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Dove

Die Erschaffung der Frau

Als Gott dabei war, die Frau zu erschaffen, war er schon bei seiner
sechsten Überstunde. Ein Engel erschien, und fragte "Warum verbringst
du so viel Zeit damit???"

Gott antwortete "Hast du das Datenblatt dazu gesehen??? Sie muss
komplett waschbar sein, aber kein Plastik, muss über 200 bewegliche
Teile haben, die alle ersetzt werden können und ihr Körper muss auch laufen,
wenn sie sich nur mit Diätcola und kleinen Snacks ernährt. Sie muss einen
Schoß haben, auf dem vier Kinder gleichzeitig sitzen können, sie muss einen
Kuss haben, der alles heilen kann, von einem aufgekratzten Knie bis zu einem
gebrochenen Herzen - und sie wird alles nur mit zwei Händen machen."

Der Engel war über die Ansprüche erstaunt "Nur zwei Hände!? Und das
beim Standardmodell??? Das ist zu viel Arbeit für einen Tag. Warte bis
morgen um sie fertig zu machen."

"Das werde ich nicht", protestierte Gott, "ich bin so nah dran, diese
Kreation, die mir so ans Herz gewachsen ist zu fertigen. Sie kann sich
bereits selbst heilen UND kann 18 Stunden am Tag arbeiten."

Der Engel trat näher und berührte die Frau. "Aber du hast sie so weich
gemacht, Gott."

"Sie ist weich", stimmte Gott zu, "aber ich habe sie auch hart
gemacht. Du hast keine Ahnung, was sie dulden bzw. durchsetzen kann.."

"Wird sie denken können?", fragte der Engel.

Gott antwortete: "Sie wird nicht nur denken können, sie wird erörtern
und verhandeln können .... besser als ein Mann."

Der Engel bemerkt etwas, streckt seine Hand aus, und berührt die Wange
der Frau. "Oops, es sieht aus, als hättest du eine undichte Stelle in
diesem Modell. Ich habe dir gleich gesagt, dass das alles zu viel Arbeit für
einen Tag ist."

"Das ist keine undichte Stelle", korrigierte Gott, "das ist eine Träne."
"Für was ist die Träne?" fragte der Engel.
Gott antwortete: "Die Träne ist eine Möglichkeit, mit der sie ihre
Freude, ihren Schmerz, ihren Kummer, ihre Enttäuschung, ihre Liebe, ihre
Einsamkeit, ihr Bekümmernis und ihren Stolz ausdrücken kann."

Der Engel war beeindruckt: "Gott du bist ein Genie. Du hast an alles
gedacht! Frauen sind wirklich erstaunlich."

Und sie ist es wirklich! Frauen haben Stärke, um Männer zu erstaunen.
Sie ertragen Not und tragen Belastungen, aber sie halten immer Freude,
Liebe und Glück in sich. Sie lächeln, wenn sie schreien möchten.
Sie singen, wenn sie weinen möchten. Sie weinen, wenn sie glücklich sind und
lachen, wenn sie nervös sind. Sie kämpfen für das, an das sie glauben, sie
stehen auf gegen Ungerechtigkeit. Sie akzeptieren kein "Nein", wenn sie
denken, dass es eine bessere Antwort gibt. Sie gehen ohne alles, damit ihre
Familien haben was sie brauchen. Sie gehen zum Doktor mit einem ängstlichen
Freund. Sie lieben ohne Vorbehalt. Sie weinen, wenn ihre Kinder
hervorragende Leistungen erbringen und jubeln, wenn ihre Freunde
Auszeichnungen bekommen. Sie freuen
sich wenn sie von einer Geburt oder einer Hochzeit hören. Ihre Herzen,
brechen wenn ein Freund stirbt. Sie sind bekümmert über den Verlust
eines Familienmitgliedes. Sie sind stark, auch wenn sie denken, dass es
keinen Ausweg mehr gibt. Sie wissen, dass ein Kuss und eine
Umarmung ein gebrochenes Herz heilen können.
Frauen gibt es in allen Formen, Größen und Farben. Sie würden zu dir
fahren, fliegen, laufen, rennen oder E-mailen, nur um zu zeigen, wie sehr sie
sich um dich kümmern. Das Herz einer Frau ist, was die Welt zu einem
schönen Ort macht.
Sie bringen Freude, Liebe und Hoffnung. Sie haben Mitgefühl und
Ideale. Sie geben ihren Freunden und ihrer Familie moralischen
Beistand. Frauen haben wichtige Dinge zu sagen und geben ALLES!!!

Wie auch immer, wenn es einen Fehler bei Frauen gibt, ist es der,
dass sie vergessen, was sie wert sind...

 

 Dove 

JESUS UND DIE KIRCHE 

Letztens ging ich an einem Buchladen mit religiösen Büchern vorbei, als ich einen "Hupe, wenn Du JESUS liebst!"-Stoßstangenaufkleber sah. Ich war gut aufgelegt, und weil ich gerade von einer gelungenen Choraufführung kam, kaufte ich mir den Sticker und klebte ihn auf meinen Wagen.

Mann, bin ich froh, dass ich das gemacht habe! Die nachfolgende Begebenheit gehört zum erhebendsten, was mir je widerfahren ist:

Ich musste an einer roten Ampel stehen bleiben, und während ich gerade über den HERRN und seine Güte sinnierte, wurde die Ampel Grün, ohne dass ich es bemerkte. Da war es gut, dass auch jemand anderes JESUS liebte, denn hätte er nicht gehupt, wäre mir das wohl nie aufgefallen. Mir fiel auf, dass VIELE Menschen JESUS lieben!

