Im Vereinsmagazin des 1. Basenjiklubs Deutschland v. 1977 e. V. "Basenji Buschtrommel" von mir verfasste und veröffentlichte Artikel rund ums Thema "Tierschutz". 

 
                                                  Planet der Affen
 
 
                 Tierschutzgesetz, erster Abschnitt, Grundsatz  § 1
 
Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.
 
Wie bemerkte Prof. Dr. theol. Erich Grässer so treffend:
 
„Tierschutz ist kein Anlass zur Freude, sondern eine Aufforderung sich zu schämen, dass wir ihn überhaupt brauchen.“
 
 
Wie irrwitzig das Ganze ist, wird einem vielleicht dann bewusst, wenn man den Film „Planet der Affen“, eine amerikanische Produktion, gesehen hat. Dort ist unsere Erde etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Nicht der Mensch ist der „Herrscher“ über die Tiere, sondern das Tier, der Affe, herrscht über den Menschen. Dort wird das Thema Menschenschutzgesetz laut und Menschenschützer passen nicht in diese Gesellschaft.
 
Tiere waren und sind stets ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Ich bin mit Haustieren aufgewachsen, habe dies meiner Tochter ermöglicht und sie ermöglicht es ihrem Sohn. Ich glaube, Kinder die mit Tieren aufwachsen sind aufgeschlossener, interessierter, vielleicht auch irgendwie „gesünder“. Lange Zeit bevor ich mich in die Rasse Basenji verliebte, war ich (und bin’s auch heute noch) vernarrt in Katzen. Kaum ein Haustier wurde vom Schicksal so gebeutelt wie unsere Hauskatze. Im alten Ägypten als Gottheit (Bastet) verehrt, bei uns im Mittelalter als Ausgeburt des Satans, als Hexenvertraute bestialisch getötet ...und heute.............................?!!!
 
Hier auf dem Lande haben Katzen ihre Daseinsberechtigung oft nur als Ungeziefervertilger, sind nur nützlich zum Ratten- und Mäusefangen. Unliebsamer Nachwuchs wird einfach weggeräumt, ertränkt oder erschlagen. Wie oft fand ich Kartons/Tüten mit neugeborenen ausgesetzten Katzenwelpen, in Müllcontainern entsorgt. Nachdem mein eigener Katzenhaushalt auf damals 5 Exemplare (heute 4 Katzen und 3 Basenjis) angewachsen war, sämtliche Verwandte, Freunde und Bekannte mit Stubentigern bereits versorgt waren, musste zu „Plan B“ übergegangen werden. Das Übel im Keim ersticken bevor es entstand. Gemeinsam mit Gleichgesinnten, bewaffnet mit Katzenfallen, machten wir uns auf den Weg streunende Kätzinnen, verwahrloste Bauernhofkatzen einzufangen, diese zu kastrieren, zu tätowieren um sie anschl. wieder auf die einzelnen Höfe zu verteilen. Meist in „Nacht- und Nebelaktionen“, SOWAS wird hier nicht gern gesehen. „Was geht euch das an, lasst die Viecher doch in Ruh, wart´s ich helf euch beim Katzenfangen, muss nur noch mein Gewehr holen „ usw., war noch das Harmloseste was wir uns anhören mussten. Aber wir haben uns nicht beirren lassen, haben die Sache durchgezogen und heut freu ich mich, wenn ich „unsere Miezen“ von damals wiederseh. Glückliche und sorglose Samtpfoten, wohlgenährt und nicht ausgemergelt vom ewigen Welpenwerfen. Keine kranken Inzuchtkatzen mehr und keine Angst mehr, wieder irgendwo auf ausgesetzte neugeborene kleine Welpen zu stoßen..........
 
 
Hatani war schon lang in unserer Mitte, er war bereits Deckrüde, Nahla war schon praktisch auf dem Weg zu uns und ich war im Begriff meinen eigenen Zwinger „Yombe`s“ anzumelden.
 
Zu dieser Zeit nahm ich herrenlose, ausgesetzte Hunde/Welpen bei uns auf um ihnen ein Tierheimschicksal zu ersparen, pflegte diese um sie anschl. an gute Plätze weiterzugeben. Teilweise bis zu 6 Stück lebten mit uns, Hatani und unseren Katzen unter einem Dach (siehe meinen Bericht i.d. Buschtrommel 4/03). Aber plötzlich wurden Kommentare laut die mich sehr trafen. „Wie kann man nur Hundewelpen „produzieren“ die alle gleich aussehen, wenn doch unsere Tierheime voll sind“. „Das was du tust ist völlig kontrovers!“ „Man kann nicht auf der einen Seite Hunde züchten und sich andererseits für den Tierschutz engagieren.“
 
Gerade WIR, die wir nach den Regeln des VDH/FCI züchten, die nach den festen Bestimmungen des BKD züchten, handeln nicht konform mit dem Tierschutz????
 
Was ich diesem „so genannten Tierschützer“ zur Antwort gab, möchte ich hier nicht aufführen. Aber woher kommen diese Missverständnisse, warum hat das Wort „Tier/Hundezucht“ für die meisten Tierschützer einen so üblen Nachgeschmack?
 
Schuld daran sind wohl die Medien und die Sensationslust unserer Gesellschaft. Wen interessiert, außer unseren Welpenkäufern, mit welcher Hingabe, mit welchem Verantwortungsbewusstsein wir unserer Arbeit/unserem Hobby nachgehen? Mit welcher Sorgfalt wir unsere Deckrüden auswählen, mit welcher Liebe wir unsere Mutterhündin und ihre Kinder betreuen und mit welchem Spürsinn wir die richtigen Welpenbesitzer für unsere Würfe auswählen oder wie wir uns überhaupt für den gesunden Rassenerhalt einsetzen?
 
