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Abtreibung ist die größte Tragödie der Menschheitsgeschichte. Sie hinterlässt tief greifende, fast unheilbare Veränderungen im Herzen der Familien und der Gesellschaft. Überall wo Abtreibungen vorgenommen werden, sind es die Kinder, die zugleich die Sündenböcke und die Überlebenden der schlimmsten Diskriminierung sind, der ein Mensch zum Opfer fallen kann: Der Tötung eines Unschuldigen. Pathogenese und Therapie des Post – Abortion – Syndroms (PAS) haben gezeigt, wie wichtig es ist, zwei Konzepte zu unterscheiden und zu präzisieren, auf die im Laufe dieses Berichtes zurückgegriffen wird: Die Sündenböcke und die Überlebenden einer Abtreibung. Die Sündenböcke sind immer die Kleinen gewesen, diejenige ohne Stimme, die Schwachen oder die Behinderten. Sie sind es, die sterben müssen für die Sünden, die Unterlassungen, den Egoismus und die Frustrationen der Eltern, der Großeltern und der ganzen Gesellschaft. Die Überlebenden von Abtreibungen sind ebenfalls Kinder, die in eine Gesellschaft, in eine Familie hineingeboren werden, in der Abtreibung praktiziert oder ins Auge gefasst wird. In einem gewissen Sinne sind wir alle mitschuldig und mitbeteiligt, denn dort, wo es um Leben oder Tod geht, gibt es keine unschuldigen Beobachter. Nach Angebe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es weltweit pro Jahr 40 bis 60 Millionen Abtreibungen. Dies entspricht der Zahl der Todesopfer des zweiten Weltkrieges. Es ist deshalb nicht übertrieben, hier von einem Holocaust zu sprechen. Wenn pro Jahr 60 Millionen Kinder getötet werden, bedeutet das, dass jährlich 60 Millionen Frauen und Männer direkt daran beteiligt sind. Diesen 120 Millionen Beteiligten pro Jahr! Müssen in vielen Fällen die Großeltern hinzugerechnet werden, ferner die restlichen Familienangehörige, Freunde der Betroffenen, Ärzte und Krankenschwestern, welche zu Abtreibung raten bzw Abtreibungen durchführen. Das heißt also, daß pro Jahr insgesamt etwa 240 Millionen Menschen in die Abtreibung direkt verwickelt sind. Wie viele sind es im Laufe von 20, 30, 50 Jahren? Milliarden! Viele Ärzte und andere Berater geben das Vorkommen des Post – Abortions – Syndrom nicht zu. Man fragt sich, ob da nicht eine echte Verschwörung des Schweigens vorliegt. Als christlich orientierte Ärzte fragen wir uns, welche schädlichen Folgen aus diesem Schweigen erwachsen. Für mich ist klar, daß das Schweigen über die Folgen der Abtreibung Millionen von Frauen und Männern daran hindert, sich mit dem Übel, das sie plagt, auseinanderzusetzen und sich um einen Heilungsprozeß zu bemühen. Außerdem drängt die Zeit; denn die Schäden, die durch die tiefen Wunden der Abtreibung entstehen, können die Menschheit zerstören. Die menschliche Ökologie könnte unwiderruflich umgestürzt werden. Dies zu verstehen, erfordert keine intellektuelle Auseinandersetzung. Das Wesen der Abtreibung und ihre Folgen werden intuitiv und mit dem Herzen erfasst. Um zu töten, muß man das Lebewesen, das getötet werden soll, entmenschlichen (il faut deshumaniser létre quón va tuer). Um einen Unschuldigen, um ein Ungeborenes zu töten, muß ein uraltes Tabu gebrochen werden. Man muß etwas in sich selbst zerstören. Das Töten des Unschuldigen hat eine sofortige Wirkung. Den Schrei des Schutzlosen nicht zu hören, bedeutet den Verlust der Menschlichkeit. Die Ablehnung des Aufnahmecharakters, die jede Schwangerschaft mit sich bringt, eine Situation, in der man einem anderen den Platz überlassen muß, macht den Menschen unfähig, jemanden anzunehmen. Im Laufe dieses Vortrages wollen wir die Folgen der Abtreibung für Familie und Gesellschaft untersuchen. Wir verwenden dafür einen neuen Begriff und zwar den der „Kreisläufe der Gewalt“ (cycles de la violence). Der Begriff wird in der Sozialpathalogie gebraucht. Es handelt sich um eine Folge von Phänomenen, die sich nach einer gewissen Gesetzmäßigkeit wiederholen, so dass sie analysiert werden können. Aus dieser Analyse geht die Möglichkeit eines