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          DER WILDE WESTEN

 

 

                              

                                             

 

Die Viehwirtschaft
Kleidung der Cowboys
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Cowboys waren keine reichen Männer. So besaßen sie nur das, was sie auf dem Pferd transportieren konnten und was sie am Leibe trugen. Während des Trecks hatten sie keine Möglichkeit, - sei es aus Platzgründen und wegen ihrer geringen finanziellen Mittel - ihre Arbeitskleidung zu wechseln oder zu reinigen. Erst nachdem die Viehherden in den Rinderstädten abgeliefert wurden, leisteten sie sich neue Kleidung. Allenfalls für Tanzabende in der freien Zeit nach dem Viehtreiben besaßen sie etwas feinere Ausgehkleidung, die sie in der Stadt aufbewahrten.

Unterwäsche

Die Unterwäsche der Cowboys bestand aus einem meist rosafarbenen Einteiler, der mit einer durchgehenden Knopfleiste versehen war. Insbesondere dieser Einteiler wurde während des Trecks selten gewechselt. Er war Unterwäsche und Schlafanzug zugleich.

Hemd und Weste

Das Material der Hemden bestand entweder aus Baumwolle für den Sommer oder aus Schurwolle für den Winter. Es waren einfache Kleidungstücke ohne Kragen und ohne irgendeiner Verzierung. Sie waren entweder gestreift oder kariert.

Die Westen hielten zwar zusätzlich warm, sie hatten aber auch einen praktischen Nutzen, da in ihnen tiefe Taschen eingenäht waren, in denen die Cowboys kleinere Gegenstände wie Geldbörse, Tabaksbeutel, Taschenmesser oder Bleistifte unterbringen konnten. In den Hosen befanden sich zwar auch Taschen, da es aber schwierig war, auf dem

Das Halztuch

Auch das Halstuch hatte hauptsächlich einen praktischen Nutzen. Es diente zum einen als Staubschutz, den insbesondere die so genannten Dragrider hinter der Herde benutzten, um den aufwühlenden Staub nicht schlucken zu müssen, zum anderen wurde es als Taschentuch, Schweißtuch, Aderpresse, Wundtuch oder Sonnenschutz verwendet. Da das Halstuch während des Trecks nur ein zweckmäßiges Kleidungsstück war, bestand es nur aus einem viereckigen Stück Baumwolle. In der Freizeit trugen die Cowboys aber auch bunt bedruckte Halstücher, die so genannten Bandanna.

Der Cowboyhut

Eines der markantesten Merkmale eines Cowboys im Wilden Westen war sein Cowboyhut. Er entwickelte sich aus dem mexikanischen Sombrero und bestand aus grauen oder braunem Fils. Die breite Krempe schützte den Cowboy mehr recht als schlecht vor Regen und Sonne. Der Hut wurde aber auch zweckentfremdet. So wurde er als Wassertränke für Mensch und Tier verwendet, oder als Fächer für das Lagerfeuer.

Stetson-Cowboyhut Stetson-Cowboyhut

Anfangs waren die damaligen Hüte dem rauem Klima aber kaum gewachsen. Insbesondere Regen verformten die Hüte derart, dass man sie kaum noch benutzten konnte. Später experimentierte John Stetson - Goldsucher in Colorado - mit zahlreichen Hutmodellen. Aber erst, nachdem er bei seiner Goldsuche Glück hatte, ließ er sich im Jahre 1865 in Philadelphia nieder, und mietete sich für 100 Dollar einen kleinen Raum. Außerdem verschaffte er sich die Geräte, die er für eine Hutproduktion benötigte. Hier entstand im Laufe der Zeit der typische Cowboyhut, mit seiner breiten Krempe, die wie eine Wasserrinne wirkte, und den Cowboy und Goldgräber nun wirklich vor Regen schützte.

Die Hose

Die bekanntesten Hosen der Cowboys waren die Blue Jeans, die von dem deutschen Levi Strauss hergestellt wurden. Dieser hatte schnell erkannt, das die kalifornischen Goldgräber strapazierfähige Hosen benötigten, da ihre Baumwollhosen nicht sehr haltbar waren und schnell kaputt gingen. Baumwollhosen trugen Anfangs auch die Cowboys, bevor sie die Jeans kennen lernten. Damit die Hosen nicht so schnell durchscheuerten, waren diese am Gesäß und an den Schenkel mit Leder verstärkt. Sie mussten eng an der Hüfte anliegen, da die Cowboys weder Hosenträger - sie scheuerten an den Schultern - noch Gürtel trugen.