Während ich da so stand, fing der Typ hinter mir wie wild zu hupen an und er lehnte sich aus dem Fenster seines Wagens und schrie: "Bei Gott, vorwärts! Vorwärts!" Wie überschwänglich dieser Mann JESUS doch liebte...

Alle fingen zu hupen an und ich lehnte mich ebenso aus dem Fenster und winkte und lächelte diesen vielen Gläubigen zu. Ich hupte sogar mehrmals, um an ihrer Liebe teilzuhaben.

Ich sah einen anderen Mann, der mir mit dem ausgestreckten Mittelfinger zuwinkte. Ich fragte meine Tochter auf dem Rücksitz, was denn das zu bedeuten habe, und sie meinte, es wäre wahrscheinlich ein hawaiianischer Glücksgruß oder so. Nun, ich habe noch nie jemanden aus Hawaii getroffen, also gab ich ihm den Gruß zurück. Meine Tochter brach in Gelächter aus, offensichtlich genoss auch sie diese religiöse Erfahrung.

Einige Leute waren so gefangen in der Freude des Augenblicks, dass sie aus ihren Autos stiegen und zu mir kamen. Ich wette, sie wollten wissen, welche Gemeinde ich besuche, oder sie wollten einfach nur mit mir beten...aber da bemerkte ich die grüne Ampel...

Ich winkte also noch einmal lächelnd meinen Brüdern und Schwestern zu und fuhr weiter. Mir fiel noch auf, dass ich der einzige Wagen war, der es über die Kreuzung schaffte, bevor es wieder Rot wurde.

Ich war ein wenig traurig, dass ich diese Leute nach all der Gottesliebe, die wir miteinander genossen hatten verlassen musste, also wurde ich langsamer, lehnte mich noch einmal aus dem Wagen und winkte ihnen ein letztes Mal den hawaiianischen Glücksgruß zu, während ich davonfuhr.

Lobe den HERRN für solch wunderbare Menschen!

 

 Dove 

SPUREN IM SAND

 

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Gott. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben und jedes mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorüber gezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn: Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber Jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte? 

Da antwortete er: Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.

Margret Fishback-Powers

 

 

 Dove 

FRAGEN EINES KINDES AN GOTT

Es war einmal ein Kind, dass bereit war geboren zu werden.
Das Kind fragte Gott:
"Sie sagen mir, dass du mich morgen auf die Erde schicken wirst, aber wie soll ich dort leben, wo ich doch so klein und hilflos bin?
Gott antwortete:
"Von all den vielen Engeln suche ich einen für dich aus.
Dein Engel wird auf dich warten und auf dich aufpassen."
Das Kind erkundigte sich weiter:
"Aber sag, hier im Himmel brauche ich nichts zu tun, außer singen und lachen, um fröhlich zu sein."
Gott sagte:
"Dein Engel wird für dich singen und auch für dich lachen, jeden Tag. Und du wirst die Liebe deines Engels fühlen und sehr glücklich sein."
Wieder fragte das Kind:
" Und wie werde ich in der Lage sein die Leute zu verstehen wenn sie zu mir sprechen und ich die Sprache nicht kenne?"
Gott sagte:
"Dein Engel wird dir die schönsten und süßesten Worte sagen, die du jemals hören wirst, und mit viel Ruhe und Geduld wird dein Engel dich lehren zu sprechen."
"Und was werde ich tun, wenn ich mit dir reden möchte?"
Gott sagte:
"Dein Engel wird deine Hände aneinanderlegen und dich lehren zu beten."
"Ich habe gehört, dass es auf der Erde böse Menschen gibt. Wer wird mich beschützen?"
Gott sagte:
"Dein Engel wird dich verteidigen, auch wenn er dabei sein Leben riskiert."
"Aber ich werde immer traurig sein, weil ich dich niemals wieder sehe."
Gott sagte:
"Dein Engel wird mit dir über mich sprechen und dir den Weg zeigen, auf dem du immer wieder zu mir zurückkommen kannst. Dadurch werde ich immer in deiner Nähe sein."

In diesem Moment herrschte viel Frieden im Himmel, aber man konnte schon Stimmen von der Erde hören und das Kind fragte schnell:
"Gott, bevor ich dich jetzt verlasse, bitte sage mir den Namen meines Engels."

Ihr Name ist nicht wichtig!

Du wirst Sie einfach "Mama" nennen.

 

 

 Dove 

TRÄNEN

Tränen sind kein Zeichen von Schwäche, sie sind das Ventil, an dem man den Schmerz heraus lässt!

Ein kleiner Junge fragte seine Mutter: "Warum weinst du?"
"Weil ich eine Frau bin," antwortete sie ihm.
"Das versteh ich nicht," sagte er.
Seine Mama umarmte ihn nur und sagte: "Und das wirst du auch niemals."

Später fragte der kleine Junge seinen Vater: "Warum weint Mutter scheinbar ohne einen Grund?"
"Alle Frauen weinen ohne Grund," war alles, was sein Vater sagen konnte.

Der kleine Junge wuchs heran, wurde ein Mann und fragte sich immer noch, warum Frauen weinen.
Endlich rief er Gott an, und als ER ans Telefon kam, fragte er: "Gott, warum weinen Frauen so leicht?"

