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Stadtplan von Madrid

Erläuterungen zum Stadtplan Madrid

1. Prado: das berühmteste Museum in Madrid

2. Plaza de la Cibeles: wunderschöner, aber stark befahrener Platz

3. Plaza Santa Ana: hier gibt's super Tapas-Kneipen

4. Puerta del Sol: der Mittelpunkt Madrids

5. Palacio Real/Teatro Real: der spanische Königspalast und die Oper

6. Puerta de Toledo

7. Reina Sofia: eines der bedeutendsten Kunstmuseen Madrids

8. Archäologisches Museum und Nationalbibliothek

9. Justizpalast: hier in der Gegend gibt es auch schöne Tapas-Bars

10.Chueca: eines der besten Viertel zum Ausgehen

11. Städtisches Museum

 

Plaza Mayor -
Der schönste Platz von Madrid

Die Plaza Mayor ist für mich der schönste Platz in ganz Madrid. Viele Leute finden sie steif und abgezirkelt, aber für mich hat sie etwas erhabenes, spannendes und stimmungsvolles.

Ich könnte Stunden damit zubringen, auf dem Platz zu sitzen, die umstehenden Gebäude anzuschauen und vor allem die Leute zu beobachten, die über den Platz schlendern.

Hier ist immer was los und trotzdem ist es nicht so nervenaufreibend und laut, wie auf der Puerta del Sol.

Die Plaza Mayor ist nämlich komplett für Fahrzeuge gesperrt. Hier geht man hin, zum Bummeln, sich mit Freunden zu treffen, oder einfach nur, um die mittelalterliche Atmosphäre zu genießen.

Unter den Arkaden finden sich alle möglichen Geschäfte, die aber alle sehr "touristisch orientiert" sind. Trotzdem finde ich es immer wieder äußerst spannend, die Schaufenster zu studieren und vor allem die Auslagen an Fächern zu begutachten.

Es gibt jedwede Form und Art von Fächern, aber die besten Fächer bekommen Sie nicht hier (obwohl ich hier auch schon welche gekauft habe), sondern in der Fußgängerzone.

Die Plaza Mayor ist ringsum von dreistöckigen Prachtbauten umgeben, die gerade erst den Reiz dieses Platze ausmachen. In der Mitte der Hauptfront steht die "Casa de la Panadería", die heute Sitz von Verwaltungsämtern ist.




Deren bunt bemalte Fassade könnte ich stundenlang anschauen, jedes Mal gibt es wieder etwas Neues zu entdecken. Und manchmal könnte man glauben, dass die Figuren lebendig werden und man befindet sich plötzlich inmitten eines mittelalterlichen Marktplatzes wieder.

Dies liegt dann meistens nicht an zuviel Sonneneinstrahlung, sondern daran, dass Laienschauspieler auf dem Platz oder auf einem der Balkone der umstehenden Gebäude erscheinen und einem die Zeit mit ihren Vorführungen vertreiben.

Denn die Flügel der Platzanlage sind noch immer Privatwohnungen, leider oft etwas heruntergekommen.

Gleich eine Warnung vorweg: direkt auf dem Platz würde ich mich nie in eines der Straßencafes setzen, denn dort ist das Angebot meist schlecht und überteuert.

Die Plaza Mayor ist auch mein bevorzugter Ausgangspunkt, um abends in das Nachtleben oder auf einen Tapeo, (Tapas Rundgang) loszuziehen. Denn in der abendlichen Beleuchtung ist die Plaza besonders stimmungsvoll und stimmt auf einen wunderschönen Abend ein.

Direkt von der Plaza Mayor geht es in die Calle Cava Baja, das Kneipenviertel, wo Sie dann prima die ersten kleinen Tapas essen können.

Puerta del Sol
Mittelpunkt Spaniens

Die Puerta del Sol, das Sonnentor, ist der Mittelpunkt von Madrid. Und auch der Mittelpunkt von Spanien, manche stolze Madrilenen behaupten sogar, der Mittelpunkt der Welt. Dem würde ich nun nicht unbedingt zustimmen, aber Fakt ist, dass hier der Kilometerstein 0 liegt, und von hier aus die Kilometerzählung aller spanischen Nationalstrassen beginnt.

Wie das in einer Stadt üblich ist, die etwas auf sich hält, so gibt es auch hier ein "sicheres" Zeichen dafür, dass man wieder nach Madrid zurückkommt: einfach den Kilometerstein auf der Puerta del Sol betreten!