Die Chaps

Oft wurden über die Hose die so genannten Chaps gezogen. Hierbei handelte es sich um ledernde Beinkleider ohne Gesäß, die die Beine vor den Hörnern der Rinder oder Dornengebüsche schützen sollten. Neben den engen Chaps gab es auch weit geschnittene, die dann zusätzlich die Flanken der Pferde schützten. (Siehe Bild)

Chaps
Chaps

In kältere Gegenden trugen die Cowboys Chaps aus Ziegenhaar. Diese hatten aber den Nachteil, das sie sich bei Regen mit Wasser voll sogen und dadurch sehr schwer wurden. Außerdem sonderten sie bei Feuchtigkeit einen übelen Geruch ab.

Die Cowboystiefel

Neben dem Sattel waren die Stiefel die teuersten Besitztümer des Cowboys. Ein gutes Paar Stiefel kostete bis zu 30 Dollar. Cowboystiefel Während Anfangs die Absätze relativ flach waren, wurden sie Mitte des 19. Jahrhunderts immer höher. Das hatte den Vorteil, dass man beim Reiten nicht so leicht aus den Steigbügel rutschte. Die Sohle des Schuhwerks war ziemlich dünn, damit der Cowboy die Steigbügel fühlen konnte. Außerdem liefen die Stiefel vorne spitz zu. Auch das hatte seinen Sinn. Der Cowboy konnte so schnell in die Steigbügel einsteigen und wieder herauskommen. Der hohe Schaft der Stiefel verhinderte, dass Schmutz hineinfallen konnte. Da die Stiefel - wie oben schon erwähnt - sehr teuer waren, schliefen einige Cowboys auch darin, und viele sollen auch darin beerdigt worden sein, was den Friedhöfen der Rinderstädte auch den Namen Boot Hill - Stiefelhügel - einbrachte.

 

 

 

                                Die Waffen im Wilden Westen                                          

 

 

Kein anderes technisches Gerät hat den Wilden Westen so geprägt wie die Feuerwaffe. Sie gehörte bei den Mountain Men, den Siedlern und den Cowboys zum Alltag, wie ein ganz normales Werkzeug. Eine Abscheu vor Waffen, wie es in Europa der Fall war, wo in der Regel nur die Regierung eines Landes die Macht über das Waffenarsenal hatte, kannten die Menschen im Wilden Westen nicht. Jeder hatte und hat auch heute noch das Recht, eine Waffe zu tragen bzw. zu besitzen. Im Wilden Westen war die Waffe ein unentbehrliches Instrument für die Nahrungsbeschaffung und der Verteidigung gegen Banditen und Räuber. Ein Revolver oder ein Gewehr wurde als Werkzeug angesehen, so wie eine Axt oder ein Hammer. Erst als die Zeit der Revolvermänner aufkam, änderte sich der Bild der Feuerwaffen. Durch die Verbesserung der Technik war eine wesentlich höhere Schussgenauigkeit möglich. Viele Männer wurden dank ihrer Waffen berühmt, weil sie damit in mehr oder weniger fairen Duellen andere Männer getötet haben. Nun war die Waffen ein Symbol für Heldentum und Bewunderung.

Die bekanntesten Waffen, die man auch aus vielen Hollywoodfilmen kennt, waren der Colt Revolver und das Repetiergewehr, Marke Winchester. Dennoch gab es auch eine ganze Reihe von älteren Waffensystemen, die zumindest vom Namen her bekannte sind. So war beispielsweise die Pennsylvania- bzw. die Kentucky Rifle eine berühmte Steinschlosswaffe. Auch die Hawken Rifle, die zu den Perkussionswaffen zählt, war eine berühmte Waffe. Die Sharp-Rifle, die Henry-Rifle, dass Spencer-Gewehr und der Deringer, sind ebenfalls bekannte Namen aus dieser Zeit

 

 

                                Die Steinschlossgewehre

 

