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ANGSTSIGNALE | TRENNUNGSÄNGSTE | STAUBSAUGER
Ängste – Wie geht man damit um?
Ein Hund, der ins Fluchtverhalten geraten könnte, darf natürlich nicht losgelassen werden. Er ist unkalkulierbar. Ein Ableinen wäre fatal, vor allem, wenn er mit der Bezugsperson noch nicht allzu bekannt ist. Jedes Geräusch, andere Hunde und Menschen würden den Hund die Flucht ergreifen lassen. Diese verläuft meist panisch und kopflos.
Schnell findet man heraus, was der Hund als beängstigend empfindet. (Und da gibt es vieles: Autos, Männer, Kinder, laute Geräusche, Hunde, u.s.w. ). In diesen Situationen handelt man am Besten gar nicht, sondern geht so, wie man sonst auch geht, nämlich zügig voran. Dabei lieber einen kleinen Schlenker in Kauf nehmen, um den Hund nicht im Würgegriff hinter sich her ziehen zu müssen. So signalisiert man: „Alles ist OK"
Bitte nicht den Hund mit der „Gefahr" bedrängen, ihn animieren dort hinzugehen, um ihn dann bei bestandener „Prüfung" übertrieben loben oder gar trösten. Dadurch bekommt der Hund suggeriert, dass da tatsächlich etwas ist, was Angst einflöend sein könnte. Die Ängste potenzieren sich, der Hund ist in seiner Skepsis bestätigt.
Man ist mit erfahrenem, sicheren Ersthund immer im Vorteil. Ist dieser nicht „zur Hand", findet sich vielleicht eine gute Bekannte mit einem selbstbewußten, gut sozialisierten Hund.
Die Beiden lernen sich am Besten, in dem der „Angstnase" gut vertrauten Terrain kennen. Ist das Vertrauen aufgebaut, kann man mit gestellten Situationen versuchen die Ängste abzubauen. Situationen von denen man weiß, dass der Hund sie meistern wird, wo er selber aktiv werden kann. Nach und nach wird mehr Selbstbewusstsein aufgebaut. Dafür braucht man vor allem Geduld.
Besonders bei den „Angstnasen" besteht die Gefahr der: „Oh, der arme Hund hatte ja solch ein schlimmes Leben"-Einstellung. Doch auch ein ängstlicher Hund ist und bleibt ein Hund, der auch so behandelt werden möchte. Es gilt jetzt, ihm ein artgerechtes Leben zu bieten, an vielleicht vorhandenen Problemen zu arbeiten und keine Neuen zu entwickeln.
Angst-Signale erkennen und richtig damit umgehen
Den Kopf abwenden – der Hund dreht seinen Kopf entweder zu einer Seite und hält ihn dort, oder aber er wechselt langsam von einer Seite auf die andere. Diese Bewegung kann nur schwer sichtbar sein oder aber auch extrem übertrieben vorkommen. – – Auch wir können dieses Signal wunderbar einsetzen. Wenn man sich dem Hund nähert, der sich dabei offensichtlich unwohl oder gestresst fühlt, bleibt man stehen und wendet den Kopf ab oder bewegt ihn langsam von einer Seite auf die andere. (KEINE Hundesprache: Arm lang ausstrecken und Hund entgegen recken – dieses Signal kann der Hund nicht deuten).
Den Blick abwenden – daneben gibt es auch die Möglichkeit, dass der Hund nur den Blick abwendet, nicht aber den ganzen Kopf. Einge Hunde sind so unsicher, dass sie total erstarren. Für sie ist ein Kopf abwenden schon zuviel. Sie arbeiten mit den Augen. – – Ein gutes Signal, leicht anzuwenden bei einem extrem ängstlichen Hund, für den jede Kopfbewegung schon zuviel ist.
