Nemzeti Bajnoksag II Nyugati CSOPORT – Samstag 25.03.2006 

Mosonmagyarovari TE – Kaposvölgye-Nagyberki VSC                        1:1    (1:0) 

 

Einen vielversprechenden Dreier an Besatzung und Ansetzungen sollte das Wochenende bringen. Junior Hofer hatte frühzeitig angefragt und stellte auch seinen Twingo als Gefährt für die Tour zur Verfügung, Anlass genug für mich zuzusagen und meinen Astra des Nachts über die Autobahn zu schleifen. Dabei erlebte mein Auto seinen Frühling, wird ja doch noch was. Der wenige Schlaf in den Nächten zuvor rächte sich jedoch fürchterlich, setzte er mir doch die Idee ins Hirn heute mal über die Ostumfahrung gen Fasangarten zu fahren. Einmal für die falsche Richtung an der (eigentlich richtigen) Abfahrt entschieden war man hoffnungslos verfranzt, ein Zustand der sich zwar dann ebenso schnell und plötzlich auch wieder auflöste, der aber Hofer Gelegenheit gab schon mal den dritten Mitfahrer Nobbi vom Bahnhof abzuholen.

Endlich komplett konnte es dann in Richtung Alpen gehen. Dabei stieg das Spasslevel schnell höher. Mein Job war es am ersten Tag den Fahrer von der Rückbank aus mit Allerlei zu versorgen. Der Strassenzustand in Österreich weckte nicht die pure Freude in den vorderen Reihen, egal, wenigstens machten die Baustellen Spass, setzt man hier doch Smilies auf LED ein um die noch anfallenden km anzuzeigen. Sind sicher Cousins unserer WM-Symbole.

Leider war das Wetter auf der kompletten Hinfahrt regnerisch, Nobbi versprühte aber stets Zuversicht und predigt die Worte: Dort hinten wird es heller – na denn.

An der ungarischen Grenze dann höchster Unterhaltungswert in der Non-EU-Spur. Rumänen, Türken, Griechen, alle vollbepackt mit Kraftmaschinen die dem TÜV einen Herzinfarkt bescherren würden, so soll das sein. Gewinner am heutigen Tag ein Gefährt dass die 4 Matratzen auf dem Dach schon auf den Boden drückten, im Anhänger dahinter noch das Mobiliar der kompletten Sippschaft, keine Ahnung wie er es bis zur Grenze geschafft hat.

Unser Grenzübertritt eher unspektakulär, der Weg bis Mosonmagyarovar lohnt nicht wirklich die Vignette, also somit auf der B1 erstmal durch Hegyeshalom gebrettert um dann den ersten Spielort am heutigen Tag zu erreichen. Meiner Mutter, gelernte Zahnarzthelferin, müsste dieser Ort wie das Paradies vorkommen. Eurodent, Megadent, Kukident… ein Zahnlabor folgt auf das andere, hier lässt sich wohl Österreich grenznah die Zahnleisten richten, wohl die Haupteinnahmequelle der Stadt. Wir wollen vorerst aber keine Heil- und Kostenpläne einholen, suchen vielmehr nach dem Wittmann Antal Park der auch schnell auf einer Stadtkarte lokalisiert ist. Das Motim-Stadion aber nun zu finden dauert doch noch etwas, ausgeschildert ist der Ground überhaupt nicht, es kommt die Taktik des Einkreisens zur Anwendung, auf einer engen Strassen, Zustand schlechter als Feldwege bei uns, erreicht man ein Art Sportministerium und das Stadion, in etwa Ober- bis Verbandsliga-Niveau bei uns.

Der Gast aus Kaposvölgye kommt zeitglich mit uns an, der Mannschaftsbus im Kleinformat dafür mit nervigem Piepser für den Rückwärtsgang ausgestattet. Der weiterhin vorherrschende Regen treibt uns in die Gastwirtschaften des Orts. Direkt am Marktplatz verköstigt man uns zu zivilen Preisen mit allerlei Begehrenswertem als (leider) einzige Gäste des Lokals. Am Nebentisch geht noch stilecht ein Zahntechniker den Kostenvoranschlag mit seiner Kundschaft durch.

14.15 Uhr, es ist Zeit den Weg zurück zum Stadion anzutreten. Vor besagter Sportstätte wird der Twingo abfahrtgerecht geparkt und schnell darauf von einem Opa, der versucht nebenan zu parken, gefährdet. Dieser belässt es aber dabei den Weg nur mitten in der Strasse stehenzulassen und unseren Wagen nicht anzufahren.

Mit dem Strom verschaffen auch wir uns kostengünstigen Eintritt und ich komme so zu meinem 17. Länderpunkt. Plätze auf der Tribüne inklusive Bierzeltplane dürfen es heute sein und nach einer Schweigeminute die nur ein krähender Hahn stört beginnt dieser Kick der zweigeteilten 2.Liga im Land der Magyaren und übelste Schoten nehmen ihren Lauf.

Einen Investitionstipp hätte ich auch noch für die geneigte Leserschaft. Solltet ihr 100 Euro im Monat übrig haben – Mosonmagyovar sucht noch einen Brustsponsor. Das Spiel bezieht seinen Unterhaltungsfaktor aus den Aktionen der beiden Torhüter, nicht unbedingt Meister Ihres Fachs. Zu Nutzen wissen dies die gegnerischen Angreifer aber genausowenig, erst ein Elfmeter führt zur Führung für das Heimteam und wird von uns sofort mittels Handyvideo für die interessierte Nachwelt dokumentiert.

Zur Halbzeit drehen wir eine Platzrunde da der Regen endlich aufgehört hat. Nur ich zeige mich mit meinen Moonboots dabei aber adequat für den Schlamm rund um den Platz ausgerüstet. Sorgen mal nicht wir mit unseren Aussprüchen für Lacher so sind es die Stories die unser Kumpel Obi aus dem Heimat simst, auch etwas vom Weg abgekommen auf dem Weg nach Frankfurt landet er bei einem unterklassigen U19-Kick Nähe Würzburg.

Die ersten Minuten der zweiten Hälfte verfolgen wir on the terraces, dann wechseln wir bei erneuten Regentropfen wieder unter die Tribünenplane und summieren die Europapokalerfolge unserer Lieblingsteams im letzten Jahrzehnt (alle O Teilnahmen hehe).

Kaposvölgye kommt noch zum Ausgleich, gerüchteweise hilft dieses Ergebnis keinem der Teams im Abstiegskampf. Unser Weg führt nach Abpfiff zum Auto und Richtung Eisenstadt.

Dieses Mal riskiert man ein paar Autobahnkilometer bis zur Grenze, keine Ahnung, eventuell war es sogar legal und düst über Landstrassen und Dörfer in Richtung Bundesligaort (!) Mattersburg.

 

SV Bauwelt Koch Mattersburg – FC Wacker Tirol Innsbruck                     2:2 (2:2)

28. Spieltag T-Mobile Bundesliga – Samstag 25.03.2006 – 8000/3000 Zuschauer

 

Zwanzig Minuten vor Anpfiff parkt man auf einem Berg nahe dem Pappelstadion das direkt neben einem Viadukt gebaut wurde. Dabei sitzt man einem Tiroler Auto beim Wenden fast im Kofferraum und bestaunt das erste Mal an diesem Abend einen vorbeifahrenden Zug.

Am Stadion selbst erwarten uns fehlenden Akkreditierungen und unfreundliches Personal am Einlass, keine Frage in welchem Sektor somit der Kartenkauf erfolgt. Wir lassen uns neben dem Gästeblock der Tiroler nieder. Für Österreich und die Entfernung ist die Gästeanzahl ok. Zum Intro werden Fahnen und ein italienisches Spruchband geboten. Das Intro auf Mattersburger Seite besteht eher aus dem nervenden Stadionsprecher der unter einem akuten Laberflash leidet. Schnell enttarnen wir Mattersburg als Ausbildungscamp für die Bullenarena in Salzburg-Siezenheim. Ist Mattersburg nicht sowieso schon untendurch so hat man nun auch noch keine Bosna für mich am Kiosk, ja kennt diese Sorte Wurst hier nicht einmal (?). Treffender Kommentar des Innsbrucker Capos: Auf geht’s, ich will euch jetzt hören hier in Ungarn. Tirol zieht sein Programm durch, nichts grossartiges aber immerhin. Für den Capo sehe ich tolle Karrierechancen als Pädagoge oder Animateur (was ja ein Capo quasi ist). Mit gewählt einfühlsamen Worten versucht er jeden Einzelnen im Block persönlich zum Mitmachen zu bewegen. Mattersburg wird einzig vom Stadionlautsprecher unterstützt.  

Im Spiel die Action Schlag auf Schlag. Tiroler Tor wird nicht gegeben. Mattersburg quält uns daraufhin mit dem 1:0 und der Stadiondurchsage. Dann fällt der Ausgleich, Innsbruck zündelt und niemand kümmert sich darum, das obwohl sich die Zivis im Block heute nicht besonders gut getarnt haben (auf ihren Blazern steht Polizei). Mattersburg wiederum mit dem 2:1, Tirol antworter abermals, dieses Mal ohen folgende Pyroattacke. Dann ist Pause und wir haben uns Stärkung verdient.

Pünktlich zum Wiederanpfiff wieder rauf auf die Stahlrohrkonstruktion, Tore fallen leider keine mehr so dass wir uns zur Beglückung unserer Nachbarn einem anderen Thema widmen.

Absoluter Höhepunkt für uns als zum wohl insgesamt dritten Mal ein Zug über das angrenzende Viadukt fährt (extra langsam und leer – Schaffner ist wohl Fussifan) und sofort die Fotoapperate klicken wie nie zuvor. Schon mal beim Thema Zug angelangt erfahren meine zwei Begleiter umfassend alles zum Thema Trainspotting-das Hobby. Sofort werden auch hier Regularien zur Länderpunktzählung entwickelt hihi.

Für grosses Aufsehen sorgt dann die Zuschauerzahl. Offensichtlich 3000 Fans werden als über 8000 vom Verein angegeben. Absoluter Realitätsverlust beim SVM wohl.

Erneut mit Abpfiff verlassen wir das Gelände und laufen durch die Strassen. Grund für unsere Eile ist aber nicht die dritte Halbzeit sondern dass wir vor 21 Uhr in unserem Hotel in Wiener Neustadt einchecken müssen. Wie alles heute klappt auch dies just in time und um 20.56 Uhr stehen wir im Orange Wings an der Arena Nove im dortigen Industriegebiet.

