Atwater-Rhodes, Amelia
In
den Wäldern tiefer Nacht
Roman
Originaltitel: In the Forests of the Night; Übersetzung:
Alexandra Witjes
Ullstein 2000
ISBN 3-548-24833-0
Taschenbuch, 133 Seiten
Diesen Roman verfaßte Atwater-Rhodes im zarten Alter von
dreizehn Jahren, und dazu ist nur zu sagen: Alle Achtung. Die
Vampirin Risika sieht sich plötzlich wieder ihrem geliebt-gehaßten
Schöpfer gegenüber, der sie vor dreihundert Jahren unsterblich
machte.
Note
3
Die
Nacht der Dämonen
Roman
Originaltitel: Demon in My View; Übersetzung: Alexandra
Wietjes
Ullstein 2002
ISBN 3-548-25413-6
Taschenbuch, 158
Die außenseiterische Teenagerin Jessica (offenbar das Alter Ego
der Autorin) hat einen Vampirroman geschrieben. Was sie nicht weiß:
Ihr Buch basiert auf der Wahrheit. Neu-Chaos, die Stadt der
Vampire, und alle von ihr beschriebenen Charaktere existieren
wirklich. Als die Vampire Kontakt zu Jessica aufnehmen, schreitet
die junge Hexe Caryn ein, deren Clan die Aufgabe hat, die Vampire
von den Menschen fernzuhalten. Doch Jessica ist bereits zu sehr
fasziniert von den Geschöpfen der Nacht...
Note 4
Baker,
Nancy
Blutgesang
Roman
Originaltitel: The Night Inside;
Übersetzung: Heinz Nagel
Bastei Lübbe 1995
ISBN 3-404-12291-7
Taschenbuch, 364 Seiten
Gut geschrieben, sexy, aber schlecht übersetzt.
Note 1
Blut und Chrysanthemen
Roman
Originaltitel: Blood and Chrysanthemums;
Übersetzung: Heinz Zwack
Bastei-Lübbe 1997
ISBN 3-404-12642-4
Taschenbuch, 332 Seiten
Note 2
Der Vamp
Roman
Originaltitel: A Terrible Beauty;
Übersetzung: Anne Pollmann
Ullstein 1997
ISBN 3-548-24313-4
Taschenbuch, 435 Seiten
Ein wenig zu viel Gepienze für meinen Geschmack;
die Vampirromane um Ardeth und Rossokow (s.o.) gefallen mir
besser.
Note 3
Beck,
Simon Rhys
Ewiges Blut
Roman
dead soft 2000
ISBN 3-934442-00-5
Taschenbuch, 252 Seiten
Anne Rices "Vampire Chronicles" in ihrer
übelsten Porno-Version. Der Vampirlord Alexander de Dahomey
verliebt sich in den sterblichen Brian Dupont und macht ihn zu
einem Vampir. Zuvor jedoch läßt er Brian mit Virginia, die
Alexander vergöttert, ein Kind zeugen. Als Dritten im Bunde nehmen
sie schließlich den minderjährigen Luxusstricher Gabriel auf. Doch
das (extrem bekannt anmutende) Familienidyll hält nicht lange vor:
Der mysteriöse "Kreis von Merrick" macht Jagd auf die
Jäger der Nacht, inklusiver schwuler Vergewaltigung, Telefonterror
et cetera. Als diese Gefahr gebannt ist, sieht sich Alexander
plötzlich der "Altehrwürdigen" Mayra gegenüber, die ihn
schon einmal unter ihre Macht zwingen wollte, und Brian wird von
einem Zirkel satanistischer Jungvampire gekidnappt...
Eine Analyse des Romans ergab über zwei Seiten
Stichworte zu Ähnlichkeiten oder gar Übereinstimmungen mit Rices
Vampirchroniken. Das ganze Machwerk ist uninspiriert
zusammengestopselt und gehört eindeutig zu den (leider ausufernd
zahlreichen) schlechtestgeschriebenen Vampirbüchern. Beispiel (S.
