Infos über Klima / Wetter & Energie
Positionen der BUJU zu Klima und Energie:
http://www.bundjugend.de/positioniert/klimaschutz/
BUJU NRW:
http://www.bundjugend-nrw.de/projekte/klima-multiplikatorinnen/
Klimacamp im Rheinland (rheinisches Braunkohlerevier):
http://www.bundjugend-nrw.de/projekte/klimacamp/
Positionen des BUND bundesweit:
http://www.bund.net/themen_und_projekte/klima_energie/
BUND NRW:
http://www.bund-nrw.de/startseite/themen_und_projekte/energie_klima/
BUND Rhein-Erft / Rheinland (Braunkohle):
http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/energie_klima/
BUND Hürth:
http://www.bund-huerth.de/
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Pressemitteilung der BUJU (presse @ bundjugend . de)
*CO2-Bilanz 2010 zeigt: EU-Politik muss dringend für verbindliche internationale Klimaregelungen streiten*
Berlin, 04.11.2011.
Die BUNDjugend warnt anlässlich der neuesten Statistiken des US-Energieministeriums zu den weltweiten CO2-Emissionen des vergangenen Jahres davor, dass eine globale "Generation Klimakatastrophe" heranwächst.
"Wir sind erschrocken darüber, mit welcher Deutlichkeit dem globalen Klimawandel im vergangenen Jahr Vorschub geleistet wurde. Die Folgen der Erderwärmung sind global absehbar, viele junge Menschen werden ein völlig anderes Leben führen müssen als die Generationen vor ihnen. Die Auswirkungen von zunehmenden extremen Wetterereignissen wie Dürre oder Überflutungen werden die Existenzgrundlage vieler Menschen dauerhaft treffen", erklärt Julia Römer von der Bundesjugendleitung.
Die BUNDjugend fordert daher, die Energiewende in Deutschland konsequent weiter voranzubringen. "Wir müssen zum nächstmöglichen Zeitpunkt die menschheitsgefährdenden Energien Atom und Kohle verlassen -- dies wird nur gelingen, wenn auch wir unseren Energiehunger eindämmen, konsequent Einsparpotentiale nutzen und die Erneuerbaren Energien weiter mit Augenmaß voranbringen", sagt Martin Geilhufe aus der Bundesjugendleitung.
Die Europäische Union sei nun aufgefordert, sich nicht länger im Klein-Klein einer Eurokrise zu verstricken, sondern die relevanten Bedrohungen der Zukunft ernst zu nehmen und alles in ihrer Macht stehende für eine ambitionierte gemeinsame Klimapolitik zu tun: "Die EU muss geschlossen und mit hoch gesteckten Zielen beim anstehenden UN-Klimagipfel in Durban im Dezember auftreten, bremsende Länder müssen endlich mitziehen," so Martin Geilhufes Fazit.
*Links:*
http://www.bundjugend.de/generation-klimakatastrophe/
*Hintergrund:*
http://cdiac.ornl.gov/ftp/trends/co2_emis/Preliminary_CO2_emissions_2010.xlsx <http://cdiac.ornl.gov/ftp/trends/co2_emis/Preliminary_CO2_emissions_2010.xlsx>
(Studie des US-Energieministeriums)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,795806,00.html
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,795873,00.html
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Aktuelles zum Klimapfusch: Artikel, Berichte, Kommentare
http://klimaschutz-netz.de/
Klimaschutz von unten - http://klimaschutzvonunten.blogsport.eu/
Über CCS, Frackling, Klimaflüchtlinge, u.v.m.
http://klimaschutzvonunten.blogsport.eu/
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Wetter - Wetterzentrale.de

Wichtig für den Anbau und die Arbeit im Freien immer zu wissen ist
das
Wetter
(Beispielkarte):

Link: täglicher Wetterbericht für die BRD nach den Daten des DWD unter: http://www.wetterzentrale.de/wzwb.html
Zehn Tage Prognonse:
http://www.wetterzentrale.de/dwd2.html
in Übersichtsdruck- und Temperaturkarten:
http://www.wetterzentrale.de/pics/avnpanel1.html
WRF-Vorhersagediagramm für Hürth, täglich neu berechnet aus den aktuellsten Wetterdaten von der Wetterzentrale.de:

Tagesdiagramm (Beispiel):

Quelle: Wetterzentrale.de
Europatemperaturkarte aus Wetterzentrale.de:

Bodenanalyse Druckverteilungskarte von Wetterzentrale.de:

Mehr unter: http://www.wetterzentrale.de/
Jahres-(Mittelwerte-)Klimadiagramm Essen (in etwa vergleichbar mit Hürth):
http://www.georeise.de/klimadiagramme/europa/10410.htm
Siehe auch:
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Die BUJU NRW veranstaltete das erste Klimacamp im Rheinland
Der Kölner Stadtanzeiger berichtete u.a. von einem Workshop

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Der Klimawandel und seine Folgen
Auswirkungen auf die Landwirtschaft
Mensch, Natur, Umwelt
http://www.bund.net/index.php?id=1177:
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
Die Multivisionsshow Klima & Energie für Schülerinnen ab der fünften Klasse zeigen wir in Zusammenarbeit mit dem Verein Multivision e.V. auch an Ihrer Schule.
Ansprechende Texte, Sound- und Bildeffekte in einer außergewöhnlichen Komposition – die Multivision lässt Emotionen wach werden. Sie präsentiert komplexe Themen eingängig und anschaulich in konzentrierter Form. Die Inhalte der Show haben erfahrene LehrerInnen pädagogisch aufbereitet.
Die Multivision ist eine packende und berührende Bilderreise, die trotz aller Dramatik der Themen die Zuschauer begeistert und motiviert.
Die Version ab der fünften Jahrgangsstufe dauert ca. 35 Minuten, die ab der achten Jahrgangsstufe ca. 45 Minuten.
Auf den Seiten der Multivision www.multivision.info finden Sie ausführliche Begleitinformationen zur Show.
Für Anfragen und Buchungen der Show wenden Sie sich bitte an:
Die Multivision
Griegstr. 75
22763 Hamburg
Tel. 0 40 / 41 62 07-24
Fax: 0 40 / 41 62 07-17
office@multivision.info
Siehe dazu auch: http://www.multivision.info/
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Wettbewerb Global Warning
Die BUNDjugend hat einen Bundesweiten Wettbewerb zur Multivision "Klima & Energie" gestartet. Jetzt Mitmachen unter:
www.global-warning.de/
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Siehe aktuell z.B. dazu:
"FOCUS Magazin | Nr. 38 (2011)
Forschung und TechnikGeht dem Meer die Luft aus?
Montag, 19.09.2011, 00:00 · von FOCUS-Redakteur Sebastian Jutzi
"
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/prognosen/tid-23907/forschung-und-technik-geht-dem-meer-die-luft-aus_aid_666397.html
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Und hier exklusiv ein speziell wissenschaftlich aufbereitete Beispiel
Aus einer Arbeit die ein Mitglied im Studium verfasst hat
Der Klimawandel (Umweltwandel) und seine Auswirkungen auf die Fischerei und Fischereigesellschaften
Ethnologisches Institut
der Universität zu Köln
2007 - 2008
Seminar „Fischerei“
bei Prof. Dr. erm. M. Casimir
Inhalt
- Einleitung und Vorwort
- Über den Begriff Fischerei
- Zum Begriff Klima
- Klimafaktoren, die Sonne als sog. Klimamotor
- Die (stoffliche) Zusammensetzung der Erdatmosphäre
- Das ewige Treibhaus Erde
- (Der feine Unterschied - Das normale Treibhaus Erde und der anthropogen überprägte Treibhauseffekt)
- Das Ozonloch
- Der sog. Klimawandel
- Was ist eigentlich der sog. Klimawandel und wodurch wurde er verursacht
- Wasser, die Quelle allen Lebens auf der Erde
- Die Folgen - Fischbestände und das Artensterben
- (Der längst schon erschreckende Zustand in Süß- und Salzwasser. Flüsse, Seen und Weltmeere, natürliche und unnatürlich gemachte Einflußfaktoren)
- Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und die Lebensräume
- Die Meereströme und ihre Verbindungen im Ökosystem der Meere
- Nachweise für die globale Klimaerwärmung und ihre Wirkungen auf Meereströme und Fischbewegungen
- Die Verstärkung natürlicher Phänomene, der globalen Zirkulation der Atmosphäre, das Beispiel „El Nino“
- Der sog. Klimawandel ist (ergo) eine Kettenreaktion
- Fazit
- Was brauchen wir zur Rettung der Umwelt (des Klimas) und der Fischerei?
