Red Zac Erste Bundesliga Österreich – 13. Spieltag – Freitag 23.09.2005
FC Gratkorn – SC Austria Lustenau 0:1 (0:0)
Vollgepackt wie ein Maulesel beginnt der Tag. Einmal verlangen die Kollegen in bewährter Tradition nach Gaben des letztmonatigen Geburtstagskindl und so klimpern die Senfgläser, Würste und Backwaren werden besorgt…Den größeren Teil des Gepäcks verursacht aber die bevorstehende Reise in den Südosten, gleich um die Mittagsstunde soll der Kugelschreiber zur Seite fliegen und das Abenteuer beginnen.
Genau dass passiert dann auch und das Happy Weekend kann starten.
Vor München wieder dieselbe Tortur wie am Samstag. Keiner hat diese WM gewollt und nun muss man im Stau auch noch unter den Bauarbeiten im Münchner Norden leiden. Wenigstens ist die Ostumfahrung frei, meine Verspätung am P+R in Parsdorf somit marginal.
Dort warten schon Hafe, Torsten und unser Mifaz-Kolleg Sebastian Lahm. Die beiden Astras finden gerade so Platz am Orte, Hafe’s Kofferraum wird beladen, nur mein Führerschein verbleibt in der Hektik am Ortsrand von München in meiner Karre.
Torsten verteilt dann schon mal Wasseralfinger Pils an die Rückbank und Herr Lahm scheint ziemlich dufte drauf zu sein. Bereits vor Rosenheim erwischt uns aber ein deftiger Stau, da geht nix mehr vorwärts, man kann sogar aussteigen. So geraten wir in einen totalen Zeitverzug, die Hoffnung das Gratkorn-Spiel pünktlich zu erreichen schwindet rapide.
Man macht sich nen Kopf um Alternativen, ich funke per Handy Clubs im Salzbuger Raum an ob diese Heimspiel haben, ein Kumpel zu Hause in Regensburg gibt uns die RL-Partie durch, alles nix Brauchbares. Alles etwas ermüdend, klappen wir erstmal die Deckel runter, hilft ja sowieso nix. Torsten und Lahm tun es mir gleich während Hafe seinen Wagen schrubbt und ordentlich Zeit und Raum gutmacht. Kurz vor Graz sieht es prinzipiell somit besser aus, bis man in eine erneute Sperrung kommt und somit die erste Hälfte endgültig gegessen ist. Kilometer um Kilometer fiebern wir dem Ziel entgegen, die Austria Top40 unterhalten uns periphär, wir wirken aber anscheinend anstrengend.
Sebastian Lahm hatte wohl heute früh das erste Mal von unserem sonderbaren Hobby gehört, kriegt unser Tun im Auto auf der Hinfahrt eben mit. In die Stille hinein von ihm der Satz:
Jetzt bin ich selber schon ganz gespannt ob ihr es schafft. Alle schmeissen sich weg.
Würde am Grazer Bahnhof nicht die Freundin warten, der Typ wäre glatt noch mit uns zum Fussi gekommen. So schmeissen wir ihn vorm Stadion raus (finden komischerweise direkt davor nen Stellplatz), kein Wort des Murrens von ihm dass keineswegs geklärt ist wie er aus Gratkorn wieder weg kommt. Sprint zum Eingang, dort gibt es in Österreich Halbzeitkarten, wir löhnen also den halben Eintritt und entern eine Minute vor Wiederanpfiff den Sportplatz – Ground zählt also *g*
Gratkorn in Weiss, unterstützt von einem kleinen ultratendierten Haufen der sich wohl selbst nicht so für voll nimmt. Austria Lustenau war dagegen wohl die Vorlage für das aktuelle Werder-Trikot. Wir müssen uns erstmal stärken, so frönt jeder von uns seinen Vorlieben, was bei mir natürlich Almdudler beinhaltet.
Die „Ultras Gratkorn“ schaffen dafür ein nettes Ambiente, dazu dient der Kick der Behandlung weiterer wichtiger Themen, Hafe beguckt auch mal die 9 Hansel im seperaten Gästeblock (teilweise in orange) etwas genauer.
Lustenau tut mir dann den Gefallen meine 0:0 Serie nicht reissen zu lassen, bald darauf ist Feierabend, anderswo hat man Niederlagen sicher auch schon schwerer genommen als in Gratkorn. Mal sehen was man uns an Gastronomie hier anbieten kann.
Vorbei am Ochsenwirt geht es zum Eckwirt, dort besetzten wir umgeben von allerhand skurillen Kunden den letzten freien Tisch. Bei Gulasch und Bier beobachten wir die Patienten um uns rum, je schneller die Lichter ausgehen desto besser isses *honk*
Wieder zurück am Auto quartiert sich Hafe in den Kofferraum ein, mir droht dasselbe Schicksal, Torsten winkt der Schlafsack im Vorgarten – Du wir drehen besser noch ne Runde…
Unser Ziel ist nun beide Ortsenden von Gratkorn zu sehen, das eine in Richtung Gratwein dann auch schnell erreicht. Wie eine Fata Morgana ziehen uns dabei Stroboskope magisch an und yes, man glaubt es kaum, hier ist ne Disse. An der Tür ist man auch grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber Torsten, nur gegen seine Bierdose in der Hand hat man etwas.
So ist unser Standort die nächsten Minuten erstmal vor der Tür, aus der Bude dringen eigenartige Klänge – nämlich Country! Wie hart ist dass denn? Wie gesagt, gibt nicht viel hier…man ist froh mit dem was man hat. Einige Partygänger werden von uns dann noch gewissenhaft interviewt bis sich diese jeweils in die Disco retten können.
Nachdem wir uns entschliessen zu gehen versäumen wir sogar auf der Strasse nicht die Negativwerbung gegen/für die Disco. Wieder rein in den Ort. Lustige Barnamen hier…Sportwettcafe und Sportwettencafe. Letzteres will Torsten mal näher begutachten, klaro ein Bierchen darf es wohl sein. Man lässt sich auf der Couch nieder und die Portionen hier sind wirklich toll. Dazu veranstalten die Leute hier drin genügend Pumpitz, nicht selten sind alle acht anderen Anwesenden in dem 1m grossen Nebenraum voller Automaten. Bedienung Traudl geht es gut und es wird sich reizend um uns gekümmert, in Form von Nicole sogar zu reizend. Dieser erzählen wir dass Torsten für die FC Gratkorn Amateure (unser neues Kultteam) spielt und erregt damit helle Aufregung. Traudl sieht das entspannter, ist Sie doch selbst mal wegen Fussball zur WM 2005 nach Frankreich gefahren…herrje…besser mal die Tippautomaten supporten, ist wohl ein bedeutender Wirtschaftszweig in Austria.
Auch mit Suff im Schädel kenne ich mich bestens in der zweiten schottischen Liga aus, ja Clyde schiesst in der zweiten Hälfte mehr Tore als vor der Halbzeit, wann das Spiel ist? Nun ja, besser Stecker ziehen…
Unser Fussballfan Nicole tut derweil allerhand skurillen Sachen, wandert doch eine Kerze schnurstracks in Ihre Jackentasche, nicht aber unter akribischen Hinweis des aktuellen Stechers auf das heisse Wachs acht zu geben. Nicole kann es noch immer nicht glauben einen berühmten Fussballer vor sich zu haben, kehrt wieder und lässt sich von Traudl Zettel und Stift zu geben. Es könnte unter Umständen sein dass sich Bachirou Salou bald den Vorwürfen ausgesetzt sieht seine Freizeit um 2 Uhr nachts in einem österreichischen Sportwettencafe verbracht zu haben und heftig mit dem FC Gratkorn Amateure zu flirten….
Die Autogrammjäger sind befriedigt nicht ohne vorher noch den Aschenbecher einzustecken, inzwischen sorgt eine Person namens Renate auch für mehr Präsenz, dazu dudelt in angenehmer Weise das Partyprogramm von Hit24 im TV…warum nicht einfach hier sitzen bleiben und abends dann Graz at home. Scheiss auf Kroatien & Co.
Traudl deren Hobby es ist alle 10 Minuten die Aschenbecher in Ihrem Etablissement neu zu sortieren sehnt sich nach Ihrem Kugelschreiber. Der bleibt unauffindbar, wir schieben es Nicole in die Schuhe und geben pflichtbewusst dabei ein dass Ihr nun auch Aschenbecher und Kerze (mit Wachs!) gehören. Weitere Ermittlungen ergeben nix, kennt doch niemand hier den Nachnamen betreffender Person. Dürfte aber in dem Ort nicht so das Problem sein….
Dann wird von Traudl die letzte Runde verkündet, auch die sachgerechte Darstellung dass wir einen Unterschlupf bis 6 Uhr benötigen bewirkt keine Wunder.
Ok, neue Taktik – schlafen wir halt einfach auf der Couch ein, endlich wirken die 90kg am Körper mal positiv *lol*
Tatsächlich geht diese Taktik bis 4 Uhr gut, dann ist aber Sense. Gibt kein Bier mehr. Wie beim Eckwirt sind wir damit die letzten Gäste.
Wieder auf der Strasse unterhält man sich mit einem Nachtportier der Firma am Ort (hat sich gefreut) und der Zeitungsausträgerin (fühlte sich bedroht). Auf zum Amadeus…der Schuppen hat bis 5 Uhr geöffnet, wirkt aber wenig einladend. Torsten will sich wieder auf den Weg in die Disco machen, klopft nochmal beim Sportwettencafe an und kotzt ihnen nach dem 13. Bier vor die Tür. Ich habe inzwischen ganz andere Begehrlichkeiten, kriege mit dass vom fleissigen Bäcker hier Brötchen vor den Häusern platziert werden. Man dankt.
Dann geht es Torsten hinterher der inzwischen in Renate eine Fahrerin gefunden hat so weit vor mir in der Disco eintrifft. Endlich eingetroffen hängt der Rest der Partymeute in den Seilen und Renate wie eine Klette an uns. Zumindest eignet Sie sich als Spenderin für eine Runde regionalen Biers. Nun folgt ein HSK-Kurs, man erfährt in einem kruden Mix aus schwäbisch,bayrisch,österreichisch und lauter Discomusik (jetzt doch kein Country mehr) alles über ihre weitverteilten Onkel und sieht sie näher rücken. Der DJ will inzwischen Feierabend machen spielt the worst of STS und Austrian Favorites. In der Früh um 7 ist auch der Musikantenstadl in der Steiermark discotauglich. So mahne ich zum Aufbruch, Renate ist sichtlich angefressen *hehe*. Kaum wieder auf der Strasse in der Morgendämmerung wird uns aber ein Taxidienst offeriert. Am Steuer natürlich Renate *g*
Sie wolle uns jetzt hinfahren wohin wir wollen. Leider fehlt uns in diesen Momenten wohl die Schlagfertigkeit, anstatt Moskau oder so antworten wir nur: Zum Stadion.
Gibt aber zumindest wohl ein skurilles Bild ab dass Hafe der die Nacht somit alleine im Auto verbringen durfte da geboten wird. Guten Morgen und wollt ihr mit zu mir?
Ne Du, lass mal, unser Chaffeur ist ja wieder wach und wir haben ja Termine.
Somit geht es zum Frühstück, ein Wunder dass Renate nicht vor Ort ist. Im Halbschlaf wird der Kaffee konsumiert (sehr lecker!) und im Halbdös das Ziel Varazdin vereinbart.
1.HNL Kroatien – 9. Spieltag – Samstag 24.09.2005
NK Varteks Varazdin – NK Slaven Belupo 2:2 (1:1)
Bis zur Grenze nach Slowenien ist Schlaf angesagt, Torsten razt gleich mal bis Kroatien und darüber hinaus durch…
Gleich hinter der Grenze wechselt Hafe einheimische Devisen in Kuna usw., ich erinnere mich meiner guten Erziehung und putze mitten auf dem Parkplatz meine Beisserchen.
Wieder wach wird man gleich beim Kartenstudium eingespannt, immer mitten durch Maribor, passt schon, interessiert beäugt von mir, Besuch hier baldmöglichst geplant, Vorfreude jetzt schon vorhanden. Hinter der kroatischen Grenze, Kofferraumöffnung obligatorisch (wer hat alle diese Biere getrunken?) erwarten uns ein Dorf wie das Andere, eine Hauptstrasse durch und weiter. Abwechslung verschaffen da nur die vielen Baustellen, der Erlebniswert dadurch gesteigert dass Kroaten auch gerne mal bei Rot weiterfahren.
Varazdin wird erreicht, Hafe meinte es würde am A…der Welt liegen, finde ich nicht.
Das Stadion ist schnell anvisiert, besser mal Anstosszeit bestätigen lassen, hier weiss man ja nie. 18 Uhr stimmt, nun ja…sieht damit schlechter mit nem Doppler aus.
Wir lassen uns aber in unserem jugendlichen Elan nicht bremsen, treten trotzdem den Weg nach Cakovec an, hier soll heute Nachmittag 2.Liga gespielt werden.
Zumindest dient der Ort mir zum Geldwechseln, dabei muss ich bei der Raiffeisen Austria dazu sämtliche Personalien angeben?
Im Supermarkt dann eine sportske novosti für 6 kuna. Daviscup, vor allem Basketball-EM mit verherrenden Niederlagen für die Republiken des Ex-Tito-Jugoslawien und ja hier…Fussball…zwote Liga 16.30 Uhr, tja Satz mit x, war wohl nix. Aber versucht haben wir es L
Der Wagen wird nun in Varazdin auf dem Parkplatz gegenüber dem Varteks-Stadion geparkt, gehörend zum Firmenkomplex von Varteks. Hafe nimmt sich ne Zeitung zur Hand, Torsten steht der Sinn nach Schlaf, mir nach Kultur. Ich schnüre meine Wanderstiefel und ab ins Abenteuer. Vorbei am Bazeni und billa geht es in die schöne Altstadt, yeah that’s Balkanfeeling at it’s best. Einfach mal den anderen Kulturkreis geniessen und Bauwerke wie Stadtstrktur tanken. Der Magen knurrt ebenfalls, auch dem kann abgeholfen werden.
So lasse ich mich mit Obi’s Sauerlandecho 9 nieder und geniesse den Samstag Nachmittag.
Auf dem Weg ist auch noch Action am Bahnübergang angesagt. Bahnübergang schon 10 Minuten vorher gesperrt, Fussgänger wie Radler ignorieren dies, Autos können wegen der Schranken eben nicht weiter, dann tutet es mal und ein kompakter Zug aus 1 Waggon fährt mit einem Affenzahn vorbei – und der Spuk ist laut aber spektakulär zu Ende.
Der sowieso schon angeschlagene Magen spielt mir auf dem Weg zurück zu den Anderen einen kleine Streich, zeigt Durchfalltendenzen. Billa schafft Hilfe, ja ich kaufe euch auch eine Milkaschoki ab aber nun lasst mich bitte auf Toilette….puh geschafft.
Wieder am Auto tut auch mir noch etwas dösen nicht ungut, dann ist es 17 Uhr und Zeit ins Varteks-Stadion zu gehen. Wunschtribüne wird geentert, der Fanshop bietet weiter keine Pins oder schönen Schals, per Handy kommt von Hans die Bestätigung alles richtig bei der Wochenendegestaltung gemacht zu haben, die SGE blamiert sich mal in bester Manier, ist nun schon Tabellenvorletzter.
