Thema Abtreibung Feb. 2006


Sent: Monday, February 27, 2006 4:46 PM
Subject: ZENIT - 27. Februar 2006 - PRESSETHEMEN

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ZENIT -

Die Welt von Rom aus gesehen

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PRESSETHEMEN -
27. Februar 2006


- Vatikan -  Benedikt XVI. über das Verhältnis von Kirche und Staat und die spezifische Berufung der Laien
- Welt -  Frauen leiden nachweislich an den Folgen einer Abtreibung

 

- Vatikan -


Benedikt XVI. über das Verhältnis von Kirche und Staat und die spezifische Berufung der Laien


ROM, 27. Februar 2006 (ZENIT.org).- Im zweiten Teil seiner ersten Enzyklika, "Deus caritas est", hebt Benedikt XVI. die wichtige Rolle der katholischen Kirche und aller Christen beim Aufbau einer gerechteren Welt hervor. Und er zeigt auf, worin der Auftrag der Kirche liegt und wodurch er sich vom Aufgabenbereich des Staates unterscheidet.

Ausgehend von dem Wort des Zweiten Vatikanischen Konzils von der "legitimen Autonomie der irdischen Wirklichkeiten" ("Gaudium et spes", 36) betont der Papst, dass die Politik mehr ist "als Technik der Gestaltung öffentlicher Ordnungen: Ihr Ursprung und Ziel ist die Gerechtigkeit, und die ist ethischer Natur" (28). Der Staat stehe immer vor den beiden Fragen: Was heißt Gerechtigkeit, und wie kann sie verwirklicht werden? Und genau in diesem Punkt berühren dem Heiligen Vater zufolge Politik und Glaube. Dabei gehe es keineswegs darum, Nichtglaubenden die Religion aufzwingen zu wollen. Vielmehr könne der Glaube die menschliche Vernunft reinigen, indem er sie befähigt, besser zu erkennen, was die Gerechtigkeit fordert. "Genau hier", so schreibt der Papst, "ist der Ort der katholischen Soziallehre anzusetzen", die von der Vernunft und vom Naturrecht her argumentiere, "das heißt von dem aus, was allen Menschen wesensgemäß ist".

Weit davon entfernt, ein bestimmtes politisches Programm propagieren zu wollen, möchte die katholische Soziallehre der "Gewissensbildung in der Politik dienen", so dass ein jeder in der Lage ist, seine eigene Verantwortung für den Aufbau einer gerechten Gesellschaftsordnung zu übernehmen. Da es sich dabei um eine politische Aufgabe handle, "kann dies nicht der unmittelbare Auftrag der Kirche sein", erklärt Benedikt XVI.

Die Kirche "kann und darf sich nicht an die Stelle des Staates setzen. Aber sie kann und darf jedoch auch nicht im Ringen um Gerechtigkeit abseits bleiben." Im Gegenteil: Die Förderung der Gerechtigkeit und des Gemeinwohls "geht die Kirche zutiefst an".

An diesem Punkt angelangt, kehrt der Heilige Vater in seinem lehramtlichen Schreiben wieder zu seinem Hauptthema zurück: "Liebe – Caritas – wird immer nötig sein, auch in der gerechtesten Gesellschaft." Ein totaler Versorgungsstaat, der alles regelt und beherrscht, könne das, was jeder Mensch braucht, im Tiefsten nicht geben: "die liebevolle persönliche Zuwendung".

Der Glaube wird in der Liebe wirksam

Diese Liebe bringe den Menschen seelische Stärkung und Heilung, "die oft noch nötiger ist als die materielle Unterstützung", da das spezifisch Menschliche gerade darin besteht, "nicht vom Brot allein" zu leben.

Während es also nicht der unmittelbare Auftrag der Institution Kirche ist, für eine gerechte Ordnung in der Gesellschaft zu sorgen, kommt es den gläubigen Laien zu, sich für eine gerechte Gesellschaft einzusetzen und direkt am öffentlichen Leben teilzunehmen. Ihr politisches Wirken sollte von der Liebe beseelt sein und so zu einer Art "sozialen Liebestätigkeit" werden (vgl. 29). Dank der Massenkommunikationsmittel und der Globalisierung überschreite in unserer Zeit die Sorge für unseren Nächsten die Grenzen nationaler Gemeinschaft und sei bestrebt, die ganze Welt zu erreichen.