Therapieplanes hervor, der dem Teufelskreis ein Ende setzt. Die Abtreibung befindet sich im Zentrum mehrerer solcher Kreise und läßt somit eine Erklärung vieler „Gewaltkreisläufe oder Teufelskreise“ zu, die wir in unserer Gesellschaft beobachten. Der erste Teufelskreis hier ist derjenige, der die Kindesmisshandlungen und die Abtreibungen verbindet. Die Abtreibung scheint in großem Maße nicht nur den gegenseitigen Zuneigungsprozess zwischen Mutter und Kind zu stören, sondern auch den natürlichen Wusch einer Frau, die Bedürfnisse ihres Kindes wahrzunehmen. Eine Mutter, die eine Abtreibung hinter sich hat, ist oft während der nächsten Schwangerschaft ängstlich und deprimiert. Sie bereitet sich nur unzureichend darauf vor, das neue Kind anzunehmen, das es ihr schwer fällt, eine innige innere Herz zu Herz Verbindung zum Kind zuzulassen und aufzubauen auf der Körperlichen, seelischen und verstandesgemäßen Ebene. Dieses Annehmen des nach einer Abtreibung empfangenen Kindes fällt ich vor allem dann schwer, wenn sie für das abgetriebene Kind keine ausreichende und allumfassende Trauerarbeit geleistet hat. Wenn sie das neue Kind in den Armen hält, hat sie oft Mühe, es zu berühren, zu stillen, und die Mutter – Kind – Beziehung entwickelt sich entsprechend weniger gut. Wenn das Kind weint, reagiert die Mutter mit Angst oder Wut. Ohne diese Mutter – Kind – Zuneigung wird eine Mutter dazu geneigt, ihre unverarbeitete Trauer als Wut gegen ihr lebendes Kind, z. B. indem Vernachlässigung ihrer Kinder auszudrücken. Hinzu kommt, daß ein Mädchen, das in seiner Kindheit vernachlässigt worden ist, eher geneigt sein wird, eigene Kinder abzutreiben. Es gibt zahlreiche Studien und psychologische Begründungen, welche dieses Phänomen erklären. So sind Abtreibung und Misshandlung gleichzeitig Ursache und Wirkung. Die Natur dieses Zyklus könnte nicht völlig verstanden werden, wenn der generationsüberschreitende Faktor, der „facteur transgenerationnel“, nicht mit einbezogen wird. Dies ist ein neuer der Therapie dienender Begriff, auf den ich Nachdruck legen möchte: der Zyklus der Gewalt tendiert ebenso dahin, sich auf die nächste Generation zu übertragen. Dieses Phänomen erklärt die zunehmende Kindesmisshandlung und die Tatsache, dass es sehr schwierig ist, die Zahl der Abtreibungen zu verringern, weil gerade die Tragik der Gewalt sich von einer Generation auf die andere überträgt. Der zweite Teufelskreis betrifft den Mann. In einer Gesellschaft, in der die Frau „ein Recht auf Abtreibung“ beansprucht (und ihr zugestanden wird), hat der Mann kein Recht, sein Kind zu verteidigen. Es ist daher für ihn schwierig, sich zu diesem frühen Zeitpunkt auf ein Kind zu freuen, von dem er nicht weiß, ob es seines ist und ob es leben darf oder nicht. Wenn ein Mann sich nicht auf sein Kind freuen bzw sich nicht mit diesem Kind verbinden kann, vermag er daher auch seine schwangere Partnerin nicht ausreichend zu unterstützen, und das hat schlimme Auswirkungen auf alle Betroffenen. Wenn sich die Frau durch ihren Partner nicht unterstützt fühlt, wird sie – einer kürzlich veröffentlichten Studie zufolge – zweimal häufiger eine Fehlgeburt haben oder eine Abtreibung vornehmen lassen. Nordamerikanische Studien belegen zur Genüge, dass sich 80% der Paare nach einer ins Auge gefassten oder tatsächlich vollzogenen Abtreibung trennen. Das Bild, das der Mensch von sich selbst in seinem Inneren hat, wird zutiefst geschädigt, wenn ihm klar wird, dass sein Umgang mit seiner Sexualität und den Folgen daraus einem ihm von Gott anvertrauten Menschen den Tod eingebracht hat. Sexuelle Störungen kommen nach einer Abtreibung häufiger vor; außerdem nimmt auch die Gewalt des Mannes gegen die Frau in all ihren Ausdrucksformen erheblich zu. Dieses Syndrom, das wir hier nur kurz ansprechen können, verdient die Beachtung aller Ärzte, die sich mit der Therapie der Abtreibungsfolgen befassen. Allgemein kann ausgeschlossen werden, dass die Abtreibung die Beziehung zwischen Mann und Frau tief greifend verändert.