Wesentlich spannender ist es doch, wenn in der meist lokalen Presse, nachzulesen ist, dass wieder irgendwo einem „so genannten Züchter“ die Zuchttiere/Welpen wegen nicht artgemäßem Halten oder Verwahrlosung weggenommen wurden. Oder über Umwege und Grenzen, Hundewelpen nach Deutschland gelangen, in Kisten aufgefunden, halb verhungert und krank!
 
Als ich die Welpen meines A-Wurfs abgegeben habe, sagte jemand aus der Nachbarschaft zu mir: „Jetzt habt ihr wohl richtig „Kohle“ gemacht!“ Selten fällt mir nichts mehr ein, aber da war ich sprachlos. Warum kann man heutzutage nichts mehr tun nur der Sache wegen? Warum kann man sich nicht aus reiner „Liebhaberei“ für etwas einsetzen/engagieren, ohne dick „abzusahnen“.  
 
Wichtig ist für uns alle, Aufklärungsarbeit zu leisten. Zu demonstrieren, wie wichtig die Arbeit eines verantwortungsbewussten Züchters für den gesunden Rassenerhalt unserer Hunde ist. Das nicht jeder „Züchter“ auch wirklich ein Züchter ist, dass „schwarze Schafe“ überall zu finden sind.
 
Ich wünsche mir, mehr Verständnis von allen. Mehr Menschen, die mit offenen Augen und Ohren durch das Leben gehen. Tierschützer, die nicht nur in eine Richtung sehen. Vielleicht wird es uns dann auch bewusst, dass wir Menschen in der Evolutionsgeschichte einfach nur mehr „Glück“ hatten und wir hier nicht auf dem „Planet der Affen“ leben müssen.
 
             Karin Teufel
-Tierschutzbeauftragte des BKD-
 
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                                           Weidmanns Heil
                                                 Tierschutzgesetz, Auszug aus dem
                                                         § 4, Töten von Tieren
 
Ein Wirbeltier darf nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Ist die Tötung eines Wirbeltieres ohne Betäubung im Rahmen weidgerechter Ausübung der Jagd oder auf Grund anderer Rechtsvorschriften zulässig oder erfolgt sie im Rahmen der Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, so darf die Tötung nur vorgenommen werden, wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen.
 
Wussten Sie, dass jährlich bei der Jagd über 5 Millionen Wildtiere, darunter auch bedrohte Arten, getötet werden, darunter hunderttausende von Hunden und Katzen als „Freiwild“ abgeschossen werden?
 
War Ihnen bekannt, dass bei der Jagd nach wie vor Fallen eingesetzt werden, in denen die Tiere oftmals über qualvolle Stunden und Tage jämmerlich verenden?
 
Wissen Sie was der St. Hubertustag ist? Anfang November werden bundesweit Messen abgehalten bei denen sich die Jäger ihren kirchlichen Segen für ihr Töten von Millionen von Wildtieren und hunderttausenden von Hunden und Katzen holen.
 
Der Zoologe und Tierfilmer, Dr. Bernhard Grzimek sagte einmal:“ Es hat mir nie eingeleuchtet, was manche Leute für Freude daran haben, Tiere totzuschießen.“
 
Ich lebe mit meiner Familie und meinen „4-beinigen Freunden“ wirklich auf einem wunderschönen Fleckchen Erde. Ich bin absoluter „Natur-Freak“ und genieße das ländliche Leben. Hier kann ich stundenlang mit meinen Basenjis über freie Felder, Wiesen und Wälder laufen ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Dafür aber jeder Menge anderem „Getier“. Rehe, Feldhasen, Wildkaninchen, Fasane ab und zu mal ein Fuchs und seit einiger Zeit sogar Wildschweine. Manchmal kein leichtes Unterfangen, wenn man 3 Basenjis und deren „Jagdtrieb“ an der Leine hat. Wie gerne würde ich sie manchmal ableinen damit sie losdüsen, sich austoben können auf den riesigen Wiesen und Feldern. Aber ich tu es nicht, denn ich hab Angst. Eigentlich keine Angst davor, dass mir mein Rudel stiften geht und anschließend mit „Wildbret“ zu mir zurückkehrt. Auch keine allzu große Angst davor, dass ihnen die Durchfahrtsstraße im Ort zum Verhängnis werden könnte. Nein, ich hab ne mords Angst davor, dass man sie mir abknallt, dass sie der Flinte eines übereifrigen Jägers zum Opfer fallen........
 
Drops war ein absoluter Ausnahmekater. Wenn er von seinen Streifzügen aus den Wäldern nach Hause kam, begrüßte er grundsätzlich zuerst die Hunde und dann den Rest der Familie. Er war Hatanis bester Kumpel. Beim Gassi gehen mit meinem Basenji-Rudel, marschierte er stets mit. Oft gabelte ich ihn auch im Wald auf, dann spazierte er mit mir und den 3 Hunden Richtung Heimat. Ein ungewöhnliches Bild, 3 rot-weiße Basenjis und ein roter Kater im friedlichen Einvernehmen beim gemeinsamen Spaziergang. Am 29.11.06 hab ich ihn das letzte Mal gesehen. Zu dieser Zeit hörten wir  Schüsse knallen aus jedem noch so kleinen Wäldchen und eines dieser kleinen Wäldchens wurde meinem Drops wohl zum Verhängnis.
 
In diesem Zeitraum verschwanden 4 weitere Katzen aus der näheren Nachbarschaft spurlos.
 
Auch in der letzten Jagdsaison 07/08 verschwanden einige Vierbeiner aus unserer Gegend. Jede Menge Suchplakate vermisster Katzen und diesmal sogar von einem kleinen Hund, bestätigen meine Ahnung. An das Märchen von „Tierfängern“ glaubt hier schon lange keiner mehr.
 