Den Körper abdrehen – der Hund dreht seinem Gegenüber die Seite oder das Hinterteil zu. Dieses Zeichen ist extrem deutlich und wird daher meist gezeigt, wenn anderes nicht gewirkt hat oder aber der Hund sich überrumpelt fühlt. – – Wenn der Hund sehr erregt scheint, kann man das eigene Abdrehen des Körpers einsetzen. Bei einer extrem stürmischen Begrüßung des Hundes macht man dies automatisch: durch das Abwenden zeigen wir das Signal, um unseren Hund zu beruhigen. Dies funktioniert genauso bei einem Angsthund, damit signalisiert man: keine Gefahr!
TRENNUNGSANGST
Trennungsängste treten meistens bei sensiblen Hunden mit besonders starker Bindung zu ihren Besitzern auf. Außerdem bei Tieren, bei denen eine traumatische Situation während des Alleinseins aufgetreten ist bzw. die alleingelassen oder ausgesetzt wurden. Aber auch wenn Hund es nie gelernt hat, allein zubleiben.
Das alleingelassene Tier bekommt Stress, der sich in körperlichen Symptomen äußert: Herzrasen, vermehrter Speichelfluss, unkontrollierter Kot- und Harnabsatz, Erbrechen u.a. Dieser wird durch stressabbauende Verhaltensweisen zu kompensieren versucht:
• Zerbeißen von Gegenständen
• Kratzen und Beißen an der Haustür/ an Fenstern
• Verlust der Schließmuskel-Kontrolle
• langandauerndes Bellen, Weinen, Winseln
Menschliche Wertvorstellungen wie: der Hund bellt, weil er „protestiert" und seine Menschen nur für sich will – er zerstört, weil er sich „rächen" will („Rache" gibt es im Verhaltensrepertoire von Hunden nicht), sind hierbei fehl am Platz und helfen überhaupt nicht weiter.
Strafen würden zusätzlich Ängste schüren, etwa vor der Wiederkehr. Das Unterwürfigkeitsverhalten wird gezeigt, weil der Hund in genau dieser Situation immer gestraft wurde (und wird oft fehlinterpretiert als: „Er weiß ganz genau, was er gemacht hat�").
Ziel muss es also sein: Beim Alleinsein tritt kein Stress-Zustand mehr auf
1. Distanzübungen..
praktisch lässt sich dies mit einer Hinlegen- (Platz)-Bleib-Übung trainieren (Kommandos natürlich vorher sicher trainieren). Bleibt er liegen, wenn man sich entfernt, wird mit Leckerchen gelobt – es gibt nichts, wenn er aufsteht und nachläuft. Nach und nach sollte sowohl die Entfernung, als auch die Zeitspanne des Liegens verlängert werden. Empfehlenswert ist es, die Schlafdecke des Hundes zu benutzen, da er hiermit Entspannungs-Situationen verknüpft.
2. Im Haus sollte man öfters eine kurze Trennungssituation schaffen.
Das Zimmer in dem Sie sich mit dem Hund befinden, wird von der Bezugsperson verlassen, der Hund muss kurz hinter verschlossener Tür warten muss (bitte kurze Zeitspanne – je nachTrennungsangst fängt man mit Sekunden an – und nicht lauschend hinter der Türe stehen bleiben). Wichtig ist dabei, dass man möglichst bevor der Hund Stressverhalten zeigt, wieder hereinkommt.
3. Der Hund darf Ihr Kommen und Gehen nicht zu aufregend finden:
• Unauffällige Weggehen, damit ist gemeint: keine stundenlangen Abschiedszeromonien – Hunde untereinander kennen keine Abschiedsszenen.
• Schlüssel öfters nebenbei in die Hand nehmen und nach kurzer Zeit wieder hinlegen ohne weg zu gehen (= Signal „Schlüssel" entkoppeln).
• Jacke und/oder Schuhe anziehen, ohne weg zu gehen (= Signal „Anziehen" entkoppeln)
• Vor dem Alleinlassen, sollte der Hund genügend Bewegung gehabt haben und müde sein. Jedoch sollte zwischen dem letzten Spaziergang und dem Weggehen ein ausreichender zeitlicher Abstand von mind. 30 Min. sein.