In diesem Zusammenhang weist Benedikt XVI. in seiner Enzyklika auf zahlreiche Formen der Zusammenarbeit zwischen staatlichen und kirchlichen Instanzen hin, die sich als fruchtbar erwiesen haben. Ein besonderes Wort der Anerkennung und der Dankbarkeit richtet er an die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Die kirchliche Liebestätigkeit dürfe jedoch seine volle Leuchtkraft, die von Christus kommt, nicht verlieren. Deshalb dürfe sie nicht "als eine Variante im allgemeinen Wohlfahrtswesen aufgehen" (31).

Nach dem Vorbild des barmherzigen Samariters sei christliche Liebestätigkeit zunächst einfach die Antwort auf das, was in einer konkreten Situation unmittelbar Not tut: Hungrige speisen, Nackte bekleiden, Kranke auf Heilung hin behandeln. Dazu sei zunächst berufliche Kompetenz nötig. Aber diese allein genüge nicht. Für alle, die in den karitativen Organisationen der Kirche tätig sind, müsse es kennzeichnend sein, dass sie sich dem andern mit ganzem Herzen zuwenden, so dass ihr Handeln aus dem Glauben kommt, der – wie es der heilige Paulus im Brief an die Galater zum Ausdruck bringt, "in der Liebe wirksam wird".

Das christliche Liebestun dürfe nicht von Parteien und Ideologien abhängig sein und müsse sich des "Proselytismus" enthalten. "Die Liebe ist umsonst; sie wird nicht getan, um damit andere Ziele zu erreichen." Dies bedeute allerdings nicht, dass das karitative Wirken des Christen Gott und Christus beiseite lassen müsste. In Liebe nehme man sich des ganzen Menschen an, und deshalb gehöre auch dessen Glauben dazu. Außerdem sei oft "gerade die Abwesenheit Gottes der tiefste Grund des Leidens". In diesem Sinn sollten wir nie anderen den Glauben der Kirche aufdrängen, aber auch erkennen, wann der rechte Augenblick da ist, von Gott zu reden.

Die spezifische Berufung der Laien

In seinem
Brief vom 18. Oktober 2005 an den Präsidenten des italienischen Parlaments, Pier Ferdinando Casini, anlässlich des Jahrestags des Parlamentsbesuchs Johannes Pauls II. vor drei Jahren versichert Benedikt XVI., dass die Kirche "keineswegs bestrebt ist, Privilegien für sich zu beanspruchen, sondern lediglich die Möglichkeit haben möchte, unter Achtung der legitimen Laizität des Staates ihre Mission zu erfüllen. Im Übrigen steht diese Natur, wenn sie richtig verstanden wird, nicht im Gegensatz zur christlichen Botschaft, sondern sie steht vielmehr in ihrer Schuld, wie die Wissenschaftler der Kulturgeschichte sehr wohl wissen." Der Papst bringt daher seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Mitglieder des Parlaments das Gedächtnis Johannes Pauls II. dadurch ehren würden, "indem sie sich für ihr Wirken an seinen Lehren inspirieren und die Formung der menschlichen Person ebenso fördern wie die Kultur, die Familie, die Schule, Vollbeschäftigung und würdige Arbeitsbedingungen – mit einer fürsorglichen Aufmerksamkeit für die Schwachen und für alte und neue Formen der Armut".

Papst Benedikt XVI. hat in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass das politische Handeln Sache der Laien ist und dass die Kirche ihrerseits die wichtige Rolle spiele, die Laien für diesen Auftrag inmitten der Welt zu befähigen und sie darin zu unterstützen.

In einem
Schreiben (englische Fassung) vom 19. November an den Erzbischof von Mexico City, Kardinal Norberto Rivera Carrera, weist der Heilige Vater darauf hin, dass die Laien dazu berufen sind, "ihre berufliche Kompetenz und das Zeugnis ihres beispielhaften Lebens in den Dienst der Evangelisierung des gesellschaftlichen Lebens zu stellen, indem sie es gerechter und humaner gestalten".