Nachdem nun auch das Bett für die Nacht fixiert ist gilt es noch Nobbi zum Bahnhof in der Stadt zu bringen, was laut Rezeptionistin supergut ausgeschildert sein soll… die Strassenführung hier wird jedoch nicht unbedingt als Beitrag zur Völkerfreundschaft nominiert und so knistert es sogar ein wenig ob Hektik und forschen Hinweisen im Twingo.

Aber auch Nobbi bekommt seinen anvisierten Nachtzug und wir checken mittels Stempelkarte nun endgültig in die Schlafstätte ein die vom ganzen Aufbau her total ein amerikanische Motels erinnert. Das Prospekt verspricht gratis Internet und viel Orange im Zimmer, leider lässt uns der Server aber hier im Stich. Ebenso gilt es die weiche Matratze als Doppelbett zu teilen, das ZDF-Sportstudio wird uns aber nicht verwährt.

So erstaunlich es ist dass man inzwischen TV über Internet schauen kann so ist die Bitrate für Fussballberichte wohl doch zu gering und so wirken die Beiträge eher wie Ausschnitte aus Anstoss 3 als an eine Sportsendung. Sei es egal, das Wichtigste bekommt man mit und der Schlaf fordert ohnehin schnell seinen Tribut so dass das Licht im Raum schnell gelöscht ist.

 

28. Spieltag T-Mobile Bundesliga – Sonntag 26.03.2006 – 10600 Zuschauer

FK Austria Magna Wien – Red Bull Salzburg                  2:2   (1:0)

 

Relativ früh waren wir Beide wieder erwacht, der weichen Matratze sei Dank. Die Zeit bis zur Zimmerräumung wurde mit Fanzines und Duschen verbummelt, dann rebellierten die Mägen.

Beim Rumkurven in Wiener Neustadt war uns am Abend zuvor ein Schnitzelhaus im Gedächtnis geblieben und genau dorthin ging es dann auch, was wir ganz und gar nicht bereuen sollten. Cordon Bleu Hawai mit Gurkensalat und Nutellapalattschinken waren unsere Desserts und so konnte es frisch gestärkt nach Wien reingehen.

In Höhe Wiener Neudorf nickte ich kurz ein womit mir die Ansicht des Grounds von Admira in Mödling verwährt blieb, pünktlich zur Einfahrt in den Verteilerkreis in Wien war ich aber wieder wach. Das verhinderte trotzdem nicht dass wir erstmal auf den Gürtel auffuhren, immer wartend auf ein Hinweisschild auf das Horr-Stadion..um es vorwegzunehmen: Es tauchte niemals ein Schild auf. Kurz gewendet kreisten wir in Favoriten herum bis uns dann endlich die Fischhofgasse erschien, rein da, Stadion gefunden, Parkplatz geschlossen, so den Twingo etwas abseits in einer Einbahnstrasse abgestellt die zu diesem Zweck falsch herum betreten wurde. Fortan versuchten wit etwas Schlaf aufzuholen, was aber nur 15-20 Minuten gelingen sollte, der prasselnde Regen am Autodach verhinderte ein tieferes Absacken ins Land der Träume. Eine Stunde vor Spielbeginn traten wir den kurzen Fussweg zum Stadion an und holten die reservierten Tickets ab. Dabei war mein Nachname im klaren Vorteil gegenüber Junior Hofer, war an den nach Namen getrennten Kassen doch meine Schlange weit weniger lang als die von Herrn Borgs hehe. Gemeinsam ging es dann ins schmucke Runde, nur um festzustellen dass unsere Sitze in Reihe 2 eher Regenopfer war und so ließ man sich lieber am Ende der Tribuna nieder. Von dort hatten wir die beiden Kurven gut im Blickfeld (wobei die Gäste mit Ihren Red- und Crazy Bulls keiner Erwähnung bedarf).

Die Westkurve des FAK war dagegen ordentlich mit Zaunis bestückt, ebenso wurde um einen Fan getrauert und schon vor dem Spiel gingen Stadionsprecher und Fans eine gute Symbiose ein. Ein Sieg heute würde die Austria ein gutes Stück dem nächsten Titelgewinn näherbringen. Eine Niederlage würde eher den Salzburger Titelchancen förderlich sein.

So oder so würde es eine entscheidende Partie werden die dann auch spielerisch hielt was man sich davon versprochen hatte, keine Selbstverständlichkeit im Land des Almdudlers.

Die Stimmung bei FAK wusste gut zu gefallen, insbesondere als in der 30. Minute nach Torwartfehler Manninger (Salzburg) das 1:0 fiel. Ich war jedenfalls sehr begeistert.

Vielleicht werde ich jetzt Austria Wien-Anhänger nur um Obi und Junior zu ärgern…

Dieses Niveau konnte dann in der 2.Halbzeit nicht mehr gehalten werden, wohl auch Schuld dass Salzburg das Spiel drehen konnte und nun selbst mit 2:1 in Front lag. Hier waren dann auch einmal sekündlich die mitgereisten Gehirnakrobaten aus dem Salzburger Land zu vernehmen. Der Trainer mit dem geilsten Akzent im Fussi, Frankie Schickels, wechselte nun Sigur Rushfeldt und Roman Wallner ein. Erster Spieler wurde jubelnd empfangen und sollte kurz vor Abpfiff mit seinem Tor zum 2:2 Endstand zum Helden des Tages mutieren. Die Reaktion auf Wallner war dagegen sehr heftig. Sofort begann die West sämtliche Zaunfahnen zu entfernen und hisste das Spruchband: Wir singen nur für 10 Mann auf dem Feld… wohl nicht gerade beliebt der Mann *g*

Rushfeldt konnte, wie erwähnt, noch das wichtige 2:2 für den FAK in der 86. Minute erzielen und so sieht der Hauptstadtkult guten Chancen entgegen den Titel wieder von Hütteldorf nach Favoriten zu leiten. Aktuell beträgt der Vorsprung auf das Kunstprodukt Red Bull 4 Zähler.

Für uns ging es kurz neben den Gästeblock wie Borgs seine Ligakomplettierung mit ein paar Fotos krönen konnte während ich etwas mittels Zeichensprache mit den Salzburgern korrospondierte.

Im Sauseschritt zum Twingo, mitten rein in einen Abfahrtsstau, vor uns die 350 km bis München. In Melk Borgsi’s Lieblings-MC (eigene Aussage) beehrt und vorher meinen Fahrer wohl sehr amüsiert als auch wirklich jeder Salzburger Fanbus meinerseits bedacht wurde, und zur Sicherheit andere Gefährte aus Salzburg oder Serbien gleich mit. Borgs machte dann gut Stoff und so erreichte man um 22.30 Uhr wieder das Wohnheim Cincinnatistrasse von wo sich dann noch eine Autobahnfahrt nach Kelheim für mich anschloss.

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T-Mobile Bundesliga Österreich – 26.Spieltag – Sonntag 12.03.2006 – 7200 Zuschauer

SV Josko Fenster Ried - SK Rapid Wien                                            0:0       (0:0)

 

Eine Besatzung mit Jahnler,Flo,Obi und Franky garantiert einen gemütlichen Sonntag Nachmittag, für den Nervenkitzel sorgt Franky am Steuer und dieses Mal wurde mir ein Platz auf der Rückbank zugewiesen, natürlich nach der obligatorischen 30 Minuten-Verspätung.

Bei Zeitungslektüre und netten Gesprächen florierte der steinzeitliche Tauschhandel – biete Bier, will Brezenstange – und Franky fand derweil ganz allein den Weg nach Ried im Schneesturm. Da in Österreich dann schnell beide Stadien am Ort ausfindig gemacht wurden war noch genügend Zeit in die Innenstadt zu spähen und dem Magen mittels Pizza etwas Gutes zu tun. Dabei konnte der Wirt seine linke Einstellung nicht verhehlen, Pizza Livornese sagt doch alles. Flo konnte noch richtig punkten mit seiner Kamillenteebestellung, dem kranken Magen sei es gedankt.

Nun war es Zeit ins Fill-Metallbau-Stadion aufzubrechen, Franky hat das Ausparken auch voll im Griff. Einfach raus aus der Lücke und bevor hinten der Zusammenstoss folgt schreit der Zico schon. Am Stadion dann auch waghalsige Fahrmanöver, Schuld waren natürlich nur die Ösis. An der Kassa waren dann die bestellten Tickets für Obi und mich nicht hinterlegt, aber wohl typisch für unsere alpinen Nachbarn gab man uns einfach kurzerhand andere Tickets heraus. Schlussendlich sass man in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gästeblock der zum Bersten gefüllt war.

Spannende Vorzeichen vor dem Spiel. Ried seit Ewigkeiten zu Hause unbesiegt, heute nun der Rekordmeister und amtierende Champions zum zweiten Mal in dieser Saison zu Gast.

Der Stadionsprecher nervte noch bis 2 Minuten NACH Anpfiff mit seinen Durchsagen, hätte er nur weitergesprochen, das Spiel war nämlich nicht dazu angetan den Kampf gegen die Frühjahrsmüdigkeit zu gewinnen. Wach hielten uns nur die agilen Rapidler die Ihre Mannschaft gewohnt kreativ und enthusiastisch unterstützen, für SK-Verhältnisse aber auch einfach (nur) den gewohnten Standard erreichten. Die Ultras Nürnberg waren dabei auch mit einer Delegation zu Gast. Den Rest der Zeit erfreuten Obi und mich tiefgründige Dialoge und einige Meckerfritzen um uns rum.

Die beste Unterhaltung in der 2.Halbzeit bot dann auch weniger das Geschehen auf dem Rasen sondern die diversen Durchsagen für PKW-Halter, Wild West City Ried you know.

Wie befürchtet endet dieser Kick mit 0:0, für beide Vereine sieht es nach einem Mittelfeldplatz am Ende der Saison aus. Für den Aufsteiger aus Ried natürlich super, für Rapid enttäuschend. Wir sammelten uns schnell wieder in Franky’s Golf, flehten um Erwärmung unserer Gliedmassen und harrten der Fahrmanöver die nun folgen sollten.

Auf dem Weg aus Ried erheiterten uns noch als Teufel tief mumifizierte Kinder in den Farben des SV Ried und im Konvoi mit dem Rapid-Fanbussen ging es zurück Richtung Deutschland und Regensburg.

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Bundesliga – 24. Spieltag – Samstag 04.03.2006 –  22.500 Zuschauer

Bayer 04 Leverkusen – SV Werder Bremen                   1:1    (1:1) 

 

Wenn etap schon keine vernünftigen Fernseher mehr anbietet (Roombase bitte übernehmen Sie), ihr Frühstück ist noch immer Weltklasse. Auf die Speisung folgte ein weiterer Kurzbesuch bei Rewe Lüttgendortmund, Reiseproviant sozusagen. Die Fahrt auf der A1 in Richtung Köln war auch sehr interessant, ein Landstrich den man als Bayer ja auch weniger bereist. Meine Destination sollte Leverkusen sein, dort das etap altbekannt.