- Die Konklusion und die Krux des Ganzen
- Literaturverzeichnis - Zitate und Quellenangaben - Internetadressen
- Abkürzungen
Einleitung und Vorwort
„Stummes Sterben. Nur noch 10 Prozent aller großen Fische übrig“ (Heise 1.) Ausgangspunkt ist die geographische und ethnologische Betrachtung des Systems Planet Erde und der darauf wirkenden Zusammenhänge. Der sog. “Klimawandel” (beschleunigt vom anthropogen verstärkten Treibhauseffekt) und die Auswirkungen auf Meereslebewesen, Meerestiere, Fischbestände und damit die Fischerei, also dem Fischfang und der Fischzucht nachgehende Menschen und somit alle sog. Fischereigesellschaften soll dargestellt werden. Die Grundannahme dazu lautet, daß Menschen überall auf der Welt bereits abhängig von der kapitalistischen Produktionsweise und Verwertungslogik, welche den Betrieb des Lebens selbst untergräbt, geworden sind. Die These ist also, daß es in dieser Lebensbedrohlichen Situation, durch den Klimawandel und weitere Umweltschäden bald kaum einen Unterschied mehr macht ob Menschen (z.B. im Trikont, Asien, Lateinamerika, Afrika) direkt am Meer, vom Meer, oder weit davon entfernt auf dem Festland, in den kapitalistischen Zentren (EU, USA, Japan) leben. Da in den sog. Industrieländern schon an lange an der Nahrungskette der produzierten und veredelten Konsumgüter (z.B. Fischstäbchen oder Konserven) gehangen wird, die Menschen in den unterentwickelt gehaltenen Ländern aber davor bereits, selbst als Primäproduzierende (Erzeugende) an Unterversorgung sterben werden. Der Klimawandel wird nun nur noch ein I-Tüpfelchen drauf setzen und den Menschen in diesen Regionen den letzten Rest ihrer Menschenwürde, ihres eurozentristisch gesehen kargen, aber wahrscheinlich dennoch glücklichen Lebens, nehmen. Es soll daher zunächst in Grundlagenumrissen aufgezeigt werden welche physikalischen Faktoren auf die (aquatischen) Lebensräume von Fischen und Menschen in und an Meeren, Flüssen und Seen auf der Erde Einfluß haben und wie diese dann als von Menschen, d.h. anthropogen überprägt und damit auch vom sog. menschengemachten, verstärkten, Treibhauseffekt, globaler Erwärmung und Klimawandel beeinflußt anzusehen sind. Welche Ursachen dies hat und welche Wirkungen die Folgen entfalten (können), bzw. bereits entfaltet haben. Welche Probleme mit den unmittelbar nachweisbaren Auswirkungen auf Fische, Meeressäugetiere, sowie andere Lebewesen im Wasser, welche als „Meeresfrüchte“ von Menschen gefangen, verarbeitet, angeboten und konsumiert werden, haben und haben werden und sich auf die Fischerei und Fischereigesellschaften auswirken und welche Erscheinungen diese Entwicklungen weiter nach sich ziehen können. „Ändert der Mensch das Klima? Und wenn ja, wie rasch und wie stark? Diese Fragen beschäftigen die Wissenschaft bereits seit über einem Jahrhundert. Mit „globaler Erwärmung“ ist hier die Erwärmung der globalen Mitteltemperatur, [...] gemeint.“ (RAHMSDORF 1.) Das Recht auf freie, politische Meinungsäußerung und tendenzielle Äußerungen im Text behält sich der Autor ausdrücklich vor. „Ursprünglich - im Tierzustand - sind Mensch und Natur noch eine Einheit. Indem die Menschen sich durch produktive Arbeit vom Tierreich trennen, trennen sie sich von der Natur. Durch die Arbeit macht sich der Mensch zum Subjekt, die Natur zum Objekt. Die Natur ist der unorganische Leib des Menschen, nämlich die Natur, soweit sie nicht selbst menschlicher Körper ist. Der Mensch lebt von der Natur, heißt: Die Natur ist sein Leib, mit dem er in beständigem Prozess bleiben muss, um nicht zu sterben. Daß das physische und geistige Leben des Menschen mit der Natur zusammenhängt, hat keinen anderen Sinn, als daß die Natur mit sich selbst zusammenhängt, denn der Mensch ist ein Teil der Natur.“ (MARX 1.) Daß den Worten von Marx nicht nur in dieser Hinsicht beizupflichten und daß jedes umgekehrte oder andere Naturverständnis, wie das vom Sozialdarwinismus und dem Kampf der Menschen gegen die Natur oder den KreationistInnen und etwas „Widernatürlichem“ in der Betrachtung als vereinzeltes Subjekt, einer Trennung von Mensch und Natur wenn überhaupt erst zu beweisen ist, möchte ich auch in Teilen dieser Arbeit umschreiben. Denn es ist für mich unzweifelhaft, daß kaum eine Person die je die Zusammenhänge im Wechselwirkungsgefüge zwischen Mensch, Maschine und Natur richtig erforscht hat, zu anderen Schlüssen kommen kann. „Die hohe Verehrung, die unsere Vorfahren dem reinen Wasser als „Lebensquell“ entgegenbrachten, ist nur noch in der verblaßten Erinnerung an Nymphen, Fluß[(-/Meeres-)]göttinnen und -götter in vergilbten Märchen und Sagen erhalten. Kein [sog.] Naturvolk hätte seine Abfälle in die eigene Trinkwasserversorgung oder in diejenige anderer geschüttet. Auf das tückische Verbrechen der „Brunnenvergiftung“ stand die Todesstrafe. Wie viele Brunnenvergifter[Innen] siedeln an unsren Flüssen und vergiften auch unser Grundwasser? - Womit?“ (WASSERMANN 1.) Viele Menschen haben meines Eindrucks nach längst den Bezug zu diesen Fragen verloren, bzw. die meisten konnten in ihrem Leben und der industriell vorgeprägten (europäischien - eurozentristischen) Entwicklung noch keinen Bezug zu dieser und der gesamten Thematik der Umweltzerstörung finden oder aufbauen. "Wozu Fangquoten? - Bei uns zuhause kommt der Fisch aus der Dose! [...] Das Artensterben galoppiert. [...] jetzt hat ein internationales Forscherteam aus Ökologen und Ökonomen den großen Überblick über die Biodiversität in den Ozeanen unternommen.“ (Heise 1.)
Erklärung zur Schreibweise und Lesweise der Arbeit: Zitate sind meist in den textlichen Verlauf und Zusammenhang gesetzt und können so aus dem Kontext heraus gelesen und verstanden werden. Die Quellen sind nach AutorInnen sortiert mit der Nomenklatur, den jeweiligen Namen (in Klammern) dahinter angegeben und finden sich am Ende der Arbeit, im Literaturverzeichnis, nach den verschiedenen zitierten AutorInnen, alphabetisch und den Reihenfolgen der diese Betreffenden Quellen sortiert. Veränderungen in den Zitaten, Ergänzungen ([z.B.]) (zum besseren Textfluß, für die Arbeit), der eigenen sinngemäßen Wiedergabe, Interpretation und Auslassungen ([…]) sind in eckigen Klammern ([ ]) angegeben.
Über den Begriff Fischerei
Mit Fischerei werden die Wirtschaftszweige bezeichnet, die sich mit dem Jagen, Fangen und Züchten von Fischen und anderen Tieren aus aquatischen Lebensräumen (die genaue Wassertiefe spielt dabei keine Rolle, siehe das Suchen von Muscheln im Schlamm vom Watt oder das Sammeln von anderen Schalentieren im Schlick von Mangrovensümpfen) zur Nahrungsgewinnung und Weiterverarbeitung beschäftigen. Die Fischerei zählt zum primären Wirtschaftssektor, zu dem auch die Landwirtschaft und der Bergbau gehören.„Fischfang ist wichtig, stellt er doch [...] eine wichtige Nahrungsquelle dar. [In manchen Gegenden] sind Fische [...] die wichtigste oder gar einzige Proteinquelle.“ (RAHMSDORF / RICHARDSON 1.) Dem Fischen zugerechnet wird auch das Fangen von wirbellosen Tieren, wie Weichtieren (Mollusca) und Krebsen (Crustacea), deren Anteil, in der für Europa gängigen, statistischen Erfassung, im Vergleich zu den Fischen bescheiden aussieht. Unter den wirtschaftlich bedeutenden Mollusken treten die Muscheln wie Austern, Miesmuscheln und Kamm-Muscheln besonders hervor, die in den gemäßigten Breiten auch als bewirtschaftet bezeichnet werden können (das Abernten von extra dazu aufgestellten Pfählen in Küstennähe z.B., an denen sich die Muscheln gern ansiedeln). Die vielen verschiedenen gefangenen Großkrebsarten wie Hummer, Langusten, Kaisergranat oder Schmalhummer, sowie Krabben und Garnelen gehören alle schon in die Kategorie der Delikatessen, da sie im Verhältnis zum Rest, in ihrem natürlichen Vorkommen, im geringsten Anteil verfügbar sind. Das Fleisch von Knorpelfischen, Haien und Rochen, die als Nebenprodukt (Beifang) der Netz- und Angelfischerei gefangen werden, findet auf dem weltweiten Absatzmarkt nur geteilten Zuspruch. Aus der Leber, besonders von großen Arten (z. B. Grönlandhai) kann allerdings z.B. vitaminhaltiger Tran gewonnen werden. Die mit Placoid-Zähnchen durchsetzte Haut der Haie kann zum Schleifen von Holz und zur Herstellung von Leder Verwendung finden. Die Bauchlappen des Dornhais z.B. werden geräuchert als Schillerlocken verkauft und zählen damit auch zu den eher seltenen Delikatessen. Die Hauptfangausrichtung der See- und Hochseefischerei gilt einer relativ kleinen Zahl (nach Arten) von Knochenfischen wie den Heringsartigen (Clupeidae), besonders dem Hering und den Heringsartigen Fischen, sowie den Dorschartigen (Gadidae) Fischen, zu denen z.B. auch der Kabeljau zählt. Wirtschaftlich sehr wichtig sind auch die Makrelenartigen (Scombridae) Fische, zu denen neben der Makrele auch die mittlerweile, durch Überfischung, ebenfalls stark gefährdeten Thunfische gehören. Auch der Fang von Meeressäugern z.B. Delphinen (Ostasien, z.B. Japan) und besonders großen Meeressäugetieren (allg. Walfang) ist ein Teilgebiet der Fischerei. Eine Sonderform der Fischerei ist die Aquakultur, d.h. das Züchten und Einfangen (Ernten) von Wasserlebewesen in offenen Becken, Netzen oder Reusen im Meer oder an Flüssen und geschlossenen Becken (eigens dazu angelegten Teichen) auf dem Festland. (Wikipedia 1.) „2001 wurde die historische Beziehung zwischen menschlichen Jäger[Innen]gesellschaften und der Meeresbiologie untersucht und die Bedeutung dieses Verhältnisses für das Funktionieren der ozeanischen Ökosysteme herausgearbeitet. Die Studie kam eindeutig zu dem Schluss, dass Menschen die maritimen Ökosysteme weit früher zu beeinflussen begannen, als [Mensch] allgemein denkt (J. Jackson et al. 2001).“ (RAHMSDORF & RICHARDSON 1.) Spätestens seit der industrialisierten Nutzung von Fangtechnik muss also eine massive Veränderung in diesen Systemen eingetreten sein. Die nächste rollt Klimawandel und großräumige Umweltveränderung genannt als zweite, bzw. weitere rückläufige (sozusagen wie eine Tsunami-)Welle (aus der Luft) der industriellen Revolution auf Menschen und ihre Umwelt, die Erde zu.„Es wird kaum zur Kenntnis genommen, dass das Leben im Meer für menschliche Gesellschaften in vielerlei Hinsicht von Bedeutung ist, und zwar nicht nur, weil es uns in Form von Fischen Nahrung liefert!“ (ebd.) „Heute werden jährlich rund 100[Mio. T] [Fisch] den Ozeanen entnommen - entweder durch Befischung von Wildbeständen oder aus Aquakultur. Neben den [...] der [...] Ernährung dienenden Fischen werden weitere [...] 20[Mio. t.] für Industriezwecke gefangen (z.B. für Fischmehl [...]). Die Fischerei hat in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen. Zu Beginn der 1950er Jahre wurden nicht einmal 10% der Bestände [...] befischt. Heute sind es rund 70% [...], und davon sind bereits 20% „überfischt“ [...]. Die von der Food and Agriculture Organization (FAO) berichteten Ertragszunahmen [...] gehen allesamt auf vermehrte Aquakultur zurück.“ (ebd.) Demnach sind die meisten in der EU gegessenen Fische oder deren Anteile wahrscheinlich so gut wie keines natürlichen Ursprungs mehr und stammen in den meisten Fällen auch garantiert nicht aus eigener Jagd, also Fischerei, es sei denn sie wurden in privaten Süßwasserzuchtbecken, wie den immer beliebteren Forellenteichen, etc, gefangen. Ob dies dann allerdings noch zu einer Fischereigesellschaft zu zählen sein mag möchte ich an dieser Stelle bereits anderen EthnologInnen für die Zukunft überlassen.
