Auf dieser Seite möchte ich ein wenig auf die verschiedenen Kaninchenkrankheiten eingehen.
Ich habe Informationen aus dem Internet, aus der Literatur und aus verschiedenen Artikeln in Zeitschriften zusammengefasst.
Am ende der Seite findet ihr meine kleine homöopathische Kaninchenapotheke.

Bei Verdacht auf eine der untenstehenden Erkrankungen bitte den Tierarzt konsultieren. Keinesfalls sollte man eigenhändig irgendwelche
Medikamente verabreichen.Ebenso sollte die Dosierung genau beachtet und eingehalten werden.


Viruserkrankungen / Seuchen
Je nach Land besteht eine Meldepflicht!

Virale hämorrhagische Krankheit VHK, RHD, Chinaseuche
Die Viruserkrankung ist hoch ansteckend und geht einher mit hohen Tierverlusten. Meist innerhalb weniger Stunden und Tage. Eine Ansteckung erfolgt durch den Kontakt mit infektiösen Ausscheidungen der kranken Tiere. Auch eine indirekte Uebertragung durch den Menschen (Kleider, Hände etc.) oder durch die Luft ist nicht ausgeschlossen. Es sind drei Verlaufsformen bekannt. Erste Form,Gesund = tot, ohne Anzeichen oder mit Nasenbluten. Zweite Form, die Tiere zeigen Symptome wie Benommenheit, schwere Atmung und ersticken, Nasenbluten ebenfalls möglich. Die letzte Form verläuft mild, Störungen des Allgemeinbefindens, führen meist nicht zum Tod.
Vorbeugung: jährliche Impfung empfehlenswert
Quarantäne nach Zukäufen!
Behandlung: nicht möglich
Heilung nicht möglich

Myxomatose
Myxo wird auch die Kaninchenpest genannt und ist eine Viruserkrankung, die fast
ausschliesslich unter Haus- und Wildkaninchen auftritt. Seltener trifft man sie beim
Feldhasen an. Die Uebertragung des Virus findet am häufigsten indirekt durch stechende
und blutsaugende Insekten statt. Ein wirksamer Insektenschutz ist deshalb gerade bei
industrieller Tierhaltung wichtig. Eine Uebertragung kann auch von Tier zu Tier oder von
Mensch zu Tier stattfinden. Im Sommer und im Herbst, bei feuchtwarmem Klima,
tritt die Myxomatose vermehrt auf. Sie bevorzugt Gegenden mit stillen Gewässern. Eine Infektion durch die Aufnahme von infiziertem
Grünfutter ist ebenfalls möglich. Der Virus zieht meist eine hohe Sterberate mit sich.
Myxo tritt in zwei Verlaufsformen auf.
Beim akuten Verlauf treten Schwellungen und Entzündungen im Bereich der Augenlieder,
des Mundes, der Ohren, Lippen und des Genitalbereiches auf. Die Krankheit endet meist mit dem Tode des Tieres.
Beim chronischen Verlauf vertreten vermehrt Pusteln auf. Eine Heilung ist in Einzelfällen möglich.
In manchen Fällen erholt sich das Tier wieder, es trägt die Krankheit jedoch weiterhin in sich.
Vorbeugung: Insekten fernhalten, Impfung 2x jährlich (in der Schweiz nicht zugelassen) 
Quarantäne nach Zukäufen!
Behandlung: nur lindernde Behandlung möglich. Z.B.Augentropfen
Vollständige Heilung nicht möglich.

Infektionskrankheiten

Ansteckender Kaninchenschnupfen
Als Erreger dieser Krankheit kommen mehrere Bakterien wie Pasteurella multocida und Bordetella bronchiseptica in Frage. Die Krankheit ist oft in Zusammenhang mit der Pasteurellose anzutreffen. Ein genaue Diagnose bringt nur einem oberen Nasenabstrich/Bakteriogramm.
Der Schnupfen äussert sich durch eitrigen Nasenausfluss, erschwerte Atmung und häufiges Niesen. Die Tiere fressen kaum und sind wenig aktiv, teilweise apathisch. Eine Mittelohrenzündung oder Bindehautentzündung kann dazu kommen.
Vorbeugung: gute Hygiene,
Quarantäne nach Zukäufen!
Impfung möglich (umstritten) min. 2x jährlich
Behandlung: antibiotische Behandlung je nach schweregrad
möglich, oberer Nasenabstrich/Bakteriogramm
Das Tier bleibt Keimträger und Keimausscheider