Den Fiat Idea bereits am Parkplatz abgestellt und etwas die Stadt+Internet erkundet, dann rein ins Hotel wo man so früh noch gar nicht so wirklich willkommen war. Zimmer war trotzdem schon präpariert, ich konnte mich also niederlassen.

Dann war es auch schon Zeit aufzubrechen, immer den Strom der Menschen zur BayArena folgend. Ohne Probleme den Einlass gemeistert betrat man einen Gästeblock der in punkto Sichtverhältnisse wohl nur noch von dem in Freiburg unterboten wird. Etliche grün-weisse Bremer waren da mit mir einer Meinung. Die Ultras sangen sich im unteren Teil des Blocks schon mal warm und dem Rest heizten die berühmten Heizstrahler an der Decke ein.

So wie die Stadt ist auch diese Arena schon ein grosses Kunstprodukt, auch noch nie erlebt dass sich der Stadionsprecher aus der Sendezentrale via Bildleitung meldet. Naja naja.

Das Spiel begann dann gleich mit einem Paukenschlag, kaum angepfiffen wird Miro Klose im Strafraum der Gastgeber gelegt und muss verletzt vom Feld. Den fälligen Elfmeter verwandelt dann Torsten Frings und der Gast von der Weser führt hier mit 0:1.

In der Folge entwickelte sich ein interessantes aber nicht hochklassiges Bundesligamatch. Torwart Wiese bewahrt die Bremer einige Male vorm Ausgleich, Bremen investiert nach der Führung zu wenig in die Partie. In Minute 40 rächt sich dies dann durch den Ausgleich in Person von Dimitar Berbatov. Letzter Aufreger der 1.Halbzeit ist dann die Attacke von Nowotny auf Tim Borowski für die es gerade mal Gelb gibt.

In der 2.Halbzeit ist dann Leverkusen noch präsenter während Bremen eher Kräfte für Turin zu schonen scheint. Das wird alles nix mehr und so endet diese Partie unentschieden, beide Seiten werden aber wohl einigermassen mit diesem Ergebnis leben können. Für mich geht es auf schnellstem Wege zurück ins Hotel, schon angenehm wenn man kaum 40 Minuten nach Abpfiff schon wieder „zu Hause“ist. Die ARD-Sportschau darf es sein bevor es, trozt zunehmender Gichtanfälle im rechten Fuss, ins Kinopolis Leverkusen geht, wo aber der Film „Derailed“ nicht überzeugen kann. Nach dem Film darf es noch ein Snack bei MC Chicken (oder so) in der Fußgängerüberführung sein und mein Kopfschütteln über die Scheinwelt Leverkusen wird immer heftiger. Es ist alles so unfassbar künstlich hier, wie auf dem Mars. Hier wohnen würde ich unter keinen Umständen wollen, das Mietniveau dürfte hier relativ gering sein. Mit weiterhin Schmerzen im Fuss und das Bayerkreuz dabei vor Augen (welche Ironie) ist es bald Zeit die Augen bis in den späten Vormittag des Sonntags zu pflegen.

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2.Bundesliga – 24. Spieltag – Freitag 03.03.2006 –  14.021 Zuschauer

VFL Bochum – Kickers Offenbach                               0:1    (0:0) 

 

Auf auf die Lorbeeren einzusammeln. Das Bochumer Ruhrstadion fehlte als letzter Ground in der 2. Bundesliga. Da darf es dann schon mal ein nagelneuer Fiat Idea vom Buchbinder sein auf den dann im Verlauf des Wochenendes auch die ersten 1400 km seines Autolebens gefahren wurde. Wahrlich ein Traumwagen, CD Player, Geschwindigkeitsalarm, Ellbogenstütze und und und…ach wäre er nur mein.

So erreichte man völlig entspannt den Ruhrpott und durchfuhr, zum eigenen Stolz, Dortmund fehlerfrei. Das Quartier in Lüttgendortmund, dank Vorkenntnis, sofort gefunden und Quartier bezogen. Ein kleiner Rundgang im Ort war auch drin, Luftkurort wird man hier aber wohl nicht mehr. Der Marktplatz bot alles was man sich wünschen kann, leider wurde aber durch eigene Unkenntnis die schöne Vorstellung von einer Anreise per Bahn zunichte. Aber auch so waren es ja nur 4 Autobahnabfahrten, im gemeinsamen Parkhaus von Stadion und Starlight Express den Fiat abgestellt und ein paar Runden ums Runde gemacht *g*.

Die Wurst draußen konnte Ihren Unkenrufen nicht gerecht werden, mein ausgemachtes Date mit OFC-Markus versetzte mich leider. So mal reingegangen, die Spannung war ja auch schon immens. Zu meinem Erstaunen war auf der Fantribüne stets ordentlich Platz, da sind die Abstiegswunden wohl wirklich erst verheilt wenn der Wiederaufstieg gelingt.

Für mich unverständlich zumal ja auch Gegner und Uhrzeit passten. Offenbach hatte auch eine angemessene Zahl an Anhängern mitgebracht.

Entlohnung für die lange Anreise gab es aber dann beim Countdown. Wenn Grönemeyer singt und die Spieler mittels Carmina Burana das Spielfeld betreten dann ist das echte Gänsehaut und ein Erlebnis das total entschädigt. Hier ist es einfach schön.

Gar nicht schön dann das Spiel, die einzigen 5 Chancen von Bochum hatte das DSF dann zusammengeschnitten und mit keinem Wort im Bericht erwähnt wie grottenschlecht das Spiel war. Besondere Schuld daran trifft neben den 22 Akteuren besonders Schiri Gagelmann. Er hat sprichwörtlich das Spiel zerpfiffen, sobald ein Spieler auf dem Boden lag war das Spiel unterbrochen. Das Pfeiffkonzert zur Halbzeit logische Schlussfolgerung daraus.

Nach Wiederbeginn erwischte Offenbach einen Blitzstart und erzielte das spielentscheidende Tor durch Regis Dorn. Bochum versuchte natürlich Alles um noch zu Zählbarem zu kommen, heute war der VFL aber einfach schlecht. Trotzdem sollte es zum sofortigen Wiederaufstieg langen, mit der heutigen Leistung wären die Bochumer aber bestimmt absolut chancenlos im Fussballoberhaus. Schnell ging es dann über den Ruhrschnellweg wieder zurück wo im Zimmer der Körper dann schnell seinen Tribut für die lange Reise einforderte.

Damit ist die 2.Liga komplettiert.

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2.Bundesliga  – 22. Spieltag – Sonntag 19.02.2006 –  6850 Zuschauer

SC Paderborn 07 – FC Hansa Rostock              3:0     (3:0) 

 

Hoffentlich bemerkt niemand wie bescheuert wir sind. Um 4.30 Uhr klingelte unser Wecker. Der Grund für unseren frühen Check-Out war die Schnapsidee mit dem WET heute nach Paderborn zu fahren. Da brauchte Junior Hofer erstmal ein paar Kaffee zum Wachwerden.

Und während die Nachtschwärmer den Weg in Ihre Betten antraten trotteten wir schwerbeladen zur Bahnstation Mahlsdorf und bestiegen den Zug zum Ostbahnhof. Im Zug liefen wir bei einer Reisegruppe auf die uns fragte ob wir mitkommen wollen, da man uns aber vorenthielt wohin es gehen sollte lehnten wir dankend ab. Unser Angebot nach Paderborn mitzukommen wurde komischerweise auch abgelehnt. Obskures Volk das.

Im Regionalexpress wurden wir gleich freudig begrüsst, aber nicht von Rolex, der stieg erst wenig später zu, sondern von einem Mann mit saarländischem Akzent der sich lauthals über Punker muckierte die laut seinen Angaben im Saarland vergast würden? Außer in Saarbrücken, da laufen die auch so rum… Auch Ihnen einen Guten Morgen J

Wenn wir ihn richtig verstanden haben hatte er gestern das Spiel Hannover 96 – Bayern München besucht, kam aber gerade aus Frankfurt/Oder und saß im Zug der aus Cottbus kam… Ab jetzt wird es linearer, versprochen.

Zu dritt macht Reisen Spass, so vergingen die Fahrten bis Magdeburg und Sonderhausen flux, Hofer musste dabei stets Kaffee nachlegen. In Sonderhausen war dann auch meine Mütze die größte Attraktion und schon weiter über Kassel und Warburg nach Paderborn. Über 7 Stunden Zugfahren in wenigen Zeilen. Dort in Paderborn wurden wir dann ausgespuckt, Koffer ins Schließfach und gleich die ersten Rostocker erkannt. Nun begann die fieberhafte Suche nach einem Bus der uns zum Hermann-Löns-Stadion bringen sollte. Irgendwie kam aber nix und so suchten alle irritiert in der Gegend rum. Irgendwann dann der entscheidende Hinweis auf einen Bus der eher abseits vor sich hin wartete. Diesen betreten und jeder Fahrgast hatte seinen eigenen Schutzmann, die wollten aber auch nur zum Stadion fahren, wohl keinen Platz im Polizei-Sonderbus zuvor bekommen *g*

Die Fahrt zum Ground dann relativ langwierig, befindet sich im Stadtteil Schloß Neuhaus (selbiges konnte auch erspäht werden) und die Fahrt führte durch manch enge Strasse.

Der Einsatzleiter offenbarte uns auch noch seine Seelenqual, der Verein würde den Einsatzkräften ganz schön Angst mit der Erfolgsserie machen. Dass Paderborn schon mit Liga 2 überfordert ist war offensichtlich, man stelle sich mal vor Köln,Frankfurt,Dortmund&Co fallen hier ein. Das neue Stadion ist essentiell für Paderborn.

In Schloss Neuhaus noch eine kurze Waldwanderung, dann konnte man Eintrittskarten lösen und sich ein Programmheft nehmen. Drinnen dann vorzügliche Bratwürste und (wohl extra für die Rostocker) Fischsemmeln. Somit war alles angerichtet, der Gästeblock konnte betreten werden, die mitgereisten Ostseeanrainer glänzten schon durch lustiges Liedgut (dazu gleich mehr) und der Heimbereich war so ziemlich proppevoll.

Der Ground ist ja bekannt für die Hochspannungsleitungen die darüber hinwegführen und auch sonst ein klasse Ground, nur halt für 2.Liga absolut ungeeignet.

Der Stadionsprecher versteht sein Handwerk und die Singing Area der Paderborner erpichte sich am Schmeissen von Papierkonfetti, nur stets hintereinander und nicht einmalig?