Der dritte Teufelskreis ist bei weitem der Schlimmste. Er betrifft die Kinder, die einer Abtreibung entkommen und in diesem Sinne „Überlebende“ sind. Wir bezeichnen als „Überlebende“ diejenigen Kinder, die in eine Familie geboren wurden, in der eine Abtreibung dieses Kindes in Erwägungn gezogen wurde oder stattgefunden hat, und das betroffene Kind hat seine eigene Abtreibung überlebt. Warum nennen wir diese Betroffenen „Überlebende“? Wenn in einem Land ein Viertel oder die Hälfte der gezeugten Kinder vor ihrer Geburt sterben, sind diejenigen, die am Leben blieben, die „überlebenden“. In einigen Ländern des Westens hat ein empfangenes Kind eine Überlebenschance von 10%. Sollte die gegenwärtige Tendenz anhalten, so die Experten, würden in nicht allzu langer Zeit 50% der Kinder der Welt Abtreibungsüberlebende sein. Es gibt Kinder, die überlebten, während ihre Geschwister getötet wurden. Sie sind Überlebende, weil sie gewünscht oder als Ersatzteillager gewünscht wurden. Doch kann ihr Überleben auch dem Zufall zugeschrieben werden. Behinderte Menschen fühlen in ihrem Inneren, dass sie oft ihr Leben nur dem Umstand verdanken, dass keine vorgeburtliche Diagnose ihre Behinderung erkannt wurde.
Es ist leicht zu verstehen, dass ein Kind, das eine Spätabtreibung überlebt hat, durch den Abtreibungsversuch, den es durchgemacht hat, bedeutsame psychische und wohl auch physische Schäden davonträgt. Es ist dringend erforderlich, dass christlichgesinnte Ärzte die Folgen an den Kindern der jetzigen Generation untersuchen. Sie wissen, da sie nur deshalb am Leben sind, weil sie gewollt waren (Wunschkinder) und dass sie im gegenteiligen Fall eliminiert worden wären. Die Folgen für den Überlebenden einer Abtreibung sind vielfältig und sehr schwer zu ertragen. Es ist anzunehmen, daß die meisten Kinder es wissen oder zumindest ahnen, wenn in der Familie eine Abtreibung stattgefunden hat. Ein Kind kann auf verschiedene Weise in Erfahrung bringen, daß seine Mutter eine Abtreibung vorgenommen hat. Welches sind die Folgen für so ein Kind, wenn es sich bewusst ist, daß seine Eltern einen Bruder oder eine Schwester nur deshalb umgebracht haben, weil Sie nicht erwünscht waren? Eine furchtbare Macht der Eltern, die das Recht über Leben oder Tod ihres nicht erwünschten Kindes beanspruchen! Eine schreckliche Situation für das Unterbewußtsein des Kindes, das sich sagt, es müsse – um zu überleben – unter allen Umständen und um jeden Preis immer ein Wunschkind bleiben. Eine tiefe extentielle Angst! Beziehungen wie Zuneigung dieser überlebenden Kinder zu ihren Eltern sind von Unruhe und Unsicherheit geprägt. Diese Kinder sind passiv, ergeben, ängstlich oder erscheinen während ihrer frühen Kindheit allen feindlich gesonnen. Sie „explodieren“ im Moment der Pupertät. Extentielle Wut, Gewalt, Selbstmordsehnsucht, Haß gegen die Gesellschaft, die die Ungeborenen nicht vor mörderischen Absichten der Eltern schützt, Zorn und Empörung den Eltern gegenüber. Da sie lange am dünnen Faden der Willkür ihrer Eltern gehangen haben, werden sie im Jugendalter aufrührerisch, jähzornig und zu willkürlichen Zerstörern. Die Psychiater erkennen deutlich, dass in einer Gesellschaft, wo die junge Generation gemischte Gefühle gegenüber ihren Eltern hat, weil sie ein Geschwisterl umgebracht haben, es nicht besonders schwierig sein wird, die Euthanasie zu bejaen und zu betreiben. Wenn die Eltern alt und schwach geworden sind, entfesselt sich gegen sie eine Art Todeshaß. Da solche Kinder ihren Eltern nie getraut haben, trauen sie auch sich selbst nicht. Sie haben Angst, selbst Eltern zu werden. Es ist wichtig zu unterstreichen, da ein Überlebender nicht glücklich ist zu leben. Die Überlebenden von Naturkatastrophen oder von Konzentrationslagern sagen, daß sie immer eine extentielle Angst behalten. Sie fühlen sich schuldig und fragen sich, ob sie nicht nur deshalb leben, weil andere an ihrer Stelle gestorben sind.