Pasteurellose
Die Pasteurellose ist eine hochansteckende Krankheit, die durch das Bakterium Pasteurella multocida verursacht wird. Oft mit Kaninchenschnupfen verbunden. Tiere aller Altergruppen können befallen werden. Die Tiere sind oft Träger dieser Krankheit, ohne das diese zum Ausbruch kommt. Sie stecken sich durch direkten Kontakt und über gemeinsam benutzte Gefässe an. Stresssituationen wie Wetterwechsel, Umzug, Transport etc. können die Krankheit ausbrechen lassen. Je nach Organinfektion kommt es zu Schnupfen oder einer Lungenentzündung. Es kann auch zu unerwarteten Todesfällen kommen. Die Symptome können auch sehr schleichend auftreten.
Vorbeugung: gute Hygiene,
Quarantäne nach Zukäufen!
Trink- und Futtergeschirre täglich mit heissem
Wasser reinigen
Futterreste immer entfernen
Behandlung: Antibiotika, oberer
Nasenabstrich/Bakteriogramm
Stallspezifischer Impfstoff möglich
Das Tier bleibt Keimträger und Keimausscheider

Parasitäre Erkrankungen

Kokzidiose
Kokzidien sind winzige Parasiten mit einem komplizierten Entwicklungszyklus. Sie siedeln sich im Darm, seltener in der Leber an. Die resistenten Oozysten werden mit dem Kot ausgeschieden. Die Tiere infizieren sich über verschmutztes Futter, verschmutzte Gefässse und durch Kot. Je nach Schweregrad kommt es zu leichten bis schweren Gesundheitsstörungen. Diese können sich durch körperliche Schwäche, Appetitlosigkeit und Durchfall äussern.
Vorbeugung: regelmässige Stall- und Freilandreinigung
geziehlte Behandlung der Häsinnen, spätestens
10 Tage vor dem Werfen mit z.B. Sulfonamiden ist empfehlenswert
Futter mit Kokzidiostatikum verabreichen,
als Kur, 1-2x jährlich,
Quarantäne nach Zukäufen!
Behandlung:
Antibiotika, Heilung möglich

Enzephalitozoonose ( oft Schiefhals genannt)E.cuniculi
Sie wird durch einen sporenbildenden Einzeller Namens Encephalitozoon cuniculi verursacht. Er kommt bei allen Nagern vor. Die infektiösen Sporen werden über den Harn ausgeschieden und können so von anderen Nagern über infiziertes Futter oder Einstreu wieder aufgenommen werden. Der Erreger befällt vor allem das Gehirn oder die Nieren, wo er oft zu milden, chronischen Enzündungen führt. Die Tiere zeigen oft keine Symptome. Manchmal treten Störungen des Zentralnervensystems auf, wie Bewegungsstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Kopfschiefhaltung. Auch Lähmungen sind nicht selten.
Vorbeugung: gute Hygiene, Futter und Streu "Mäusefrei"
lagern
Quarantäne nach Zukäufen!
sonst leider schwer vorzubeugen
Behandlung: Blutuntersuchung, mehrwöchige Behandlung mit
Antiparasitikum und Antibiotika, Cortison,
Vitaminen möglich.
Je früher die Krankheit erkannt wird, desto grösser sind die Chancen für das Tier ohne Beeinträchtigung weiterleben zu können.
Ein Tier das an "Schiefhals" erkrankt ist, sollte sofort aus dem Lebensbereich von Personen mit verminderter Immunfunktion (alte Menschen, Kinder, MS Patienten, HIV-Positive etc. entfernt werden. Die Wohnung ist gründlich zu desinfizieren.
Vollständige Heilung nicht möglich.
Das Tier bleibt Keimträger und Keimausscheider

