand, davon kriegt er nie genug. Ich fürchte, er bekommt eine kleine Plautze, wie peinlich.

 

 Auf seine alten Tage muß Bonito nun ordentlich mit raus. Und er freut sich so! Kathrin probierte, mit Hackamore zu reiten, was ihr nicht so ganz, Nito um so mehr gefiel, schließlich konnte er so hemmungslos naschen. Er kann ja auch zur Not im Galopp Gras pflücken. Wenn er sich dabei man bloß nicht so nach vorn-unten strecken würde, Reiter hat dann immer das Gefühl, gleich mal herunterzu ploppen. Moritz kann man auch prima naschen, und so wurde es ein interessanter Ausritt mit vielen Pausen. Moritz ging in ihm völlig unbekanntem Gelände vorn, Nito trödelte hinterher, und als wir zur Schwalebrücke kamen, dachte ich, na, nun wird das spannend. Dachte Moritz für zwei Sekunden auch, guckte, dann ging er hinüber und zackzack weiter über den Plattenweg. Natürlich wurde er wieder sauer, als wir den Rückweg einschlugen, da wir dieses Mal aber schon ein Stückchen weiter geritten waren, war er so nett, nach Hause zu gehen. Zur Belohnung steckten wir ein schönes Stück Weide ab, leckerlecker!

 

 Gestern legte ich mal testweise meinen ollen Stocksattel auf Moritz und kletterte dann abenteuerlich hinauf. Ja, sagte ich, denn man los, ein bißchen hier so im Kreis. Moritz stellte sich vor die Ausgangspforte und schaltete auf Durchzug. Eh, nix mit Rausgehen, erklärte ich geduldig und gab mein Bestes. Moritz ging einige wenige sher lustlose Runden und stand dann wieder vor der Pforte. Nu aber, meinte er. Nu ja, spazierengehen, meinte ich. Also, Pforte auf, wir zwei raus, drei Ponys machten lange Gesichter. Wir waren ja nicht lange weg, wir guckten mal das Dorf an. Als Moritz feststellte, dass wir auf dem Rückweg waren, wurde er gnatschig. Ja, hilft ja nix, Dorf ist ja nicht so groß. Demnächst mehr, versprach ich ihm...

 

Ich habe Hutz, Julia und Nobi besucht:

 

Hutz auf dem artigsten Pony der Welt...

...und ich durfte auch mal rauf...

 