Wie wir in Erfahrung brachten, wurden allein in unserer Gegend, von Jägern ca. 80 Schüsse auf „Nicht-Wildtiere“ abgegeben. Was das bedeutet brauche ich wohl nicht näher erläutern.
 
Hier ein Auszug aus dem Jagdschutzgesetz:
 
                                     VII. Abschnitt, Jagdschutz
     Art. 40, Inhalt des Jagdschutzes, Pflicht zur Ausübung des Jagdschutzes.
 
„Der Jagdschutz umfasst auch  den Schutz des Wildes vor Beeinträchtigungen durch dem Jagdrecht nicht unterliegenden Tierarten, soweit diese keinem besonderen Schutz nach Naturschutzgesetz unterstellt sind, sowie aufsichtslosen Hunden und Katzen.“
 
Also: Nur „aufsichtslos“, nicht „wildernd“. Welche Gefahr geht eigentlich überhaupt von einer Katze oder einem aufsichtslosen kleinen Hund für unser Wild aus? Ich fragte dies mal einen Jäger, eine befriedigende Antwort blieb allerdings aus.
 
Ich weiß, dass es durchaus Sinn macht, den natürlichen Wildbestand durch Jäger zu kontrollieren. Auch weiß ich, dass für manche Menschen der Verzehr von Rehrücken mit Preisselbeeren ein absoluter Gaumenschmauss ist, nur frage ich mich..............um welchen Preis?!                            
                                                                                           
 
                Karin Teufel
- Tierschutzbeauftragte des BKD-
 
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Neospora caninum- oder die Angst der Landwirte vor Hundekot
 
 
Hatani war den ersten Sommer bei uns. Er war noch ein kleiner Basenji-Bub und ich spazierte damals gern mit ihm durch den Ort. Ein kleiner Terrier-Mix-Rüde der stets „alleine“ Gassi ging, schloss sich uns mal wieder an. Da dieser kleine Rüde dermaßen von zuviel „Testosteron“ geplagt war und meinen Hatani als willkommenes Opfer sah, versuchte ich natürlich ihn abzuhängen. Da wir uns auf der örtlichen Durchfahrtsstraße befanden, kein Gehweg in Sicht war, der kleine Terrier aber ständig über die Straße lief, flüchtete ich mit Hatani und ihm ein paar Meter in eine wunderschöne Kleewiese.
 
Eh ich mich versah, stand eine äußerst aufgebrachte Landwirtin samt Mistgabel neben mir, fuchtelte wild in der Luft herum und beschimpfte mich. „ Meine Hunde wären schuld daran, wenn ihre Kühe im Stall sterben, immerhin schei..... die hier alles voll!!! „ Ich versuchte ihr zu erklären, dass nur der Hund an der Leine mir gehört und AUSSERDEM  schei.... hier keiner!!!
 
Alle Versuche meinerseits die ältere Dame zu beruhigen schlugen fehl. Da ich keine Lust auf eine nähere Konfrontation mit ihr und ihrer Mistgabel hatte, machte ich mich mit meinen Hunden vom Acker.
 
Mir war aber  klar, warum die Landwirtin (wenn auch völlig unbegründet) so ungehalten war. Sie hatte wahnsinnige Angst vor einer  -NEOSPOROSE- Erkrankung ihrer Kühe.........
 
Neospora caninum, ein einzelliger Parasit, wurde zuerst im Gehirn eines Hundes nachgewiesen. Er befällt hauptsächlich Rinder aber auch Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde und Rehwild.
 
Erst in den späten 80 er Jahren erhielt das Neospora caninum seinen Namen. Rückblickende Untersuchungen haben aber gezeigt, dass diese Erkrankung bereits Ende der 50 er Jahre in den USA auftrat, aber fälschlicherweise mit Toxoplasmose verwechselt wurde.
 
Der Krankheitsverlauf beim Hund  geht einher mit aufsteigender Lähmung in der Hinterhand, evtl. Schluckbeschwerden, Kopfschiefhaltung, Kieferlähmung, Muskelschwäche, Durchfall und Seheinschränkungen. Sind bei der Diagnose andere Erkrankungen wie Toxoplasmose, Staupe, Tollwut, Vergiftung ausgeschlossen, gibt es gute Therapiemöglichkeiten für den Hund.
 
Aber warum werden Bauern/Landwirte so panisch wenn Hunde, vor allem im Frühjahr/Sommer, ihre Wiesen betreten?
 
Hunde dienen dem Parasiten als Zwischenwirt und Endwirt, als einziger bekannter Endwirt kann der Hund also Neospora caninum mit dem Kot ausscheiden. Dieser einzellige Parasit soll Ursache für die hohe Abortrate und Kälbersterblichkeit in Landwirtschaftlichen Betrieben sein. Immer wieder werden durch aufgebauschte Presseberichte und durch Aktionen von Bauernverbänden die Landwirte verunsichert.
 
Allerdings zeigen wissenschaftliche gesicherte Ergebnisse, dass absolut kein Anlass zur Panik gegeben ist und Hundekot, wenn auch ekelig und unhygienisch im Futter von Kühen, kein Grund für die hohe Abortrate bei Kühen ist.
 
Wie aber kommt der Erreger in den Hund?
 
Die direkte Übertragung erfolgt nämlich beim Landwirt selbst! Dessen Hofhund macht sich über die Nachgeburt von infizierten  Kühen her, wird mit Gewebe und rohen Innereien von Schlachtvieh gefüttert. Ebenfalls können sich Jagdhunde infizieren, wenn sie Gewebe oder Innereien von betroffenem Wild fressen.
 
