:::WocheDrei:::
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Freitag (Kym) | 30.07.04
So...ich sitze jetzt in der Nachrichtenredaktion von CBS, da mir Michael seinen Computer zur Verfuegung gestellt hat. Ist bedeutend ruhiger als ein PCBang und dementsprechend auch gut hier zu schreiben.
Der Tag war heute vom Charakter her eindeutig anders als die bisherigen. Grins.
Da es gestern mit Park ein wenig laenger gedauert hat und ich ja anschliessend noch ins PCBang musste, um meine umfangreichen Erlebnisse fuer die Nachwelt festzuhalten (hoho), begann mein Tag wieder einmal ein wenig spaeter als erwartet, jedoch frueher als gewollt.
Nach der ueblichen Erdbeermilch, kombiniert mit fast frischem Kimbab war ich bereit meine taegliche Dusche zu nehmen. Natuerlich nicht im Bad, sondern auf der Strasse, in der bruetenden Mittagshitze Seouls. Wundervoll.
Die U-Bahn-Linie 3 ist aber voll klimatisiert, sodass ich zumindest dort sicher war. Die U-Bahn fand sogar ihren Weg, was sie verlaesslicher macht als Taxifahrer. Mein Ziel war heute Seocho, ein Bezirk, der meist mit Kangnam in einem Atemzug genannt wird, wenn es um Reichtum geht.
War der U-Bahnhof noch ein wenig enttaeuschend, begegnete mir an der Oberflaeche (es ist noch immer nicht kaelter...) das sogenannte "neue" Seoul. Hier suedlich des Han-Flusses sind in den letzten 20 Jahren die Wohnviertel fuer die etwas betuchtere Klientel eines Coreas entstanden, das man in Kangbuk (=Nordufer) nicht so gehaeuft vorfindet. Hier mischen sich Neureiche, Altreiche und Moechtegernreiche zu einer Mischung, die recht gewoehnungsbeduerftig ist.
Wo in Kangbuk abseits der Hauptstrassen noch baufaellige Haeuser auftauchen koennen, sind hier selbst die Gassen inzwischen durchgestylt, was mir vor 2 Jahren im noch reicheren Kangnam nicht so extrem aufgefallen ist. Man fuehlt sich gleich selbst ein wenig schmutzig, da die HanSuites - wenn auch in exponierter Lage - ja doch in Kangbuk liegen.
Hier am suedlichen Stadtrand entstehen auch bevorzugt die APT, die auch von aussen eher mit Manhattan als mit Marzahn zu vergleichen sind. Ich beginne zu realisieren,d ass es hier tatsaechlich 2 (!) "richtige" Coreas gibt, aber die Gesellschaft trotz ein wenig Neid ganz gut funktioniert.
Ich bin jedoch eigentlich nicht her gekommen, um mir den Reichtum einer Industrienation anzuschauen, sondern vielmehr, um mir endlich meine langersehnte Janggo zu kaufen, die mir gewisse Leute ja nie bereit waren, mitzubringen, jetzt aber Dinge einfordern..lalalala..
Ich hatte ein wenig Angst, dass ich das Sebong Building nicht finde, das leider selbst auf meiner sehr sehr detaillierten und aktuellen Karte von Seoul nicht verzeichnet war.
Wieder einmal kam mir der Zufall zuhilfe - und die Logik.
Zunaechst besichtigte ich (ein wenig Tourist muss man hier ja auch noch spielen...) das Seoul Arts Center, das allein durch die Groesse wieder einmal mehr als beeindruckt. In einem der Ausstellungszentren gastiert derzeit eine der bedeutendsten Dali-Ausstellungen, fuer die ich heute allerdings keine Zeit hatte.
Ich werde wiederkommen.
Ich hangelte mich im Folgenden einfach immer weiter am Arts Center (Oper, Museen, Galerien etc.) entlang, da der Schatten der hohen Mauer (alles ist in Anlehnung an die traditionelle Kultur, aber hochmodern gestaltet) ein wenig Abkuehlung verschaffte.
Wie es der Zufall und die coreanische Logik wollten, befand sich dann direkt gegenueber des Zentrums fuer traditionelle coreanische Musik auch ein Laden fuer traditionelle coreanische Musik, naemlich der Verkaufsshop von Hanullim, einer sehr rennomierten Firma, wenn es um coreanische Instrumente, besonders fuer Samulnori geht.
Im Keller des Gebaeudes stapelten sich die Samulnori-Instrumente und ich versuchte - mit Erfolg - dem Herren zu erklaeren, dass ich zwar eine qualitativ hochwertige, aber fuer Anfaenger geeignete Changgo haben wollte. Er verstand und brachte mir ein edles Ding.
Das beste an der Trommel ist jedoch der Preis: 110.000 Won (!!!78.58 Euro!!!)....Ich denke nicht, dass ich eine besonders gute habe, aber es ist eine echte von Hanullim und fuer mich vollkommen ausreichend.
Jetzt bin ich nur gespannt, wieviel der Versand nach Deutschland kostet.
Leider hat der Tag diesmal nicht meinem Terminplan entsprochen, sodass ich nach meiner kurzen Pause in den HanSuites zum Duschen und Umziehen bereits weit im Terminplan zurueckhing (bzw. der Tag zu frueh zu spaet war....)
Der Taxifahrer meinte mich jedoch nicht in Jongno-sam-ga, sondern in Gwanghwamun rausschmeissen zu muessen, weil er dort besser anhalten koenne (und nebenbei 1000 Won mehr verdient...) Mir war es egal.
Lustigerweise traf ich in Gwanghwamun zwei Leute, die mich vom Hannara-Parteitag erkannten, sodass meine Verspaetung noch mehr zunahm....Als ich sagte, dass ich zu einem Interview muss, wollten sie mich gar nicht mehr loslassen. Nur mit Muehe konnte ich sie ueberzeugen, dass ich wirklich los muss (mein Fanclub waechst..was fuer eine Verschwendung nach Deutschland zurueck zu gehen..tz..).
Mit ueber einer Stunde Verspaetung kam ich dann in Omokgyo an....Ui....Ich kannte viele reiche und moderne Ecken Seouls, aber hier ist eine neue. Diese Ecke Seouls ist eigentlich nicht so bekannt dafuer, doch das hier mehrere Fernsehsender sitzen, haette mich stutzig machen muessen. Was soll ich sagen, an der Oberflaeche erschlug mich eine Skyline, die den Potsdamer Platz (oh sind wir da stolz drauf..gaehn) wie ein Vogelhaeuschen erscheinen laesst. Ein Hochhaus neben dem anderen, ueberstrahlt nur von einem riesigen Apartmenthochhaus Marke "Ich bin reich und zeige es der Welt" mit eigenem Kaufhaus im Erdgeschoss. Hier ist die Zentrale des Medienkonzerns CBS. Hier arbeitet Michael. Hier habe ich mein Interview.
Der Rest ist strengste Geheimhaltung. Grins.
Auf jeden Fall sitze ich jetzt hier und schreibe Euch und habe nicht allzu viel Alkohol getrunken. Grins.
Ich begruesse auch unsere neueste Leserin Sumin ^^ Annyong ^^
Soviel von heute. Morgen habe ich meinen "freien Tag"...Zumindest dachte ich das..Ich bin aber eingeladen worden die coreanische Saengerin/Schauspielerin Ha Ji-Won zu treffen. Mal sehen, wie ich das alles mit meinen anderen Verpflichtungen in Einklang kriege. Dieser Urlaub artet in Arbeit aus.
Ich bin ein Star. Holt mich hier nicht raus :D
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Samstag (To) | 31.07.04
Der Tag war gestern natuerlich noch nicht zuende als ich den Eintrag beendet hatte. Zunaechst fuehrte mich Michael noch
in eine Bar, wo ich mit einem halben Auge Fussball verfolgte. Das coreanische Olympiateam Fussball Maenner hat 3:0 gegen
Australien gewonnen. Naja...wow ;)
Michael hat einige unglaublich lustige Dinge erzaehlt, aber das waere jetzt zu ausufernd (und fuer euch auch wahrscheinlich nicht interessant...), um das alles auszubreiten.