In dem Brief, den der Papst anlässlich einer Konferenz verfasste, auf der das seit kurzem auch auf Deutsch erhältliche Kompendium der Soziallehre der katholischen Kirche vorgestellt wurde, spricht er davon, dass die Laien "eine solide Bildung brauchen, die sie dazu befähigt, in jeder konkreten Situation – unbeeinflusst von privaten Interessen oder opportunistischen Vorstellungen – zu erkennen, was der Menschheit als ganzer zum Guten dient und was die verschiedenen gesellschaftlichen Einrichtungen kennzeichnen sollte, wenn sie in Wahrheit das Gemeinwohl fördern sollen".

Am
3. Dezember kam Benedikt XVI. anlässlich des Empfangs einiger Bischöfe aus Polen wieder auf dieses Thema zurück. Er betonte, dass bei der Aufgabe, der heutigen Kultur Gott zu verkünden, die Rolle der Laien "unersetzlich" ist. "Ihr Glaubenszeugnis ist besonders beredt und wirksam, da es in der alltäglichen Wirklichkeit gegeben wird und in Bereiche dringen kann, die für einen Priester schwer zugänglich sind."

Benedikt XVI. ermutigte bei dieser Gelegenheit alle in der Politik engagierten Laien dazu, "ein klares, mutiges Zeugnis für die christlichen Werte zu geben, die sie – sollten sie bedroht sein – verteidigen müssen". Und er fügte hinzu: "Sie sollten dies in der Öffentlichkeit tun, in politischen Diskussionen und in den Medien."

Am
17. Dezember griff der Papst das Thema "christliche Politiker" erneut auf. Ihnen müsse dabei geholfen werden, sich ihrer christlichen Identität und auch der überall und immer gültigen moralischen Werte bewusst zu werden, die in der menschlichen Natur begründet sind. Dann wären sie in der Lage, bei ihrem politischen Wirken von dem geleitet zu werden, "was ihnen ihr christliches Gewissen sagt".
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- Welt -


Frauen leiden an den Folgen einer Abtreibung
Die Ergbenisse neuer Studien im Überblick

CHRISTCHURCH, 27. Februar 2006 (
ZENIT.org).- Viele Frauen lassen eine Abtreibung vornehmen, weil sie sich allein gelassen oder überfordert fühlen und von den verschiedenen Hilfsangeboten, die ihnen zur Verfügung stehen, nichts gehört haben. Die Ergebnisse neuer Studien bestätigen zudem, dass Frauen unter den Folgen einer Abtreibung leiden – eine Tatsache, die oft vergessen zu werden scheint.

Am 3. Januar berichtete der "Sydney Morning Herald" über eine neue Forschungsarbeit aus Neuseeland, "die bisher genaueste Langzeitstudie über das kontroverse Thema" der Abtreibung, in der aufgezeigt wird, dass eine Abtreibung das Risiko einer psychischen Erkrankung erhöht. Die Studie wurde von Professor David Fergusson durchgeführt, der sich selbst als "Atheist, Rationalist und Lebensschützer" bezeichnet und in der neuseeländischen Stadt Christchurch an der "School of Medicine and Health Sciences" (Institut für Medizin und Gesundheitswissenschaften) arbeitet.

Die Ergebnisse seiner Studie, die im "Journal of Child Psychiatry and Psychology" ("Zeitschrift für Kinderpsychiatrie und –Psychologie") veröffentlicht worden sind, stützen sich auf die Erfahrungen von 1.265 Menschen, die seit ihrer Geburt in den siebziger Jahren ständig begleitet und beobachtet worden sind. Von diesen "Testpersonen" wurden 41 Prozent der Frauen schwanger. 14,6 Prozent trieben ihr Kind ab.

Bis zum Alter von 25 Jahren waren 42 Prozent der Frauen, die abgetrieben hatten, an einer schwereren Depression erkrankt – 35 Prozent mehr als bei jenen, die entschieden hatten, ihr Kind auszutragen. Ein ähnliches Verhältnis zeigte sich bei der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Angstneurose. Und bei Frauen, die mindestens eine Abtreibung gehabt hatten, war die Wahrscheinlichkeit gefährlicher Alkoholprobleme doppelt so hoch und die Wahrscheinlichkeit des Medikamentenmissbrauchs dreimal so hoch wie bei jenen, die ihre Schwangerschaft nicht abgebrochen hatten.

Der für die Studie verantwortliche Arzt Fergusson erklärte, er habe diese Studie vorgenommen, um den Wissenstand zu verbessern, denn es handle sich um ein Gebiet, auf dem erst wenig geforscht worden sei.

