ABSCHLUSSFAHRT EXTREM
Anm. d. R.: Wahre Vorkommnisse wurden verschleiert, muss nicht stimmen.
Tjaja, da ist sie, die zehnte Klasse. Wer die Schule bis dahin scheiße fand, wird seine Meinung jetzt wohl auch nicht mehr ändern. Aber was wäre ein letztes Schuljahr ohne eine Klassenfahrt, die den Schülern Kultur, Natur und zwischenmenschliche Werte näher bringt?
Saugeil!!!
Die Freude über eine überaus staufreie Busfahrt legte sich, als wir geschätzte 137 km lang einem Gülletank hinterher tuckern mussten. Okay, vielleicht lagen diese Gesichtsausdrücke auch am übermäßigen Drogengenuss während der Schwangerschaft.

Dass wir überhaupt angekommen sind, grenzt an ein Wunder, denn selbst Nordsee-erprobte Lehrer, ein Navigationssystem und die mehrmalige Befragung von Anwohnern hat uns keine eineinhalbstündige Irrfahrt durch eine äußerst hügelige Landschaft (!!!) mit anschließender allgemeiner Panik erspart. Als wir die Busfahrt erfolgreich gemeistert hatten, machten wir uns daran, herauszufinden, mit welchem Gefährt wir unsere Lehrer so weit wie möglich von dem Schauplatz unserer zukünftigen Schandtaten forttransportieren könnten.
Wir entschieden uns für eine kostengünstige und vor allem viel umweltfreundliche Lösung:

(Für alle Unwissenden, dies ist ein Trebuchet, eine Art französisches Schleuderkatapult)
In den folgenden fünf Tagen befanden sich der Großteil unser verehrten Mitschüler in einem Zustand, den man nicht mit Worten beschreiben kann (oder den ich nicht beschreiben will, weil sonst der Gag weg wäre J):
Überhaupt nicht umweltfreundlich war der Qualm, denn der Muck und ich eines schönen Tages in unserem Apartment verursacht haben.
Hier mal ganz kurz der Ernährungsplan einer Wohngruppe (Wir), ausgewählt durch das Zufallsprinzip:
Montag - "Spaghetti" (anstatt "al dente" "dental fatal", DANKE RAINER!!!)
Dienstag - Kamillentee
Mittwoch - Schnitzel und Fritten
Donnerstag - kollektive Gedächtnislücke…
Freitag - Völlig überteuerte Hotdogs und Kamillentee, dazu "Sweet Home Alabama von Lynard Skynard)
Zurück zu unseren Schnitzel-Eskapaden. Ein Mitbewohner, der zu diesem Zeitpunkt gerade bei der, seiner Meinung nach auf jeden Fall fast schon ein bisschen olympischen Disziplin des Vollrausch - Waschbecken - Pinkelns unterbrochen wurde, hat das mit denn Worten " Is ja nich mehr heilich!!!" treffend umschrieben. Aber keine Angst, wir haben nicht im Haus geraucht, und wir kennen auch gar keinen, der das aus Versehen im Suff gemacht hat. Wir haben gekocht. Das Endprodukt sah zwar etwas anders aus als daheim, aber alle, die etwas am Essen auszusetzen hatten wurden gnadenlos zum Küchendienst abkommandiert. Dies war Strafe genug, angesichts der Tatsache, das wir im Edelstahlwaschbecken lebendige Minimuscheln aus dem Watt aufbewahrten und das eine undefinierbare Substanz organischen Ursprungs an der Küchendecke klebte (Für alle, die interessiert an dem Deckenfleck namens Erwin sind, Haupteingang, erste Tür links, dann durch den Flur des Apartments und dann rechts. Nun nur noch den Kopf in den (eigenen!!!) Nacken legen und staunen).
Im Allgemeinen haben sich die interessantesten Vorkommnisse in den Badezimmern ereignet. Für den Benni waren die auf unserem Klo immer so ereignisreich, das wir am zweiten Tag eine neue Rolle Klopapier von unserem Busfahrer (Danke Eddie) spendiert bekommen haben. Aber mit der mussten wir dann den Rest der Woche auskommen! Fest stand: Wir durften dem Benni keine weiteren Ideal-Standard-Eskapaden auf unserem Scheißhaus gewähren. In der Tierwelt ist es ja auch nicht so, dass das Löwenrudel die Antilope in ihr Revier kacken lassen.
Probleme mit der Einrichtung der Küchen hatte die Kaddi, als sie zum Beweis ihrer Reinlichkeit einer Lehrerin demonstrativ und unbedingt den Inhalt ihres Kühlschranks präsentieren musste. Das sah dann etwa so aus:
Wie ihr seht, alles voller Kamillentee. Jahaa, wir tun was für unsere Gesundheit!