Zum Begriff Klima
„Das geographische Klima ist die für einen Ort, eine Landschaft oder einen größeren Raum typische Zusammenfassung der erdnahen und die Erdoberfläche beeinflussenden atmosphärischen Zustände und Witterungsvorgänge während eines längeren Zeitraumes in charakteristischer Verteilung der häufigsten [gemessenen oder anhand von Datierungen bestimmten], mittleren und extremen Werte [dieser Erfassungsreihen].“ (BLÜTHGEN 1.) „Klima ist die örtlich charakteristische Häufigkeitsverteilung [bestimmter] atmosphärischer Zustände und Vorgänge während eines hinreichend langen Bezugszeitraums, der so zu wählen ist, daß die Häufigkeitsverteilung der atmosphärischen Zustände und Vorgänge den typischen Verhältnissen am Bezugsort gerecht wird.“ (HENDEL 1.) Der Begriff Klima bezeichnet also eigentlich schon die längere Beobachtung (mindestens über einen Zeitraum von 30Jahren) der atmosphärischen Zustände, Druck, Temperatur, und der Häufigkeit von Niederschlägen, Feuchtigkeit zu Verdunstungsverhältnissen, usw.. Also die Verhältnisse der am häufigsten und aller höchsten Wahrscheinlichkeit nach vorherrschenden Witterungs und Wetterzustände an einem bis mehreren bestimmten Orten in einem engeren bis weiteren Rahmen auf der Erde. (Vrgl.: GLASER R. in; Geographie, H. Gebhardt, R. Glaser, U. Radtke, P. Reuber (Hrsg.), Physische Geographie und Humangeographie, Kapitel 8 Klimageographie, 8.1 Definitionen, Probleme, Forschungsfelder und Aufgaben, 1 Aufl., Elsevier Verlag, München, 2007) Wenn in diesem Zusammenhang also von einem Klimawandel gesprochen wird, kann dies nur bedeuten, daß sich in der vorausliegenden Meßperiode etwas auf lange Sicht verändern wird. Die mit dem anthropogen verstärkten Treibhauseffekt einhergehende beschleunigte weltweite Erwärmung, wie sie ansonsten, in dieser Geschwindigkeit nicht vonstatten gehen würde muss also in allen Klimaaufzeichnungen und Nachforschungen der letzten Jahrzehnte verzeichnet worden sein und prägte somit den Begriff des Klimawandels. „Etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden die Temperaturen weltweit von einer großen Anzahl Wetterstationen auf dem Festland und auf Schiffen registriert, um daraus die mittlere jährliche Oberflächentemperatur so exakt wie möglich ermitteln zu können. Zwischen dem Ende des 19. und dem Beginn des 21. Jahrhunderts stiegen die [...] Temperaturen etwa 0,6°C, eine Klimaentwicklung die als „Erwärmung des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet wird.“ (PRESS & SIEVER 1.) Ohne intakte Naturverhältnisse, die Ökosysteme des planeten Erde, kann das Klima nicht in der Art und Weise funktionieren wie es für uns Menschen und die Tiere und Pflanzen mit denen wir unser Überleben durch Nahrung sichern notwendig ist. Das gesamte System Erde und damit das System der globalen Zirkulation der Atmosphäre, also das Klimasystem, ist bedingt durch die Verhältnisse der Verteilung von Wasser-, zu Landmasse und der auf ihr vorhandenen Vegetation. Denn es macht einen großen Unterschied ob die Erde zum größten Teil aus Wüste und nur zu einem geringen Teil aus Ozeanen besteht, oder umgekehrt. Überall dort wo Menschen zuerst gesiedelt haben und auch heute noch ansässig sind, lassen sich häufig Spuren von gesicherten (Süß-)Wasservorkommen, gut durchwässerte Böden für den Feldfruchtanbau, oder seichte Zugänge zum Meer feststellen die das Überleben der Menschen z.B. durch Fischfang erleichterten. Menschen waren damit schon immer auf Gunstfaktoren und Gunstlagen angewiesen und haben sich diese stets gesucht (Vrgl. SCHWARZ G.; Allgemeine Siedlungsgeographie, Teil 1, II. Siedlungsraum und Siedlungsverteilung, de Gruyter, 1988). Seien es die besonders fruchtbaren Löß-Bördeböden in Mitteleuropa oder China gewesen oder die großen Flußdeltas auf allen Erdteilen. Ausgegangen wird in der Stadtforschung, u.a. von einer Stadtentwicklung und Seßhaftwerdung von Menschen aus dem sog. fruchtbaren Halbmond heraus. „Das Gebiet gilt als [eines der Ursprungsländer] von Ackerbau und Viehzucht beim Übergang von der Altsteinzeit zur Jungsteinzeit und als Gebiet mit [einigen der ältesten] (8./7. Jt. v.Chr.) Stadtkulturen Jericho, Damaskus und Çatalhöyük.“ (Wikipedia 2.)
Die Klimafaktoren - die Sonne als sog. Klimamotor
Die urpsprünglich so bezeichneten Klimafaktoren sind äußere Faktoren, von denen der Zustand der Atmosphäre beeinflusst wird. Die Sonne und die von ihr ausgestrahlte Solarenergie ist der energetische Antrieb des Wetters und Klimas auf der Erde. Sowohl unser tägliches Wetter als auch langfristige Klimaveränderungen hängen eng mit den Aktivitäten unserer Sonne zusammen. Gäbe es sie nicht, wäre wahrscheinlich alles auf diesem Planeten kalt und leer oder er wäre selbst, zumindest in dieser Form, garnicht vorhanden. Um die Bedeutung der Sonnenenergie aus geophysikalischer Sicht zu verstehen stellen wir uns zunächst einmal eine Aufnahme der Erde, wie sie auf vielen Satelittenbildern gezeigt wird vor und abstrahieren es zu einem Bild auf dem der sog. Geoid in Kugelform abgebildet ist und wir somit eine vollständige Breitenkreiseinteilung im klimatologisch-geographischen Sinne vornehmen können. Es sollte sich nach grobem Schema folgendes Bild ergeben: Vom Nordpol aus nach unten gehend gesehen haben wir die polaren, subpolaren, mittleren, mediterranen, subtropischen und tropischen Breiten. Das ganze folgt vom Äquator aus gesehen nach unten zum Südpol hin gehend in umgekehrte Reihenfolge. Die polaren Breiten sind die kältesten und Eisbedecktesten Regionen der Erde und die Tropen die wärmsten, aber auch feuchtesten Gebiete der Erde. Dies liegt an der Schiefe der Ekliptik, der Achsenschiefstellung der Erde auf ihrer Ellipsenbahn um die Sonne. (Anschauliche Bilder siehe Strahler & Strahler oder Press & Siever) Die Erde trudelt also gewissermaßen um die Sonne und diese beschickt die Pole daher im Wechsel der Jahreszeiten zwischen den beiden Solstitien, (Wendezeiten) vom Winter zum Frühjahr und Sommer zum Herbst (Wintersolstitium und Sommersolstitium) mit ihren wertvollen weil energiereichen Strahlen jeweils nur aus einem sehr schwachen, weiten Winkel, bzw. aus einem sehr spitzen, scharfen Winkel. Sie trifft also z.B. im Sommer der Nordhalbkugel (dem sog. Nordsommer), also dem Südwinter nur sehr schwach am Südpol auf, kommt aber dagegen in den Breiten zum Äquator hin mit immer vollerem Einfallswinkel auf und kann insofern auch mehr Energie in diese Regionen schicken. Die Äquinoktien bezeichnen dazu die jeweiligen Hochzeiten der Bestrahlung auf den beiden Halbkugeln im Wechsel zwischen Frühjahr zum Sommer und Herbst zum Winter. Im Wechsel zum Nordsommer z.B. liegt also die Südhalbkugel gerade im Übergang zum Südwinter. Erfasst ist das Schema dieser äußeren Rahmenbedingungen unseres Planeten geophysikalisch mit den sog. Erdbahnparametern, also in den Abläufen in denen die Erde mit den anderen Planeten unseres Sonnensystems um die Sonne Kreist, mit dem Jahresgang der Sonnendeklination. Entscheidend ist dabei der Winkel der Erdrotationsebene, in dem damit die jeweiligen „Breiten“ der Erde zur Sonne stehen. „Die Jahreszeiten, [wie wir sie kennen,] existieren [daher nur], weil die schräg stehende Erdachse während des Erdumlaufs um die Sonne ihre Orientierung im Weltraum beibehält.“ (STRAHLER & STRAHLER 1.) In der Meteorologie und Klimatologie gibt es für das was an hinzugestrahlter Sonnenenergie auf das System Erde einwirkt noch mehr an zu berücksichtigenden Faktoren und Berechnungsformeln wie etwa die der Solarkonstante, also der „Sonne als Energiequelle“ (WEISCHET 1.) der Erde. Die Solarkonstante errechnet sich aus dem Einfluß der Atmosphäre auf die Sonnenstrahlung. Die Energieverteilung der innerhalb der Atmosphäre ankommenden Sonnenstrahlung zeigt dabei besondere Eigenschaften der dadurch von der Sonne gelieferten Energie. „Das Energiemaximum liegt mitten im sichtbaren Spektralbereich [...]. Werden vergleichbare Messungen in verschiedenen Höhen über [Normal Null] durchgeführt, so stellt sich heraus daß mit wachsender Höhe die Energie aller Wellenbereiche größer wird. [...]“ (WEISCHET 1.) „Verdunstung und Reflexion eingeschlossen, würde 1cm³ Wasser in jeder Minute von der Solarkonstante um rund 2°[C] erwärmt werden, ein gleich großer Quader aus Quarzgestein um ungefähr 10°[C]. Über die gesamte Querschnittsfläche der Erdkugel integriert, erreicht die Erde [demnach] täglich eine Energie von J0*R²*Pi*60*24[cal]. Mit Hilfe des elektro-kalorischen Äquivalentes [...] in elektrische Energie umgerechnet, entspricht das 427*10¹³ Kilowattstunden (kWh) pro Tag. [Nur] rund 1*10hoch10 kWh pro Tag [wurden jedoch lediglich, zur Zeit der Veröffentlichung des zitierten Buches, also bereits 1983 (anm. d. Verf.)] auf der ganzen Welt von Elektrizitätswerken erzeugt. Nun verteilt sich die der Querschnittsfläche zugestrahlte Energie aber [zum Glück] auf die ganze Kugel. [...]720ly Tag-¹ ist die mittlere Energiemenge die bei gleichmäßiger Verteilung über die Erdkugel jedem Quadratzentimeter von der Sonne [durch Einstrahlung auf die Erde] her zur Verfügung gestellt wird. (Das reicht [theoretisch] um jeden Tag eine 9cm dicke Eisdecke zu schmelzen.) Aber, die Verteilung ist [(wiederum zum Glück)] nicht gleichmäßig [(nicht zur gleichen Zeit stattfindend)]. Die zeitliche und regionale Aufteilung läßt sich [damit zunächst nur] für die Bedingungen des [von der Sonne abhängigen, also des solaren] Klimas nach rein mathematisch-geometrischen [physikalisch ermittelten] Rechenverfahren bestimmen.“ (WEISCHET 1.) „Innerhalb des Klimasystems müssen [jedoch] noch andere [...] Rückkopplungen vorhanden sein und diese extern bedingten Faktoren verstärken.“ (PRESS & SIEVER 1.)
