
Tiere als Therapie
Siqua beginnt am 17. Jänner 2005 die Therapiehundeausbildung. Diese besteht aus insgesamt 3 Modulen. Hier werdet ihr ständig am Laufenden gehalten, was es diesbezüglich neues gibt.
Modul 1
1.Tag
Der heutige Tag begann mit einer kurzen Vorstellung des TAT-Teams und der einzelnen Kursteilnehmer. Alles in allem sehr viele Goldies.... :D Danach begann die erste Theorieeinheit über die Entwicklung des Hundes, die Wichtigkeit der Prägungs- und Sozialisierungsphase des Hundes, sowie Calming Signals und Stressanzeichen des Hundes.
Wir bekamen einen Einblick über die Tätigkeit eines Therapiehundeteams und die verschieden Zeichen und Signale, die der Hund anzeigt, um Stress, Unwohlsein etc. zu vermitteln.
Nach der Mittagspause gings dann an die Praxis - jedes Team hatte nun die Möglichkeit, einige Tricks und Kunststückchen zu zeigen. Genauso musste jeder Hundeführer vorführen, wie er mit seinem Hund spielt. Viele Teilnehmer hatten bisher noch "nichts" mit ihren Hunden gearbeitet, andere zeigten hingegen richtige Zirkuslektionen und Dog Dancing. Siqua führte folgende Dinge vor: Sitz, Platz, Gib Pfote, Gib Laut, Rolle und Gib 5.
Anschließend wurde mit jedem einzelnen Hund ein kurzer Test gemacht, wobei der Besitzer vorher abschätzen musste, wie sein Hund reagieren wird, um zu beweisen, wie gut er seinen Hund kennt. Nachdem Siqua ja doch eher verfressen ist und nicht allzu schüchtern, war für mich klar, dass der Test kein Problem sein wird. Siqua musste ein in einen Kübel fallendes Leckerli fressen...war natürlich ein Kinderspiel für ihn :D
Danach gab es noch eine "Fragestunde" mit Fr. Dr. Bielenfeld (Tierärztin u. Hundetrainerin mit wirklich aussergewöhnlichen Kompetenzen und großer Symphatie). Sie hat einen interessanten Zugang zur Hundeausbildung - schon in meine Richtung gehend, aber mit viel Wissen und nicht nur hingehend auf "Was sind Calming Signals?". Sie hat mich wirklich sehr beeindruckt!
Alles in allem ein langer und anstrengender Tag, von dem ich aber sehr viel gelernt und in den Alltag mitgenommen habe. Siqua ist nach dem heutigen Tag ziemlich k.o. und freut sich - wahrscheinlich genauso wie sein Frauli - schon sehr aufs Bett.
2. Tag
Am zweiten Tag hatten wir zunächst wieder Theorie - "Erste Hilfe für den Hund". Danach gab´s wieder Praxistraining draußen: zunächst musste jeder Hundeführer seinem Hund beibringen, zwischen den Beinen eine "8" zu laufen. Siqua ließ sich mit Spielzeug toll motivieren und so war das eigentlich kein Problem für ihn. Einige Hunde trauten sich dies allerdings nicht wirklich und krochen eher schüchtern am Boden herum... Die nächste Übung war folgende: Der Hund musste zwischen zwei fremden Personen über eine Hürde springen - auch dies meisterte Siqua super.

Siqua´s neue Freundin Lea
Die nächste Übung war dann wieder drinnen. Ein Futterkegel bzw Ball wurde aufgestellt und der jeweilige Hund musste den Ball/Kegel so drehen, dass er an das Futter herankam. Diese Übung schaffte Siqua leider nicht - vermutlich war er in dem Moment zu verlegen oder waren die Leckerlis einfach nicht gut genug :D.



der bildhübsche Chester
Eine weitere Übung war es, den Hund auf eine knisternde und raschelnde Folie zu setzen oder besser noch, abzulegen - Siqua meisterte dies ohne Probleme - es gab ja auch leckere Wurststückchen dafür.