 Moritz hat die erste Woche bei uns überstanden...und so sah sein Freizeitprogramm aus: Am Ankunftstag war es natürlich aufregend genug, sich die neue Herde mit den furchtbaren Shettys genau anzuschauen. Krümel fand, er müsse auf Platz zwei der Rangfolge bleiben, und jagte Moritz tüchtig. Am zweiten und dritten Tag gab es, zur allgemeinen Freude, ein wenig Pferdemüsli und davor Putzstunde mit Moritz und Bonito, die sich von Anfang an gut vertragen haben. Die Kleinen standen maulend am Zaun und schielten ins Paddock. Am vierten Tag war Putzen und Sattelprobe angesagt. Himmelfahrt oder auch Vatertag, wollten wir raus und spazieren gehen. Außer uns wollten das auch tausend Radfahrer und Treckergespanne mit der Dorfjugend. Zum Glück waren die Jugendlichen recht vernünftig und tröteten und lärmten nicht direkt neben den Ponys, grusel. Kurz vor unserer Bank am Feldwegrand stießen wir dann auch noch auf eine Kutsche samt Pferden, man hatte gemütlich ausgespannt...aber Nito und Moritz hielten sich tapfer.  Am nächsten Tag wollten Kathrin und ich unbedingt raus. Kathrin ist seit einem Jahr nicht mehr draußen gewesen, also, mindestens, schätzten wir, und ich ja schon so ewig nicht mehr, ich kann mich kaum erinnern. Moritz bekam Sattel und Sidepull verpaßt, Nito nur eine Trense, und dann gingen wir bis zum Feldweg, irgendwie kam ich auch rauf auf das Pony und los ging`s. Wir trabten sogar irgendwann ein paar Schritte. Auf dem Rückweg verfolgte uns Biggi mit Muddi im Auto, was etwas irritierend war, aber wir hielten uns gut. Ich führte aber lieber, man weiß ja nie...aber Moritz wollte gar nicht dringend nach Hause, sondern bog in jede Hofeinfahrt ab, mal gucken, was es da so gibt. Es gab dann einen Tag Pause, und am nächsten Abend standen wir wieder Trensen-schwenkend am Zaun. Bonito und Moritz kamen begeistert heran. Diesmal, gleicher Weg, gleiche Prozedur mit Führen und Aufsteigen, und dann marschierte Moritz im Stechschritt mit mir durch die Gegend, Nito trabte hinterher. Wir trabten dann eifrig, ließen die Burschen dann grasen und wollten heimwärts. Moritz war empört. Er wurde richtig sauer, so ein kurzer Ausritt! Komisch, dachte ich, ich kenne sonst nur Pferde, die auf dem Weg vom Stall in die große weite Welt Trara machen und dann, kaum wittern sie den Heimweg, raketenmäßig in die Heimat durchstarten. Bei Moritz ist es genau umgekehrt. Ich mußte ihn ganz schön anmeckern, ich wollte jetzt echt heimwärts. Ich ritt tapfer weiter, als uns fremde Pferde begegneten, und blieb auch im Dorf im Sattel, bis Moritz auf den Bürgersteig äppelte. Da wir finden, dass man sich im Dorf gut benehmen muß, stieg ich ab und schubste die Äppel in die Büsche. Aber immerhin, so weit sind wir gekommen! Heute abend nahm ich nun die Kleinen ins Paddock und schubste Nito und Moritz auf den Reitplatz. Moritz wieherte tatsächlich empört, als er begriff, dass er nicht dran war. Er fand dann eine andere Beschäftigung und versuchte, Nito das Halfter abzukauen. Der ließ sich das gefallen und sah später interessant aus. Krümel war schwer begeistert, dass ich ihn putzte, Hufe feilte und ihn überhaupt intensiv betüdelte. Geritten wurde er auch 5 Minuten, uij. Ich schickte die Bande dann zum Grasen an den Weiderand. Als ich die Weiden abging zur Zaunkontrolle, kam Moritz hinter mir, das Gras lockte ihn nicht, er wollte lieber wissen, wohin ich da ging und was ich vorhatte. Wenn ich stehen blieb, blieb er auch stehen und wartete. Er wurde in seiner Verkaufsanzeige treffend beschrieben, er ist total neugierig und eifrig. Bloß sein Halfter schafft mich...vielleicht suche ich ihm doch was Seriöseres aus. Tja, auf der Pferdemesse gab es tausende von Halftern...konnte man ja nicht ahnen. Eins mit Marienkäferchen oder Herzchen hätte mir ja gefallen...ach ja, unsere Rangordnung ist momentan ziemlich kraus: Chef ist nach wie vor Bonito. Moritz hat Krümel offensichtlich mal seine Grenzen gezeigt und hat sich vor Krümi gesetzt. Krümel ist rangmäßig über Ronja. Die ist aber vor Moritz, dem sie gern die Hinterhufe zeigt. Das beim Heufuttern zu beobachten ist schon sehr spannend: Moritz verscheucht Krümel vom Heu. Krümel geht zu Ronjas Heuberg und scheucht sie davon. Ronja marschiert zu Moritz und verjagt ihn. Moritz geht zum nächsten Heuberg...zum Glück gibt es davon ja ein paar mehr.

 

So, da isser. Nach Annis Tod habe ich mich ja nun beharrlich nach einem Neuen umgesehen. An dieser Stelle geht mein Dank an die vielen Ponybesitzer, die mich zum Probereiten einluden. Ja, tatsächlich habe ich bestimmt 12-14 Ponys angesehen und war jetzt so langsam am Ende mit meinem Latein. Und dann kam...

Moritz! Ich ritt ihn im Gelände und faßte sofort Vertrauen zu ihm. Obwohl, seine Liebe zum Wasser kann ich nicht teilen. Ich wollte nicht in den Baggersee.

Shocking, dachte Krümel, ein Konkurrent auf meiner Weide. Alles meins! Mein Gras, meine Ronja! Mein Luft, die du da atmest!

Moritz mußte sich daraufhin erst mal wälzen. Ein Stänkershetty, wasdasdenn?