• Fernseher oder Musik beim Alleinsein laufen lassen (= Signal „alles ist wie immer")
• Nach-Hause-Kommen: Keine stürmische Begrüßung tolerieren (anspringen ignorieren, d.h. wegdrehen, Arme verschränken, nichts sagen, wegschauen warten bis Hund sich beruhigt hat dann Lob). Erstens würde der Hund die Kinder bei solch einer Begrüßung schlichtweg umhauen und zweitens sollte ihre Heimkehr etwas ganz normales sein und keine „Erlösung", warten Sie deshalb (wenn möglich) auch mit der Gassi-Runde noch einige Zeit (15-30 Minuten).
• Bei starkem Zerstörungs-Verhalten kann die Benutzung einer Therapiebox in der Anfangsphase von großem Nutzen sein. Dieses funktioniert aber nur, wenn der Hund ein Gefühl von Geborgenheit dort erleben kann, sozusagen eine Höhle zum Rückzug geboten bekommt.�
Viele Hunde, gerade aus dem Tierschutz haben jedoch Angst vorm eingesperrt sein – also bitte nicht erzwingen!
Der Hund muss eine positive Verknüpfung mit der Box aufbauen: zuerst wird er täglich darin gefüttert, es wird mit ihm darin gespielt, Lieblingsdecke und -spielzeug kommen hinein – dies alles mit geöffneter Box-Tür. Geht er ohne zu zögern hinein, sollte er die „Platz-Bleib-Übung" darin ausführen und viel Lob dafür ernten. Dies sollte anfangs noch bei geöffneter Tür, später dann mit geschlossener Tür (langsam von Sekunden auf Minuten und mehr steigern).
Sollten Sie ihren Hund nach genügend langer Gewöhnungszeit in der Box allein lassen, geben Sie ihm zur Beschäftigung/ zum Abreagieren etwas zum Zerbeißen hinein (Kauknochen, Stock, Spielzeug).
DAS STAUBSAUGER-LECKERCHEN SPIEL

Ein bisschen unheimlich dieses
Sauger-Leckerchen-Spiel. Am Ende siegt Wandas
Neugier und die Lust auf das Lieblingsleckerchen ...
„Wanda ist einerseits ängstlich vor dem täglichen staubsaugen, andererseits spürt man auch eine große Neugierde bei Wanda. Da dachte ich mir, ich setz mich mitten ins Wohnzimmer neben dem Staubsauger, aber ohne ihn einzuschalten. Wanda gerufen: jawohl da kam sie zögernd näher.
Jetzt legte ich einen Leckerbissen auf den Sauger und meine Hand daneben, das war ja nicht fremd. Dann ohne meine Hand. Danach stellte ich den Staubsauger an, aber ganz leise. Ich habe die gleiche Prozedur wiederholt: erst das Leckerchen aus meiner Hand und dann vom Staubsauger. Dieses Verfahren habe ich solange wiederholt, bis der Sauger auf voller Kraft drehte und auch den nötigen Luftausstoß verursachte. Letztendlich traute sie sich bei halben Potenzial etwas vom laufenden Staubsauger zu grabschen. Ich habe natürlich mit den herrlichsten Köstlichkeiten die Wanda kennt, gearbeitet. Jetzt heißt es nur noch weiter aufbauen."
Vielleicht eine Anregung für Hundebesitzer, dessen Vierbeiner von ähnlichen Ängsten geplagt wird.
Der Tipp kommt von Familie Braam aus Holland, bei ihnen wohnt Wanda.
Dies ist nur ein kurzer Anriss über das Thema �ngste. Ich würde mich über Erfahrungsberichte oder weitere Tipps sehr freuen. Diese werden hier an dieser Stelle veröffentlich und würden das Thema komplettieren. Bitte meldet euch dazu unter KONTAKT. Danke!
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