35):
"Ist wahrscheinlich das beste. Aber ich möchte
nicht den Eindruck einer Henne machen, die sich um ihre Küken
sorgt."
"Machst du auch nicht. Ich wette, sie freut
sich, daß du besorgt bist, wie es ihr geht."
Monica erhob sich aus ihrem Sessel und holte das
Telefon ins Wohnzimmer. Dann wählte sie Virginias Nummer.
Virginia machte einen verwirrten Eindruck, als
Monica sich meldete.
"Wie geht es dir?"
"Wieso?"
"Weil du so einen merkwürdigen Eindruck
machst", sagte Monica verunsichert und schaltete den
Lautsprecher ein, so daß Joey mithören konnte.
"Du rufst bei mir an, um mir zu sagen, daß ich
einen merkwürdigen Eindruck mache?"
Note 5
Julians süßes Blut
Roman
dead soft 2000
ISBN 3-934442-02-1
Taschenbuch, 229 Seiten
Genauso schauerlich schlechte, wenn nicht gar
schlechtere Fortsetzung, diesmal mit einer Prise Poppy Z.
Brite.
Virginia ist bei einem Autounfall ums Leben
gekommen, so daß Julian, den Brian kurz vor seiner Vampirisierung
vor sechzehn Jahren mit ihr gezeugt hat, nun in dessen Obhut kommt.
Unter dem Einfluß der sinnlichen Kreaturen, besonders Alexanders
und Gabriels, sammelt er erste sexuelle Erfahrungen. Doch es ist
sein eigener Vater, den er am meisten begehrt. Alexander wagt nun
endlich auch den Vorstoß und kontaktiert seine Familie...
Mann oh Mann. Die Faszination Vampir lebt von der
sublimierten Erotik des Themas. Fickereien im regelmäßigen
Zwanzig-Seiten-Abstand sind nicht sublim.
Note 6
Behm,
Marc
Das Eismädchen
Roman
Originaltitel: The Ice Maiden; Übersetzung:
Stephan Steeger; auch: Die Vampire von New York
Serie Piper Skyline 1994
Taschenbuch, 205 Seiten
ISBN 3-492-11764-3
Krude und offensichtlich nicht ganz ernst gemeint.
Geschmackssache.
Note 4
Billson,
Anne
Biß für Biß
Roman
Originaltitel: Suckers. Bleeding London Dry;
Übersetzung: Janka Panskus
Goldmann 1994
ISBN 3-442-08121-1
Taschenbuch, 320 Seiten
In der Modebranche fühlen Vampire sich offenbar
heimisch. Dora befürchtet, daß sie von dort aus die Weltherrschaft
an sich reißen wollen... Gar nicht schlecht, streckenweise sehr
witzig.
Als in einem angesagten Modemagazin vampireske
Fotostrecken auftauchen, befürchten Dora Vale,
"Kreativberaterin", und ihr Jugendfreund Duncan, daß die
Vampirin Violet wieder aufgetaucht ist - obwohl sie sie vor
dreizehn Jahren zerstückelt und über das Stadtgebiet von London
verstreut haben. Mehr und mehr karrieregeile Yuppies mit
ausschließlich schwarzer Garderobe und Leichenteint tummeln sich
des nachts auf den Straßen. Und auch Duncan beginnt, sich
merkwürdig zu verhalten...
Dieses Buch könnte Ihnen gefallen, wenn Sie
Lange Zähne von Christopher Moore mochten.
Note 2
Binnemann,
Ines u. Baglieri, Oliver
Der Gayal
Ubooks 2004
ISBN 3935798989
Hardcover, 175 Seiten
Borrmann,
Norbert
Vampirismus oder die Sehnsucht nach
Unsterblichkeit
Sachbuch
Diederichs 1998
ISBN 3-424-01351-x
Hardcover, 366 Seiten
Note 2
Brite, Poppy
Z.
Verlorene Seelen
Roman
Originaltitel: Lost Souls; Übersetzung: Inge
Holm
Bastei Lübbe 1992
ISBN 3-404-13417-6
Taschenbuch, 349 Seiten
Für alle, die sich mal wieder so richtig mies
fühlen wollen. Alle Achtung, die Brite kann schreiben!