Erst mal über den Zaun gucken...

...und dann eine Runde zusammen rennen!

Huch, wo geht es denn hier hin?

So, dachte Krümel, ich verhau den jetzt, aus dem Weg da, Nito!

Nito, der Herdenchef, machte aber gar keinen Platz...

statt dessen passierte etwas Merkwürdiges:

Kein Pony darf mit Nito zusammen von einem Heuhaufen fressen. Nie nicht. Nee? Kuscheln?

Wir waren platt, der Neue fiezte sich an und wurde dann so angenommen.

Die Kleinen blieben für sich, Krümel muß seine Stute ja nun verteidigen.

Na dann mal willkommen in unserer kleinen Herde, Moritz!

 

 

 Tja, viel gemacht haben wir nicht, aber den Ponys ist das sicher ganz recht so, denn sie stehen jetzt endlich wieder auf der Weide und haben auch dementsprechende Kugelbäuche. Ach, Gras fressen ist ja so anstrengend, sagen mir ihre Gesichter, wenn ich mich zum Kontrollgang über die Wiese aufmache. Bloß nicht arbeiten, bitte, schön futtern lassen. Tjaja, wenn Gras für Pferde das ist was Toffifees (ohne Nuß) für mich sind, dann verstehe ich das natürlich vollkommen. Immer rein damit.

 

Oh, schon wieder Donnerstag, schien Ronja zu denken. Artig ließ sie sich satteln und trensen, das ist ja alles Routineprogramm. Wir longierten ein bißchen vor uns hin, während Krümel seine kleinen Pflegerinnen tüchtig verschaukelte und ihnen demonstrierte, dass ein Shetlandpony so ziemlich das sturste, begriffsstutzigste Wesen auf Erden spielen kann, wenn ihm danach ist. "Krüüümeeeel!" brüllte ich über den Platz, und meine kleiner Lieblingsschecke drehte mir mit unschuldig-fragendem Blick den Kopf zu. "Ja, isses denn möglich, dass du dich bewegst?!" motzte ich. Naja, bevor man es sich mit dem Futtergeber verscherzt...Krümel trödelte über den Platz und ging manchmal auch in die von seiner Führerin gewünschte Richtung, meistens eher nicht. Das reitende Kindlein langweilte sich und begann, interessante Kunststücke zu vollbringen, hing quer über dem Pony, dann mal rückwärts, erzählte Geschichten...ja, er hat das schon schwer, der Krumen. Kathrin erschien und wurde, ohne lange nachdenken zu dürfen, aufs Pony geschubst. Wir longierten schön, wobei Ronja im Trab den Turbo einlegte und kräftig Gas gab. Kathrins Gesichtsfarbe wechselte dann auch und wir machten wieder langsamer. Ha, das war doch schon mal sehr ordentlich, meine Damen! Weiter so!

 