Infizierte Kühe müssen aber nicht zwangsläufig erkranken. Sie können ein Leben lang völlig unauffällig sein, geben aber Neospora caninum mit einer Wahrscheinlichkeitsrate von 90 % an ihre Nachkommen weiter. Wenn also kein einziger Hundehaufen mehr existieren würde, würde dies an der hohen Infektionsrate nichts mehr ändern.
 
In den Jahren von 2001 – 2004 wurden in Deutschland 11.586 Kotproben von Hunden auf Neospora caninum untersucht. Bei lediglich 0,009 % der Proben konnten Neospora-Oozysten nachgewiesen werden. (Oozysten: infektionsfähiges Dauerstadium des Erregers)
 
Eine weitere wissenschaftliche Untersuchung ergab, dass nur dann ein geringes Risiko eines Rinderaborts besteht, wenn während einer ganzen Weidesaison mindestens 87 Hunde ihre gesamte Kotmenge (Tagesmenge) auf diesem Grünlandareal verrichten. Da dies aber wohl völlig unwahrscheinlich ist, daher geht man bei dieser Risikobewertung von einem „worst case Szenario“ aus, ist das tatsächliche Abortrisiko eher noch geringer.
 
Da ich sehr viel Kontakt, privat aber auch beruflich zu Hundebesitzern habe, ist es besonders in dieser Jahreszeit (Frühjahr/Sommer) immer wieder traurig zu hören, wie extrem diese Anfeindungen von manchen Landwirten gegenüber Hundehaltern sind. Mittlerweile existiert dieses Problem nämlich nicht nur in der ländlichen Region sondern ist auch ein Thema bei Haltern von Hunden in der Stadt geworden.
 
Kürzlich, ich war mit meinen 3 Basenjis gemeinsam mit meiner Tochter und ihrer Rottweiler Hündin Kora Gassi. Wir befanden uns auf einer Durchfahrtsstraße um in den nahe gelegenen Wald zu gelangen, hatten unsere Hunde kurz an der Leine als meine Ashaki mal „austreten“ musste. Es war nur ein „kleines Geschäft“ welches meine jüngste Hündin ca. ½ Meter von mir in der Wiese verrichtete. Bei meinem Glück kam natürlich genau in diesem Moment die Wieseninhaberin (Landwirtin) mit ihrem Auto vorbei. Ich glaube, nicht ausführen zu müssen, welche Anschuldigungen wir uns anhören mussten. An ein vernünftiges Gespräch, dass z.B. die Hündin nur „gepieselt“ hat, war nicht zu denken.
 
Trotz dieser Tatsache, dass nachweislich unsere Hunde nicht für das Kälbersterben und die hohe Abortrate in den Kuhställen der Landwirtschaftlichen Betriebe verantwortlich sind, appelliere ich an jeden verantwortungsbewussten Hundehalter dafür zu sorgen, dass sein Hund sein „großes Geschäft“, vor allem im Frühjahr vor „dem 1. Schnitt“ und im Sommer, nicht in Weideflächen verrichtet und wenn doch, den Kotabsatz dementsprechend zu entsorgen. Bei dem Gedanken, dass eine meist im Stall stehende deutsche Milchkuh frisches Weidegras mit Hundekot zu fressen bekommt, wird mir übel.
 
Auch möchte ich eine große Bitte an alle betreffenden Bauern/Landwirte richten, etwas über den „Tellerrand“ hinauszuschauen, lokale Presseberichte sorgfältig zu prüfen und diverse Hetzkampagnen gegenüber Spaziergängern mit Hund noch mal zu überdenken.
 
 
(Für Daten und Fakten „nachgegoogelt“ u.a. tierfreunde.de, tierschutzengel.de, vdh.de/news/hundekot, friedrich-löffler-institut)
 
 
                  Karin Teufel  
 -        Tierschutzbeauftragte des BKD –
 
 
 ------------------------------------------------------------------------------------                            Angst um Kora
 
Am Nikolausabend, so gegen 21:30 Uhr, fuhr meine Tochter gemeinsam mit ihrem Sohn und ihrer Rottweilerhündin Kora von uns nach Haus. Sie wohnt ca. 10 km von uns entfernt. Das „Dachauer Hinterland“ ist sehr kurvenreich und meine Tochter fährt wie der „rasende Ferdinand“.
 
Nachdem sie grad mal 10 Minuten weg war, klingelte das Telefon. „Mama, die Kora ist weg! Ich mach daheim den Kofferraum (Heckklappe des Kombis) auf, kein Hund mehr drin. Der Kofferraum geht nicht mehr zu, der Schnapper muss kaputt sein. Ich glaub, Kora ist mir beim Fahren rausgefallen!“
 
„Um Gottes Willen Kind, das kann auch nur Dir passieren, den eigenen Hund beim Autofahren verlieren! Bist wohl wie der Henker gefahren!“ Schuldzuweisungen waren natürlich völlig fehl am Platz. Wir mussten uns schnell auf die Suche nach Kora machen. Der Hund konnte sich beim Sturz aus dem Auto verletzt haben und liegt irgendwo im Strassengraben. Vielleicht ist sie aber auch von einem anderen Auto an/überfahren worden oder sie wurde als sie in Richtung Heimat lief,  beim Durchqueren eines Wäldchens von Jägern auf der Jagd im Dunkeln mit einem Wildschwein verwechselt ...............oder, oder, gar nicht auszudenken!
 
Ca. 15 Minuten später saßen wir gemeinsam im Auto und begannen unsere Suche nach Kora in eiskalter stockdunkler Nacht.....
 
Wir fuhren die Strecke, bewaffnet mit Taschenlampen, heruntergelassenen Autofensterscheiben, laut „Kora“ rufend, im Schneckentempo ab.
 