Michael kam durch das Gespraech drum rum richtig arbeiten zu muessen und ich habe coreanisches Bier getrunken. Kennt ihr die beruehmte
coreanische Marke Corona? Grins....Die coreanische Marke Becks hatten sie leider nicht ^^
Wenn es etwas gibt, das Coreaner nicht koennen, dann Bier. Mianhae ^^
Spaeter wollten mich dann noch Michaels Kollegen kennenlernen und so sind wir in ein kleines Restaurant gegangen, das in einer - wie sollte es anders sein - Shikdang-ga lag. Eine Shikdang-ga muesst ihr euch wie ein Kaufhaus oder ein Einkaufszentrum vorstellen, nur halt, dass es dort NUR Essen gibt.
Das Restaurant, in das wir gingen, war innen recht klein, aber wir sassen eh auf der Terasse. Einfach genial, denn das Wetter hatte sich um 22 Uhr auf gefuehlte 35 Grad abgekuehlt (yeah!) und die Aussicht auf die hypermodernen Hochhaeuser war gigantisch. Es war als ob man auf der Terrasse eines Ferienhauses sitzt und auf Manhattan blickt. Nur das dieses Manhattan Mokdong heisst ...
Zu weiterem Bier (ich glaub das war WIRKLICH coreanisch...Cass...naja...ging so...^^ ich mag ja eh kein Bier :D) gab es dann zum ersten Mal hier das leckere Anju. Anju sind kleine Speisen, die gereicht werden, waehrend man sich besaueft. Hihi. Um Huehnerfuesse bin ich noch mal drumrumgekommen...Puh....
Apropos: Der heutige Tag wird hier "Hundetag" genannt....Ihr koennt euch vorstellen warum....Aber um mal den Standard loszulassen: Das essen nur wenige Leute hier und ich akzeptiere es vollkommen als kulturelle Eigenheit (es gibt bei uns Leute, die Pferd und arme Hasis essen...denkt mal daran!), aber man soll mich damit in Ruhe lassen...Im Strassenbild sind die auch total verschwunden. Gibt es nur versteckt in Gassen (habe selbst noch keines gesehen)...Dafuer ist bei mir um die Ecke eine Hundeschuetzerorganisation...
Zurueck zu meinem abendlichen Veranda-Talk: Die beiden Kollegen, die ebenfalls in der Kultur-Sport-Abteilung arbeiten, waren natuerlich ueberrascht, wieviel ich ueber Corea weiss und vor allem ueber die Kultur, sodass sie mich spontan zu weiteren Startreffen einluden (Song Hye-Gyo und Kim Ki-Duk fuer Kenner...) und einige nette Geheimnisse ueber die Stars und Sternchen ausplauderten....Wusstet ihr, dass Ha Ri-Su's Fuesse stinken und Hyori zum Fruehstueck 3 Flaschen Soju trinkt? Hihi ^^
Michael schreibt jetzt nebenbei nen Artikel ueber mich, den verrueckten Deutschen...hihihihi ^^
Aber der Abend ging dann auch bald vorbei (U-Bahnen fahren nicht die ganze Nacht..ich komm mir ja vor wie in Deutschland!)...
Die einzige Dame des Abends (die wohl die einzige Coreanerin ist, die weder von Yang Dong-Gyn, noch von Pari-ui YonIn fasziniert ist)
In-Suk, wartete noch mit mir auf meine U-Bahn (hoeflich..hihi) und war wohl von meinen Englisch-Kenntnissen beeindruckt. Frechheit, kann das mal einer Klausi sagen? "Sie machen zuuuuu viele Fehler"...tz...^^
Todmuede (meine Augenringe sagen mir, dass ich etwa 5 Stunden Schlaf hatte...) fiel ich ins Bett, nur um am naechsten Morgen doch wieder aufstehen zu muessen......Huch...hey!! Wir sind endlich beim Eintrag fuer wirklich SAMSTAG...grins
Es ist schon verdammt schwer mit meinem Schlafdefizit um 12 Uhr aufzustehen...
Manchmal bin ich mir wirklich selbst zu vernuenftig: Welcher 18-jaehrige "Teenager" wuerde ein Treffen mit einer Schauspielerin sausen lassen, weil er einkaufen muss...Das Problem ist, dass ich wirklich einkaufen musste. Hatte nichts mehr im Kuehlschrank, mein Deo war alle (das ist bei dem Wetter hier sowas wie das Todesurteil :D) etc. etc. Michael organisiert wenigstens ein Autogramm von ihr...yeah ^^ (Ich find sie eh nicht soooo toll....grins)
Einkaufen war nichts Besonderes. Ausser, dass ich zum ersten Mal hier fast ausgerastet waere. Letzte Woche hatte ich geschrieben, dass Coreaner ihr Einkaufswagen fahren, wie ihre Automobile. FALSCH FALSCH FALSCH!
Alles, was sie im Strassenverkehr NICHT ausleben koennen, heben sie sich fuer den Supermarkt auf.
Heute war mein Fehler, meinen Willen durchsetzen zu wollen, weil ich nur wenig Zeit fuer viele Dinge hatte.
Hattet ihr schon mal ein ca. 40-jaehriges Mordsweib mit einem Wagen, der ungefaehr das doppelte ihrer Groesse hatte und euch seitlich rammen wollte? Das Beste: Zum Schutz ihres Vorhabens setzte sie ihre ungefaehr 300-jaehrige (immer viel Ginseng essen!) Urgrossmutter ein, die nur scheinbar orientierungslos im Gang herumlief, aber mir im richtigen Moment doch immer den Weg versperrte.
Von hinten schob inzwischen die Hausfrau Marke "Ich bin 40, habe ein Geschaeft fuer Hundesuppe, aber keinen Mann....".... Die sind noch eine Nummer schlimmer, denn die gehen sogar eine offene Konzentration mit einem vermeintlichen amerikanischen Englisch-Lehrer ein (mir...), da sie keine Kinder hat, die es sich mit ihm verscherzen koennten. Diese Frauen haben keinen Mann, keine Freunde und vor allem: Nichts zu verlieren. Spaetestens aber die dritte Hausfrau, die einem die Kante des Wagens direkt in die Seite rammt, dabei einer Schwangeren ausweicht und das Saftregal anpeilt, laesst einen dann vollkommen die Fassung verlieren. Ich ziehe mich zurueck in die Abteilung, wo es Fertigprodukte gibt, da sind naemlich nur Juengere und verstaendnisvolle Maenner (wahrscheinlich selbst vor ihren Frauen gefluechtet...).
Carrefour weiss schon, warum sie in der Kosmetikabteilung (da wo die zerbrechlichen Flaeschchen stehen) etwa 15 cm vom Regal entfernt eine riesige Metallsperre ist...
Merke: Die Ajumma in ihrem Lauf, haelt weder Mensch noch Ami auf !
Mit einem geschickten Sprint entgegen der Verkehrsrichtung komme ich beim Saftregal an.
Wusstet ihr, dass Orangensaft (nur der gute von Lotte 100%...aaaah..lecker...geh nach Onkel Dittmeyer!) nicht im Saftregal, sondern im Tiefkuehlregal zu finden ist, und zwar genau gegenueber der Erdbeermilch? Ich habs gefunden!
Ich habe ausserdem den Grund gefunden, warum in diesem Land so viel gesoffen wird...wobei ich mir noch nicht ganz mit Ursache und Wirkung und so im Klaren bin....Auf jeden Fall kostet eine Flasche (!) Soju (!) hier 850 Won....60 Cent....Kein Wunder, dass Jinro pleite gegangen ist...
