deckkater 

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Die Haltung eines kastrierten Katers unterscheidet sich natürlich nicht in der Haltung einer kastrierten Katze. Beide sind äußerst angenehme Hausgenossen.
Bei einem potenten Kater sieht die Sache aber meistens ganz anders aus. Es ist wirklich nichts für Anfänger, einen unkastrierten Kater zu halten, ganz besonders bei den Siamesen und all ihren orientalischen Vettern. Hormonbedingt sind diese sehr agil, oft lautstark und vor allem verspritzen sie ein 'atemberaubendes' Drüsen- bzw. 'Stink'sekret, um Katzendamen auf sich aufmerksam zu machen und auch zur Markierung des Reviers. Da wird vor absolut nichts Halt gemacht, nicht vor Schränken, Vorhängen, Tischen, Wänden, Stiefeln, Zierrat... Gleichzeitig sind aber auch potente Kater sehr menschenbezogen, verschmust und kontaktfreudig. Das Wegsperren in dunkle Kellerverliese, gekachelte Gästetoiletten, Holzschuppen, Speicher oder gar Käfige wäre eine nicht artgerechte Haltung und auf gewisse Weise auch Tierquälerei.
Wer seinem Kater also kein katerwürdiges Leben in der Katzen- und Menschengemeinschaft mit ausreichender Möglichkeit zum Decken bieten kann, der sollte ihn lieber kastrieren lassen oder überhaupt von Katerhaltung Abstand nehmen.
Die einzige Möglichkeit wäre, sich einen Jungkater solange potent zu halten, bis er zu markieren anfängt (denn zumeist decken die Kater bevor sie all ihre Katerallüren ausleben) und dann den Don Juan kastrieren zu lassen. Natürlich kann man mit einem kastrierten Casanova keine länger währende Zucht aufbauen, aber im Interesse des Tieres sollte man lieber einen glücklich herumlaufenden Kastraten bevorzugen als einen unglücklich im Käfig sitzenden Haremsbesitzer.
Selbst wer das Glück hat einen potenten Kater zu haben, der trotz seiner Potenz die ersten paar Jahre nicht alles andüftelt, was in seiner Augenhöhe oder sonstwie erreichbar ist, der sollte bedenken, dass bei einer Fremddeckung das ganze Gefüge einbrechen kann und vorher nicht markierende Kater durch eine neue 'Dame', die zu Deckzwecken kurze Zeit im Revier weilt, auf einmal zu den reinsten Stinkbomben mutieren können und womöglich auch zwischen den hauseigenen Damen und Kastraten ganz neue Machtkämpfe entfachen könnten.
Wer die Räumlichkeiten zur Separierung innerhalb der Wohnung nicht hat, wäre gut beraten, auf Fremddeckung durch den eigenen Kater zu verzichten, auch wenn damit anderen kleinen Zuchten wahrlich nicht gedient ist und die Gefahr besteht, dass eben woanders so ein armer Kerl dann wegen seiner durchaus lukrativen Damenbeglückung in einem 'Gefängnis in Einzelhaft' sein Leben fristet.
Wenn man bedenkt, wie viel Mühe es bedeutet, einen Deckkater artgerecht zu halten und wie viele Einschränkungen der Züchter wegen seiner 'Stinkmorchel' in Kauf nimmt, so sind die zunächst horrend anmutenden Deckgebühren durchaus gerechtfertigt und es wird auch deutlich, warum verhältnismäßig wenig Deckkater der 'Damenwelt' außerhalb des eigenen Harems zur Verfügung stehen.
Hormonbehandlungen zeigen häufig nicht die gewünschte Wirkung, den Kater gleichzeitig deckfähig zu halten und ruhig zu stellen, haben aber schlimmstenfalls schreckliche Nebenwirkungen.

(copyright: Gudrun Furtner)

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