„Wir müssen die Polizei anrufen, das Tierheim verständigen, die Jäger anrufen, oje, der Akku in meinem Handy ist leer!“ Typisch, meine Tochter. „ Na klasse, ich hab mein Handy daheim liegenlassen!“ Typisch, für mich.
 
Kora ist ein sehr imposanter Rottweiler, sie ist groß und ausladend, extrem muskulös. Also genau so, wie man sich einen „Kampfhund“ der Kategorie II (in Bayern) der Kampfhundeverordnung vorstellt. Unsere größte Angst war, dass evtl. Passanten in Panik geraten wenn sie auf Kora treffen. Wer möchte schon im Dunkeln einem großen schwarzen Hund ohne Besitzer begegnen. Kora besitzt zwar ein 1 a Negativzeugnis (Wesenstest), aber das Zeugnis trägt sie ja nicht sichtbar um den Hals.
 
Ich dachte an meine 3 Basenjis, die jetzt daheim mit Herrchen und der Katzenschar wohlbehütet auf dem Sofa kuscheln.
 
Ich versuchte meine Tochter zu beruhigen: „Vielleicht hat Kora ja jemand gefunden und mitgenommen und vielleicht ins Tierheim gebracht.“ „Mein Gott Mama, bleib doch bitte realistisch! Was glaubst Du, wer HIER einen Rottweiler einfach mitnimmt?“
 
Man hört und liest soviel über „sogenannte Kampfhundattacken“. Es hätte uns nicht gewundert, wenn man Kora, vielleicht auf ihrem Weg nach Hause, auf irgendeinem Hof oder in irgendeinem Wald einfach in Panik mit Stöcken vertreibt oder sogar erschießt.
 
 
 
Wir waren fast verrückt vor Sorge. Ich musste immer an meine 3 Basenjis denken, wenn mir mal so was passiert.
 
Wenn einer meiner Hunde mal wegrennt. Ich dachte mir aber, so ein kleiner Afrikaner versetzt die Leute wohl nicht gleich in Angst und Schrecken, wenn er herrenlos auf der Straße läuft. Vielleicht würde doch jemand versuchen ihn einzufangen. Aber mal „Hand aufs Herz“ bei einem herrenlosen Rottweiler überlegt man sicherlich zweimal.
 
Auf dem Weg von unserer Ortschaft zum Wohnort meiner Tochter, liegt noch ein weiteres kleines Städtchen. Nach einer scharfen Linkskurve, die mein Kind mal wieder viel zu eng anfuhr, liegt eine Klosterkirche und dort war ein großer Adventsmarkt. Viele Menschen in Weihnachtsstimmung, Glühwein und eine furchtbar laute Musikkapelle. Ich sagte noch zu meiner Tochter: „Wenn Du die Kurve mit dem Hund auf der Ladefläche auch so gefahren bist, dann ist Kora sicherlich hier rausgesegelt.“
 
Wir fuhren im Schritttempo daran vorbei, als wir rechts auf eine Personengruppe von ca. 6-8 Leuten trafen und mittendrin stand völlig unversehrt „Kora“.
 
Blinker raus, in die Parkbucht rein, Motor aus, raus aus dem Auto...........
 
Selten hab ich meine Tochter mit solch feuchten Augen gesehen. Wir erfuhren später, dass sich diese Leute untereinander vorher auch nicht kannten. Die Suche nach dem Besitzer des Hundes „schweißte“ diese Menschengruppe zusammen. Eine junge Frau hat Kora von der Straße geholt, sie wäre fast in ein Auto gelaufen. Eine andere Frau rief sofort den Tierschutz an, ein junger Mann verständigte die Polizei. Ein weiterer Mann holte vom Dackel seiner Tante eine Leine für Kora und noch ein weiterer Mann ließ bereits über die Lautsprecher der Musikkapelle Koras Besitzer ausrufen. Wir erzählten, dass der Hund aus dem Auto gefallen ist, was wohl absolut irre klingt, aber der Tatsache entsprach. (War sicher die scharfe Linkskurve!!!!)
 
Wir waren total sprachlos. Hatten wir doch so eine Angst, dass sich an den Rottweiler niemand rantraut. Jeder streichelte und kraulte den Hund. Wir unterhielten uns noch eine zeitlang, bedankten uns tausendmal und wünschten uns gegenseitig noch eine schöne Adventszeit und ein schönes Weihnachtsfest.
 
Als ich nach Hause kam, schloss ich Hatani, Nahla und Ashaki in die Arme und war überglücklich, dass am Nikolausabend schon so viele Weihnachtsengel unterwegs waren die mitgeholfen haben, meiner Tochter ihre Hündin zurückzubringen. Vor allem aber freu ich mich darüber, dass es noch Menschen gibt, die keine Vorurteile gegenüber mancher Hunderassen haben. Für die in unserer hektischen und manchmal auch etwas  lieblosen Gesellschaft , einfach noch der Tierschutzgedanke zählt. Für die ein Hund einfach nur das ist wofür ihn die Natur geschaffen hat, nämlich „der beste Freund des Menschen“.
 
