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10.02.05 Auf diese Seite des Tagebuches wird es nur Positives geben, negatives hatten wir nun mehr als genug!
Zuerst möchte ich mich beim Rheingau Echo ganz herzlich bedanken. Durch die Veröffentlichung von Alexandras Geschichte hat sich alles zum guten gewendet. Ein dickes danke schön geht auch an den Schulamtsleiter, der es mir ermöglichte Alexandra wieder aus der Schule zu nehmen. Zum Schluss noch ein danke an alle, die die Daumen gedrückt haben, Aufmunterung`s Mail`s und liebe Worte, die mir immer wieder die Kraft gaben, weiter für Alexandra zu Kämpfen DANKE :)
Jetzt aber zum wesentlichen *g* Wir sitzen praktisch auf gepackten Koffern, für das Abenteuer Schule. Durch den Bericht im Rheingau Echo bekam ich von einer Mutter den Tip von einer Schule in Rheinland-Pfalz, die ich mir mittlerweile angesehen habe und in die Alexandra schon angemeldet worden ist. Das ganze ohne Probleme, bedenken oder Vorurteile. Seid 4 Jahren gibt es das Projekt, das behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen Lernen dürfen. Vor vier Jahren war es in Rheinland Pfalz noch üblich, das man jedes Kind in der Schule untergebracht hat, das für es zuständig war, auch gegen den Protest von Eltern. Die Schule selbst äußerte sich sehr Positiv auf die Integration und auf die Erfahrungen die sie mittlerweile mit Integration`s Kinder gemacht hat. Zur Zeit sind 6 Kinder integriert, 4 Lernbehinderte, ein Kind mit Down-Syndrom und ein Körperbehindertes Kind.
Das ganze Konzept der Schule ist sehr Positiv
Dort wird zum Beispiel in der Klasse zusammen gefrühstückt, da man möchte das die Pause zum toben und spielen ist und nicht zum frühstücken. In der ersten Klasse ist zusätzlich zur Klassen Lehrerin eine Erzieherin dabei, die mit darauf achtet bei welchem Kind schwächen vorliegen, damit so früh wie möglich eine Förderung stattfindet, damit die schwachen Schüler nicht durch das Raster fallen. Was ich besonders toll finde sind die Lehrpläne, die nicht stur durchgezogen werden, sondern das schwache Schüler einen anderen Lehrplan haben als Schüler denen das Lernen nur so zufliegt.
Man lässt mit diesem Konzept kein Kind fallen, sondern geht auf die schwachen, sowie starke Schüler ein, jeder bekommt eine Chance und wird nicht, wie es üblich ist, ausgemustert!
Wenn sie irgendwann einmal merken das Alexandra keine besondere Förderung mehr braucht, fällt sie aus dem Integrationsverfahren heraus und kann dann ihren Hauptschulabschluss machen.
Ich habe gerade eine Schule beschrieben bei der das miteinander und füreinander ganz groß geschrieben wird, eine Schule der Zukunft, die den Meilenstein gelegt hat, es geht auch anders. Vielleicht folgen noch viele Schulen diesem Beispiel, man soll die Hoffnung nie aufgeben das es ein umdenken gibt, diese Schule ist der beste beweis das es auch ohne Ausgrenzen geht!
14. 04. 05
Es hat sich einiges getan. Mittlerweile haben wir die Sonderpädagogische Untersuchung, für die Schule, hinter uns gebracht. Alexandra wurde im Kindergarten 3 Std. getestet. Beim anschließendem Gespräch fiel zum ersten mal der Satz,
"Nicht geistig behindert"
Gott sei Dank habe ich das nicht allein gehört, sondern die Kiga-Leiterin war auf meinen Wunsch hin, bei dem Gespräch dabei. Die Freude darüber dauerte aber nur einen Tag. Am nächsten Tag der Anruf "Ich möchte Alexandra noch einige Tests unterziehen" Dann fielen Sätze wie, "Ich muss das Gutachten verantworten können (???) und "Wenn Alexandra als geistig behindert eingestuft wird, bekommt sie mehr Förderstunden.
???) Verstehen muss ich das nicht, oder ?
Die Kiga-Leiterin reagierte nicht so verdutzt wie ich *g* und hat ihr die Meinung dazu gesagt, danach war die Kiga-Leiterin ein Bösartiger Mensch *bg* Bösartiges habe ich an ihr noch nicht bemerkt, sie ist ein offener Hilfsbereiter Mensch, mit sehr viel Herzenswärme. :)
Das ganze ist schon 5 Wochen her und nichts rührt sich. Dabei bin ich doch mehr als gespannt darauf ob sie Alexandra wirklich, (mal wieder!!) als geistig behindert eingestuft hat. Mittlerweile habe ich nur noch ein Müdes Grinsen dafür übrig. In der Schule wird man, genau wie im Kindergarten, merken das Alexandra nicht geistig behindert ist.
