~ Aussen / Innen

Für Leute, die viele sind / multipel sind, gibt es meistens eine Innen- und eine Aussenwelt. Die Aussenwelt kennt Ihr alle, Du zum Beispiel sitzt in der Aussenwelt gerade vor Deinem Computer und liest diesen Text.
Eine Innenwelt hingegen hat nicht jeder - oder auf jeden Fall nicht so ausgeprägt, wie das die meisten Multiplen haben. Innenwelten können ganz unterschiedlich aussehen. Oft hat es verschiedene Zimmer für die verschiedenen Innenpersonen. Dort wird auch untereinander geredet (was Aussenstehende nicht hören können, weil es quasi "nur in Gedanken" stattfindet. Eine Innenwelt kannst Du Dir so vorstellen, wie wenn Du in Gedanken an einem Ort bist, einen Weg entlang gehst, der durch diesen Ort führt, Dich unterwegs mit Leuten unterhältst, etwas isst. Manche Sachen am inneren Ort / in der Innenwelt sind "gegeben", manche kann man machen (zum Beispiel ein Zimmer einrichten), das ist bei jedem System anders.

 

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~ DIS / MPS

(dissoziative Identitätsstörung / multiple Persönlichkeitsstörung)

Offizielle Definitionen:

im DSM-IV:

Das Phänomen der Multiplen Persönlichkeitsstörung wird im DSM-IV den Dissoziativen Störungen auf der Achse I zugerechnet (300.14). Die Entwicklung von der Revision der dritten Auflage des Diagnostischen und statistischen Manuals psychischer Störungen (DSM-III-R) hin zum DSM-IV brachte gerade für dieses Störungsbild einige Neuheiten bezüglich seiner Umbenennung und der Erweiterung bzw. Modifizierung der diagnostischen Kriterien. Begründet wird die Umbenennung der Störung von Multiple Persönlichkeitsstörung im DSM-III-R hin zu Dissoziative Identitätsstörung im DSM-IV von Fiedler und Mundt (1997) durch die Tatsache, daß es sich bei den wechselnden Persönlichkeitszuständen der Betroffenen dennoch immer um ein und dieselbe Person handele, auch wenn die zeitweilig dissoziierten Eigenarten wie scheinbar voneinander unabhängige Persönlichkeiten wirken. An anderer Stelle begründet Fiedler (1997) diesen Namenswechsel damit, daß ,,mit der Entwicklung einer Dissoziativen Identitätsstörung nicht in jedem Fall zugleich die Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung verbunden ist" (S. 218), somit also der Terminus Multiple Persönlichkeitsstörung unpassend erscheint. In diesem Sinne kann ebenfalls erwähnt werden, daß es einige Autoren ablehnen, im Rahmen dieser Störung vom Vorhandensein mehrerer Persönlichkeiten zu sprechen, ,,da die Persönlichkeitszustände jedenfalls identische frühkindliche Erfahrungen aufweisen und demselben Organismus innewohnen." (Dulz & Lanzoni, 1996, S. 23).
Um die Dissoziative Identitätsstörung in einen allgemeineren Rahmen einordnen zu können, werden nun zunächst Merkmale von Dissoziativen Störungen allgemein erläutert, danach erst die der speziellen Klasse der Dissoziativen Identitätsstörung.
,,Das Hauptmerkmal der Dissoziativen Störungen ist eine Unterbrechung der normalerweise integrativen Funktionen des Bewußtseins, des Gedächtnisses, der Identität oder der Wahrnehmung der Umwelt." (Saß et al., 1996 , S. 543). Speziell spiegelt die Dissoziative Identitätsstörung ,,die Unfähigkeit wider, verschiedene Aspekte der Identität, des Gedächtnisses und des Bewußtseins zu integrieren" (Saß et al., 1996 , S. 551), woraufhin verschiedene Persönlichkeitszustände voneinander dissoziiert werden und getrennte Einheiten darstellen mit unterschiedlichen persönlichen Geschichten, Altersstufen, Namen u.v.m..
Im folgenden werden die diagnostischen Kriterien der Dissoziativen Identitätsstörung nach dem DSM-IV (Saß et al., 1996) aufgelistet:

A. Die Anwesenheit von zwei oder mehr unterscheidbaren Identitäten oder Persönlichkeitszuständen (jeweils mit einem eigenen, relativ überdauernden Muster der Wahrnehmung von, der Beziehung zur und dem Denken über die Umgebung und das Selbst).
B. Mindestens zwei dieser Identitäten oder Persönlichkeitszustände übernehmen wiederholt die Kontrolle über das Verhalten der Person.
C. Eine Unfähigkeit, sich an wichtige persönliche Informationen zu erinnern, die zu umfassend ist, um durch gewöhnliche Vergesslichkeit erklärt zu werden.
D. Die Störung geht nicht auf die direkte körperliche Wirkung einer Substanz (z.B. Blackouts oder ungeordnetes Verhalten während einer Alkoholintoxikation) oder eines medizinischen Krankheitsfaktors zurück (z.B. komplex-partielle Anfälle). (S. 554-555)