Am Montag wurde fleißig weiter mit Ronja gearbeitet. Hutz hatte mir versprochen, vorbeizuschauen, nachdem wir die Nobi geknuddelt hatten. Die hatte nämlich Geburtstag, schon 11 Jahre alt, der graue Esel. Erst ritt Hutz sie, dann ich, wir mußten ohne Sattel (mit dem war Julia unterwegs) reiten. Nobi, bei den Mädels so richtig ausgelastet und gefordert, strengte sich an und schwebte wie eine Elfe am Zügel, zeigte tolle Gänge und weil es so schön war, wurde ich genötigt, mal ein paar Sprünge zu probieren. Natürlich nix Hohes, Hilfeeee. Klappte alles richtig gut. Dermaßen motivert sauste ich zu Ronja und longierte sie. Plötzlich kam doch tatsächlich eine Ponykutsche samt Pony und Fahrern vorbeigeklappert. Huch, da ging die RonjaRakete aber so richtig ab! Upps. Schöne Gänge. Schönes Temperament. Schön, dass Hutz noch nicht da war. Sie wäre vielleicht nicht auf das Pony geklettert, ich hielt natürlich auch die Klappe. Lalala, alles bestens, immer her mit den leichten Reitern, wie schaaade, dass ich zu dick bin, hehe. Ja, sagte ich, denn man ran, wir wollen heute mal so richtig mit Reiter an der Longe arbeiten, nix mit albern führen, neenee. Ohweiauweiauweia, meinte Hutz, hielt sich aber richtig gut und Ronja, die ja auch nicht blöd ist, ging artig Schritt und sogar etwas Trab. Große Freude, alles prima, die Sonne schien, alles war begeistert, Applaus auf den Rängen usw usf. Nebenbei muß ich anmerken, dass mir das Ponyausbilden, das ich ja eigentlich nur aus Versehen wieder übernommen habe, so richtig Spaß macht. Das Pony ist nicht doof und die Helferlein immer zur Stelle, wenn man laut genug nach ihnen schreit. Ronja ist eher der sensible Typ, ich schätze mal, wenn Reiterlein später den Zügel einen Milimeter zu kurz oder ungleich aufnimmt, wird sie sich sofort beschweren. Oder wenn Reiter schief sitzt, grobe Hilfen gibt, ach, da fällt ihr bestimmt eine Menge zu ein. Das wird sicher interessant, unsere Reiterkinder sind bisher nicht feinfühlig genug, die Wallache sind ja man eher fürs Indianerreiten. Aber ich werde sie mir vorknöpfen und ordentlich scheuchen, obwohl, wenn ich es mir recht überlege, darf das auch gern Kathrin übernehmen. Sollte ja eine der leichteren Übungen sein, sich auf den Reitplatz zu stellen, Babyschale neben sich, und Kommandos an sämtliche Ponys und Kinder zu verteilen! Nä, Kathrin, gerne?

 

 

Nach ein paar Tagen Pause schnappte ich mir Donnerstag erneut Frollein Ronja zum Arbeiten. Erst mal wurde ein bißchen longiert, da hat sie inzwischen Routine. Kathrin kam dann auch dazu und mußte zwischendurch Ronja, Longe, Longierpeitsche auf der einen Seite und Baby Isabell auf der anderen Seite halten, was sie aber mit Bravour schaffte (okay, Ronja hätte zu gern mal die kleinen Babyfüße angeknabbert). Wir sortierten alles hin und her, schubsten die Wallache vom Reitplatz und Kathrin setzte sich auf ihr Minipony. Gaaaanz vorsichtig. Ronja war total artig und ich führte die Damen ein paar Runden im Schritt. Danach natürlich wieder großes Loben, Klopfen, Knuddeln, Leckerliverteilen.

Währenddessen hatten die Pfadfinderkinder sich zu zweit auf Bonito gesetzt, einer lenkte, einer hielt Kompass und selbstgezeichnete Landkarte. Sie waren offensichtlich auf Entdeckertour, leider kamen sie nicht sehr schnell voran, weil Nito immer wieder den Kopf ins Gras steckte. Wie jetzt, weiter reiten? Ich denke, alle drei hatten viel Spaß dabei.

 

Nachdem ich nun Ronja einige Male mit Sattel und Trense longiert hatte, war es am Montag soweit: Wir setzten unsere allerallerleichteste Reiterin, Julia, in den Sattel. Natürlich hatte sie sich zuvor ausführlich mit Ronja angefreundet, und ich hatte eine sehr große Tasche mit Leckerlis dabei. Da bei diesem verfressenen kleinen Pony die Liebe durch den Magen geht, war das der sicherste Weg, sie zu bestechen. Kathrin und ich lobten das Pony, Julia verhielt sich ganz ruhig, und wir gingen dann auch ein paar vorsichtige Schritte mit Reiterin. Das war dann auch spannend genug, Julia wieder runter vom Sattel, Pony geknuddelt und sofort abgesattelt, und nun hatte sie ein paar Tage frei, um darüber nachdenken zu können, ob das alles okay war. Ja, und nun mal schauen, was als nächstes so passiert.

 

 

Lieblingsbonito

"Guck mal, ich bin schon groß, ich habe schon Sattel und Trense!"

"Hast du uns was mitgebracht? Was zum Spielen? Einen neuen Kumpel?"

"Hast keinen Kumpel in der Tasche versteckt...oooch"

"Oder läuft irgendwo auf der Koppel einer herum?"

"Los, wir suchen mal!"

"Jetzt bin ich aber sauer, ich finde kein Pony!"

"Und wenn wir noch so rennen..."

"...und rennen..."

"

"...und rennen..."