Natürlich habe ich den Stein sogar mehrmals betreten und es muss wohl gewirkt haben, seither war ich schon einige Male wieder in Madrid ;-)

Der Platz an sich ist eigentlich eher häßlich: hier treffen sechs große Hauptstrassen aufeinander und es herrscht ständig ein reges Treiben. An der "Sol", wie der Platz auch genannt wird, kann man prima zu Shopping-Touren starten, denn rings um den Platz gibt es eine Unzahl von Geschäften. Vor allem Schuhgeschäfte ;-)

Zum Verweilen lädt der Platz nicht wirklich ein. Zwar gibt es auch "Strassencafes", wo man sich hinsetzen kann, aber wirklich gemütlich ist es dort nicht, es sei denn Sie sitzen gerne an einer viel befahrenen Hauptstrasse.

Hier findet sich auch das Wahrzeichen Madrids, ein Bär am Erdbeerbaum. Und das ehemalige Postamt mit seinem berühmten Uhrturm. Hier versammeln sich an Silvester die Madrilenen, um das neue Jahr zu feiern. Gespannt steht man da und wartet auf den ersten Glockenschlag, wenn es gilt, sich mit jedem der zwölf Glockenschläge eine Traube in den Mund zu stecken, um im nächsten Jahr Glück zu haben.

Was Sie dabei natürlich nicht vergessen dürfen, ist, sich für jede Traube etwas zu wünschen. Sie sind also 12 Sekunden lang mit wünschen und Trauben essen so beschäftigt, dass Sie das schlucken vergessen und dann Punkt Zwölf den ganzen Mund voll haben...

Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis wert, denn es gibt noch weitere Silvesterbräuche.

Zurück zur Puerta del Sol: wenn Sie alles gesehen haben, verlassen Sie den Platz am besten über die Calle Mayor in Richtung auf meinen Lieblingsplatz, die Plaza Mayor.

 

Palacio Real - Der prunkvolle Königspalast in Madrid

Der Palacio Real (Königspalast) ist auch heute noch die Stadtresidenz des spanischen Königs.

Zum Glück für uns Touristen wohnt die spanische Königsfamilie jedoch im außerhalb gelegenen Zarzuela-Palast und benutzt den Palacio Real nur für repräsentative Zwecke z.B. bei Staatsbesuchen. Dann wird die spanische Flagge gehisst und der Königspalast kann nicht besucht werden.

Ansonsten ist der Königspalast jedoch das ganze Jahr über täglich geöffnet.

Schon von außen ist der Palast imposant:

Eine Vierflügelanlage mit quadratischem Innenhof, barocken Fassaden und prunkvollen Sälen, die ein wenig an Versailles erinnert. Erbaut wurde der Königspalast von 1735-64 vom italienischen Baumeister Giovanni Battista Sacchetti.

Der Auftraggeber Philip II. sah in dem massiven Bauwerk ein Symbol für den Fortbestand der Monarchie und ließ deshalb in den Grundstein die Worte „für alle Ewigkeit“ einmeißeln.

Besichtigen kann man ca. 50 Säle, darunter die prunkvoll ausgestatteten Privatgemächer Karls III. (habe hierzu leider kein Foto)

Aber dafür vom unbestritten prächtigsten Saal des Palacio Real, dem Thronsaal.

Er ist ausgestattet mit vergoldeten Möbeln und glitzernden Kronleuchtern. Die Decke des Saals schmücken Fresken des berühmten italienischen Malers Giovanni Battista Tiepolo. Hier hielten die spanischen Könige alle feierlichen Audienzen ab, selbst nach ihrem Tode wurden sie hier aufgebahrt.

In der neueren Geschichte sehr bedeutend ist der Säulensaal, in dem König Juan Carlos I. 1985 den Beitrittsvertrag Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft unterzeichnete.

Ein lohnenswerter Besuch in einem der Seitenflügel ist auch die königliche Waffensammlung, die Rüstungen und Waffen der spanischen Herrscher und ihrer Familien enthält. Die Sammlung reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert und gilt weltweit als eine der wichtigsten und beeindruckendsten Sammlungen auf diesem Gebiet in der ganzen Welt.

Außerdem im gegenüberliegenden Seitenflügel die königliche Hofapotheke des Schlosses.