Die (stoffliche) Zusammensetzung der Erdatmosphäre
Um das Klima auf der Erde verstehen zu können müssen wir uns auch Gedanken über die stoffliche Zusammensetzung der Erdatmosphäre machen. Zum größten Teil besteht diese aus Stickstoff und Sauerstoff und bisweilen nur zu geringen Anteilen aus Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Wasserstoff (H), Ozon (O3) und Kohlenmonoxid (CO), sowie zu verschwindend geringen Anteilen aus Edelgasen wie z.B. Argon. Reine, trockene Luft hat in bodennahen Schichten etwa folgende Zusammensetzung (in Volumenprozent): Stickstoff (N2): 78,08%, Sauerstoff (O2): 20,95%, Edelgas Argon (Ar): 0,93%, Kohlendioxid (CO2): 0,05+x% (ansteigend), Wasserstoff (H2O): 0,00005%. Insbesondere die CO2 Konzentration wird weiterhin als stark zunehmend und äußerst klimarelevant angegeben. „Das Klimaproblem wird hauptsächlich durch CO2 verursacht. [Es] trägt [... ca.] 60%[-70% zum] Treibhauseffekt bei - der Rest wird durch Methan, Lachgas und FCKW hervorgerufen.“ (RAHMSDORF & RICHARDSON 1.) „Niemals im Verlauf der vergangenen 400000 Jahre und möglichwerweise sogar der letzten 20 Ma enthielt die Atmosphäre so viel Kohlendioxid wie heute. Die CO2-Konzentration nimmt derzeit mit einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit von 0,4 Prozent pro Jahr zu [...].“ (PRESS & SIEVER 1.) „Man geht davon aus, daß der Prozentsatz der anthropogen verursachten CO2-Emmissionen, die von den Ozeanen und Festländern aufgenommen werden kann, abnimmt, wenn die Speicher gesättigt sind. Außerdem ist zu erwarten, daß durch den Anstieg des CO2-Gehalts in der Atmosphäre die erwartete verstärkte Treibhauserwärmung dazu führen wird, daß die Aufnahmefähigkeit der wärmeren Ozeane [...] abnimmt.“ (ebd.) „Es lässt sich eindeutig nachweisen, daß der Mensch für den Anstieg des Kohlendioxids verantwortlich ist, weil die Kohlenstoffisotope der fossilen Brennstoffe ein kennzeichnendes Signal aufweisen, das exakt mit der sich ändernden Isotopenzusammensetzung des atmopshärischen Kohlenstoffs übereinstimmt.“ (ebd.) Weitere Edelgase nehmen in etwa nur: 0,00245% ein. Davon ist aber vor allem auch Methan (das sog. Sumpfgas, Fäulnisgas, Kompostgas) Klimarelevant: 1,75 ppm (parts per million) welches ebenso stark wie CO2, wenn nicht noch stärker, zunehmend verzeichnet wird und angeblich bis zu 300% wirksamer als sog. Klimagas sein soll. Die Volumentanteile ändern sich seit den letzten Jahrhunderten an den Erdzeitaltersverhältnissen gemessen rasant und das ist es auch was u.a. Anlaß zu akuter Besorgnis, in Betrachtung mit all den heutigen Klimaereignissen auf der ganzen Erde geben sollte. In Bezugnahme auf küstennahe Lebens-Abhängigkeitsverhältnisse von Menschen, also z.B. stark Wetterabhängige traditionelle FischerInnen allerorten, in der bis weit in die 1980er sog. Dritten Welt, ist es ein großes Problem, welches bislang von den ebenso abhängigen EndkonsumentInnen in den Metropolen nicht so drastisch gesehen werden musste. Menschen wie Tiere und auch Fische atmen (wenn auch aus dem Wasser mit den Kiemen gefilterten) „[...] Sauerstoff. [Doch] wie kam er in die Atmosphäre? Wir wissen heute, daß er fast ausnahmslos aus der Photosynthese stammt, also von lebenden Organismen [, in erster Linie Pflanzen] produziert wurde. Wahrscheinlich gab es schon vor etwa 4 Mrd. Jahren Lebewesen, die die Photosynthese beherrschten: die Cyanobakterien. Dennoch dauerte es fast 2 Mrd. Jahre, bis der Sauerstoff sich in der Atmosphäre auf etwa 1% der heutigen Konzentration angereichert hatte. [...] Darüber hinaus hatte sich inzwischen eine Ozonschicht aufgebaut, die soviel ultraviolette Strahlung fernhielt, daß die Pflanzen das schützende Wasser verlassen und die Festländer [besiedeln] konnten. Die damit verbundene explosionsartige Ausbreitung des Lebens ermöglichte in den folgenden 0,6 Mrd. Jahren eine weitere Verzehnfachung der Sauerstoffkonzentration auf den heutigen Wert.“ (HÄCKEL 1.) Und machte damit erst das menschliche Leben möglich. Wenn Menschen dies heute selbst aufs Spiel setzen, so kann dies in der Betrachtung der großindustriellen und kapitalintensiven, politischen, Entwicklungsgeschichte der letzten Jahrhunderte kaum das Verschulden einzelner Menschen oder kleiner Gruppen in ländlichen oder am Meer lebenden Gemeinschaften sein und auch nicht auf die Menschheit als Ganzes abgeschoben werden. „Die riesigen Sauerstoffmengen, die sich auf Grund der Photosynthese [(der vorwiegende Energieumwandlungsprozeß, von Kohlendioxid, wovon der Kohlenstoff in der Pflanze gebunden wird. zum abgegebenen Sauerstoff, durch alle Pflanzen auf der Erde)] in der Erdatmosphäre angesammelt hatten, [begann] die Erdkruste, die zum Teil aus reinem Eisen (Fe) und Schwefel (S) bestand, zu oxidieren. So wurde der Großteil des gebildeten Sauerstoffes vorwiegend in den Eisenoxiden (FeO, Fe2O3 oder Fe3O4) und in Kalzium- und Magnesiumsulfaten (CaSO4 , MgSO4) gebunden, aus denen er nur mehr unter hohem Energieeinsatz in Hochtemperatur-Prozessen [(Verbrennung)] freigesetzt werden kann. [(Ein sehr wichtiger Aspekt wenn wir die heutigen schwerindustriellen Verarbeitungsverfahren von Eisen und Kunststoffen, z.B. die Eisenverhüttung und Petrochemie betrachten.)] Ohne diesen Sauerstoffentzug hätten wir sechs bar Sauerstoff-Partialdruck in der Atmosphäre - unbrauchbar für menschliches Leben. Vom ursprünglich gebildeten Sauerstoff sind heute nur noch 4% in der Atmosphäre vorhanden. Die [ursprüngliche] Natur brachte das Kunststück zustande, die Erdatmosphäre zugunsten der Entwicklung des Menschen [und Tieren, als auch größeren Fischen,] vollständig zu verändern. Dabei kam es im Wesentlichen darauf an, die Atmosphäre nahezu vollständig CO2 -frei zu gestalten. [...] Den 21 % (Volumen) Sauerstoff in der Atmosphäre, 210.000 ppm Sauerstoff, stehen heute [schon über] 400ppm CO2 gegenüber. Diese müssen in Zukunft auf das vorindustrielle Niveau von ca. 270ppm gesenkt werden [...]. Da nur noch 4 % des über Milliarden Jahre bei der Photosynthese entstandenen Sauerstoffs in der Atmosphäre vorhanden sind, würde schon die Verbrennung von nur 4% der gebildeten fossilen Lager (4% von 15,000.000Mrd.t Kohlenstoff [...], sind 600.000Mrd.t Kohlenstoff) genügen, um den atmosphärischen Sauerstoff, der die Basis für unser menschliches [und anderes] Leben ist, gänzlich zu verbrauchen. [...] bei einem Welt-Energie-Umsatz von 13,3 Mrd. t Kohlenstoff pro Jahr [wäre] bereits in 45.000 Jahren der Sauerstoff der Atmosphäre verbraucht. Lange vorher wäre menschliches [und anderes] Leben nicht mehr möglich. Obwohl [...] [erst ein Bruchteil dieser 4% der fossilen Lager erschlossen wurden], wird daraus doch ersichtlich, wie falsch und lebensbedrohend die Tatsache ist, daß sich die gesamte Weltwirtschaft aus dem [direkten] Sonnenenergie-Kreislauf ausgekoppelt und sich energetisch nahezu [mit 90-100%] auf die Nutzung der fossilen Lager eingestellt hat.“ (RAGGAM 1.) Dem Austausch von Gasen zwischen Ozeanen und der Atmosphäre ist also besondere Aufmerksamkeit zu widmen. „Besonders viel Aufmerksamkeit erlangte hier bislang der Kohlenstoff [, das Treibhausgas CO2].“ (RAHMSDORF & RICHARDSON 1.) „Als Folge der höheren atmosphärischen CO2-Konzentration [ist] ein abnehmender pH-Wert (das heißt, eine zunehmende Versauerung) der Oberflächenwasser des Ozeans [zu erwarten], und [...] ist [...] in der Tat auch schon gemessen worden.“ (ebd.) „CO3²- ist ein notwendiger „Baustein“ des Calciumcarbonats, und es gibt sehr viele Meeresorganismen [allen voran Korallen, Muscheln], einige Seegrasarten [und] Seesterne [...] und - wohl am wichtigsten - die winzigen Lebewesen wie Coccolithoporiden, Pteropoden und Foraminiferen, die die [sog.] Carbonatpumpe antreiben [...] mit [denen] Kohlenstoff [im Bodenwasser und dann am Meeresboden und damit im Meer] transportiert […]“ (ebd.) und gebunden wird, die von dieser Reaktion mit dem Luftsauerstoff und Kohlendioxidgleichgewicht abhängig sind. Wenn der ph-Wert im Wasser also durch die Übersauerung mit CO2 abnimmt und weniger, von dieser Reaktion enstehenden Verbindung (CO3²-) zur Verfügung steht, wird es diesen Organismen unmöglich Calciumcarbonat herzustellen und sie werden daher absterben. „Wenn der Kohlendioxidgehalt der Luft [also] weiterhin unkontrolliert zunimmt, wird es [...] keine Region mehr geben, wo die chemischen Verhältnisse noch die Bildung von Calciumcarbonat [z.B.] durch Korallen zulassen.“ (ebd.) Und nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wird „Die Versauerung der Meere [...] zu 100% durch die CO2-Zunahme verursacht.“ (ebd.)