Preise sind sowieso etwas Lustiges. Denkt mal nicht, dass hier alles, was viel gebraucht wird, billig ist...Fertigkimchi kostet ein Schweinegeld
(mehr als bei Samil Sangsa in Berlin!!!)...wahrscheinlich als Strafe fuer alle Auslaender und unfaehige Hausfrauen, die nicht ihr eigenes Kimchi produzieren koennen...)
Ich merke gerade, dass man fuer boeshafte Satiren ueber Corea sehr wenig Kreativitaet braucht....Zu schade, dass ich dieses Land mag.
Zu Preisen habe ich noch zwei interessante Dinge zu erzaehlen. Die erste ist nicht sooo interessant: Ein Film kostet hier an Touristenpunkten und Verkaufsstaenden zwischen 3.000 und 4.000 Won...Nett illustrieren, warum es fuers Budget wichtig ist, zu Carrefour (oder Walmart oder Lotte Mart, oder HiMart etc.) zu gehen, laesst sich hier besonders gut. Ich habe heute ein Viererpack Filme fuer 7.900 Won erstanden...Vergleiche: 1 Film 4.000 Won, 4 Filme 7.900....mhhhh...grins...
Jetzt zum Interessanten: Was moeglich ist, trotz unglaublich hohen Benzinpreisen, wenn man keine rot-gruene Regierung hat, sieht man hier an der Tankstelle...1 Liter kostet fast genau 1000 Won, d.h. 0,71 Euro...Ja, natuerlich Diesel, aber das Beispiel war so schoen...hihi
Auch normales Benzin ist billig, wenn ich auch keine Preise im Kopf habe...
Zurueck zu Survival! Supermarket! (Merke: JEDE coreanische Show, die hip sein will, muss "Survival" als erstes Wort haben...)
Heute habe ich richtig auf den Putz gehauen und fuer 98.000 Won eingekauft....Ich muss sagen, dass es sehr wichtig ist, dass man sowohl Orangensaft aus brasilianischen, als auch welchen aus coreanischen hat...Es gibt wirklich einen Unterschied, denn coreanische "Gamgyul" haben einen anderen (ein wenig bitterer, aber gleichzeitig suesser..hihi) Geschmack als die auslaendischen "Orenji" Ist ne Wissenschaft fuer sich.
Der Rest des Tages war langweilig, wie geplant. Man muss sich schliesslich mal ausruhen...Habe mein Apartment aufgeraeumt, nebenbei sauber gemacht und gekocht....Heute gab es Tintenfischpfanne (schmeckt wie alles coreanische Essen besser als es sich auf deutsch anhoert...)
mit Reis und ohne Kimchi.
Uebrigens: Man weiss, dass man zulange in Corea ist, wenn man die Wuerstchen in Gochujang (cor. Chilipaste) tunkt, weil man weder Senf noch Ketchup hat...Hihi...Soviel zum Abendbrot ^^
Dann kam auch Fussball....
Im Spiel sind 7...in Worten: SIEBEN Tore gefallen....Corea hat 4 davon geschossen.................................................
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....und hat dank des Eigentores dieses Deppen mit 3:4 verloren und ist im Viertelfinale gegen Iran ausgeschieden. Dazu ist zu sagen, dass Iran der absolute Angstgegner Coreas ist und Corea, wenn es ausscheidet, eigentlich immer gegen Iran ausscheidet. Keiner weiss, woran es liegt, dass "wir" immer gegen die Mullahs verlieren...Molla....(SOLLONG WITZ..MIAN ^^)...
Ok, den Witz muss ich erklaeren: Auf Coreanisch heisst "Molla" "ich weiss nicht".....verstanden? Sollong heisst "frostig" oder "kuehl"...und wird nicht im Sinne von Cool gebraucht, sondern im Sinne von "schlechter Witz, laesst mich absolut kalt"
hihi.....oh man war der sollong.............^^
Das wars dann schon mit meinem Tag....habe einige geile Spielshows geguckt...Die besten kommen einfach samstags...hihi...
Bis denne und ich hoffe ihr vermisst mich alle gaaaanz doll (ey, Jin, du nicht!)
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Sonntag (Il) | 01.08.04
Stimmt....heute ist Sonntag. Nicht das man es merkt. Ausser, dass man von niemandem aus dem Bett geklingelt wird (DANKE!), ist alles wie sonst. Verkehr, Wetter, Geschaefte...Nur einen weiteren Unterschied gibt es...Auf der Strasse sind MEHR Leute als sonst, da dies fuer die meisten Familien der einzige Tag der Woche ist, wo man ganz frei hat und ein bissel shoppen gehen kann oder schoen essen gehen kann etc.
Ich kann aber auch nicht wirklich mitreden, wenn wir von Tag reden, denn meiner hat um 13 Uhr angefangen. Der Schlafrhythmus ist genial und entspricht auch dem Rhythmus der Stadt. Weniger morgens, sondern viel mehr abends. Als ich gestern gegen 3 Uhr aus meinem PCBang gewackelt kam, sassen noch Menschen auf der Strasse (nein...an Tischen mit Cocktails in der Hand...) und die Luft hatte sich schoen abgekuehlt auf mindestens 29.9 Grad.
Nach einem ausgiebigen Fruehstueck (ihr wisst schon..Erdbeermilch...) und einem Telefonat mit Park ging es dann auch schon frisch ans Werk in den Backofen namens Seoul.. Ihr muesst wissen, dass GESTERN, HEUTE und MORGEN die traditionell heissesten Tage des Jahres sind...und das Wetter haelt sich hier strikt an ueberlieferte Sagen. Ist aber im Endeffekt auch egal, ob es nun noch ein Grad heisser ist oder nicht...
Auf also nach Insa-dong, einer kleinen Strasse, die sonntags fuer den Autoverkehr gesperrt ist (und die halten sich dran!!!)...Lustigerweise sind Coreaner so daran gewoehnt, den Autos auszuweichen, dass sie sich hier auch sonntags auf den Buergersteigen draengeln.
Ansonsten ist die Strasse aber sonntags das, was man bei uns als Fussgaengerzone bezeichnen wuerde.
Ueberall in der Strasse sind Kleinkuenstler und Essensstaende damit beschaeftigt, die Besucher zu unterhalten.
Der Auslaenderanteil hier ist fast wie in Itaewon, aber das ganze Viertel ist viel stilvoller, ohne den groben Kitsch, sondern mit vielen wunderschoenen Gallerien, Kuenstlerwerkstaetten, Cafes etc. Sozusagen Seouls Montmartre und man kann hier wirklich gut traditionelle Kunst direkt vom Kuenstler kaufen. Dazwischen gibt es auch einige Geschaefte mit Plunder und Touristenkitsch, aber die kann man - im Gegensatz zu Itaewon, wo einem die Verkaeufer an die Gurgel fallen - gestrost beiseite lassen und sich den richtigen (teuren ^^) Geschaeften zuwenden.
Von Keramik, ueber Skulpturen, Holzmasken, Antiquitaeten, Moebel, traditionellem Papier bis zu Kalligraphien, traditioneller Kueche und Einlegearbeiten aus Perlmutt findet man hier einfach ALLES. In den Seitengassen finden sich wunderschoene kleine Herbergen, Restaurants und Werkstaetten, sogar einige kleine Wohnhaeuser.
Was Itaewon fehlt und Insadong reichlich hat - und was den Unterschied ausmacht - ist Stil, coreanische Identitaet und somit Originalitaet.
Anschliessend machte ich mich schweren Herzens (gaebe sovieles, was man sich kaufen koennte..seufz) auf den Weg zum Jogye-sa, dem zentralen Tempel des Buddhismus im noerdlichen Seoul. Dazu muss ich noch etwas sagen:
Obwohl Christentum und Buddhismus je etwa 25% der Bevoelkerung als Anhaenger haben, ist der Buddhismus im Strassenbild so gut wie nicht sichtbar, waehrend es in jeder Nachbarschaft mehrere kleinere Kirchen gibt und auch mehrere grosse Kirchen im westlichen Stil (ueber die Kathedrale von Myongdong habe ich ja schon geschrieben). Es gibt jedoch in Seoul einige kleine Ecken, wo man den Buddhismus sieht, u.a. natuerlich in der Umgebung des Jogyesa, wo viele Geschaefte mit Utensilien, wie Kerzen, Statuen, Schreinen, Schalen, Kleidung etc. aufwarten. Zum Tempel kommt man ueber einen staubigen Weg und wo man ein praechtiges Eingangstor oder eine riesige Mauer erwartet, ist nur ein kleines Informationsbuedchen.
