Freundschaft
Es ist Nacht
und mein Herz kommt zu dir,
hälts nicht aus,
hälts nicht aus mehr bei mir.
Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein
dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.
Baum am Mittag
Rings alles still - wohin man horcht und späht,
Im schatt´gen Walde, wie auf lichter Flur;
Nicht einmal eines einz`gen Vogels Laut,
Kein Blattgesäusel, keines Hauches Wehen,
Denn die Natur hält ihren Oden an.
Weißglühend senkt die Sonne scheitelrecht
Ihr Strahlenmeer herab aufs stille all,
Und kein Gewölk am ganzen Horizont
erspäht der Blick,nur eine weiße Flocke
Hängt leuchtend dort, ganzeinsam, wie verloren,
Ganz regungslos im glühenden Azur.
"Es schlummert Pan", so redeten sie einst.
Seid stille, stört den Geist des Waldes nicht."
Nun aber ist er tot, der alte Pan
Und mit ihm sind gestorben der Dryaden
wie der Najadan gütige Gestalten,
Die schützend tief im Walde Wohnenden,
In grüner, quelldurchrauschter Einsamkeit,
Dahin die ganze alte schöne Welt.
Du aber, Mensch, befolge noch das Wort;
Sei still in wunderbarer Mittagszeit,
Daß du den Traum des Waldes nimmer störst
Durch wüsten Lärm, und laß die Arbeit ruhen
Und ruhe selbst und träume.Es ist süß,
Ganz aufzugehen in das große Schweigen
Und eines zu werden mit der Natur.
Nur nicht aus Liebe weinen
Es ist ja ganz gleich wen wir lieben
und wer uns das Herz einmal bricht.
Wir werden vom Schicksal getrieben
und das Ende ist immer Verzicht.
Wir glauben und hoffen und denken,
dass einmal ein wunder geschieht.
Doch wenn wir uns dann verschenken,
ist es das alte Lied:
Nur nicht aus Liebe weinen,
es gibt auf Erden nicht nur den einen,
es gibt soviele auf dieser Welt,
ich liebe jeden, der mir gefällt.
und darum will ich heut dir gehören.
Du sollst mir treue und Liebe schwören.
wenn ich auch fühle, es muß ja Lüge sein,
ich lüge auch und bin Dein.
Wir kamen von Süden und Norden
mit Herzen so fremd und so stumm.
So bin ich die deine geworden,
und ich kann Dir nicht sagen Warum.
Denn alsich mich an Dich verloren,
hab ich eines anderen gedacht.
So ward die Lüge geboren,
schon in der ersten Nacht.
Nur nicht au8s Liebe weinen,
es gibt auf Erden nicht nur den einen,
esgibt soviele auf dieser Welt,
ich liebe jeden, der mir gefällt.
Und darum will ich heut Dir gehören.
Du sollst mir Treue und Liebe schwören.
wenn ich auch fühle, es muss ja Lüge sein,
ich lüge auch und bin Dein.
Das Lachen
Höre oh Freund und Bruder: Wenn Du ein Kamel hast,
so habe acht, es langsam zu führen, denn du musst an
seine weichen Füsse denken, denen die harten
Bergwege Schmerz bereiten, da sie an den weichen
Wüstensand gewohnt sind. Wenn du ein Pferd hast,
lasse dich leicht sein auf seinem Rücken, dass es
dich wie eine Wolke fühle und daher fliege gleich
dem Wind. Wenndu einen Gedanken hast, oh Freund
und Bruder, so lasse ihn leise schreiten, mit des
Kamels weichen Fusses, lasse ihn daherbrausen mit
des edlen Pferdes heisser Hast und bleibe du selbst
verborgen wie in einer Wolke. Wenn du aber in
deinem Geiste eine wunderbare Lüge birgst, so mache
aus ihr ein Gedicht oder ein Lachen oder beides,
und reite schnell - denn wer ein
Lachen bringt mit dem Atem einer Lüge, bringt ein Geschenk.
Sterne und Träume
Weißt Du noch,
wie ich Dir die Sterne vom Himmel
holen wollte,
um uns einen Traum zu erfüllen?
Aber
Du meintest,
sie hingen fiel zu hoch...!
Gestern
strecke ich mich zufällig
dem Himmel entgegen,
und ein stern fiel
in meine Hand hinein.
Er war noch warm
und zeigte mir,
daß Träume vielleicht nicht sofort
in Erfüllung gehen;
aber irgendwann...?!
- Markus Bomhard -