Deswegen *Gaaaaaaaanzbreitgrins* :)
19. 04. 05
Gutachten ist da und mir fällt nur noch *Aua* ein, das wird ja immer schlimmer *g* Wenn man davon aus geht das ihr erstes Urteil im Beisein der Kiga-Leitung hieß "Nicht geistig behindert" hat sie im Gutachten in die unterste Schublade gegriffen.
Selbst das Vincenzstift, Horst Schmidt-Klinken und Mainz waren Humaner und haben nur eine leichte geistige behinderung zu Papier gebracht.
Sie ging noch einen Schritt weiter und bescheinigte meiner Süßen nur noch einen IQ von 49 (?) Mittelgradige geistige behinderung, danach kommt nur noch schwerste geistige behinderung. Eins würde mich brennent Interessieren. WAS!!? geschah zwischen dem Urteil nicht geistig behindert und dem Anruf 24 Std. später. Was ist passiert in dieser Zeit das man so umschwenkt, um solch ein Gutachten zu schreiben. WAS?? Obwohl, Freunde und Verwandte haben mit ihren Vermutungen vielleicht gar nicht einmal so unrecht, nur kann ich das hier nicht wiedergeben *LEIDER*
Das Gutachten setze ich nicht auf die Page, ist mir mit 15 Seiten einfach zu viel zum Abtippen. Das Gutachten ist so gehalten das erst ein Stück Zucker gereicht wird und dann die Bittere Medizin *fg*
Was sich aber so richtig Herrlich beißt mit einem IQ von 49 ist folgender Absatz des Gutachtens ;)
Kognitive Entwicklung:
Bereich Voraussetzungen zum Lesen-/Schreibenlernen:
In diesem Bereich verfügt Alexandra bereits über außergewöhnliche Fähigkeiten. Sie kennt fast alle Groß- und Kleinbuchstaben und kann schon zahlreiche Ganzwörter (Mama, Oma....) lesen. Ohne Probleme kann sie außerdem schon unbekannte Silben lesen. Sehr gute Fähigkeiten hat Alexandra auch beim Schreiben. Sie kennt die Form fast aller Großbuchstaben und kann diese aufschreiben.
nicht OK, auf Wunsch von Franzi :)
Ein phonologisches Bewusstsein hat sie bisher nur ansatzweise entwickelt: so ist sie z.b. in der Lage, markante Buchstaben aus einem Wort herauszuhören. Bei einigen Wörtern kann sie sogar die Anfangs- und teilweise auch die Endbuchstaben erkennen (Affe, Löwe Maus).
Meiner Einschätzung nach sind ihr diese Wörter jedoch als Ganzwörter bekannt, da ihr die auditive Durchgliederung von Silben beim Silbendiktat noch nicht gelingt.
(Was erwartet die von einem Kind das noch nicht in die Schule geht? Fehlerfreies Diktat?)
Dazu kommt dann noch ;)
Orientierung:
Alexandra hat bereits eine sehr gute räumliche Orientierung. Im Kindergarten weiß sie z.b. genau, wo alle Räume liegen. Außerdem kann sie den Ort benennen, in dem sie wohnt. Auch ihre zeitliche Orientierung ist sehr gut. Sie kann den aktuellen Wochentag benennen und weiß sogar welcher Tag morgen oder übermorgen ist.
Nicht OK
Die Beschreibung eines Tagesablaufs in zeitlicher Abfolge gelingt Alex noch nicht. Sie kann sich zwar schon sehr gut an einzelne Ereignisse des vorangegangenen Tages erinnern, die Reihenfolge der Ereignisse bringt sie beim Erzählen aber noch durcheinander.
Lebenspraktische Fähigkeiten:
Auch im Kindergarten zeigt Alexandra, dass sie schon sehr selbständig ist: Sie bedient sich z.B. allein am Frühstücksbuffet, deckt ihren Tisch, isst allein und räumt hinterher wieder auf.
Nicht OK
Kann keine Schuhe Binden, wofür gibt es Klettverschlüsse *g* Reißverschluss und Knöpfe kann sie nicht schließen?
Kann sie wohl!
![]() Problemlösendes Denken:
Alexandra zeigt in den Überprüfungssituationen, das sie Zusammenhänge entdecken und Probleme selbstständig lösen kann. So hat sie z.B. den Spielteppich zur Seite geräumt um besser Flummi spielen zu können. Bei der mitgebrachten Stoppuhr versuchte sie gleich, ihre Funktion herauszufinden.