Die Lautsprecher plärren eine Art Kroaten-Hip Hop ins schöne Rund dass sich aber nur spärlich füllt. Zwei grosse Tribünen und eine Hintertortribuna prägen das Bild, hinter dem anderen Tor ist nur Auslauf und Zaun. Der Zaun auf der Hintertor ist mit zwei Fahnen geschmückt (1x Varazdinci), von den jüngeren Gestalten aber während des Spiels eher weniger zu vernehmen. Besseres Entertainment da schon in unseren Breitengraden, haben sich doch auch ein paar Anhänger der Gäste aus Belupo dort eingefunden, es wird munter hin und her provoziert. So richtig Brisanz sucht man aber wohl anderswo.
Die ersten 20 Minuten des Kicks sind Au Backe, dann bessert es sich und prompt fällt schon ein Tor für Belupo. Auf der Tribuna haben sich alle lieb *hihi*
Und nun gewinnt das Spiel an Fahrt, 1:1 für Varazdin durch Ivan Jolic, yeah Party…
Wiederanpfiff-Varazdin noch völlig im Asgleichstoradrenalinrausch rennen gleich mal Kapitän Musa von Belupo um. Dies wird aber vom Schiri nicht geahndet. Egal, Einwurf, halt doch nicht egal, Ellenbogen von Mumlek Belupo in die Magengegend des Faulenden und Feierabend. Das war wohl die kroatische Volksseele on top. Halbzeit 1:1, inzwischen türmen sich natürlich auch schon wieder die Berge an Knabbereien auf dem Stadionboden.
Die zweite Hälfte ist dann sportlich besser, ab der 51. Minute das Zahlenverhältnis aber wieder ausgeglichen als Leon Benko von Varteks für einen Handreflex gelb-rot sieht. Merda Unterbewusstsein. Das macht Varazdin aber nur stärker, Ivan Jolic arbeitet an seiner Legende und bringt die Gastgeber mit 2:1 in Front. Im weiteren Spielverlauf hätte sich Jolic zum Helden machen können, wird aber auch so von der Tribüne mit Sprechchören gefeiert.
Varazdin hebt den Daumen, wäre da nicht die 90. Minute. Musa erzielt doch noch den Ausgleich und bringt es zum 2.2, da man auch die Kunst der taktischen Auswechslung sehr gut beherrscht. Mindestens 3 Mitspieler abklatschen, beim Schiri bedanken und ein Gebet gen Mekka, erst dann wird der Platz verlassen. Schlusspfiff, hat gepasst soweit.
Im TV läuft derweil unser entgangenes Spiel in Rijeka (schmelz dieses Stadion…aber 0:0), Nahrungsaufnahme allez. Die Küche beim ersten Bistro hat nicht mehr geöffnet, aber dafür war es trotzdem gemütlich und man lernt im Nebeneffekt noch die kroatische Zählweise.
Unser Kleingeld löst Jubelarien beim Ober aus.
Essenfassen sollte auch noch gelingen, endlich kann ich die Karte der Stadtkenntnis ausspielen, führe uns zielstrebig als Beifahrer zum Green Pub. Diese haben zwar auch nix zu schnabulieren für uns, dann aber Billy Kebab. Einmal Döner, zwei Mal Cevapi für die jungen Revolverhelden, dazu fightet im Flimmerkasten die deutsche Basketballnati um den Einzug ins EM-Endspiel. So wird es richtig gesellig, ein paar Spielberichte aus der NHL kann man dabei auch noch mitnehmen. Hafe vernünftig und lebensweise gibt den Autoschlüssel an mich ab, ich bringe uns nach kurzer Anfreudephase raus aus Varazdin, gesucht wird ein Nachtlager im Maisfeld für Torsten. Hafe und mir winkt das Auto.
Die Wiesen sind aber nass und hart, Torsten zu Recht nicht für einen Platz zu begeistern und so setzt sich die Odysee durch die bekannten Dörfer immer weiter fort.
Die Grenze ist schon angekündigt, nun schnell nochmal abbiegen. Kontrollen bei zu Hause liegenden Führerschein könnte schwieriger werden.
Rein in die Querstrasse und mit unglaublicher Präzision in der Dunkelheit die grüne Grenze erwischt. Pässe bitte schön, Führerschein? Tja guter Mann, der liegt zu Hause…finden die Grenzer natürlich nicht wirklich prickelnd. Bisschen dumm stellen wirkt in diesem Fall sogar.
Man nervt die Zöllner wohl so dass Sie schließlich ihre Erklärungsversuche aufgeben, uns weiterziehen lassen. Besser mal Torsten übernimmt das Steuer, man will ja nicht unnötig provozieren. Dieser bringt uns über die Grenze (alles unproblematisch) und stellt den Wagen (in leichter Schieflage) in einem Feld ab, entscheidet sich für den Beifahrersitz als Schlafstätte. Hafe und ich feiern unsere Premiere im Kofferraum-Ehebett. Glotzer zu und aus.
Slowenien SI.Mobil Vodafone Liga – 10. Spieltag – Sonntag 25.09.2005
Primorje Ajdovscina – Anet Koper 2:0 (1:0)
Die leichte Schieflage des Fahrzeugs lässt mich nach Aussage Hafes stets wiederholt abdriften und näherrücken, nach 6 Stunden tut es in der Hüfte weh, aber im Grossen und Ganzen geht die Nacht im Auto d’accord. Zähneputzen im Maisfeld ist auch dufte.
Wohl so gegen 8 Uhr geht es aufs slowenische Autobahnnetz in Richtung Laibach, heute bin ich es der Schlaf nachzuholen hat. Immer wieder etwas maut fällig die aber wenig ins Gewicht fällt. Vor Ajdovscina prima Bergrallye, der Einheimische fährt da schon mal forscher als wir. Ort der Erstligapartie am Nachmittag ist erreicht, Stadionfinden ein schönes Spiel. Der erste Sportkomplex den wir erreichen stellt sich als Sporthalle des Polizeisportvereins heraus, aber hier ist richtig was los. Zwei Jugendteams balgen im Basketball um den Sieg in der Halle, da müssen wir doch dabei sein, ist Basketball in diesen Breitengraden sowieso Volkssport Nummero Uno.
Torsten und ich produzieren dabei so herrliche Schoten wie dass wir dem eher klein geratenen Spielmacher von Team Weiss eine „große“ Zukunft voraussagen. Dasselbe Team hat auch einen gefürchteten Center. Weniger seine Korbwürfe sind Anlass zur Angst, eher das Abklatschen des Riesen (und das in dem Alter?) ist gefürchtet. Fachmännisch bewerten wir die gezeigten Leistungen, kenne uns ja aus, stehen ja nicht umsonst am Abend im EM-Finale in Belgrad *rofl*
Dann aber doch wieder zurück zum Fussball, das Stadion am Stadtrand ist schnell ausfindig gemacht. Einige Zeit verweilen wir im Ground der problemlos durch eine nicht verschlossene Schiebetür betreten wird. Dann zurück in die Stadt und Torsten versorgt uns Beide mit slowenischen Geld, dabei wird auch in Slowenien die Geheimzahl benötigt der Geldabhebevorgang aber ohne diese Pin erst kurz vor der Geldausgabe abgebrochen (man muss also trorzdem alles eingeben). Kleiner Rundgang durch die Stadt, etwas Politdisku, der weitere Nachmittag versackt im Schatten schlafend auf Vorder- und Rücksitzen.
15.45 Uhr geht es zum Stadion, auch hier erfasst das Mädchen im Kassenhäuschen nach kurzer Zeit unser Begehr, händigt uns kultige Tickets aus auf denen das Datum übermalt ist usw.
Der Gästeblock (wohl so 5x15m gross) wird von einer Busladung aus Koper okkupiert.
Dabei verhängen die Gestalten konsequent den kompletten Gästekäfig zu, jeder einzelne hat mal mindestens 1,5 Zaunfahnen dabei. Der Rest des Publikums in Ajdovscina ist unspektakulär, ein fetter Burner aber die Stadionmucke. Passend zur Gegend geht es hier ins volkstümliche, die Oberkrainer lassen grüssen, auch durchaus in der moderneren Variante.
Das Spiel selbst ist unterirdisch. Ich hege den Verdacht analog der Harlem Globetrotters im Basketball beherrschen die Akteuere das Spiel in Wiklichkeit perfekt und stellen sich nur so doof, anders sind die Leistungen fast nicht zu erklären.
Nein, nun im Ernst, das Niveau ist erschreckend, völlig unverständlich wie sich diese Woche dann Stuttgart wohl wieder gegen Landesmeister Domzale blamieren wird.
Zwei Mal kullert der Ball ins Gästetor, den Awaysupportern ist es schnurz, haben gesanglich Ihren Spass. Einzig Koper’s Nr. 3 gewinnt das Herz von Hafe, kann aber die Niederlage von Anet (noch so ein Sponsor, Primorje natürlich ganz besonders) auch nicht verhindern.
Als der Schlusspfiff ertönt ist der Länderpunkt für Hafe und mich eingesackt, die Heimfahrt beginnt. Über Udine und Villach geht es nach Bayern.
Ein Essens-Stopp liefert noch die Megashow die kein GEZ-Kasten bietet.
An einer Tanksäule lässt ein Typ sein Weiblein mit dem Schrubber am viel größeren PKW werkeln, steht höchstens daneben und kritisiert wenn Streifen zurückbleiben.
Gewinner des Abends aber sind 4 Jungs mit Pasauer Kennzeichen die an der Zapfsäule stehen und aus 20l Kanistern Benzin einfüllen ohne die Tankrüssel selbst zu benutzen. Fragt mich nicht was das sollte, ich weiss es nicht.
Angenehm schell ist Parsdorf wieder erreicht und die letzten km bis zur Freiheitshalle Kelheim werden auch noch absolviert.
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T-Mobile Bundesliga – 10. Spieltag – Sonntag 18.09.2005 – 18500 Zuschauer
Red Bull Salzburg – FAK Austria Magna Wien 1:0 (1:0)
Dieses Land ist sowieso nicht mehr zu retten (Copyright by Torsten Weik), deshalb lieber hin der Schritt zum Entertainment. Nach einer Nacht im ehemaligen Teenagerbett sollte es heute mal zwecks Zugfahrt in die Geburtsstadt Landshut gehen. Hier ist das P+R auch weitaus kundenfreundlicher als bspw in Regensburg gelöst, kann man den Wagen dort doch direkt unterm Bahnhof abstellen. Inzwischen ist aus dem Landshuter Bahnhof auch ein echtes Schmuckkästchen gewordn. Der Zug nach Salzburg steht auch schon bereit, so passt das.
Es folgt ein Ritt durch die niederbayrische Pampa begleitet von einigen Quasselstrippen.
Eine hohe Fangquote erreicht heute die Zugbegleiterin müssen gleich zwei Mann die 40 Euro Strafe abdrücken. Zwei Stationen vor Ultimo steigen auch 2 Kunden mit Salzburgtrikots ein, verlassen aber in Freilassing wieder mit Ihren Fahrrädern den Zug?
Dann ist Salzburg erreicht, nun gilt es zum EM-Stadion nach Kleßheim zu kommen.
Am Busbahnhof balzen schon einige rum, da entern wir doch in bester Guerillamanier die Buslinie 1 und bringen den Fahrer des Vehikels zur schieren Verzweiflung muah.
Die Codeworte „Mateschitz ist doof“ steigern eigene Beliebtheit und Ansehen im Bus gleich gewaltig, eine Jungkutte nötigt mir ein Gespräch auf erweist sich aber als idealer Guide ab dem Ausstieg Europapark. Am Stadion angekommen galt es die kulinarischen Highlights des Nachbarn abzuhoppen. So gönnt man sich halt mal nen Becher Almdudler, konnte man so auch gut das Treiben am provisorischen Stand der Tough Guys Salzburg beobachten.
Dann rein in die Bullenarena (sic) und das Wundern ging los….so werden u.a. Kopfhörer empfohlen. Grotesk dass die komplette Spielfeldaction auf zwei Leinwänden im Stadion gezeigt wird. Nun gut, das Vorspiel der Salzburg Amateure geht mit einem 5:0 gegen Wattens zu Ende, das Hauptspiel naht. Die Präsentation der Mannschaften hat man auch schon schlimmer erlebt. Wie überall auf der Welt betreten die Spieler ne halbe Stunde vor Ankick den Rasen zum Aufwärmen. Der Gästeblock feiert seine Helden von Austria Magna und der Heimblock feiert auch Austria…..Wien!
Auch an vereinzelten Gesängen vor Spielbeginn kann man erkennen dass hier und heute Stunk in der Luft liegt. Zuerst darf aber der Stadionsprecher seine Aufstellung alleine vorlesen. Dem Eventpublikum im Stadion ist das Frage-Antwort-Spiel nicht geläufig und der Heimblock will einfach nicht…
Nun geht’s los – und das im wahrsten Sinne.
Der Heimblock um die Ultras bedenkt gleich mal die komplette Haupt- und Gegentribüne und die Rasensportler mit „Bullenschweine“. Das Eventpublikum bedankt sich mit einem schallenden Gepfeiffe gegen die Träger der Farben von Austria Salzburg.
Heim- wie Gästeblock solidarisieren sich beim gemeinsamen Gegner Red Bull.
Heute gibt’s fetten Spruchbandsport von den Treuen während sich auf dem Rasen das übliche Ösi-Liga-Niveau abspielt.
Als Reaktion auf die Gespräche mit den Vereinsverantwortlichen wird kommentiert:
Red Bull – Kompromissbereitschaft Null
Wenig später hießt man eine Zaunfahne R.I.P Austria Salzburg 1933 – 2005 die bis zum Ende hängt. Unterstützung kommt auch aus dem gut gefüllten Gästeblock mit „Violett ist die Heimat“.
Bei erwähnten Gesprächen war der „Kompromissvorschlag“ dass Captain Markus Schopp ja mit violetter Binde auflaufen könnte, was quasi einer Komplettverarsche der treuen Anhänger gleichkommt. Treffend kommentiert durch das Spruchband „Pinocchio x Münchhausen = Wiebach“
Dazu gute Hüpfaction des Blocks, fein fein.
Das nächste Spruchband der Ultras Salzburg war dann recht deftig:
DM: Der größte Fehler deiner Eltern war das geplatze Gummi vor 62 Jahr
Dies lässt das Eventpublikum ziemlich heftig reagieren, fordert man doch nun „Ultras raus“ und die Gegentribüne ist sich nicht zu schade für ein eigenes Spruchband:
Wir singen nur für violett, denn unser Hirn ist nicht komplett.
Der pure Wahnsinn war hier nun abgeht, Mateschitz hat es sichtlich in kürzester Zeit geschafft eine Konsummasse zu trimmen, manch Opa wird richtig engagiert wenn es gegen die jugendlichen Raudis in der Fankurve geht…
Nun auch der eher leisere Gästeblock nun gut am abdrehen und pöbeln gegen die Heimanhäger, aber nicht wegen deren Vereinsliebe sondern deren Einstellung….
Im Grunde genommen ist dem Salzburger Fussballclub wohl nur mit einer langanhaltenden Misserfolgsserie zu helfen. Dies ist allen treuen Fans der Austria Salzburg zu wünschen
(hört sich blöd an, ist aber so).
Die angedachte Vereinsneugründung durch die Fans scheint der einzige Ausweg, lieber neu anfangen als alles verloren zu haben.
Heute schlägt das Erfolgspendel aber erstmal in Richtung Salzburg aus, just in dem Moment des Spruchbandes : Gebleichte Zähne, immer gut drauf, doch im TV bringst Du Dein Maul nicht aus schliesst Patrik Jezek einen Angriff zum 1:0 ab. Nun ist das Eventpublimum begeistert, dessen Euphorie wird aber knapp vor Halbzeit durch eine rote Karte gegen Thomas Linke gedämpf…bejubelt vom Heimblock!