Modifizierungen gegenüber den diagnostische Kriterien des DSM-III-R finden sich zum einen in Kriterium B. Hier wurde im DSM-III-R verlangt, daß eine ,,volle" Kontrolle über das Verhalten des Individuums durch eine der Persönlichkeitszustände vorliegt, während dies im DSM-IV gelockert wurde, um z.B. auch dem Phänomen akustischer Halluzinationen in der Form Rechnung zu tragen, dass Instruktionen oder Kommentare ,,einer anderen, aktuell dissoziierten Persönlichkeit" (Fiedler & Mundt, 1997, S.378) durchaus einen gewissen Einfluss auf den derzeitig dominierenden Persönlichkeitszustand ausüben. Eine weitere Änderung besteht in der Einführung der C- und D-Kriterien, also dem Einschluss einer Gedächtnisstörung und dem Ausschluß einer organischen Ursache (Stübner, Völkl & Soyka, 1998).
Im DSM-IV wird ebenfalls auf die Problematik der Differentialdiagnostik hingewiesen, welche in einem späteren Teil dieser Arbeit für die Abgrenzung der dissoziativen Identitätsstörung gegenüber der Schizophrenie und der Borderline Persönlichkeitsstörung erläutert wird.

 

im ICD-10:

Das uns interessierende Störungsbild findet sich in diesem Klassifikationssystem unter der Kategorie F4: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen. Die Multiple Persönlichkeitsstörung (F44.81) wird unter die Dissoziativen Störungen (F44) eingeordnet, allerdings bildet sie dort keine eigene Subkategorie. Die Multiple Persönlichkeitsstörung befindet sich in der Restkategorie ,,Sonstige Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen) (F44.8)" (Dilling et al., 1992, S. 182), gemeinsam mit dem Ganser-Syndrom (F44.80), den vorübergehenden Dissoziativen Störungen im Kindes- und Jugendalter (F44.82) und den sonstigen näher bezeichneten Dissoziativen Störungen (F44.88).

Zur genaueren Beschreibung der Multiplen Persönlichkeitsstörung findet sich im ICD-10 (Dilling et al., 1992) Folgendes:

,,Diese Störung ist selten, und es wird kontrovers diskutiert, in welchem Ausmaß sie iatrogen oder kulturspezifisch ist. Das grundlegende Merkmal ist das offensichtliche Vorhandensein von zwei oder mehr verschiedenen Persönlichkeiten bei einem Individuum. Dabei ist zu einem Zeitpunkt jeweils nur eine sichtbar. Jede Persönlichkeit ist vollständig, mit ihren eigenen Erinnerungen, Verhaltensweisen und Vorlieben. Diese können in deutlichem Kontrast zu der prämorbiden Persönlichkeit stehen. Bei der häufigsten Form mit zwei Persönlichkeiten ist meist eine von beiden dominant, keine hat Zugang zu den Erinnerungen der anderen, und die eine ist sich der Existenz der anderen fast niemals bewußt. Der Wechsel von der einen Persönlichkeit zur anderen vollzieht sich beim ersten Mal gewöhnlich plötzlich und ist eng mit traumatischen Ereignissen verbunden. Spätere Wechsel sind oft begrenzt auf dramatische oder belastende Ereignisse oder treten in Therapiesitzungen auf, in denen der Therapeut Hypnose oder Techniken zur Entspannung oder zum Abreagieren verwendet." (S.182)

In früheren Ausgaben dieses Klassifikationssystems wurde dieses Störungsbild noch als hysterisch vom dissoziativen oder Konversionstyp bezeichnet. Da jedoch der Begriff ,,hysterisch" sowohl eine weitreichende Tradition, als auch eine Vielzahl an Phänomenen umfasst, wird er in der gegenwärtigen Psychopathologie weitgehend vernachlässigt. Eine andere Begründung für die Ablehnung dieses Begriffes liegt eventuell darin, dass er mittlerweile einen diskriminierenden Status erreicht hat (Dulz & Lanzoni, 1996).

 

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~ DSNNS / DDNOS

(dissoziative Störung, nicht näher spezifiziert / dissociative disorder, not otherwise specified)

Die multiple Persönlichkeitsstörung (MPS) gibt es nicht nur in der absolut ausgeprägten Form, bei der jede Innenperson eigenständig und von den anderen unabhängig lebt, auch nicht auf deren Erinnerungen zugreifen kann.

