Tiere
als Teil des pädagogischen Konzeptes
Das Vorhandensein von
Haustieren am Projektort von derzeit sechs Hunden, drei Ziegen,
einem Kaninchen und Ziervögeln erzeugt bei den Mädchen
erfahrungsgemäß eine emotionale Öffnung, die sich auch positiv auf
die Gruppenatmosphäre auswirkt. Zudem wird ein natürliches,
ursprüngliches Verantwortungsgefühl (Pflege etc.)
initiiert.
Wöchentlich geht die
Projektgruppe in eine (durch einen deutschsprachigen Pädagogen)
angeleitete Hundeschule, in der ein Mädchen in der kontinuierlichen
Arbeit mit jeweils einem Projekthund lernen kann, selber
„erzieherisch“ tätig zu werden und dabei werden häufig die
typischen persönlichen Defizite der Jugendlichen unbewusst
(mit)bearbeitet z.B. in punkto Klarheit im Dialog bzw. der
Authentizität in der Auseinandersetzung mit dem Gegenüber (in
diesem Kontext über das Medium Hund), oder Geduld „geübt“
durch die
Beständigkeit und
Stringenz fordernde Arbeitsweise mit den Hunden. Die oft schon
kurzfristig sichtbaren Erfolge dieser „Erziehungs-Arbeit“
seitens der Mädchen führen offensichtlich zu Gefühlen wie
unmittelbare Freude und Stolz (besonders beim
Demonstrieren der „Kunststücke“) sowie der Erfahrung „etwas
eigenständig bewirken/ positiv beeinflussen zu können“, wodurch das
Selbstkonzept der Mädchen positiv gestärkt werden kann, jedoch auch
„Fehler“ und Nachlässigkeiten deutlich und unmittelbar rückgemeldet
werden und dabei Flexibilität und empathisches Verhalten gefordert
ist.
Darüber
hinaus befinden sich die Stute Makarena und der Wallach
Nevio auf unserem Projektgelände, wodurch den Mädchen neben
der Möglichkeit des angeleiteten Reitunterrichtes zahlreiche
weitere diesbezügliche Erfahrungs- und Tätigkeitsbereiche wie die
Pflege (Striegeln, Hufe auskratzen etc.) sowie die Versorgung der
Pferde (Ausmisten, Fütterung) offen steht und durch die Pädagogen
unterstützt wird.
Pferde bieten den
Mädchen aus therapeutischer Sicht ausgeprägte Identifikations- und
Projektionsmöglichkeiten. Besonders Mädchen scheinen in ihrer
häufig sehr intensiv erlebten emotionalen Beziehung zum Pferd
sowohl Mütterlichkeit und Geborgensein als auch Autonomie und Macht
zu assoziieren.
Ein
Pferd bietet Nähe, ohne zu vereinnahmen, es fordert eine eindeutige
Linie (ähnlich der obig beschriebenen Arbeit in der
Hundeschule) sowie einen hohen Grad an Geduld und wirkt im
Sinne eines Bio-Feedbacks sofort und direkt. Die Mädchen erleben,
dass sie Gefühle wie Zärtlichkeit zeigen können, ohne Angst zu
haben, darin zu zerfließen. Sie spüren ihre Möglichkeiten,
sich klar abzugrenzen, ohne hinter Gräben zu vereinsamen.
Sie entdecken ihre Fähigkeit zur Durchsetzung und Dominanz und
bleiben trotzdem weich und behutsam.

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