Jetzt kommts....der Hauptschrein, eine riesige Halle war...natuerlich!...verkleidet von Geruesten, da er gerade grundauf saniert wird. Fuer Touristen hier in Corea ist es eines der Hauptprobleme (neben dem "lack of english"), dass Staat, Kirche, eigentlich ALLES zu viel GELD hat und derzeit nach und nach alles restauriert, renoviert, neugebaut etc. wird...Nervig, aber auch gut, wenn man sich anschaut, was bei uns in Deutschland fuer Kultuergueter wegen Finanzmangels verrotten....
Lol....ich sehe gerade.....Waehrend im Myongdong alles rappelvoll war, scheint in Gwanghwamun nichts los gewesen zu sein..Wohlgemerkt ist eine solche Verkehrssituation mitten am Tag hier eine ZEITUNGSMELDUNG wert..
http://english.chosun.com/media/photo/news/200408/200408010025_00.jpg
Also ich kann euch versichern, dass es bei mir nicht so aussah, aber zurueck zum Tempel.
Es ist, als ob man in eine vollkommen andere Welt eintaucht, denn kurz nach der Infobude stroemte mir bereits der Duft von Raeucherstaebchen entgegen, geheimnisvolle Stimme drangen aus dem Geruest nach aussen. Unglaeubig, wie ich bin, ging ich zum Hauptschrein und wollte mal hineingucken. Da ich jedoch nicht Respekt vor Buddha gezeigt habe (noch bevor man am Gebaeude ist, muss man sich "anmelden", indem man die Handflaechen aufeinanderlegt), habe ich mir einige boese Blicke von aelteren Damen eingefangen. Es ist sowieso sehr auffaellig. Der Buddhismus scheint hier die Religion der Alten und der Verlierer, besonders der alten Verlierer zu sein, waehrend Christentum westlich ist und somit hip. Irgendwie komisch, wenn man aus dem Westen kommt und die Kirchensituation zuhause kennt...hihi.
Der schlaue Auslaender wartet also erst einmal ein bisschen ab, bevor er voreilig handelt. Einige Verhaltensformen abgeschaut und dann hineingeblickt. Leider ist der Tempel auch innen sehr im Bau (die eigentlich reich verzierte Decke total abgehangen, metallene Stuetzen mit rotem Stoff abgehangen etc.), was die Moenche und ein Heer von Glaeubigen jedoch nicht abhaelt, Buddha zu huldigen. Wenn ich mehr ueber den Buddhismus Bescheid wuesste, wuerde ich euch jetzt erzaehlen, warum die Gruppe zweigeteilt war, warum die einen Buddha essen hinstellen und die anderen es mitnehmen (das kann eigentlich nicht sein mit dem wegnehmen...) etc. Ich weiss aber nicht Bescheid.
Bereits renoviert und die Pracht des Haupttempels erahnen lassend, ist der Glockenpavillon, der vor Farben, Formen Balken, Schnitzereien und Verzierungen geradezu zu explodieren scheint, aber im Endeffekt doch nur Holz, Ziegel und Farbe ist (seht ihr, ich habe das mit der buddhistischen Lehre von den einfachen Dingen schon total verinnerlicht). Im Nebengebaeude war ebenfalls noch ein kleinerer Schrein, in einer langen Halle, wo auch Verstorbenen der Gemeinde gedacht wurde. Auch hier das ganze Gebaeude voll von Leuten, die meisten ruhig dasitzend, die Augen geschlossen, tief im Gebet versunken. Man wird automatisch selbst andaechtiger, bewegt sich langsamer und vorsichtiger, wenn man das so sieht...Seltsam.
Bald zogen mich aber meine weltlichen Verpflichtungen ins Taxi Richtung Heimat, da sich fuer 17:00 Park angemeldet hatte. Hyun-Gu Park, nicht Park Geun-Hye...heul...Nee nee, Hyun-Gu war auch gut...grins. Nachdem wir etwa 3 Stunden TV-Shows geguckt haben (ist bei DEM Programm auch keine Verschwendung!), faellt uns dann ein, dass wir Hunger haben. Schnell ist ein chinesisches Restaurant gefunden, wo man lecker Jjajangmyon essen kann...Ich sag jetzt mal nicht, wie es aussieht, sonst vergeht euch noch der Appetit. Es schmeckt auf jeden Fall gigantisch gut, auch wenn Park meinte, dass das Restaurant nichts Besonderes sei. Tz.
Dazu ist zu sagen, dass Coreaner die chinesische Kueche teilweise eingecoreanischt haben und dadurch ganz neue leckere Dinge entstanden sind.
Danach wollten wir in ein PS2Bang gehen. Was ist das, werdet ihr euch jetzt fragen. Also: Angefangen hat alles mit Noraebangs, wo man singen konnte, dann kamen VideoBangs, die jedoch einen schlechten Ruf haben, weil die Kabinen abschliessbar sind..hust...Danach kamen PCBangs, wo eine ganze Generation wie verrueckt Starcraft zockt. Der neueste Trend war dann eine Weiterentwicklung des VideoBangs, das DVDBang, wo es jedoch auch ordentliche gibt, die sogar sehr vorzeigbar sind. Und ganz neu sind die PS2Bangs, die im Prinzip eine Weiterentwicklung des PCBangs sind. Hier spielt man zu zweit Playstation 2 gegeneinander...Diese Laeden gibt es, wie wir erfahren mussten, noch nicht allzu oft in Seoul, genau 0 Mal im geliebten Myongdong. Wir kennen aber 2 in Shinchon, wo wir naechstes Mal hinfahren werden.
Anstattdessen aber kam ich auf eine ganz andere Idee, die mich schon seit Langem gereizt hatte. Im hipsten, coolsten, stylishten etc. Kaufhaus Seouls, dem Migliore gastiert die Show Horrorwood. Sarah und Malina werden sich ja noch an unser Erlebnis in Hamburg erinnern...So ungefaehr, nur halt ohne Geschichte und so gruslig wie Samira.
Horrorwood hat die gesamte 8. und 9. Etage des 16-stoeckigen Kaufhauses belegt und zieht Massen von coreanischen Jugendlichen an. Es kostet fuer coreanische Verhaeltnisse ziemlich viel (9000 Won, 6.42 Euro) und ist im Prinzip eine Geisterbahn zum Durchlaufen. Da ich ein kleiner Angsthase bin, fand ich es ziemlich gruslig, denn es ist nicht so gemacht, wie die Rummelgeisterbahnen... Der Anteil lebendiger Schauspieler dabei ist ziemlich hoch und das Gruslige daran ist, dass sie wirklich genau dann kommen, wenn man es nicht erwartet.
Das Thema ist im Groben Hollywoods Horrorfilme und wenn Freddy Krueger dich direkt in die Arme von Halloween-Moerder Myers treibt, dann ist das echt grausam. Die Show versteht es sehr geschickt, die Erwartungen zunaechst zu erfuellen (war ja klar, dass da jetzt das Pappskelett rausspringt) und dann den Todesstoss zu versetzen. Da man ziemlich schnell durch die 18 Raeume (u.A. ein Bestattungsinstitut, eine Wohnung eines Mordopfers, Friedhof, Leichenschauhaus, Dschungel etc.) laeuft, wird ziemlich Spannung aufgebaut. Ich geb zu, dass ich ganz schoen schreckhaft war, sodass bei mir der Schock immer auf ein Lachen folgte, das dann wieder vom Schock abgeloest wurde.