Der Königspalast ist also auf jeden Fall einen Besuch wert und man sollte auch genügend Zeit einplanen, also mindestens einen halben Tag.

Falls sich das nicht geändert hat, ist der Eintritt Sonntags für EU-Bürger kostenlos. Dann sind natürlich die Schlangen vor dem Eingang besonders lang. Auch wenn mal wieder eine interessante temporäre Ausstellung gezeigt wird, können die Schlangen bis zur benachbarten Almudena-Kirche reichen.

Aber lassen Sie sich davon nicht entmutigen, der Besuch ist auch die Wartezeit wert!!

Plaza de España in Madrid

Auf der Plaza de España in Madrid steht das berühmte Denkmal des Ritters von der traurigen Gestalt, Don Quijote.

Don Quijote auf dem Pferd und sein Knappe Sancho Pansa auf dem Esel neben ihm. Dieses Denkmal der wohl berühmtesten Geschichte des spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes, ist der zentrale Punkt der Plaza de España.

Das Monument wurde 1927 aufgestellt und war damals das beherrschende Element der Plaza de España. Heute jedoch sieht man weitaus wuchtigere Elemente auf dem Platz.

Das Edificio de España war lange Zeit das höchste Gebäude von Madrid und ist inzwischen so etwas wie ein Wahrzeichen der Stadt geworden. Neben dem Edificio de España steht das Hotel Plaza, welches an das Empire State Building in New York erinnert.

Leider kann man auf keines der beiden Gebäude hinaufsteigen um von dort oben den schönen Ausblick auf das Zentrum Madrids zu geniessen.

Ich habe es versucht, aber die Pförtner im Edificio de España waren einfach uneinsichtig. :-)

Direkt auf der Plaza beginnt die "Gran Via" eine der ältesten und auch elegantesten Straßen von Madrid.

Wetter und Klima in Madrid

Wie ist das Wetter/Klima in Madrid?

Was soll ich bloß anziehen? Was muss mit in den Koffer?

Das sind bedeutsame Fragen, die man sich vor einer Reise stellt. Besonders, wenn man so wie ich mit möglichst wenig Gepäck reisen will (am liebten nur mit Handgepäck, aber das ist eine andere Geschichte :-) )

Da heißt es dann, sich schon vorher gut zu informieren, was einen denn am Zielort wettermäßig so erwartet.

Hier zunächst mal das langjährige Wetter in Madrid :

Madrid Wetter: Temperaturen und Niederschlagstage in Madrid

 
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Durchschnittlicher Höchstwert 11°C 12°C 16°C 17°C 22°C 28°C 32°C 32°C 28°C 20°C 14°C 11°C
Durchschnittlicher Tiefstwert 0°C 2°C 3°C 6°C 9°C 13°C 16°C 16°C 13°C 8°C 4°C 2°C
Mittelwert 6°C 7°C 9°C 12°C 16°C 21°C 24°C 24°C 21°C 14°C 9°C 7°C
Tage mit Niederschlag 11 5 7 10 12 5 4 3 6 8 10 12



 

Laut meiner Freundin (eine Madrilenin), kann man das Klima in Madrid ungefähr so beschreiben:

- Im Sommer (Juli und August) ist es einfach nur unerträglich heiß und nur die Touristen gehen zur Mittagszeit auf die Straße

- Von September bis November ist es einfach wunderbar: Mittags heiß, abends lau, nachts etwas kühler, aber sehr angenehm

- Von Dezember bis Februar kann es schon ganz schön kalt und auch regnerisch werden. Also auf jeden Fall einen dicken Pulli und am besten auch einen Anorak und feste Schuhe mitnehmen.

- Ab März bis Juni wird es dann wieder wärmer, jedoch kann man morgens und abends durchaus noch einen Pullover brauchen (vor allem so verfrorene Personen wie ich, sollten zusätzlich eine Jacke dabei haben, laut meinem Freund braucht man die jedoch nicht).

Regnen tut es speziell im Sommer und Herbst praktisch gar nicht. Falls doch mal schlechtes Wetter sein sollte,  gehen Sie einfach ins nächste Museum, davon gibt es ja in Madrid genug.

Noch ein letzter Tipp, bevor Sie den aktuellen Wetterbericht abrufen können:

Falls Sie einen Ausflug nach El Escorial planen, unbedingt warme Sachen mitnehmen, das liegt nämlich in den Bergen und da ist es richtig KALT.