Bei der DSNNS handelt es sich um alle nicht genau einsortierbaren Zwischenstufen des Vorhandenseins von vielen Innenpersonen. Das kann soweit gehen, daß es zwischen den einzelnen Innis überhaupt keine Grenzen gibt. Jeder kann sich dann jederzeit an alles erinnern, was bei einem der Anderen passiert ist, als diese draußen war. Darum gibt es natürlich auch keine Zeitverluste. Auch die Zusammenarbeit klappt vielfach besser, weil es weniger um das Ich als vielmehr um das Wir geht. Trotzdem gibt es auch in dieser Art von multiplen Menschen "dunkle Personen", die in irgendeiner Form nicht mitmachen oder das System schädigen wollen.

Ein "Host" (oft auch Gastgeber genannt) in dem Sinn wie bei einem voll ausgeprägten MPS-System ist hier unter Umständen schwer auszumachen oder gar nicht mehr vorhanden, da auch oft das Aussen von einer ganzen Gruppe übernommen wird.

Zwischen DSNNS und MPS (korrekter: DIS (= dissoziative Identitätsstörung)) existieren natürlich auch Mischformen, so dass zum Beispiel einige Innies zusammen eine Gruppe bilden, die untereinander wissen, was bei den Anderen der Gruppe gewesen ist, die sich also die Erinnerungen teilen. Daneben können dann wieder andere Innies ausserhalb dieser Gruppe sein, die keinerlei Erinnerungen mit dieser teilen.

Die Diagnose DSNNS wird ganz gerne dann gestellt, wenn der Betroffene zwar einige der Kriterien für eine (oder mehrere) Dissoziative Störungen (siehe oben) hat, dabei aber nicht wirklich in eine der anderen Kategorien (MPS / dissozziative Fugue etc.) reinpasst (wird z.B. auch oft bei Menschen gestellt, die zwar verschiedene Persönlichkeiten in sich haben, jedoch keine Black-Outs). Manchmal wird sie aber auch als eine Art „Übergangsdiagnose“ gestellt.

Beispiele:
-Verlust des Körpergefühls („dieser Körper ist nicht meiner“)
-Weggetreten-Sein („Tagträume“, und hinterher weiß man nicht mehr, was in der Zeit um einen herum passiert ist)
-Schwierigkeiten sich an Gesichter zu erinnern (auch wenn man die Person dann wieder sieht – „den/die hab ich noch nie gesehen“)
-Schnelle Stimmungswechsel / Launenhaftigkeit
-Erinnerungslücken (z.B. in der Kindheit)
-Verschiedene Namen für einen selbst bzw. für verschiedene „Anteile“ der eigenen Persönlichkeit

 

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~ Flashback

Bei einem Flashback wird jemand in eine Situation zurückversetzt, die er/sie in seiner Vergangenheit erleben musste. Er/sie erlebt die ganze Szene noch einmal, mitsamt allen Gefühlen, manchmal sogar inklusive (echter) körperlicher Schmerzen. Es kann aber auch sein, als ob sich der/diejenige einen Film anguckt, wo die Szene noch einmal gespielt wird. Meist sind das sehr traumatische Szenen.~

 

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~ Innen / Aussen

(siehe Aussen / Innen)

 

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~ IP / IP's

Abkürzung für 'Innenperson/en' (auch 'Innie/s')

 

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~ MPS / DIS

(multiple Persönlichkeitsstörung/dissoziative Identitätsstörung)

(siehe DIS / MPS)

 

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~ Nuggi

CH-deutsches Wort für Schnuller

 

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~ Spoiler

Senkrechte Reihe aus Zeichen, um anzuzeigen, dass das, was darunter steht / abgebildet ist, triggert.

 

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~ Splats

Zeichen, um ein Wort zu zensieren, zum Beispiel 'T*d' oder 'Schn--d-n', damit es weniger triggert (siehe Trigger)

 

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~ SVV

Abkürzung für 'selbstverl*tzendes Verhalten'

 

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~ Trigger

Aus dem Englischen abgeleitet vom Verb 'to trigger' ('etwas auslösen').

Ein Trigger ist also ein Auslöser, dies können Worte, Bilder, Gerüche, Töne, Farben usw. sein. Dieser Auslöser löst - im Sinne, wie triggern hier verstanden wird - etwas Negatives aus, eine negative Erinnerung und somit auch negative Gefühle.

Im "Extremfall" führt ein Trigger zu Flashbacks (siehe Flashback).

Trigger wirken nicht immer gleich, am einen Tag können wir z.B. kein rot sehen und am nächsten schon.

 

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