Der Schock trieb uebrigens ein japanisches Maedel in meine Arme, das Schutz beim grossen Amerikaner suchte....Naja....Nettes Angebot, aber meine Meinung zu Japanern duerfte klar sein...hihi ^^
Nach einer guten Viertelstunde quer durch die Etage kommt man dann im "Studio" an. Was auf den ersten Blick nur ein kleiner Kinosaal, eine Austellung und ein Souvenirshop ist, rechtfertigt dann die 9000 Won vollends:
Was man naemlich IN der Anlage nicht gesehen hat: Ueberall sind Kameras und nehmen die Leute bei den verschiedenen Stationen auf, was naturgemaess ein grosser Spass ist. Wenn man reinkommt, wird man von den anderen johlend begruesst, aber man nimmt es nicht uebel, da jeder, der hier drin war, vorher auch schon in der Anlage war. So schaut man sich auf den Monitoren die Erschreckten an und entdeckt, dass die Schauspieler die ganze Show genau genommen fuer diese Kameras abziehen...Wir sassen bestimmt eine halbe Stunde dort, denn neben leckeren Drinks gibt es noch etwas, was typisch coreanisch ist.
Eine der "Erschreckungen" kann man naemlich nur von dem Saal oben ausloesen und so sitzen die Leute dort und loesen die Attraktion aus und erschrecken damit die Leute, die noch in der "Bahn" sind...Da ist es wieder, dieses sadistische Corea...hihi.....Natuerlich habe ich den Knopf auch ausprobiert. HARHAR...MACHT !!!!
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Montag (Wol) | 02.08.04
Ich.sollte.nicht.so.oft.so.spaet.ins.Bett.gehen. Immerhin habe ich mir heute mit einem kleinen Zettel den rettenden Schlaf gerettet.
Man beachte: Ich kann mich nonverbal mit coreanischen Putzfrauen verstaendigen, d.h. mein Gekritzel coreanischer Zeichen ist fuer den Aussenstehenden erkenntlich, die Satzbildung ebenso. Ich bin einfach toll.
Nachdem der Tag nun also schon wieder fast vorbei war, machte ich mich mit meiner Changgo auf den Weg zum Postamt.
Das Postamt kannte ich ja schon, diesmal bin ich aber in eine ganz andere Ecke gekommen. In der Ecke International Parcels (=Paeckchen in den eigentlich nicht existenten Rest der Welt...) eilte mir ein Coreaner zur Hilfe, der mir erklaerte, dass ich das Paeckchen erst verpacken lassen muesse. Klingt logisch, also geht man in die dafuer vorgesehen Ecke.
Da ist es wieder dieses Land, das Dritte-Welt-Logik mit Erste-Welt-Technik verbindet.
Zunaechst meinte der Mann dort (Typ "Wegen meiner Dummheit hab ich nur die Mittelschule geschafft"), dass man so etwas nicht verpacken koenne. Der regelmaessige Leser (gibt es den?!) weiss inzwischen, dass in Corea alles Oeffentliche die Groesse eines Fusballfeldes haben muss, weshalb ich also ein wenig entnervt (!) zurueck zum freundlichen Maennchen am Paeckchenstand zurueckging, um ihm zu erklaeren, dass der Mann am anderen Stand gesagt hat, dass das nicht geht..Wieder nutzt mir hier die korrekte Anwendung der indirekten Rede sehr viel, da man mit Englisch nicht weiterkommt. Also sagt das Maennchen vom Paeckchenschalter, dass ich dem Maennchen vom Paeckchenverpackschalter sagen solle, dass ich ein EMS-Paeckchen haben wolle...Oooookeeeei....
Ich also zurueck zum Paeckchenverpackschalter und zum Paeckchenverpackschalterpaeckchenverpacker. Mit EMS sah die Sache schon ganz anders aus und jetzt wurde es RICHTIG lustig:
Nachdem er einige Vermessungen vorgenommen hatte, einen Kollegen zu Rate gezogen hatte und Pappe und Styropor geholt hatte, fingen die beiden tatsaechlich an mir ein Paeckchen fuer meine Trommel zu basteln! Man glaubt nicht, wielange es dauern kann, wenn ein Schulversager einfachste Dinge versucht und sein Chef immer korrigierend eingreifen muss. Die beiden Ajosshis hatten bald zumindest das Aussengeruest zusammen. Nachdem meine Trommel einmal in ihrem Sarg (4 Wochen per Schiff...) Probe gelegen hatte und es ihr nicht so bequem war (hat sie mir gesagt!), bastelten der eifrige Paeckchenverpackerauszubildende und der Oberpaeckchenverpackerausbilder weiter.
Nun ging es an eine Styroporverschalung, damit meine Trommel auch bequem die Kreuzfahrt geniessen kann.
Im Endeffekt kostete die ganze Luxusbettung (das ganze dauerte uebrigens eine Stunde........ausserdem gab es noch wunderschoene Verzierungen mit Klebeband gratis ...) gerade einmal 7.700 Won, wenig mehr als ein normales Standardpaeckchen.
Und die Herren haben nicht einmal Trinkgeld angenommen.....Wo kommen wir denn da hin, wenn jetzt hier nur noch die Politiker Schmiergelder annehmen und ansonsten alle oeffentlichen Einrichtungen ohne Korruption funktionieren...aish
Ein EMS-Paket kostet leider an Versand aufgrund der Groesse und der besonderen Vorsicht, die bei der Verschiffung garantiert wird, einen Batzen Geld und das ist hier woertlich zu nehmen, denn so einige Scheinchen wandern von meiner in die Tasche der coreanischen Post. Was solls!
Ganz nebenbei ist der Tag nach dem Ausfuellen der Karten, Versicherungsfragen, Wiegen (das Paket :D), etc. auch schon wieder so gut wie vorbei. Am laengsten hat es allerdings gedauert mir klarzumachen was "fragile" bedeutet. Nicht das ich die Bedeutung nicht kennen wuerde, aber die Aussprache dieses Wortes hat dem Coreaner so ziemlich das Genick gebrochen...Es kam irgendwas zwischen Puradschil und Hchretschail raus...Dann hat er es aufgeschrieben und wir waren beide gluecklich.
Nach einem Sandwich ging es dann wieder mal nach Jamshil zum Olympiastadion, diesmal aber ohne Parteitag. Ich besichtigte diesmal das Olympische Zentrum, weil ich das ja durch den Parteitag letzte Woche nicht geschafft hatte. Nun, das Olympiastadion ist ein wenig enttaeuschend, denn wenn man die Groessenverhaeltnisse hier ein wenig gewohnt ist, dann ist das Stadion ziemlich mickrig...Geradezu klein.
Dafuer ist das Olympische Museum im Keller wieder einmal total neu, total interessant aufbereitet und wirklich gut. Nachdem ich das Museum gesehen hatte, war der Tag dann auch schon groesstenteils vorbei.
In Gyodae musste ich wieder umsteigen und ich kann euch sagen: Es ist eine ganz schlechte Idee in Seoul um 18-19 Uhr U-Bahn zu fahren. Die erste U-Bahn konnte ich nicht nehmen, weil sie zu voll war. Gleich danach (geschaetzte 30 Sekunden) kam die naechste, die dann ebenfalls proppevoll war. In Gyodae umsteigen ist lustig. Gegen den Strom der Leute kann man nicht laufen, aber die meisten wechseln eh auf Linie 3, insofern ist das kein Problem. In Chungmuro dann der naechste Schock: Musstet ihr schon mal an einer Rolltreppe anstehen, weil zu viele Leute sie benutzt haben? Ich meine nicht kurz warten, sondern richtige Schlangen....Herrlich.
Tja, mehr gibt es heute nicht zu schreiben, wobei heute noch ueber 4 Stunden hat und wir mal gucken, was wir heute noch machen. Wollte ja noch mit Park nach Shinchon.