Gott sagte: "Als ich die Frau erschuf, musste sie etwas Besonderes sein. Ich machte ihre Schultern stark genug, um die Last der Welt zu tragen, doch sanft genug, um Trost zu spenden.
Ich gab ihr eine innere Kraft, um sowohl Geburten zu ertragen, wie auch die Zurückweisungen, die sie von ihren Kindern erfährt.
Ich gab ihr eine Härte, die ihr erlaubt, weiter zu machen, wenn alle Anderen aufgeben und ihre Familie in Zeiten von Krankheit und Erschöpfung zu versorgen, ohne sich zu beklagen.
Ich gab ihr Gefühlstiefe, mit der sie ihre Kinder immer und unter allen Umständen liebt, sogar wenn ihr Kind sie sehr schlimm verletzt hat.
Ich gab ihr Kraft, ihren Mann mit seinen Fehlern zu ertragen und machte sie aus seiner Rippe, damit sie sein Herz beschützt.
Ich gab ihr Weisheit, damit sie weiß, dass ein guter Ehemann niemals seine Frau verletzt, aber manchmal ihre Stärke und ihre Entschlossenheit testet, unerschütterlich zu ihm zu stehen.
Und zum Schluss gab ich ihr eine Träne zum Vergießen. Die ist ausschließlich für sie, damit sie davon Gebrauch macht, wann immer es nötig ist.

Siehst du: Die Schönheit der Frau ist nicht in der Kleidung, die sie trägt, die Figur, die sie hat oder in der Art, wie sie die Haare trägt. Die Schönheit einer Frau muss in ihren Augen erkannt werden, weil diese das Tor zu ihrem Herzen sind - der Ort, an dem Liebe wohnt!

 

 

 Dove 

Brief eines Babys an seine Eltern

Meine lieben Eltern!

Ich komme zu Euch als kleines, unreifes Wesen mit der mir ganz eigenen Persönlichkeit. Nehmt Euch Zeit, herauszufinden, wer ich bin, wie ich mich unterscheide von Euch und was ich Euch geben kann.

Bitte gebt mir Nahrung, wenn ich hungrig bin. In Deinem Bauch,Mama, habe ich keinen Hunger gekannt, und Zeit und Uhren sind mir noch fremd.

Bitte haltet mich nach an Eurem Körper, liebkost mich, streichelt mich, küsst mich und erzählt mir was. In Deinem Bauch, Mama, fühlte ich mich auch immer getragen und ganz nah bei Dir. Ich war da nie allein...

Ich hoffe, Ihr seid nicht zu enttäuscht, wenn ich nicht das perfekte Baby Eurer Träume und Hoffnungen bin. Seid auch nachsichtig und großzügig mit Euch selbst, wenn Ihr nicht die perfekten Eltern seid, die Ihr so gerne wärt. Erwartet nicht zuviel von mir neugeborenem Baby, und erwartet auch nicht zuviel von Euch als Eltern.

Gebt uns allen sechs Wochen, sozusagen als Geburtstagsgeschenk. Sechs Wochen für mich, dass ich reifen kann, mich stabilisieren und meinen Rhythmus finde, und sechs Wochen für Euch, wieder allmählich zu Euch zu kommen und mich in Euer Leben zu integrieren.

Bitte vergebt mir, wenn ich viel weine. Habt Geduld mit mir. Mit der Zeit werde ich immer weniger weinen und Euch mit meiner Gesellschaft erfreuen.

Achtet gut auf mich und schaut mir aufmerksam zu, denn ich kann Euch auch ohne Worte sagen, was ich brauche, wie Ihr mich trösten könnt und was mich zufrieden macht. Ich bin wirklich kein Tyrann, der zu Euch gekommen ist, um Euch Euer Leben zu vermiesen. Aber der einzige Weg, wie ich Euch momentan zu verstehen geben kann, dass mir was fehlt, ist Weinen.

Bitte denkt daran, dass ich schon ganz schön zäh und widerstandsfähig bin. Ich kann schon viele Fehler aushalten, die Ihr anfangs aufgrund Eurer Unerfahrenheit natürlicherweise machen werdet. Solange Ihr mich liebhabt, kann eigentlich gar nichts schiefgehen.

Bitte achtet auch auf Euch. Seht zu, dass Ihr Euch ausgewogen ernährt und genügend Ruhe und Bewegung bekommt, damit Ihr Euch in den Zeiten, in denen wir zusammen sind, gesund und kräftig fühlt. Versucht, zwischen UNWICHTIG und WICHTIG zu unterscheiden, seht die Dinge etwas gelassener, dann könnt Ihr mich auch viel besser genießen.

Und bitte hegt und pflegt auch Eure Beziehung zueinander, weil diese mein Nährboden ist und mir zeigt, wie man Menschen liebhaben kann.

Wenn ich auch momentan Euer Leben ein bisschen durcheinandergebracht habe, so denkt daran, dass dies nur vorübergehend ist.

Ich danke Euch beiden,

Euer Kind

 

 

 Dove 

Unterbrich mich nicht, Herr, ich bete

(oder: Stell dir vor du betest ... und Gott antwortet)

 

"Vater unser, der Du bist im Himmel ..."

"Ja?"

"Unterbrich mich nicht! Ich bete!"

"Aber Du hast mich doch angesprochen!"