Anpfiff und den Heimfans steht der Sinn schnell nach Ihrem Wechselgesang. Nur dass dieser heute höchst orginell aus dem Gästeblock gekontert wird, schallt Ihnen doch auf Ihr langgezogenes „Paderborn“ ein donnerndes „Hooligans“ entgegen.

Dann klettert der Capo der Rostocker auf den Zaun und nun geht die Luzie richtig ab. Während auch die Paderpatrioten zu überzeugen wissen animiert den Mann an der Front den gesamten Block. Wer die Hände nicht schnell genug oben hat wird sofort ermahnt, auch wie mir passiert, über den ganzen Block hinweg. Tolle Wurst, vor 14 Jahren verspielt mein Lieblingsclub die Meisterschaft gegen Hansa und nun darf ich so tun als würde ich den FCH unterstützen *g*

Mein Support hilft den Jungs aus MV aber nicht wirklich viel, denn nun fallen die Tore hinter Schober wie reife Früchte. Die Rostocker Abwehrreihen absolut indisponiert und so kassiert man zwischen der 13. und 19. Spielminute 3 Tore und das Spiel ist gelaufen.

Leider schadet dass auch dem Support im Gästeblock, ansonsten nimmt man es aber nicht weiter tragisch. Auch Hansafans sind das Leiden gewöhnt, so scheint es. Leider bleibt den weitgereisten Fans sogar das Ehrentor für Ihre Mannschaft während des ganzen Spiels verwährt. So kann man sich aber noch toll in Szene setzen, hüpft man doch in pantomimischer Perfektion durch den Block, macht den Flügelschlag von Gefiedertier nach und lässt die Paderborner wissen dass man Ihnen was mitgebracht hätte, nämlich die Vogelgrippe.

Heute kommt es dann noch richtig dicke für das Team von Frank Pagelsdorf. Mitten in der eigene Hälfte stössen Bülow und Tim Sebastian in der 68. Minute bei einem Klärungsversuch mit den Köpfen zusammen. Tim Sebastian zieht sich dabei eine Schädelverletzung zu und trägt ab sofort den Hoeness-Gedächtnisturban, Bülow verliert bei der Aktion ein paar Zähne!

Erlösung schafft da letztendlich nur der Schlusspfiff, vorher noch lieb umsorgt von den Paderborner Gastgebern die bis zum Exzess durchgeben wo die Gastanhänger die Busse vorfinden die sie wieder zurück zum Bahnhof und den dort wartenden Sonderzug bringen.

Dieses Angebot nehmen auch wir dankend an und Rolex knüpft dabei sogar freundschaftliche Bande nach Rostock und wird zum rasenden Roland. Außerdem schnappen wir dort unser neues Lieblingswort auf „stendalisieren“.

Am Bahnhof passiert dann genau dass was ich befürchtet habe, man tritt mir in den Weg als ich den Polizeikessel aus dem Bus raus verlassen will, möchte uns in den Sonderzug nach HRO verfrachten..Entspannt wie ich bin brülle ich die Polizeibeamtin gleich mit einem markerschütternden „Nein“ an. Sofort wird sich aber rührend psychologisch um mich gekümmert, den Dialog sollte man für die Nachwelt festhalten.

 

Polizist: Was ist Ihr Begehr?

Ich: Ich will hierbleiben

Polizist: Wie sind Sie denn hergekommen?

Ich: Mit dem Zug (überraschende Antwort gelle)

Polizist: Dann besteigen Sie nun bittte den Sonderzug

Ich: Ich komme aber aus München

Polizist: Das erklären Sie dann bitte den Bundesbeamten auf dem Bahnsteig.

 

Auf dem Bahnsteig konnten wir dann unsere Ausweise herzeigen und wurden wieder in die Freiheit entlassen. Dies machten übrigens etliche Leute, erstaunlich flexibel die Polizei.

Nachdem wir Rolex in den nächstbesten Zug zurück nach Berlin gesteckt hatten stand uns der Sinn nach Currywurst und so führte unser Weg in die Paderborner Fußgängerzone (hui) und in den Kochlöffel. Nun hatte uns endgültig ein gewisser Grad an Wahnsinn gepackt und wir wollten prinzipiell alles „stendalisieren“ oder sagten Homer Simpson-like „Nein“.

Zurück am Bahnhof noch kurz die russische Toilettenmafia unterstützt und dann wurden wir auch schon in den Zug zurück nach Warburg gesteckt. Ausgerechnet dort verspätete sich dann unser Zug um ein paar Minuten, blieben uns doch nur deren 5 in Kassel zum Umsteigen.

Also kurzer Sprint durch Kassels Hauptbahnhof und weiter nach Nordhausen.

Dort wieder Zugwechsel (langsam wird’s hart oder?) und weiter nach Halle/Saale. Der Sachsen-Anhalt-Express setzte uns dort um kurz nach halb Zwölf ab und um 00.43 Uhr sollte von dort unser ursprünglich gebuchter Nachtzug von Berlin nach München Halt machen.

Im Bahnhof war zu dieser Zeit nichts mehr los und kein Geschäft geöffnet so dass die Nahrungsmittelbeschaffung eher größeres Ausmaß nahm. Wenigstens konnte man etwas Stadtplankenntnis aus dem Aufenthalt rausholen, kann ja nie schaden sowas.

Im Wartesaal war es uns auch nicht so genehm, so schlenderte man gelangweilt durch die Bahnhofshallen bis endlich unser Nachtzug einfuhr.

Dort wurde dann noch schnell das Ticketproblem gelöst, hatte doch Junior Hofer für mich mitgebucht so dass alles auf seinen Namen lief. Dann wurde das Licht im Abteil gelöscht und bis kurz vor München durchgedöst. Klar hat man in solchen Zügen einen eher seichten Schlaf, rennt doch immer mal wieder jemand über den Gang oder schlägt eine Tür zu, aber insgesamt kann man eine Nachtzugfahrt nur weiterempfehlen.

Am Münchner Hauptbahnhof verabschiedete ich mich von meinem Kameraden, der dann gleich zum Ostbahnhof zum Arbeiten weiterfuhr(!). Ich gönnte mir ein Frühstück bei BK mit kicker-Lektüre, musste doch die Niederlage der SGE gegen den HSV analysiert werden.

Für den Zug von München nach Regensburg habe ich dann nochmal so viel gelöhnt für die gesamte Strecke am Sonntag, eine junge Mitfahrerin stolperte noch bemitleidenswert über die Regelung dass das Bayernticket erst ab 9 Uhr gilt und Bettler in Zügen sind viel aufdringlicher als in der Berliner U-Bahn.

In Regensburg dann den Astra wieder am Galgenberg abgeholt und nix wie heim.

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Landesliga Berlin 1.Abteilung  – 19. Spieltag – Samstag 18.02.2006 – ca. 300 Zuschauer

Adlershofer BC 08 – FC Spandau 06              0:3     (0:2) 

 

Die Ausbeute des Freitags also viel Kultur und ein Spiel der 7.Liga Berlins. Auch für heute zeigt die Bilanz lediglich ein Spiel der NOFV-Nord in Wismar. So gab es Bestrebungen mir St.Pauli-Düsseldorf anzusehen und so klingelte 5.45 Uhr der Wecker während Junior Hofer weiterschlief. Ich unternahm wieder einen Spaziergang zur Station Mahlsdorf und bestieg die S-Bahn bis Ostkreuz. Dabei hätte ich besser mal das Handy angemacht, im Zug zum Bahnhof Zoo erreichte mich nämlich die SMS dass St. Pauli ausverkauft ist die Rolex liebenswerterweise mir zukommen ließ. Was nun tun? Hamburg erschien so zu riskant, Vorletzter gegen Letzter in der NOFV Nord erweckte auch nicht unbedingt gesteigertes Interesse. So erstmal beim MCD-Breakfast Gedanken sammeln und Hofer um 8.30 Uhr per Handy zu seinen Tagesplänen befragt. Nachdem dieser meinte erst später in die Stadt zu fahren war meine Intention mich zum Alexanderplatz zu begeben, bissl Kultur wieder, dann die Tiere im Zoo zu besuchen und dann nachmittags die einzige Begegnung der Verbandsliga Brandenburg bei SV Babelsberg II zu besuchen um dann Junior Hofer abends wieder in der Stadt zu treffen. Den Alex habe ich auch mehr als gründlich erkundet, ebenso den Hackeschen Markt, ganz Berlin Mitte halt. Langsam zeigten sich aber dann Schlafmangel und Frost, es war einfach ein Stück weit zu kalt um stundenlang rumzuasseln. Da musste es der Biss in den sauren Apfel sein, zurück in die Prärie wo mich wenigstens der Bus vom Bahnhof bis kurz vors etap brachte. Auf den letzten Metern kam mir dann mein Mitstreiter entgegen so dass man bereits präzisere Verabredungen für heute Abend treffen konnte. Noch kurz etwas eingekauft (ja Supermarkt gab es da draußen sogar), die Putzfrau aus dem Zimmer geschmissen und eine Mütze Schlaf genommen. Gegen 12.30 Uhr dann aufgestanden und bei ABC angerufen. Dort bekam ich die Auskunft dass der Linienrichter den Platz für bespielbar hält und die Partie zu 90% stattfindet. So eine Prozentzahl muss uns in diesen Tagen reichen, auf zum Zug und ab nach Adlershof dass ebenfalls etwas weiter in der Peripherie Berlins liegt. Soweit ganz nette Gegend, man durfte noch ein gutes Stück die Dörpfeldstrasse ablaufen bis man schließlich den Lohnauer Steig erreichte wo ABC seinen Ground inmitten einer Wohngegend hat. Auch hier natürlich Kunstrasen, dafür gab es sogar ein Programm. Auch hier gesellte sich dann eine weitere gestrandete Gestalt zu mir und die Würste brutzelten eifrig auf dem Freiluftgrill. Die Partie (in Berlins 6.Liga) hatte locker unser bayrisches Landesliganiveau, schnell gelangen auch hier dem Gast 2 Tore und so befindet sich Spandau auf dem besten Weg zurück in die Verbandsliga Berlin. Hier wurde es im Laufe des Spiels besonders interessant da sich immer kontroversere Diskussionen zwischen Schiedsrichtergespann und Publikum bzw. Ersatzspielern entwickelten. Ein Auszug:

Spieler der 2.Mannschaft von Adlershof: Schiri geh mal zu Fielmann

Schiriassistent: Lern’ Du erst mal Fussballspielen.