Die ersten "moderneren" Schusswaffen, die im 18. Jahrhundert im Wilden Westens eingeführt wurden, waren Steinschlossgewehre, bei denen ein Feuerstein beim Aufschlag auf einen Platte (Batterieplatte) einen Funken erzeugte, der das Pulver in der Pulverpfanne entzündete. Dieses Zündpulver entfachte wiederum das Schießpulver im Lauf. Es gab zwar schon zuvor Lunten-, Rad- und Schnappschlosswaffen, die deutsche Pirschbüchse, die zu den Steinschlossgewehren zählte, wurde aber von den damaligen Jägern und Trappern bevorzugt. Der wesentliche Unterschied zu ihren Vorgängern war der, dass das Pulver in der Pulverpfanne durch einen Deckel vor Wind und mehr oder weniger auch vor Feuchtigkeit geschützt war. Erst beim Abzug wurde der Deckel durch den Hahn geöffnet, wobei hierbei gleichzeitig auch der Zündfunke erzeugt wurde. Die deutsche Pirschbüchse wurde von deutschsprachigen Pionieren in Pennsylvania eingeführt und verfügte noch über eine weitere Besonderheit: Den gezogenen Lauf.

Hierbei wurden in dem fertigen Lauf spiralförmige Züge eingeschnitten, die dafür sorgten, dass sich die Kugel nach dem Abschuss innerhalb des Laufes vom Boden bis zur Mündung einmal drehte. Durch diese Drehung, die von der Kugel auch während des Fluges beibehalten wurde, konnte eine größere Treffergenauigkeit erzielt werden. Wichtig hierbei war aber, dass die Kugel einen festen Kontakt zur Laufwandung hatte, um zum einen den nötigen Drall zu erhalten und zum anderen den Verlust an Gasdruck möglichst gering zu halten. Man verwendete deshalb einen mit Hirschfett getränkten Lappen, in dem die Kugel eingewickelt war. Dieses "Schusspflaster" sorgte für die oben erwähnten Voraussetzungen und hatte noch den Vorteil, dass der Lauf nach jedem Schuss von Pulverrückständen befreit wurde, so dass die Treffergenauigkeit beibehalten werden konnte.

 

Die deutsche Pirschbüchse war mit ihrem Gewicht von über 5 kg sehr schwer. Die verschiedenen Modelle verschossen Kugeln von ca. 15 bis 18 mm (Kaliber .60 bis .70). In Europa wurde sie vorwiegend für die Jagd verwendet, wofür sie auch vollkommen ausreichte, denn sie musste nicht über weite Strecken mitgeschleppt werden, da die jeweiligen Jagdreviere in der Nähe lagen. Es wurde aufgelegt geschossen und die Ziele befanden sich in einer Entfernung von unter 100 Meter.

Funktionsprinzip des Steinschlosses: Animiertes Gif, ca. 65  KB
Funktionsprinzip des Steinschlosses - Animiertes Gif, ca. 65 KB

In Amerika sah die Sache aber schon anders aus. Zwar wurde die Pirschbüchse Anfangs gerne benutzt, aber schon bald wurde der Ruf nach leichtere Büchsen laut. Die Jäger und Trapper waren oft mehrere Monate unterwegs, und sie benötigten eine Waffe, die sie ständig mit sich führen konnten.

So entwickelten die deutschstämmigen Büchsenmacher die Pennsylvania-Rifle. Sie war nur noch halb so schwer wie die Pirschbüchse, hatte aber einen längeren Lauf. Dieser erlaubte eine hohe Treffsicherheit auf Ziele, die bis zu 200 Meter entfernt waren. Außerdem verschoss sie Kugel mit einen Durchmesser von 11,4 mm (Kaliber .45).

Durch dieses kleinere Kaliber konnte der Jäger wesentlich mehr Munition und Pulver mit sich führen, was in den Wäldern sehr wichtig war. Im Schaft, der bis zur Mündung reichte, um den Lauf zu schützen, befand sich die so genannte Patchbox. In ihr wurden die Schusspflaster aufbewahrt.

Nachdem Daniel Boone 1771 von seinen Streifzügen durch die Jagdgründe Kentuckys zurückgekehrt war, und von seinen Abenteuern erzählte, waren die Pioniere in Virginia und Pennsylvania so begeistert von seinen Berichten, dass sie sich schnell dazu entschlossen, ebenfalls in diese Gebiete zu ziehen.

