Unser Dackel -

      Rassebeschreibung IDG

                                                                                         

 


Die erste Beschreibung, erfolgte 1879; allerdings finden sich über die Arbeit und Verwendung des Dachshundes bereits 1746 in Döbel's Werk " Jägerpraktika" detaillierte Ausführungen. Doch gerade die vergangenen 100 Jahre haben die "Dackelgeschichte" in ungewöhnlicher Weise geprägt.

Der Dackel, ein Jagdhund, der auch heute noch als Bau - und Stöberhund oder zur Nachsuche sehr geschätz wird, wurde zum Modehund der 60er und 70er Jahre, schlechthin. Gerade das gewisse Maß an Eigenwilligkeit, besser Eigenständigkeit, das er für den Einsatz zur Fuchs -  und Dachsjagd benötigt, machte ihn zum besonderen Familien und Begleithund.

Leider blieben auch dem Dackel extreme " Modeerscheinungen " nicht erspart. Der Zwergdackel war " nicht genug " - der Kaninchenteckel sollte als " Miniatur " nicht mehr Kaninchen jagen, sondern " das besondere im Handtaschenformat " darstellen. Neue Farbspiele, sog. Tigerungen, vervollständigen das Maß mancher züchterischen Übertreibung. Mit schlimmen Folgen: Taub - und Blindheit durch Defektgenzucht, oder Hydrozephalus und körperlich,- wie im Wesen- schwache Induviduen waren die Auswirkung.

Um eine stramme, robuste, temperamentvolle und elegante Rasse, vor "züchterischen Raritäten" zu schützen, setzte der Dackelclub das Zwergenlimit schon vor Jahrzehnten auf 5 Kg fest und legte das Augenmerk auf die Zucht des gesunden und widerstandsfähigen Dackels, so wie wir ihn auch im unseren Tagen kennen.

Einmal Dackel - immer Dackel

Wer einmal das Glück hatte, einen Dackel zur Familie zählen zu dürfen, wird von ihm nicht mehr "loskommen". Sicher werden Freunde anderer Rassehunde, das ebenfalls behaubten Richtig so.

Dackelfreunde im speziellen erkennen im unnachamlichen, keck herausfordernden Blick des Dackels, seine Intelligenz und auch Gelehrigkeit - und sie wissen: Bei richtig dosierter Konsequenz, aber auch Toleranz gibt es keinen treueren Begleiter.

 


            Die Rassebeschreibung

Gesamterscheinung und Wesen:

Dackel sind niederige, kurzläufige, harmonisch gebaute Hunde, von kraftvoller, mit derber Muskulatur versehener,  Gestalt. Der verhältnismäßig lange Körper ruht auf kurzen ( aber NICHT krummen ) Gliedmaßen. Seine Bewegunsfreiheit darf weder beschränkt sein, noch darf der Körper "wieselartig" und schmächtig erscheinen. In ihrem Wesen sind sie ausdauernd, furchtlos, gelehrig und ausbildungsfähig. Sie erfreuen sich deshalb, besonders als angesehne Familienhunde, aber auch im jagdlichen Gebrauch, großer Beliebtheit. Im Spiel auch mit - nicht zu kleinen - Kindern, zeigen sich Dackel als komisch und unermüdlich. Aber auch empfindliche, ja launische Züge, verkörpert er genauso  wie Liebenswürdigkeit und treue Anhänglichkeit. Seine Sinne sind bestens entwickelt, besonders ausgeprägt ist sein Geruchssinn, was für seine hohe Leistungsfähigkeit im jagdlichen Gebrauch spricht.

Größe und Gewicht:

Normalschlag ab 5 Kg;

Zwerge 4 - 5 Kg; niedrigeres Gewicht führt zu extremer Verzwergung, die erhebliche Beeinträchtigung der Gesundheit und des Wesens dieser Rasse nach sich zieht.

