::: Mein Apartment :::
Vor ziemlich genau einem Jahr machte ich mich zum ersten Mal auf die Suche
nach einem Apartment in Seoul und fand zu diesem Zeitpunkt viele Angebote,
die mir sehr gut gefielen, aber meine armen Geldscheine in Massen aus ihrer
angestammten Heimat vertrieben haetten. Ich machte mich also im Folgenden
auf die Suche nach einem geeigneten Ort fuer den verwoehnten Deutschen,
der zwar im Luxus schwelgen, dafuer aber am Liebsten nichts bezahlen moechte...
Ich fand...
One year ago I searched for an apartment the first time. I really found many which
made me happy, but didn't the same to my purse.
So I tried to find an Apartment which was suitable for a spoiled German, who wanted
to lead a luxury lifestyle, but didn't want to pay for it.
And so I found...

Han Suites | Allgemein
Die Han Suites haben eine gute Lage, direkt am Fusse des Namsan in einem
Wohngebiet, aber trotzdem ganz nahe am Zentrum. Das Gebaeude besteht aus
116 Wohneinheiten auf 7 Etagen; das Gebaeude hat insgesamt 9 Stockwerke,
Tiefgarage mitgezaehlt (hier ist das so ueblich)
und beherbergt neben den verschieden grossen Apartments auch ein Restaurant,
Lobby,Cafe & Bar, ein Business-Center und ein Fitness-Center (grins).
Han Suites wird meist nicht an erster Stelle erwaehnt, wenn es um Luxus geht,
aber sobald von Preis-Leistungs-Verhaeltnis die Rede ist, spielt Han Suites ganz
oben mit. So gewann HS z.B. 2003 den KoreaHerald "Best Brands Awards"
(s. unten; fuer lesbare Version: Draufklicken)

The HanSuites' location is ideal. You can find them between Namsan and the bustling
Shopping Paradise of Myongdong.
The building consists of 116 apartments on 7 levels, including a 2-story underground parking
garage.
There are also a Restaurant, Bar and Cafe, a Fitness-center, Business-center and of course a lobby.
Although HanSuites is not one of the really luxurious Serviced Apartments in Seoul they have absolutely
fantastic prices.
For example HanSuites won the BestBrandsAward of the newspaper KoreaHerald (click on the picture above
to read the article)
Zoey
Die ueberaus freundliche Zoey (Eigentlich heisst sie Frau Oh Ju-Won, aber Zoey klingt ja
so viel cooler, denkt sie wahrscheinlich...) machte mir alsbald die erst vor wenigen Jahren
eroeffneten "Han Suites" schmackhaft...Neben einem netten Rabatt, durch den ich ein
40 m2 grosses Apartment zu einem niedrigeren Preis bekommen habe als ein 33 m2
grosses "Studio" in der Preisliste steht, weil angeblich die kleinen Apartments bereits
ausgebucht waren (positives Zeichen!).
Ausserdem hat sie in unglaublicher Quantitaet und Qualitaet bei Fragen hilfreich zur
Seite gestanden, Touren geplant und mir sogar einen Fahrer organisiert, der mir die
etwa 1 1/2-stuendige Fahrt mit U-Bahn + Bus vom Flughafen ins Zentrum erspart.
Update: Zoey ist tatsaechlich so, wie ich sie mir vorgestellt habe (ein wenig resoluter
allerdings..). Obwohl sie hoechstens Anfang 30 ist, hat sie in dieser patriarchalischen
Umgebung das Heft in der Hand und kommandiert, als waere sie "General Oh".
Obwohl sie quasi perfekt Englisch spricht, sollte sie sich ein wenig mehr Zeit lassen,
denn es ist schwer ihren Ausfuehrungen zu folgen, wenn sie einem in 2 Minuten alle
Funktionen des Zimmers erklaert.
Han Suites | Rezeption & Personal
Wenn alle so sind wie Zoey, dann brauche ich mir keine Gedanken zu machen.
Es gibt hier Shuttlebusfahrer, Zimmermaedchen (im Gegensatz zu Thailand
putzen diese Damen), Rezeptionisten und Kellner als Testgruppen.
Als Erstes werde ich den Shuttlefahrer unter die Lupe nehmen werden koennen,
wenn ich hilflos und allein auf dem Flughafen am anderen Ende der Welt ankomme...
Update: Mich begruesste ein quirliges kleines Maedel in knallorangenem Top,
das den ganzen Tag nichts anderes tut als Auslaender abzuholen, die zu bloed
sind den Ausgang zu finden.