Auch zwei Besucher betitelten sich dermassen heftig untereinander wie ich es seit der Ulmer U19 nicht mehr erlebt habe. Ein grosser Spass für Gross und Klein also. Spandau gelang dann in der 2. Halbzeit noch das 0:3, eine nette Kneipe hinter einen Eisentür gibt es am Lohnauer Steig auch und auf das anschließende Spiel ABC II gegen Bielsdorf II habe ich dann doch verzichtet… Auf dem Weg zurück zur Bahn meldete sich der kleine Hunger und so hielt ich an einem Imbiss der Dönercity Berlin. Ein Prachtexemplar namens Schülerdöner für 1,50.

Dabei befand sich viel mehr Fleisch im Döner als hier (zum doppelten Preis) gewohnt, dazu lecker Soss und als Bodenbelag Ketchup, einfach himmlische Genüsse hehe. Das sind so die kleinen Highlights solcher Ausflüge. Mich würde ja mal interessieren welche Dimensionen dann dort der Big Döner mit extra Fleisch hat.

Nun ging es wieder in die Mitte Berlins, schnell BL-Ergebnisse im easyInternet gecheckt und dann war auch schon das Treffen mit Rolex und Hofer am Hackeschen Markt anberaunt.

Roland ließ uns noch kurz warten weil seine U-Bahn irgendeinen Unfall auf dem Weg hatte, dann ging es in eine Trattoria am Ort wo lecker gespeist wurde und diverse Alsterwasser unsere Kehlen befeuchteten. Dabei wurde auch eine ganz besonders perfide Idee für den Sonntag geboren, gleich am Alex ein WET besorgt und wieder zurück ins Vorortghetto.

Dieses Mal fuhren wir auf Wunsch von Hofer bis zur Station Birkenstein um von dort den Weg zur Unterkunft mal auszutesten. Dieser führte uns in kompletter Dunkelheit über eine Bundesstrasse, aber lieber überfahren werden als dreckige Hosen kriegen.

Durchs Industriegebiet wo sich auch noch eine Disse befand die angeblich die größte in Deutschland sein soll (laut Aushang, aber vergesst es) und noch eine Frage aufgeworfen:

Hoppegarten liegt nun eindeutig im Ostteil der Stadt, hier befindet sich dann auch die weltberühmte Galopprennbahn. Wie aber kamen nun vor der Wende die ganzen westdeutschen Zuseher zu den Pferderennen im tiefsten Osten der Stadt?

Im Zimmer gaben wir uns dann noch das ZDF-Sportstudio bevor unsere Augen zufielen.

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Bezirksliga Berlin 2.Abteilung  – 19. Spieltag – Freitag 17.02.2006 – 50 Zuschauer

SC Al Quds Berlin – BFC Dynamo Berlin II              0:2     (0:2) 

 

Aufbruch am Donnerstag Abend 18.30 Uhr zu einer Tour die im Vorfeld akribisch durchgeplant war und bei der dann plötzlich sämtliche geplanten Spiele abgesagt waren!

Noch während der „Lord of War“ im Kino wütete stellte man sich die Sinnfrage, aber die Züge sind gebucht, halt der Nachteil der ganzen Sparangebote heutzutage.

Um die freundschaftlichen Bande nicht zu belasten bestieg man dann doch den Zug, noch filmisch und auf Foto festgehalten von Herrn Gross. Bis Neumarkt hatte man noch Begleitung in Person eines Jahnfans, dann noch schnelles Zughopping und in Fürth rein in den Nachtzug nach Berlin. Dieser besitzt äußerst komfortable Sitze und auch sonst hatte man seine Ruhe und konnte nun wesentlich besser gelaunt um 7 Uhr morgens in der Bundeshauptstadt aussteigen. Herr Borgs sollte gegen 13 Uhr Berlin erreichen, mal sehen was sich so findet.

Am Zoo erste Grundbedürfnisse erledigt (Tasche ins Schließfach, Preise des Zoos gecheckt, Frühstück bei MCD, easyInternetcafe, 48 Stunden-Ticket besorgt). Ein Spaziergang durch die Gegend gemacht und Wandern ist des Zicos Lust. Auf dem Kurfürstendamm noch ein paar besondere Einkäufe getätigt und schon hatte die Stadt mit Ihrem Flair und Ihrem hohen Puls einem im Griff. Es war bei Weitem nicht der erste Trip nach Berlin aber bestimmte Highlights wirken auch noch beim x-ten Mal und heute war auch mal keine störende weibliche Begleitung dabei. Potsdamer Platz, Brandeburger Tor, Reichtstag, Jüdisches Denkmal, Unter den Linden usw… alles zu Fuss und mit wachsender Begeisterung absolviert. Die Stadt ist einfach der Hammer! So vergingen die Stunden, das U-Bahn-Ticket wurde auch kräftig genutzt und bei einer Verschnaufpause abermals im Internetcafe (Recherche war nach den ganzen Absagen die wichtigste Tätigkeit) reifte die Idee meinen Mitstreiter gleich am Ostbahnhof abzuholen. Gesagt, getan. Noch kurz gestärkt und auf nach Mahlsdorf wo die Beschreibung im etap-Führer schon eine eher abseitigere Lage vermuten liess.

Wir landeten in einer Gegend die noch recht Original Oststyle war, ziemlich rabiate Strasse und sämtliche Gehwege eher Schlammwüsten. Idyllisch sagt man dazu wohl *lol*

Letztendlich waren es dann wohl gute 1,5 km die stets zur S-Bahn zu absolvieren waren, ein Zustand dem Herr Borgs nun wenig Vorteilhaftes abgewinnen konnte.

Im etap dann der Hochgenuss an deutscher Servicementalität als der Herbergsvater just vor unseren Augen die Eingangstür zuschloss und wir so per Automat einchecken durften.

Zimmerausstattung wie gehabt, leider auch dieses Mal wieder ohne Videotext, sonst egal aber dieses Mal eher nicht von Vorteil.

Ich erkundigte dann noch etwas die Gegend und die bestehenden Verbindungen per Zug, Bus und Pedes und so war der Zeitpunkt gekommen sich über die Gestaltung des Abends  Gedanken zu machen. TeBe kickt nicht, dafür Union einen Test auf Kunstrasen (juchu) oder eben ein Bezirksklassenkick. Herr Borgs entschied sich für sein Bett und Pizza von Hallo Pizza, ich war erpicht auf Wandern, U-Bahn-Ticket nutzen und den Wettstreit Palästinenser gegen Nachwuchsrekordmeister *g*.

In Tempelhof angekommen hatte ich mir erst mal Abendessen verdient, bestand bei mir aus Bananenmilch und Fleischpflanzerl in der Semmel (ole).

Im Tempelhofer Sportzentrum Tempelhofer Weg 62 kam es dann also zum Knaller Al Quds gegen BFC II, das einzige Pflichtspiel an diesem Freitag Abend in ganz Berlin!

Mit mir fanden sich einige Herren mit diesen typischen Kopftüchern für Männer ein und der BFC-Fanbeauftragte + ein paar Dynamo-Edelfans. Mittels Pauke und Trompete wurde dem Nachwuchs des DDR-Rekordmeisters sogar recht lautstarke Unterstützung zuteil die auch relativ schnell in zwei Tore umgemünzt wurde. Den Rest des Kicks stand dann die Abwehrreihe des BFC II ganz ordentlich auch wenn die Gastgeber von Al Quds in den Schlussminuten zwangsweise gut aufkamen. Solche unterklassigen Kicks leben ansonsten natürlich von der Emotion der Akteure und an den Ballustraden, ganz witzig manchmal.

Der Ground selbst ein einfacher Kunstrasenplatz mit Gestänge drumrum und Flutlicht!

Hinter beiden Toren befindet sich nichts, wobei man in einem Fall eine schöne Aussicht auf malerische Schlingpflanzen, Bäume und die Gleise hat wo auch alle naselang ein Zug vorbeirauschte. Richtig bedenklich wird es aber da ich nicht der einzige Gestrandete in diesem Umfeld war, noch zwei weitere Hopper gesellten sich von Minute 10 an zu mir und verfolgten das Spiel mit der selben Ernsthaftigkeit wie meinereiner.

 Mit Rolex am Ohr ging es nach Abpfiff dann zurück zur naheliegenden U-Bahn-Station und über Ring und Ostkreuz wieder zurück nach Dahlwitz-Hoppegarten ins etap nahe der brandenburgischen Grenze.

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Bundesliga – 21. Spieltag – Samstag 11.02.2006 –  26.000 Zuschauer

SG Eintracht Frankfurt – Hannover 96                            0:1    (0:0) 

 

Schon die Vorzeichen waren schlecht…aber der Reihe nach.

Heute sollte es eine gediegende Zugtour sein, die freien Tage animieren dazu das Wochenende ausgiebigst zu nutzen. So musste mich der altersschwache Astra nur bis zum Bahnhof im Nachbarort bringen, den Rest erledigte dann die Deutsche Bahn AG. Hoch die Tassen für WET und 29 Euro-Winter-Special.

Über Regensburg und Nürnberg fuhr der Regioexpress an den Main wobei es bis Kahl nie eng wurde. Dort befindet sich dann ein Adlerhorst und schnell war man von etlichen Gleichgesinnten umringt. Am Frankfurter Hauptbahnhof dann die Tasche in Schließfach 1401 gesperrt und mittels Sonderzug zum Waldstadion, Haltestelle heisst nun auch wieder Stadion und nicht mehr Sportfeld.

Am Gleisdreieck dann zwar leckeres Mittagessen, sonst aber kein Bekannter für Fachdebatten vor dem Spiel. Einzig Jane war da, aber auch eher in einer Situation wo man dann lieber nicht stören sollte. So standen auch viel weniger Autos als gewohnt auf den Parkplätzen usw.

Also rein in den Block, heute ohne Glücksmütze und bevölkert von ner Jugendgang und den bekannten Nörglerinnen.

Selbst die Hannoveraner brauchten nicht mal die vollen Ausmaße des Gästeblocks, dazu schwache Präsenz Ihrer Zaunfahnen. Irgendwie also ein Spiel das Wenige interessierte.

Zeit wurde es dass angepfiffen wurde, davor blieb nur die Teilnehmer am Rasenroulettequatsch wegen zu viel Passivität auszubuhen hehe...

Nun wollte aber Hannover auch wenigstens einmal auf das Tor von Oka Nikolov schießen, Yankov tat dies und trifft wahrscheinlich nie wieder so optimal ein Tor, menno läuft das heute alles beschissen. Nun fiel der SGE gleich schon zweimal nix mehr ein, Stroh-Engel feierte noch sein Bundesligadebüt für 6 Minuten, geholfen hat es alles nix mehr. Spiel abhaken, ist ja nicht viel passiert. Einzig Lautern hätte nicht unbedingt in Bremen gewinnen müssen.