Das ewige Treibhaus Erde
(Der feine Unterschied - Das normale Treibhaus Erde und der anthropogen überprägte Treibhauseffekt)
Vom sog. Treibhauseffekt, der Maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich gemacht wird, wird schon seit den 1970ern berichtet und geredet, viel länger also als gemeinhin über den Klimawandel (Populär seit etwa den 1990ern). Der „Treibhauseffekt“ der Erde meint in diesem Falle die Speicherung von Wärme innerhalb der Atmosphärenschichten (Außenlufthüllen der Erde) wie in einem Treibhaus für Gemüse. Also das Einfangen von solarer Wärmestrahlung und der von ihr erzeugten Abwärme auf der Erde. Um den Begriff und seine Bildung zu verstehen, muß noch einmal etwas tiefer in die Materie der Prozesse zwischen den Luftschichten gegangen werden. Die zwei für den Treibhauseffekt maßgeblichen Prozesse laufen dabei innerhalb der Atmosphärenschichten oberhalb der sog. Tropopause, der Wettergrenzschicht und obersten Wolkengrenze, ab. Der eine Prozeß ist der eigentliche Schutz der Erde und allen Lebens auf ihr, vor zuviel kurzwelliger UV-Strahlung, durch eine absorbierende, bzw. mit der UV-Strahlung reagierende, Ozonschicht und der Andere ist der der Reflektion von langwelliger Wärmeenergie , also entsprechender Lichtstrahlung an den oberen Wolkensichten und Aerosolen (Kleinstpartikeln, Luftteilchen, wie z.B. auch Ruß aus Kohlenkraftwerken, etc) nach oben in die Ionosphäre und nach unten auf die Erde zurück. Bei diesem Prozeß ist der umgekehrte Effekt des Aufnehmens langwelliger Wärmestrahlung, also der Rückstrahlung , Abstrahlung von der Erde wieder zurück auf die Erde, ebenfalls durch feinste Teilchen, eben sog. Aerosolen, etc, eben genau ein Teil dieses Treibhauseffektes. Es funktioniert nämlich sprichwörtlich so ähnlich wie bei einem Gewächshaus, einem sog. Treibhaus für Pflanzen. Die langwellige Rückstrahlung heizt dabei die Schichten der Atmosphäre auf und die dabei entstehende Wärme wird ihrerseits wieder als Wärmestrahlung an die unteren Schichten und damit auch die Erde und alle weiteren Geosphären abgegeben. Die Strahlungsarten werden dabei grob in diffuse Himmelstrahlung und direkte Solarstrahlung (mit allen Wellenlängen) unterschieden. (FORKEL 1.) Je mehr Kurzwellige, Hitzestrahlung also in die unteren Atmosphärenschichten hineinkommt und auf die Erde trifft, desto mehr Abwärmestrahlung, also Wärme kann sich aufbauen, die dann sozusagen unter dem feinen Aerosolpartikelmantel gefangen bleibt. Die kurzwellige UV-Strahlung wird dabei nicht von den einfachen Wolken aufgehalten, kommt sogar bei fast vollständig geschlossenen Wolkendecken noch durch und kann noch ihre zellschädigende Wirkung entfalten. Wolken (im Gravitationsfeld der Erde schwebende, von Feinstpartikeln zusammengebundene Wasserdampfansammlungen) werden in Stockwerkgliederungen unterschieden. Von einer absolut vollständigen Bedeckung in der Vertikalen wäre also erst beim Aufbau einer durchgehenden sog. Cumolu-Nimbus-Wolke zu sprechen die durch alle Stockwerke vom obersten, an der Tropopause mit ihrem amboßartigen Zirrenschirm bis nach ganz unten in wenige hundert Meter Höhe wo sie sich in der Regel in Starkregen bishin zu Hagel abregnet und es je nach Temperatur der Erdoberfläche zu weiterer Nebelbildung (Bodennebel) kommen kann, geht. Was hat nun die Zunahme der CO2-Konzentration mit dem Treibhauseffekt zu tun? Zunächst geht das erhöhte Aufkommen des CO2 mit der gesteigerten Verbrennung von ursprünglich in der Erde gebundenen, eingeschlossenen, weil von Gesteinsschichten und Abtragungsprozessen überlagerten Pflanzen- und Tierresten einher, in deren Körpern durch Photosynthese und andere Einlagerungsprozesse Kohlenstoffe gebunden waren. Dies ist im sog. Inkohlungsprozess und der Entstehung von Erdöl und Erdgas erklärt. Bei der Freisetzung von CO2 durch Industrie und andere Verbrennung (Flugverkehr, Schifffahrt, PKW, LKW, Heizungen, Schienenverkehr, etc.), bei der auch eine große Menge an Abwärmeenergie frei wird (bis zur Nutzung von Kraftwärmekopplung), wird (bis zum Einbau von Partikelfiltern) ebenso eine große Masse an Ruß und Staubpartikeln ausgestoßen, deren Wirkung schon erwähnt ist. „Am unmittelbarsten betrifft [die Erwärmung jedoch] die Treibhauswirkung des CO2 [...]. [...] Die Wärmeabgabe [der angestrahlten Erdoberflächen] mittels Infrarotstrahlung [… wird von Kohlendioxid gehemmt. Es gehört zu den] Gasen, die die Atmosphäre undurchlässiger für [langwellige Wärmestrahlung,] Infrarotstrahlung machen. Je mehr [CO2] also die Luft enthält, desto mehr wird von der Wärme die die Erdoberfläche abgibt, absorbiert und zurückgehalten […]“ (RAHMSDORF & RICHARDSON 1.) Zu beachten ist beim Treibhauseffekt und beim Klimawandel also noch das stark unterschiedliche Reflektionsvermögen verschiedener Körper auf der Erdoberfläche, welches in der Klimatologie mit der sog. Albedo angegeben wird. Per Definition ist Albedo das Reflektionsvermögen von Oberflächen bestimmter Körper an der Erdoberfläche. Also das Maß für das Rückstrahlungsvermögen von diffus reflektierenden, nicht selbst leuchtenden Oberflächen. Sie wird bestimmt durch den Quotient aus reflektierter zu einfallender Lichtmenge. Diese ist grob folgendermaßen eingeteilt: frischer Schnee weist mit einem Wert um die 0,8 bis 0,9 das höchste Rückstrahlungsvermögen auf, mehr sogar noch als alter Schnee und Eis mit rund 0,45 bis 0,9, je nach Lage und Einfallswinkel des Lichtes. Wolken, Wasserdampf ebenso, allerdings nur bei durchgehender Bedeckung, wenn wir in der Geographie von einer geschlossener Wolkendecke sprechen, haben direkt danach noch eine bessere Albedo als Wüstensand oder Sand im allgemeinen. Danach wäre in der Masse der Landbedeckung, z.B. Afrika, die Savanne, verbuschte und sehr trockene Steppe, mit kaum mehr Vegetation, zu nennen. Unbestellte Felder, nackte Erde, haben schon eine wesentlich Schwächere Albedo und im Bereich der Pflanzenbedeckung, z.B. von Rasen und Wiese gehen die Werte schon in unwesentliche Bereiche für das für uns hierbei so wichtige Abstrahlungsvermögen dieser Körper. Die Albedo von Wald, also Baumkronen, wenn wir sie von oben aus dem Luftbild betrachten, Nadelbäume dabei noch weitaus geringer als Laubtragende kommt danach in Betracht. Asphalt und Betondecken sind teilweise sogar noch Schwächer, können aber wenn sich Wasser auf ihnen sammelt auch wieder mehr aufweisen. Im Prinzip nähert sich allerdings frischer Teer z.B. schon dem Bild eines schwarzen Körpers, welcher als hypothetische Berechnungsgrundlage der Albedo dient, mit kaum mehr Rückstrahlung an. Auf Wasserflächen hat es mit der Albedo eine besondere Bewandnis. Bei einem Einfallswinkel von > 45° beträgt sie ungefähr 0,05. Bei einem Einfallwinkel > 30° = 0,08, > 20° = 0,12 und bei > 10° sogar wieder um die 0,22. Für eine genaue Berechnung der Albedo sind einige physikalische Formeln notwendig. Diese Berechnungen werden z.B. bei der Ermittlung von geophysischen Daten mit LANDSAT-TM-Satelittendaten gemacht.
Natürlicher Treibhauseffekt: Die Atmosphäre strahlt 93% der langwelligen Strahlung als Ausstrahlung wieder in den Weltrau zurück (ca. 65% werden dabei vom Wasserdampf und ca. 25-35% vom Kohlendioxid abgefangen). Ca. 7% Restenergie der Solarstrahlung verbleiben damit natürlicherweise auf der Erde. Ohne den Natürlichen Treibhausseffekt wäre es also wiederum sehr kalt auf der Erde.
„In den meisten Fällen [ließ] sich die Abkühlung an den Polen durch eine Neuordnung der Kontinente als folge Plattentektonischer Prozesse erklären, verbunden mit der Albedo-Rückkopplung und weiteren Rückkopplungen innerhalb des Klimasystems.“ (PRESS & SIEVER 1.)
Das Ozonloch
Im Zusammenhang mit dem Treibhauseffekt wird vom Ozonloch gesprochen. Mit dem Ozonloch ist das Fehlen der schützenden, mit der UV-Strahlung reagierenden Ozonschicht innerhalb der Atmosphärenschichten (in 20-50km Höhe) gemeint. Dies hat unmittelbar das ungebremste eintreten von UV-Strahlung in die untere Atmosphäre, bis auf die Erdoberfläche (EOF) zur Folge. Durch Reaktionen mit klimarelevanten, eben sog. Treibhausgasen, insbesondere mit den den Fluor-Chlor-Kohlen-Wasserstoffen (FCKW) wird die Ozonschicht massiv abgebaut. Das Fehlen der Ozonschicht erlaubt ein an manchen Stellen beinahe ungehindertes Eindringen der zerstörerischen, auf andere Luftteilchen und die EOF stark erhitzend wirkenden, kurzwelligen Strahlung. Die größten Ausmaße hatte das sog. Ozonloch bisher am Südpol über der Antarktis erreicht wo es u.a. mit für das schnellere Abschmelzen der Eismassen verantwortlich zu machen ist. Kurzwellige Strahlung kann, ähnlich wie Mikrowellen in einem Mikrowellenherd, von der Eis und Schneeoberfläche nämlich nicht reflektiert werden. Daher und wegen der allgemein erhöhten Temperaturen, schmilzt diese antarktische Eismasse noch schneller ab als es vor ca. 50Jahren der Fall war. Erstmals bekannt gemacht wurde das Ozonloch Mitte der 1970er von Mario J. Molina und Frank Sherwood Rowland. Diese warnten bereits 1974 vor den negativen Auswirkungen von Fluorchlorkohlenwasserstoffen auf die Ozonschicht, was 1985 durch die Entdeckung des Ozonlochs bestätigt wurde. Trotz des offenkundig signifikant verstärkten Klimawandels halten sich Behauptungen die Erde sei lediglich natürlichen Schwankungsperioden zwischen Kalt- und Warmzeiten unterworfen. Dies ist auch zum Teil so, allerdings muss aus der geologisch-paläontologischen Forschung heraus gesagt werden, daß sich die Erde nach allen Berechnungen bereits wieder auf eine Eis-Zeit zubewegen sollte. Die beschleunigte Erwärmung der Atmosphäre der letzten beiden und des jetzigen Jahrhunderts läuft also allen bisher dagegen behaupteten Naturgesetzen zum Trotz. Die Zeiten in denen die Erde völlig Eisfrei war liegen ungefähr 250Mio. Jahre, bis in die Zeit der Trias zurück. Selbst wenn Theorien besagen, daß in den Silikatgesteinen, sprich kurz dem Erdinneren, mehr Wasser als in den Ozeanen und dem hydrologischen Wasserkreislauf der Erde, zwischen Ozeanen-Landoberflächen und Atmosphäre-Troposphäre gebunden sei, so nehmen diese lithosphärischen, Prozesse der Gesteine und des Erdmantels in dem zeitlichen Rahmen gesehen, in dem wir uns als Menschen auf der Erde gesehen bewegen, kaum mehr Einfluß auf das uns direkt betreffende Klima an der Erdoberfläche. Zum Teil sind ab und zu ein paar ganz massive Einflüsse dabei, wenn Vulkane ausbrechen und die Sonne über einem Landstrich verdunkeln, oder seismische Erdbebenwellen auf dem Meeresgrund sogar Tsunamis auslösen können, die ganze Küstenlandstriche mit der Wucht der darauf folgenden Wassermassen niederwalzen. Diese Phänomene tragen jedoch weitaus seltener zu einer, langfristigen Klimaveränderung bei und sind nicht im Bereich des heutigen Klimawandels anzusiedeln. Viel entscheidender für das schreckliche Ausmaß in den betroffenen Küstenregionen der Tsunami-Flutkatastrophen, auf Indonesien, Thailand, Indien und Sri-Lanka, waren damals und werden wieder in vielen Bereichen die nicht mehr vorhandenen, weil den Profitinteressen, u.a. der Tourismus- und Garnelenzuchtbranchen geopferten Mangrovenwälder an den Küsten sein. Die dortigen Fischereigemeinschaften wurden damit z.B. nicht nur von indirekten langfristigen Klimaveränderungen bedroht sondern Opfer der direkten Naturzerstörung und somit ihrer kulturellen Vielfalt in ihrer ganz eigenen Identität als FischerInnen dieser Küsten beraubt. Zu unterscheiden sind also in hohem Maße, die Zeiträume in denen die verschiedenen Prozesse wirken, bzw. sich ihre Auswirkungen auf die Lebensumwelt der betroffenen Menschen, also auch gerade in und am Meer, zeigen. Mangrovenwälder „die heute [höchstens] noch 8% der globalen Küstenlinie säumen [... können sich den Bedingungen kaum noch anpassen] Eine [...] Szenariorechnung für diese Wälder hat ergeben, dass schon bei einem Anstieg [des Meeresspiegels ...] um 50 cm bis zum Jahr 2100 [mindestens] ein Viertel [...] zugrunde gehen dürfte.“ (RAHMSDORF & RICHARDSON 1.) Paradoxerweise nutzen Menschen z.B. Derivate aus fossilen Energieübertragungsstoffen, wie Sonnencreme aus Erdöl um sich vor der schädlichen UV-Strahlung zu schützen (direkte gesundheitsschädliche Nebeneffekte durch Paraffine, etc, mitinbegriffen). Vor 20-30 Jahren hat darüber nur leider noch kein Mensch nachgedacht.