Das Beste: Sie kann ca. 3-5 Woerter Englisch, also versuchten wir es mit diesen
Woertern und koreanisch, was ihr wohl sehr gelegen kam. Wie auch immer, sie war
nett, hob mein Selbstbewusstsein, da wir im Prinzip eine richtige Konversation
fuehren konnten.
Lustigerweise war der Fahrer, der mich nach Seoul brachte einer von der Sorte, wie
man sich den typischen koreanischen Versager vorstellt. Das sagt Euch jetzt zwar
nichts, aber ich habe gerade keine Lust das zu erklaeren ^^ Auf jeden Fall hatte er
eine bessere Aussprache als die offizielle Abholerin und zeigte mir auf dem Weg
schon einige Sehenswuerdigkeiten.
Fuer den Mist mit der Bezahlung konnte er nichts, also rundherum zufrieden. Hwaiting!
Die Rezeptionisten (insgesamt 3 im Wechsel, so weit ich das gesehen habe) sind
allesamt nett, sehr bemueht und freundlich, aber die eine hat ein paar Probleme mit
dem Englischen.
Wie auch immer, 3 Woerter koreanisch, eine Verbform drangehaengt und schon ist
man auch mit ihr im Gespraech. Warum koennen Amerikaner oder sonstige Touristen
nicht einfach mal einige wichtige Woerter lernen? Mit einem Wort wie bi oder usan
koennte man sich zumindestens einen Regenschirm ausleihen, ohne die arme Dame
von der Rezeption mit der Aussprache des Wortes Umbrella zu quaelen.
Han Suites | Gastronomie
Es gibt ein Cafe mit Bar und ein Restaurant im Haus, die ich sicher irgendwann
aus Bequemlichkeit testen werde...
Han Suites | Fitnessstudio
Jawoll! Ich werde nur fuer Euch (hihi) das Fitnessstudio testen. Freut Euch aber
nicht zu frueh: Man isst hier rund um die Uhr, insofern ist das Fitnessstudio
noetig, um das Traumgewicht annaehernd zu halten...
Han Suites | Das Apartment
Mein Apartment heisst offiziell "Studio Deluxe I" und ist etwa ca.ungefaehr
Pi mal Daumen rund schaetzungsweise um die 40-46 m2 gross.
Genau weiss das die Zoey nicht, muss sie auch nicht, sie vermietet die Apartments
ja nicht etwa ;)
Das ist koreanischer Stil pur und mir macht es nichts aus. Ist das nicht schrecklich
diese unglaubliche Ungewissheit auf wieviel Quadratmeter man leben muss?
Gibt es im Deutschen Reiserecht einen Paragraphen, der es verbietet Apartments
ohne genaue Groessenangabe zu vermieten? Wahrscheinlich nicht nur einen ;)
Update: Sagen wir mal so...Das Apartment entspricht nicht meinen Erwartungen, aber
das Problem ist wohl, dass meine Erwartungen ein wenig zu hoch waren. Das
Apartment ist, wenn man es mal abgeht, wirklich ungefahr 40m2, nur ist meine
Vorstellung von 40m2 ein wenig anders als die Realitaet ist, zumal man bedenken muss,
dass ich eigentlich ein Zimmer mieten wollte, das noch kleiner gewesen waere.
Insofern auch hier kein Vorwurf an HanSuites.
Das einzige Problem ist, dass die kleineren Apartments alle zum Innenhof liegen und man
als Sichtschutz nur Milchglasfenster hat. Nur das oberste Element laesst sich zur Seite
schieben, aber der Ausblick auf den modernen, aber langweiligen Innenhof ist auch nicht
so, dass ich mich ueber das (fehlende?!) Fenster beschweren wuerde. Zumal bei
geoeffnetem Fenster auch nur heisse, feuchte Luft hineinstroemt.
Der Raum ist aber keineswegs dunkel, denn es gibt genug Licht und auch durch das
Milchglas faellt Sonnenlicht hinein. Es war zwar ein gehoeriger Schock, aber aehnlich
wie bei der Dusche (s. Badezimmer) stellt sich alles als praktisch und keineswegs
stoerend heraus.
:::Wohnzimmer:::
Ich hoffe, dass mein Wohnzimmer NICHT so aussieht.