Bisher aber keine gute Heimbilanz im Jahr 2006, Ich denke da muss bald mal wieder Attila ran.

 

Für mich sollte dann wie gesagt die Tour weitergehen und hatte mir ein Hotel in Linden besorgt. So fuhr man am überfüllten S-Bahnhof wieder mit dem Sonderzug des Stadions zurück zum Hauptbahnhof und betrat die Regionalbahn nach Giessen/Siegen.

Der Zug war überfüllt mit Eintrachtfans, einige davon leider etwas sehr betrunken und aggressiv. Auch passt es nicht unbedingt in mein Verständnis warum dann noch Loblieder angesagt sind auf einzelne Spieler nach einer Niederlage, wenn auch wie gesagt nicht weiter schlimm. Nun gut, Giessen war irgendwann erreicht, 60 Minuten Aufenthalt in der Universitätsstadt. Man hatte mal mit dem Gedanken gespielt evtl. das Basketballspiel der 46ers mitzunehmen aber der Enthusiasmus war inzwischen stark erkaltet. Die Stunde am Bahnhof war aber schäbig. Sinnvoll (wenn auch später nutzlos) noch das Auswendiglernen des Stadtplans von Linden, ansonsten galt es den eher dubiosen Gestalten am Bahnhof auszuweichen, Polizei zeigte auch Präsenz und spricht Ihre Pappenheimer gleich namentlich an hihi. Absolut öde und dröge also, Zeit für den Zug nach Butzbach. An der ersten Station in Großen-Linden dann gleich raus, galt es nun das etap ausfindig zu machen. Trotz erlernter Strassennamen Orientierung wegen Dunkelheit eher sehr erschwert. So irrt man etwas durch die Strassen, dazu schwerbeladen. Am Rathaus gab es dann endlich mal einen Stadtplan und natürlich mal wieder doof angestellt und prompt in die genau verkehrte Richtung gehatscht.

Hilft nix, der Bock ist umgefallen, Taxi Blitz aus Giessen muss her. Der holte mich dann dort wo ich gestrandet war in einem kultigen 9er Bus ab und schwupps war man vorm Hotel, dafür die Reisekasse mit unnötigen 10 Euro belastet. Sehr ärgerlich das Ganze.

Der Herbergsvater dann ein sehr freundlicher Geselle, schnell die Formalien halbherzig erledigt, mehr als Namen und Unterschrift gibt es heute von mir nicht mehr.

Die Zimmertür und ich hatten dann noch einen kurzen Kampf, dann alles wie gehabt im etap.

Obwohl, nicht ganz. Dem TV-Gerät fehlte der Videotext, nicht ganz so gut wenn man um die Austragung der geplanten Zweitligapartie morgen fürchten muss. So noch ein paar netten Menschen eine SMS geschrieben, alle konnten mich aber beruhigen. Auf dem Bett breitgemacht, etwas Nachrichten und ZDF-Sport dann Licht aus.

 

Zweite Bundesliga – 21. Spieltag – Sonntag 12.02.2006 – 5045 Zuschauer

LR Ahlen – SC Paderborn 07                         0:2 (0:2)

 

Am Sonntagmorgen dann um 8 Uhr aufgestanden und kurze Katzenwäsche, den Weg zum Bahnhof mit reichlich Puffer veranschlagt. Am Ende waren es mit Pause in der Bäckerei und schwerer Reisetasche nicht mal 25 Minuten bis dorthin, wie gesagt das Taxi von gestern sehr sinnlos. Um Reisetaschenspenden wird aber dringend gebeten, das legt sich mit der Zeit nun doch gehörig aufs Kreuz dass das Ding nicht mehr so ganz neu ist.

In Großen-Linden ist sogar noch ein früherer Zug möglich, mich hält auch nix mehr hier, also ab nach Giessen. Heute Morgen dann die Dichte der etwas sonderbaren Menschen dort in etwa gleich, dazu verstellen sie mit Vorliebe mit Ihren Luxuskörpern Eingänge. Der Regio nach Aachen brachte mich dann bis Siegen, dort hatte ich dann gleich Anschluss ins Ruhrgebiet wobei dieses Gefährt dann mal wieder an jeder Milchkanne angehalten hat.

Aber Zeit haben wir ja und in Hagen dann erfreuliche UF-Tags an den Automaten (die einem dann gleich mal Kuchen spendieren) und viele viele Menschen deren Gesichter schreien „Westfalen“. Weiter bis Hamm, dort aufpassen weil der nächste Zug in Paderborn und Bielefeld geteilt ist. Zu meiner Freude stiegen dann eine ganze Horde an Fans des SC Paderborn mit ein, die letzten Meter bis Ahlen sollten also nicht langweilig werden.

Meine Sorge dass mir die sympathischen Gesellen dann meine Schließfächer wegnehmen war auch unbegründet, Fach Nr. 14 war für die nächsten Stunden mein. Dann hinaus in die Abenteuerwelt Kleinstadt Ahlen, stets begleitet von den Trommeln und Gesängen der Anhänger der Gastmannschaft. Bereit hier zeigte sich dass Einiges von der Pader mitgekommen war. Die Policia war auch einigermaßen überfordert stolperte doch alles über Strassen und Autos, wohl der wiederkehrende 14tägige-Schock für die Ahlener.

Entlang der Werse (ein Kleinfluss!) zwängte sich die Masse dann zum Stadion, ein Pyroexperiment unter einem Polizeiauto wurde auch noch von den Paderborner Technikern gestartet. Klischees wurden bestätigt (die trinken tatsächlich Paderborner), dann schluckte uns der Wald auch schon am Wersestadion aus. In den Gästeblock zu gehen hielt ich für unpassend, dazu soll dort die sanitäre Versorgung nicht so optimal sein *g*.

Dann lieber ein üppiger Stadionrundgang und dann zum Spiel nah am Zaun zum Gästeblock platzieren. Die einzelnen Fanvertretungen des LR Ahlen glänzten mit einem netten Verkaufsstand und eigentlich ganz hübschen Zaunis. Dazu sehr angenehm dass man sich völlig frei im ganzen Stadion (außer Gästeblock) bewegen konnte. So mal Eisstand und Fanshop unter die Lupe genommen, die Zeit verging schon irgendwie (man war sehr früh in Ahlen angekommen). Vor Anpfiff gab sich dann noch der Faschingskasperl von Ahlen die Ehre und hatte zu viel Bundesliga gestern geguckt (ich tippe auf ein 7:4 für den LR Ahlen).

Dazu wies er auf den Karnevalsstreich am Rathaus in Ahlen in 14 Tagen hin, leider ohne die Anhänger des LR Ahlen da parallel ein Spiel stattfindet (wie jetzt 2 Veranstaltungen gleichzeitig in Ahlen?). Untermalt wurde das Schauspiel von ein bisschen Karnevalsmucke, aber in Maßen warum auch nicht.

Das Stadion schick, der Rasen sogar gut bespielbar für die Jahreszeit, die Spiele konnten beginnen. Dass passend untermalt von den Paderborner Spruchbandträgern: Vidimus Vinimus Vicisimus (wahrscheinlich total falsch gemerkt aber ich habe ja auch bewusst im Gymnasium damals nicht Latein belegt), jedenfalls ein lateinischer Spruch. Dazu rauchte es deftig, na sowas.

Die Paderborner haben eigentlich eine ganz coole Truppe, haben sich mit diesem Spielermaterial wirklich gut in der 2.Liga etabliert. Ahlen von den Spielernamen eigentlich unverständlicher Tabellenletzter, aber hier treffen sich wohl Söldnertum und generelle Sinnlosigkeit des örtlichen Fussballclubs. Beide Vereine hießen ja mal TUS, dass für die Nostalgiker.

Im recht ansehnlichen Spiel konnte Rene Müller dann seine Farbe in der 23. Minute in Führung bringen und unter lautstarkem Support der Gästefans wäre es Paderborn kurz darauf beinahe gelungen schnell auf 0:2 zu erhöhen. War aber nicht weiter tragisch, dass erledigte dann wiederum Rene Müller in der 35.Minute. Ahlen bemüht, keineswegs verzagt, aber so richtige Chancen konnte sich selbst Nico Patschinski nicht erspielen oder erfallen.

Für mich der persönliche Kult mal wieder Jean-Clotaire Tsoumo-Madza in Aktion zu erleben, der Junge hat sich auch null komma null verändert. Noch immer ein Wunder des Sports dass wir trotz diesen Manns damals aufgestiegen sind. Noch immer versucht er übrigens beim Aufwärmtrainig Freistösse aus 40m im Tor zu versenken…

Auch in Ahlen gibt es ein Halbzeitspiel. Die örtliche F-Jugend darf versuchen aus 5m ein Loch in der Torwand zu treffen und die Provinzial lässt je Treffer 50 Euros für die Mannschaftskasse springen. Überall derselbe Schmarrn…

Dann lieber weiter mit der Rasenaktion, die Paderborn bald zu Zehnt bestreitet. Rene Müller heute einfach der Mann des Tages. Nach zwei Toren nun Bodycheck gegen den Gegenspieler und da wir heute nicht beim olympischen Eishockeytunier weilen bedeutet dass Rot.

Der faktischen Überlegenheit von Paderborn tat dies aber keinen Abbruch, das Ergebnis wurde vom Aufsteiger nun halt verwaltet, ab und zu Konter unter dem Eindruck schöner und monotoner Gesänge der Fankurve. Paul Linz wechselte derweil sein LR Ahlen wild durch, alles half aber nix. Als dann der agile David Fall in der 88.Minute völlig unberechtigt und aufgrund fehlendem Fingerspitzengefühls vom Platz musste war es eh noch zu spät. Fast schon blamabel dass danach Paderborn um Zentimeter beinahe noch das 0:3 gelungen wäre. Aber auch so war man vollauf begeistert beim mitgereisten Anhang, die Zäune wurden erklettert und sofort rückte die Security mit einer ganzen Hundestaffel an. Die Paderborner konnten für Welle und Abklatschen gar nicht richtig durch zu Ihren Fans. Eine Aktion die sich wohl ständig in Ahlen wiederholt aber deswegen nicht weniger stupide ist. Obi hatte mal Worte dafür gefunden: Bitte absteigen.

Für mich ging es dann zurück zum Zug nach Hamm, natürlich wieder etliches Paderborner Zugvolk mit an Bord, gerne gerne. Die hatten noch ansprechendes Liedgut für unschuldig am Bahngleis stehende Ahlener parat, in Hamm trennten sich dann die Wege. Mich zog es in den Münsterland-Rheinlad-Express von Hamm nach Krefeld über Kökn (mein Ziel!). Recht voll war es, eine Tussi neben mir verhindert auch noch das dösen. Selbst Hooliganbücher ausbreiten und die Tage alte Wurst aus der Tasche zerren halt leider wenig dagegen.