Morgen gehe ich zu TokkebiStorm, einer aehnlichen Show wie Nanta, die aber noch wilder sein soll und sozusagen die Weiterentwicklung davon ist.
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Dienstag (Hwa) | 03.08.04
Hiiiiiiiiiilfe....Coreaner sind fuer ihre Emotionen bekannt und vor allem fuer die hohe Internetanschlussquote...Ha, jetzt haben sie es EUCH allen bewiesen.
An alle, die meinem engeren Fankreis (Familie, Freunde :D) angehoeren, moechte ich einige Worte des Trostes richten: Im Gaestebuch und auch per Mail bin ich nicht mehr zu erreichen...Lol...zu viele Eintraege, zu viele Mails, dabei hatte dieser Tag so ruhig angefangen.
Wie ueblich das uebriggebliebene Kimbab gegessen, ganz ruhig um 11 aus dem Haus gegangen und ein wenig in Myongdong shoppen gewesen. Bevor ich dann zu Park wollte, traf mich der Schlag als ich das kostenlose Internet im KNTO (Korea National Tourism Organization) benutzte.
Zunaechst mal: Der Artikel ist wirklich typisch coreanischer Journalismus: Aus ein paar Informationen und einigen Zitaten mit einem Foto gemischt eine schoene Story gemacht. Ich wuerde den Wahrheitsgehalt des Artikels nicht auf ueber 51% schaetzen, aber was solls...hihi
Wie ich durch meine E-Mail (suesse 13 neue Nachrichten...bestimmt Spam) erfuhr, war Seo-Gyus Artikel inzwischen online gegangen. Was ich dabei noch nicht wusste: Wir haben anscheinend auch in Corea das beruehmte Sommerloch. Ich nahm ein Taxi, weil ich mich in der Zeit verschaetzt hatte und waehrend ich so durch die Strassen raste, raste der Artikel durch coreanische Netz. Auf den beiden wohl groessten Internet-Portalen Daum und Naver war der Artikel bereits veroeffentlicht. Schliesslich auch bei MSN Corea (ihr wisst schon...dieses kleine Fenster, was sich immer oeffnet, wenn man MSN anmacht...) und anscheinend sind auch in Zeitung und Fernsehen (so habe ich gelesen...) einige Meldungen erschienen. Wohlgemerkt: Ich war schon total aus dem Haeuschen als der Counter quasi ueber Nacht von 400 (schaemt euch, die ihr euch Familie und Freunde nennt...hihi) auf 3000 ploppte.
Mit Park spielte ich in Shinchon (dem Studentenviertel) in einem PS2-Bang Fussball und was soll ich sagen: Der frischgebackene Star hat dank Endorphinausschuettung im obersten Bereich mit der 74er WM-Elf Deutschlands 2 von 3 Spielen gewonnen (das erste war wohlgemerkt nur zum einspielen, da ich es vorher noch nie gespielt habe...) Vollkommen entnervt (ich liebe coreanisches Temperament) schleppte mich Park als naechstes in ein Kino, wo ich ihn nicht besiegen konnte. Van Helsing ist einer der schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe. Tz. Frechheit.
Nach dem Kino ueberkam uns der Hunger und wir kehrten in ein leckeres Restaurant ein, das wenigstens typisch coreanisch war. Tischgrill, lecker Fleisch und zur Feier des Tages koepften wir ne Flasche Soju, die zu coreanischem Essen gleich dreimal so gut schmeckt. Da ich das hier mit Alkohol und der Hitze nicht so vertrage, torkelte ich dann durch Shinchon ins naechste PCBang, die Marktlage checken....
Was soll ich sagen..SEUFZ.....innerhalb von 3 Stunden war der Counter von 3000 auf ca. 15000 gesprungen, ich hatte 48 neue Mails. Waehrend ich nur immer wieder die Zahl "15000" vor mich hinsagte, sondierte Park die Mails und sortierte schon mal einige Damen aus (wie gemein.........die eine war suess)...Dazu ist zu sagen: Trotz Foto (meine Frisur sitzt nicht ..hihi...) habe ich schon 4 Liebeserklaerungen erhalten...hihi ^^
Habe ich schon erwaehnt, dass ich niiiiiiiiiiiiiie wieder nach Hause will?
Die Manie geht weiter....Lol...Inzwischen habe ich annaehernd 100 Mails erhalten. Stand 12:43 Uhrzeit....436 Eintraege im Gaestebuch und etwa 18800 Seitenaufrufe....Ich hoffe das sprengt alles nicht meinen Traffic. Morgen treffe ich wahrscheinlich den coreanischen Star-Regisseur Kim Ki-Duk (dem deutschen Filmkenner duerfte er bekannt sein...
Es ist alles ein wenig verrueckt, was hier abgeht, aber ich kann noch unerkannt auf die Strasse gehen..Mal abgesehen von einigen wenigen.
Mehr hab ich heut nicht erlebt...Krass wenig oder ? Lol ^^ Ich hoffe euch geht es gut....Mir ja.
Uebrigens: Ohne Scheiss: Wenn das mit dem MBC-Interview klappt, dann schmeiss ich das Abi :P
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Mittwoch (Su) | 04.08.04
Vorletzter Eintrag in dieser Rubrik...Mir zerreisst es gerade so ziemlich alles, nicht nur mein Herz.
Doch fangen wir beim erfrischenden Teil des Tages an, naemlich "jetzt". Auf dem Weg hierhin bin ich tatsaechlich in meinen ersten Regensturm geraten. Ist ein lustiges Gefuehl. Es ist als ob man voll angezogen in die Dusche steigt. Macht das nicht zuhause nach.
Das geniale war, dass meine Golmokgil (Gasse) steil abfaellt und der gesamte Regen, der auf den Namsan faellt u.a. hier seinen Weg sucht.
Habt ihr schon mal angezogen versucht einen Bach zu ueberqueren? Die Wasserhoehe (man bedenke die Untiefen im unebenen Asphalt..)
ist "bis etwa Mitte Schienbein Janny"..Nett oder? Auf der Hauptstrasse dann versucht ein Taxi zu kriegen, damit ich die 500 m von dort bis zum Internet Cafe einigermassen schaffe, denn das erfrischende an so einem Regensturm ist, dass - wie der Name es schon andeutet - der Regen in alle Richtungen stuermt und du auch mit Regenschirm keine Chance hast. Schliesslich bin ich beim Einsteigen ins Taxi und auf den 3 Metern vom Taxi zum Eingang so nass geworden, wie man nur nass werden kann. Regenstuerme sind nichts fuer mich. Sie haben im uebrigen neben dem unterhaltsamen Teil auch einen brandgefaehrlichen. Bei den Verkehrsverhaeltnissen steigt die Unfallrate ungemein, Baeume werden entwurzelt, Keller (auch wenns die nicht so oft gibt) ueberflutet etc. Ich freu mich schon auf den Heimweg.
Nun aber zum Tag. Zunaechst moechte ich noch was zu gestern hinzufuegen. Ich habe 2 Dinge vollkommen vergessen, die eine Erwaehnung wert sind, weil sie wieder einmal die Ueberlegenheit der coreanischen Herren...ehm...der Coreaner zeigen :D
1. Im Noraebang (Karaoke-Bar nur cooler, weil jede Gruppe einen eigenen Raum hat) wollten wir (eigentlich eh nur ich :D) nur eine Stunde singen. Wir haben auch nur fuer eine Stunde bezahlt, aber der Ajosshi an der Kasse hat immer wieder kostenlos fuer uns verlaengert. Haben wir SO gut gesungen? Ich denke kaum.
2. Nachdem ich den gestrigen Eintrag geschrieben habe, ging ich nach Hause und da die amtlich verbriefte Temperatur immer noch 29 Grad betrug, beschloss ich den Tag mit einem Eis ausklingen zu lassen. Ich hatte jedoch nur einen Manwon-Schein dabei (10.000 Won), das Eis kostete aber nur 500 Won. Der Herr war recht verzweifelt, da er nur noch Kleingeld in der Kasse hatte (verstaendlich um 2 Uhr nachts...).