 

Durch den erbitterten Widerstand der Indianer gegen die Weißen, wurde die Nachfrage nach Pennsylvania-Rifle immer größer. Mittlerweile wurden die Modelle mehr und mehr verbessert. Dadurch, dass die Gewehre in Pennsylvania hergestellt wurden und das es in Kentucky an Ersatzteile fehlte, musste die Handhabung wesentlich vereinfacht werden, damit die Siedler in der Lage waren, die Gewehre selber zu reparieren. So wurde beispielsweise der Schlossmechanismus so vereinfacht, dass es bei der Instandsetzung kaum noch Probleme gab.

Da die Gewehre am häufigsten in den Jagdgebieten von Kentucky verwendet wurden, setzte sich bald die Bezeichnung "Kentucky-Rifle" für diese Waffe durch. Die Indianer hatten dank der präzisen Kentucky-Rifle kaum eine Chance gegen die Weißen. So dauerte es nicht lange, bis die Gebiete vollständig besiedelt waren.

Nachdem der Präsident Thomas Jefferson von Napoleon Bonaparte das 800000 Quadratmeilen große Gebiet von Louisiana gekauft hatte, schickte er eine Expedition unter der Führung von Lewis und Clark in dieses Land, um die Nordwestpassage zu suchen. Hierbei ebneten sie den Weg für zukünftige Pelztierjäger und Trapper, die nur darauf aus waren, den großen und kostbaren Biberpelzbestand in diesem Gebiet auszubeuten. Tausende von Pionieren bewaffneten sich nun mit der Kentucky-Rifle und so gelangte diese immer tiefer in den Westen. Auch Indianerstämme wurden nun mit diesen Feuerwaffen versorgt.

Die Kentucky-Rifle
Die Kentucky-Rifle

Die harten Bedingungen in den Plains zwischen dem Missouri und den Rocky Mountains stellten aber neue Anforderungen an die Feuerwaffen. So wurde von einem gewissen Jake Hawken, der in St. Louis als Büchsenmacher tätig war, ein noch robusteres Gewehr hergestellt, das nun wieder ein größeres Kaliber hatte und dessen Lauf aus Eisen und nicht mehr aus Stahl war.

Durch das weichere Material vertrug das Gewehr jetzt verschiedenen Pulverladungen besser. Der Drall der Züge vollzog nun keine ganze, sonder nur noch eine dreiviertel Umdrehung. Dadurch konnten große Pulverladungen verwendet werden, wodurch sich die Reichweite bei gleichbleibender Treffsicherheit erhöhte. Dafür lag das Gewicht aber wieder bei ca. 5 kg. Das Gewehr erhielt die Bezeichnung Plain Rifle.

 

                               Die Frauen im Wilden Westen

 

Die Frauen der Bleichgesichter

Im Wilden Westen dominierte die rauhe Männerwelt. Frauen waren ehe selten anzutreffen. So schätzt man, dass in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Kalifornien der Frauenanteil bei nicht einmal 10 Prozent lag. Frau im Wilden Westen Aus diesem Grunde waren sie auch so begehrt, dass selbst die Unscheinbarste unter die Haube kam. Oft suchten sich die Männer ihre Frauen per Heiratsannonce, um ihr dann eine Fahrkarte zu schicken, in der Hoffnung, dass sie dann auch wirklich Anreisen würde. Wenn eine Frau anwesend war, verwandelten sich die härtesten Raufbolde in zuvorkommende Gentlemans. Viele Männer waren Cowboys, die über mehrere Monate keine Frau zu Gesicht bekamen. Wenn sie in den Rinderstädten dann doch einige antrafen, dann behandelten sie diese mit Respekt und mit schon fast übertriebener Höflichkeit. Die Männer des Westens waren die perfekten Kavaliere, und wer sich gegenüber Frauen nicht benahm oder diese sogar belästigte, dessen Stunden waren gezählt. Obwohl es an Frauen mangelte, gab es einige mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten, die ihren Platz in der Geschichte des Wilden Westens erobert haben. Dazu gehörten z. B. die Pioniersfrauen, die ein hartes und entbehrungsreiches Leben führten.