Nun ist erstmal Pause, die Gemüter fahren runter, schnell mal Red Bull einschmeissen, gelle Konsumonkels.
Zweite Hälfte, weiter geht’s. Das Gekicke ist heute weniger von Interesse, Vorstellung heute von den Fankurven. Der Heimblock fordert den Ausgleich durch Austria Wien…
Während die Konsumenten vier Versuche benötigen eine La Ola in Gang zu bringen zeigen die Ultras Salzburg das Spruchband: Lieber violett + glücklich sein als ein dummes Bullenschwein.
Während die violetten Spieler aus Favoriten auf dem Feld gelbe Karten sammeln wird die Zaunbeflaggung im Heimblock geändert: Heimo – Legenden sterben doch.
Parallel im Gästeblock ein toller Old School-Doppelhalter (nur mal so erwähnt).
Auch ein weiterer Begleiter der „Konsolidierungsgesprächsrunde“ unter der Woche bekommt nun sein Fett ab: R.Mirtl: Lieber Französich im Puff als Englisch im Büro.
Und während das Eventpublikum wieder mal deswegen gegen die Ultras blöckt teilen diese per Zaunfahne mit : Die Austria wird euch alle überleben.
72. Minute – 72 Jahre hat es Austria Salzburg gegeben…Abschiedsvorstellung der Ultras heute….es macht Bumm und raucht dermaßen kräftig weiss-violett-schwarz dass das Spiel von Schiri Gerald Lehner unterbrochen werden muss. Bengalenfackeln werden auf Spielfeld und Ordner entsorgt, x vermummte Gestalten finden sich auf dem Zaun oder rütteln an den Toren. Ein Platzsturm war das Ziel wurde aber nicht erreicht.
Die Herrschaften um mich rum echauffieren sich sehr, und kriegen gleich mal fette Konter vom Piefke unter Ihnen. Ich schwalle die Kunden zu, die werden sich wohl jetzt noch wundern hehe.
Nun setzt sich die Action im Gästeblock fort. Die Fans von Austria Magna zerren mal kräftig am Trenn-Netz zur Gegentribüne und reissen dieses weg. Nun wird etwas Unrat auf die Kunden dort entsorgt und sich etwas ausgetobt bis natürlich die Polizei Stellung bezieht.
Die Ultras Salzburg zünden als letzte Aktion im Stadion schwarzen Rauch in der 80.Minute.
Letzte Aktion? Ja, richtig gelesen. Nun verabschiedet sich der treue Teil der Anhängerschaft des traditionsreichen Salzburger Fussballs und tritt den Weg nach draussen an, die aufpassende Polizei hinterher. Vor dem Stadion sehen sich die Turtles dann einem Meer an Bengalen ausgesetzt die auf Sie und das Stadion geworfen werden. Leuchtspur findet vereinzelt den Weg von draussen in die Bullenarena. Ein letzter Fight im Stehen….
Im Spiel verabschiedet sich Nastja Ceh mit Gelb-Rot in der 92. Minute nach vermeintlicher Schwalbe. Austria Wien vergibt dann auch die letzte Kopfballchance, das Gute siegt heute nicht. Vor dem Stadion hat sich inzwischen alles beruhigt, die Ultras sind abgezogen, die Gästefans kassieren eine Blocksperre, die Busse in die Stadt stehen bereit.
Fahren wir einfach mal mit und stehen wenig später an einer verlassenen Bushaltestelle im Stadtgebiet. Da aber dies noch etliche andere Menschen tun ist der Glaube an einen Bus zurück zum Hauptbahnhof ungebrochen hihi.
Dort angekommen gilt es nun den wichtigen Punkt beim Besuch des Nachbarlandes abzuhaken, den Konsum einer Bosna!
Heute hohe Dichte an Pennern rund um den Bahnhof, gerne auch mehrsprachig, halt Pech wenn man kein polnisch spricht…
Bis zur Abfahrt nach LA gibt es noch eine nostalgische Dampflok zu beobachten, reichlich Pyro dahinter. Ein paar FAK-Fans machen noch etwas Stimmung am Nachbargleis dann beginnen die Schoten im Abteil.Fünf Nürnberger sorgen für beste Unterhaltung im doppelten Sinne, schnell wird man sich handelseinig und zischt ein Bierchen miteinander.
Die letzten Meter bis Kelheim werden dann auch noch abgespult und auf zur Gastroskopie.
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1.Bundesliga – 5. Spieltag – Samstag 17.09.2005 – 66000 Zuschauer
FC Bayern München – Hannover 96 1:0 (1:0)
Natürlich kann man sich nicht immer dem Massengeschmack widersetzen, gerade bei meiner Wohnsituation, seit Monaten stets beim Vorbeifahren den Baufortschritt der Allianz Arena zu sehen. Da will man dann auch mal rein. SGE spielt erst Ende Februar 2006 drin, das ist zu lange zum Warten.
Glückliche Fügungen bzw. die vielzitierten Kontakte erlaubten es mir nun an diesem Samstag, der Besuch von Landesligakicks lohnt sich eben doch.
Auf der Autostrada war zwecks Oktoberfest ziemlich viel los, ab Allershausen ein Stau.
Gibt echt Menschen die haben Ihr Auto auf Wiesn getrimmt so wie unsereins das Fahrzeug auf Fussball.
Dazu brachte mich das Strassenverkehrsamt noch zusätzlich aus dem Konzept war doch just die Abfahrt gesperrt die ich nehmen wollte. Die Gegend rund um Fröttmanning hat sich auch stark verändert. Konfusion komplett, mit einem Ergebnis = Parkgarage Allianz Arena.
Kostet bei der Aufahrt 5 Euro und macht so die ArenaCard notwendig. Somit zum Versorgungsstand, klappte alles prima, testen wir halt dem Umstand entsprechend auch gleich mal das kulinarische Angebot dort.
Was der FC Bayern jetzt zum Beispiel der Eintracht (als Vergleichsgrösse) voraus hat (neben der begabteren Spieler natürlich) ist der bessere Service. Hier trifft man freundliche Kräfte am Eingang und Service, der Abbuchungsvorgang auf der ArenaCard geht auch schneller als in Hessen, wenn dieses Übel dieser Karten schon unumgänglich ist dann leuchtet hier wenigstens kurz der scheinbare Vorteil auf.
Rein in den Block, hier doch etwas verwirrend da Karte ohne Reihennummer (Stehplatzbereich). Das somit freie Platzwahl herrscht muss erst mühselig erspäht werden.
Nun denn, das Vorprogramm gleicht sich der Kommerzveranstaltung Bundesliga an, hier vielleicht einen Deut regional geprägter, was ja nix Schlechtes sein muss.
Die Spannung wird vom Mikrofonheini ganz gut aufgebaut, verzweifelt rufen Gästefans aus dem Oberrang, die hat man hier in München’s Norden nämlich ganz schön in eine Ecke geklatscht. Verhältnisse wie in Spanien irgendwie.
Vor Anpfiff trällert das Stadion Jubilar Franz Beckenbauer noch ein Ständchen.
Die Gladiatoren laufen ein, die Gästefans solidarisieren sich mit den weiss-violetten aus Salzburg mit dem Spruchband: Wer Fans die Farben klaut hat sich die Zukunft schon verbaut.
Der Blick auf die Schickeria bleibt mir leider verwährt, laut Aussage von Salzburgern am nächsten Tag gab es auch dort ein Soli-Spruchband.
Auf dem Feld fällt der einzige Treffer des Spiels bereits in der 10. Minute als Demichelis einen Freistoss von der Mittellinie ins Tor von Robert Enke verlängert.
Enttäuscht bin ich von der Stimmung in der Arena. In der Südkurve macht sich nur der Ultrashaufen um die Atmosphäre bemüht, Fleisspunkte gibt es für die Abordnung in der Nordkurve die sich mit einem „Aussendienststelle Nord“ bemerkbar macht.
Die Niedersachsen bemühen sich nach Leibeskräften, jeder Gastanhang dürfte aber in diesem Stadion auf verlorenem Posten stehen. Ansonsten ist es ein ziemlich müder Kick. Bayern in der 1.Hälfte noch überlegen zieht sich nach dem Pausentee zurück und lässt Hannover nun mehr Raum. Diesen wissen die 96er aber auch nicht zu nutzen.
So kann Bayern einen neuen Rekord von 14 Siegen hintereinander (saisonübergreifend) aufstellen und der Start in die Oktoberfestzeit ist geglückt.
Nun war man schon auf die Abfahrt gespannt. Komischerweise staut sich bei einem Aufgang in die Parkgarage alles während ein anderer eher unbenutzt daherkommt, Herdentrieb allez.
Der Bezahlvorgang am Kassenautomaten ist betont simpel, die Ausfahrtzeit im Bereich des Annehmbaren. Zwar ging es in Guimaraes und Innsbruck wesentlich schneller, aber dort auch bei weniger Zuschauern und weniger Deutschen am Steuer.
Der Weg in die heimische Stube ist schnell gefunden, besonders vom Hocker gerissen hat mich die Allianz Arena aber nun nicht.
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Landesliga Mitte 2005/06 – 9.Spieltag – Sonntag 04.09.2005
ASV Vach – FSV Erlangen Bruck 1:4 (1:2)
SC Eltersdorf – FC Amberg 2:5 (1:1)
Sonntagsausflug ole. Guter Dienstleister dabei der Rasthof Köschinger Forst. Bis zum Abend war man wieder voll im Bilde über geheime Spielerbeobachtertätigkeiten und wehe dem Derby Birkenfeld-Nöttingen, dann kann Istanbul einpacken *lol*
Apropos Derby – Mittelfranken hat in der Landesliga Mitte auch unzählige.
Heute die Option Vach. Nach kleiner Rumkurverei, waren ja schliesslich in Fürth, das Auto vorm Sportplatz Elf abgestellt (also eigentlich mitten am Waldabhang). Bisschen mehr als ne Wiese war es dann aber doch. Nettes Sportheim, Toiletten gleich neben den Spielerkabinen.
Mitfahrbenzin wurde heute in Naturalien abgeleistet, konnte man alles lassen.
Nur richtig gemütlich ist es bei der Zielgenauigkeit der Fünftklässler hinterm Fangnetz auch nicht. Besser mal an die Ballustraden gestellt und fachmännisch das Spiel analysiert.
Erlangen erzielte dann in der 18. Minute das 1:0, als Backens dann zum 2:0 für Bruck traf war es Zeit für mich das stille Örtchen aufzusuchen (ja darum heisst unsere Fanzines SHL oder Dünnpfiffbladdl), womit mir ein Vacher Kopfball zum 1:2 Anschlusstreffer entging.
In der Halbzeit etwas Nachschlag geordert und wieder back to Hafe (womit dieses Rätsel auch gelöst wäre).
Nun Neubeginn und grosses Kuriosum. Bastian Lunz von Erlangen-Bruck hatte wohl den Seitenwechsel mental noch nicht verarbeitet. Vach bringt den Ball vors Erlanger Tor und Lunz zielt aus vielleicht 5m frontal auf das eigene Tor ab. Also kein Abpraller oder ähnliches Mißgeschick sondern der Spieler hat mit voller Wucht auf das eigene Tor gezielt – und hat dabei noch das Glück seinen Torhüter anzuschiessen und somit fällt der Ausgleich nicht!
Ne gute Viertelstunde wogt das Game hin und her, dann gibt’s berechtigen Strafstoss für die Gäste den Strobel zum 1:3 verwandelt. Bruck schaukelt die 3 Auswärtspunkte dann sicher nach Hause und mit dem Schlusspfiff fällt durch einen Konter sogar noch das 1:4 durch Lunz (ja unser Held), Vach hatte sich nämlich keineswegs aufgegeben und weiter munter gestürmt.
Rein in die Limousine, 5 km weiter. Eltersdorf, Stadtteil von Erlangen und heute ist Kärwa.
In den hiessigen Ground zieht es trotzdem nicht übermässig Viele, wichtiger sind aber nette Bekannte aus Amberg, auch wenn einer davon OFCler ist.
So war für Unterhaltung im doppelten Sinne gesorgt, Schwarz-Geld machte auch ganz gerne mal Radau. Das Spiel mehr in Eltersdorfer Hand, war ne richtige Experimentiergruppe da hinten in der Amberger Abwehr. Die Einen rennen an, die Anderen machen das Kontertor.
Minute 20 Kruppa 0:1 für die Oberpfälzer. Das machte durchaus Laune auf Amberger Seite.
Schön wenn wenigstens etwas Support in der Landesliga vorkommt. Ganz in die Halbzeit hat Amberg die Führung aber nicht gebracht. Eltersdorf gleicht sogar schon in der 32, Minute aus.
Partie also offen dazu zunehmendes Interesse an Aktivitäten in Hessen und der DFB-Pokal-Auslosung. Nur die Spieler durften schuften und auf Seiten der Gäste entschied man sich für etwas Zauberei. Eltersdorf hatte das Pausenbrot noch gar nicht richtig runtergeschluckt da stand es schon 3:1 für den LL-Aufsteiger aus Amberg. Ich begann mich als Siegmaskottchen bei den Ambergern anzubieten, dort zögerte man noch, was prompt mit dem 2:3 für Eltersdorf bestraft wurde. Doch nochmal Zittern angesagt bis letztendlich Krämer in der 84. Minute Amberg aller Sorgen entledigt. Das 5:2 mit dem Schlusspfiff schraubt das Ergebnis dann fast schon unverdient noch höher. Der FCA also auf Kurs, da klatschen Trainer und Spieler dann sogar Unbeteiligte ab. Dann geschwind raus aus Franken, nicht ohne Vortrag über die Nachlässigkeiten der heutigen Jugend. Hafe brachte mich dann sogar noch direkt zum Astra womit mir ein Sprint über die Autobahn verwährt blieb. Netter Sonntagsausflug wie gesagt.
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Ostsee-Tour 26.8-27.8.2005
FC Hansa Rostock – BTSV Eintracht Braunschweig 2:3 (1:0)
MKS Pogon Szczecin – KS Gornik Zabrze 1:1 (1:1)
Geheimes Wissen bei ebay ermöglichte einen Ehrentag am Strand. Dazu wurde am Donnerstag Abend der Regionalzug nach Nürnberg bestiegen und die geistige Umnachtung der Bevölkerung, insbesondere der Teenager, lässt immer mehr zu wünschen übrig.
Nun denn, in Mittelfranken wartet der Nachtzug und im Abteil begrüsst man einen erfolgreichen Bewerber bei BMW München. Auch irgendwie krass für ein Vorstellungsgespräch an einem Tag die Bahnstrecke Berlin-München und zurück zu fahren.
Man kam aber soweit gut miteinander aus, Eisbrecher ist ein 1-stündiger(!) Stopp in Neustadt/Aisch. Irgendwie sinnlos wenn der ICE ansonsten reichlich Tempo macht aber dann an manchen Bahnhöfen lange innehält. Ich denke aber dies ist so gewollt um mit dem Nachtzug nicht mitten in der Nacht in den Metropolen/Zielbahnhöfen anzukommen so dass die Liegewagenpassagiere ausschlafen können. Jedenfalls ne andere Dimension des Reisens.
Uns bleibt das Sitzabteil und für jeden 3 Sitze um sich der Länge nach zu betten. Dies klappt auch vorzüglich bis gegen 2.30 Uhr in Fulda eine Mutter mit Ihrer Göre zusteigt.
So bleibt nichts Anderes übrig als bis Berlin im Sitzen dahinzudösen wobei der im Halbschlaf zugebrachte Stopp in Hannover auch Kurioses zu bieten hat.