Note 1
Collins,
Nancy A.
Ganz in Schwarz
Roman
Originaltitel: Paint it Black; Übersetzung:
Caspar Holz
Goldmann 1995
ISBN 3-442-43064-x
Taschenbuch, 280 Seiten
Sonja Blue ist dank einiger Cross-Over-Romane mit
Vampire: The Masquerade bei Rollenspielern sehr beliebt.
Allgemein ziemlich brutal und eher mittelmäßig,
Geschmackssache.
Note 3
Constantine,
Storm
Schattengräber
Roman
Originaltitel: Burying the Shadow;
Übersetzung: Christian Mähr
Heyne 1995
ISBN 3-453-08534-5
Taschenbuch, 669 Seiten
Recht wirrer Versuch, eine Parallelwelt aufzubauen.
Der/die Autor/in begeht den erzählerischen Fehler, zu viel zu
erklären statt zu zeigen, daher streckenweise extrem zäh (zu
elaboriert für einen Band).
Dieses Buch könnte Ihnen gefallen, wenn Sie
Engel der Nacht von M.A. Pierce mochten.
Note 3
Eliade,
Mircea
Fräulein Christine
Roman
Originaltitel: Domnisoara Christina;
Übersetzung: Edith Silbermann
Suhrkamp 1980
ISBN ----
Hardcover, 219 Seiten
Vampire oder Gespenster, worum geht´s hier
eigentlich? Gruselroman im alten Stil.
Note 2
Elrod, Pat
N.
Der rote Tod
Roman
Originaltitel: Red Death; Übersetzung: Jutta
Swietlinski
Festa 2002
ISBN 3-935822-36-7
Taschenbuch, 379 Seiten
Gähn! Noch eine Anne Rice-Kopie...
Dieses Buch könnte Ihnen gefallen, wenn Sie Anne
Rices Vampirchroniken mochten.
Note 3
Flocke,
Petra
Vampirinnen
Sachbuch/ Dissertation
Konkursbuch 1999
ISBN 3-88769-137-7
Taschenbuch, 191 Seiten
Giles,
Raymond
Nacht der Vampire
Roman
Originaltitel: Night of the Vampire;
Übersetzung: Gretl Friedmann
Heyne 1973
ISBN 3-453-00335-7
Taschenbuch, 125 Seiten
Eigentlich geht´s um
Werwölfe, Vampire tauchen nur sporadisch auf.
Ganz nett, schön kurz, genau das Richtige für eine Bahnfahrt.
Note 3
Haley,
Wendy
Schatten über Eden
Roman
Originaltitel: This Dark Paradise;
Übersetzung: Ulla Ziemann
Goldmann 2001
ISBN ----
Hardcover, 350 Seiten
Rosamunde Pilcher in Vampirisch: Liebe, Intrigen,
Leidenschaft.
Dieses Buch könnte Ihnen gefallen, wenn Sie Das
Blut der Liebe von Freda Warrington mochten.
Note 3
Fluch über Eden
Roman
Originaltitel: These Fallen Angels;
Übersetzung: Ulla Ziemann
Goldmann 2001
ISBN ----
Hardcover, 345 Seiten
Fortsetzung von Schatten über Eden - also
ein Fürstenroman zur Nachtzeit.
Note 3
Hambly,
Barbara
Jagd der Vampire
Roman
Originaltitel: Those Who Hunt The Night;
Übersetzung: Ute Thiemann
Bastei Lübbe 1996
ISBN 3-404-13384-6
Taschenbuch, 350 Seiten
Einer der besten modernen Vampirromane; Hambly weiß
einfach, wie man schreibt. Cover fehl am Platze (Illustration zu
Stokers Roman Dracula).
England zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Das Leben
Lydia Ashers dient dem dreihundertfünfzigjährigen Vampir Don Simon
Ysidro als Geisel für die Dienste ihres Gatten, des Ex-Spions James
Asher. Ysidro benötigt seine Hilfe, um gegen einen Unbekannten
vorzugehen, der tagsüber die Verstecke der Londoner Vampire öffnet,
so daß deren Körper im Tageslicht zu Asche zerfallen. Natürlich
willigt Asher auch in den Handel ein, weil er vorhat, seinerseits
Maßnahmen gegen die Vampire einzuleiten. Er und Lydia beginnen mit
Nachforschungen und finden heraus, daß im Zeitalter der
Industrialisierung untote Mörder nicht die schlimmsten Wesen
sind.
Ein Werk, dem die Balance zwischen Vampir- und Kriminalroman
hervorragend gelingt. Ich fand großen Gefallen an Hamblys
plastischer Darstellungsweise: Die Vampire sind dermaßen
vampirisch, der Londoner Nebel so was von neblig, daß die Lektüre
zu einem echten Genuß wird. Jagd der Vampire ist überaus
stimmungsvoll, spannend und birgt eine überraschende Auflösung. Es
verwundert nicht, daß die Leser des Magazins "Locus"
dieses Buch zum besten unheimlichen Roman des Jahres wählten.
Der Lebenslauf der US-Amerikanerin Barbara Hambly liest sich wie
der eines Universalgenies: Universitätsdozentin, Modell, technische
Redakteurin, Karatelehrerin. Außer der Jagd und deren
Fortsetzung Gefährten des Todes verfaßte sie mehrere
Fantasy- und Historienromane,darunter Die Entführung auf dem
Quirinal, und schrieb Drehbücher für die TV-Serie Die Schöne
und das Biest.
Dieses Buch könnte Ihnen gefallen, wenn Sie Fiebertraum
von G.R.R. Martin mochten.
Note 1
Gefährten des Todes
Roman
Originaltitel: Travelling with the Dead;
Übersetzung: Barbara Röhl
Bastei-Lübbe 1999
ISBN 3-404-14178-4
Taschenbuch, 447 Seiten
Fortsetzung von Jagd der Vampire, nicht ganz
so originell, aber immer noch hinreißend gut geschrieben.
Ein Jahr nach den Ereignissen von Jagd der
Vampire erfährt James Asher zufällig, daß sich der Londoner
Vampir Charles Farren, Earl of Ernchester, mit einem
österreichischen Geheimagenten verbündet hat. In dem Wissen, daß
Österreich niemals ein so mächtiges Geschöpf wie einen Vampir für
seine militärischen und politischen Zwecke gewinnen darf, reist
Asher den beiden kurzentschlossen über Paris nach Wien und weiter
bis Konstantinopel nach. Besorgt macht seine Ehefrau Lydia den
Vampir Don Simon ausfindig und überzeugt ihn, mit ihr nach James
und Charles Farren zu suchen ? unter der Bedingung, daß Lydia eine
Anstandsdame mit auf Reisen nimmt. Auch Anthea Farren, die schöne,
unsterbliche Gemahlin des Earls of Ernchester, wird Teil der
Verfolgungsjagd. Weshalb wird James in Konstantinopel
gefangengehalten, welche Rolle spielt der Earl im undurchsichtigen
Spiel der Geheimdienste, und wem ist überhaupt noch zu trauen?
Gefährten des Todes, knapp doppelt so dick wie sein
Vorgänger, bietet ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern.
Charaktere und Beziehungen werden vertieft. Hambly knüpft
allerdings mehr an die Dracula-Tradition der Verfolgungsjagden
durch ganz Europa an, darum ist dieser Roman insgesamt schneller
und bewegungsreicher als Jagd der Vampire. Der Hintergrund
des drohenden ersten Weltkriegs gestaltet die Handlung auch
wesentlich komplexer als die des ersten Teils. Leider verfällt die
Autorin ansatzweise in Klischees, was zu vermeiden ihr in Jagd
der Vampire völlig gelang. Trotzdem steht dieses Buch der
Jagd in Sachen Spannung und Schreibweise in nichts nach,
auch wenn sich das Ende als nicht ganz so großer Knalleffekt
entpuppt. Am aufregendsten ist es, die Figuren aus Jagd der
Vampire besser kennenzulernen.