Nicht OK
Gelingt ihr nicht, eine kleine Bildergeschichte aus drei Bildern in die richtige Reihenfolge zu legen.
Bereich mathematisches Denken:
Die Unterscheidung "eins" und "viele" und Eins-zu-Eins-Zuordnung bewältigt Alexandra ohne Probleme. Außerdem kann sie die Zahlenmenge bis 10 fast fehlerfrei ausführen. sie weiß das man Mengen durch Hinzufügen oder wegnehmen verändern kann.
Nicht OK
Kann noch nicht Plus und Minus Rechnen.
Sie zeigt kleine Unsicherheiten beim durchhalten des Eindeutigkeitsprinzips.
Die Begriffe Kreis, Viereck und Dreieck kennt sie noch nicht sicher. (Kennt sie schon lange
) Auch beim visuellen Operieren mit Größen ist sie noch nicht sicher.Sprache:
Alexandras Sprache ist bereits sehr gut entwickelt. Besonders auf der syntaktisch-morthologischen Ebene ist sie schon sehr kompetent:
Nicht OK
Ab und zu verschluckt sie noch Laute (Mahlzeit ;) Kleine Unsicherheiten pf, kn, fr, br.
Erwachsenen gegenüber zeigt Alexandra sich sehr offen und sprechfreudig. Dabei ist es ihr jedoch wichtig, dass der andere auf sie zugeht und sie nicht von sich aus Kontakt zu einem Kommunikationspartner aufnehmen muss. (Häääh?????
) Bei der Kommunikation mit anderen Kindern hat sie noch Schwierigkeiten.Feinmotorik:
In ihrem Alltag löst Alexandra viele Anforderungen mit großen feinmotorischen Geschick: Sie kann z.b. mit Messer uns Gabel essen, mit einem Stift Malen und schreiben, Gegenstände mit dem Pinzetten aufnehmen und Puzzles oder Steckspiele spielen.
Nicht OK
Augen-Hand-Koordination, mit der Schere schneiden.
Alexandra bevorzugt beim Spielen, Malen Essen usw. ihre rechte Hand (Was sagt uns das? Genau, sie ist Rechtshänder (*g*)
Wahrnehmung:
Keine Probleme bereite ihr der Aspekt Wahrnehmungskonstanz. Sie kann geometrische Formen nach den Kriterien der Farbe, Form und Größe zu Mengen zusammenfassen. Die Wahrnehmung der Raumlage gelingt Alexandra schon recht gut. Sie hat bereits einen sicheren Lagebegriff entwickelt und kann daher Gegenstände nach Aufforderung auf, unter oder neben einen Stuhl legen. Recht gut kann Alexandra schon abstrakte Formen nachmalen.
Nicht OK
Figur-Grund-Wahrnehmung
Räumliche Beziehung
Bereich auditive Wahrnehmung:
Im Alltag scheint Alexandra keine besonderen Auffälligkeiten im Bereich "Auditive Wahrnehmung" zu haben. Sie kann sich kleine Spiel und Bewegungslieder gut behalten und dabei laute und leise Töne voneinander unterscheiden. Die sprachliche Äußerungen versteht sie offensichtlich gut und dabei kann sie auch ähnlich klingende Wörter (z.b. Tasse-Tasche; Kanne-Tanne) voneinander unterscheiden.
Nicht OK
Nach dem Hören von Alltagsgeräuschen und Tierstimmen konnte sie nur bei etwa der Hälfte der Geräusche spontan auf das entsprechende Bild zeigen. Die Lokalisation von Geräuschen oder Sprache gelingt Alex bei geschlossenen Augen noch nicht.
Bereich Gleichgewichtswahrnehmung:
Alexandras Gleichgewichtswahrnehmung ist recht gut entwickelt. sie kann kurzzeitig auf einen Bein stehen und sogar auf einen Bein vorwärts hüpfen. Beim Balancieren kann sie ohne große Ausgleichsbewegungen im Fuß-vor-Fuß-Gang über ein Seil gehen.
Nicht OK
Scheint alles OK *fg*
Soziale und emotionale Entwicklung:
Nur zu beginn der Überprüfung zeigte sich Alexandra etwas zurückhaltend, dann war sie mir gegenüber sehr offen und kontaktfreudig. Sie wirkt sehr selbstbewusst und selbstständig.
Sehr gut kann sie sich schon allein Beschäftigen (z.b. beim Bauen im Bewegungsraum). Dabei fordert sie nur selten sie Aufmerksamkeit anderer. Bei kleineren Konflikte sucht sie sich keine Hilfe.