Mehr zum Thema Schiefhals/E.Cuniculi auf der HP von
www.headtilt.de

Dieser kleine Ratgeber soll lediglich helfen und auf keinen Fall einen nötigen Tierarztbesuch ersetzen.
Ich habe einige Laienkurse in Homöopathie besucht und hatte das Glück die Studiumsunterlagen eines verstorbenen Bekannten zu bekommen. Ich habe mich durch diese Unterlagen durchgeackert. Auch habe ich einen beachtlichen Stapel an Literatur über Homöopathie.
Ich selbst wende bei „einfachen“ Krankheiten oft homöopathische Mittel an, bei meinen Tieren wie auch in der Familie. Oft, aber nicht immer mit Erfolg.
Mit klassischer Homöopathie als Solches haben meine Tipps nicht viel zu tun. Ein klassischer Homöopath arbeitet in erster Linie über das Konstitutionsmittel. So fest möchte ich mich nicht vertiefen. Wäre auch nicht möglich, ohne Mensch oder Tier vor sich zu haben.
Auf grossartige Erklärung was Homöopathie ist etc. möchte ich auch verzichten, da
Interessierte sich bereits darin etwas auskennen werden.
Es sollte jedem bewusst sein, dass man durch herumexperimentieren und einsetzen von verschiedenen homöopathischen Mitteln auch „Schaden“ anrichten kann. Vor allem dann, wenn man ein Mittel nach dem anderen einsetzt weil man denkt ersteres habe nicht gewirkt. Da also, Vorsicht!

Auswahl der Potenzen ist eine Erfahrungs- und Ansichtssache. In jedem Buch steht i etwas anderes darüber.
Darum auch hier, die Angaben beziehen sich allein auf meine Erfahrungen, vermischt mit Empfehlungen aus der Literatur.

Die meisten homöopathischen Mittel bekommt man als Tropfen (Urtinktur), Globuli oder Tabletten. Auch Salben sind einige erhältlich. Man kann Globuli und Tabletten wenn nötig mit wenig Wasser auflösen und dem Kaninchen direkt ins Maul geben oder man kann sie über das Futter geben. Beim Frischfutter kann man die Globuli sehr gut reinpressen und so „unterschummeln“.
Darauf achten dass die Globuli nicht gross mit der Hand angefasst werden und nicht mit metallischen Gefässen und Löffeln benutzt werden.

Jede Erkrankung schwächt das Immunsystem. Darum immer gleichzeitig mit Erkrankungen das Immunsystem mit Echinacea stärken. Als Tinktur ein paar Tropfen ins Trinkwasser, oder Globuli D/C6-12 übers Futter. Wer Echinacea Pflanzen im Garten hat, kann selbstverständlich auch frische oder getrocknete Pflanzen verfüttern oder eine Tinktur selber herstellen.

Tinkturen selber herstellen:
Ich möchte hier zwei Tinkturen aufführen die ich selber immer herstelle und auch erfolgreich verwende.

Calendula: Eine gute handvoll Blüten in eine Flasche füllen. 1 Liter Branntwein od. Grappa etc. dazu giessen. 14 Tage in der Sonne stehen lassen od. mind. Bei 20 Grad. Absieben. Fertig. Für Wundbehandlungen 1:10 verdünnen!!
Echinacea: Für eine Frischpflanzentinktur werden schöne, kräftige Stengel einer mindestens zwei Jahre alten, blühenden Pflanze von Juli bis September bei sonnigem Wetter abgeschnitten.
Mindestens 50%iger Alkohol: Dazu eignet sich am besten ein klarer, neutral schmeckender Schnaps wie Wodka oder Korn, aber auch Kernobst, Apfelschnaps oder Kirsch.
Braune oder angefressene Blätter und zähe Stengelteile werden entfernt, alles andere kann verwendet werden.
Zuerst die Strahlenblüten abzupfen, dann den Blütenkopf entzwei schneiden. Die Körbchenblüten abstreifen und den verbleibenden Blütenboden in dünne Scheibchen schneiden. Blätter mit der Schere in Streifen schneiden. Die Stengel längs halbieren und mit der Schere quer in kleine Stücke schneiden.
Alles zu 2/3 - 3/4 Höhe in ein Einmachglas füllen und sofort mit dem Schnaps gut bedecken. Das Glas zudecken, beschriften und ca. 4 Wochen oder länger im Halbschatten, d.h. sonnig, jedoch gelegentlich mit etwas Schatten, stehen lassen. Ev. im Oktober noch wenig Wurzel zufügen. Dann durch einen Kaffeefilter sieben, zum Aufbewahren in eine braune Flasche füllen. Evtl. in kleine 100ml Fläschchen mit Pipette abfüllen.