Nach fast zwei Tagen ununterbrochener Exzesse, spendete uns der reine Seegestank neue Energie. Bei Manchen rief der jedoch Wahnvorstellungen hervor, die zu einer akuten Gefahr für sich und seine Mitmenschen ausarten konnten. Unbestätigten Quellen zufolge soll sich ein Mitschüler (Möchte nicht genannt werden) in der festen Überzeugung, er wäre eine Mischung aus Specht und Kolibri, von einer Terrasse gestürzt haben. Dies fand jedoch vor dem Bekanntwerden der "Vogelgrippe" statt, wobei das für mich ein eindeutiges Indiz wäre, dass die Mistviecher schon viel länger abkacken und es bloß vor uns verheimlicht haben, genau wie die amerikanische Regierung (Frei nach dem Motto: Wie viele Amis braucht man um ein UFO zu sehen? - Das ist kein UFO, das ist ein Wetterballon!). Zurück zu unserem Ikarus, der hatte danach ziemlich geile eigene Probleme, konnte fortan nur noch (Wodka)Wackelpudding zu sich nehmen. Flugakrobatik hier:

Seine Versuche, ein Ei zu legen, blieben erfolglos und wurden zum Leidwesen Aller Beteiligten leider nicht dokumentiert. Ganz anders die Landung:
(Zur Information, das zusammengefallene Häufchen Elend im Hintergrund ist der Möchtegern-Vogel, nicht der mit dem fetten Grinsen oder der mit dem dürren Arsch.)
Bild: "Meiszus Landing"
Was wir unseren Lehrern angetan haben, wissen wir nicht. Wir würden gerne wissen was wir verbrochen haben, das einen dreistündigen Gewaltmarsch durch das Watt (Auch bekannt als Germany´s glorious bucket of shit) rechtfertigen würde. Meiner Meinung nach ging Wochen vor der Abschlussfahrt eine Liste im Lehrerzimmer umher, auf der man das schlimmste Erlebnis mit einer der zehnten Klassen und die empfohlene Bestrafung/Rache vermerken konnte.
Bild: "Kontaktlinsensuche"
Kaum zu glauben, aber die meisten unserer Mitschüler standen zeitweise bis zu 50 cm tief in dem Kack.
Bild: "09200014"
Anscheinend wurden Manche sogar durch Wattbewohner ersetzt. Noch Wochen nach diesem Ausflug legten sie ein Verhalten an den Tag, das äußerst prägnant an das eines Wattwurmes erinnert (Gammeln nur noch rum, glauben den Scheiß, den der Macher verzapft).
Nach denn Unmengen von hmmm, nennen wir es "Kamillentee", die wir konsumiert haben, fällt es vielen von uns schwer, die Geschehnisse richtig mit den Wochentagen zu verbinden. Sprich, die Meisten von uns haben keinen Plan wann was wo passiert ist. Irgendwann sind wir dann mit einem Boot durch eine Stadt mit vielen Kanälen getuckert, gelenkt vom größten Leichtmatrosen der nördlichen Hemisphäre.
Was hindert einen Menschen daran, auf dem nackten Fußboden zu schlafen? Weil er dreckig ist? Weil man ein Bett hat? Weil jeder über einen drüber stolpert? FALSCH!!! Man pennt nicht auf dem Boden, weil man sich tierisch den Arsch abfriert! Und wenn man am nächsten Morgen dann mit schmerzverzerrten Gesicht seine Blase entleert, fragt man sich im Stillen, warum man sich am vorherigen Tag nicht überreden hat lassen, im Bett seinen Teerausch auszuschlafen. Nehmen wir die Eva als Beispiel. Oder noch besser, erzählen wir die Geschichte aus Nane´s Augen. Stellt euch vor, ihr stoßt zu dieser Situation: Nane torkelt den Gang entlang, sieht im Bad Licht brennen und ihre Neugierde treibt sie hinein. Dort erblickt sie die Eva in der Blüte ihrer abendlichen Sex-and-the-City-Sauforgie auf dem Boden dahin vegetieren.
Wie jede anständige Freundin, würde man seiner Kameradin zu dem Entschluss raten, nun doch endlich aufzustehen, den Gang entlang zu torkeln, und in sein Schlafgemach zu kriechen. Das hatte die Nane ja auch vor! Aber die Eva hatte für diesen Abend schon was anderes geplant! Hier ein Ausschnitt aus dem Gespräch. Eva ist blau(Warum denn bloß…) und Nane ist Rot.
"Hier bleib ich, ich schlaf etz!"
"Du kannst hier net pennen."
"Wa´um den net?"
"Du pennst doch net auf dem Badezimmerfußboden."
"Aber is doch so schön warm."
"Jaja, schon klar Eva…"
"Nee echt!!!"