Der sog. Klimawandel
Der populäre Begriff Klimawandel bezeichnet die seit wenigen Jahrunderten rapide, beschleunigt stattfindende globale Erwärmung. Allgemein bezeichnet das Wort eine Klimaveränderung auf der Erde über einen längeren Zeitraum. (Wikipedia 4.) Die spätestens im Jahrhundert, nach der industriellen Revolution massiv eingesetzte, globale Erwärmung hatte und hat sofortigen Einfluß in allen und auf alle sog. “Geosphären”; der Erdatmosphäre (ihrer Luftschichten), der Hydrosphäre (Ober und Unterirdische Wasservorkommen), der Lithosphäre (feste Erdoberfläche bis Gesteinsschicht), Pedosphäre (Böden) und Biosphäre (Vegetation, Tiere und Menschen), sowie damit natürlich auch der Anthroposphäre (der direkten Lebensumwelt aller Menschen). Wenn wir also vom Klimawandel sprechen müssen wir uns der globalen, sprich weltweiten Bedeutung dieses Begriffes und seiner Auswirkungen bewußt sein. Das Wort Klimawandel kann demnach nicht einfach nur das derzeitig vorherrschende Klima meinen, sondern es muss die ganze Erde und alles auf ihr vorkommende Leben und die Veränderungen bishin zu den Spätfolgen mit in Betracht ziehen. Wir sollten daher besser von einem gesamten durch anthropogene Veränderungen verursachten Umweltwandel sprechen und die Beobachtungs-Betrachtungshorizonte aller Wissenschaften und politischen Debatten daraufhin erweitern. Die 10 wärmsten Jahre von 1880 bis 2006 waren in der Abweichung zum Mittelwert der Jahresdurchnittstemperatur, die in den Jahren 1951-1980 gemessen wurde: 2005 mit 0,63°C, 1998 mit 0,57°C, 2002 mit 0,56°C, 2003 mit 0,55°C, 2006 mit 0,54 °C, 2004 mit 0,49°C, 2001 mit 0,48°C, 1997 mit 0,40 °C, 1995 mit 0,38°C, 1990 mit 0,38°C Abweichung. (Wikipedia & NASA, GISS 1.)
Der anthropogen verursachte Klimawandel ging und geht mit der menschlichen technischen, industriellen, und kapitalistischen Entwicklung einher. Dies setzte nachweislich verstärkt mit der Phase der sog. Industrialisierung ein. Die Aufzeichnungen wurden nach naturwissenschaftlich genauen Maßstäben allerdings erst nach der sog. industriellen Revolution begonnen. Früher gab es schon massive Veränderungen und Eingriffe von Menschen in den Naturhaushalt. Als z.B. in der Antike für den Schiffsbau am gesamten Mittelmeer die Hänge gerodet wurden setzte damals schon eine Verstärkung der Desertifikation der mediterranen Gebiete ein. In das Mittelalter danach wurde eine besondere Warmzeit datiert, welche allerdings auch durch andere geologische und geophysikalische Vorgänge zu erklären ist. Der moderne Klimawandel tritt heute allerdings erst deutlich verstärkt auf und wird sich darüber hinaus fortsetzen, da leider innerhalb der vorherrschenden nationalstaatlichen, systemarischen, politischen wie wirtschaftlichen Nutzungs und Produktionsbedingungen von Nahrungsmitteln und Geräten-, Gütern und Waren, sprich also Dingen für das tägliche Leben, längst nicht mehr nur für das reine Überleben, in den sog. Industrieländern, auch kaum eine andere Nutzung von Ressourcen und Technik vorstellbar ist, wenn die Verhältnisse so bestehen bleiben wie sie heute sind. „Seit Beginn der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts habe die Durchschnittstemperatur der Erde um 0,7 Grad zugelegt. Der Report zeige, daß schon dieser Anstieg die Natur vor erhebliche Problem stelle. Einzelne klimatische Veränderungen zögen oft eine Kaskade von Folgewirkungen nach sich, […].“ (Vistaverde 1.) Die Beschleunigung des sog. Klimawandels begann damit in etwa Anfang des 18. Jahrhunderts (um 1712) mit der Erfindung der Dampfmaschine durch Thomas Newcomen und der Weiterentwicklung (1769) von James Watt. Diese Maschine lief schon auf Basis der Kohleverbrennung zum erhitzen eines Wasserdampfkessels zum Antrieb von Schwungrädern, usw. Sie löste damals erstmalig im großen Stil alte Prinzipien der Wasser und Windkraftnutzung, also z.B. Wasser- und Windmühlen, ab. „Eine anthropogene Dauerwirkung, die sich nicht auf einzelne Bereiche beschränkt, stellt die durch gesteigerte Verbrennungsvorgänge ausgelöste CO2-Vermehrung der Atmosphäre dar, [...]. Sie vermehrt die Gegenstrahlung, hindert also den nächtlichen Ausstrahlungswärmeverlust und bedeutet demnach eine höherprozentige Auswertung der einkommenden Sonnenenergie zugunsten des irdischen Wärmehaushaltes.“ (BLÜTHGEN 2.) Den Erfindenden dieser Techniken und reinen Erdenkenden neuer Technologien zu den damaligen Zeiten ist aus heutiger, historischer und vor allem aufgeklärter Sicht kaum ein Vorwurf für all die Spätfolgen zu der weiteren übertriebenen Nutzung und den daraus resultierenden Folgen zu machen. Den Großindustriellen, Fabrikbesitzenden, also den die Produktion Eignenden, andere Menschen in Lohnabhängigkeit zwingenden, welche nur aus Profitgier die Entwicklung ausnutzten und in all ihren in politischen Funktionen gewichtige Entscheidungen Mitragenden, die spätere Verantwortung jedoch stets Ablehnenden, allerdings schon. Wenn alte Konzerne mit Weltruf (sog. transnationale (Groß-)Konzerne) heute ihr Image mit ökologischen Themen aufpolieren und mit regenerativen Energien werben ist das nichts als die reinste Heuchelei vor den für dumm verkauften Menschen, die ohnehin Abhängig von den von diesen zur Verfügung gestellten Konsumgütern sind. Wir haben also eine nachweislich erhöhte Freisetzung, des mit dem eben erwähnten Ozon hochreaktiven Kohlendioxids, seit einsetzen der großflächigen Mechanisierung in allen europäischen Ländern und Industrienationen weltweit. Mit der darauf folgenden Massenproduktion (im Fordismus, usw.), und den ersten großen Fabriken in Europa, zuerst in England und etwas später auf dem europäischen Festland. Die Fließbandproduktion und die massive Stahlproduktion für die Militärdiktaturen und kolonialistisch-imperialistischen Unterwerfungsinteressen, der daran beteiligten Politik aus Europa und später auch aus den USA und Rußland beschleunigten diese Entwicklung zusehends exponentiell. Damit einher ging die erstmalige übermäßige und bislang ununterbrochen stattfindende Nutzung der sog. “fossilen Energieträger“, Braunkohle und Steinkohle, sowie Erdöl und Erdgas, aus dem Erdinneren. Dies erhöhte und erhöht den Treibhauseffekt, nach wie vor, um ein vielfaches. Mein Lieblingsbeispiel sind dabei immer noch die in nächster Nähe, vom Kölner Dom bei gutem Wetter aus zu bewundernden, gigantischen Braunkohleverstromungsanlagen und CO2 Dreckschleudern, die sog. BoA, Braunkohlekraftwerke im weiteren nord-west-westlichen Umland der Stadt Köln. Zum Stahlschmelzen, für militärische Machtspielchen wurden im Ruhrgebiet, dem größten Industriegebiet Mitteleuropas, zuerst die örtliche Steinkohle verheizt. Bis in den 1950er Jahren unter dem damals schon international zunehmendem Konkurrenzdruck (wo noch kein Mensch auf die Idee kam von „Globalisierung“ zu sprechen) auf das in der Verbrennung effektivere Erdöl umgestiegen wurde. Die sog. Globalisierung ist also nur die Fortsetzung der aus dem Kolonialismus und den absolutistischen Feudalherschaften erwachsenen kapitalistischen Ausbeutung und Umweltzerstörung weltweit, wozu auch der moderne Klimawandel zu zählen ist. Aber auch andere Nutzung von Verbrennungsabwärme setzt zuviel CO2 und Restwärme(sog.Abwärmeenergie) frei. So ist z.B. die viel zu schnell entwickelte kaum gebremste oder überlegt geplante Nutzung des motorisierten Indivdualverkehrs (PKW und LKW) für weitere damit verbundene Problematiken (Straßenausbau) und nicht nur für hiesige gesundheitliche Risiken, verantwortlich zu machen. Insgesamt ist zu sagen, daß viel mehr Kohlendioxid und andere schädliche Emmissionen freigesetzt werden als auf der in dieser Form so rasch anthropogen überprägten Erde in kurzer Zeit wieder gebunden werden könnten. So potenzieren sich die Auswirkungen der Klimaveränderung als Erscheinung der beschleunigten Erwärmung um ein Vielfaches. Anzumerken ist allerdings auch noch, daß mit Sicherheit die beiden Weltkriege (WK) und vorhergehende (von den sog. kolonialen Großmächten sehr bewußt geführte) Konflikte die die industrielle Massenproduktion (z.B. Schwarzpulverherstellung) und Verbrennung von Kohlenstoff massiv angekurbelt haben und heutige Konflikte, an über 40 Kriegsschauplätzen weltweit (ohne dabei die Greuel der beiden WK und die des Zweiten WK (und der Vervollkommnung in der Schreckensherrschaft der Nazis) insbesondere oder des Atombombenabwurfs relativieren zu wollen), z.B. mit dem Abfackeln von Ölfeldern, ihren Beitrag zur Beschleunigung der Erderwärmung geleistet haben, leisten und offensichtlich weiter leisten werden. „Welche Aktivitäten der Menschheit sind es nun, die Einfluss auf das Klimasystem nehmen können? In Anlehnung an SCHÖNWIESE (2003) seien die folgenden angeführt: Umwandlung von Naturlandschaften in landwirtschaftliche Nutzflächen; Waldrodungen mit dem Ziel einer landwirtschaftlichen Nutzung der frei werdenden Flächen; Anlage von Siedlungen, Industrieanlagen und Verkehrswegen; Freisetzen von Abwärme aus Heizungen, Industrieanlagen und Kraftverkehr; Wassernutzung für industrielle, gewerbliche und private Zwecke; Freisetzen von klimarelevanten Spurengasen bei der Nutzung von fossiler Energie, aus der Landwirtschaft und industriellen Prozessen; absichtlich gelegte Waldbrände; Kriege (in Brand gesetzte Ölquellen, Atomkrieg).“ (HÄCKEL 2.) Und die beständige industrielle Schiffahrt selbst verseucht die Meere, nicht nur mit Auswaschungen aus Tanks und Containern. Bekannt wurden in den 1980er bis 90ern bereits zahlreiche Fälle von sog. Neozoen und Neophyten-Einfuhren in vorher halbwegs intakte Ökosysteme (Vrgl.: "Darwins Alptraum", arte, Greenpeace Film), z.B. in den großen Seen zwischen Kanada und den USA. (Vrgl. RADDATZ V., "Eine Seefahrt die ist schmutzig" in; BUNDmagazin 1/2008, www.bund.net)