Akute Bindehautentzündung
Eine akute Bindehautentzündung tritt beim Kaninchen öfters auf. Dies kann durch wühlen in der Einstreu, Luftzug, Wetterumschwung, Pollen, staubiges Futter etc. leicht vorkommen.
Die entzündeten Bindehäute sind gerötet und geschwollen, der reichliche Tränenfluss ist heiß, scharf und wundmachend. Diese Krankheitserscheinungen entsprechen dem Arzneimittelbild von Euphrasia, dem Augentrost. Wir geben es als C/D6 innerlich, 1-2stündlich. Dazu verabreichen wir 3x täglich Euphrasia Augentropfen. Ebenso kann ich die Augentropfen von Similasan sehr empfehlen bei leichten Bindehautentzündungen. Bei Augentropfen darauf schauen dass man sie in Einzeldosen bekommt. Andere Augentropfen sind nur 30 Tage nach öffnen haltbar! Tritt innert ein paar Tagen keine Besserung auf, so gehört das Tier zum Tierarzt.

Bienen/Wespenstich
Das Mittel unserer Wahl heisst hier Apis.
Apis hilft schnell und zuverlässig bei Mensch und Tier. Viertelstündlich C/D30 bis die Schwellung zurückgeht oder der Stich nicht mehr so schmerzt. Bei Tieren 3x im Abstand von einer Viertelstunde eine Gabe.

Blähungen/Magen-Darmprobleme
Blähungen können durch die Aufnahme von verdorbenem Frischfutter entstehen.
Ebenso können verschiedene andere Futtermittel wie Trofu, Heu, Brot etc. zu Blähungen führen. Als erstes sollte man versuchen ob man das Tier in Bewegung halten kann. Als Mittel geben wir Nux vomica in C/D6 mehrmals in halbstündigem Abstand. Besserung sollte rasch eintreten. Fencheltee reichen. Nux vomica ist bei Magen-Darm Problemen das erste Mittel. Fertige Präparate bei Magen-Darm Beschwerden ebenfalls bei Similasan. Kamillenprodukte egal welcher Art, schwächen
homöopathische Mittel ab oder heben die Wirkung ganz auf.

Durchfall
Ich möchte hier nur auf Durchfall durch Fütterungsfehler eingehen. Alles andere gehört in die Hände des Tierarztes.
Nux vomica C/D6 auch hier als erstes Mittel.
Arsenicum C/D6 Album, wenn der Durchfall sofort schwächt
Dem Tier nur Heu und Wasser reichen bis zur Besserung.

Gesäugeentzündung
Eine Gesäugeentzündung stellt man meist erst fest, wenn die Häsin nicht mehr richtig frisst, die Jungtiere nicht mehr säugen will, oder sie abweist. Meist ist dann die Brustdrüse hart, schmerzhaft und gerötet. In diesem Stadium hilft Bryonia D6, in 2 Stündigen Gaben. Sollte sich bereits ein Abszess bemerkbar machen, so geben wir Hepar sulfuris in C/D 6 ebenfalls in 2 Stündigen Gaben. Sobald sich der Abszess gespalten hat, verabreichen wir bis zur Abheilung Silicea D12.
Calendula-Tinktur Umschlage (verdünnt) bringen ebenfalls Linderung wenn das Tier sich die Umschläge gefallen lässt.

Geburtsvorbereitung
Um ein Tier auf die Geburt vorzubereiten geben wir Pulsatilla C/D6 ab dem 20. Trächtigkeitstag. Pulsatilla wirkt auf das Bindegewebe und die Geburtskanäle und soll so zu einer leichteren, problemlosen Geburt verhelfen. Wir geben täglich eine Gabe.

Hitzigkeit
Um die Hitzigkeit der Häsin zu regulieren, geben wir ihr täglich 2 Gaben Pulsatilla C/D12 während ein paar Tagen. Hilft Pulsatilla nichts, so kann man versuchen Sepia in der gleichen Potenz einzusetzen.

Milchmangel
Um den Milchschuss der Häsin so richtig in Schuss zu bringen, geben wir ihr eine Gabe C/D30 Urtica Arens. Die Brennnessel ist uns ja bekannt.
Nur einmalig verabreichen, ab mehrere Gaben das Gegenteil bewirken und die Häsin dann quasi „abstillt“. Natürlich füttern wir auch Fenchel, Brennnesseln, Haferflocken etc. um die Milch „anzutreiben“.