Die Ergebnisse David Fergussons widersprechen denen einer Studie, die am 28. Oktober des vergangenen Jahres im britischen Ärztejournal erschien. Sarah Schmiege und Nancy Felipe Russo waren bei ihren Forschungsarbeiten über "Depression und unerwünschte erste Schwangerschaft" unter anderem zu folgendem Ergebnis gelangt: "Der Vergleich von abgebrochenen und ausgetragenen Schwangerschaften hat keinen direkten Zusammenhang mit der Wahrscheinlichkeit einer klinisch signifikanten Depression ergeben." Die beiden Wissenschaftlerinnen, die an den beiden Universitäten der US-Bundesstaaten Colorado und Arizona tätig sind, stützen ihre Schlussfolgerungen auf eine Befragung von 1.247 Frauen in den Vereinigten Staaten. Die Untersuchung wurde jedoch von Julia Millington, der Leiterin der britischen Organisation "ProLife Alliance", in Frage gestellt. Millington wies darauf hin, dass mehrere in anderen Fachmagazinen veröffentlichte Studien Beweise für abtreibungsbedingte Probleme gefunden hätten und führte beispielsweise eine Erhebung an, die im Jahr 2003 in Kanada durchgeführt worden war. Die Ergebnisse dieser Studie waren noch im selben Jahr im Magazin der kanadischen Ärztevereinigung ("Canadian Medical Association Journal") veröffentlicht worden.

Verlust- und Schuldgefühle

Neben den angeführten psychischen Problemen kann eine Abtreibung auch andere Probleme mit sich bringen. Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung der Studie von Schmiege and Russo im britischen Ärztejournal konnte man im medizinischen Magazin "Acta Pediatrica" die Ergebnisse einer Untersuchung lesen, die zu dem Ergebnis kommt, dass bei Frauen, die abtreiben, die Wahrscheinlichkeit einer körperlichen Misshandlung eigener Kinder höher ist als bei Frauen, die keine Abtreibung hatten.

Die "Washington Post" berichtete in ihrer Ausgabe vom 3. November 2005 über eine ähnliche Untersuchung, die von Priscilla Coleman, Professorin an der staatlichen Universität von Bowling Green, an 581 in Baltimore wohnhaften Frauen mit niedrigem Einkommen durchgeführt worden war. Aus ihr geht hervor, dass Mütter, die abgetrieben haben, ihre Kinder um 144 Prozent häufiger körperlich misshandeln als andere Frauen. Coleman erklärte diesen Umstand damit, dass eine beträchtliche Anzahl von Frauen, die abgetrieben haben, an Verlust- und Schuldgefühlen leiden, die zu Zornausbrüchen führen können. Und die Wissenschaftlerin wies außerdem darauf hin, dass Frauen, die ein Kind auf natürliche Weise verloren haben, zwar ähnlich psychische Symptome erfahren könnten wie Mütter nach einer Abtreibung, dass diese Symptome aber nicht so lange andauern.

Auch eine norwegische Studie stellte bei Frauen, die abgetrieben haben, starke Trauer- und Schuldgefühle fest. Die diesbezüglichen Forschungen der Universität Oslo, die am 12. Dezember 2005 in der britischen Tageszeitung "Telegraph" behandelt und deren Ergebnisse im britischen Fachmagazin "BMC Medicine" veröffentlicht wurden, haben den Verlauf der psychischen Gesundheit von 40 Müttern nach einer Fehlgeburt mit 80 Frauen, die abgetrieben hatten, vergleichen. Die 120 Frauen wurden jeweils zehn Tage, sechs Monate, zwei Jahre und fünf Jahre nach dem Ereignis befragt. Die "intensive" Trauerphase dauerte bei Frauen mit einer Fehlgeburt bis zu sechs Monaten nach dem Verlust ihres Babys, bei Frauen, die abgetrieben hatten, stellte sich diese Phase wesentlich später ein: zwei und fünf Jahren nach der Abtreibung.

Frühgeburten

Die negativen Wirkungen beschränken sich, wie der "Telegraph" am 15. Mai 2005 berichtete, nicht nur auf Trauer und Schuldgefühle. Eine französische Studie, in der 2.837 Geburten erfasst wurden, ermittelte, dass bei Frauen, die vorher eine Abtreibung hatten, die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt höher war. Und zwar kam es bei ihnen 1,7 Mal häufiger vor, dass das Baby nach weniger als 28 Schwangerschaftswochen auf die Welt kam. Viele Babys, die so früh geboren werden, sterben bald nach der Geburt, und sehr viele von denen, die überlebenden, haben schwere Behinderungen.