Note 2
Hohlbein, Wolfgang
Die Chronik der Unsterblichen. Buch 1: Am
Abgrund
Roman
VGS 1999
ISBN 3-8025-2608-2
Hardcover, 359 Seiten
Mittelmäßig geschrieben, schlecht
lektoriert und als Hardcover eindeutig überteuert.
Flache Charaktere in einer von "Highlander" gestohlenen
Storyline, was viele Fans nicht hindert, die Serie zu lieben.
Note 4
Die Chronik der Unsterblichen. Buch 2: Der
Vampyr
Roman
VGS 2000
ISBN 3-8025-2667-8
Hardcover, 349 Seiten
Mittelmaß Band 2.
Note 4
Die Chronik der Unsterblichen. Buch 3: Der
Todesstoss
Roman
VGS 2001
ISBN 3-8025-2771-2
Hardcover, 405 Seiten
Wie viel Mittelmaß braucht es, um auf der Skala
"Schlecht" zu erreichen?
Note 4
Die Chronik der Unsterblichen. Band 4: Der
Untergang
Roman
VGS 2002
ISBN 3-8025-2798-4
Hardcover, 405 Seiten
Nachdem die Serie auf mittlerweile sechs Bände
angeschwollen ist, schätze ich, es nützt nichts, Hohlbein um ihre
Einstellung zu bitten.
Note 4
Dunkel
Roman
Bastei Lübbe 2001
ISBN 3-404-14478-3
Taschenbuch, 479 Seiten
Typisches vom Fließbandproduzenten Hohlbein.
Jan Feller, freier Fotograf, erleidet auf der
Toilette des Kinos einen Herzanfall - und das, obwohl er gerade mal
32 Lenze zählt. Seitdem verfolgen ihn schattenhafte Gestalten, von
denen eine furchtbare Bedrohung auszugehen scheint. Das Unheimliche
hält peu a peu Einzug in Jans Realität, nicht zuletzt in Gestalt
von Vera, einer jungen Obdachlosen, die Jan vor einem Unfalltod
bewahrt und sich im Gegenzug in seiner Wohnung häuslich einrichtet.
Menschen sterben in Jans Umgebung, zumeist an mysteriösen
Herzattacken. Auch Katrin, Jans Verlobte, schwebt in Gefahr. So
dauert es nicht lange, bis weitaus weltlichere Probleme auftauchen:
Die Polizei verdächtigt Jan. Doch dessen Sorge gilt dem brutalen
Schattenwesen, das sein Leben zu zerstören trachtet...
Hohlbein, der "deutsche Meister der Spannung"
(Klappentext), eröffnet uns seine Ansichten über Energievampirismus
- also keine spitzen Eckzähne. Nett zu lesende Dutzendware mit
einigen interessanten Ansätzen, allerdings meines Erachtens nach um
mindestens die Hälfte zu lang. Der Lektor scheint stellenweise
nicht ganz bei der Sache gewesen zu sein, mit dem Streichen
sämtlicher Wiederholungen hätte man das Tempo des (nicht
unspannenden) Romans rasanter gestalten können. Die Auflösung wird
im Vergleich dazu glatt ein bißchen zu schludrig abgehandelt.
Lesefutter für eine lange Bahnfahrt, weniger
geeignet für einen Krankenhausaufenthalt, da recht blutig und
knochenbruchträchtig. Und eine bemerkenswerte neue Variante des
Themas "Zum Vampir in nur zwei Wochen".
Note 3
Holland,
Tom
Der Vampir
Roman
Originaltitel: The Vampyre; Übersetzung:
Wolfdietrich Müller
ECON 1996
ISBN 3-612-27200-4
Taschenbuch, 432 Seiten
Warum macht alle Welt so ein Gedöns um Hollands
Romane? Die sind krude und eher stümperhaft geschrieben.