Ohrmilben/Milben
Am besten bewährt hat sich Calendula Salbe od. Tinktur.
Ohr und Gehörgang reinigen und Calendula Salbe auftragen. Mindestens während einer Woche wiederholen.
Wenn der Gehörgang nicht entzündet ist, kann man auch ein paar Tropfen Calendula-Tinktur reintröpfeln, es heilt dann schneller ab.
Alternativ kann man die Ohren auch mit Schwefelblütenpulver während 10-14 Tagen einreiben.
Schwefelblütenpulver = Sulfur, Sulfur in homöopathischer Form hilft dabei von Innen. D12 od. C12 während der Behandlung, 2 Gaben täglich.
Aus eigener Erfahrung rate ich zuerst mit den konventionellen Medikamenten wie
Dectomax, Ivomec etc. zu behandeln und dann parallel dazu mit obigen Mitteln.

Schnupfen/Erkältungsschnupfen
Ich möchte nochmals betonen dass es bei den folgenden Mitteln nur um einen harmlosen Erkältungsschnupfen handelt, nicht um den gefürchteten Kaninchenschnupfen. Der Ausfluss bei einem Erkältungsschnupfen ist klar!
Erkältungsschnupfen tritt von heute auf morgen auf. Erstes Mittel bei plötzlich
auftretenden Symptomen ist Aconitum. Beim Menschen gibt man es solange bis das erste mal geschwitzt wird. Beim Tier gibt man Aconitum max. 3x täglich am ersten Tag in der Potenz D/C30 danach das Folgemittel.
Ist der Nasenausfluss mild und die Schleimhäute sind nicht gerötet so geben wir dem Tier 2x täglich Euphrasia C/D12.
Ist der Nasenausfluss scharf und greift die Schleimhäute an, so geben wir Allium cepa 2x täglich in C/D12.
Keine Kamillendämpfe od. Eukalyptusprodukte kombinieren, da sie die homöopathische Wirkung aufheben können.
Ebenso kann man Euphorbium Nasenspray der Firma Heel über dem Tier vernebeln. Das schafft schnell Linderung wenn man den Spray mehrmals täglich einsetzt.
Selbstverständlich darf auch Kochsalzlösung verwendet werden.
Ist der Schnupfen in ein paar Tagen nicht merklich besser, sollte der Tierarzt konsultiert werden, da Schnupfen gern mal in die unteren „Atemorgane“ absteigt.

Verletzungen (Wunden)
Verletzt sich das Kaninchen, so wird wie bei jeder Verletzung zuerst Arnica verabreicht. Egal ob die Verletzung Wunden, Bisswunden, Zerrungen, Prellungen etc.
mit sich bringt. Arnica löst quasi den „inneren Schock“, hat eine schmerzlindernde und abschwellende Wirkung. Ebenso hilft es Blutungen vorzubeugen.
Arnica wird sehr vielseitig eingesetzt. Z.B. nach Unfällen, Stürzen, Schlägen, Bisswunden, Abschürfungen, Quetschungen, Muskelverletzungen, Schock etc.
Als erstes also immer Arnica in C/D6 mehrmals täglich sofort nach dem „Ereignis“ bis zur Besserung, oder wenn erst später entdeckt in C/D 30 2-3 Gaben hintereinander einmalig.

Fleischwunden werden danach zuerst mit Calendula Tinktur 1:10 verdünnt behandelt um die Wunde zu säubern und Entzündungen vorzubeugen. Wirkt antibakteriell und fördert die Heilung. Sobald die Wunde trocken ist, kann mit Calendula Salbe weiter behandelt werden.

Eitert die Wunde ist jedoch nicht druckempfindlich, so wird zusätzlich Silicea C/D 12 2x täglich eingesetzt.

Ist die Wunde eitrig und das Tier reagiert auf Druck, so ist das Mittel der Wahl Hepar Sulfuris C/D12 ebenfalls 2x täglich.
Stichverletzungen werden mit Ledum C/D12 2x täglich behandelt.
Silicea und Hepar Sulfuris sind die „Eitermittel“ in der Homöopathie.

Verletzungen (Bewegungsapparat)
Erstes Mittel wie oben, Arnica.
Es gibt sehr viele homöopathische Mittel die man bei Zerrungen, Prellungen etc. einsetzen kann. Ich möchte sie hier bewusst nicht erwähnen, da ernstere Verletzungen in die Hände des Tierarztes gehören.

Verstopfung
Auch hier unser bekanntes Nux vomica C/D6 mehrmals täglich im Wechsel mit Carbo vegetalis C/D6. Trofu weglassen und mehr Frischfutter reichen.
Geschieht die Verstopfung im Zusammenhang mit dem Haarwechsel, so kann zusätzlich zu den obigen Mitteln noch Leinsamenoel oder Sonnenblumenoel, sowie Disteloel verabreicht werden.

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