Nicht OK
Zu lang, Zusammenfassung: Alexandra kann mit gleichaltrigen Kindern nichts anfangen, jüngere versucht sie zu bemuttern. Hatte ich aber irgendwo schon einmal auf der Page erwähnt *Grübel* das Alex sich lieber an älteren Kindern orientiert.
Ergebnis standardisierter Testverfahren:
Alexandra erreichte einen Gesamtrohwert von 18, was einen Standartwert von 57 eintspricht. Daraus ergibt sich bei vier abgenommenen Subtest ein IQ von 49 ![]() Mittelgradige Intelligenzminderung (F71). Der IQ liegt gewöhnlich im Bereich zwischen 35 und 49. Die Leistungsprofile können sehr unterschiedlich sein. Das Ausmaß der Sprachentwicklung reicht von der Fähigkeit, an einfachen Unterhaltungen teilzunehmen, bis zu einem Sprachgebrauch, der lediglich für die Mitteilung der Grundbedürfnisse ausreicht; einige lernen niemals sprechen, verstehen einfache Anweisungen, andere lernen Handzeichen. Die Fähigkeiten zur Selbstversorgung entwickeln sich verzögert, einige Personen benötigen lebenslange Beaufsichtigung.
Mit einem IQ von 49 hat man keine besonderen außergewöhnliche Fähigkeiten, zumindest nicht die Fähigkeiten die in dem Gutachten stehen.
Ich würde sagen, setzen Sechs, Klassenziel verfehlt. *fg*
Noch nie hatte ich ein Gutachten in den Händen, das sich selbst so sehr widerspricht.
*Ähm* Dummerweise hat jemand aus meinem Umfeld nicht den Mund halten können und erzählt was ich vorhabe. Ausgerechnet jemandem der bei der vorherigen Katastrophe beteiligt war. Derjenige Informierte ohne mein Wissen die neue Schule von unseren kommen und vielleicht auch noch den einen oder anderen Beteiligten? Letzteres sind nur Mutmaßungen. Bei allem was passiert oder was passiert ist, scheint so mancher zu vergessen oder nicht damit zu Rechnen, das ich die stärkste Waffe habe, meine Tochter.
Sie wird selbst, sämtliche Gutachten, widerlegen. Wie sagte die........so schön "Ich muss das Gutachten verantworten können"
DA!! hat sie Recht. In diesem Sinne *g* Wünsche ich euch allen eine schöne Zeit :)
20. 04. 05
Mir ist beim Lesen Schlecht geworden. :(
Hier ein kleiner Auszug.
Die Intervention der katholischen Amtskirche
Am 21. Januar 1997 erhielte ich völlig unerwartet eine Kopie der Seiten 10 bis 12 meines im Oktober 1996 erschienenen Buches Gestohlene Kindheit.. Mein damaliger Verleger, der katholische Patmos Verlag in Düsseldorf, verlangte plötzlich für die Vorbereitungen zum geplanten Nachdruck von Gestohlene Kindheit, daß diese Seiten, in denen ich mich kurz mit meiner eigenen Kindheit im St. Vincenzstift in Rüdesheim-Aulhausen beschäftigt habe, auf etwa eine Buchseite zusammengestrichen wird. Ich hatte ja einmal angedeutet, das mein Bruder von einem Mitarbeiter des Vincenzstiftes etwas erzählt bekommen hat, im Bezug auf Alexandra.
Nachdem was jetzt wieder passiert ist, werde ich mich mit meinem Bruder noch einmal unterhalten und diese Aussage nun doch in die Page mit aufnehmen! Kann aber ein paar Tage dauern, sehe Bruderherz nicht so oft ;)
Schreibt euch Bitte meine Mail-Adresse auf, kann sein das man die Page wieder versucht zu Löschen. G1Tu@aol.com
Ging Ratz Fatz *g* Alsooooo *Schade* :(
Brüderlein ist der Meinung ich soll es auf die Page setzen, ABER! wenn es hart auf hart
kommt ist er nicht bereit den Namen des Mitarbeiters zu nennen, um dessen Arbeitsplatz nicht zu gefährden *Dummgelaufen* Ich hätte es zu gerne auf die Page gesetzt! Aber ich habe Zeit. Mitarbeiter Kündigen hin und wieder oder gehen in den Ruhestand. *bg*
23. 04. 05
Nächte Seite wird geöffnet, Tagebuch 5 geschlossen. Ich hatte ja geschrieben das es in Tagebuch 5 nur Positives gibt, habe mich daran gehalten ;)
Selbst das Gutachten ist Positiv *g* Ich glaube noch keine Gutachterin hat es geschafft sich selbst so Lächerlich zu machen, wie unsere.
*fg* ![]() Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular! |
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