Die Psychiatrie unterscheidet zehn Typen von Abtreibungsüberlebenden, die alle psychogene Störungen aufweisen:
1. Die statisch Überlebenden: Es sind Personen, die in einem Land geboren werden, wo die große Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie eigentlich abgetrieben hätten werden sollen, wie z.B. in China. Ein Kind, das in China lebt, weiß, daß es ein großer glücklicher Zufall ist, zu leben, und es weiß auch, daß es gewiß Brüder und Schwestern hat, denen diese Chance verwehrt wurde.
2.Die Überlebenden eines Abtreibungsentschlusses: Die Eltern haben lange überlegt und die Ärzte haben Untersuchungen durchgeführt, bevor die Entscheidung getroffen wurde, das Kind zu behalten oder nicht.
3. Diejenigen, die abgetriebene Geschwister überlebt haben: Viele Kinder werden in Familien geboren, wo ein Bruder oder eine Schwester oder mehrere Geschwister getötet worden sind.
4. Die unerwünscht Überlebenden, zu denen die Eltern sagten: „Ich hätte Dich abtreiben sollen, Du bist nur eine Last für mich. Ich habe alles für Dich geopfert.“
5. Die behinderten Überlebenden: Immer mehr behinderte Kinder wissen, daß sie nur deshalb am Leben sind, weil man ihre Behinderung nicht vor der Geburt diagnostiziert hat.
6.Überlebende Zwillinge (Mehrlinge) oder diejenigen einer künstlichen Befruchtung: Immer mehr Kinder gibt es, deren Zwilling vor der Geburt beseitigt wurde.
7. Überlebende nach einer misslungenen Abtreibung: unter den wenigen bekannten Beispielen seien Giana Jensen und Anna – Rosa Rodrigues genannt. Weitere gibt es, die ebenfalls Zeugnis ablegen können.
8. Getötete Überlebende: Es gibt bei fortgeschrittener Schwangerschaft Spätabtreibungen, die das Kind überlebt. Doch sie werden in einen Nebenraum der Klinik geschoben und liegen (einsam sterben) gelassen oder gezielt bewusst vom Klinikpersonal getötet, oder zum sterben in einen Abfalleimer geworfen oder einfsach auf einem Tisch liegen zu lassen. Wenn auch das Leben dieser Kinder nur sehr kurz war, hinterlässt ihr Tod unauslöschliche Spuren bei denjenigen, die sie getötet haben.
9. Überlebende als Glücksfall („Survivants par chance“): „Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich dich abgetrieben.“
10. Überlebende durch die Unentschlossenheit der Eltern: „Ich habe gezögert, bis es zu spät war für eine Abtreibung.“
Das klinische Bild des Überlebens – Syndrom könnte man so zusammenfassen:
Die Kinder, die in Familien geboren sind, wo abgetrieben wurde, werden selbst auch dazu neigen, abzutreiben. Die Kultur des Todes ist das einzige, was sie kennen. Man muß sie davon abbringen, will man gesellschaftliche Unruhe vermeiden. In einer Gesellschaft, in der die Zahl der Abtreibungsüberlebenden wichtiger ist als die der Nichtbetroffenen, kann die Entwicklung nur in Richtung Zerfall des gesellschaftlichen Netzes und zur Kultur des Todes führen.