"Also, jetzt sind wir ehrlich enttäuscht. Na gut, mit ein paar Leckerlis kannst du uns vielleicht wieder aufmuntern."

 

 

Kathrin und ich haben die Weiden frühlingsfit gemacht, unter anderm haben wir unseren alten Lieblings-Bonito vor eine Palette gespannt und die Weiden abgeschleppt. Dünger gab es auch schon, und an den Zaunpfählen habe ich hingebungsvoll gerüttelt und gezerrt, sahen fast alle noch gut aus. Die Brombeeren, Kathrin! Die müssen wir noch schneiden, angefangen habe ich schon mal, aua, Handschuhe vergessen. Und Ronja ernsthaft arbeiten sollten wir auch, endlich habe ich einen passenden Sattelgurt für den Zwerg (Tina sei dank) und dazu Julias Wintec-Sattel, also, los geht`s. Freiwillige vor.

Ich schaue mich nach einem Pony um, das in unsere kleine Herde passen könnte. Ronja wird da wohl kaum Ärger machen, sie ist mit den beiden Wallachen irgendwie ganz schön arm dran, die beiden halten zusammen wie Pech und Schwefel. Tja, so sind sie, seufz.

 

Wir waren alle sehr traurig, als Anni morgens tot auf der Weide lag, und doch auch erleichtert, dass sie so ein friedliches Ende gefunden hatte. Sie lag da, als ob sie schlief. Es war nur ein kurzes Gastspiel in unserer Gruppe, aber so hatte die alte Dame noch ein paar schöne Wochen in einer kleinen Herde.

 

 

Aaaaah, hab ich lange Arme! Wie Gummi. Ach ja, der Schmied war da. Die Damen und Herren Ponys standen morgens irritiert im Paddock und warteten ungeduldig auf ihr Heu. Kraftfutter hatte ich schon gefüttert, aber der Fußputztermin war Punkt 9:00 Uhr, und da mußte das Volk eben ausharren. Schmied kam an, Ponys wurden neugierig und streckten ihre entzückenden Plüschköpfe über den Zaun. Ich hatte schon vorgewarnt, dass Bonito die Beine nicht mehr so hoch heben kann, Krümel wegen der wackelnden Kniescheiben etwas zucken könnte, Anni total neu im Stall und daher ein großes Fragezeichen sei und Ronja hyperaktiv und zappelig durchs Leben prescht. Ja, dachte der Schmied wohl, sonst habt ihr keine Probleme. Na denn, ich griff mir den alten Besen als erste, weil sie so hartnäckig am Paddockeingang stand, und mußte aufhalten. Waaaaa, der alte Schmied hat das immer alles allein gemacht! Boah, ein bißchen Muffe hatte ich schon, zumal Anni sich darauf konzentrierte, ihr ganzes Gewicht auf mich zu stützen. Aaaaah, mecker! Sie sah es ein, dass mein Geknurre auf die Dauer nervte, und gab artig sämtliche Füße. Krümel und Bonito waren auch brav, wobei wir, um Krümel zu verschönern, echt auf dem Boden krabbeln mußten, tjaja, was ist so ein Shetty doch klein. Ronja guckte kiebig, oha, dachte ich, da bin ich aber gespannt. Aber auch sie benahm sie tadellos, erneut krabbelte alles am Boden, denn die ist ja noch zwergenhafter als Krümel. Nachdem die Arbeit erledigt war und ich liebevoll Heuberge aufgeschüttelt hatte, ging die Ponyparty aber so richtig los: Wie die Rennraketen schossen Krümel und Ronja bockend über die Koppel. Eh, Heu? Nönö, die Kleinen rannten, dass es ein Vergnügen war, ihnen zuzugucken. Nito fand das albern und fraß sein Heu, aber Oma Anni ließ sich anstecken und rannte mit den Zwergen um die Wette. Hätte ich ihr gar nicht zugetraut. Glückselige schnmuddelige Robustponys, herrlich!