Klimawissenschaftler haben also bestätigt, daß der globale Anstieg der Treibhausgase zu einem irreversiblen Klimawandel führen wird. Eine Vermeidung des Wandels ist nur dann möglich, wenn die Emmissionen auf ein signifikantes Niveau, vor das der industriellen Zeit zurück geführt werden nach dessen Berechnung die Einflüsse sich nicht mehr verstärken können. Was jedoch angesichts der weltweiten wirtschaftlichen Wachstumslage beinahe aussichtslos erscheinen mag und unter den Gegebenen Verhältnissen auch zunächst sicher nicht zum Vorteile aller Menschen zu bewerkstelligen sein wird. Die Hauptverursacher von Treibhausgasemmissionen sind Industrieländer mit hohem Pro-Kopf-Energieverbrauch wie die USA, die europäischen Staaten, Rußland und Japan. Inzwischen hat das energieintensive Nachrüsten Chinas dazu geführt, daß es bereits Platz zwei der weltweiten absoluten CO2-Emmissionen einnehmen kann. Der chinesische Wirtschaftsboom findet allerdings ebenso fast ausschließlich in den urbanen Zentren der Küstenregionen statt, während weite Teile des Binnenlandes die Merkmale typischer sog. Entwicklungsländer tragen. Dabei sind die ärmsten Trockenregionen am stärksten von den Folgen der Rohstoffausbeutung und des Klimawandels betroffen. Die dort Lebenden sind der voranschreitenden Bodenabtragung, zunehmenden Unwettern, Dürreperioden, sowie knapper werdenden Süßwasserressourcen unmittelbar ausgestzt."Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, daß die Binnenmigration in Folge klimabedingter Degradation weiter zunehmen und zu einer der zentralen Herausforderungen [z.B.] für die chinesische Regierung werden wird.“ (BAUER 1.) Die wesentlichen und zuerst sichtbar gewordenen Auswirkungen des Klimawandels sind der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur und der Meeresspiegel, sowie die Zunahme extremer Wetterereignisse wie Hitzeperioden, extremer Niederschläge oder Stürme wie Hurrikanen die die direktesten Auswirkungen auf Menschen, Siedlungen, Städte, Infrastruktur und die Nahrungsmittelproduktion und primäre Energiequellen, sowie den primären Sektor, also die Fischerei, durch die Zerstörung von Booten z.B., haben. „Neben dem Temperaturanstieg ist eine Zunahme der Bewölkung und des Niederschlags zu erwarten, insbesondere in den Tropen. Die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre [...] wird sich beschleunigen. Das hat zur Folge, daß sich die Klima- und Vegetationszonen nach höheren Breiten hin verschieben. So werden sich die heutigen Trockenzonen im nördlichen Afrika, in Arabien, in Zentral-Asien und in den südlichen Teilen der USA um einige hundert Kilometer nach Norden verlagern und damit die fruchtbaren Winterregenzonen um das Mittelmeer, in den USA und in der südlichen UdSSR in Trockengebiete verwandeln. Eine beschleunigte Zirkulation läßt darüber hinaus eine Häufung, ein verbreitertes Auftreten und eine längere Andauer extremer Witterungsereignisse wie Dürrezeiten, Kälteperioden und Wirbelstürme erwarten. Außerdem muss mit krasseren Luftmassen-Gegensätzen gerechnet werden. Das bedeutet haufigere und heftigere Unwetter, Stürme und Tornados. Die Wärmeausdehung des Meerwassers und das noch viel mehr zu Buche schlagende Abschmelzen von Polareis werden den Meeresspiegel [...] steigen lassen. [...] In Mitteleuropa haben wir ein Klima zu erwarten, das deutliche Züge des heutigen mediterranen Klima Südeuropas tragen wird, mit höheren Temperaturen, trockeneren Sommern und Neigung zu Dürreperioden und Hitzewellen.“ (HÄCKEL 1.) Nach Aussagen renommierter klimatologischer Wissenschaftler, können wir selbst mit einer Reduktion des Treibhausgasausstoßes um sofortige 100% kaum noch etwas an bremsender oder aufschiebender Wirkung für die weitere Erwärmung in den nächsten 50-100Jahren erreichen. Die Reduktion müsste also wesentlich signifikanter und konsequenter vollzogen werden. „So berichteten SCHÖNWIESE und MALCHER (1987) bzw. SCHÖNWIESE und RUNGE (1988) von statistischen Analysen, die in Übereinstimmung mit Ergebnissen von Klimamodellrechnungen bereits heute [(sprich damals, 1993)] eine Überwärmung der Erde um 0,3 bis 0,6 K als Folge der anthropogenen Kohlendioxidfreisetzung nachweisen. Die Gesamtheit aller auf das Konto der Menschheit gehenden klimawirksamen Spurengase bringt es bereits auf 0,5 bis 1,0 K. Das bedeutet die Temperatur wäre heute bis zu 1 K tiefer, würde nicht der Mensch [(und von den dies betreffenden Menschen nur einige wenige, mächtige...)] in wachsendem Maße in das Klimasystem hineinpfuschen! Wie wird es nun mit dem Kohlendioxidgehalt der Luft weitergehen? [...] Spielen wir doch einmal verschiedene Möglichkeiten [...] durch, wobei immer angenommen werden soll, daß - wie bisher 50 bis 60 % des freigesetzten Kohlendioxides vom Meerwasser gebunden werden: Variante 1: CO2-Emission wird steigende Zuwachsraten verzeichnen (so wie es auch bisher war). Ergebnis: Die Konzentration würde schon in 50 Jahren auf mehr als 500ppm anwachsen. Variante 2: Die künftige Steigerungsrate wird auf 1% pro Jahr begrenzt. Ergebnis: Die CO2-Konzentration würde in 50 bis 100Jahren auf 500 bis 600ppm anwachsen. Variante 3: Die künftige CO2-Freisetzung wird auf den heutigen Stand eingefroren. Ergebnis: Die Konzentration würde in 50 bis 100Jahren auf 400 bis 500ppm anwachsen. Variante 4: Ab sofort wird die CO2-Freisetzung kontinuierlich um 2% pro Jahr reduziert. Ergebnis: Selbst dann würde die Konzentration vorübergehend noch auf knapp 400ppm anwachsen, dann aber [(vermutlich)] mehr und mehr zurückgehen.“ (HÄCKEL 1.) Die Änderungen der Wirtschaftsweise und die damit Verbundene Umstellung von Technik und Ressourcenausnutzung müssen also viel grundlegender angegangen werden, als es bisher, zu beobachtend, der Fall gewesen wäre oder ist, um noch ein Mindestmaß von dem für die Zukunft gewährleisten zu können, was den Menschen in gefährdeten Küstengebieten, bisher noch an Fischerei möglich war. Oder sie müssen schonend auf eine andere wiederum global angepasste, völlig andere neugeplante Wirtschaftsweise umgestellt werden und ihren Verhältnissen entsprechend angepasst in eine menschenwürdige Lebensweise gebracht werden, die sie nicht unter den rezenten Klimaveränderungen leiden lässt. Wenn wir uns einmal die weltweite Vegetationsverteilung auf der gesamten Erde im Vergleich zwischen den Jahrhunderten 1800, 1900 und dem angefangenen Jahrtausend angucken, so wird deutlich, daß rücksichtslose Menschen im Dienste des Kapitals, auch auf direktem Wege mit dem Raubbau an der Natur die Lebensgrundlagen vernichten. Die Abholzung der Regenwälder oder das sinnlose Ausbrennen von Ölfeldern sind nur Teile von diesem Gesamtzusammenhang. Hauptverantwortlich für die schnelle Klimaverwärmung ist also der im letzten Jahrhundert enorm gestiegene Ausstoß von Treibhausgasen, an dem auch EU-Europa einen maßgeblichen Anteil hat. Im 20. Jahrhundert hat sich das Weltklima nachweislich um mehr als 0,6°C erwärmt und das Tempo des Anstiegs wächst nach wie vor. „Ein wesentlicher öِkologischer Faktor ist die Temperatur. Die ganzjährig warmen tropischen Meere unterscheiden sich in der Organismenbesiedlung deutlich von den immer kalten Polarmeeren oder der gemäßigt temperierten Nordsee mit starken Jahresschwankungen.“ (BICK & HANSMEYER & OLSCHOWY & SCHMOOCK 1.) und Plakativ muss somit klarwerden, was das mit dem Klimawandel einhergehende Abschmelzen der Gletscher, sowie der grönländischen-arktischen und antarktischen Festlandseismassen für katastrophale Folgen auf die Wärmepumpe der Erde, das sog. globale Förderband der Meereströme und damit wiederum auch auf Fischschwärme und die Fischerei in allen Ozeanen hat und haben wird. „Unter den ِkologischen Faktoren im Meer sind die Strِmungen besonders zu erwähnen, da sie für die Ausbreitung der Organismen und die Stoffverteilung eine wesentliche Rolle spielen.“ (ebd.)
Unabhängig von den von PaläoklimatologInnen erforschten ursprünglich gängigen Zyklen der natürlichen Erderwärmung und Abkühlungen, den Kalt- (Eis-) und Warmzeiten, welche in der geologischen Zeittafel erfasst sind und z.B. durch die Milankovic Zyklen beschrieben und erklärt werden, gibt es also den anthropogen verursachten Klimawandel, welcher eine wesentlich beschleunigte und entgegen der, nach paläoklimatischen Erkenntnissen, ermittelten Kreisläufe, der als natürlich angesehenen, Übergänge zwischen Warm- und Kaltzeiten, auf der Erde wirkt und demnach als massiver Eingriff in das natürliche Klimasystem angesehen werden muss. "Die prognostizierte Klimaänderung wird auf alle Fälle größer sein als irgendeine in den letzten 10000 Jahren. Daraus resultieren Veränderungen ökologischer Beziehungen und bio-geochemischer Systeme, die die Menschen noch Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte lang beschäftigen werden." (ENDLICHER 1.)