Zum Schluss wurde uns noch gezeigt, was uns im Modul 2 beim Eingangstest erwartet: dies ist unter anderem:
- ein aufgespannter Regenschirm

- Berührungen und Futter durch eine fremde Person

- eine herunterfallende Dose
- die Begegnung mit einem anderen Hund des gleichen Geschlechts
usw.
Siqua und ich sind schon sehr gespannt, was uns im nächsten Modul erwarten wird. Alles in allem konnte ich bisher sehr viel mitnehmen, was Hundeerziehung, Training und Tricks beibringen usw. betrifft. Siqua lernt gerade "off" - Leckerli nicht annehmen und Kopf abwenden, sowie "Spuck´s aus" - Leckerli wieder ausspucken.
Modul 2
1. Tag
Nach der Begrüßung begannen wir draußen mit etwas Unterodnung. Jedes Team musste "Fuss" mit und ohne Leine, "Sitz", "Platz" und "Hier" vorzeigen.


Gott sei Dank war das Wetter am diesem Tag recht gut und so konnten wir doch sehr viel draußen arbeiten. Zwischen den Übungen waren immer wieder Spielpausen für die Hunde.
Danach begann der Eignungstest. Die Hunde mussten sich von einer fremden Person berühren lassen, wurden gebürstet, eine Dose wurde fallen gelassen, ein Regenschirm aufgespannt, man musste seinem Hund ein Leckerli aus dem Maul nehmen können und er wurde von einer anderen Person gefüttert.

Dann ging´s wieder nach draußen. Wir begannen die 5-Phasen-Übung. Jeweils ein Team (bestehend aus einem Hund mit seinem Hundeführer) befand sich in der Mitte und die anderen Teilnehmer (ohne Hund) standen rundherum. In der 1. Phase näherten sich die anderen Personen still dem Team. In der 2. Phase unterhielten sich diese Personen. In der 3. Phase, in der Siqua bereits leicht unter Stress stand und daher nicht mehr weitermachte, waren die Personen still, aber bewegten ihre Arme. Phase 4 bestand aus sprechenden und wild gestikulierenden Personen, die sich dem Team näherten und Phase 5 wäre all dies zusammen inklusive Berührungen an Hund und Mensch.


Lea und Siqua
Nach dieser Phasenübung mussten Hund und Besitzer durch eine gespannte Decke gehen. Danach musste man sich darunter platzieren und die Decke wurde auf das Team herabgelassen.

Danach machten diese Übung jeweils 2 Teams gemeinsam.

Nun bildeten alle Teams eine Art "Gasse". Man musste seinen Hund am einen Ende der Gasse absetzen und dann vom anderen Ende aus heranrufen.

Eine weitere Übung war das Ablegen und sich zum gegenüber liegenden Hund zu begeben und diesen zu füttern.

Wieder drinnen angelangt - mittlerweile wurde uns doch langsam kalt - gings dann weiter mit gemeinsamen Kuscheln. D.h. jeder musste sich zu seinem auf der Seite liegenden Hund legen. Später wird dies auch mit einer fremden Person gemacht.

2. Tag
Am 2. Tag begannen wir mit einer "Tierarzt-Simulation". Der Hund musste sich hochheben lassen und auf einen Tisch setzen lassen. Dort wurde er überall berührt, sein Maul geöffnet usw.

Dann kam die erste Begegnung mit den Gehhilfen. Jeder Hund wurde mit diversen Gehhilfen und einem Rollstuhl konfrontiert.

Die nächste Übung bestand daraus, dass man durch eine leer Küchenrolle dem Hund ein Leckerli zuwarf, welches er fangen sollte.

Draußen wurden dann folgende Dinge trainiert: die Begegnung mit verkleideten, wild umherspringenden Personen, sowie das ruhige Sitzenbleiben, während direkt neben bzw. über dem Team 2 Personen einen Ball hin und her werfen.

Die nächste Übung war die Bewätigung eines Parcours. Hier sollte der Hund bei jedem einzelnen Hindernis stehenbleiben, es berühren und sich evtl. auf die einzelnen Hindernisse setzen.





Nach dieser Übung musste man eine Stiege hinauf und hinunter gehen mit dem Hund an der Leine und einem gefüllten Glas Wasser. Selbstverständlich durfte nichts ausgeschüttet werden.

Danach galt es, eine Futterstraße zu durchqueren bzw den Hund dort abzulegen, ohne dass der Hund ein Leckerli daraus stahl.

Eine weitere Übung war das Hineinsetzen des Hundes in eine Schachtel.

Zum Schluß musste man seinen Hund durch eine mit Bällen gefüllte Kiste führen und der Hund sollte darin "Platz" machen.