Öffentliche Verkehrsmittel in Madrid

Metro

Die Metro in Madrid ist ausgezeichnet ausgebaut. Insgesamt 10 Metro - Linien, die sehr gut ausgeschildert und entsprechend farblich gekennzeichnet sind, fahren zwischen 6 Uhr morgens und 2 Uhr morgens alle 3-5 Minuten tagsüber, nachts ca. alle 15 Minuten.

Schon an den Fahrzeiten kann man sehen, dass Madrilenen Nachtmenschen sind: Erst um 6 Uhr morgens fängt die Metro an zu fahren.

Ein einfaches Ticket für die Metro in Madrid oder den Bus kostet 1,15 Euro, eine 10-er Karte 5,35 Euro (Stand: 01/2004).

Wenn Sie also mehr als 2x Hin und Zurück mit der Metro fahren, hat sich die Zehnerkarte schon gelohnt.

Kaufen kann man die Tickets an jeder Metrostation am Automaten (nur mit Münzen), an den Ticketschalten in den Metrostationen (scheinen aber nie offen zu haben oder es stehen irrsinnig lange Schlangen davor), sowie an Zeitungskiosken.

Von und zum Flughafen

Seit kurzem fährt die Linie 8 der Metro (nach Barajas) sogar direkt zum Flughafen. Das umständliche Umsteigen in den Bus bei "Nuevos Ministerios" entfällt also ab sofort.

Die Metrostation im Flughafen ist ganz einfach zu finden, immer dem rot-blauen Viereck mit der Aufschrift "Metro" folgen.

Nur wer einen sehr frühen Flieger zurück nach Deutschland bekommen muss, hat Probleme, weil die Metro ja erst ab 6 Uhr morgens fährt. Aber dafür gibt es zum Glück den Flughafenbus, der im Untergeschoss der Plaza de Colon die ganze Nacht über ca. alle 30 Minuten fährt.

Bus

Alle Winkel von Madrid, die nicht mit der Metro erreicht werden können, "erfahren" Sie mit einer der unzähligen Buslinien.

Das Busnetz ist zwar nicht ganz so übersichtlich wie das Metronetz, aber auch hier sollte es Ihnen nicht allzu schwer fallen, den richtigen Bus zu erwischen.

Zentrale Umsteigemöglichkeiten von und zur U-Bahn sind die Bahnhöfe Sol und Plaza España.

Sie können für den Bus dieselben Tickets wie für die Metro benutzen, beim Umsteigen müssen Sie es nicht noch einmal entwerten.

Obwohl man mit dem Bus natürlich langsamer vorankommt, als mit der Metro, hat dieses Verkehrsmittel den unschlagbaren Vorteil, dass Sie unterwegs etwas von der Stadt sehen.

Wenn Sie also etwas mehr Zeit haben, sollten Sie ruhig ab und zu eine "Stadtrundfahrt" im öffentlichen Bus genießen.

Taxi

Wenn nachts weder Busse noch Metros fahren, nehmen Sie am besten ein Taxi.

Im Gegensatz zu Deutschland ist das Taxifahren in Madrid sehr günstig. Vielleicht, weil es so viele Taxis gibt. (oder gibt es so viele, weil es so günstig ist??)

Alle Taxis sind weiss und auf der Tür befindet sich ein dicker roter Querbalken. Ein grünes Licht auf dem Dach signalisiert, dass das Taxi frei ist.

Sagen Sie dem Fahrer einfach die Adresse an. Innerhalb des Zentrums sollten Sie nicht mehr als 5 Euro bezahlen.

Wenn Sie zum Flughafen möchten, verhandeln Sie am besten vorher den Preis mit dem Fahrer, das kommt meistens günstiger als mit dem Taximeter. Auf keinen Fall mehr als 25 Euro bezahlen!

Bahn (Renfe)

Das Einzugsgebiet der Metro ist lediglich die Stadt Madrid. Wenn Sie ein Ausflugsziel in der näheren Umgebung anzielen, dann können Sie bequem von der Metro auf die Nahverkehrszüge (Cercanías) umsteigen.

Es gibt einige solcher "Umsteigebahnhöfe". Das sind im Zentrum der Hauptbahnhof im Zentrum ist "Atocha RENFE".