"Ich Dich angesprochen? Äh ... nein, eigentlich nicht. Das beten wir eben so: Vater unser, der Du bist im Himmel ..."

"Da, schon wieder! Du rufst mich an, um ein Gespräch zu beginnen, oder? Also worum geht´s?"

"Geheiligt werde Dein Name..."

"Meinst Du das ernst?"

"Was soll ich ernst meinen?"

"Ob Du meinen Namen wirklich heiligen willst. Was bedeutet das denn?"

"Es bedeutet ... es bedeutet ... meine Güte, ich weiß nicht, was das bedeutet. Woher soll ich das wissen !?"

"Es heißt, dass Du mich ehren willst, dass ich Dir einzigartig wichtig bin, dass Dir mein Name wichtig ist."

"Aha.Hm. Ja, das verstehe ich. Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, im Himmel also auch auf der Erde ..."

"Tust Du was dafür?"

"Dass Dein Wille geschieht? Natürlich! Ich gehe regelmäßig in den Gottesdienst, ich zahle Kirchensteuer und Missionsopfer."

"Ich will mehr: Ich will, dass Dein Leben in Ordnung kommt, dass Deine Angewohnheiten, mit denen Du anderen auf die Nerven gehst, verschwinden, dass Du von anderen her und für andere denken lernst; dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, auch Dein Vermieter und Dein Chef. Ich will, dass Kranke geheilt, Hungernde gespeist, Trauernde getröstet und Gefangene befreit werden; denn alles, was Du diesen Leuten tust, tust Du doch für mich."

"Warum hältst Du das ausgerechnet mir vor?! Was meinst Du, wie viele stinkreiche Heuchler in den Kirchen sitzen. Schau die doch an !"

"Entschuldige. Ich dachte, Du betest wirklich darum, dass mein Herrschaftsbereich kommt und mein Wille geschieht. Das fängt nämlich ganz persönlich bei dem an, der darum bittet. Erst, wenn Du dasselbe willst, wie ich, kannst Du ein Botschafter meines Reiches sein."

"Das leuchtet mir ein. Kann ich jetzt mal weiterbeten? Unser tägliches Brot gib uns heute..."

"Du hast Übergewicht, Mann! Deine Bitte beinhaltet die Verpflichtung, etwas dafür zu tun, dass die Millionen Hungernden dieser Welt ihr tägliches Brot bekommen."

"Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern..."

"Und Heinz?"

"Heinz? Jetzt fang auch noch von dem an! Du weißt doch, dass er mich öffentlich blamiert, dass er mir jedesmal dermaßen arrogant gegenübertritt, dass ich schon wütend bin, bevor er seine herablassenden Bemerkungen äußert! Und das weiß er auch! Er nimmt mich als Mitarbeiter nicht ernst, tanzt mir nur auf dem Kopf herum, dieser Typ hat ..."

"Ich weiss. Und Dein Gebet?"

"Ich meinte es nicht so."

"Dann bist Du wenigstens ehrlich. Macht Dir das eigentlich Spaß, mit soviel Bitterkeit und Abneigung im Bauch herumzulaufen?"

"Es macht mich krank."

"Ich will Dich heilen. Vergib Heinz, und ich vergebe Dir. Dann ist Arroganz und Haß Heinz´ Sünde und nicht Deine. Vielleicht verlierst Du Geld; ganz sicher verlierst Du ein Stück Image, aber es wird Dir Frieden ins Herz bringen."

"Hmm. Ich weiß nicht, ob ich mich dazu überwinden kann."

"Ich helfe Dir dabei."

"Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen..."

"Nichts lieber als das! Meide bitte Personen und Situationenn, durch die Du versucht wirst."

"Wie meinst Du das?"

"Du kennst doch Deine schwachen Punkte: Unverbindlichkeit, Finanzverhalten, Sexualität, Aggression, Erziehung. Gib dem Versucher keine Chance."

"Das ist das schwierigste Vaterunser, das ich je gebetet habe. Aber es hat zum ersten Mal etwas mit dem alltäglichen Leben zu tun."

"Schön! Wir kommen vorwärts. Bete ruhig zu Ende."

"Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen."

"Weißt Du, was ich herrlich finde? Wenn Menschen wie Du anfangen, mich ernst zu nehmen, echt zu beten, mir nachzufolgen und dann das tun, was mein Wille ist; wenn sie merken, dass ihr Wirken für das Kommen meines Reiches sie letzlich selber glücklich macht."

(ClydeLee Horning)

 

 Dove 

Einfach zum Nachdenken...

Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin. Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze. "Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her. Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!"

Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden. Seine Frau war gestorben. Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: "Bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass. Ich denke immer noch an diese Worte ... sie haben mein Leben verändert. Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft ohne auf das Unkraut im Garten zu achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei der Arbeit. Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt. Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich meine Kristallgläser. Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen. Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust dazu habe. Sätze, wie z.B. "Eines Tages ..." oder "An einem dieser Tage ..." sind dabei, aus meinem Vokabular verbannt zu werden.

Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und machen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes gemacht hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie morgen nicht mehr sein wird (ein Morgen, das wir oft zu leicht nehmen). Ich glaube, dass sie noch ihre Familie und enge Freunde angerufen hätte. Vielleicht hätte sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu entschuldigen. Der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre (ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.

Es sind diese kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn ich wüsste, dass meine Tage gezählt sind. Genervt wäre ich auch, gewisse Freunde nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich "an einem dieser Tage" in Verbindung hätte setzen wollen.