Kopf:

Langgestreckt, sich zur Nasenspitze hin gleichmäßig verjüngend und fein modelliert. Kopfbreite etwas geringer als Kopflänge. Oberkopf flach gewölbt,ohne Stirnabsatz oder Stirnfurche, in den leicht gewölbten Nasenrücken übergehend. Nasenspitze im ganzen lang und schmal, gut geöffnete Nasenlöcher.

Augen:

Seitwärts in der Höhe des Stirnabsatzes liegend, mittelgroß, leuchtend dunkelbraun, rotbraun bis schwarzbraun, mit klarem, energischen Ausdruck; Augenjochbogen treten kräftig hervor.

Ohren / Behang:

Liegt mit dem vorderen Saum dicht an der Wange an, genügend hoch und weit zurück angesetzt; Form schön abgerundet, nicht faltig, schmal oder spitz.

Gebiß:

Stark entwickelte Kiefer und kräftiges, korrektes und komplettes Scheren oder Zangengebiß; straff anliegende Leftzen.

Hals:

Genügend lang, frei und hoch getragen, leicht gewölbt, im Nacken stark muskulös, trocken, keine Wamme bildend.

Gliedmaßen:

Vorderhand -  Schräg gestellte, lange und breite Schulterblätter, fest auf den Brustkorb aufliegend, plastisch und stark bemuskelt. Oberarm steht im rechten Winkel zum Schulterblatt und in gleicher Länge, weißt starke Knochen und Muskulatur auf, dicht am Rippenbogen liegend, jedoch frei beweglich. Unterarm leicht nach innen gedreht, muskulös, innen und hinten kraftvoll gespannt und etwa so lang, daß der Bodenabstand des Hundes etwa ein Drittel der Widerristhöhe beträgt. Vorder und Mittelfußgelenke einander etwas näher stehend als die Schultergelenke; Mittelfußknochen ( Fessel ) weder steil stehend, noch durchgedrückt. Hinterhand - breit , lange runde und voll bemuskelte Kruppe, nach hinten nur wenig abfallend; nicht zu kurze Beckenknochen, genügend, kräftig entwickelt und mäßig schräg gestellt; kraftvolle Oberschenkel in guter Länge, im rechten Winkel in der Beckenpfanne liegend; stramme Muskulatur und voll ausgeformte Keulen, runden das Bild der Hinterhand ab; Kniegelenke breit und kräftig; Unterschenkel, ebenfalls gut bemuskelt, stehen im rechten Winkel zum Oberschenkel; breit angelegte Fußwurzelknochen, stark vorspringendes Fersenbein; langer Mittelfuß, nach vorn leicht ausgebogen und gegen den Unterschenkel beweglich, senkrecht stehen.

Pfoten:

Gut gewölbt, geschlossen, kräftige Ballen und Krallen; vorne voll und breit, ein wenig schräg nach auswärts stehend; hinten schön gewölbte Zehen, ganzer Fuß auf Ballen ruhend. Die Hinterhand, soll im Gegensatz zur Vorderhand ( von hinten gesehen ), vollständig gerade sein; Pfotenbehaarung bei allen drei Haararten kurz.

Rumpf:

Ovaler und bis zur Hälfte des Unterarmes herabreichender, großräumiger Brustkorb, mit stark vorspringendem Brustbein, sodaß sich an beiden Seiten "Gruben " zeigen. Rippenbogen weit nach hinten reichend und allmählich in die Bauchlinie übergehend; Bauch mäßig aufgezogen. Im Rücken hoher und langer Widerrist, gerade verlaufend, in der Lendenpartie leicht gewölbt. Der Vorderlauf verdeckt den tiefsten Punkt der Brustlinie, bei richtiger Länge und Winkelung von Schulter und Oberarm.

Rute:

In Höhe der Rückenlinie angesetzt und verlaufend, ohne starke Krümmung und nicht zu hoch getragen - auch nicht im Affekt.