Im vierten Teufelskreis untersuchen wir die Beziehung zwischen Abtreibung und Eugenik. Wir haben es schon gesagt: Eine Mutter, die abgetrieben hat, ist sehr ängstlich bei der nächsten Schwangerschaft. Diese Angst wird verstärkt und ausgenutzt durch die Medizin, die Ultraschalluntersuchungen vorschlägt oder gar aufträngt, ferner Blutentnahmen zur Entdeckung der Trimosetrie – 21 oder anderer genetischer Anomalien vornimmt. Weil sich während der vorangegangenen (abgebrochenen) Schwangerschaft die Mutter – Kind – Beziehung nicht hat aufbauen können, wird es der Mutter schwer fallen, ihr Kind anzunehmen. Sie wird noch weiter darin bestärkt, es nicht anzunehmen, wenn es sich nicht ihren Wünschen gemäß entwickelt. Man muß sich des Weiteren darüber im Klaren sein, daß die eugenische Indikationspraxis, die sich fast auf der ganzen Welt durchsetzt, auch Schwangerschaftsabbrüche dort vorschlägt, wo niemand bisher daran dachte, abzutreiben. (Die Legalisierung der Abtreibung stellt diese den Frauen zur Verfügung, die niemals heimlich und unerlaubt abgetrieben haben. Mit der eugenischen Induktion wird die Abtreibung Ehepaaren aufgedrängt, die niemals an eine solche Möglichkeit gedacht hätten). Enorm ist der medizinische Druck auf Ehepaare, doch abzutreiben, sobald Unregelmäßigkeiten (Fötale Anomalien) am ungeborenen Kind festgestellt werden. Die Ehepaare, die diesem Druck erliegen, erholen sich nie davon. Es ist deshalb äußerst wichtig, daß christlich gesinnte Ärzte über den weltweiten und fast systematischen Vormarsch der eugenischen Indikationspraxis ernsthaft nachzudenken.
Damit sich ein System, das Professor Schooyans, der Universität Löwen, „Ultranazismus“ nennt, etablieren kann, sind drei Bedingungen erforderlich: 1. Die Aktualität der tiefen ideologischen Wurzeln des Nazismus (Lebensqualität, lebenswertes/ Lebensunwertes Leben, Verabsolutierung der menschlichen Vernunft als höchstes Gut ec. 2. Diese Strömung muß weltweit vorliegen 3. Wir müssen alle daran teilhaben. Die Liberalisierung der Abtreibung wird dazu führen, daß man zur „Endlösung“ schreitet, die darin besteht, dass der Schwache, der Invalide und derjenige, der (scheinbar) keinen Nutzen bringt, eliminiert werden. Ein christlich gesinnter Arzt muß die Chance haben, sich weigern zu dürfen. Die perverse Beziehung, die heute zwischen Abtreibung, Eugenik und Ethikkommission besteht, muß weltweit zur öffentlichen Diskussion werden. In einer Welt, in der sehr viele Menschen von Abtreibung betroffen sind, gilt am Ende nur noch das Gesetz des Dschungels, d.h. das Recht des Stärkeren. Dies ist nichts anderes als die Verneinung des Gesetzes, eben die Gesetzlosigkeit. Mittlerweile hat man Angst, an sich irre zu werden. Man weiß zu gut, dass diese mörderische Kraft, die in uns ist, kontrolliert werden muß. Man schafft sich eine Sicherheit verleihende Umgebung, man sucht sich „Weise“ aus. New Age z.B. verführt die Abtreibungsüberlebenden, weil es ein beruhigendes Klima, eine Heimat, einen großen Bruder stellt, der über uns wacht sowie Sitzungen verspricht, bei denen man sich „gut und frei“ fühlen kann.
Der fünfte und letzte Teufelskreis ist derjenige, der Abtreibung und Euthanasie eint. Im Rahmen der pränatalen Diagnostik spricht man immer häufiger von „Lebensqualität“. Betagte und kranke Leute haben Angst vor der Euthanasie und ziehen es vor, ihren eigenen Tod zu wählen. Sie schreiben eine „Lebensverfügung“ (living will) und sprechen vom „Sterben in Würde“.