Genervt, nicht die Briefe geschrieben zu haben, die ich "an einem dieser Tage" schreiben wollte. Genervt, meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe. Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was uns Freude und Lächeln in unser Leben bringen könnte. Ich sage mir, dass jeder Tag etwas Besonderes ist ... jeder Tag, jede Stunde sowie jede Minute ist etwas Besonderes.

 

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Kleiner Mensch, von Gott gedacht,
unbequem, drum weggemacht!
Kleiner Mensch zur falschen Zeit - du kamst nicht weit.

Mann in Weiß hat viel studiert:
Ist schnell und gründlich, routiniert.
Seine eignen Kinder sind gern auf der Welt,
mit deinem Sterben verdient er sein Geld.

Du bist ganz allein - so allein - Mutterseelenallein.
Mutterleib, gefährlicher Ort,
du stirbst Mutterseelenallein.

Argumente so klug; Mutter weiß:
Du würdest stören, du bist der Preis,
für ein Leben so friedvoll,
wie Papa es will,
Papa braucht Ruhe, drumm sei still!

Kleiner Mensch, von Gott gedacht,
von Menschen gedankenlos weggemacht.
Kannst dich nicht wehren,
kannst nicht schrein,
Stirbst so früh - Mutterseelenallein...

 

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MAMA WARUM SOLLTE ICH NICHT LEBEN?

 

 

Mama,warum sollte ich nicht leben?
Warum gabst Du mir den Tod und nicht das Leben?
Mein kleines Herz,dass schlug nicht lang,
Mama, ist Dir denn gar nicht bang?

Ist Dir bewußt,was Du hast getan?
Mein Leben- es fing doch erst an!
Nie werd ich das Licht der Welt erblicken,
mich an Deiner Zärtlichkeit erquicken......

Nie mit anderen Kindern lachen,
keine verrückten Sachen machen.
Mama,es schmerzt mich,dass zu sagen,
kannst Du diese Last denn mit Dir tragen?

Du hast mir den Hauch des Lebens genommen.
Ach, ich hatte ihn ja kaum gewonnen.
Mama, tut es Dir denn gar nicht weh,
als mein kleiner Leib dahinschmolz,wie Schnee?

Uns verband nur der Nabel, der mich ernährte,
diesen Nabel trenntest Du -der mich doch nährte.
Ja Mama- weine,weine nur immer fort,
doch ich bin schon lange an einem anderen Ort.

Nur eine Frage wird mich immer quälen,
doch die Antwort, sie wird immer fehlen...
Mama,warum sollte ich nicht leben?

(Worte eines ungeborenen Kindes an seine "Mutt
er"!)

 

 

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Ein Brief vom Himmel

Liebe Mami,

jetzt bin ich im Himmel und sitze auf Jesu Schoß. Er liebt mich und ist mir ganz nah. Ich wäre so gerne Dein kleines Mädchen gewesen und verstehe eigentlich nicht so richtig, was passiert ist.

Ich war so aufgeregt, als ich feststellte, dass ich zu existieren begann. Ich befand mich in einem dunkeln, aber wohligen Raum. Ich merkte, dass ich Finger und Zehen hatte. Ich war schon ziemlich weit entwickelt, wenn auch noch nicht bereit, meine Umgebung zu verlassen. Die meiste Zeit verbrachte ich damit, nachzudenken und zu schlafen. Schon zu Anfang an fühlte ich mich ganz tief mit Dir verbunden...
Manchmal hörte ich Dich weinen und habe mit Dir geweint. Manchmal hast Du geschrieen oder sehr laut gesprochen und dann geweint. Und ich hörte, wie Papa zurückschrie. Ich war traurig und hoffte, es würde Dir bald besser gehen. Ich habe mich gefragt, warum Du wohl soviel weinen musstest. Einmal hast du den ganzen Tag geweint. Es tat mir in der Seele weh. Ich konnte mir nicht vorstellen, was Dich so unglücklich machte.

An genau diesem Tag passierte etwas ganz schreckliches. Ein gemeines Monster kam in diesen warmen, bequemen Ort, an dem ich mich befand. Ich hatte schreckliche Angst und begann zu schreien, aber es kam kein Laut über meine Lippen. Das Monster kam immer näher und näher und ich schrie immer wieder:" Mami, Mami, hilf mir bitte, hilf mir!"

Entsetzliche Angst war alles, was ich fühlte. Ich schrie und schrie bis ich nicht mehr konnte. Dann riss das Monster mir den Arm aus. Es tat so weh, ein unbeschreiblicher Schmerz. Und es hörte gar nicht auf. Oh wie ich bettelte, es möge aufhören! Voller Entsetzen schrie ich, als das unerbittliche Monster mir ein Bein ausriss. Trotz unsäglicher Schmerzen wusste ich, dass ich im Sterben lag. Ich wusste, dass ich nie Dein Gesicht sehen oder von Dir hören würde, wie sehr Du mich liebst. Ich wollte alle Deine Tränen versiegen lassen und hatte so viele Pläne, Dich glücklich zu machen- nun konnte ich das nicht mehr, meine Träume wurden zerschlagen.