Menschen sitzen gegen 4 Uhr nachts dort in Wartehäuschen, so regungslos dass man Schlimmeres vermuten kann, das Wachpersonal sieht auch mal nach dem Rechten, das aber eher desinteressiert und aus sicherem Abstand. Einem anderen Wartenden fallen beim Schlafen die Füsse dauernd vom Koffer so dass sich dieser stets erschrickt.
Unserem Lokführer muss das ganze Szenario so beeindruckt haben dass er zuerst den Bahnhof Hannover verlässt um dann wieder den Rückwartsgang einzulegen und noch ne halbe Stunde dort zu verweilen.
In Berlin verlässt dann die BMW-Neueinstellung den Zug und man kann sich im Abteil wieder so arrangieren dass wieder 3 Sitze als Liegeplatz zur Verfügung stehen.
So hat man schlussendlich bei Ankunft um 8.30 Uhr in Rostock etwas Schlaf gefunden und trabt wissbegierig durch den dortigen Bahnhof. Bei Tagestickets gelten hier noch zivile Preise. 3 Euro, dass lasse ich mir eingehen. Also Ticket erworben und ab nach Warnemünde an den Strand. Touristenmekka ja, aber trotzdem sehr angenehm hier am Ort. Original Fischkutteratmo sozusagen. So schlendere ich durch die Gassen aufs offene Meer zu.
Wenig kreativ zeigt man sich bei der Namensfindung für Gassen die von der Strandpromenade wegführen, heissen diese doch in Warnemünde Querstrasse I-V.
Die Dünen sind erreicht, für einen Strandkorb bin ich zu geizig. Was ich wollte ist Sitzen im Sand und aufs Meer blicken, und genau das wird in diesem Augenblick auch realisiert.
So geniesst man die Stunden und beobachtet Gischt und Passanten bis einem der Magen knurrt. Die Suche nach einem geeigneten Restaurant nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch, heute ist man wohl wählerisch. Macht aber nix, sieht man wenigstens noch mehr vom Ort.
Begleitet von Geburtstagsanrufen darf es dann Spaghetti und ein Rostocker Pils sein.
Dann geht es zurück nach Rostock, nun wäre ein Eis fein. Eine Strassenbahnfahrt bringt mich zum Steintor, Rathaus etc. sprich in die Innenstadt, wo es sich auch gut schlendern lässt.
Um 16 Uhr hat man meiner Reisebegleitung ab diesem Zeitpunkt (Jan Bauer) das Abholen vom Zug versprochen und so lernt man sich am Bahnsteig kennen und besteigt die Bahn zum Stadion. Am Ostseestadion gilt es noch kleine Umwege zu gehen, steuert man doch mit beachtlicher Präzision zuerst auf den Heimbereich zu. Bald sind aber die Gästeblockkarten zu angenehmen Preisen erworben und Jan Bauer und Uni können auf die bekannte Braunschweiger Mittäterschaft warten. Für Abwechslung beim Wartevorgang sorgen ein Platzregen und Geschichten über eine Person namens Teamchef.
Gegen 18.20 Uhr ist es Zeit das Stadion zu betreten, erste Sonderbarkeit als die Ordner mit den Fingern prüfend über die Karten fahren. Meinen die Hansakarten werden gefälscht?
Dann darf man sich in die Obhut des Abtastens begeben und ja es ist wahr. Die Cottbusser Kollegen werden von denen im Ostseestadion in punkto Debilität locker in den Schatten gestellt. Nächster Schritt wäre wenn sie einem noch die Hosen runterziehen würden.
Dazu werden Zaunfahnen als nicht erlaubte Spruchbänder deklariert und so ziemlich jeder schüttelt in diesem Sektor nur mit dem Kopf. Nun gut, rein in den Block und der erste Eindruck des Ostseestadions ist eher negativ. Genauso seelenlos dieser Bau wie die Exponate in Schalke oder Duisburg. Erstmal ne Wurst…zumindest diese kann überzeugen.
Im Gästesektor mögen sich knapp 500 Leute eingefunden haben, darunter laut Aussage meiner Braunschweiger viele unbekannte Gesichter (Dank DFB-Pokalsieg gegen BVB).
Die Rostocker Fanschar verteilt sich auf 3 Blöcke wobei zwei davon eher blau-weiss gehalten sind und sich auf der gegenüberliegenden Seite befinden, während ein eher schwarz daherkommender Block (u.a. Baltic Boyz) sich auf der Seite des Gästeblocks befindet.
Das Spiel beginnt, die Stimmung im Gästeblock ab sofort sehr gut, nur sportlich ist der Braunschweiger Start alles andere als optimal. Marcel Schied trifft bereits in Minute 3 zur 1:0 Führung für den FC Hansa.
Auch im Folgenden sind Chancen da für Hansa um zu erhöhen, zum Teil werden diese unglaublicherweise vergeben. Die Gästekurve trotzt dem Allem und legt eine hervorragende Performance hin. BTSV in Punkto Unterstützung des Teams erstklassig!
Mehr schlecht als recht also dieses 1:0, die Eintracht bräuchte sich nicht beschweren läge man viel höher zurück.
Neue Halbzeit, neuer Mut und nun Braunschweig viel besser im Spiel.
In Minute 61 wird die Mühe belohnt und Graf markiert den Ausgleich. Fortan ist die Rostocker Kurve(n) noch leiser als bisher. Eben jener Graf verzückt dann die Gästemassen umso mehr als er in Minute 69 nun die Führung für Braunschweig erzielt.
Sollte hier etwa der erste Auswärtssieg in dieser Saison für den BTSV drin sein?
Arvidsson gönnt dem Gästeanhang nur 3 Minuten der Freude, dann steht es 2:2.
Nun ein absolut toller Supportkonter. Hansa ruft dazu auf aufzustehen wenn man für Hansa ist….worauf der Gästeblock mit kollektivem Hinsetzen und einer Humba antwortet!
So viel Witz muss belohnt werden. Ahmet Kuru besorgt es mit einem strammen Schuss in Minute 86, ekstatische Körper fliegen wild durch den Gästeblock.
Mit Ablauf der regulären Spielzeit nochmals Zittersekunden. 3cm vor der Strafraumgrenze gibt Schiri Seemann (verdächtig!) erst nach Rücksprache mit seinem Assistenten doch nur Freistoss für Hansa. Der FC lässt dann auch diese Möglichkeit aus gefährlicher Position ungenutzt. Schluss, Aus-wärtssieg. Mannschaft und Fans können gemeinsam feiern. Für Rostock ist der Fehlstart perfekt. Jan muss natürlich nun etliche Kumpels knuddeln, wer hätte hier schon mit einem Sieg beim Bundesliga-Absteiger gerechnet?
Nachdem der Rucksack abgeholt ist geht es durch allerhand finster dreinblickende Hansafans und verwirrte Eintrachtlerinnen zur S-Bahn und auf den Weg zum Hostel, wo man schon ungeduldig auf uns wartet und Jan bereits 1x angerufen hat.
Betten müssen selbst bezogen werden, sonst setzt es ne Strafe. Das Zimmer teilt man wohl noch mit zwei Unbekannten und nun geht es auf die Piste.
Im Pirat versammelt sich die Eintrachtriege und mancher Fussballpöbel der Rostocker.
Ui ui ui, das war deftig. Braunschweiger Feste bleiben aber gefährlich für den Kopf am nächsten Morgen, wobei man aber kein Bier selbst bezahlt. Das lobe ich mir. Danke an meine Sponsoren. Auch Jan wird mit manchem Pfeffi gequält (sonst wird der Hool ungemütlich) und so ist der Heimweg geringfügig länger als der Hinweg und das Hochbett ziemlich fies.
Am nächsten Morgen sieht aber alles gleich viel besser aus, genaugenommen blickt man in ein Lächeln einer Dame. Der Partner liegt im Bett darüber und für die beiden Backpacker soll es zu einem Seminar über Persönlichkeitsstörungen gehen. Nicht pc aber trotzdem lustig ist der Blick aus dem Fenster. Dort verlassen einige Patienten der angrenzenden HNO-Klinik das Krankenhaus, zum Teil Ohren oder Nase in skurrilen Verbänden.
Der Magen ruft nach Nachschub, die Atmosphäre beim Frühstück ist familiär. Wirklich eine klasse Unterkunft. Trotzdem zieht es uns fort nachdem auch mein Spindschlüssel wieder auftaucht, und per S-Bahn geht es zum Bahnhof. Hier kann uns ein defekter Fahrkartenautomat auch nicht daran hindern den Zug nach Güstrow zu besteigen um dann weiter nach Stettin zu fahren.
Dieser Zug nach Polen hat es dann in sich, man kann sich des Eindrucks nicht erwehren eine touristische Ausfahrt gebucht zu haben. Bei jeder Haltestelle (Ortsnamen habt ihr garantiert noch nie in eurem Leben gehört) weißt der Zugführer auf die regionalen Besonderheiten hin.
So erblickt man die grösste Zuckerfabrik des Nordens oder die höchste Erhebung der Uckermark (183m – ich pruste laut los). Dazu befindet man sich in einer Gegend wo man alle 10m kein Handynetz hat. Erst kurz vor der Grenze werden die Tickets kontrolliert und schon stehen deutsche wie polnische Zöllner bereit um unsere Pässe zu sichten bzw. zu scannen.
Noch zwei Haltestellen in Stettin absolviert, dann hat der Zug seinen Zielbahnhof Glowny erreicht und entlässt uns in die polnische Wirklichkeit.
Man tausche Euros in Zloty und nehme sich ein Schliessfach fürs Gepäck, dann raus ins Abenteuer und die Stadt per pedes kennengelernt. Insgesamt sehr schön dort. Die Kaufhäuser haben noch Original 80er Balkan-Flair und die breiten Ausfallstrassen werden wohl auf ewig den ehemaligen Ostblock kennzeichnen, aber ist ja alles wunderbar.
Jan Bauer macht es sichtlich Freude auch stets die alten deutschen Namen der Strassen und Plätze zu erwähnen, dieses Spiel treiben wir so lange bis uns hungert.
Der Platz unserer Wahl ist ein Pizza Hut in einem Einkaufszentrum und so wird die Zeit optimal mit Erzählungen und Beobachtungen rumgekriegt.
Der gemeinsame Plan der hier verabschiedet wird sieht vor sich mit dem Taxi zum Ground bringen zu lassen und diesen Taxifahrer sogleich zwangszuverpflichten nach dem Spiel für uns exklusiv parat zu stehen, denn dann muss es schnell gehen um nicht eine Nacht in Polen verbringen zu müssen.
So ist man bereits um 17 Uhr am Stadion und heute darf es auch mal die teuerste Kategorie für 30 Zloty sein. Unsere Plätze sind aber weniger optimal, recht weit unten und wie sich später herausstellt in unmittelbarer Gästeblocknähe.
Weiter oben gibt es aber sowieso viele Dinge zu beobachten. Für mich typisch natürlich der Verzehr einer Klobasa (8 Zloty) und mittelbares Interesse am Fansortiment.
Der wahre Kult sitzt aber vor uns im Gartenstuhl. Florian Krygier ist 93 Jahre alt und das Stadion ist nach ihm benannt (weltweit der einzige Fall der mir bekannt ist dass ein Ground nach einer lebenden Person benannt ist). Dieser Mann ist nachwievor aktiv und hat ein Buch über seine kompletten bisherigen 55 Jahren mit MKS Pogon herausgebracht. Dieses Schriftstück signiert er nun auf Wunsch und auch wenn er etwas tattrig dabei ist löst es reines Erstaunen aus. Nachdem Jan’s Eintrittskarte signiert ist können wir uns dann von dem Mann lösen und suchen uns einen netten Sichtplatz für die Intros.
Dabei kann man zuerst die Vorgänge rund um die Gästefans beobachten. Wieder einmal kommen nur die 50 Auserwählten in einem Bus mit, eine Zugfahrt würde vermutlich recht bald in einem Überfall von gegnerischer Fans enden. Dabei hat jeder Gästefan seinen eigenen Polizisten und als die Gäste im Eckblock eingesperrt sind werden sie dementsprechend vom Heimpublikum empfangen – und das geschlossen.
Die Herrschaften zeigen aber wenig Enthusiasmus, setzt man sich doch kollektiv auf den Hosenboden, lediglich der Zaun wird mit zwei extrem langen Zaunis geschmückt (Scheiss auf Fluchttore). Zum Einlauf gibt es lediglich ein paar geworfene Klopapierrollen aus der Heimkurve, dank unaufmerksamer Ordner können wir uns bald in Block 8 niederlassen.
So ist eine ungetrübte Sicht auf die Geschehnisse in der Heimkurve gewährleistet und der Blick dorthin sollte sich auch lohnen. Dazu gab es besten Surroundsupport auf die Ohren.
Das Spiel ist bereits 15 Minuten im Gange als Pogon’s Fans einen überdimensionalen Wimpel in ihrer Mitte hochziehen, flankiert wird das Ganze von links nach rechts mit weinroten,goldenen und roten Folien und Fahnen, dazu wird über der Blockfahne und an den Rändern rot leuchtender Pyro gezündet. Nach Aussage der Grenzgänger-Macher die bisher grösste Choreo in Stettin und schon alleine die Fahrstrapazen hierher wert.
Weiter geht stetig mit feinster Unterstützung, auch nicht getrübt durch das 0:1 für Zabrze.
Die wenigen Pausen der Stettiner versuchen die Gäste für eigenen Support zu nutzen, werden aber nach wenigen Sekunden des Bemühens gnadenlos vom gesamten Stadion niedergepfiffen. Überhaupt gelingt eine Brachialität der Wechselgesänge indem wirklich das gesamte Stadion mitmacht (Stettin-Pogon uiuiui). MKS Pogon gelingt dann auch der verdiente Ausgleich, ein Seenotsignal wird in Richtung Polizeikamera vor dem Block geschleudert um der Kamera keine Bilder zu ermöglichen und schon brennen Bengalos der Freude in der Heimkurve.
Kurz vor der Halbzeit haben dann beide Kurven einen gemeinsamen Nenner gefunden. Voller Inbrunst skandiert man den selben Text „Fickt die Polizei“.
Dann ist Halbzeit, Cheerleader sorgen auch hier für kollektives Stöhnen und Abwenden, hier wird die Performance aber wenigstens durch angenehm rockige Klänge untermalt.
Auch im gelobten Land gibt es aber sinnfreie Sackhüpfspiele, weiter das.
Mit dem Stadtwappenadler betreten die 22 Akteure wieder den Rasen, was sie aber in der 2.Halbzeit bieten ist nur für Hartgesottene zu ertragen.
So bleibt genügend Zeit sich weiter der klasse Heimkurve zu widmen, dort bereitet man Mitte der 2.Hälfte schon die nächste Choreo vor.
Hunderte von gelben Luftballons werden parat gemacht und gemeinsam gewedelt, das Seenotsignal vorausgeschickt und der Abendhimmel durch Bengalos erleuchtet.
Somit also 2 Aktionen in einem Spiel gegen einen wohl eher weniger attraktiveren Gegner (auch wenn Gornik Zabrze schon mehrfach polnischer Meister war) über die deutsche Ultragruppierungen wohl ein halbes Jahr in Selbstbeweihräucherung zergehen würden.
So ist es zwar von dem her Schade dass man zur 83. Minute gehen muss, auf dem Rasen, das spürt man, wird aber sowieso nichts mehr gehen.