Es gehört zum ärztlichen Beruf, diese personen- und gesellschaftszerstörenden Teufelskreise zu enthüllen, mit Therapieangeboten und Trauerangeboten Ausheilung anzubieten und somit durch Logik und Zuwendung sowie einander vergeben, die Wunden zur Heilung zu bringen und die Teufelskreise zu zerstören suchen. Zum Schluß noch einige allgemeine und geistliche Forderungen. Die Konsequenz einer Abtreibung betreffen alle Mitglieder einer Familie und bedrohen deren Existenzen. Die ganze Gesellschaft ist in Gefahr, wenn man die Familie zerstört. Es läuft ein zunehmend perverseres Spiel zwischen Individuen und Gesellschaft ab. Durch die Annahme von Gesetzen, welche die Abtreibung legalisieren, werden die Bedingungen der Entmenschlichung und der Ablehnung des Nächsten institutionalisiert, was dann wiederum die Frauen zur Abtreibung drängt. Wenn die durch die Abtreibung Betroffenen nicht ausheilen (Selbstheilung, Frieden finden mit allen Betroffenen, sich selbst und Gott – oft nur mit fachlicher Hilfestellung von außen möglich) werden sie nie mehr den Schrei der Kleinen und Schwachen hören. Sie werden weiterhin ihre Schuld auf andere schieben. Um sich zu rechtfertigen, werden Sie zur Kultur des Todes, der menschlichen Auslese ermutigen und diese Ansicht verbreiten. Wenn sich eine Gesellschaft aus verwundeten und verängstigten Menschen zusammensetzt, wird das Regieren schwerer. Dann wird allein die Macht oder die Verführung den Konsens wieder herstellen, der zur Erhaltung der Ordnung in einer Gesellschaft notwendig ist. Die gesamte Zivilisation erleidet sehr tiefgehende Schäden durch die gesetzliche Liberalisierung der Abtreibung. Es wurde ein fundamentales Verbot abgeschafft, das Verbot der Lüge. Doch dieses Verbot ist unentbehrlich für das Leben in der Gesellschaft. Die schwerwiegendste Folge der Abtreibung ist die Verzweiflung. Eine Verzweiflung, die uns ins Chaos treiben kann und in die Selbstzerstörung.
Gott verlässt sein Volk nicht. Schon er hat unter Priestern und christlich gesinnten Ärzten jene Berufenen erweckt, die sich derjenigen Annehmen, die durch eine Abtreibung verletzt wurden. Sie steigen in die Hölle hinab, um diejenigen zu suchen und zu pflegen, die alle Hoffnung verloren haben. Christlich gesinnte Ärzte bilden sich heran, da die Wunden sehr tief liegen, daß es negative psychische Folgen gibt, die unbedingt mit fachlicher Unterstützung zur Ausheilung gebracht werden sollten. Diese Fachleute schließen sich zunehmend verstärkter zusammen, um ein Übel, das alle Grenzen schon überschritten hat, abzustellen. Es ist das größte Übel für den Einzelnen, die Familie und die ganze Gesellschaft. Anhang: Eine unvollständige Auflistung von Folgen einer Abtreibung für medizinische Berufe, Politik, Rechts- und Wirtschaftsordnung wurde hier begonnen, anzulegen.
Diese Liste ist unvollständig und jeder geneigte Leser ist aufgerufen, weitere Folgen hinzuzufügen:
Danken und ehren möchte ich Herrn Professor Philipp Ney, einem kanadischen Psychiater, für seine intensive Forschungsarbeit, der ich die Leitgedanken für diesen Vortrag entnommen habe. Über 18 Monate lang hatten wir mehrere Länder bereist, um Therapeuten auszubilden, damit diese Betroffene betreuen und begleiten können, denen durch Abtreibungen Wunden geschlagen worden waren. Dr. Marie A. Peeters Institut de Progenese 45 rue des Saints – Peres 75006 Paris Übersetzt aus dem Französischen durch N. Zwicky – Aeberhard Als Broschüre erhältlich bei der Aktion Leben für Rahel e.V Für alle Seiten und Links gilt der gesetzlich geforderte Haftungsausschluss Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular! |
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