 
 
              Karin Teufel
-        Tierschutzbeauftragte des BKD –
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                         Basenji-Nothelfer.........unterwegs
 
Als die Basenji-Nothilfe Mitte Januar auf der HP des BKD ans „Netz“ ging, unser Basenji-Nothilfe-Team komplett besetzt war und praktisch an den Startlöchern wartete , passierte zuerst ...........gar nichts! Schöner ruhiger Ehrenamtsjob, abgesehen von ein paar Telefonaten und emails dachte ich, aber das änderte sich schnell.
Mitte März erreichte mich der erste Notruf. Eine 5-jährige rot/weiße Basenji-Hündin aus Leipzig brauchte dringend eine neue Familie. Ihr Besitzer war schwer erkrankt und konnte sich somit nicht mehr ausreichend um die hübsche „Alisha“ kümmern. Ich unterhielt mich ausgiebig mit der „abgebenden Familie“, erklärte wie unsere Nothilfe funktioniert, Vermittlungsauftrag und Schutzvertrag und war sehr betroffen wegen der Umstände warum die Hündin einen neuen Platz sucht. Ich erklärte der Familie, dass sich nun ein ebenfalls ehrenamtlicher Mitarbeiter aus meinem Team mit ihnen in Verbindung setzt um Näheres zu besprechen. Ich bat die Familie um ein paar Fotos und einige Informationen zum Wesen des Hundes.
Da die Hündin in Sachsen, also in den Bundesländern im Osten lebte, das Gebiet territorial zu Andreas Ziemer gehört, rief ich diesen auch sofort an. „Andreas, wir haben unseren ersten Fall in der Nothilfe“. Ich machte Andreas „schlau“ und bat ihn, Kontakt mit der Familie aufzunehmen, was Andreas natürlich auch sofort tat.
Am Tag darauf erhielt ich bereits Fotos von der Hündin. Ich leitete die Bilder und eine Kurzbeschreibung an Friedhelm Grewe weiter, der somit gleich die Basenji-Nothilfe Seite „Wir suchen ein Zuhause“ damit füllte.
Ca. 2-3 Tage später meldete sich der erste Anrufer für diese Hündin. Eine Dame aus dem Berliner Raum zeigte Interesse. Ich erzählte ihr einiges über diese Hündin, bat sie um ihre Telefonnummer und teilte ihr mit, dass sich nun Herr Ziemer, er lebt ja in Berlin,  in den nächsten Tagen bei ihr melden wird.
Anja Dietze war Alisha und ihre Familie bekannt. Nach einem Telefonat mit Andreas und Anja war diese sofort bereit, den Basenji-Vermittlungsauftrag persönlich zu überbringen. Ich faxte das blanko Formular an Andreas, er leitete es an Anja weiter. Am 25.03.09 wurde der erste Vermittlungsauftrag ausgefüllt und unterschrieben.
Nun meldete sich ein zweiter Interessent für „unsere“ Hündin in der Notvermittlung. Ein liebes Ehepaar, ebenfalls aus Sachsen, dessen Basenji kürzlich gestorben ist, wollten die Hündin ebenfalls adoptieren. „Tut mir so leid, aber „Alisha“ ist bereits vermittelt“, teilte ich den Interessenten am Telefon mit. Bat aber dennoch um ihre Telefon Nummer, falls sich demnächst in der Nothilfe wieder „was tut“.
Am nächsten Tag erhielt ich einen Anruf von Andreas. „Du Karin, die Interessentin für Alisha ist uns grad abgesprungen, wir hatten schon paar mal miteinander gesprochen, aber plötzlich hat sie sich anders entschieden.“ Ich war wie vor den Kopf gestoßen, alle Arbeit umsonst? Ich sagte zu Andreas: „Macht aber nichts, denn ich habe noch einen weiteren Interessenten für Alisha“.
Ich nahm sofort Kontakt mit den zweiten Interessenten auf. Sie waren zwar erstaunt, warum das mit der anderen Vermittlung nicht funktioniert hat aber überglücklich, denn nun stand dem Einzug von Alisha bei ihnen praktisch nichts mehr im Weg. Ich leitete alle Daten der neuen Interessenten wieder an Andreas weiter, der sich dann auch gleich mit der Familie in Verbindung setzte.
Andreas erklärte sich bereit, die Hündin von ihrer abgebenden Familie abzuholen und ihren neuen Besitzern zu überbringen. Ich telefonierte noch oft mit Andreas. Ich hatte etwas Angst, wegen der Fahrerei, ein fremder Basenji im Auto, an einen Transport mit Box war Alisha nicht gewohnt. Man musste die extreme Stresssituation des Hundes bedenken, der lange Fahrweg und, und, und.....
Am 04.04. machte sich dann Andreas auf die Reise. Von Berlin nach Leipzig um Alisha abzuholen, weiter Richtung Zittau im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien zu den neuen stolzen Besitzern von Alisha und abends wieder nach Berlin. 12 Stunden war er dafür unterwegs, alles hat tadellos geklappt und die ganze Mühe hat gelohnt. Alisha hat ein wundervolles neues Zuhause bekommen, die Bilder auf der Basenji-Nothilfe-Seite „Wir haben es gefunden“, sprechen für sich...............
Andreas pflegt auch jetzt noch den Kontakt mit Alisha`s neuer Familie.
Praktisch Zeitgleich erreichte mich der zweite Notruf. Aufgrund einer schwierigen familiären Situation musste ein rot/weißer Rüde abgegeben werden. Nach einem langen Telefonat mit der abgebenden Familie, setzte ich mich mit Heike Föllscher (ihr Gebiet) in Verbindung. Nachdem ich ihr von dem Rüden und den Umständen erzählte, hatte Heike auch schon einen eventuellen Interessenten im Kopf..........
Es standen noch einige Telefonate an, den Vermittlungsauftrag der abgebenden Familie erhielt ich sofort auf dem Postweg, der Rüde kam mit Fotos und Kurzbeschreibung auf die Vermittlungsseite. Ich war ständig mit Heike in Kontakt,.......tja und auch hier lief alles wie am „Schnürchen“.
Am 13.04. 09 hielt der Rüde Einzug in sein neues Zuhause. Er hat ein liebes neues Frauchen bekommen und .............Heike wohnt praktisch ums Eck.
Auch für diesen Rüden meldeten sich noch andere Interessenten bei mir. Immer wieder erhalte ich Anrufe oder emails von lieben Menschen, die einem in notgeratenen Basenji ein neues Zuhause geben wollen.
Ich habe alle Anfragen in meinem Leitz-Ordner „BKD-Basenji-Nothilfe und Tierschutz“ aufbewahrt. Wenn mich wieder ein Notruf ereilt, bin ich jetzt schon gut „gerüstet“.
Und außerdem habe ich ein „tolles Team“.
Danke an Euch.
 