 

 

 

Dann gab es die brave Bürgersfrau, die jeden Sonntag in die Kirche ging und bei der sich die Männer besonders respektvoll verhielten. Andere, mit einen weniger guten Ruf, waren die Mädchen, die sich mit Cowboys und Goldsuchern abgaben. Sie arbeiteten häufig in Saloons und verdienten sich ihren Unterhalt als Sängerinnen, Tänzerinnen und Prostituierte. Wieder andere, die man im Allgemeinen als Flintenweiber bezeichnet, zogen mit Banditen durch den Westen und waren sogar selber an Raubzügen beteiligt.

Die Frauen der Indianer

Die Bezeichnung "Squaw" für die Frau bei den nordamerikanischen Indianern wurde von den weißen Einwanderern geprägt. Der Ursprung dieses Wortes stammt von einem Stamm der Algonkin, der sich Narragansett nannte. Indianerfrau mit Kind Diese bezeichneten ihre Frauen als "Eskwaw". Die amerikanischen Ureinwohner selber, benutzten das Wort "Squaw" nie. Es erhielt mit der Zeit sogar eine negative Bedeutung, und wurde für eine Frau zum Schimpfwort. Die Rolle der Frau bei den meisten Indianerstämmen war so, wie man sie heute kaum akzeptieren würde. Sie wurde zwar geachtet, galt aber als Eigentum der Männer, denen sie sich fügen musste. War der Ehemann unterwegs, musste sie dem Vater oder dem älteren Bruder gehorchen. Ihr Hauptaufgabe in der Gesellschaft der Indianer war die Rolle als Hausfrau und Mutter. Essen bereiten, Brot backen, Feuerholz und Wurzeln suchen, sowie Büffelhäute gerben und Büffelfleisch in mundgerechte Portionen zerteilen, gehörten zu den relativ einfachen Aufgaben, die sie zu bewältigen hatten. Sie musste aber auch Schwerstarbeit verrichten. Dazu gehörte beispielsweise das Bestellen der Felder bei sengender Hitze, und das Einholen der Ernte für ihre ganze Familie. Eine weitere Aufgabe der Frau lag darin, die Tipis aufzustellen und auch wieder abzubauen.

Als Mutter sorgte sie liebevoll für ihre Kinder. Gleichzeitig war sie aber auch deren Lehrerin. Sie unterrichtete ihre Kinder in der Sprache, klärte sie über die religiösen Sitten des Stammes auf, und erzog sie zu abgehärtete Menschen, damit sie sich in der Wildnis behaupten konnten. Die Indianerfrau entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer wahren Künstlerin. Das Flechten von Körben, Töpfern und insbesondere das Weben von Tüchern und Decken beherrschte sie mit einer vollkommenen Perfektion. Sie fertigte aus Felle und Leder Kleidungsstücke, und verzierte sie mit kunstvollen Stickereien.

Die Männer beteiligten sich nie an der Hausarbeit. Sie waren nur für die Jagd und den Krieg zuständig, was für die Frauen so gut wie nie in Frage kam. Allerdings bewiesen die Frauen bei vielen Stämmen einen zweifelhaften Einfallsreichtum, wenn es darum ging, Gefangene zu martern und schließlich zu töten.

 

Die "Untertan-Rolle" der Frau war bei fast allen Stämmen im Wilden Westen wiederzufinden. Es gab aber auch Ausnahmen. Der einzige nordamerikanische Indianerstamm, bei dem die Männer Feldarbeit leisteten, war der Stamm der Pueblo. Und bei den Irokesen hatte die Frau sogar eine höhere Stellung. So kontrollierte sie die Wahl des Häuptlings, und konnte diesen auch wieder absetzten, wenn er seine Leistung nicht erbrachte. Außerdem waren Behausung - bei den Irokesen waren es die so genannten Langhäuser - und Felder Eigentum der Frau. Im Gegensatz zu den vielen berühmten Häuptlingen, gab es bei den Indianerfrauen nur wenige Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit bekannt wurden. Eine Ausnahme war Sacajawea, die bei der Lewis- und Clark-Expedition vieles für das Gelingen beitrug. So war es ihr zu verdanken, dass das erste Treffen zwischen den Expeditionsmitgliedern und den Shoshonen friedliche verlief

 

 

                                     Die Perkussionsgewehre

 