Unser Taxifahrer lässt uns leider dann doch im Stich, wirft man sich halt so in den fahrenden Verkehr und nachdem man dem Chaffeur endlich verständlich gemacht hat wohin es gehen soll fährt uns dieser auch für meinen Geschmack viel zu langsam dorthin. Vor Allem die rote Welle die wir erwischen trägt nicht zu meiner Beruhigung bei. Jan ist hier bedeutend ruhiger als ich. Am Ende sind es dann noch 3 Minuten Zeitspanne vor Abfahrt des Zuges, die letzten 4 Zloty werden für ein Sonderheft ausgegeben. Wir haben ein Abteil für uns alleine und niemand will unsere Fahrkarten sehen oder Einreiseformalitäten zumuten.
In Angermünde erfolgt der Umstieg in den Zug nach Berlin Ostbahnhof wo auch ein weiterer Hopper im Abteil flackt, aber für wenig zu begeistern ist. Knapp vor Abfahrt ergreift noch ein Rudel Showturner Besitz vom Zug, erstaunlich wenig annehmbares Material aber für eine representative Gruppe Sportler. Am Ostbahnhof erfolgt dann das Wiederbefüllen des Reiseproviants und so trennen sich unsere Wege. Jan Bauer steigt in den Nachtzug nach Karlsruhe, mir steht eine Tour durch die Nacht in Regionalzügen bevor.
Zuerst geht es Richtung Halle, sozusagen der Besenwagen für alle Berliner Nachtschwärmer und um 2.15 Uhr ist Bitterfeld erreicht. Erstaunlich Viele besteigen dann dort 10 Minuten später den Zug nach Leipzig, die Technojugend lebt aber nachwievor.
Dann ist es 3 Uhr und das WET für Samstag somit abgelaufen. Flux ein Neues für den Sonntag geholt und der Leipziger Bahnhof, so schön er sein mag, muss die nichtgeöffneten Toiletten gnadenlos büßen indem er ungeniert angepinkelt wird.
Um 3.43(!) geht es weiter mit einem RE in Richtung gelobter Stadt Zwickau.
Erneut ist fast das ganze Kollektiv versammelt dass mich seit Berlin Ostbahnhof auf meinem Weg begleitet. Nun folgt für mich der neuralgische Punkt der Tour. 5.02 Ankunft in Lichtentanne (ein Bahnhof mit genau 2 Gleisen), 5.07 weiter nach Hof. Ich sehe mich schon ungläubigen Blicken meiner Mitreisenden ausgesetzt warum der Idiot aus Bayern hier in der Provinz aussteigt und wohl dann auch noch prompt dort strandet.
Wer aber dann aus dem ungläubigen Staunen nicht mehr rauskommt bin ich selbst, steigt doch der GESAMTE Zug in Lichtentanne aus und besteigt den Interregio nach Hof.
Dort hat dann leider die Bahnhofsgaststätte erst ab 7 Uhr früh geöffnet, so muss ohne Restproviant das letzte Teilstück bis Regensburg in Angriff genommen werden.
Hier zeigt ein Spaziergang durch den gesamten Zug die hässliche Fratze der Nacht. Kein einziger Reisender ist wach, es können die abenteuerlichsten Verrenkungen zum Schlafen beobachtet werden. Wie populär wohl diese Schicht bei der Bahn ist?
Um 8.30 Uhr spuckt die Endhaltestation Ratisbona alle Tramper aus, Burgerking sichert sich den King Deal-Frühstücks-Joker und der Astra erledigt die restlichen km nach Hause.
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DFB Pokal 1.Hauptrunde – Samstag 20.08.2005 – 4500 Zuschauer
FC 08 Villingen – FC Hansa Rostock 2:5 n.V. (2:2; 0:1)
Computerinder gibt es wirklich, jedenfalls stieg einer am Regensburger Bahnhof zu und war doch etwas verwundert über unser Hobby. Dafür hatte er viel über Motoren und Fahrzeugentwicklung zu berichten und anscheinend haben die Leute in der Produktion immer Spass. Ab Schwabach dann noch mehr Gesellschaft. Endlich das längst überfällige Kennenlernen des Herrn Nobbi. So ging es zu dritt bis Zuffenhausen wo unser Inder seinen Obulus entrichtete und an der S-Bahn abgeladen wurde. Wir drehten inmitten von Porsches zurück auf die Autobahn und absolvierten die restliche Strecke bis nach Villingen-Schwenningen, dem interessierten Sportfan wohl durch das Eishockeyteam bekannt.
Ansonsten gibt es dort einen Discostadl und das Kreisklinikum in dessen unmittelbarer Nähe auch der Friedensgrund des FC 08 Villingen liegt.
Astra geparkt und gleich mal gegenüber die Gaststätte auschecken. Gute Pizzen, lustige Ostvereinfans, aber komischer Name: Pizzeria am Flughafen?
Was soll es, rein in den Ground des Neu-Verbandsligisten und Sieger des Peterstalpokal Südbaden 2005. Hier ist schon ordentlich Rummel den vor allem der Stadionsprecher verursacht. Da müssen alle Würdenträger, Vereinsoffizielle und Werbepartner vors Mikrofon gezerrt werden während sich die gut 500 Hansafans schon mal warmpogen.
Ich kann einen Blick darauf bekommen wie so eine Hörfunkreportage für die ARD-Sendeanstalten entsteht und komme mit ein paar Einheimischen ins Gespräch wobei es durchaus Verständigungsschwierigkeiten gibt was den Akzent angeht.
Das Spiel beginnt uns nimmt zuerst seinen typischen Pokalverlauf. Villingen bemüht, Rostock souverän bis arrogant. Der Supportersclub Villingen stellt auf der Riegger-Tribüne sogar einen kleinen Fanblock während die 950 km angereisten Fans der Kogge eine Polonäse durch den weitläufigen Block veranstalten.
In der 18. Minute dann unsagbares Pech für die Badenser, Torwart Daniel Jilg lässt einen abgefälschten Schuss von Zsolt Löw durch die Finger rutschen und bringt so Hansa in Führung. Bis zur Halbzeit macht er diesen Fehler aber mehr als wett, vereitelte er doch einige Hansa-Alleingänge und rettet so den knappen Nachteil in die Halbzeitpause.
In dieser kommt es zur Auslosung des Peterstalpokals-Viertelfinale und gleich als erste Partie erscheint der Knaller Bahlinger SC-Villingen.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit hält Villingen immer besser mit, als Löw aber in der 55. Minute ein sehenswertes Tor markiert scheint die Pokalpartie Ihren gewohnten Verlauf zu nehmen. Rostock beginnt sich auf Ergebnissicherung zu verlagern. Das hätten Sie besser nicht tun sollen. David D’Incacu ist es der in der 66. Minute den Anschluss sichert. Nun erwacht das Stadion, Euphorie entsteht und die Villinger Fans zeigen dass auch in Südbaden Pyro bekannt ist. Alle wollen nun den Ausgleich erleben und feuern den letztjährigen Oberligaabsteiger an. Und die Fans bekommen auch was sie sich wünschen. Erneut D’Incau bewerkstelligt den Ausgleich und verwandelt den Friedensgrund in ein Tollhaus.
Unglaublich, der Zweitligaletzte lässt sich eine Zweitoreführung hier noch nehmen und hat nun eher Glück dieses Ergebnis bis zum Ende der offiziellen Spielzeit zu halten. Die Verlängerung ist erreicht, schon jetzt eine grosse Sensation und Riesenblamage für die Kogge.
In dieser Verlängerung verschaffen sich die angereisten Anhänger von Hansa erstmal Luft indem die Zaunfahnen abgehängt werden und die alten Klassiker der Enttäuschung aus der Mottenkiste geholt werden. Villingen kann weiterhin mithalten, wirkt aber nicht mehr so gepusht wie vor Schlusspfiff. Es dauert dann bis zur 104. Minute bis Antonio di Salvo das 2:3 köpft, da hatte dann die letzte Aufmerksamkeit beim Verbandsligisten gefehlt.
Der Stadionsprecher im Janker versucht den Akteuren nochmal Mut zuzusprechen den abermaligen Ausgleich zu erzielen, als dann aber Arvidsson und Brecko noch 2 Tore nachlegen sind Enthusiasmus und Kraft am Ende. Man hat dem ehemaligen DDR-Meister einen tollen Kampf geliefert und kann stolz auf das Geleistete sein. Schließlich haben aber Cleverness und Fitness doch zum Weiterkommen des FC Hansa Rostock geführt. Klar das so eine Leistung die schwer mitgenommenen Hansafans nicht versöhnt, lediglich der neue Trainer Frank Pagelsdorf wird frenetisch vom Fanblock gefeiert, Spieler brauchen heute nicht an den Zaun zu kommen.
Nobbi und ich treffen sich wieder am Auto, beim Anlassen leuchtet kurz die Batterie auf.
Als die Leuchte aber nach 1x Gasgeben wieder erlischt denkt man sich nix Böses dabei.
Nun geht es zurück nach Württemberg wo Nobbi ins Vaihingen rausgelassen wird und der Astra frischen Benzin bekommt.
Weiter geht es bis zum Rasthof Ulm-Ost zu meinem Lieblingsburgerking, man erinnere sich an die vielen Promibegegnungen dort.
Gestärkt durch den King Deal heisst es nun die letzten km bis zur Heimat zu absolvieren, kein Problem mit dem besten Musikmix. Nun beginnt aber das Auto zu spuken.
Erst schaltet sich das Radio immer wieder von alleine ein und aus, die Scheibenwischer machen sich heute einen gemütlichen Samstagabend und verrichten fast gar nicht ihre Aufgabe, laut Tankanzeige habe ich innerhalb 50 km 20 Liter Benzin benötigt und der Motor ist laut Anzeige kein Grad warm. Mich überrascht das Aufleuchten der Motorkontrollleuchte in Höhe Burgau Ost nicht mehr wirklich. In die Ausfahrt gerettet und den Wagen in einer Parkbucht abgestellt befürchtet man das Schlimmste. Etwa 30 Minute nach dem Anruf beim ADAC besucht mich ein netter Pannenhelfer der feststellt das meine Lichtmaschine kaputt ist. Damit steht fest dass das Auto irgendwann wieder fahren wird, nur wo jetzt Samstag 22 Uhr ein Ersatzteil herbringen? Der nette Pannenhelfer sucht eines in seiner Werkstatt und kehrt nach 25 Minuten zurück nur um mir zu sagen dass er keines hat, eine Werkstatt ist aber informiert und wird mir helfen. Also nochmal warten und die Firma Hölldobler kommt, richtet mein Auto und verkauft sogar Lichtmaschinen unter der Hand. Also alles nochmal gut gegangen außer dass sämtliche Spareffekte durch die heutigen Mitfahrer vernichtet sind und ich erst 00.30 Uhr wieder daheim bin. Aber hätte natürlich wesentlich schlimmer kommen können, wähnte mich schon in einem Hotelzimmer am Rasthof.
Vielen Dank an die tollen Pannenhelfer vom ADAC und der angeschlossenen Werkstatt. Schön zu wissen dass einem auch noch geholfen wird. Ebenso wie eine Krankenversicherung im Alter immer wichtiger wird obwohl man deren Sinn in jungen Jahren nicht so akzeptieren will ist es auch mit der ADAC-Mitgliedschaft. Das Auto wird halt nicht jünger…..
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Landesliga Mitte – 5. Spieltag – Mittwoch 17.08.2005 – 380 Zuschauer
Spvgg. Kirchdorf-Eppenschlag – SC Eltersdorf 2:0 (1:0)
Etwas Fussi nach der schweren Arbeit, den Spass kann man sich schon mal gönnen.
Heute erwies ich dem Aufsteiger in fünftklassige Gefilde, der Spvgg. Kirchdorf, die Ehre und wer denkt schon an besondere Abenteuer nach Feierabend?
Bis Hengersberg die A3, sowieso klar, dann begann der Abenteuerspielplatz. Das ist das niederbayrische Highland, Strassen so breit wie ein Auto und im steten Auf und ab bei 9% Gefälle. Da hat der Astra-Motor schwer dran zu schlucken. Von Ort zu Ort wich meine Zuversicht hier Landesligafreuden zu erfahren. Sonst nix am Ort, aber ein Fussballplatz der von außen betrachtet schwer was hermacht. Etwas ins angrenzende Feld gestapft und hier sind die Tore noch sperrangelweit offen bzw. sind gar keine vorhanden. Der Ground hat dabei eine besondere Ergonomie. Zumindest an zwei Seiten geht es einen Abhang von bestimmt 70% Gefälle hinunter, das Ganze dann abgesichert durch schuhhohe Barrieren.
Der örtliche Wurstverkauf bietet Bratwurst und Wurstsemmeln feil, beides hat woanders schon besser gemundet. Unvergleichlich aber hier die Landluft, wo kann man noch Fussball gucken mit Originalodelgeruch in der Nase?
Shoppingjunkie Borgs (zum Glück anwesend) und ich lassen uns inmitten der einheimischen Anhängerschar nieder, Gästefans haben sich hierher sicher nicht verlaufen.
Sofort sind wir auch die Lieblinge unserer Anrainer, unterhalten wir doch mit verschärftem Laberflash alle um uns rum. Hier haben die Gäste noch sichtlich Spass an der Gesamtvorstellung. Wir wiederum werden aber bestens von unseren auserkorenen Lieblingkickern der SC Eltersdorf unterhalten. Niemand beschwert sich so theatralisch wie die Rückennummern 5 und 10 der Gäste, dass alles auch noch in tschechischem Dialekt.
Aber auch Kirchdorf hat seinen Tschechen, dieser beschränkt sich aber aufs Toreschiessen.
David Mika leitet mit seinem 1:0 in der 7.Spielminute den ersten dreifachen Punkterfolg des BOL Niederbayern-2. der vergangenen Saison ein.
Auch sonst erspielt sich Kirchdorf immer wieder Chancen während es Eltersdorf überhaupt nicht eilig zu haben scheint und lieber mal auf Kindern am Spielfeldrand ausrutscht.
Selbes Bild dann nach der Pause, die der Gastgeber gleich komplett auf dem Feld verbingt. Der Weg ins Vereinsheim wäre zu weit und steil.
Kirchdorf muss eigentlich einen der vielen Konter dazu nutzen die Führung auszubauen, aber nur Kuchler kann noch ein Tor zum 2:0 Endstand erzielen.
Erst dann hat es Eltersdorf plötzlich eilig und der Schiri beginnt damit sich sämtliche Sympathien zu verscherzen. Keine klare Linie, gar nix. Da geht unserem Nachbarn mit sächsischem Akzent der Hut hoch. Tippe mal auf hier gekurt und nicht mehr weggekommen.
Kirchdorf braucht aber nur noch die Schoten dichtzumachen, etwas was man können sollte will man die Klasse halten. Und das gelingt auch und so kann man im bayrischen Wald den ersten Saisonsieg feiern.
Es dauert noch etwas bis man vom Fleck kommt (gibt halt hier nur eine Strasse die vom Platz wegführt) und wenig später steht man buchstäblich im Wald. Irgendwann ist aber die Heimstrecke wieder aufgetan und gegen 22 Uhr erreicht man Kelheim, der Komplettierung der A3-Liga einen Ground näher.
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Landesliga Süd – 4. Spieltag – Freitag 12.08.2005 – 1060 Zuschauer
TSV Buchbach – Falke Markt Schwaben 1:1 (0:0)
Immer im Monat indem das Lebensalter auf eine Gerade einbiegt erhöht der Brötchegeber den Lohn um einen BAT-Stufe. Ab sofort 23 Euro netto mehr muss das Geld verprasst werden. Gute Gelegenheit dazu bietet die Landesliga Süd. Obi hat sich neuerdings als Hopper-Taxifahrer selbständig gemacht und so stieg man an der Haltestelle in Kelheim zu.
