Definition und Grundeinstellung des Existentialismus
Die sogenannte Existenzphilosophie ist die Summe all jener philosophischen Bewegungen oder Stömungen, die sich mit Fragen menschlicher Existenz auseinandersetzen. Die aus Frankreich kommende Strömung der Existenzphilosophie aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg wird auch als Existentialismus bezeichnet.
Aufgrund der Vielzahl verschiedener Anschaungen, die mit der Existenzphilosophie in Verbindung gebracht werden, ist es unmöglich, eine genaue Definition des Begriffs zu geben. Allerdings weisen die Werke sämtlicher Existenzphilosophen oder Existenztialisten gemeinsame Themen auf, so beispielsweise die Frage nach der konkreten Existenz des Individums und die sich daraus ergebene problematik von Subjektivität beziehungsweise Seinsweise des Menschen.
Der dänische Philosoph Soren Kierkegaard behauptete beispielsweise, dass das höchste gut des Individums - als, Sein, das sich zu sich selbst verhält`- die Erkenntnis seiner eigenen, immer auch einmaligen Bestimmung sei. Er müsse eine Wahrheit finden, die für ihn selbst wahr sei, die eine Idee, für die er leben oder sterben könne.
Andre Existenzphilosophen folgten dieser Überzeugung, dass jeder seinen eigenen Weg wählen müsse, ohne auf allgemeine Verhaltensweisen Rücksicht nehmen zu dürfen. Entgegen der traditionellen Anschaung, dass die moralisch Wahl eines objektive Beurteilung von gut und böse beinhalte, gibt es, den Existenzphilosophen zufolge, keine rationale Grundlage für eine moralische Entscheidung.
Kierkegaard allerdings berief sich darauf, dass der Mensch letztendlich selbst bei seiner freien Existenzwahl wieder zu Gott und zum Glauben, der sogenannten ethischen Stufe, zurückfinden solle. Im 19. Jahrhundert schließlich radikalisierte der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche die Idee einer freien Wahl der Existenz weiter und behauptete, dass jedes Individum in einer, Umwertung aller Werte`selbst entscheiden müsse, was als sittlich zu gelten habe.
(Quelle: Literatura Collecta)
Grundgedanke
An erster Stelle steht die Existenz. Die Aufgabe der Menschen ist es, sich angesichts der absurden Wirklichkeit selbst zu bestimmen und zu entwerfen, ohne Sicherheiten, Ordnungen oder Werte, die auf irgendeine Art und Weise vorgegeben sind. Freiheit und Angst sind zentrale Themen in der Existenzphilosophie; die zentrale Frage aller existenzialistischen Konzepte ist die, nach dem Menschen und seiner Stellung in der Welt. Er ist mehr als in anderen Philosophien im Mittelpunkt und der Mensch wird werder nur theoretisch beschrieben, noch nur als denkendes Wesen bestimmt. Er wird aus vielen Perspektiven, philosophischen, politischen, künstlerischen, erfasst und als ein handelnder, als Subjekt seiner Situation und der Geschichte der Menschheit bestimmt. Der Individuelle, leidenschaftliche, ängstliche, schmutzige Mensch, den der Existenzialismus ins Auge fasst und nicht ein Ideal vom Menschen.