Obwohl ich schreckliche Schmerzen und Angst hatte, spürte ich vor allem mein Herz brechen. Mehr als alles andere wollte ich Deine Tochter sein. Doch nun war es vergebens, denn ich starb einen qualvollen Tod. Ich konnte nur ahnen, was für schlimme Dinge sie Dir angetan hatten. Bevor ich ging, wollte ich Dir sagen, dass ich Dich liebe, aber ich kannte die Worte nicht, die Du verstehen konntest. Und bald darauf hatte ich auch nicht mehr den Atem , um sie auszusprechen... Ich war tot. Ich fühlte, wie ich in die Höhe stieg. Ich wurde von einem riesigen Engel zu einem großen, wunderschönen Ort hinaufgetragen. Ich weinte noch immer, aber der körperliche Schmerz war verschwunden. Der Engel brachte mich zu Jesus und setzte mich auf seinen Schoß. Jesus sagte mir, dass er mich liebt und dass Gott mein Vater ist.

Da war ich glücklich. Ich frage ihn, was denn dieses Ding war, das mich getötet hatte. Er antwortete: "Abtreibung... Es tut mir so leid, mein Kind, denn ich weiß, wie sich das anfühlt." Ich weiß nicht was Abtreibung ist; vermutlich ist das der Name des Monsters.

Ich schreibe, um Dir zu sagen, dass ich Dich liebe und wie gerne ich Dein kleines Mädchen gewesen wäre. Ich habe mit aller Kraft versucht, zu leben. Ich wollte leben. Den Willen hatte ich, aber ich konnte nicht, das Monster war zu stark. Es war unmöglich zu leben. Ich wollte nur, dass Du weißt, dass ich es versucht habe, bei Dir zu bleiben. Ich wollte nicht sterben. Also, Mami, bitte hüte Dich vor diesem Monster Abtreibung. Mami, ich liebe Dich und will auf keinen Fall, dass Du dieselben Schmerzen durchmachen musst, wie ich.

Bitte pass auf Dich auf ! In Liebe,

Dein Baby.

 

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Chat-Liebe

Sie saß am PC fast jeden Abend. Immer als sie nach Hause kam, setzte sie sich an den Computer, wählte sich ins Internet ein und blieb solange drin, bis sie ihre Mutter ins Bett scheuchte. Aber an diesem Tag war es anders, sie hatte sich verliebt. Es verging kaum eine Minute, wo sie nicht an ihn dachte. Sie hatte nur seinen Nickname im Kopf und seine Beschreibung. Andauernd dachte sie darüber nach, wie er wohl aussehen würde. Sie hatten nie so richtig über sich selbst geredet, nie über persönliche Details wie genauer Wohnort oder so. Sie wusste nur, dass er in Deutschland wohnte, wie sie selbst, aber etwa 400 km weit entfernt, zu weit zum besuchen. Sie konnte ihm vertrauen, konnte sich loslassen, konnte sich fallen lassen, wenn sie mit ihm chattete, was sie sonst nicht konnte. Im realen Leben war sie sehr schüchtern, traute sich kaum etwas zu. Doch im Chat, wenn sie mit ihm sprach, dann konnte sie sich richtig fallen lassen,  und ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Doch dass sie sich in ihn verlieben würde, daran dachte sie nie. Sie hielt es nicht für möglich, sich in einem Chat zu verlieben, doch nun war es passiert; sie konnte nichts mehr dagegen machen. Es vergingen einige Tage; sie dachte pausenlos an ihn; war schon öfters so nah dran, es ihm zu gestehen, aber sie schaffte es nie. Doch dann kam der Tag, an dem sie beschloss, es ihm zu sagen. Als sie sich nach der Schule an den PC  und in den Chat ging, war er nicht da. Sie wartete lange, doch er kam nicht. Sonst war er immer da. Jeden Tag um die selbe Zeit. Doch heute nicht. Sie hatte keine Ahnung, was dazwischengekommen war und befürchtete schon das Schlimmste. Und da kam ihr die Idee, ihre E-Mails nachzulesen. Sie hatte Post, es war eine E-Mail von ihm. Als sie den Betreff las, stieg in ihr ein eigenartiges Gefühl auf. Ein mulmiges Gefühl in ihrem Bauch. Ein Gefühl, dass ihr die Luft wegbleiben ließ. Im Betreff stand: Tut mir leid, ich mag dich nicht!!! Sie machte die Mail auf...

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Na du.....

Es tut mir leid, ich hätte es dir viel eher sagen sollen, hätte es niemals so weit kommen lassen dürfen. Ich bin nicht der, für den du mich hältst. Ich bin nur ein gewöhnlicher Mensch, kann mit dir ehrlich gesagt nichts anfangen. Ich habe dich die ganze Zeit nur belogen. In Wirklichkeit wollte ich nur jemanden verarschen. In Wirklichkeit kann ich dich nicht leiden. Du mit deinem ewigen Gejammer, du mit deiner völlig abartigen Sicht zum Leben und allem. Ich habe mitgespielt, weil es das war, was du wolltest. Aber ich kann dich nun mal nicht leiden, deswegen werde ich dich jetzt in Ruhe lassen. Das ist das Letzte was du von mir hörst.

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Sie konnte es nicht glauben. Jedes Wort fühlte sich so an, als würde ein Messer in ihr Herz stechen. Es tat so fürchterlich weh, als sie das las. Die Tränen konnte sie nicht mehr zurückhalten. Sie rollten über ihre Wangen, bis zum Kinn. Es fühlte sich an, wie Dornen, die sich in sie hineinfraßen. Sie war alleine daheim; zum Glück. So hätte sie es sich nicht getraut, aus dem Zimmer zu gehen. Und das Weinen konnte sie auch nicht unterdrücken. Es kam aus ihr heraus, als hätte sie seit Jahren nicht mehr geweint. Sie hatte das Gefühl, als würden diese Worte alles in ihr zerstören, verbrennen.....