 

Ich baute heute einen kleinen GHP-Parcours auf: Lärmrassel, Plane, Regenschirme, Luftballons, Rappelsack. Zunächst führte ich Bonito da durch, der schlief fast ein, während die andren drei Pappnasen am Zazn standen und guckten. Dann absolvierte Krümel die Bahn problemlos. Als nächste war Anni dran, ich war neugierig, wie sie wohl reagieren würde. Bis auf die Plane nahm sie jede Herausforderung sofort an, und auf die Plane setzte sie immerhin schon mal die Vorderhufe. Das reichte mir schon, lob, freu...Ronja war als letzte dran und meinte, man müsse das alles auf Zeit zackig machen, wir sausten zickzack durch die Regenschirmgasse, trabten fast über die Plane und in die Luftballons wollte sie am liebsten hineinbeißen. Alle Ponys wurden natürlich ausgiebig gelobt und mit Leckerlis vollgestopft...hier ein paar Fotos:

Mein Pflichtprogramm heute: Zuerst Ronja, dann Anni, zuletzt Nito longieren. Zum Glück tüdelten die Kinderchen mit Krümel herum. Puh!

 

Ich las im Internet eine Anzeige (ich weiß, ich soll das nicht machen!), dass eine ältere Fjordstute ein neues Zuhause suchte. Nja hm, dachte ich. Dringend, stand dabei. Oha. Okay, ich rief also an und erfuhr, dass Anja, 23 Jahre alt, 1,35m groß, es schlecht gehabt hatte und gerettet worden war. Nun aber wurde ein dauerhaftes gutes Zuhause gesucht. Tja, hm, dachte ich, wir fahren mal hin (soll ich auch nie machen). Meine mutige Pferdeflüsterin Bianca kam mit. Völlig unvoreingenommen und munter putzte ich sogleich an dem Pony herum, Bianca hob die Hufe, ich legte die Trense an, was Anja sich gut gefallen ließ, ebenso das Aufsatteln, und dann longierte Bianca die Dame vorsichtig. Wir wollten uns einfach ein Bild machen können, ob das Pony grundsätzlich artig ist. Dann schubsten wir beherzt Bianca (hat die jüngeren Knochen) auf das Pony, und  sie ritt drei Runden Schritt. Soweit, so gut. Es ist schwer einzuschätzen, was in einem Pferd, das es wirklich schlecht hatte und unglücklich war, so vorgeht. Daher mußte ich auch erst mal nach Hause fahren und drüber grübeln. Kaufen oder nicht kaufen...Herr B. war keine große Hilfe, er meinte "Das Pony paßt zu dir", Bianca schrie, nein, lass es sein, und Steffi(die war ja auch noch mit zum Gucken) wiederum war absolut für den Kauf. Gut, dass wir uns so wahnsinnig einig waren...ja, und da ist sie nun. Heute frisch zum Nikolaustag abgeholt. Ich hatte etwas Bedenken, ob die Dame auf den Hänger (und überhaupt von der Weide und den anderen Pferden fort!) gehen würde, aber sie trottete mir brav hinterher. Puh, das war schon die halbe Miete. Sie stand während der Fahrt recht ruhig. Zu Hause angekommen, ging sie auch brav vom Hänger und wurde gleich auf die Weide entlassen. Die anderen drei Pappnasen durften erst nur über den Zaun luschern, bekamen Heu zum Naschen und waren dann, als wir den Zaun öffneten, recht friedlich. Okay, Krümel markierte den großen Macker und bekam Feuer von der Dame, und Nito wurde komisch, als Anja zum Heu wollte. Wir hatten 4 Heuberge getürmt, so konnte sie sich anderswo voll futtern. Irgendwann ließen wir die Bande dann allein...aber heute abend wird noch mal geguckt...

Wir passen gut zusammen, sehen beide schön zerfleddert und unfrisiert aus. Meine Entschuldigung: Ich hatte gerade zuvor 170 Heuklappen vom Hänger geworfen. Nächstes mal schicke ich da übrigens ein anderes Helferlein hinauf, ich werde langsam zu alt für solche Kletter-und Turnpartien. Anjas Entschuldigung? Sie mußte sich dringend wälzen, und bei der Auswahl an Modderpfützen hatte sie die Qual der Wahl.

Susanne verabschiedet sich von Anja...und wir stellen sie den anderen Ponys vor:

Na toll, die Kleinen haben wieder am Zaun gespielt, sieht ja toll aus, mußte ich gleich reparieren...

Leider war es zu dunkel für wirklich gute Bilder.