              Karin Teufel
-Tierschutzbeauftragte des BKD-
--------------------------------------------------------------------------------------Bis Mitte Juni verhielt es sich wieder „schön“ ruhig in der Basenji-Nothilfe. Klasse dachte ich, die Basenji-Welt ist scheinbar in Ordnung............            

 

Über Verwandtschaftsverhältnisse oder die „Sache mit Belay“

.......dann erreichte mich die email einer Dame aus dem bayerischen Raum, die ihre 6 Monate alte rot/weiße Basenjihündin wegen „Zeitmangel ???“ abgeben musste. Nachdem ich erfuhr, dass genau diese Hündin bereits per Internet-Inserat für € 300 verkauft werden sollte, nahm ich telefonischen Kontakt zu ihr auf.

Sie erklärte mir, dass die Züchterin den Hund nach einigem Hin- und Her bereits wieder zurückgenommen hat. Auf meine Frage was denn nun der wirkliche Grund für die Rückgabe des Hundes wäre erklärte sie mir, dass es wohl Verhaltensprobleme bei „Bathia“ wären. Wir telefonierten eine  Zeit lang. Irgendwie war es aber meiner Gesprächspartnerin wohl nicht bekannt, dass Hunde (wie jedes andere Haustier auch!) nicht als Spielkameraden für kleine Kinder (in diesem Haushalt 4) angeschafft werden sollten. Manche Hunde (und ich glaube, Basenjis im Besonderen) möchten nicht ständig rumgetragen und festgehalten werden und verzeihen ein „Schwänzchen- oder Öhrchenziehen“ nicht  immer unbedingt. Nach dieser schlimmen  Basenjierfahrung ist das Thema „Hund“  in dieser Familie nun vollständig vom Tisch. Dem Himmel sei Dank!

Ich forschte dennoch weiter und erfuhr, dass Bathia von einem Züchter aus Bayern stammt der nicht nach den Richtlinien des VDH/BKD züchtet und dass diese Hündin noch dazu eine Ur-Enkelin von meinem Rüden Hatani ist.

Keine 2 Wochen später, es war genau der 2. Juli gegen 15:00 Uhr, erreichte mich der Anruf  einer lieben besorgten Dame, ebenfalls aus dem bayerischen Raum, die mir erklärte, sie habe eine „Tier-Service-Agentur“ und vor ca. 2 Stunden einen 7 Monate alten rot/weißen Basenjirüden aus einer kleinen Etagenwohnung geholt. Momentan war ich total „baff“. „Wieso, warum, was ist mit dem Hund und, und, und....“ wollte ich wissen. Frau Schiff Inhaberin dieser Agentur erklärte mir, „Belay`s“ Herrchen ist schwer erkrankt, der Notarzt war bereits vor Ort. In seiner Not hätte Belay`s Besitzer wohl bei ihr, da sie im selben Wohnort lebt, um Hilfe gesucht. Von einem Basenji-Klub oder gar einer Basenji-Nothilfe wusste er nichts. Wie traurig!

Frau Schiff nimmt zeitweilig Pflegehunde auf, nennt selbst ein paar Exemplare als ihr „Eigen“ und betreibt eigentlich eine Auffangstation für Zwergkaninchen aus dem Tierschutz (ist doch ein optimaler Platz für einen Basenji, oder?). Da der Rüde wohl ein etwas anderes Verhalten an den Tag legte als es Frau Schiff von anderen Pflegehunden gewohnt war, Belay ist in ihr Haus gefetzt wie „Hans-Dampf-in-allen-Gassen“, gab ich ihr einen Crash-Kurs in Sachen Basenji.

Der Gesundheitszustand von Belay`s Besitzer war zu diesem Zeitpunkt noch nicht völlig klar. Da Frau Schiff  Belay aus verschiedenen terminlichen Gründen  nur kurzfristig betreuen konnte, landete der Rüde mit Foto und Kurzbeschreibung auf der Suche nach einem vorübergehenden Pflegeplatz auf der Basenji-Nothilfe-Seite.

Belay stammt ebenfalls aus Bayern. Sein Züchter gehört nicht dem BKD an. Wie ich in Erfahrung bringen konnte, ist Belay ein Enkel von Hatani. Ganz schön viel unbekannte Verwandtschaft innerhalb so kurzer Zeit.

Ich gebe zu, ich bin „Vieltelefonierer“ aber von diesem Zeitpunkt an hing ich nur noch an der Strippe.

Belay „überredete“ Frau Schiff, dass er nicht mit den anderen Hunden im Hundezimmer schlafen möchte, sondern lieber bei ihr im Schlafzimmer nächtigen will (wo sollte ein Basenji auch sonst schlafen?). Auch ein kleiner Spaziergang über den Wohnzimmertisch sei ja wohl gestattet, oder?

Der Gesundheitszustand von Belay`s Besitzer verschlechterte sich drastisch. Ich nahm Kontakt zu seinem Sohn auf. Wir sprachen sehr lange miteinander. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass Belay`s Herrchen seinem Sohn eine Vollmacht erteilt hat um einen festen und endgültigen Platz für den Rüden zu suchen da er sich wohl nie wieder im vollem Umfang um Belay kümmern kann.

Also änderten wir unsere Pflegeplatzanzeige in der Nothilfe kurzerhand um. Es musste alles schnell gehen, Frau Schiff von der Tier-Service-Agentur hatte Termindruck und Belay musste in ein paar Tagen vermittelt sein.

