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Richtlinie bietet kaum Schutz Zum Leidwesen der Tiere birgt die Umsetzung der Richtlinie einen großen Handlungsspielraum. In Schleswig-Holstein vertritt man die Ansicht, dass man so wenig hilfsbedürftige Tiere wie möglich in eine Seehundstation verbringt. "Es ist in der Tat ein großes Nord-Süd Gefälle augenscheinlich. Während in Dänemark leider gänzlich auf die Aufzucht hilfebedürftiger Robben verzichtet wird, gelangen in Schleswig-Holsein lediglich ein Bruchteil der hilflos aufgefundenen Tiere in eine Aufzuchtstation. In Niedersachsen hingegen werden schon weitaus mehr Tiere aufgenommen und in den Niederlanden ist man be-müht, so vielen Tieren wie eben nur möglich zu helfen", berichtet Sascha Regmann von Project Blue Sea e.V.
Aktionsforum "Seehunde in Not" In den in Schleswig-Holstein gängigen Handlungsweisen sehen Tierschützer daher einen groben Verstoß gegen den mittlerweile im deutschen Grundgesetz verankerten Tierschutz. Aus diesem Beweggrund haben mehrere Tierschutzorganisationen, unter ihnen auch Project Blue Sea e.V. das Aktionsforum "Seehund in Not" gegründet."Wir fordern, dass sich die bestehende Richtlinie eindeutig zum Schutz der Tiere ändert. Die Entscheidungsmacht über das Leben oder Sterben der Tiere darf nicht den benann-ten Seehundjägern überlassen sein. Daher sollen qualifizierte Tierärzte die aufgefunde-nen Tiere begutachten, um diejenigen mit einer reellen Überlebenschance in eine Aufzuchtstation zu geben", erläutert Tierärztin Janine Bahr vom Aktionsforum.
Der Mensch hat längst eingegriffen… Als Rechtfertigung für diesen nicht ausreichenden Einsatz zum Schutz der einzelnen Tiere wird von schleswig-holsteinischer Seite angeführt, dass es sich bei Robben schließlich um Wildtiere handele, deren Population nicht gefährdet sei. "Der Mensch soll nicht in die natürliche Selektion eingreifen", weiß das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft in Kiel zu berichten.
Leider wird nicht berücksichtigt, dass es sich beim Wattenmeer nicht um ein natürliches Gebiet handelt. Zwar sind Schutzzonen eingerichtet worden und es wird auf vielen Schautafeln darauf hingewiesen, dass man Tiere und Natur nicht stören soll. Doch wie so oft sieht die Praxis anders aus. Massentourismus, Schifffahrt sowie Fischerei sind hierbei die optisch auffälligsten Dinge. Viele Jungtiere werden von ihren Müttern getrennt, weil unvorsichtige Touristen oder Sportbootkapitäne sich zu sehr nähern und somit eine Tren-nung hervorrufen. Eine ebenso große Gefährdung für das Watt und ihre Bewohner ist größtenteils unsichtbar. Die Einleitungen der Industrie und Landwirtschaft bedrohen in größtem Maße Fauna und Flora. Die meisten ins Meer eingeleiteten chemischen Sub-stanzen sind für das bloße Auge unsichtbar, jedoch für den Gesundheitszustand der Robben, die an der Spitze der Nahrungskette stehen, besonders gravierend. Untersuchungen an tot aufgefundenen Robben ergaben, dass ihr Fleisch und Fettgewebe mit über 150 verschiedenen chemischen Stoffen belastet war.
Robben brauchen unsere Hilfe Dass Rettungsbemühungen für hilfsbedürftige Robben als ein nicht zulässiger und bei Strafandrohung verbotener Eingriff ist, kann aus Tierschutzsicht nicht hingenommen werden. In der Vergangenheit häuften sich Berichte, welche die nicht tierschutzgerechte Behandlung von aufgefundenen Seehunden und auch von Kegelrobben verdeutlichen. So wurden beispielsweise an die Küste gespülte neugeborene Tiere von Seehundjägern über mehrere Tage hinweg lediglich beobachtet, ohne sie zu versorgen. Durch das entstandene Flüssigkeitsdefizit im Körper entkräfteten die Robben natürlich schnell. Als letzte Lösung töteten die Seehundjäger die Tiere durch einen Fangschuss.
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