Update: Also ein Wohnzimmer habe ich nicht und mein Bett ist eh viel
schoener als ein Wohnzimmer sein koennte. Kueche, Wohnzimmer und Arbeitsplatz
ist alles in einem Raum untergebracht, aber es stoert keineswegs.
An der Wand steht mein Doppelbett, das zwar eine ziemlich harte Matratze hat, aber
trotzdem sehr erholsamen Schlaf auf weichen Kissen zulaesst.
An die laufende AirCon (nachts stellt man auf kleine Stufe) gewoehnt man sich verdammt
schnell. Ich erschrecke mich manchmal selbst, wie locker ich das alles nehme und mich
an alles gewoehne, dann sogar den Sinn darin sehe und es gut so finde.
Das grosse Plus meines Apartments ist eindeutig, dass alles unglaublich sauber, modern
und praktisch ist. Alles ist sehr stilvoll eingerichtet und penibelst sauber (gebt mir noch 2
Tage, dann ist es damit vorbei...). An der gegenueberliegenden Wand steht der Fernseher.
Der Fernseher, ein durchschnittlich schoenes silbernes Samsung-Modell, haette ein
eigenes Kapitel verdient. Er wird eines bekommen.
Neben einem riesigen Wandschrank im Flur (hilfe, ich habe zu viel Stauraum), gibt es auch
noch einen Schreibtisch an der gleichen Wand, wie der Fernseher. Der Vorteil ist: Egal,
wo man gerade sitzt, man kann den Fernseher drehen, sodass man ueberall fernsehen kann.
Ach, ich schweife schon wieder ab...grins.
:::Kueche:::
Ich hoffe, dass meine Kueche genau SO aussieht.
Update: Nun, ich habe keine richtige Kueche. Und auch nicht allzu viel Besteck.
Die Kueche ist eine eingebaute Zeile, mit Herd, Haengeschraenken, Kuehlschrank,
Tiefkuehler etc. Alles sehr modern und schoen. Ich komm mit dem Gasherd nicht klar,
aber da wird mir Zoey schon noch helfen.
Ich habe das stilvolle Geschirr und Besteck nur fuer 2 Personen, aber ich hatte auch nicht
vor eine grosse Einweihungsparty zu geben.
Typisch koreanisch gab es zur Begruessung eine mit kleineren Aufmerksamkeiten gefuellte
Kueche: 2 Choco Pie, 5 mal Gruener Tee (Nokcha), 5 mal Fertigkaffee, 2 mal Pepsi, 2 mal
Chilsung Cider (schmeckt wie Sprite, nur besser) und dazu noch 2 Dosen Bier (schmeckt
leider wie Fanta, nur schlechter) und 2 Flaschen
Mineralwasser.
Leider hat das Apartment entgegen meinen Erwartungen keine Waschmaschine, aber man
kann die Waesche in der hauseigenen Waescherei (selbst?!) waschen.
Ich frag da noch mal nach...
:::Badezimmer:::
Das Badezimmer ist sauber und rundum gekachelt. Warum ich das erwaehne? Das Badezimmer
ist - wie in Ostasien ueblich - die Dusche. D.h. der Boden des Badezimmers ist leicht
abschuessig zu einem Abfluss hinlaufend. Im Raum haengt die Duschkonsole. Wenn man
duschen will, stellt man sich in sein Bad und macht das Wasser an. Steckdosen - und damit
irgendwie auch man selbst - sind durch wasserdichte Klappen geschuetzt. Das erste Mal so
zu duschen ist ein wenig komisch und man braucht Ueberwindung, aber im Endeffekt kann man
seinem kindlichen Spieltrieb freien Lauf lassen: Wer wollte das nicht schon einmal ?
Im Bad mit Wasser rumspritzen, damit Mami alles putzen muss. Das Beste: Mami heisst hier
"Putzfrau" und ist im Preis mit inbegriffen, hoffe ich.
Zu meinem Entsetzten musste ich allerdings feststellen, dass es gar nicht viel zum Putzen gibt.
Waschbecken und Toilette sind so geformt, dass alles Wasser sofort abfliesst. Nach 2 Stunden
war das Bad ohne einen Handschlag von mir wieder trocken. Langweilig :(
Fazit
Alles in allem ist das Apartment ein groesseres Hotelzimmer mit eigener Kuechenzeile. Ich war
zunaechst ein wenig enttaeuscht und fertig, aber jetzt nach knapp 2 Tagen kann ich sagen, dass
ich wirklich gerne hier wohne. Das Personal ist freundlich, das Apartment supermodern und
praktisch und der Fernseher einfach nur geil ^^ Ich habe einige Sachen zu viel, einige zu wenig,
aber hier laesst es sich ohne Probleme 3 Wochen lang (und auch laenger...) sehr gut leben.
