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Thaikatzen von Sajam-Thai |
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Hier möchte ich basierend auf einem Aufsatz von Anne-Christine Warden zu den Thaihybriden etwas schreiben. Immer wieder geraten die Thaikatzen ins Visier, da sich leider oftmals der gemäßigte Siamtyp aus früheren Zeiten einer deutlichen Veränderung unterzogen zu haben scheint. Aber nicht nur optisch ist dies mitunter der Fall, sondern auch der einzigartige Siamcharakter kann an so mancher Thaikatze nicht mehr festgestellt werden. Warum das so ist? Fangen wir mal von vorn an... Eigentlich ist die Thaikatze eine reine Siamkatze, also eine Rassekatze siamesischen Ursprungs, nämlich die natürlich entstandene Variante der im Vergleich zu ihr sehr schlanken Erscheinungsform. Der Bedarf an 'runderen' Siamesen konnte irgendwann nicht mehr gedeckt werden, da der gewünschte Standard längst in eine andere Richtung und somit auch die züchterischen Ziele in diese Richtung gegangen waren. Hier kamen nun einige Züchter auf die 'brilliante' Idee (und dies meine ich durchaus zynisch!) thai-ähnliche Katzentypen in die Rasse der Thaikatzen einzuzüchten. Es kam zu einer Vielzahl an Thaihybriden, oftmals mit notwendigem 'Outcross' gerechtfertigt. Dadurch ist der Bestand an reinrassigen Tieren nochmals auf ein absolutes Minimum geschrumpft und die Züchter der neuen Generation stehen nun vor der Aufgabe, zu retten, was zu retten ist. Abstriche bezüglich der Reinrassigkeit, wie sie vor 25 Jahren noch zu finden war, muss heute fast jeder machen. Allerdings sind Versuche sehr löblich, nun wieder die eingekreuzten Fremdgene der teilweise untergejubelten Briten (die waren früher ja nicht so perserköpfig wie heute), europäisch Kurzhaar, Burma etc. ins Nirvana der Stammbäume zu schicken. Viele der 'Jungzüchter' orientieren sich an den Bildern der Siamkatzen (damals hießen sie ja nicht Thai) vor 20, 30 oder mehr Jahren. Es wird nicht mehr zum 'Applehead' gezielt, nein, man wünscht sich eine muskulöse, hochbeinige, langschwänzige, schlanke Katze, die aber weder zum stumpfnäsigen Hauskatzenpummel noch zur extrem verschlankten Siamkatze führt. Outcross bedeutet aber nicht nur das Einkreuzen fremder Eigenschaften, es kann auch wieder zum erwünschten Ziel führen, den nachgesagten Hybridenstatus der Rasse zu eliminieren. Aus diesem Grund ist oftmals die beste Lösung, Thaikatzen, wenn es an reinrassigen Partnern mangelt, mit sehr gemäßigten Siamesen zu verpaaren. Denn auch die modernen Siam haben immer wieder mal Nachwuchs, der weit vom heutigen Siamstandard entfernt ist, aber sich bestens geeignet für die Thaizucht erweist. Einleuchtenderweise passt Siam und Thai weit besser
zusammen, als das Einkreuzen der Tonkanesen und Europäisch Kurzhaar. Der
siamfarbene Tonkanesentyp, der einer etwas zu intensiv gefärbten Siam
(die am Körper heller bleiben sollte) optisch gleichkam, war, als der
Genpol der runden Thais knapp wurde, von großer Bedeutung für die Thaizucht (und
diejenigen unter den Züchtern, die eben 'schnell' den runden Thaityp auf den
'Markt' bringen wollten). Diese Tonkanesen hatten ja die runden Köpfchen und
Kulleraugen, wie der neue Standard der Thais es in etwa vorsah, brachten aber
auch die Burmagene mit. Allerdings darf man sich jetzt weder kugelige
Perseraugen vorstellen, noch die Kopfform einer heutigen BKH. (Zur Info: http://www.burmesecatclub.com/history.htm ) Letztendlich bleibt festzustellen, dass sich schöne, reinrassige Thaikatzen zwar für die Tonkanesenzucht bestens eignen (Thai x Burma = Tonkanese), umgekehrt Tonkanesen aber nicht immer für die Thaizucht, auch wenn point- und augenfarbmäßig ein durchaus optisch als Thai einzuordnendes Kätzchen aus dieser Liason entsteht. 'Thaikatzen' aus solchen Verbindungen sind eigentlich Tonkanesen im Siamtyp, aber mit sehr dunkler Grundfarbe. Abgesehen davon sind Tonkanesen ebenfalls schöne und liebenswerte Katzen, nur... ihnen gebührt ein Tonkanesenstammbaum, kein Thaistammbaum. Für die heutigen Züchter der Thaikatzen gibt es viel zu tun und die meisten arbeiten ernsthaft an dem Ziel, der ursprünglichen Siamkatze, die Ausgangspunkt für rund und hyperelegant war, wieder so nah wie möglich zu kommen, sowohl was den unvergleichlichen Siamcharakter betrifft, als auch die Optik. Wer diesem selbstgesteckten Zuchtziel nahe kommt, der wird allerdings auf Ausstellungen einem 'applehead'-orientierten Richter Stirnrunzeln verursachen. Auch soll nicht unerwähnt bleiben, dass es tatsächlich noch einige Thaikatzen gibt, die keine 'Notlösungen' in den Stammbäumen der Ahnen haben, sondern tatsächlich eine 'weiße Weste' (mit den Points an den richtigen Stellen, versteht sich! |