Zuchtziel muss bei jeder Hunderasse Langlebigkeit, einwandfreier Charakter und Gesundheit sein. Die Gesundheit und der Charakter des Hundes müssen die allerhöchste Priorität haben.
Das verlangt vom Züchter viel Arbeit und Einsatz schon lange vor Zuchtbeginn. Das verlangt, wenn man ernsthaft züchten und nicht nur vermehren möchte, viel Sitzfleisch beim lesen von Büchern, beim erforschen von Ahnentafeln und beim Auswerten von Untersuchungsergebnissen.
Bei der Hundezucht darf ein verantwortungsvoller Züchter nicht "rumprobieren", sondern sollte von den Erfahrungen und Kenntnissen anderer Züchter und der Züchter vergangener Zeiten lernen. Das bedeutet natürlich: viel lesen und auch verstehen. Gerade vom Dackel existiert eine Fülle an Literatur (deutsch, englisch und afrikanisch). Auch allgemeine Hundebücher sind sinnvoll, da viele langjährige Züchter ihre Erfahrungen zu Papier gebracht haben. Auch im Internet sind sehr viele wertvolle Seiten zu finden, vor allem dann, wenn man einmal schnell und sofort Hilfe und Auskunft braucht.
Auch die Zuchtwarte und Rassebetreuer der Vereine sind wertvolle Ansprechpartner wenn es um die Hundzucht geht.
Und doch ist der erste eigene Wurf etwas ganz Besonderes und Einmaliges. Vielleicht werden auch nicht immer alle Erwartungen erfüllt. Aber es sind doch alles einmalige Lebewesen und es ist gut, dass man nicht alles vorausschauen kann.
Zunächst muss man sich ernsthaft fragen: Warum will ich züchten?
Um Geld zu verdienen?
Auf den ersten Blick sieht es manchmal so aus. Aber wenn man Zeit, Arbeitsstunden, Futtergeld, Medikamente, Arztkosten, Ausstellungen, Deckrüdentaxe und nicht zu vergessen die Aufregung und die Sorgen die man manchmal hat gegenrechnet, bleibt manchmal nur die Freude an den Welpen und die Sorge um ihr künftiges Leben. Das kann einen manchmal Jahre beschäftigen (und das ist unbezahlbar).
Also warum?
- weil man ein Konzept hat, ein Zuchtziel vor Augen hat?
- weil man selbst einen guten und gesunden Hund behalten möchte?
- weil man zu viel Zeit und Geld hat?
- weil man ein bisschen hundeverrückt ist?
Viele Züchter hören nach dem ersten Wurf wieder auf zu züchten, weil es zu anstrengend ist (wenn man es richtig macht) und viel Nerven kostet und Sorgen bereitet. Oder sie ertragen die Anfeindungen und Sticheleien von anderen Züchtern nicht. Leider kommt so was ziemlich häufig vor, aber man sollte sich davon nicht entmutigen lassen, denn doofe Sprüche und Anfeindungen entstehen nur dann, wenn man tolle Welpen hat und wenn man als Konkurrenz angesehen wird. Ich finde es schade, dass es so viele Neider und missgünstige Züchterkollegen gibt, die einem das Leben schwer machen. Es wäre so schön und einfach, wenn einfach alle Züchter zusammen arbeiten würden und sich mit dem Anderen über dessen Erfolg freuen könnten ... aber leider ist es nicht so, und man muss sich seine "Züchterfreunde" genau aussuchen.
Nun gehört zum Züchten mehr, als einfach nur eine Hündin und einen Rüden zusammen zu führen, es gibt eine Reihe von Vorbereitungen, die getroffen werden müssen.
- Zunächst muss ich Mitglied in einem entsprechenden Zuchtverein werden. Dort muss ich meinen Zwingernamen anmelden und meine "Zuchtanlagen" begutachten lassen. Idealerweise sollte ein Extraraum für die Welpen vorhanden sein, sowie angemessen große Auslaufmöglichkeiten auf dem Grundstück. All das wird bei der Zulassung eines "Zwingers" berücksichtigt.
Die Hunde, mit denen ich züchten möchte, müssen auch einige Vorraussetzungen erfüllen: Sie müssen auf Ausstellungen erfolgreich präsentiert worden sein, also dem Standard des Dackels möglichst optimal entsprechen, sie müssen angekört bzw. zuchttauglich geschrieben werden. Für die Zucht ist es entscheidend, den jeweils richtigen Partner für seinen Hund zu finden. Also nicht den nächsten Deckrüden um die Ecke, sondern den Deckrüden, der die Hündin optimal ergänzt bzw. die Fehler der Hündin optimal ausgleicht.
ABER: Ich bitte Sie, sollten Sie züchten wollen, sich folgende Sätze gut einzuprägen ...
Züchten heißt: in Populationen denken
Züchten heißt: in Generationen denken
Die Probleme, die wir in der heutigen Hundezucht haben, resultieren meiner Meinung nach, aus zu vielen Menschen, die sich Züchter nannten und nennen, die aber nie ein richtiges Zuchtziel hatten. Es ist nicht damit getan "Ich möchte schöne Welpen" oder "Ich möchte perfekte Welpen" als Zuchtziel zu haben. Machen Sie sich Gedanken darüber WO Sie mit Ihrer Hundezucht in 20 Jahren sein wollen! Was wollen Sie bis dahin erreichen? Sollten Sie auf der Suche nach einem Welpen sein, fragen Sie die Züchter, die Sie besuchen doch einmal nach den "Mendelschen Gesetzen" oder nach der"Populationsgenetik" ... fängt er an, und möchte Ihnen einen Vortrag halten ... SUPER ... dann hat er sich mir dem Thema Zucht wirklich auseinandergesetzt ... nun wenn nicht .. dann ist Genetik in seiner Zucht wahrscheinlich nur am Rande von Bedeutung.
Ich finde es äußerst schlimm, dass in der heutigen Zeit Schönheitsfehler eher zum Zuchtausschluss führen