Was war also die Konsequenz? Nein, nicht etwa die deutsche Variante: Das wird nichts, auf Wiedersehen. Ich zeigte dem Herren, dass ich nur 300 Won als Kleingeld habe und was machte er? Nahm das Kleingeld, wuenschte mir eine schoene Zeit in Corea und verabschiedete mich mit einem Laecheln. 40 % Preisnachlass. Ist denn schon Schlussverkauf ?
Zurueck zu heute: Mein Ruhm hat deutlich nachgelassen. Grins. Die Besucherzahlen steigen nur noch langsam, aber die Mails kommen immer noch verdammt schnell und ueberfluten mein Postfach. Bis jetzt sind es ueber 170 Mails und ich habe es erst geschafft ca. 5 zu beantworten ^^
Da Seo-Gyu sich nicht mehr meldet, beschliesse ich meinen vorletzten Tag in Seoul so zu verbringen, wie ich es geplant hatte. Auf nach Kangnam!
Waehrend Kangnam wohl zum Leben die bessere Seite ist, sind die meisten Touristenattraktionen in Kangbuk, sodass man als normaler Tourist nicht oft nach Kangnam kommt. Wer Geschaefte macht, ist jedoch hier, da hier unter anderem auch das COEX ist, das Seouler Kongress- und Ausstellungszentrum.
Was soll ich sagen....Es ist internationale Friseurausstellung in Seoul....Nun...Friseure haben offensichtlich ueberall auf der Welt den gleichen Hang zu ...nennen wir es "Extravaganz" und so ueberfluteten heute Dutzende von huepfenden und hoppelnden Hupfdohlen in knalligen Tops (wir reden immer noch von Maennern...) das Kongresszentrum plus die umliegenden Viertel.
In der COEX-Mall dann hatte ich noch eine lustige Begegnung. Waehrend sonst alles seinen Gang ging , wurde es ploetzlich hektisch. Auffaellig viele Herren in Anzuegen mit Brillen postierten sich an strategischen Punkten. Ploetzlich rauschte der Buergermeister Lee Myong-Bak nebst Gefolge an uns vorbei...Hui...Mal wieder Herr Lee! Ich hatte ihn schon einmal in Berlin gesehen, als er Berlin anlaesslich der Asien-Pazifik-Wochen besucht hatte und jetzt wieder. Herr Lee ist aber gar nicht beliebt hier. Die Buddhisten moegen ihn nicht, weil er Christ ist und einige ziemlich eindeutige Positionen bezogen hat, die Seouler allgemein moegen ihn nicht, weil er das Bussystem umgestellt hat (DANKE! Das war WIRKLICH noetig) und der Rest Coreas mag ihn nicht, weil...naja..weil er Buergermeister von SEOUL ist...Der Praesident mag ihn nicht, weil er in der anderen Partei ist und die eigene Partei mag ihn auch nicht (mehr), weil ihn keiner mag....Armer Mann, man sieht es ihm foermlich an.
Uebrigens: Der Unterschied zwischen Berlin und Seoul wird besonders gut deutlich, wenn man Dinge 100%ig miteinander vergleichen kann.
Ich rede gar nicht mal vom Vergleich COEX gegenueber ICC, das waere unfair, denn das ICC ist zwanzig Jahre aelter, sondern von einer Ausstellung.
Viele erinnern sich bestimmt noch an diese Ausstellung auf dem Potsdamer Platz, wo besondere Ansichten der Welt gezeigt wurden. Nun, die Bilder sind immer noch gleich beeindruckend, nur die Inszenierung zeigt den Unterschied zwischen unserem Dorf und dieser Metropole.
Hier sind die Bilder nicht in haesslichen weissen Stellwaenden untergebracht, sondern in modernen Metallstaendern, die schon an sich Kunst sind. Dazu gehoeren ausgiebige Infotafeln, allgemeine Informationen, ein AKTIVER Info-Stand, eine richtige Beleuchtung und Spiele fuer Kinder. Nein, es war nicht Eroeffnungstag. Es war ein ganz normaler Tag...in Seoul.
Vorher war ich aber noch im "Hip-In-Trendy-Szene-Viertel" Abgujong.
Was mich immer wieder an coreanischen Vierteln fasziniert, ist, dass sie von weitem alle gleich aussehen. Einige riesige Apartmenthaeuser, einige grosse Hauptstrassen mit Hochhaeusern und viele kleine Gassen mit Backsteinhaeusern und ueberirdischen Stromleitungen...Btw, kann mir das mal einer erklaeren? Warum sind die in ganz Asien oberirdisch? Auch in Japan ist das so und an Geldmangel kann es wirklich nicht liegen. Muss irgendetwas mit Gewohnheit, Aberglaube oder sonstwas zu tun haben. Fakt ist, dass sie die schoenen Fotos vermasseln, weil sie in jeder Gasse haengen.
Wenn man in die Viertel hineingeht, die Laeden sieht, die Haeuser von Nahem sieht, die Menschen sieht und die Autos sieht, dann merkt man ploetzlich, dass einige Viertel doch anders sind.
Abgujeong zum Beispiel ist das bisher europaeischte Viertel, das ich gesehen habe. Vier-bis-sechsstoeckige Backsteinmehrfamilienhaeuser mit Balkonen, schraegen Daechern, kleinen Vorgaerten etc. Aber spaetestens wenn man die geparkten Autos sieht, bzw. wie sie geparkt sind, dann weiss man wieder, dass man in Corea ist. Genauso, wenn man die riesigen Villen sieht, die hier mitten in der Stadt stehen. Villen sind hier nicht wie in Europa mit grossen Gaerten. Sie sind eher wie Burgen. Stehen auf einem soliden Sockel (mit Tiefgarage ^^), haben nur kleine Gaerten, aber grosse, wunderschoene Haeuser...Und obwohl die hohen Mauern, die praechtigen Tore und die Kameras sehr feindlich aussehen und abschrecken sollen, sind die Tueren geoeffnet, die Fenster stehen offen...Die Reichen hier leben zusammen mit den Nicht-so-Reichen, gehen in die gleichen Supermaerkte etc. Wieder so eine Besonderheit, die nur in einer Gesellschaft mit einem so starken "Wir-ein-Volk"-Gefuehl moeglich ist.
Und dann, an den Hauptstrassen, denkt man, dass man in Paris ist: In klassizistisch anmutenden (mit Phantasie ^^) Gucci, Prada, Burberry (der Renner hier ^^), neben coreanischen Designern. Franzoesisches Wohndesign, englische Anzuege...Wow.
Die durchschnittliche Einwohnerin hier, erkenntlich an mindestens einer Schoenheitsoperation, einer riesigen Sonnenbrille, einem Sonnenschirm im Biedermaierstil und ihrem unverwechselbaren Stil beim Einparken, der sogar mich an Unfaehigkeit bei Weitem uebertrifft, mag es das Geld auszugeben, das ihr Mann den ganzen Tag lang verdient. Ok, Vorurteile. Hihi.
Wo wir schon bei coreanischen Frauen sind. Ich habe eine neue Theorie ueber die Ajummawerdung. Wie wird man von einem ganz normalen Menschen zu einer Ajumma? Versteht mich nicht falsch. Ajummas sind nicht weniger als Menschen, sie sind UEBERmenschen. Werden die heutigen Modepueppchen Coreas spaeter auch einmal Ajummas? Wo importiert Corea die ganzen Lockenwickler fuer 10 Millionen Ajummas (eigene Schaetzungen, 9 Millionen davon leben allein in Chungmuro...)...Das sind alles Fragen, die einem kommen, wenn man ueber eine halbe Stunde auf dem Weg nach Kangnam ist.