Ich bin aber trotz Regens fast nie zuhause. Was fuer eine Verschwendung.
:::Yejang-dong:::
Die HanSuites befinden sich in im Bezirk Jung-gu (dt. Zentrums-Bezirk), der das alte
Zentrum Seouls bildet und auch heute noch die Hauptquartiere der Chaebol
(Wirtschaftskonglomerate) beherbergt, sowie ein beliebtes Shopping-Gebiet ist.
Ein Ortsteil - wahrscheinlich der ruhigste und bestgelegenste von Jung-gu, um zu wohnen -
ist Yejang-dong, wo die HanSuites vor wenigen Jahren errichtet wurden.
Das Gebauede fuegt sich sowohl vom Stil (dunkelgrauer Stein) als auch von der Hoehe Recht
gut in die Nachbarschaft ein. Das ist in Seoul wirklich eine Erwaehnung wert!
Yejang-dong beherbergt z.B. auch das in Asien sehr bekannnte "Seoul Animation Center",
in dem regelmaessig Ausstellungen und Filmfeste fuer Animationsfilme stattfinden.
Ausserdem befindet sich hier die Seouler Universitaet der Kuenste, was den Ruf von
Yejang-dong als gutes Pflaster fuer moderne Kunst noch unterstreicht. Auf meinem Weg
nach Myongdong entdeckt man ausserdem so manche nette Villa...
Karte der Umgebung

Die breite Strasse noerdlich meines Apartments ist die Jungmu-Strasse (kor. Jungmu-ro),
die eine der grossen Hauptverkehrsadern ist.
Die breite Strasse, die die Jungmu-ro kreuzt, ist die Strasse, die zum Namsan-Tunnel No. 1
fuehrt.
Die gruenen Flaechen sind Parks, die am Fusse des Stadtbergs Namsan (Suedberg),
liegen und nahtlos in den dicht bewaldeten Berg uebergehen. Da der Stadtberg natuerlich
mitten in der Stadt steht, hat man einen kostenpflichtigen Tunnel durchgebohrt.
Namsan heisst wie bereits erwaehnt "Suedberg". Warum also Suedberg, wenn der Berg mitten
im Zentrum steht, fragt sich da der unbescholtene Leser. Ganz einfach: Da der Berg frueher die
Begrenzung der Stadt nach Sueden hin darstellte....Nun ja...Frueher eben....In 20 Jahren wird
Seoul wahrscheinlich nur noch durch West- und Ostmeer begrenzt werden,
wenn die stetige Entwicklung so weitergeht...
In der oberen linken Ecke erkennt man bereits die Randstrassen des beliebten Einkaufsviertels
Myong-dong, mit der zumindest in Asien bekannten Einkaufsstrasse Myongdong-gil, einer der
teuersten Geschaeftsgegenden der Welt.
Hier steht z.B. auch das groesste Starbucks-Cafe der Welt, an dem ich bereits vorbeigelaufen bin.
Da man in Yejang-dong ausser ein paar kleineren Restaurants und Geschaeften nichts findet,
habe ich mich gleich am ersten Abend auf gemacht, Myongdong zu erkunden. Fantastisch!
Trotz stroemenden Regens viele Leute unterwegs, Leben auf den Strassen, die Leute laechelnd.
Ein ueberwaeltigendes Warenangebot, selbst wenn ich die grossen Kaufhaeuser, wie z.B.
Migliore auslasse. Ich war wohlgemerkt noch nicht in den verschiedenen unterirdischen Passagen,
die die U-Bahnstationen mit Hotels und Kaufhaeusern direkt verbinden.
Myongdong ist noch faszinierender, noch lauter, noch bunter, noch gigantischer und noch fesselnder
als ich gedacht haette. Und das Beste: Ich brauche, obwohl HanSuites am ruhigen Namsan liegt, nur
knapp 5 Minuten und schon bin ich drin im Trubel. Unglaublich gut!
Ich habe mir bereits einige Restaurants ausgeguckt, ein gutes PC-Bang (Internet-Cafe) gefunden und
mir eingepraegt, an welchen Strassen ueberall die 24h-Supermaerkte liegen.
(c) Jan Janowski 2004