Im 18. Jahrhundert hatte die Kentucky Rifle mit ihrem Steinschloss viele Jahrzehnte einen hervorragenden Ruf bei Trappern, Jägern und Siedler. Sie war robust und lieferte für damalige Verhältnisse eine präzise Schussleistung. Wie alle Gewehre mit Steinschloss, war sie aber sehr empfindlich gegenüber Wind und Wetter. Zwar schützte der Deckel der Pulverpfanne das Zündpulver vor Verwehungen, ideal war das aber nicht, denn das Füllen der Pfanne war bei starken Wind nicht gerade einfach. Auch gegen Feuchtigkeit war das Pulver nur mäßig geschützt, und bei Regen war ein Schießen sowieso nicht möglich. Außerdem musste der Feuerstein ständig angespitzt werden, damit dieser ausreichend Funken erzeugen konnte. Und wenn ein Schuss abgegeben wurde, musste der Schütze durch die Stichflamme des Zündpulvers sehen.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts experimentierten mehrere Männer mit Chemikalien, die sich durch einen Schlag oder Stoß (lateinisch = percussio) entzünden ließen. Im Jahre 1805 füllte der Pfarrer Alexander Forsyth - der sich in seiner Freizeit mit dem Schießwesen beschäftigte - Kaliumchloratpulver in einen kleinen Behälter, der die Form einer Parfümflasche hatte. Diesen Behälter befestigte er so an einen Gewehrlauf, dass ein kleiner Kanal durch den Lauf bis zur Treibladung reichte. Beim Auslösen des Hahns, traf dieser auf einen Schlagstift, der wiederum in das Pulver getrieben wurde. Dieses Pulver erzeugt dabei eine Stichflamme, die wiederum die Treibladung entzündete. Das Pulver in dem Behälter wurde bei einem Schuss nicht vollständig verwendet, da nur immer ein kleiner Teil durch drehen des Behälters für die Zündung freigegeben wurde. So konnten mehrere Schüsse mit einer Füllung abgegeben werde. Obwohl Forsyth sein Zündschloss im Jahre 1807 patentieren ließ, setzte sich seine Erfindung nicht durch.

 

Später bekamen die Zündchemikalien eine feste Umhüllung für Einzelschüsse. Es wurden Zündplättchen und Zündkapselstreifen erfunden. Richtig durchgesetzt hat sich aber die Konstruktion des Zündhütchens. Es ist nicht bekannt, wer diese Erfindung zuerst gemacht hat. Im Jahre 1815 experimentierte z. B. ein gewisser Joshua Shaw mit einer Paste aus Knallquecksilber und Kaliumchlorat. Dabei entdeckte er die explosionsartige Wirkung, wenn die Chemikalien einen Stoß erhielten. Daraufhin stellte er kleine Zündhütchen aus Hartzinn her, an deren Innenfläche des Deckels die Zündmasse befestigt war. Diese versiegelte er dann mit einer Zinnscheibe und schließlich mit wasserdichten Schellack.

Funktionsprinzip des Perkussionsschlosses - Animiertes Gif
Funktionsprinzip des Perkussionsschlosses - Animiertes Gif

Nun hatte man ein Zündmechanismus, der ohne Zündpfanne auskam, die beim Steinschloss ja für so viele Nachteile verantwortlich war. Die Stichflamme des Zündhütchens löste direkt die Zündung der Treibladung aus. Das Zündhütchen selber war wasserdicht. Der Hahn konnte in zwei Stellungen gebracht werden. Bei der ersten Stellung (Ruherast) wurde das Zündhütchen auf einen Piston aufgesetzt. Durch die Ruherast wurde ein unbeabsichtigtes Auslösen des Schusses vermieden. Dann wurde der Hahn ganz zurückgezogen (Spannrast). Beim Abzug erfolgte schließlich die Zündung. Das Schloss, das nun in der Folgezeit verwendet wurde, nannte man Perkussionsschloss.

Die Hawken-Rifle

Sam und Jake Hawkens gehörten zu den ersten Büchsenmachern, die das neue Zündprinzip verwendeten. Sie bauten die berühmte Hawken-Rifles, die auch als Mountain-Rifle bekannt wurde. Der Name Hawken wurde so bekannt, dass nun jedes Vorderladergewehr "Hawken" genannt wurde. Viele Trapper und Jäger rüsteten sich jetzt mit dieser Waffe aus.

 

 

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