Das Schönste ist es für die Ponys momentan, wenn sie im Obstgarten naschen dürfen. "An apple a day keeps the doctor away", würde meine Schwester nun sagen. Aber zu viele Äpfel wären natürlich auch nicht gut. Daher geht es nur stundenweise ins Pferdeparadies....mampf, klecker, schmatz!

 

Die Nobi ist nun schon eine Weile in ihrem neuen Zuhause und scheint sich dort gut zu benehmen. Ja, was denn sonst! Ich arbeite inzwischen mit der Zappelsuse Ronja und Krümel erzieht derweil den Nachwuchs. Shettys gehen ja bekanntermaßen nicht unbedingt immer lammfromm in die Richtung, die der Reiter so geplant hat, und wenn es hart auf hart kommt, siegt meistens das Pony. Für Umstehende ist das bisweilen lustig anzugucken...plöpp, da fiel schon wieder eins...

 

 Da man bekannterweise mit zwei Shettys doppelten Spaß hat und Kathrin irgendwie auch den Shettytick hat (liegt vielleicht in der Familie), hoppst seit ein paar Tagen ein weiteres Mini auf der Weide. Ronja ist sehr zierlich, noch richtig "Baby" und hat Krümel gleich mal die Meinung gegeigt. Nobi wiederum hat die neue Stute schnell mal gefressen und Nito fand das alles dann doch zu anstrengend.

Da stehen sie und gucken, als ob sie kein Wässerchen trüben könnten, die Rabauken.

 

Special "Eine große Liebe"

Im Jahr 1991 lernte ich durch eine Kontaktanzeige in unserer Tageszeitung meine große Liebe kennen: "Wir suchen Pflegerinnen für einige Ponys in NMS, Telefon...". Ja, ich wollte da mitmachen und fuhr zu dem beschriebenen Stall, wo mich das wunderbarste, allerniedlichste Pony am Zaun begrüßte. Diesen Bonito konnte ich nicht mehr loslassen. Nach einigen Jahren, in denen wir gemeinsam viel erlebten,  kaufte ich mein Pflegepony, wenngleich damals schon die Diagnose "dämpfig" feststand. Mir war es egal. Im Offenstall hält sich unser alter Herr tapfer, ist inzwischen nicht mehr reitbar, aber immer noch Chef der Herde und gefräßig wie eh und je.

Die folgende Fotoserie erstreckt sich über die Jahre 1992-2007, und alle Bilder wurden von meiner lieben Studienkameradin und Freundin Astrid geknipst, die uns in der ganzen Zeit mit ihrer tollen Kamera und ihrem Gefühl für den richtigen Augenblick begleitete. Danke für Deine Freundschaft, die schönen Fotos und die Geduld, die Du für das Sortieren der alten Bilder hattest...doch nun, ohne Kommentare...die Show:

 

 

 

 ...ich denke, wenn man einmal so eine große Pferdeliebe im Leben gehabt hat, muß man dankbar sein.

 

 

Narisha, die närrische aus Tunesien 

Ich hatte das Glück, ein weiteres unverwechselbares Pferd zu finden, für das ich hier ebenfalls noch ein paar Bilder einstellen möchte. Viel zu früh, mit nur 8 Jahren, von denen sie die letzten 4 bei uns verlebte, starb Narisha, meine Berberstute. Berber sind treue Gefährten, die wirklich alles für ihren auserkorenen Menschen tun. Ich habe nie ein sanfteres Wesen als diese Stute kennen gelernt. Ach Närrische, wie sehr du fehlst.