Hier nun meine Theorie (ich glaube das wird meine Doktorarbeit!): Es ist nicht wie bisher angenommen, dass man erst Ajumma ist und dann die Frisur kommt. Nein! Wie ich heute bei ausgiebigen Studien in der Fressmeile der Coex-Mall sehen konnte, denn hier hat man etwa 20 Essensstaende gleichzeitig im Blick, gibt es Abstufungen. Die Damen, die erst knapp 40 sind, haben nur die unteren Partien der Haare gewellt. Mit fortschreitendem Alter werden die Haare immer krauser, bis man den vollen Ajumma-Kopf hat. Mit dieser Veraenderung der Haarstruktur, wellt sich auch die Kopfhaut und das Gehirn wird automatisch umgestellt auf "Ajumma-Modus", der etwa dem Jekyll-Hyde-Modus entspricht.
Uebrigens: Ajummas sind eben nicht nur die heimlichen Herrscherinnen der Gesellschaft, sondern auch einfache normale Menschen, wie ich heute erschreckt feststellte. Wenn die glueckliche Jungfamilie einen Ausflug ins COEX-Aquarium macht, kommt Ajumma naemlich mit. Es ist fuer mich schon fast emotional beruehrend zu sehen, wie eine Ajumma (die normalerweise IMMER arbeitet) Fische anschaut, ueber Haie staunt und Informationen ueber tropische Fische liest. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich liebe diese Frauen! Sie haben meist die schlimmste Phase (Nachkriegszeit, also die 50er und 60er ) als Kinder miterlebt. Sie waren Kinder, Jugendliche als ihr Land ein Entwicklungsland war und zu den aermsten der Erde gehoerte. Als der wirtschaftliche Aufschwung kam, waren sie es, die mit ihrer eigenen Gesundheit fuer ihre Kinder geschuftet haben, damit diese es einmal besser haben. Und heute haben sie es besser. Trotzdem haben sie den Schmerz und die Entbehrungen ihres eigenen Lebens eingebrannt in Herz und Kopf. Mir faellt immer automatisch das deutsche Beispiel der Truemmerfrauen ein, wenn ich an Ajummas denke. Irgendwie stimmt das schon.
Zurueck zum Aquarium. Stellen wir uns nun einmal etwas vor: Wenn Ajumma bereits bei kleinen Fischen in Staunen ausbricht, was muss dann kommen, um den mit allen Wassern gewaschenen Europaeer zu beeindrucken? Mal abgesehen von den Themenbereichen, suessen Fledermaeusen in einer alten Inka-Ruine und einem Laufband durch den Hai-Tunnel.....SCHNEE! Es schneit in Seoul. Allein deshalb hat sich der Besuch und die unverschaemt teuren 14.000 Won Eintritt schon gelohnt. In der Themenwelt Arktis/Antarktis gibt es einen Raum, wo es von der Decke rieselt (und suesse Eisbaerenfotos...hach....)...Echter Schnee. Wenn man hier 3 Wochen bei gefuehlten 40 Grad verbracht hat, sind diese 0 Grad noch viel kaelter als man sich das ueberhaupt nur vorstellen kann. Ich bin natuerlich trotzdem mehrere Minuten drin geblieben und habe mich vollschneien lassen. Da ist man wieder Kind....das war schoen ^^
Schoen waren auch die riesigen Haie, die man hier ganz nahe sieht, Elektrische Aale (wie heissen die Viecher auf deutsch? Zitteraal oder?), Otter und sonstiges Meereszeug...ja, auch Schildkroeten...hihi.
Auf dem Weg zum Samsong-Bahnhof bin ich dann noch an unserem alten Hotel vorbeigekommen. Es hat sich hier schon wieder alles veraendert. Nicht nur, dass ueberall neue Luxusapartments und sonstige Glaspalaeste entstanden sind und weiter entstehen (ich war vor 2 Jahren das letzte Mal hier...), sondern auch der kleine Tempel (Bong-Yn-Sa) der hier lag ist..nein..nicht abgerissen....erweitert, erneuert und verschoenert worden. Er hat jetzt einen richtigen Parkplatz, einen Tempelshop (allgemeinen Shop und einen mit Erzeugnissen des Tempels) und der Tempel selbst ist deutlich erweitert worden. Wir waren zwar nicht drin vor zwei Jahren, aber die Bauarbeiten, Bauinformationen und die Ansicht von aussen lassen sehr deutlich darauf schliessen. Auch sind einige Gebaeude so neu, dass die Verzierungen noch gar nicht fertig sind. Obwohl Jogye-sa als Seouls Haupttempel gilt, ist dieser meiner Meinung nach viel schoener. Er liegt zur einen Zeite zu einem bewaldeten Huegel und zu den anderen 3 auf das Schaufenster des modernen Seoul. Grandios. Der Tempel selbst ist wieder ein absoluter Ort der Ruhe. Kleine Laternen mit Wuenschen haengen ueberall an feinen Schnueren, die quer uebers Gelaende gespannt sind. Einige Kerzen brennen, einige Betende, einige Moenche. Gigantisch.
Obwohl die Christen hier mehr Gutes tun als in Europa (man denke nur an den Vatikan...), ist der Buddhismus doch viel schoener.
Waehrend extreme Christen in Myongdong auf der Strasse Bibelverse rumschreien, in U-Bahnen Predigten halten und christliche Sekten riesige Kirchen in ruhigen Wohngebieten errichten, gehen die Buddhisten hier einfach ihrem Werk nach. Jede Religion ohne Bekehrungscharakter ist mir da sehr willkommen.
Uebrigens muss ich das Bild vom Buddhismus zurechtruecken: Es sind keineswegs nur aeltere Verlierer der Gesellschaft, es sind gerade hier in Kangnam vor allem auch viele sehr reiche (sieht man an den Designerklamotten beim Beten) Menschen, die anscheinend der Meinung sind, dass Glueck in der hiesigen und jetzigen Welt nicht alles ist.
Das ist doch mal ein schoenes Schlusswort: Es werde ein jeder nach seiner Facon selig! Amen ;)
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Donnerstag (Mok) | 05.08.04
Inzwischen haben wir die 200-Mails-Grenze locker uebersprungen. Auch die Besuche haben wieder zugenommen. 2.000 neue innerhalb weniger Stunden.
Die Resonanz ist einfach ueberwaeltigend. Nicht nur in Quantitaet, sondern vor allem in Qualitaet. Dutzende Einladungen zu Essen, Treffen, Uebernachtungen etc. und eine grandiose Hilfsbereitschaft. Es ist so ueberwaeltigend......
Zunaechst aber zu meinem Tag. Heute habe ich eigentlich zum ersten Mal wirklich "nur" eine Sache gemacht, die hatte es aber in sich. Der groesste ueberdachte Vergnuegungspark der Welt...Lotte World. Wir sind aber in Corea, deshalb reicht es nicht, dass hier in einer riesigen Halle mit Aussenanlage im kuenstlichen See (alles mitten im Stadtteil Songpa) dieser Vergnuegungspark liegt. Die Lotte-Gruppe hat in dem Komplex noch ein Kaufhaus, ein Hotel und alles hat natuerlich eine unterirdische Passage mit U-Bahn-Anschluss..That's Corea!
Wie ich gerade sehe, gibt es die erste Fanpage ueber mich...Nun ja ^^ Inzwischen beschweren sich die ersten Leute, dass ihnen die Berichterstattung ueber mich auf die Nerven geht....(Naver-Kommentarspalte..)...lol...mir wird es ja selbst langsam zu viel ^^ Im Moment habe ich wohl 10.000 Fans und 100 Feinde...In einigen Wochen werden die Feinde verschwunden sein und die meisten Fans auch :D Diese schnellebige Zeit...seufz..hihi
Aigu! Scheisse, Mist. Habe keine Zeit den Rest zu schreiben. Song Dae Gwan (Saenger meines Lieblingsliedes) will mich unbedingt treffen...Ich muss los....
Bbaibbai ^
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(C) Jan Janowski 2004