Landesliga bedeutet auch Landstrasse, schön so. Landshut, Vilsbiburg und Velden die Koordinaten, netter Small Talk inklusive. Auf der Strasse inzwischen schon Fuhrwerke, die Provinz lässt grüssen. In Buchbach dann eine gepflasterte Ringstrasse die auf den Marktplatz führt, der Klassiker schlechthin also. Wo dann 10 Autos in die Jahnstrasse abbiegen ist auch der Ground, der besondere Spieleklassiker wird fortgesetzt. Obi sitzt da schon im Gras und studiert Fanzines. Die Aufmerksamkeit von Stadionsprecher und Besuchern ist bereits auf das Spannferkel am Grill gerichtet, mit Salat für 6,50 frisch auf den Teller.
Im Vereinsheim läuft 60, sowieso recht präsent hier, und das Stadionheft verdient Lob.
Erstaunliche 1060 Zuseher wollen sich den Kick heute geben, bemerkenswert da der gesamte Ort knapp 3000 Einwohner hat. Fast schon Grossbardorf hier. Und man ist ambitioniert.
Kultigste Stelle im Ground sind die Holzbänke die hinter einem Tor an einen steilen Waldabhang montiert sind. Hier sammeln sich vor allem die minderjährigen Prinzessinnen und werden durch die Fachsimpelei von Obi und mir doch etwas aufgeschreckt.
Torszenen gibt es im ersten Durchgang nicht, dafür wird die Partie sehr ruppig geführt.
Auf dem Weg zur Toilette kurz vorm Halbzeitpfiff stehe ich dann sogar dem Schiriassistenten im Weg, hier ist man noch wahrlich nah am Geschehen. Wer braucht da noch das DSF ?
Mit Beginn der 2. Halbzeit rückt man noch näher ans Spielfeld, bei einem Eckball an der richtigen Stelle wäre man wohl im Weg gelegen. Aber ist das nicht unsere wahre Bestimmung ? Bei unterklassigen Kicks im Gras zu liegen.
Der kleine Simon neben uns wartet dazu mit fachgerechten Kommentaren auf, nein langweilig wird es uns hier sicher nicht. Tore gibt es dann auch noch zu bestaunen.
Erzielt erst Markt Schwaben in der 62. Minute das 0:1 so gibt es 3 Minuten später ein seltenes Schauspiel zu bewundern. Der Gastgeber verwandelt doch tatsächlich eine Ecke direkt zum 1:1. Nun herrscht hier der im Stadionheft ironisch angekündigte Hexenkessel.
Zum Heimsieg reicht es dann leider doch nicht mehr, Sekunden vor Schluss umspielt man den Falke-Goalie vermag aber dann den Ball nicht im Netz zu platzieren.
Obi hätte auf dem Heimweg dann beinahe das Best of seiner Schirikarriere zum Besten gegeben, aber auch so bleibt es eine angenehme Gesprächsrunde, da stören auch keine miesen Scheibenwischer an seiner Rostlaube. Abschließend bleibt noch festzustellen dass die Angestellten des MCD Vilsbiburg ein Kundenseminar benötigen und die Schirischauergeschichten werden dann beim nächsten Italientrip nachgeholt.
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T-Mobile Bundesliga – 5. Spieltag – Samstag 06.08.2005 – 5000 Zuschauer
FC Wacker Tirol – FC Superfund Pasching 2:2 (1:2)
Warum sollten wir anders sein als der Rest der urlaubenden Deutschen ? Auch uns zog es nach Tirol, Anlass wie so oft ein Fussballspiel. Wacker Tirol spielt inzwischen die zweite Saison in der Bundesliga nach dem bösen Lizenzaus 2002. Die VK hatte sich schon oft bei Spielen der Eintracht sehen lassen und so wurde es heute quasi ein Bekanntentreff.
Bei weniger Verkehr als von mir erwartet ging es ohne Warnweste bis zur Grenze, dann war unsere erste Wahl das Ziel ohne Vignette erreichen zu wollen. So lernte man Kufstein und Wörgl kennen, verlor aber schnell die Orientierung, nicht gerade sehr zielführend die Ausschilderung in Tirol.
Da sowieso der Tank nach Benzin lechzte nutzte man den Stopp zum Vignettenkauf und war 30 Autobahnkilometer weiter in Innsbruck. Hinter dem Eisstadion dann der Tivoli Neu.
Ein kleines Wendemanöver konterkariert unser Ziel wegen der fehlenden Warnweste extra nicht aufzufallen.
Es wird in Tiefgaragen geparkt, mal sehen was das nach dem Spiel gibt. Vier Euro zahlt man in Frankfurt aber auch. Kleine Stadionrunde zielstrebig zur Nordkurve gedreht, Karten erstanden, rein ins Getümmel. Hinter der Heimkurve legt ein DJ südländische Klänge auf, eine Burenwurst darf es auch sein und der VK-Verkaufsstand hat nette Angebote.
Dann hinauf in die Kurve und den Tivoli Neu auf sich wirken lassen. Der Zuschauerzuspruch lässt heute leider sehr zu wünschen übrig, auf der Süd findet sich nicht mal ein Bus voll ein.
Die Sängerin Verena performt vor Anpfiff noch ihren Song La Ola vor der Nord, natürlich im peinlichen Vollplayback, aber ein Ohrwurm isses schon das Lied.
Das Match kann beginnen, die Kurve gibt eine dolle Rauchshow in Gelb zum Besten.
Pasching lässt es einmal rot blinken.
Sofort legt man bei Wacker mit dem Support los, Klasse hat mir gefallen wie die Lieder lange durchgehalten wurden, dazu fantastische Trommelwirbel und auch hier schimpft der gestrenge Vorsänger wenn die Kurve unmotiviert ist. Insgesamt ein sehr guter Auftritt der Nord für österreichische Verhältnisse.
Grund zum Jubeln haben aber zuerst die Gäste aus Pasching. Sariyar bringt seine Farben nach einem Freistoss mit 0:1 in Führung. Circa 20 Minute das vermeintliche 0:2, aber Abseits.
FC Wacker Tirol macht das Spiel, nur der letzte Pass vorm gegnerischen Tor kommt nicht an.
Pasching verlagert sich auf Konter und hat damit in der 30. Spielminute erneut Erfolg. Pichlmann erhöht auf 0:2. Sofort kommt die Aufforderung der Innsbrucker Kurve dieses Spiel noch gewinnen zu wollen. Neuen Mut schöpft man als Sekunden vor dem Halbzeitpfiff Aganun, heute für mich bester Mann auf dem Platz, auf 1:2 verkürzt.
Zum Intro der 2. Halbzeit veranstaltet keine Seite irgendwas Besonderes. Tirol macht aber nun noch klarer das Spiel. Belohnung dafür dann in der 69. Minute. Aigner erzielt den vielumjubelten Ausgleich. Noch hat es den Anschein dass Tirol das Spiel nun drehen kann, etwa zeitgleich mit der Einwechslung von Edi Glieder bei Pasching (es reicht also noch für 10 Minuten beim Altinternationalen) bekommt Superfund noch ein paar Gelegenheiten doch noch Tirol den Todesstoss zu versetzen. Schließlich trennt man sich leistungsgerecht 2:2, was die Tiroler Fans ihrem Team mit Ovationen danken.
Für uns folgt nun der Bezahlvorgang des Parktickets an einem sprechenden Automaten, sowas muss unbedingt auch nach Niederrad Einzug halten. Die Ausfahrt ist dann, wie in Guimaraes, wenig problematisch, schnell ist man aus der Tiroler Landeshauptstadt wieder draussen und setzt den Weg nach München fort.
Die sichere Fahrweise meines Chaffeurs Marcel beglückt mich mit einer Portion Extraschlaf und so können die letzten Meter bis Kelheim ausgeschlafen angetreten werden.
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Landesliga Mitte – 2. Spieltag – Mittwoch 03.08.2005
FC Amberg – Spvgg. Hankofen 2:1 (0:1)
Es ist manchmal unglaublich wie viele Idioten diese Erde bevölkern. Gegen solche beschissene Arbeitstage hilft nur die Landesliga Mitte um nicht zu einem der Nachfolger von Ted Bundy zu werden.
Wenigstens nahm der Tag im Moment des Handschakes mit dem netten Beo eine gute Wende. So konnte man aus erster Hand Infos über den FCA sammeln und das Spiel in sympatischer Begleitung konsumieren. Würstl und Limo schmecken auch am Schanzl.
Heute war man mittendrin im kleinen Fancorner der Amberger. Eine Trommel, eine Tröte, ein paar Schreihälse – fertig ist der Fanblock, bemerkenswert für die Landesliga. Hier merkt man wo Tradition sitzt.
Das erste Spiel in Schalding war nach Beo’s Erzählungen nicht so optimal gelaufen, und auch heute war vom Anstoss weg der Wurm drin. Richtig böse wurde es dann in Minute 8. Die Abwehr der Amberger baut Bockmist und schon ist ein Hankofener durch und trifft zum 0:1.
Auch in den folgenden Minuten sind die Amberger zu mancher Einlage aufgelegt die den Fans den Angstschweiss auf die Stirn treibt. Selbst hat man zwar auch ein paar kleine Chancen, insgesamt ist aber das Spiel nach vorne katastrophal. Nun möchte man nicht Spieler in der Amberger Kabine sein, zeichnet sich deren Trainer doch schon draussen als großer Kommentator aus.
Alles Besser in Halbzeit 2: Kaum ist angepfiffen stürmt der FCA nach vorne und beglückt seine Fans mit dem Ausgleich, nun ist Stimmung in der Bude.
Auch hier der Stadionsprecher eine Sache für sich, meiner Meinung nach mit österreichischem Akzent. Sowieso lustige Typen und lustige Sprache dort in Amberg.
Nach zehn weiteren Spielminuten hätte man mit 3 Toren führen können, nach 15 wurden 4 Grosschancen gezählt von mir, Mitte der 2. Halbzeit deren fünf.
Dann ist der Schwung erstmal dahin, Amberg nun klar besser, aber die drei Heimpunkte, die so wichtig wären, rücken in die Ferne.
Nochmals versucht der Trainer sein Glück mit Auswechslungen, die üblichen Handlungen halt. Letzte Spielminute, nochmals ne Chance für die agilen Amberger.
Und tatsächlich passiert doch noch was inzwischen hochverdient ist. Man trifft zum 2:1 und feiert im ersten Heimspiel in der neuen Liga einen Erfolg. Da kann einem schon mal die Limoflasche zu Boden sausen. Kurzum ein rundum gelungener Abend, die Gesellschaft war angenehm (erinnerte zeitweise fatal an Herrn Völkl) und die Strassen auf dem Rückweg frei.
Fast noch eine Wende des Tages nach Feierabend wenn...ja wenn man sich nicht so über die Fanclubkollegen ärgern müsste.
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Landesliga Süd – 2. Spieltag – Dienstag 02.08.2005
SC Eintracht Freising – FC Falke Markt Schwaben (0:1) (in der Halbzeit abgebrochen)
Die immer gleichen Serien am Abend ? Doch nicht im Sommer...so beschlossen wir unseren Feierabend sinnvoll zu nutzen. Wir das waren Hafe und ich.
Über die Landstrasse, vorbei an bemitleidenswerten Walkern und Joggern, ging es in die Savoyer Au. Dort liess man sich auf der Tribüne nieder und verzehrte lecker Bratwurst.
Während der kompletten 1. Halbzeit sollte uns der Redestoff nicht ausgehen, die Tribünen-Nachbarn störte es aber wohl kaum.
Hafe hatte einige Internas zu seinem Heimatclub zu bieten und ich konnte mein Wissen bezüglich des SE Freising kundtun, hatte ich die Eintracht doch erst 3 Tage zuvor in Heimstetten gesehen.
Dieses Mal dauerte es knapp 20 Minuten bis zum ersten Black Out der Freisinger Abwehr.
Markt Schwaben bekommt einen Freistoss von fast bis zur Seitenline zugesprochen, gibt ihn als bessere Flanke herein, aber keiner geht hin und so guckt der Goalie dem Ball verdutzt zum 0:1 hinterher.
In Folge kann Freising die Partei aber ausgeglichen gestalten, kommt auch selbst zu ein paar Möglichkeiten. Chancen auf beiden Seiten sozusagen.
Bei einem weiteren defensiven faux pas hat Freising Glück dass ein Ball, den der Torhüter nicht festzuhalten vermag, von einem Spieler der Gäste ins Netz bugsiert wird, der im Abseits steht.
Gegen Ende der 1. Halbzeit wird der Regen immer stärker, zudem geht das Flutlicht an...das wird ein heisser Fight werden...zuerst ist aber Halbzeit und der Sponsor des Tages (Sparkasse) veranstaltet ein Torwandschiessen.
Dr. Rainer Koch, der Präsident des BTV, ein Landrat und der Bankenchef werden in den heftigen Regen hinausgejagt. Während die Ersatzspieler lieber Schutz unter der Auswechselbank suchen fallen beim Wettspiel keine Treffer.
Um 20.30 Uhr beschliesst man dann noch ein paar Minuten mit dem Wiederanpfiff zu warten.
Während es blitzt und donnert spielt der Stadion-DJ seine 3 Platten in steter Reihenfolge.
Um 20.50 Uhr kommt die Durchsage dass nach den Regeln das Spiel spätestens um 21 Uhr wieder angepfifen sein muss.
Dann ist es 21 Uhr und der Stadionsprecher hat schlechte Nachrichten zu überbringen. Das Spiel kann nicht fortgeführt werden, dem Schiedsrichter ist die Gefahr eines Blitzeinschlags zu hoch. Fortan schwingen rüstige Rentner ihren Krückstock und das Gemaule auf der Tribüne ist sehr gross. Es hilft aber nix, Fussball gibt es heute hier nicht mehr zu sehen.
So geht es mit 70 km Aquaplaning wieder nach Hause. Wenigstens zählt der Ground.
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Schweiz Challenge League – Sonntag 31.07.2005
FC Vaduz – FC Sion 0:0 (0:0)
Heute Morgen ging es mir gut. Bequeme Sitzbank zum Liegen und dann ein Frühstück vom Ex-Koch. Wo ansonsten Hoppermagerkost regiert gab’s heute Lachs und Brot.
Dann auch noch etwas Ruhe gehabt und eine Dusche zur Verfügung. Gen Mittag ist Treffen am Parkstadion Markt Schwaben mit Hafe. Zuerst quälen wir uns durch den Münchner Stadtverkehr und die stets tempobegrenzte A96 nach Lindau.
Hafe war dieselbe Strecke schon eine Woche zuvor gefahren und so entdeckt er brave Wegbegleiter die bereits 7 Tage zuvor seine Wege gekreuzt hatten.
Dank Tempomat eine entspannte Fahrt gehabt und uns verlangte nicht mal nach einer Pause bis wir vorm Rheinparkstadion in Vaduz standen.
Das heisst gestanden sind wir schon kurz. Mal zum Tanken, Schweizer Zapfsäulenpreise nutzen und zuvor an der Grenze. Hafe war nach eigenem Bekunden seit Jahren nicht rausgezogen worden,aber kaum bin ich Mitfahrer....
Kleine Stadionrunde zwecks reservierter Karten, noch schnell den Charme an einer Ordnerin spielen lassen damit man auch gemeinsam in den Block darf.
Drin angekommen hatten wir uns Stärkung verdient. Beide wählten Servelatwurst die man an einem Kiosk bezahlte und an einem anderen Stand dann abholte.