Haararten - Farben

1. Kurzhaar:

Kurzes, glänzendes, dichtes, glatt auf der Haut anliegendes Haar am ganzen Körper. Haarlose Stellen ( z.B. Lederohren ) sind unerwünscht; an der Rute fein verlaufend, voll, aber nicht re3ich behaart; längeres Grannenhaar an der Unterseite gilt als Zeichen starker Behaarungsanlage. Fehlerhaft sind Bürstenrute sowie eine teilsweise oder fast unbehaarte Rute.

Farben -  einfarbiger Kurzhaar:

Rot, rotgelb bis Gelb ( mit, oder ohne schwarzer Stichelung ) wobei reines Farbspiel einer Stichelung vorzuziehen ist.

Zweifarbiger Kurzhaar:

Schwart-rot, bis schokofarben und saufarben mit jeweils rostbraunen oder gelben Abzeichen. Nasenspiegel und Krallen bei schwarzen Hunden schwarz, bei braunen Hunden braun oder schwarz ( bei grauen Hunden, auch grau )

Weitere Farbspiele:

getigert ( = Defekgenzucht ) oder gestromt; Farbe des Gestromten ist rot oder gelb, mit dunklerer Stromung

REINE FARBSPIELE WERDEN JEDOCH IN ALLEN HAARARTEN BEVORZUGT BEURTEILT!

2. Rauhhaar:

Gleicht im Erscheinungsbild den Kurzhaar, darf jedoch etwas mehr Bodenabstand halten, ohne hochläufig zu sein. Außer am Fang, den Augenbrauen und am Behang, ist das haar anliegend, Kurz, dicht und hart ( rauh ) , mit Unterwolle durchsetzt. Die Augenbrauen sind buschig.  Bart bildet sich an Fang; der Behang ist fast glatt und kürzer behaart, aber zum Allgemeinbild des Hundes passend. Rute anliegend, derb und ohne Büschel behaart.

Farben:

saufarben, schwarz-rot, schokobraunmit gelben Abzeichen, bis dürrlaub oder wildfarben. Fehlerhaft ist gelocktes oder welliges Haar, oder eine Fahnenrute.

3. Langhaar:

Alleiniges, unterscheidenses Merkmal gegenüber de4m Kurzhaar - Dackel, ist die längere Behaarung. Dies ist idealerweise lang, leicht, elegant, schlicht glänzend und seidenartig, oft sanft gewellt; es "verlängert" sich unter dem Hals, der Unterseite des Körpers, am Behang und an der Hinerseite der Läufe; am üpigsten ist die Unterseite der Rute befedert. Gerolltes, gewelltes und zu üppiges Langhaar unerwünscht.

Farben

mahagonirot, rot mit schwarzen Deckhaarund Aalstrich, sowie schwarz-rot, schokofarben mit gelben Abzeichen. Nasenspiegel und Krallen wie bei Kurzhaar.

Bei allen Haararten gleich:

Auf kräftiges Pigment mist besonder zu achten; kleiner, weißer Brudtfleck wird toleriert, ist aber unerwünscht und wirkt sich in der Bewertung mindernt aus.

Besonderheit:

Kurz und Rauhhaar dürfen gekreuzt werden - dies vornehmlich, um ein knapperes, anliegendes Haar beim Rauhhaar zu erzielen. Langhaar werden rein gezüchtet.

Fehler:

Vor oder Rückbiss, abgesetzte Brust , lose Schultern, Fassbeinigkeit, Kuhhessigkeit, Stummel - und Knickrute, Hhochläufige oder am Boden schleppende Gestalt, schwerfälliger / unbeholfener Gang, einwärts, oder zu schräg nach außen gedrehte Zehen, Senk oder Karpfenrücken, Überbaustein, zu schwache Muskulatur, mangelhafter Behang, schlechte Behaarung, Glas - sowie Glotzaugen.


 


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