Sie wollte nicht mehr. Er war die einzigste Person, der sie vertraut hatte. Doch es war alles nur Show... Er war nicht real, diese Person die sie liebte, hasste sie. Sie wollte nicht mehr leben. Alles, woran sie geglaubt hatte, war eine Lüge. Und das schlimmste war immer noch, dass er es ihr so sagen musste. Er hätte es auch anders tun können... Aber wieso so?? Und wieso gerade sie, und nicht eine andere naive Chatterin? Sie sah nicht mehr richtig, ihre Augen waren voller Tränen. Und in ihr brannte es förmlich. Sie konnte sich noch daran erinnern, dass ihre Mutter einmal Schlaftabletten gekauft hatte.....

Im Bad mussten sie sein, wie vor einigen Tagen auch noch, als sie sie per Zufall gefunden hatte. Sie setzte sich wieder an den PC, vor ihr der Posteingang - keine neue Nachrichten.... Der Deckel des Röhrchens spickte weg, als sie es aufmachte. Da waren einige weiße Tabletten. So klein und doch so gefährlich. Sie nahm sich eine raus und schluckte sie. Es war eckelhaft; es schmeckte fürchterlich bitter, aber die Tablette verschwand sofort in ihrem Magen. Der Rest kann ja nicht schlimm sein, gleich ist es ja eh vorbei dachte sie, und schluckte den Rest der Tabletten auch. Wie lange sie da saß und auf Post von ihm wartete, konnte man nicht sagen. Es mussten Stunden gewesen sein. Ihr Kopf wurde immer schwerer, die Augenlieder waren so schwer wie Blei. In ihrem Magen brannte es, doch sie spürte es nicht mehr. Alles war wie durch Watte gedämpft. Der Kopf sank auf die Tastatur, ihre Augen schlossen sich... Das Herz wurde immer langsamer, alles schlief ein. Für immer. Man fand sie am nächsten Morgen. Tot vor dem PC, in der Hand das leere Röhrchen. Und auf dem Bildschirm, eine Nachricht. Irgendwer musste sie geöffnet haben. Darin stand:

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Huhuuuu!!!

Gott, was hat denn mein Bruder für`n Mist geschrieben? Tut mir leid, ich habe das nicht geschrieben... Glaub mir bitte....  Ich könnte dir niemals weh tun....

Denn ich liebe dich.....

 

  Dove 

Warum Papi???

Verängstigt, voller Scham und Angst sitz ich in der Ecke, mache mich ganz klein, mich darf doch keiner sehen.

Drücke die Hand von meinem Zwillingsbruder ganz doll, zu doll, es tut ihm sicher weh.

Doch er sagt nichts, lässt mich nicht los, lässt mich nicht allein. Er will mich beschützen, doch kann er es nicht, ist doch noch viel zu klein, grad erst vier, und doch schon so ernst, so schweigsam, so traurig.

 Er kann nix machen, genauso wenig wie ich.

Ich muss weinen, er sieht mich an: "Nicht weinen!" sagt er, und doch laufen ihm selbst die Tränen übers Gesicht.

Kann nix machen, hilflos, machtlos, zu klein!

Die Tür geht auf, er ist da, Papi ist zu Hause. Hab Angst!

Drücke die Hand fester zu, darf das nicht zu doll, es tut ihm doch weh, lasse etwas locker.

Bitte nicht, bitte, bitte nicht, geht es mir immer wieder durch den Kopf. Doch es ist sinnlos, es wird passieren, wieder passieren, so wie jeden Tag...Er ist da.

Gleich kommt er! BITTE NICHT!!! Doch er kommt.

"Hier seit ihr ja!" er lächelt, ich hab Angst! "Komm mein Engelchen, komm zu Papi!"

Hab solche Angst! Er hebt mich hoch, hebt mich einfach hoch, will das doch nicht. Lasse meinen Bruder nicht los, klammere mich an ihm fest.

Bitte nicht loslassen, lass mich nicht allein.

Er kann sie lesen, meine Gedanken, ich weiß es genau, und er lässt nicht los, seine kleine Hand umklammert meine ganz fest.

Nicht loslassen! Doch Papa ist stärker er trennt unsere Hände, ich will sie wieder greifen, lass mich nicht allein, bitte!

Ich weine, schreie, will nicht!

Er weint auch, guckt mir nach, uns nach, Papa und mir.

Er zittert, er weint, er schreit meinen Namen. Schreit Papa an!

Was sagt er? Ich verstehe es nicht, ich höre seine Worte nicht, er bewegt doch seine Lippen, warum höre ich seine Worte nicht???

Was sagt er, will wissen was er sagt! Sehe ihn nicht mehr, die Tür geht zu, hinter, mir, hinter uns.

Bin ja auf Papas Arm. Wir gehen ins Schlafzimmer, will nicht! BITTE! Hab Angst, er lächelt.

Freut sich, es macht ihm Spaß. "Nicht weinen, Engel" sagt er "Bin doch jetzt bei dir, bin doch lieb zu dir, sei du doch auch lieb zu mir!"