Depressionen und Suizidgedanken

Ein Bericht des Sonderdezernats für die Datenerhebung über Abtreibungen im US-Bundesstaat South Dakota, der im Dezember des vergangenen Jahres dem Gouverneur und dem Parlament unterbreitet wurde, enthält persönliche Erfahrungsberichte von Frauen, die nach einer Abtreibung eigenen Angaben zufolge von "Depressionen und Suizidvorstellungen" befallen worden sind.

Fast 2.000 Frauen haben in diesen Unterlagen auch ihre Erfahrungen über die Abtreibung beschrieben. Viele von ihnen gaben an, dass sie zur Abtreibung gedrängt worden waren – oft vom Vater ihres Kindes, aber auch von anderen Personen.

Zu wenig Information, zu wenig Unterstützung

Viele betonten, dass sie niemals eine Abtreibung hätten durchführen lassen, wenn sie vor diesem Schritt ausreichend informiert worden wären.

Aus Erfahrungsberichten von Frauen, deren Abtreibungen in einer Klinik von "Planned Parenthood" (entspricht der in Deutschland tätigen Organisation "Pro Familia") durchgeführt worden waren, geht hervor, dass der Abtreibungsarzt die schwangere Mutter zum ersten Mal im Operationsraum sieht. Diese Begegnung findet also erst statt, nachdem das Formular, in dem man seine Zustimmung zur Abtreibung ausdrückt, unterzeichnet worden ist.

Eine Studie, die im November des vergangenen Jahres veröffentlicht wurde, trägt die Überschrift "Frauen und Abtreibung" und geht auf Selena Ewing zurück. Sie wurde vom "Australischen Frauenforum" ("Women's Forum Australia") veröffentlicht und bietet eine Zusammenschau mehrerer Forschungsergebnisse zum Thema. Selena Ewing, die am "Southern Cross Bioethics Institute" in Adelaide (Australien) wissenschaftlich arbeitet, stellt darin fest, dass es viele Abtreibungen gibt, weil schwangere Frauen zu wenig unterstützt würden. Finanzielle Sorgen sind, so die Wissenschaftlerin, ein Hauptgrund für die Abtreibung, da viele Frauen glaubten, dass die Fortsetzung ihrer Schwangerschaft ihre beruflichen Pläne oder ihr Studium durchkreuzen würde. Frauen hätten Angst davor, allein erziehende Mütter zu werden, weil sie erleben müssten, dass die Männer sie in vielen Fällen zu wenig unterstützen, und weil sie den Mangel an Solidarität seitens der Gesellschaft und des Umfelds spürten. Angesichts dieser Sachverhalte sei es falsch zu sagen, eine Abtreibung komme daher, dass die Schwangerschaft ungewollt oder unerwünscht sei. Ewings Werk enthält zahlreiche Querverweise auf bereits veröffentlichte Studien zu physischen und psychischen Auswirkungen der Abtreibung.
ZGP06022701

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Verein Sonnenstrahl schrieb:

an mich wurden die Pressethemen vom 27. Februar 2006 weitergeleitet zum Thema Abtreibung - ich betreibe das Onlinemagazin www.sonnenstrahl.org - ein mir sehr wichtiges Thema ist das Thema Abtreibung - darf ich ihren Text dort einfügen und somit einer größeren Leserschar zukommen lassen?
 
MFG
Gunnhild Fenia Tegenthoff


 

Tue, 28 Feb 2006 23:06:31 +0100
Von: "ZENIT - infogerman@zenit.org  
An: "Verein Sonnenstrahl"
Betreff: Re: Darf ich Ihren Text unter www.sonnenstrahl.org  wiedergeben?

   

Sehr geehrte Frau Tegenthoff,

da es sich bei Ihrem Magazin um eine "gute Sache" handelt, wollen wir ausnahmsweise von den üblichen Tarifen absehen und Ihnen die Wiederveröffentlichung des genannten Artikels kostenlos genehmigen.
Ich bitte, unbedingt ZENIT als Quelle mitanzugeben.

Mit freundlichen Grüßen
Tanja Schultz
ZENIT
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