Einer Kleinanzeige (mal wieder!) in unserer Zeitung folgend, beguckte ich 1996 eine Fuchsstute. Vier Jahre alt, ängstlich, aber mit den treuesten Augen, die mir je begegnet waren. Und die traurigsten waren es auch. Später stellte sich heraus, dass meine Stute schon etliche Besitzer gehabt hatte. Probereiten ging nicht, ich sah Narisha nur an der Longe, wo sie sich außerordentlich schlecht benahm. Ja, die wollte ich haben. Gesagt, gekauft. Ging ziemlich schnell. Vorsichtig und langsam näherte ich mich meinem Berber, was das Reiten anging. Die Trense war ihr verhaßt, sie biß sich fest, das klappte so gar nicht, also kaufte ich eine Hackamore, später ritt ich nur mit Bosal, dann nur noch mit Halfter. Nach vier wunderschönen Jahren war dann Schluß: Narisha lahmte, mal mehr, mal weniger, mal links, mal rechts. Wir hatten einige Tierärzte zu Besuch, und schließlich stand die Diagnose fest: Auflösung beider Gleichbeine vorn, vermutlich ausgelöst durch schlechte Aufzuchtbedingungen und das frühe Verheizen in ihren ersten vier Lebensjahren bei diversen Besitzern. Das tat dem Pferd weh, und mir auch. Denn ich wußte, ich mußte sie loslassen. An einem dunklen, tristen Novemberabend im Jahr 2000 wurde mein Pferd auf der Weide eingeschläfert, und ich hielt sie bis zu ihrem letzten Atemzug im Arm. Die Trauer sitzt tief, Närrische.

 

Zwischenspiel: Andere Pappnasen...:

 

...und nun...Der Drachen Noblesse:

Mal wieder Zeitungen durchstöbernd (das sollte ich mir abgewöhnen, zumindest, was den Pferdemarktteil betrifft), las ich Anfang 2001 eine Annonce, die allerdings nicht das Pony anpreiste, das mir vorschwebte: "Jungstute, nicht geritten, da erst zweieinhalb Jahre alt, mit Papieren." Och nööö, ich wollte einen alten Zossen, und Papiere mußten auch nicht sein. Na, wir fuhren hin, das Pony war unfreundlich, im scheußlichen Klapperdürrichwachsegerade-Alter und die Farbe echt nicht so schön. Um es mal vorsichtig auszudrücken. Ja. Ich nahm das denn mal, weil es bei Herrn B lammfromm die Hinterhufe gab. Was für eine Logik. Aber im Laufe der Jahre rauften wir uns zusammen, die Dame Noblesse und ich. Sie ist etwas zickig, kann leider nur bis drei zählen, ihr Temperament geht gern mit ihr durch, und wenn sie ein Wehwehchen hat, sieht sie aus wie ein sterbender Schwan. Ach, die Nobi eben...

August 2008 verkaufte ich Nobi an meine lieben Freundinnen Hutz und Julia, die mit ihr herumtüdeln und so rasante Sachen wie Halfterausritte mit wildem Galopp im Wald mit ihr veranstalten. Ich habe das gewußt, dass das klappt, Nobi war schon bei früheren Besuchen der beiden schwer in Julia verliebt, ich wurde fast eifersüchtig, wenn sie ihr folgte wie ein Hund...

 

Der Krümel

Den gab es zur Abwechslung nicht in der Zeitung...er stand einfach auf der Nachbarweide. "Oooh, ihr habt einen neuen Beisteller" sprach ich neidisch. "Jaaaa, ist er nicht niedlich?" antwortete unsere Nachbarin fröhlich. "Och, so einen hätte ich auch gern", meinte ich. Zwei Wochen später klingelte das Telefon. Ob ich den süßen Schatz haben wollte? Er verprügelte ihr Pony.  Öh. Wir nahmen ihn trotzdem. Krümel verhaute sofort Nobi, gegen den Chef Nito kam er aber nicht an und verharrt seither hartnäckig auf Platz zwei der Rangfolge. Was ihn natürlich nicht daran hindert, immer mal unauffällig anzutesten, wie weit er Nito auf die Pelle rücken kann. Für Kinder ist er das ideale Lehrpony, denn selbst Dreijährige können mit ihm über die Weiden spazieren gehen, und er beißt auch nur, wenn man die Fingerchen in seine Schnute steckt. Ja, ein Shetty, das ist ja genau das, was ich nie haben wollte, kleine Hackenbeißer, mit denen man nix anfangen kann...von wegen...!

diverse Bilder bunt gewürfelt...

 

 

 

 

 

 

 

Die Närrische Narisha im Winterpelz.

Bonito in seinen besten Zeiten! Die dicke Tante auf dem kleinen Schlitten bin ich.

Narisha und Bonito auf Sommerweide 1998.

 

 

Ein fetter Krümel wird begutachtet: 2006 kam Krümel in unsere kleine Herde.

Schön war`s im letzten Winter...Schnee...

Die Nobi im August 2006

 

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