Ich stöberte in meinem Leitz-Ordner der Basenji-Nothilfe wo ich Anfragen von Interessenten für in notgeratene Basenjis abgeheftet hatte als mich just in diesem Moment eine email von Familie Müller aus der Nähe von Kaiserslautern erreichte. Sie hatten sich seinerzeit schon für „Kimba“ aus der Notvermittlung interessiert. Keine Stunde später telefonierten wir miteinander.

Familie Müller hatte aber nun bereits einen 7 Monate alten rot/weißen Basenjirüden, ebenfalls aus dem bayerischen Raum (von wo denn sonst?) gekauft, natürlich ebenfalls aus einer nicht VDH/BKD Zucht. Was soll ich sagen, der Rüde von Familie Müller ist wiederum ein Ur-Enkel von meinem Hatani.

Da „Bartu“ der Rüde der Familie kein Einzelbasenji bleiben soll, möchten sie gerne Belay aus der Nothilfe adoptieren. Ich war sehr erfreut darüber aber etwas skeptisch, 2 junge Basenjirüden deren Testosteronschub nicht mehr lange auf sich warten lässt aneinander zu gewöhnen, schien mir nicht ganz so einfach.

Ich nahm wiederum Kontakt zu Frau Schiff und zum Sohn von Belay`s Besitzer auf. Klärte beide Parteien  über die Sachlage auf denn die Zeit saß mir im Nacken, aber wir mussten die Probe aufs Exempel wagen.

Wir suchten nach einem Tag an dem wir „Alle“ Zeit hatten! Der Sohn von Belay`s Besitzer der mitten im Umzug war, wollte sich von dem kleinen Rüden verabschieden. Außerdem musste ich von ihm noch den Vermittlungsauftrag unterzeichnen lassen. Frau Schiff hatte genügend Arbeit mit ihren Tierschutz-Kaninchen, Familie Müller hatte einen langen Fahrweg und auch ich musste ausreichend Zeit aufbringen. Wir konnten uns auf Sonntag den 12.07.09 einigen. Belay war zu diesem Zeitpunkt nur 9 volle Tage in der Basenji-Nothilfe-Vermittlung!

Ich wollte eine Zusammenführung im angenehmen Rahmen von Belay und Bartu arrangieren. Immerhin sind die beiden Basenjibuben Großcousins (oder so ähnlich, jedenfalls). Ich war auf der Suche nach einem eingezäunten Hundeplatz, meine 3 Basenjis sollten mit vor Ort sein damit sich die „Sache“ nicht nur auf die beiden Jungrüden konzentriert. Leider sind Sonntag Mittag viele Hundeplätze bereits für Agility-Training oder ähnliches vergeben. Es schien aussichtslos! Frau Schiff hatte da mehr Glück und konnte für unser Treffen einen Hundeplatz in ihrer Umgebung für 2 Stunden unentgeltlich während der Mittagszeit reservieren.

Tja, wir waren alle pünktlich vor Ort und es lief alles bestens. Fotos von der Familienzusammenführung können in der Basenji-Nothilfe-Seite unter „Wir haben es gefunden“ begutachtet werden. Belay konnte zum ersten Mal in seinem Leben das tun was Basenjis so sehr lieben, nämlich rennen, rennen, rennen..... Sein Besitzer konnte ihm dies aufgrund seines schon länger andauernden schlechten Gesundheitszustandes nie ermöglichen.

Familie Müller fuhr, nach Unterzeichnung des Basenji-Schutzvertrages, gemeinsam mit Belay und Bartu in ihre Heimat. Ich freu mich immer wieder auf ein Telefongespräch mit den „Müllers“, wenn sie mir von den Aktivitäten ihrer Basenjis berichten. Außerdem freu ich mich, dass wir auf diesem Weg neue Vereinsmitglieder gewonnen haben.

Auch bin ich noch zeitweilig mit Frau Schiff in Kontakt. Bei unseren Telefonaten zeigt sich immer wieder wie wichtig Tierschutzarbeit ist, wie schlimm manche Erfahrungen daraus sein können und wie schön Erfolge sind.

Was mir aber ganz sicher in der „Sache mit Belay“ aufgezeigt wurde ist, wie wichtig es für uns Züchter im Verband des VDH/FCI/BKD ist, Aufklärungsarbeit zu leisten. Nicht nur, dass unsere Zuchthunde alle erforderlichen Gesundheitsuntersuchungen haben (bei manchen Züchtern sogar darüber hinaus), man bei Basenjiwelpen aus der Zucht des 1.Basenjiklubs Deutschland v. 1977 e.V. das „Rundumsorglospaket“ erhält. Selbstverständlich kann es jeden Züchter auch aus dem BKD treffen, dass eine Welpe/Hund aufgrund Krankheit, familiärer Probleme einen neuen Platz sucht.

Aber „unsere“ Welpenkäufer sollen sich bei solchen Problemen niemals allein gelassen fühlen. Wir klären unsere Welpeninteressenten über alle „Ecken und Kanten“ des Basenjis auf, wir erklären wie „ein Basenji tickt“ damit ein Zusammenleben mit diesen faszinierenden Hunden immer ein positives Erlebnis sein wird.

 

          Karin Teufel

-Tierschutzbeauftragte des BKD-

 

Nachtrag: Nach Fertigstellung des Artikels erfuhr ich, dass sich Belay`s Züchter über den ehemaligen Besitzer bzw. bei Frau Schiff nach dem Verbleib des Rüden erkundigt hat. Der Züchter wurde an die Basenji-Nothilfe verwiesen. Bis Redaktionsschluss hat er aber keinen Kontakt zu mir aufgenommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 

 


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