Note 4
Das Erbe des Vampirs
Roman
Originaltitel: Supping With Panthers;
Übersetzung: Wolfdietrich Müller
ECON 2000
ISBN 3-612-25261-5
Taschenbuch, 429 Seiten
1888, London. Lady Mowberley bittet Dr. Eliot, den
Verbleib ihres Gatten Sir George Mowberley ausfindig zu machen; sie
weiß um die Untreue ihres Mannes. Dr. Eliot, Arzt und Erforscher
einer mysteriösen Blutkrankheit in Indien, findet zusammen mit
Abraham Stoker heraus, daß Mowberleys Verhältnis Lilah
offensichtlich dessen Gesetzesentwurf bezüglich britischen
Territoriums in Indien beeinflussen will. Da taucht der Vampir Lord
Ruthven auf und drängt Dr. Eliot, ein Heilmittel gegen die
Vampirkrankheit zu finden. Mit Hilfe Professors Jyoti Huree nimmt
der Doktor den Kampf gegen Lilahs Machenschaften auf, doch auch er
verfällt der geheimnisvollen Schönheit...
Obwohl mir Das Erbe des Vampirs besser gefallen hat als
sein Vorgänger Der Vampir, ist es immer noch weit davon
entfernt, gut zu sein. Während Der Vampir einfach nur
langweilig zu lesen war, gestaltet sich das Erbe dermaßen
kompliziert (und vor allem konfus), daß es den Leser ärgerlich und
unbefriedigt zurückläßt - wenn er den nicht eben schlanken Schmöker
überhaupt durchhält. Die Idee, sämtliche Schauerromanfiguren des
19. Jahrhunderts in einen einzigen Roman zu packen (Holland bedient
sich unter anderem bei Dracula, Sherlock Holmes, Jack the Ripper,
dem Vampyr Lord Ruthven und der Insel des Dr. Moreau; selbst
Oscar Wilde muß einen unfreiwilligen Gastauftritt verschmerzen),
wurde bereits von Kim Newman in Anno Dracula mit
erheblich größerer Geschicklichkeit umgesetzt. Beim Erbe
jedoch erscheint das Ergebnis als bemühtes, aus dem Ruder
gelaufenes Experiment.
Note
4
Die Botschaft des Vampirs
Roman
Originaltitel: Deliver Us From Evil;
Übersetzung: Wolfdietrich Müller
ECON 1998
ISBN 3-612-27514-3
Taschenbuch, 578 Seiten
Im England des 17. Jahrhunderts wird der kleine Ort
Woodton von dem unheimlichen Sir Charles Wolverton geknechtet; ganz
in der Nähe geschehen an berüchtigten Orten wie Stonehenge
Ritualmorde, offenbar beschwört jemand den Teufel. Der kleine
Robert Foxe verliert seine Eltern und wird selbst beinahe getötet -
von einer gruseligen Gestalt, die er für die Wiederverkörperung
Satans hält und die ihn vergewaltigt. Lady Helen und ihr Begleiter
Lightborn, beides Vampire, nehmen den Jungen auf und verleihen ihm
seinen neuen Namen: Robert Lovelace. Doch trotz aller Reisen in der
alten und neuen Welt, selbst vom britischen Königspalast zieht es
Robert, auf der Suche nach seiner Kindheitsfreundin Emily und vom
Wunsch nach Rache für den Tod seiner Eltern beseelt, wieder zurück
in seinen verfluchten Heimatort...
Der dritte Teil von Hollands Vampir-Trilogie ist so abstrus, wie
man es mittlerweile von diesem Autor gewöhnt ist: Verworren und
überladen, nur diesmal im antiquiert angehauchten Schreibstil.
Darüber hinaus haben die drei Teile inhaltlich nichts miteinander
zu tun. In dem vorliegenden Band findet man schwangere Männer und
magische Mann-zur-Frau-Operationen irgendwo zwischen Stonehenge und
Prag ebenso wie Paradise Lost, den Golem und die Pest und
Feuersbrunst von London 1666. Man kann eben doch kein Buch allein
mit Anspielungen auf Bekanntes und ein paar Ekligkeiten füllen und
erwarten, daß es dadurch gut wird.
Bemerkenswert schlecht ist auch der vollkommen aus der Luft
gegriffene deutsche Titel.
Note 5