Egal, Köln war irgendwann erreicht, 3 Stunden in einer meiner Lieblingsstädte, ole.

Auf der hohen Strasse kamen einem doppelt enttäuschte Gesichter aus dem Müngersdorfer Stadion entgegen. Aha also 0:0 ohne jemanden belästigen zu müssen zwecks Ergebnisdienst.

Schnell am Neumarkt eine öffentliche Toilette aufgesucht inklusive Fachreferat des Toilettenmanns über seinen Lebensweg und Drogenabhängige.

Dann Stärkung bei BK und mit ein paar kölschen Jungs die Misere beim FC erörtert hehe.

Dann war es Zeit für einen kleinen Rundblick in die Internetwelt, eine Idee zur rechten Zeit wie sich herausstellte, hatte unsere geliebte Eintracht doch den Kartenvorverkauf kurzerhand entgegen aller Ankündigungen gleich mal um einen Tag vorgezogen. Da galt es schnell zu reagieren. War ein lustiges Etablissement, versuchte doch ständig ein Schwarzafrikaner entweder zu Hause in Ghana durchzukommen oder Zigaretten zu schnorren.

Vor Abfahrt des Zuges noch schnell bei Früh auf ein Kölsch eingekehrt und zurück zum Bahnhof ohne den gesunden Spaziergang zu vergessen. Gerade war ich ohne Gepäck, dass wurde vor Stunden in einem Schließfachautomaten weggesperrt. Meine grundsätzliche Skepsis gegenüber der Technik sollte sich dann auch bei der Auslagerung bewahrheiten.

Das Einzige was der Automat mit meiner Magnetchipkarte machte war sie zu zerfleddern und zu zerstören. Tolle Sache, nochmals Hotel in Köln dazu die Heimfahrt wohl schnell mal 150 Euro teurer hehe. Da heisst es ab zum Service, der konnte dann mittels Supercode meinen Koffer aus der Gewalt des Automaten befreien. Soweit zum Wort zum Technikfortschritt.

Im Regionalzug nach Koblenz dann eher nervtötendes Getröte einer Faschingsgesellschaft. Sind über 50, kriegen mal Ausgang 1x im Jahr und dann wird richtig auf den Putz gehaunen hehe. Sie haben es aber wieder gutgemacht und mir ein Taschentuch besorgt während ich in die Reviersport vertieft war.

In Koblenz dann ein Wasser für die Weiterfahrt besorgt und damit auf ins Abenteuer Nachtzug. Bei fester Platzreservierung galt es den richtigen Waggon zu finden, nur blöde wenn es den nicht gibt. Als des Rätsels Lösung stellte sich dann kurz vor Abfahrt heraus dass die eine Hälfte des Zugs hier in Koblenz abgekoppelt wird und dann in die Schweiz weiterfährt. Die Waggons auf die inzwischen etliche Jugendliche am Bahnsteig warteten werden dann erst hier dazugekoppelt. Auch wenn es 1 Uhr morgens war hätte dass der Schaffner auch etwas freundlicher kundtun können als jeden anzuschnauzen wo er den bitteschön hingeht.

Die Bedingungen im Abteil dann suboptimal. Zwar die beiden Sitze neben mir frei, somit hinlegen möglich, aber das Licht an der Decke ließ sich leider nicht löschen, damit würde die Schlaftiefe wohl etwas leiden. Bis Stuttgart ging es aber alles ganz gut, dann machten sich zwei Bahntussen gegenüber mir und als größtes Übel ein Polizist im Abteil breit.

In Ulm war aber alles ausgestanden und schon bald tauchte Augsburg am Horizont auf, hier nen Kaffee und den Montagskicker besorgt und weiter in den Train nach Ingolstadt.

Hier gab es dann übelst Respekt von der Schaffnerin über den bereits zurückgelegten Weg und dezente Hinweise dass man im falschen Zugabteil säße. Dies alles konnte dann in Aichach korrigiert werden und so hieß die letzte Etappe an diesem Morgen dann Ingolstadt – Saal. Auch hier wurde ich nochmals vom Schaffner befeuert, man steigt wohl im Ansehen wenn man viel Bahn fährt hehe.

In Saal dann wieder aus der Bahn gefallen und gemütlich nach Hause getuckert. Urlaub ole.

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Frankreich League 1 Orange – 22.Spieltag

AS Nancy-Lorraine – Olympique Lyon                         0:2   (0:0)

 

Geboren wurde die Idee im Bremenbus, nun war der grosse Tag gekommen. Kurzfristig sprang noch Marcel mit auf, immer stets willkommen.

Der Rasthof Feucht ist nicht exklusiv für Eintrachtspiele, auch Hoppingtouren können von dort gestartet werden und so trafen wir zeitglich dort ein.

Mit Pause am Hockenheimring ging es ins Saarland, eine Gegend von Deutschland in die man eher seltener kommt. Das hindert mich aber nicht daran dort in St.Ingebert eine Lieblingsburgerbraterei zu haben, die auch heute zu meinem höchsten Entzücken beehrt wurde. Dann ging es weiter nach Püttlingen zu Erbse wo sich die Zeit mit dem Derby of Manchester und seiner Eintrittskartensammlung vertrieben wurde. Dann war es an der Zeit den Weg nach Nancy komplett über Landstrasse anzutreten.

Die Autobesatzung stellten neben den bereits erwähnten Protagonisten eine Saarbrücker Kante und ein humoristischer Everton/Fortuna-Fan. Besonders mit Letztgenanntem gab es öfters einiges zu lachen. In Nancy parkte Erbse den Wagen dann in Stadionnähe und vor den Eingangstoren wartete schon unser Kontaktmann der unsere Tickets bei sich hatte und für Marcel sogar noch eine Dauerkarte entliehen hatte. Dieser war nämlich auf das Risiko gar keinen Einlass zu finden mitgefahren und war nun sogar umsonst Teil der Partie.

Ganz ausverkauft war das Stade Marcel Picot aber ohnehin nicht, obwohl der amtierende und kommende Meister sein Gastspiel gab. Lyon hatte dabei in etwa 500 mitgereiste Supporter aufzubieten die beim Intro Ihr Umfeld reichlich ausräucherten.

Ebenso schön aber das Intro im kompletten Heimbereich. An fast jeden Zuschauer wurde eine Fahne verteilt und die wurden dann äußerst wirksam geschwenkt, wirklich ein tolles Bild dass dabei rauskam.

Die Partie dümpelte bei Temperaturen nahe dem Nullpunkt so vor sich hin. Lyon war nur mit der zweiten Garde aufgelaufen, Stars wie Juninho und Wiltord wurden geschont. Man überliess dem Aufsteiger aus Nancy die Spielanteile, wobei die Abwehrreihen des Meisters aber für den ASNL nicht zu durchbrechen waren. Insgesamt kein berauschendes Spiel, auch wenig Erquickliches von den Rängen. Lyon engagiert aber viel zu wenig Mann, Nancy nur überzeugend wenn mal das ganze Stadion mitmachte und sich nicht nur die circa 80 Ultras von Red Sharks und La Lique abmühten.

So stand diese Partie genauso wie alle anderen Spiele die ich jemals in Frankreich besucht habe 0:0 unentschieden zur Pause.

In dieser hätte man sich nur durch Selbstmitgebrachtes stärken können, Kartensystem sucks.

Wiederanpfiff und Lyon machte kurz Ernst. Ballverlust von Nancy im Mittelfeld und ein schöner Spielzug wurde mit dem 0:1 für Oly Lyon abgeschlossen. Sonst auch weiterhin die Partie nicht der grosse Reisser, Nancy konnte zu keiner Zeit in irgendeiner Weise meine Sympathien gewinnen. Nationalgoalie Coupet entschärfte in der 70. Minute noch einen strammen Schuss von Rudolf. Dann kam Wiltord doch noch, trat eine Ecke und der sonst unscheinbare Fred nickte den Ball in der 84. Minute zur Entscheidung ins Tor von Nancy.

Somit das erwartete Ergebnis, Lyon marschiert weiter unbeirrt und muss sich dann international messen lassen. Für Nancy war es eine erneute Heimniederlage, trotzdem wird der Klassenerhalt ein Leichtes sein und im Ligapokal wartet nun am Mittwoch die lösbare Gastmannschaft Ajaccio.

Für uns ging es wieder zurück zum Auto wobei die Kälte kräftig biss und der Weg über den berühmten Spielplatz arg verstopft war. In Saarbrücken nährte man sich noch am Hüttenzauber und besichtigte eine Stahlhütte in Völklingen.

Dann war es Zeit in einen Autoabkratzrausch zu verfallen und noch ein paar Runden um den Block in Püttlingen zu drehen bevor es wieder auf die Autobahn ging.

Bis Mannheim lief es auch gut, dann war Marcel eingeschlafen und mich zog erneut Heidelberg magisch an. Hansi Völkl wird ein Lied davon singen können.

Irgendwann waren wir aber wieder in der richtigen Spur, leerten unsere Mägen am Rasthof Hockenheim und kamen sonst bis Feucht gut durch. Hier trennten sich dann wieder die Wege und es hat mich sehr gefreut im Saarland eingeladen gewesen zu sein und sogar mit Marcel noch coole Begleitung gehabt zu haben. Man hofft nun auf Gegenbesuch!

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Italien Dreikönigstour 06.01-08.01.2006

Serie B Tim 22. Spieltag: FC Bologna – US Triestina         0:1   (0:1)

Serie B Tim 22.Spieltag: US Cremonese – Brescia Calcio  1:1   (1:0)

Serie C1 18.Spieltag: Padova Calcio – Pro Sesto                    2:0 (1:0)

 

Langes Wochenende, das Land der Tifosi ruft. In Nobbi ist ein Mitstreiter gefunden.

Der Rasthof Pfaffenhofen ist in bewährter Manier Treffpunkt. Schnell vergeht die Zeit in der man den Wagen über den Brenner und Verona nach Bologna steurt. Dank dem Guida de Rossa meines Fahrers ist auch das Stadion schnell gefunden, zuvor gab es die besagten Damen aus Obi’s Bericht direkt an der Autobahnausfahrt leibhaftig zu beäugen.

Karten gibt es ab 17 Uhr, das gibt uns Zeit nach einer Unterkunft zu suchen. Achtzig Euro erscheinen uns zu teuer und so fahren wir in die Vororte hinaus um letztendlich total in der Fauna eine Bleibe für 72 Euro zu finden. Wenigstens scheint die Herbergsmutter nett, der Herbergsvater widmet sich eher ebay Italia. Mitten im Funkloch ruft dann auch Obi an mit dem ein anvisiertes Treffen dank Fremdverschulden leider nicht klappt.