Irgendwann war es dann mit mehreren Personen, einer Kranverladevorrichtung, einem Sattelschlepper und einem Priester der Griechisch-Orthodoxen Kirche als Unterstützung möglich, die Eva in ihr wohlverdientes Bett zu bugsieren. Die Frage, die bei der allabendlichen Zimmerkontrolle von einer Lehrkraft aufgeworfen wurde, was denn der Mülleimer zusammen mit Eva im Bett zu suchen hätte, brachte selbst Eva-erfahrene Mitschüler ins Grübeln. Hatte der Mülleimer einen tieferen Sinn? Hatte die Eva eine Affäre mit dem Behälter? Oder war er ein Sinnbild unserer vergänglichen Kultur? War er von Außerirdischen dorthin gebracht worden? Wenn ja, warum? Oder war der Eva schlicht und ergreifend bloß kotzübel? Wir kennen die Antwort nicht. Fest steht, die Antwort ist irgendwo da draußen.
Irgendwann ging es dann mal wieder Richtung Süden. Doch so leicht konnten wir es den Fischköpfen dann doch nicht machen. Also fiel die Entscheidung, Hamburg unsicher zu machen. Die Klassen teilten sich auf, viele gingen in ein Musical, andere in die eher "fragwürdigen" Ecken der Speicherstadt. Treffend umschrieben wäre das mit: "EY, DO SIXD GSTALTN!!!". Auch äußerst interessant war unsere eher unkonventionelle Art und Weise, wie wir Flyer verteilt und eine Flasche geöffnet haben. Ganz nebenbei: Falls euch eure Lehrer auch mal mit einer Exkursion nach Hamburg beglücken / bestrafen wollen, stellt euch auf einen äußerst belebten Marktplatz oder ähnlichem und schreit ganz laut und im Chor:
a) FEUER!!!
b) AL KAIDA!!!
c) MUCK, HAST DU MITTEN HIER EINEN ABDRÜCKEN MÜSSEN?!!
d) BELA . B!!!
Nach mehreren Nächten ohne Schlaf (Schlaf ist übrigens was für Weicheier und Obernoobs) und viel zu langen Ausflügen konnten viele ihre Müdigkeit nicht mehr verheimlichen. Besonders den Mr. M hat immer was "angekotzt".
Auch mir konnte man die drei Tassen Kamillentee, die ich kurz vor diesem überaus gelungenen Schnappschuss (Dank geht an www.nitschler.de.vu) weggeexd hat, deutlich anmerken:
Bild: "Batzen"
Ich hab versucht, meinen Freezie mit Stäbchen zu essen.
(Probiert doch mal in ´nem Burger King ´nen Big Mac zu bestellen und Speiseeis mit Salz zu verfeinern )
Wie wir wieder nach Franken gekommen sind, wissen wir nicht, es ging ein Gerücht mit einem 30-Tonner und einem Volleyball auf einer Raststätte um (BUMMM!!!!!).
Alles in allem haben wir alle dazugelernt. Hier ein paar Beispiele unserer neu errungenen Weisheiten:
1. Dinge kleben nicht ewig an der Decke, irgendwann kommt alles runter, auch der Erwin.
2. Der Mr. B. wird im Bereich von 1,2 und 1,96 Promille zum bedingungslosen Sklaven (Pack mal deinen Schwan aus.), was er auch auf mehreren unabhängig voneinander veranstalteten Partys bestätigt hat. (Finger weg vom Feuer, du Penner!!!)
3. Glühbirnen können sowohl als Dildos, als auch als Analkugeln dienen, kommt auf Form, Fabrikat und Fortschritt des Trinkprozesses an.
4. Auch schwarze Schnitzel sind Schnitzel, also diskriminiert sie nicht.
5. Drogen nix gut, kriegt man krass Bierschiss.
6. Kamillentee nix gut auch.
7. Um alte Holztreppen vom nächtlichen Knarzen abzuhalten, nur links oder rechts außen laufen.
8. Die Ärzte sind klassisch - Bach ist scheiße.
9. Im Suff Kotze vom Fußboden zu entfernen ist gar nicht so lustig, wie es klingt.
10. Der Penisfisch ist eine ernstzunehmende Gefahr für die südliche Lendenregion der westlichen Zivilisation.
11. Deudschuntericht föllich zinlos isst.
12. Hamburger reagieren nur selten zurückhaltend auf die laut ausgerufene Feststellung: "Über Mexiko lacht die Sonne, über Norddeutschland die ganze Welt!"
13. Falls ihr eine Norddeutsche geschwängert habt, vergesst nicht, KUBA LIEFERT NICHT AUS!!!
14. Wodkawackelpudding heißt nicht umsonst so.
PS.: Für alle, die es jetzt immer noch nicht geschnallt haben, bei uns gab es überhaupt keinen Kamillentee, wir tranken nur Alkohol………….freie Getränke.
ENDE?
Alle Rechte vorent… vorbe…, gehören mir.
2005/06/07 Chinese Democracy Entertäiment-AG
Inhaber: DasPferd