Die Grillmeister dort verwickelten uns in ein Gespräch, fremder Dialekt ist eben immer auffällig. So kam Eines zum Anderen und Hafe erzählte Ihnen so ziemlich genau dass was die Herren hinterm Ofen hören wollten, schwupps waren wir als Spielerbeobachter enttarnt und wurden angefleht Marco Perez hierzulassen, erhofft man sich in Liechtenstein doch dieses Jahr endlich den Sprung in die Axpo Super League zu schaffen, nachdem man diesen Sommer in der Barrage an Schaffhausen knapp scheiterte.
Unser Hauptaugenmerk galt aber sowieso einem anderen Matador und zum Intro der Fankurve der Sioner. Obwohl dank örtlicher Gemütlichkeit noch Hunderte vor den Toren standen gab es guten Tifo zur Begrüssung der Spieler.
Die Fans der Liechtensteiner positionieren sich derweil auf der Haupttribüne gleich neben den VIPs.
Wer war nun unser auserkorener Held. Die Antwort: Jean-Francois Bell.
Nicht dass man diesen Spieler verpflichten sollte, davon ist eher dringend abzuraten.
Im Stellungsspiel stets ein Quentchen danebenliegend, Hafe hatte mich darauf hingewiesen darauf zu achten.
Beide Teams schenken sich nichts, das Spiel ist gut aber nicht hochklassig.
Der Support bei Sion kann gut punkten, die Anhänger des FC Vaduz melden sich sporadisch zu Wort.
Recht laut wird es aber als Sekunden vor Halbzeitpfiff der Unparteiische einen Elfmeter gegen Vaduz verhängt. Der Schütze wird kategorisch verflucht und mürbe gemacht und verschiesst mit dem Halbzeitpfiff diesen Strafstoss.
Im zweiten Durchgang dasselbe Bild, alles ganz nett aber die grosse Hysterie ist anderswo zu suchen.
Gen Minute 85 hake ich das Teil ab, freue mich über den Länderpunkt – und dann nehmen die Dinge Ihren Verlauf....
Nach einem Freistoss versenkt ein Vaduzer einen Ball den Torwart Fabrice Borer nicht festhalten kann im Tor, der Schiri versagt aber wegen vermeintlichem Abseits dem Treffer seine Anerkennung. Fortan werden die wildesten Verschwörungstheorien auf den Rängen zurechtgebastelt.
Angriff Sion, Abpraller – TOR – NEIN ! Selbes Spiel nun hier, Abseits, der Mann mit der Pfeife will meine 0:0-Serie unbedingt reissen lassen.
Nun setzen sich die Sioner nochmal in Szene, erst ein Böller, dann qualmt es hinterm Tor des Vaduzer Schlussmannes. Zwar weißt der Stadionsprecher auf das verbotene Tun hin, so recht dramatisch nimmt es aber keiner, die Stewards vorm Block scheren sich sowieso nicht darum.
Dann ist Schluss, das torlose Unentschieden Gewissheit. Hafe und ich verlassen das Stadion und verpassen somit im Ansatz einen Platzsturm der Sioner.
Zumindest bequemen sich ein paar Ultras auf den Platz, kommen halt ein paar Polizisten, der Capo schimpft und der Stadionsprecher so ungefähr „Bitte gehen Sie in den Block zurück“.
Ach Gott ist das hier herrlich entspannt beim Fussi.
Schneller als von mir erwartet können wir den Parkplatz verlassen und überqueren zwei Mal den Rhein um gerade mal 5 km unseres Weges in der Schweiz zurückzulegen.
Bei bestimmten Statistikenfragen liege ich stets komplett daneben, was werde ich meinen Fahrer genervt haben.
Eine Pause in Lechwiesen macht er aber gerne für mich. Der Körper verlangt’s, der Seele tut es gut, mein Pullover hängt noch heute in der Kabine – ui da wird Mutti schimpfen.
Die restlichen km bis Munich sind dann stressfrei, zuvor gab’s Stau auf den Bundesstrassen des Allgäu.
So erreicht unsere kleine Reisegruppe um 22 Uhr wieder Markt Schwaben und ich düse noch heim in die Holledau.
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Landesliga Süd – 1. Spieltag – Samstag 30.07.2005 – 180 Zuschauer
SV Heimstetten – SC Eintracht Freising 4:0 (3:0)
Die Gewitternacht vorüber ging’s in aller Frühe ins Elternhaus, kleine Rast dort und weiter auf der Bundesstrasse da der bayrische Ferienbeginn mal wieder alles rund um München verstopfte. Der gute alte Klassiker durfte nicht fehlen, wollte Mutti doch unbedingt dass ich vor dem weiten Weg nach Freising nochmal auf Toilette gehe. Nun gut bin ja erst 29....
Freising war schnell erreicht, weiter nach Erding. Dort gab’s das Sinnflutfestival am Stadion und gute Fotomotive innendrin. Hier würde sich ein Besuch definitiv mal lohnen.
Noch besser aber der angrenzende Biergarten der zu einer erneuten Rast einlud und so schmeckte der Wurstsalat gleich doppelt gut, war einem doch ein grosses Zeitpolster gewiss.
Dieses war auch in Höhe Markt Schwaben noch nicht wesentlich kleiner, Zeit für die Samstagseinkäufe. Der ursprüngliche Plan war gewesen von dort mit der S-Bahn weiterzufahren, aber warum nicht selber fahren ?
So hangelte ich mich entlang dem S-Bahn-Plan durch Anzing, Poing und Grub bis Heimstetten und stand auch sofort vorm Ground. Hier markantes Denkmal die komplett überdachte Tribüne, die außerdem herrlich dotzt wenn mal ein Ball drauffliegt.
Noch 40 Minuten bis Anpfiff und meinereiner der erste Zuschauer im weiten Rund.
Kurz vor Ultimo noch die Seite gewechselt und nun selber überdacht, direkt neben einem Spielerbeobachter der sich allerhand Taktisches zu beiden Teams notierte.
Meister des Tages war der Stadionsprecher. In urbayrischer Ruhe und Dialekt verkündete er Aufstellung und Einzug der Gladiatoren, gab nix Besseres seit Frohnlach.
Heimstetten gleich zu Anfang daheim motiviert. Ein paar Chancen noch vergeben, noch etwas Zielwasser nachgefüllt und schwupps – Minute 15 – 1:0 durch Michael Schinn.
Nun zog der Mann am Mikro seine One Man-Show ab. Danke/Bitte-Spiele ohne Antworten, herrlich.
Das muss man üben, das muss besser werden – meinte auch der vollbärtige Mensch am Stadionmikro. Neue Gelegenheit in Minute 23, Carlo Stoettner erzielt das 2:0, und wiederum sieht der Gästekeeper nicht besonders glücklich aus.
Nun ging das Zelebrieren schon besser, so 2/3 Gestalten antworten dieses Mal.
SV-MC ist nicht zufrieden, das muss ne Übungsbasis her.
Die Freisinger Abwehr inzwischen völlig konfus, insbesondere unser Mann auf der Linie.
Erneut Michael Schinn fasst sich ein Herz und erzielt mit grosser Mithilfe des Freisinger Torwarts das 3:0. Dieses Mal antworten 8 Menschen dem Stadionsprecher.
In Minute 37 verbuchte SE Freising seine erste Chance im laufenden Spiel.
Kurz vor Halbzeit dann die Krönung für den armen Freisinger Schlussmann. Foul knapp vor der Strafraumgrenze als ein Heimstettner durchgebrochen war, Notbremse kann man pfeiffen, der Schiri tut es – Rote Karte, wohl nicht seine Halbzeit.
Mit Beginn der 2. Halbzeit lassen beide Teams alle Ambitionen erst mal fallen, der Wind wird stärker (die Tribüne zahlt sich aus), das Spiel beider Vereine verflacht.
Erstes Ankämpfen gegen das grosse Gähnen erst wieder in Minute 63 mit einem Pfostentreffer von Freising.
Erst gegen Ende der längst entschiedenen Partie erhöht Thomas Wulf mit einem sehenswerten Schuss noch auf 4:0. Den Stadionmeister freut’s.
Kurz vor Feierabend gibt es noch Elfmeter für die Gastgeber, der Ersatztorhüter der Freisinger kann aber parieren und wird wohl auch am Dienstag im Heimspiel gegen Markt Schwaben zwischen den Pfosten stehen.
Genau dorthin geht es nun geschwind, Kumpel Heiko wartet schon und wird mir auch Nachtlager gewähren. Bevor die Sause starten kann heisst es nochmal den Späteinkauf nutzen.
Wahnsinn wieviele Freaks (inklusive uns) um 19 Uhr am Samstag in einem Supermarkt stehen. Aldi schliesst uns leider da schon aus, was Schade war, wäre doch Kassiereruschi gucken sehr lohnenswert gewesen.
Wenn man schon mal auf derartig tiefem Niveau angelangt ist kann man gleich die Autoschlüssel abgegeben und sich die Kante geben.
Heiko fährt uns nun nach Erding, dort geht es zum Lieblingsgriechen.
Beim Bestellvorgang passiert mir situationsbedingt wohl ein kleiner Malheur und so stehe ich statt mit Bifteki mit einer Gruppenplatte da. Nun ja, wenigstens gesättigt für die nächsten Tage.
Nun ist unser Ziel das Spielberg-Kino, Madagascar der Film unser Wahl.
Mit uns in der Reihe sitzen zwei adrette Mädels (jedenfalls in meinem Zustand), mich platziert man aber gleich am alleräußersten Rand des Cinemas.
Dies hindert mich aber nicht mittels Situationskomik Popcorn zu ergattern (da fällt mir ein, ich mag kein Popcorn). Der Film ist nett aber nicht herausragend, die Mädels schnell langweilig und so kann etwas Schlaf nachgeholt werden und so füge ich den Urwaldgeräuschen des Film noch ein Sägewerk hinzu (ja ich bin doof).
Nach Filmende geht es heim, d.h. für diese Nacht Markt Schwaben und die Sitzbank in der Küche ist mir herausragenden Nachtlager.
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Landesliga Mitte – 1. Spieltag – Freitag 29.07.2005 – 600 Zuschauer
FSV Erlangen-Bruck – Spvgg. Weiden 2:0 (1:0)
Start in eine neue Saison der Landesliga Mitte. Vach und Schwabach hatten am Donnerstag den Auftakt gemacht, nun standen sich heute in Mittelfranken zwei Teams gegenüber die durchaus Ambitionen auf das erste Tabellenviertel hegen.
Der FSV Erlangen-Bruck hatte letzte Saison als Aufsteiger neben Seligenporten für viel Furore gesorgt, nun will man mit dem neuen Trainer Uli Pechtold sich noch mehr verbessern. Dieser hat u.a. auch schon Bamberg bis zur Vizemeisterschaft in der Landesliga Nord 2004 gecoacht. Der Gast aus Weiden, Oberpfalz ist Absteiger aus der Oberliga und hat am Deutlichsten von allen Teams artikuliert dort wieder analog 1995 zurück zu wollen.
Der Stau bei Regensburg war im Zeitbudget einkalkuliert, dass es sich dann aus unerfindlichen Gründen bei Beratzhausen verzögerte liess mich zeitweise schon befürchten ich müsse auf das Ausweichspiel Wendelstein-Neustadt/Aisch zurückgreifen, letztendlich kam ich aber zeitlich optimal in Bruck an und das Auffinden der Sportanlage stellte auch keine grosse Herausforderung da.
Da ich nicht zur Spezies derer gehöre die sich bereits vorab Fotos der zu besuchenden Sportstätte ansehen war ich vom Ambiente des Grounds positiv überrascht. Natürlich nur ein normaler Sportplatz allerdings mit nicht alltäglicher Umzäunung durch eine Betonmauer. So sind auch Abstellmöglichkeiten geschaffen worden.
Der Gastgeber punktet durch ein sauberes Sportlerheim, idyllische Parkbänke und den unnachahmlichen Dialekt fränkischer Prägung. Fisch im Weckla, das macht doch Freude.
Zum Einlaufen lässt die Jugendriege der Brucker Luftballons steigen, jeder Malstätter hätte an den Farben und Trikots seine Freude gehabt.
Ich lasse mich auf einem zugewachsenen Bretterhügel zusammen mit ein paar Rentnern nieder und kann so erste tolle Aktionen des Goalie Andreas Lehneis aus der Nähe beobachten.
Bruck legt aber bald seinen Respekt ab während das Publikum nur bei hartem Einsteigen gegen das Heimteam es versteht sich bemerkbar zu machen.
Als ich schließlich meinen Sitzplatz auf eine Mauer Höhe der Eckfahne verlagere ist das Match endgültig ausgeglichen und auch Bruck kommt zu ersten Chancen.
Weiden macht dann den Fehler gedanklich die erste Hälfte 5 Sekunden zu früh abzuschliessen. Arpad Backens erläuft in der Nachspielzeit einen Steilpass und lässt dem Schlussmann aus Weiden keine Abwehrchance. 1:0 für Erlangen und Schiri Marx pfeifft zum Pausentee.
In der Halbzeit nimmt der Wind spürbar zu, erste Vorboten des nahenden Unwetters.
Auf dem Feld weiter eine ausgeglichene Begegnung, bald mit mehr Vorteilen für die Brucker.
So werden einige Chancen sträflich verbraucht.
Weiden weiss sich nun oft nur durch Fouls zu helfen und in der 67. Minute wird Sagrewski so eine Aktion vom Schiri als Notbremse ausgelegt und unter die Dusche geschickt.
Fortan fällt Weiden nur noch durch bösere Fouls auf.
In Minute 78 macht dann Bruck den Sack zu. Jochen Strobel mit einem phänomenalen Rückpass und erneut Backens, der den Ball unter dem Goalie hindurch über die Linie drückt, sind die Protagonisten des Brucker Erfolges.
Der Rest der Spielzeit vergeht mit Auswechslungen zwecks Prämien und Applaus und einer Randbeobachtung wie Linienrichter auf Spieler während des Spiels einwirken.
Bruck sorgt damit für die erste Überraschung der Saison, Weiden wird sich erst noch einspielen müssen aber sicher dann auch oben mit dabei sein.
Die Rückfahrt dagegen wird zum echten Trip. Das Unwetter ist inzwischen voll da.
Ständig blitzt es am Himmel und die Natur veranstaltet Trancedisco.
Auf den letzten 20 km von Regensburg nach Kelheim schlägt dann der Blitz 2x genau in einen Baum an der Strasse ein während ich gerade vorbeifahre. Auch verfehlen größere Äste bei Kelheim nur um Haaresbreite meinen Astra. Ein beeindruckendes physikalisches Schauspiel.
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Hoppingtour Bodensee – 16.–17.07.2005
Testspiel: FV Ravensburg – Hertha BSC Berlin 1:7 (0:3) Z: -
Axpo Super League: FC St. Gallen – FC Zürich 1:2 (0:1) Z: 9800
Testspiel: FC Kempten – 1.FC Köln 1:4 (0:2) Z: 2600
Guten Freunden gibt man ein Ferrero-Küsschen oder eine Zusage zur Tour in die Schweiz.
Treffpunkt Samstag Mittag in Fasangarten, auch an die Versorgung für die Zeit danach muss gedacht werden und der Hit steht um die Ecke.
Dort hiess es dann erstmal einem wildgewordenen MC der Fleischerei Wolf auszuweichen der Passanten verschreckte indem er diese Musiktitel raten ließ und das auch durch Gewinne nicht gutmachen konnte. Jedenfalls stand damit die Pizzaparty in der Nacht fest.