Wir holen uns Tickets wobei man den Ausweis abgeben muss und durchstreifen die Stadt auf der Suche nach Pizza. Heute darf es einer der berühmten Imbisse sein, wobei ich sehr schnell das Plastikgeschirr an meiner Calzone aufarbeite und so doch noch in den Genuss von richtigen Gabel und Messer komme. Ein Verdauungsspaziergang zeigt uns noch einige schöne Seiten der Stadt Bologna und führt uns schließlich ins Treiben rund um das Renato Dall’Ara zurück. Ein danebenliegender Platz weckt auch noch unser Interesse, hier läuft aber nur ein AH-Spiel. Das Stadion des FC Bologna ist ne Wucht, alter WM-Tempel von 1990 mit Rundbögen rund ums ganze Stadion und exquisiten Gängen. So verweilen wir noch lange draußen und beobachten Parkmanöver der Einheimischen.

Drinnen erwartet uns dann ein typischer Ground in Italien, die Heimkurve gut gefüllt aber schlechter als ihr Ruf, der Gästeanhang (etwa 90 Mann) müht sich redlich, findet aber naturgemäss wenig Gehör.

Ich habe noch eine kleine Paniksituation zu überstehen und bringe nach erfolgtem Stuhlgang die Toilettentür nicht mehr von innen auf. Sollte also im Renato Dall’Ara in der Herrentoilette eine Tür beschädigt sein war es der Obi….

Das Spiel hat gutes Zweitliganiveau, Bologna versiebt einige Chancen, der Unmut der Tifosi wird dabei nicht unbedingt kleiner. Kurz vor Halbzeit ist es dann der Gast aus Triest der erfolgreich ist und so ist man in Bologna zur Pause reichlich bedröppelt.

In der 2.Halbzeit folgt ein Sturmlauf der Hausherren der ohne Krönung bleibt. Als Unterstützung gibt es, neben lauten Chants, noch den einen oder anderen Böller von den Fans. Pyro bleibt komplett außen vor. Torhüter Pagliuca hat dabei exzessiven Offensivdrang, aber auch er muss schlussendlich die Niederlage hinnehmen. Diesen Auswärtssieg feiern einige Spieler mit Ihren mitgereisten Fans durch eine Trikotspende. Der Auftakt unser Tour ist gelungen. Schnell zurück in den Vorort und ab in die Heia.

Am nächsten Morgen gibt es eine erfrischende Dusche und Zwieback zum Frühstück.

Außerdem erlernen wir die offensichtlich anderen Maßeinheiten für das Getränk Kaffee in unserem Gastland. Vor uns liegt der Weg nach Cremona begleitet von erfolglosen Kontaktaufnahmen mit dem Fahrzeug rund um UR. Genug Hopper sind aber auch so vor Ort, von uns Beiden konsequent ignoriert. Viel mehr erfreuen wir uns an der Trophäensammlung von Cremona im Presseraum (vor allem die Pokale von Derby County sind lustig) und dringen kurzzeitg in eine Privatwohnung im Stadion ein.

Nobbi holt als der Vorreiter unser Reisegruppe die Info ein dass Karten ganz normal erhältlich sein werden und hat diverse Albergo-Hotels rausgeschrieben. Beim Ersten in Stadionnähe klingeln wir einen übernächtigten Chinesen aus dem Schlaf, der kann uns aber nur mitteilen dass hier anscheinden kein Hotel mehr existiert und guckt eher veränstigt aus dem Türspalt bevor wir uns bequemen wieder zu gehen.

Die zweite Adresse hat Winterpause, aber bei der dritten Absteige werden wir, auch im preislichen angenehmen Rahmen, fündig und beziehen unser Zimmer.

Nach kurzem Chillen bewegen wir uns wieder Richtung Estadio und werfen einen genauen Blick auf den sehr motivierten Gästeanhang aus Brescia. Kurz darauf sind wir, trotz umfangreichen Polizeiabsperrungen, Besitzer von Eintrittskarten und wollen uns erneut eine Pizza „reinziehen“. Fündig werden wir jedoch im weiteren Stadionumfeld nicht, einzig trifft man Herrn Grünebaum in den Strassen von Cremona und so werden die weiteren Planungen kurz auf dem Gehsteig skizziert. Hungrig geht es zum Stadion Zini zurück wo man dann jedoch für sein Durchhaltevermögen belohnt wird und die Entdeckung des Wochenendes, Panini, macht.

In Deutschland wäre das Spiel aufgrund vereister Ränge wohl abgesagt worden, der Italiener scherrt sich darum wenig (recht hat er). Die Spieler machen sich warm, der Gästeanhang ist eine Stunde vor Spielbeginn schon lauter als 90% der Kurven in Germany während des Spiels. Die Gemüter auf Heimseite werden kurz vor Anpfiff heftig erregt als ein (imho) Fernsehmann ein Transparent von der Gegengerade entfernt. Sofort hängen etliche Gestalten am Zaun zum grossen Gegengeradepuffer.

Die Unterstützung des Heimteams fällt eigentlich gar nicht so schlecht aus, allerdings hat man heute gegen die grosse Übermacht aus Brescia im Gästeblock wenig zu melden.

Besser ergeht es dem Team um US Cremonese, die erspielen sich einige ganz grosse Möglichkeiten die aber armselig vergeben werden. Für uns ne Schau wie erregt die Spieler daraufhin von den Rängen beschimpft werden. Wort des Monats (mindestens): Dilitanti.

Einmal will es aber doch mit einer schönen Bude klappen und so führt der absolute Abstiegskandidat aus Cremona mit 1:0 zur Pause gegen den Absteiger aus der Serie A.

Im zweiten Abschnitt kann dann die Mannschaft aus Brescia das Ergebnis egalisieren während Ihr Anhang das hohe Niveau zu halten vermag. So können wohl am Ende beide Parteien mit dem Unentschieden leben und wir sehen kurz nach Wiederankunft in unserer Bleibe schon sämtliche Berichte aus der Serie B aus Rai Tre.

Dabei wird in Italien etwas anders vorgegangen als bei der hiesigen Sportschau. So wird gleich zu Beginn  des Berichts das Endergebnis eingeblendet und der Reporter gibt ein paar Kommentare zum Spiel zum Besten. Dann werden in schnellerer Schnitttechnik als gewohnt die besten Spielszenen gezeigt bevor jedes Spiel ausgiebigst im Studio von zig Experten diskutiert wird.

Uns hungert inzwischen gewaltig und so steht erneut die Suche nach einer Pizzeria auf dem Stundenplan. Der Erstbeste wird dann ingnoriert, ist doch nicht ganz klar ob dort auch Sitzmöglichkeiten bestehen. So wird aus dem Essengehen eine mehr als ausführliche Stadtbegehung, die Cremona aber auch mehr als verdient hat. Uns gelingt es über mehere km nicht in dieser italienischen Stadt ein Pizzaria Restaurante ausfindig zu machen, dafür sehen wir allerhand Sehenswürdigkeiten. Aber auch hier wird unser Durchhaltevermögen letztendlich belohnt und wir speisen mit allem drum und dran ganz nach unser Facon.

Nach diesem guten Essen müssen die Kalorien wieder abtrainiert werden und so verlaufen wir uns nochmal extra in der Kleinstadt bis wir wieder unser Albergo erreichen.

Hier interessieren sofort die Ergebnisse der Serie A, kein Problem, natürlich werden auf 2 Sendern beide Abendspiele der Eliteklasse über Stunden diskutiert ohne je eine Spielszene zu zeigen. Besonders erheiternd auch noch die Schinkenwerbung im Fangesang-Style.

Das im Preis inbegriffene Frühstück fällt etwas mager aus, mehr als einen starken Kaffee hat unser asiatischer Gastgeber nicht für uns parat. So das Zimmer bezahlt und nochmal ab in ein örtliches Cafe (natürlich auch wieder in fernöstlicher Hand) um sich dort Panini und Gazzetta dello Sport zu widmen. Dann rollen wir die 200 km bis Padova.

Am, für Drittligamaßstäbe, völlig überdimensionierten Euganeo treffen wir dabei viel zu früh ein und nachdem die Dynamo Dresden-Aufkleber am Eingang auch nur eher kurzfristigen Unterhaltungswert haben fahren wir in die Stadt wo aber mein Kulturbedürfnis eher mager ausgeprägt ist. So bleibt es bei einer interessanten Lehrstunde Wie fahre ich Zug in Italien bevor wir, noch immer viel zu zeitig, wieder am Kassenhäuschen rumlungern. Tickets für die Heimkurve dürfen es sein, natürlich im freien Verkauf. Der Versuche einer Stadionrunde endet auf halber Strecke, der Einlass in den Block lässt auch noch auf sich warten.

Endlich ist es aber ein paar Grad wärmer und die Sonne verwöhnt uns auf den Stufen der Tribüne. Der Essensstand der Ultras Padova hat zu Nobbi’s Bedauern nur Kräcker und Pils im Angebot, so werden wir unsere Mägen vertrösten müssen.

Die einheimischen Anhänger sind schon fleissig am Werkeln, lange Spruchbänder werden aufgehängt, dazu etliche Zaunfahnen. Und auch wenn auch bei diesem Intro Pyro Fehlanzeige ist so sind wir äußerst positiv überrascht über die Stimmgewalt der Einheimischen.

Der Gästeanhang widmet sich da eher dem Sonnenbad während der kompletten Spielzeit.

Früh im Spiel wird das ambitionierte Heimteam durch eine rote Karte dezimiert, trotzdem fällt die Führung und der überzeugende Support der UP kann von einem Torjubel unterbrochen werden. Auch so ist in jeder Spielminute zu sehen wer wo in der Tabelle sein Dasein fristet. Kurz vor Ende fällt dann die endgültige Entscheidung durch einen sehenswerten Treffer, gefolgt von einem fetten Torjubel des Schützen. Alle sind happy und der Schiri kriegt auch nicht genug von diesem Match, lässt er doch nicht nachvollziehbar ganze 7 Minuten nachspielen. Sei es drum, mit Abpfiff verlassen wir das schöne Stadion und begeben uns auf den Heimweg.

Bei Vomp speisen wir nochmals vorzüglich und wehren uns während des Auftankens gegen die übereifrigen Serviceleute der OMV-Tankstelle bevor wir die letzten km bis Pfaffenhofen absolvieren. Dann werden dem Astra bis Kelheim die Sporen gegeben um einigermassen früh in die Heia zu kommen. Eine lohnenswerte Tour ging damit zu Ende.

 


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