(Der Bahnhof ist unbedingt sehenswert, auch wenn Sie nicht mit der Bahn fahren wollen.)

Außerdem Chamartin und Princípe Pío für Ausflugsziele im Norden und Nordosten Madrids.

Metroplan und weitere Infos

 

El Escorial - Tagesausflug rund um Madrid

An der Spitze meiner Favoritenliste steht eindeutig "El Escorial" oder besser gesagt San Lorenzo de El Escorial.



Die wunderschöne Kloster-, Palast-, und Museumsanlage liegt ca. 50 km nordwestlich von Madrid und ist in gut einer Stunde mit dem Auto oder per Bahn (vom Bahnhof Atocha Renfe oder Chamartin die Linie C-8a stündlich) zu erreichen. Wir haben dorthin eine supertollen Tagesausflug gemacht.

Falls Sie nicht gerade im Hochsommer dorthin fahren, sollten Sie auf jeden Fall was Warmes zum Anziehen mitnehmen, denn die alten Gemäuer sind doch sehr kalt.

Da kann man sich dann lebhaft vorstellen, dass die damaligen Bewohner im Winter lieber wieder zurück in die Stadt gezogen sind! Dafür ist das Klima im Sommer sehr viel kühler und angenehmer als im Glutofen Madrid.

Schon von weitem kann man die Anlage von El Escorial sehen, die auf einem Berg thront und finster auf das Umland herabblickt. Ich fühlte mich wie in einen dieser Märchenfilme versetzt...

Vom Bahnhof aus fährt ein Bus hoch in das Dorf und zum Schloss, die Zeiten waren nicht genau zu erfahren, so "alle halbe Stunde" eben... was auch immer die Spanier darunter verstehen mögen:  Denn 30 Minuten in Madrid müssen nicht unbedingt genauso lange dauern wie bei uns in Deutschland.

Wir hatten Glück und der Bus stand schon da. Kein Wunder, es schien ja auch die Sonne! Auf dem Rückweg, als es regnete, war nämlich kein Bus weit und breit zu sehen. So viel zum schönen Wetter ;-)

El Escorial steht auf der Liste der Weltkulturerbe der UNESCO und das hat es eindeutig verdient. Von allen Sehenswürdigkeiten die ich bisher gesehen habe, steht El Escorial für mich nur kurz hinter der Alhambra in Granada, die für mich die eindrucksvollste, sehenswerteste, wunderbarste und märchenhafteste Palastanlage ist, die ich je gesehen habe.

Aber zurück zu El Escorial: sie können gut und gerne einen halben Tag in den Gemäuern verbringen und wenn Sie keine Führung mitmachen wollen, dann kann ich Ihnen die Audioguides empfehlen. Da bekommt man alles mit, was auf der Führung auch erzählt wird, aber Sie können Ihr eigenes Tempo gehen und müssen sich nicht von dem Fremdenführer antreiben lassen.

Ich persönlich gehe praktisch nie in einer Führung mit, es macht auf eigene Faust einfach mehr Spass. Genauso wie auch die Anreise erst zum Erlebnis wird, wenn man eigenhändig den richtigen Zug und Bus heraussuchen muss. Aber selbstverständlich gibt es auch in den meisten großen Hotels Tours zu buchen, wenn Sie es lieber etwas bequemer haben.

In El Escorial ist übrigens die Grabstätte der spanischen Monarchen und hier bestaunen Sie die Spanischen Könige der letzten paar hundert Jahre. Auch die Eltern von König Juan Carlos warten schon in der "Verrottungskammer" darauf, im Mausoleum beigesetzt zu werden.

Das fand ich ein bisschen gruselig aber doch auch unheimlich interessant. Und so gewinnt die trockene Geschichte richtig leben.

Ausserdem sehr sehenswert ist die Bibliothek, mit Fresken der sieben Tugenden an der Decke und teilweise sehr kostbaren Handschriften der Römer, Griechen, Hebräer, etc.

Es ist schon erstaunlich, was die Menschen damals für eine Arbeit in die Herstellung eines einzigen Buches gesteckt haben!

Wenn Sie den Tag in El Escorial mit einem Tapa - Essen beschliessen wollen, warten Sie damit lieber, bis Sie wieder in Madrid sind. Denn die Tapas sind ziemlich überteuertet und auch nicht so wahnsinnig gut.