Früh losfahren empfiehlt sich immer und ist höflich und so rauschen die Wegweiser auf dem Weg in die Schweiz an uns vorbei – Landsberg, Memmingen, Ravensburg....hehe da spielt die Hertha heute schallt es aus dem Rückraum...ein kurzer Blick auf kicker und Uhr – 15.30 Uhr – IDEAL, den Kick nehmen wir mit ! Fortan wurde mir der Titel Tourmanager zuteil.
Ohne weitere Umschweife den Ground ausgemacht und Hamster parkt mehr als günstig um eine schnelle Weiterfahrt nach Testspielende zu gewährleisten.
Hinein in das ebra-Stadion, hier gilt der Sponsor noch was g
Auf der Tribuna ließen sich dann die Hertha-Prominenz in Gestalt von Michael Preetz, Dieter Hoeness und dem Hertha-Physiotherapeuten nieder die auch gerne für die Landbevölkerung Autogramme schrieben. Eine Trachtengruppe Marke Harlekins hatte auch noch Ihren (nervigen) Auftritt.
Mit Spielbeginn gab es einen Bengalen von den Ultras – Sektion Stadionverbot und zu meiner Überraschung lief auch Marcelinho am Bodensee auf. Dieser markierte dann sofort auch das erste Tor für die Hauptstädter. Ansonsten halt der übliche Trara, Hertha führt die Trikots etwas spazieren, der Verbandsligist fühlt sich geehrt und alle sind zufrieden weil die Sonne scheint. So ist Halbzeit, Hertha BSC führt 3:0 und das Getränkeangebot perfekt.
Kaum die Plätze wieder eingenommen will Artur Wichniarek seine Ambitionen auf einen Stammplatz im Sturm untermauern und schiesst in der 51. Minute das 4:0. Später legt er noch einen Treffer drauf. Ravensburg darf auch ein Tor erzielen und persönlich notiert man noch den Spielernamen „Samba“ bei Hertha im Gedächtnis.
Schön war’s, weiter geht’s.
In Lustenau/Österreich kann Hamster nicht an sich halten. Seines Zeichens Kölnfan regen ihn die zahlreichen Leverkusener auf dem Weg zum Test gegen Liverpool doch zu sehr auf.
Gut das bald die Schweiz erreicht ist und dort bekommt man noch ehrliche Unterhaltung von der Kantonspolizei für die Jahresvignette. Auf Schildern mit Murmeltieren führt die Gendamarie Statistik über Verweise (= Führerscheinentzüge) und Geschwindigkeitsverstösse.
Dazu gibt der Biber nützliche Tipps zum Thema Reissverschluss.
Schnell (aber nicht zu schnell, will man ja nicht Nr. 29 sein) ist St. Gallen erreicht und der Weg ins Stadion wird gesucht. Dieses Mal findet man keine Wegweise und so müssen halt Passanten herhalten. Einer davon nutzt unsere Fragerei kurzerhand dazu bei uns einzusteigen und sich so dass Busgeld zu sparen indem er uns zum Espenmoos lotst. In feinstem Schwyzerdeutsch werden so die Titelchancen des FC Basel ohne Huggel und Yakin erörtert, wir erfahren dass ein neues Stadion anlässlich der EM 2008 gebaut wird und Hamster als Fahrer bekommt die Stadionzeitung geschenkt. Auch hier darf es ein ideal zu nennender Abstellplatz für das Fahrzeug mit Essener Kennzeichen sein und jeder sucht sich seinen Platz im kuscheligen Rund. Mich führt das Schicksal in die grüne Fankurve von St. Gallen. Mal sehen was Legende und Bildung im Fischreiher ist.
Jedenfalls eine sehr charmante Tribüne aus einem Holz- und Stahlkonstrukt.
Überall auch die präzise Anweisung dass die Doppelhalter beim Intro zwei Minuten in die Höhe zu halten sind. Soll sehr gut ausgesehen haben, jedenfalls ist die Schweizer Disziplin dokumentiert.
Im Gästeblock gibt es eine Zaunfahne „Schmaler Kader, breite Brust“
Die Saison beginnt dann gleich mit einem Paukenschlag. Zwei Minuten gespielt und schon gibt es Elfmeter für die Platzherren. Der Schütze wird aber erst durch einen zweiten Ball und dann durch Doppelhaterstangen aus Reihen der Züricher in seiner Konzentration gestört, und vergibt.
Damit ist die Stimmung auch schon angeheizt und St. Gallen überzeugt das gesamte Spiel über mit durchgehendem und engagierten Support, auch wenn er auf mich nicht immer so wirkte weil ich halt mittendrin stand.
Den ersten Grund zu jubeln haben aber die Gäste aus Züri. Cesar, sowieso quirligster Spieler auf dem Platz, schaltet am schnellsten und der Gast führt mit 0:1. Der Gästeblock feiert es mit ein paar Bengalen die dann direkt auf das Spielfeld entsorgt werden.
Zum Intro des zweiten Spielabschnitts präsentieren die Züricher eine gezockte Green Flash-Fahne.
Neue Halbzeit, neues Glück und St. Gallen ist der Wille zum Ausgleich anzusehen. Und da man nun auf die treuen Anhänger zuspielt dauert es nur bis zur 52. Minute bis Marazzi den Ball versenkt 1:1. Leider ist die Freude nur von kürzerer Dauer. Bereits in der 58. Minute gibt Tararache den mitgereisten Gästen erneut Anlass zur Bengalo-Orgie mit einem sehenswerten Freistoss der Goalie Razzeti keine Abwehrchance lässt.
Es folgt eine erbitterte Angriffswelle der Hausherren, einige Chancen zum erneuten Ausgleich sind dabei. Da werden Bälle sogar kur vor der Linie mit dem Kopf für den geschlagenen Gästekeeper geklärt. Nicht von Erfolg gekrönt. Vielmehr ist es Keita der für Zürich in der Nachspielzeit das 1:3 macht und so den FC zum geteilten Tabellenführer an Spieltag 1 in der Axpo Super League macht. Damit ist nun endlich auch der Länderpunkt Schweiz gemacht.
Nach dem Spiel bekommt man noch den Kurvenflyer und ein interessantes Magazin (Tackling) in die Hand und trifft sich wieder am Auto.
Obwohl die Züricher Fans beim Abzug noch kurz für Aufsehen sorgen ist es hier angenehm idyllisch und ein Besuch des Espenmoos lohnt definitiv. Noch etwa 60 Spiele werden hier stattfinden.
Für uns geht es den Weg zurück, Hamster möchte an einer Tankstelle noch den „Jahreskicker“ für die Schweiz erstehen, aber hier nimmt man es noch genau mit den Sperrzeiten. Um 22.10 Uhr sind zwar noch Angestellte im Gebäude, die Artikulationsversuche von Markus fördern aber mehr die Angst der Bediensteten als dass sie ihn seinem Ziel näherbringen. Nen km weiter hat liegt die nächste Raststation an der Autobahn (obwohl man uns nach St. Gallen verweist), dort gibt es aber keine interessanten Sportpresse-Erzeugnisse.
Kaum ist dann die Grenze nach Österreich genommen ein dritter Versuch. Die Austrianer sind dann gleich noch eine Ecke skurriler. Hier bekommt eine Dame schon fast nen Zusammenbruch weil wir uns doch selbst davon überzeugen wollen dass auch diese Tankstelle bereits geschlossen hat und nicht auf Ihre Angaben vertrauen.
An der nächsten Station, Nähe Lustenau, haben wir aber dann durchgreifenden Erfolg. Nicht nur treffen wir ein Auto Kölner, darunter dieser DSF Hopping-Reportage-Typ, sondern können auch das Bundesligajournal für Österreich erstehen. Auch wenn der Verkäufer auch reichlich verwirrt wirkte. Weiteres Stopps sind nun nicht mehr vorgesehen, in München wartet die Pizzaparty. Borgs schimpft etwas mit mir weil ich die Tomaten auf seinem Fussboden und Taschen verteile, ansonsten wünscht man sich solche Gastgeber.
Auf Sofakissen gebettet kann man dann auch einschlafen nachdem Hamster genug Höhnerlieder auf WDR geguckt hat und Roland Benschneider ausreichend durch mich gewürdigt wurde.
Sonntag, der Tag des Kölner Gastspieles in Kempten.
Kann nicht schaden diesen Tag mit einem Weißwurstfrühstück zu beginnen. Unvorbereitete Menschen werden mit Espresso und Schokobrötchen beglückt. Ein Mannschaftsfotoratespiel macht es so richtig gemütlich. Die Jugend will aber informiert sein und so zieht es uns nach Katzenwäsche bzw. ausreichender Dusche ins Internetcafe. Hier wartet mache frohe Kunde, untypisch für einen Sonntag, im Postfach.
Wieder runter ins Allgäu, ein schöner Landstrich zum urlauben und deshalb auch sehr beliebt für Trainingslager von Bundesligisten. Der 1.FC Köln residiert in Oberstaufen und läßt die Trainingswoche beim Oberliga-Aufsteiger FC Kempten ausklingen. Eintracht Frankfurt bezieht dann ab Montag dasselbe Hotel.
Bereits früh erreichen wir den Illerdamm so dass Fotos des leeren Stadions geschossen werden können und der Fluss zu einem Spaziergang einlädt. Schnell zieht es uns aber wieder in die Spielstätte, schon ein besonderes Völkchen hier.
Anders als in Ravensburg ist hier der Promifaktor nicht so hoch, lediglich Matthias Scherz humpelt verletzt über die Tribüne. Was den Vereinsoberen des frischgebackenen Oberligisten aber bescheinigt werden kann ist Verbesserungspotential in der Disziplin Organisation. Memminger haben also doch Recht.
Die Kölner hatten gut geflaggt und ein kleiner Teil auf der Tribüne hatte auch kölschen Frohsinn mitgenommen.
Die Beine der Kölner waren nur noch schwer, einzig Patrick Helmes traf doppelt und stellt so die 0:2 Halbzeitführung her. Den Kemptner dagegen wünscht man mehr Souveränität vor dem Tor. Dort war man einige Male nah dran Bade und später Wessels zu überwinden.
So stünde dem Klassenerhalt der höchsten bayrischen Klasse absolut nichts im Weg.
Zur Halbzeit acht Auswechslungen beim Bundesliga-Aufsteiger (endlich Benschneider) und ein Clown.
Es ist aber sogar Kempten die durch einen Elfmeter (ja, geschenkt klar) auf 1:2 verkürzen.
Wohl das endgültige Aus für Testspieler Danilo in Kölner Reihen, der mich nicht überzeugt hätte. Die noch besten Kölner sind auch gleichzeitig die Schützen zum 3:1 und 4:1 in Matip und Streit. Ansonsten legt man einen Auftritt hin der stark an der Bundesligatauglichkeit zweifeln lassen müsste, aber Testspiele kann man sowieso nicht ernst nehmen, finde ich.
Hamster bringt uns geschwindt zum Memminger BK wo noch eine Whoppervariante getestet wird bevor es auf die letzten Kilometer nach München in meinem Lieblingstwingo geht.
Die Heimfahrt bis Kelheim wird dann auch noch absolviert und eine Tour aus der man eine Menge Energie und Spass ziehen konnte nimmt um 23.15 Uhr ein Ende.
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Red Zac Liga Österreich – 1. Spieltag – Freitag 08.07.2005 – 2000 Zuschauer
SC Dialog Investmentberatung Schwanenstadt – FC Kelag Kärnten 1:2 (0:2)
Sommerpause ist langweilig, Testspiele bringen es nicht. Zumindest in den Alpen hat man es aber eiliger als anderswo und läutet die neue Saison schon sehr früh ein. Willkommener Anlass für Hafe, Borgs und mich sich ins Nachbarland zu begeben. Davor hat das Schicksal den Schweiss der Arbeit und eine Niederbayerntour mit den Mautprellern einer Saaler Spedition vor der Nase gesetzt. Mehr als pünktlich finden sich aber alle am Treffpunkt ein und so sollte dem frühzeitigen Erscheinen beim SCS nichts im Wege stehen.
Kann sein dass dieses Mal mein Nervpotential sehr ausgeprägt war, die Dialysestation Krakau hatte bei mir für den heutigen Tag den Schalter endgültig auf polnischen Dialekt umgelegt, glücklich der sich seine Kindheit bewahrt hat.
Sonst nix Spektakuläres auf dem Hinweg, der Ground in Schwanenstadt wurde nach 1x tanken auch gefunden und schon konnten sich Hafe und Borgs in die Schlange an der Kasse einreihen um als Vater + Sohn (ermässigt) durchzugehen und einen Schnipsel mit dem Wort „Eintrittskarte“ darauf zu erstehen. Dank Herrn Kohlhaber war ich heute VIP, nur mit der Konsequenz dass ich aus einem abgesperrten Teilbereich nicht mehr herauskam (Sehnsucht nach Bosner – gab aber eh keine). Um mich rum die lokale Prominenz und die Presseleute.
Das Schwanstadion wurde in drei Wochen tauglich für die 2. Liga gemacht, stellt aber im Grunde einen besseren Sportplatz da. Wollte man vergleichen so wäre ein Einreihen in die hiesige Oberliga durchaus nahtlos. Vom Spielerischen sicher ein willkommener Stopp Freitag Abend auf dem Weg in den Süden, mehr jedoch nicht. Eine gesonderte Anfahrt wäre wohl zuviel des Guten. Auf Seiten der Gäste die auch ein paar Fans dabei hatten überzeugten mich die Spieler Hota und Prawda besonders.
Der Start in die neue Liga verlief nicht besonders optimal für die Schwanstätter, ehe man sich versah lag man 0:2 hinten, der Meisterschatsfavorit aus Kärnten war auf Kurs.
Die beiden Tore waren sehenswert, der Rest der 1. Halbzeit nicht.
Zeit um neue Kraft zu tanken, hinein ins VIP-Zelt wo es Freigetränke und süsses Zuckergebäck in Schwanenform gab. Kultig auch die Fussmatte am Eingang – Mir schwant Gutes.
Mit Beginn der 2. Hälfte hatte der Neuling seinen Respekt vor dem Ex-Bundesligisten Kelag abgelegt. Schon nach 50 Minuten der Anschlusstreffer der Marke Tor der Woche.
Ab sofort der SC Dialog im Vorwärtsgang. Es wurden viele Chancen herausgespielt.
Neben mir hatte sich inzwischen der Stadionsprecher eingefunden der vermehrt Souffleure bei den Auswechslungen benötigte da der Mann an der Tafel diese immer viel zu kurz hochhielt.
Schwanenstadt zeigte auch noch einen sehr guten Freistosstrick, leider nicht von Erfolg gekrönt, und es gilt zu recherchieren ob Markus Weissenberger (SGE) einen kleinen Bruder hat der bei Schwanenstadt spielt. Namensgleich wäre man, von Statur und Körperausdruck würde es auch passen.
Mit den ersten Heimzählern sollte es aber dann nichts werden. Kärnten rettet sich zum Schlusspfiff und den heimischen Fans, die im übrigen sehr enttäuschten, blieb nur ihre Mannen für den Einsatz zu feiern.
Im VIP-Bereich gab’s nun Schinken und Kartoffelsalat, Hafe gab ein Interview für den Lokalsender und just waren alle wieder am Twingo und wenig später dank der Parkplatzordner in der Prärie.
Die Landstrasse nach Braunau entlang, ein Wasser Birne-Melisse darf nicht fehlen, Hafe meint ich hätte eine hohe Wurstaffinität, und schon ist man wieder im Vaterland und wenig später im Bett des Elternhauses.
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