Kann nichts machen, kann mich nicht wehren.

Er streichelt mich, will das nicht, nicht an diesen Stellen, warum streichelt er mich da?

"Nein!" flüstere ich immer wieder. Kann nix machen, bin doch so klein, zu klein.

Muss lieb sein, sein Engel sein, hab ihn doch lieb, ist doch mein Papi! Er küsst mich, überall, will das nicht, nicht an diesen Stellen.

Weine, sie tun weh, die Tränen, sie brennen wie Feuer.

Warum da? Warum an diesen Stellen? Muss ihn auch küssen, warum? Will das nicht! Muss ihn küssen, überall!

"Komm, sei mein Engelchen, sei lieb zu Papi!" Will lieb sein, will sein Engel sein, hab ihn doch lieb, er hat mich doch auch lieb, oder!?!

Ja, ist doch mein Papi. Jetzt legt er sich auf mich, er ist schwer, so schwer. Er wiegt so viel, kriege keine Luft.

Gleich passiert es wieder, gleich tut es weh, nein, will das nicht. Es tut so weh. Es macht ihm Spaß, er mag es, es gefällt ihm.

Er küsst mich, immer wieder. Auf und ab, wie bei "Hoppe-Hoppe Reiter".

Ich mochte dieses Spiel, früher, als er das noch nicht machte, ja da mochte ich es, jetzt nicht mehr, jetzt hasse ich dieses Spiel, mag es nicht mehr spielen auch nicht im Kindergarten.

Er macht komische Geräusche, es tut so weh. Es wird immer doller, immer schneller. Bald ist es vorbei. Wo ist Danny? Will zu meinem Bruder.

"DANNY!" schreie ich in Gedanken, er hört es, ich weiß es genau, kann seine Gedanken lesen. Was ist nur los?

 Sehe mich, nein uns, Papi und mich, von oben. Es sieht komisch aus. Es passt nicht zusammen. Er ist viel zu groß, ich bin zu klein, es passt nicht zusammen.

Er macht komische Bewegungen. Seine Augen, er sieht glücklich aus. Will tot sein, so wie Putzi unser Wellensittich, der schläft jetzt auch, für immer.

Will auch schlafen, für immer, nie wieder aufwachen, tot sein. Aber er ist glücklich, er ist froh.

 Papa macht es Spaß, muss lieb sein! Und dann, dann stöhnt er ganz laut. Es ist vorbei. Es tut so weh! Er gibt mir noch einen Kuss

"Warst ein lieber Engel, der liebste Engel den es gibt!" flüstert er mir zu. Es tut so weh. Es blutet, ich blute!

Warum? Was ist passiert? Verstehe es nicht! Warum??? Ich mag es nicht, will das doch nicht. Hab ihn doch lieb, ist doch mein Papi!

"Es ist normal." hat er gesagt, immer wieder, es ist normal. Glaube ihm, er ist ja groß, ist erwachsen. Erwachsene haben immer Recht, bin doch nur ein Kind. 

Aber es tut so weh, es blutet. Frage mich immer wieder, warum? Wo ist Mama, warum macht sie nichts dagegen? Sie weiß es doch! Sie hat uns doch gesehen, als er, als wir! Beim letzten Mal.

Sie hat nichts gemacht, nur geguckt. Nichts gesagt, stand nur in der Tür. Er hat sie angeschrien, warum schreit mein Papa meine Mama an?

Dann ist sie gegangen, hat nichts gesagt, nie. Kein Wort, nur, dass ich nichts sagen darf, niemandem, niemals!

"Es ist normal." hat sie gesagt. Muss das glauben, will ja lieb sein, ein Engel sein! Laufe zu Danny, er hält mich fest!

"Hast du Aua?" fragen seine Gedanken, ich muss weinen! Er hat auch Aua! Er spürt das Selbe wie ich, jedes mal.

 Spürt immer wenn ich Aua habe, genauso doll wie ich. Er nimmt mich in seine Arme, seine kleinen Arme, sind doch noch so klein, so schlafen wir ein, Arm in Arm in der Ecke, ganz allein, wo ist Mami?

Frage mich immer und immer wieder "Papi, warum? Hab dich doch so lieb, will doch dein Engel sein, Papi warum?

WARUM? Will tot sein, wie Putzi, für immer schlafen, wie Putzi, tot sein...

 

 Dove 

ALKOHOL AM STEUER!

Tod einer Unschuldigen

        Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an deine Worte.
Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol.
Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du es vorhergesagt hattest.
Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten. 

 Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass Du immer recht hast.
Die Pary geht langsam zu Ende, Mami, und alle fahren weg.
Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, das ich heil nach Hause kommen würde: aufgrund Deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und fein.

Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein.
Aber der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.
Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken.
Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss.
Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm` doch schnell.
Wie konnte mir das passieren? Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon.
Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir.

Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.
Ich wollt Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken.
Es waren die anderen, Mami, die haben einfach nicht nachgedacht.
Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami.
Der einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich werde sterben.

Warum trinken die Menschen, Mami? Es kann das ganze Leben ruinieren.
Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf.
Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum,
und ich liege hier im Sterben. Er guckt nur dumm.

Sag` meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami. Und Papi soll tapfer sein.
Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami, schreibt "Papis Mädchen" auf mein Grab.
Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren.
Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben.

Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst. Bitte, weine nicht um mich. Mami.
Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte.
Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe:
Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die sterben muss?

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