Das Nachtleben in Madrid

Das Nachtleben in Madrid oder die "movida" wie es auch genannt wird, ist schon legendär. Es gibt wohl kaum eine andere Stadt auf der Welt, wo man sich frühestens um 22 Uhr zum Essen fertig macht und dann so um Mitternacht erst mit dem eigentlichen Streifzug durchs Nachtleben anfängt.

Die meisten Discos machen vor Mitternacht sowieso nicht auf, der "Tapeo" zum einstimmen auf die Kneipentour beginnt am späten Abend und die diversen Café - Bars haben bis im Morgengrauen geöffnet, damit man sich dort mit genügend Coffein für den weiteren Verlauf des Nachtlebens fit halten kann.

Am nächsten morgen kann man dann nahtlos in den Frühstücksläden weitermachen.

Um die Sicherheit muss man sich auch auf einer nächtlichen Kneipentour durch Madrid keine Gedanken machen: nachts ist mehr auf den Straßen los als tagsüber. Selbst um 4 Uhr morgens, wenn deutsche Großstädte schon lange schlafen, bekommt man in Madrid noch mit Leichtigkeit ein Taxi, das dann allerdings manchmal im Stau steht.

Der tote Punkt der Stadt liegt eindeutig zwischen 6 und 8 Uhr morgens. Dann ist das Nachtleben beendet und die Madrilenen holen sich ein paar Stunden Schlaf für den nächsten Tag.

Der wichtigste Punkt beim nächtlichen Ausgehen ist "mucha marcha": also möglichst viele verschiedene Bars ansteuern, in jeder nur ein Häppchen (Tapa) essen und dazu ein Bier trinken.

Dies meist im Stehen, denn für so ein halbes Stündchen lohnt sich das Hinsetzen ja nicht ;-)

Und außerdem würde man sonst womöglich etwas verpassen. In jeder typischen Madrider Kneipe herrscht eine Lautstärke und ein Stimmengewirr, an das man sich erst gewöhnen muss.

Was für uns Deutsche erst etwas befremdlich ist: die riesigen Mengen an Abfall, die auf dem Fußboden herumliegen. Das ist aus der Geschichte der Diktatur unter Franco zu erklären: Damals betrachteten es die Bewohner Madrids als ein Zeichen Ihrer Freiheit, einfach Servietten u.a. auf den Fußboden zu werden. Die war nämlich nicht erlaubt.

Und auch heute noch behauptet meine Freundin aus Madrid, dass die besten Bars diejenigen sind, deren Fußboden möglichst knöcheltief mit Abfall bedeckt ist. Wohingegen alles ab Hüfthöhe natürlich penibel sauber zu sein hat.

Mit diesem Ratschlag im Hinterkopf können Sie sich jetzt auf Kneipentour begeben und das Nachtleben in Madrid genießen.

Plaza Santa Ana

Ein super Ausgangspunkt für Streifzüge durch das Nachtleben Madrids ist die Plaza Santa Ana (die übrigens auch tagsüber sehr zu empfehlen ist):

Hier finden Sie auf kleinstem Raum jede Menge uriger "Cervecerías", wo Sie außer Bier natürlich auch andere Drinks und auch kleiner Gerichte bekommen.

In welcher dieser Bierkneipen Sie Ihre Kneipentour beginnen ist eigentlich egal: schön sind sie alle. Einfach schauen, wo sich viele andere Leute aufhalten.

Auch hier wieder ein Insider-Tip: je voller, desto besser. Also am besten dorthin gehen, wo sich die Leute schon vor der Türe drängen und man auf keinen Fall einen Stizplatz bekommen kann.

Falls Sie doch noch unschlüssig sind, probieren Sie mal die Villa Rosa, eine Musikbar, die bis 5 Uhr morgens geöffnet hat.

Paseo de la Castellana

Auf dem Grünstreifen dieser Hauptverkehrsachse geht das Nachtleben nur im Sommer so richtig ab:

Da auch die Madrilenen Ihre Küste haben wollen, gibt es hier jede Menge Freiluftkneipen und "terrazas" im typsichen Stil einer Strandbar am Mittelmeer.

Die Atmosphäre ähnelt in etwa den Biergärten in Bayern und es wird immer was geboten. Leider wechseln die Lokale ständig, so dass Sie einfach mal schauen müssen, wo gerade was los ist und welche Kneipe Ihnen am ehesten zusagt.

 
     

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