Wasser, die Quelle allen Lebens auf der Erde
„Feuer, Wasser, Luft und Erde sind die vier Elemente, die in der mythologischen Betrachtungsweise des Lebens über Jahrtausende weltweit überlebt haben. Den Christen gereicht das heilige Wasser zur Taufe, den Indern ist der Ganges ein heiliger Fluß und jede Quelle eine Gottheit. Im Wasser sind Wahrheit und Weissagung zu finden, der Wasserkreislauf ist das Sinnbild der Zeit und der Natur.“ (TELKÄMPER 1.) Trinkwasser muß in der BRD einer DIN-Norm entsprechen. „Es muß „appetitlich“ sein und zum „Genuß anregen“, es muß „farblos, klar, kühl geruchlos und geschmacklich einwandfrei“ aus der Leitung kommen.“ (ebd.) Um uns konkreter den Bereichen der Meere, Seen und Flüsse anzunähern an und in denen Menschen fischen möchte ich auf die Verteilung des Wassers auf der Erde hinweisen: „Die Gesamtwassermenge der Erde wird auf ca. 1,64 Mrd. km³ geschätzt. Davon sind ca. 0,25 Mrd. km³ in der Gesteinsrinde chemisch gebunden. Die Menge des frei beweglichen Wassers wird bei A. BAUMGARTNER & E. REICHEL (1975), A. BAUMGARTNER & H.J. LIEBSCHER (1990) mit 1,386 Mrd. km³ angegeben. [...] Sie verteilt sich auf die einzelnen Speicher sehr ungleichmäßig [...]. Von 519,1 Mio. km² Erdoberfläche sind 361,2 Mill. km² meerbedeckt (70,8%), 29,2% machen die Landflächen aus. [...] Die Meere beinhalten 81,6% des gesamten und sogar 97,5% des beweglichen Wassers. Auf das Festland und die Atmosphäre enfallen nur 2,5% des frei beweglichen Wassers. Die Süßwassermengen der Erde betragen nur 35,029 Mill. km³. Der größte Teil des Süßwassers ist [bislang] mit 24,364 Mill. km³ (79,5% [des Süßwassers]) [noch] im Eis von Gletschern der Hochgebirge und Polargebiete gespeichert. [...] (WILHELM 1.) Alle Meere der Erde zusammen bedecken eine Fläche von 361 Mio. km² und sind im Durchschnitt 3800 m Tief. „Das ergibt ein Volumen von 1370 [Mio. Km³].“ (RAHMSDORF & RICHARDSON 1.) „Die Wärmespeicherung in der Atmosphäre und den Landmassen beträgt zusammen nur etwa 10% der der Ozeane.“ (ebd.) Die hemmungslose Ausbeutung der Wasserressourcen, die Vergiftung des Wassers durch die kapitalistische Landwirtschaft und die Produktions sowie die daraus folgenden Naturzerstörungen und Klimaveränderungen haben dazu geführt, daß die Versorgung mit sauberem Trinkwasser nicht mehr gesichert ist. Weltweit leben zwei Milliarden Menschen ohne sauberes Wasser. An den Folgen sterben jährlich 25 Millionen Menschen. (taz & WDR 1.) „Selbst wenn alle Abwasserleitungen in die Saar drastisch vermindert würden, bliebe der Fluß hinsichtlich seines Sauerstoffhaushaltes weiterhin kritisch belastet. Die Saarkanalisierung verschlechtert die Wasserbiologie dramatisch, weil sie den Wasserkörper [(Durchflußgeschwindigkeit und eigenschaften des gesamten Fließgewässers)] verändert und einschneidend in die Ufervegetation eingreift: Die Artenvielfalt und alles vom Sauerstoff abhängige Leben im Fluß sind im Begriff, weitgehend zerstört zu werden.“ (KUNZ 1.) Auch die EU-Politik setzt nach wie vor auf Flussbegradigungen und den Bau von Staudammsystemen, die weltweit das Artensterben in den Süßwasser-Ökosystemen befördern. Weltweit sind bereits 20% von 9000 Fischarten ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. (Nach Telepolis) Für die BRD bedeutet dies konkreter; Mühlstaus, Holzflößerei u. Fischerei beinflußten bis zum "Mittelalter" nur lokal die Fauna der Gewässer, Bäche, Flüsse und daran angeschlossenen Seen. Seit ungefähr 1850 stieg die Zahl unterschiedlichen Nutzungsansprüche und Belastungsfaktoren infolge der zunehmenden Bevölkerungsdichte und bereits genannten fortschreitenden Industrialisierung exponentiell an. Die mit der allgemeinen Intensivierung der Landwirtschaft einhergehenden Prozesse führten ebenfalls zu erheblichen Veränderungen der Gewässer und damit natürlich auch den Bedingungen in denen sich Fische entwickeln konnten.
Die Folgen - Fischbestände und das Artensterben
(Der längst schon erschreckende Zustand in Süß- und Salzwasser. Flüsse, Seen und Weltmeere, natürliche und unnatürlich gemachte Einflußfaktoren)
Die Gefährdung der Fische und ihres Lebensraums belegt z.B. sehr ausführlich die "rote Liste" der gefährdeten Tiere der Bundesrepublik Deutschland. In der Ausgabe der "roten Liste" von 1998 werden 74% der in der BRD vorkommenden Süsswasserarten (Fische) in dieser Liste geführt. Je nach Bedrohungsituation werden die Arten in 5 Klassen (ausgestorben oder verschollen, vom Aussterben bedroht, stark gefährdet, gefährdet sowie "sehr seltene Arten bzw. Arten mit "geografischer Restriktion" also regional begrenztem Vorkommen) eingeteilt. Für "Meeresfische" liegt seit 1994 erstmals eine „Rote Liste“ vor (fortgeschrieben bis 1998). Schwere Belastungsfaktoren, sind z.B. Stauanlagen, sog. Wanderhindernisse: Unter vom Menschen nicht beeinflußten Bedingungen sind "Fließgewässer" zusammenhängende Gebilde mit einer charakteristischen Zonierung. Nur selten werden Teilbereiche durch natürliche "Sperren" isoliert. Durch Wehranlagen und Staudämme zur Regulation der Wassermengen, für die Schiffbarmachung, Energie - od. Trinkwassergewinnung wurden besonders in den letzten 150 Jahren viele Gewässersysteme unterbrochen bzw. isoliert. Der Rückgang anadromer Fischarten wie z.B. Lachs, Maifisch und Finte läßt sich meist unmittelbar mit der Unterbrechung der Wanderwegen der Fische zu ihren jeweiligen Laichplätzen in Verbindung bringen. Aber nicht nur Flüsse bewohnende Fische, sondern zunehmend auch in Bächen vorkommende Fischarten werden durch ungünstig konstruierte Brückendurchlässe, kleine oft nur 20 - 30 cm hohe Schwellen oder Meßpegel an ihren Wanderungen gehindert. Besonders bodenorientierte Fische, Schmerlen, Groppen, Gründlingen und auch Neunaugen (Petromyzontidae, die keine Fische sondern relativ ursprüngliche, kieferlose, Vorwirbeltiere, Chordatiere, keine paarigen Extremitäten und auch keine Wirbelsäule aufweisen, sind) werden durch diese Hindernisse an der Wiederbesiedelung verödeter Gewässerabschnitte gehindert. Neben der Behinderung des Wanderverhaltens wirken sich Stauhaltungen aufgrund der stärkeren Erwärmung des gestauten Wassers und über Feinsedimentablagerung infolge der Reduktion der Fließgeschwindigkeit besonders ungünstig für das damit abebbende Fließgewässer aus. Weist ein solches Gewässer zudem eine ungünstige Gewässergüte (Güteklasse II - III oder schlechter) auf, so kommt es zu Faulschlammablagerungen und Sauerstoffverzehrungen, dem sprichwörtlichen Umkippen des Gewässers, welches den Tod für die meisten Lebewesen in ihm bringt.
Die vorher darin lebenden Fische, die sich zumeist aus strömungliebenden Arten zusammensetzten, weichen damit zunächst den euryöken Stillwasserarten, welche besser an sauerstoffarme Gewässer angepasst sind. Der Klimawandel wirkt sich zusätzlich verstärkend auf diese Prozesse aus und begünstigt u.a. den Sauerstoffentzug und das schnellere Umkippen des Gewässers. Gegenwärtig sind nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz davon in den hiesigen Süßwasserbereichen besonders betroffen: Die Fische sog. Rundmäuler (marin), davon die Pisces, Cyclostomata (marin) 207 Arten und von Fischen sog. Rundmäuler (limnisch) , sog. Pisces, Cyclostom ata (limnisch) 70 verschiedene Arten. (BFN 1.) Wenn sich Gewässer zu stark erwärmen, wie dies auch mit den Weltmeeren der Fall ist und/oder stillgelegt werden, wie es u.U. bei einer gravierenden Änderung der Konvektion der Meeresströme zu erwarten sein kann, so daß kein Frischwasser und somit auch kein Sauerstoffaustausch mehr stattfinden kann, wird es zwangsläufig zum Tod der darin lebenden Fische u.a. Organismen kommen. „Die meisten Wasserorganismen benötigen eine Mindestkonzentration von gelöstem Sauerstoff im Wasser zum Leben. Die Löslichkeit des Sauerstoffs im Wasser nimmt mit steigender Temperatur sowie mit steigendem Gehalt an gelösten Substanzen (z. B. viskositätserhöhende und oberflächenaktive Stoffe, Salze, andere gelöste Gase) ab. Der Sättigungswert beträgt bei 0 °C 14,6 mg O2/l (a. d.) und sinkt bei 20 °C auf 9,1 mg O2/l (a. d.). Die fischkritische Konzentration wird bei Werten kleiner als 4 mg O2/l erreicht.“ (Wasser-Wissen 1.) „Im Austausch mit der Luft lösen sich im Wasser bei bestimmten Temperaturen bestimmte Mengen an Sauerstoff. [...] Der Sauerstoffgehalt des Wassers ist von großer Bedeutung für in Gewässern lebende tierische Organismen und Bakterien. In verschmutzten, mit organischen Stoffen belasteteten Gewässern entsteht gegenüber den hier aufgelisteten Maximalwerten der Sauerstoffkonzentration ein Sauerstoffdefizit.“ (THUM 1.)„Weithin unterschätzt wird außerdem die Erwärmung unserer Flüsse dort, wo sie z.B. Atomkraftwerke kühlen müssen. Der feine Ausdruck „thermische Anreicherung“ meint Wärmeverschmutzung und verdeckt daß AKWs etwa sechzig Prozent mehr Wärme an das Kühlwasser verschwenden als gleich große Konventionelle Kraftwerke. Das Naturgesetz, daß eine Erhöhung der Temperatur den Ablauf chemischer Reaktionen beschleunigt, nutzt die Menschheit schon, seitdem sie den Umgang mit Feuer gelernt hat. Es geht auch ein in die chemische Synthese, die uns zur Zeit - weltweit - täglich etwa tausend neue Substanzen beschert. Doch verglichen mit den unendlich vielen Prozessen die eine Temperaturerhöhung in aquatischen (und terrestrischen) Ökosystemen beeinflußt - bis hin zur Beschleunigung der Geschlechtsreife oder zur Verkürzung der Lebensdauer und zum raschen Tod -, ist die Nutzung von Wärme im chemischen Labor von geradezu ergreifender Primitivität.“ (WASSERMANN 2.)
Der Tod durch Sauerstoffmangel (Ersticken von Fischen): "Wird bei aeroben Tieren die zum Leben notwendige, vom jeweiligen Bewegungszustand und der Beschaffenheit der unmittelbaren Umgebung abhängigen Sauerstoffmenge unterschritten, kommt es zum Absterben. [...] [Besondere] Lebensfeindlichkeit des Mediums liegt dann vor, wenn [Schwefelsäure, H2S] nicht nur im Boden, sondern auch dauernd im Wasser darüber auftritt. Zu erwarten sind derartige [Ablagerungen,] Sedimente in ruhigen, abgeschlossenen, mehr oder weniger strömungslosen Gebieten. [...] Besonders empfindlich gegen Sauerstoffmangel sind viele Fische. Während der normale Gehalt des Wassers an Sauerstoffgas etwa zwischen 0,17-0,16% schwankt und im Durchschnitt 0,33% beträgt, ist ein Gehalt zwischen 0,17 und 0,20% unzureichend für die Mehrzahl der Raubfische, die infolge ihrer großen Beweglichkeit einen besonders hohen Bedarf an Sauerstoff haben. Bei Weißlingen, Gründlingen, Kaul- und Flußbarschen, Rotaugen und Brachsen tritt Atemnot ein, wenn im Liter Wasser nur 1cm³ O2 enthalten ist. Bei 0,5-0,8cm³ erfolgt bereits der Tod. Für die Forelle reichen nach M. PLEHN 5-8 cm³ O2 aus; 2-3cm³ sind ungenügend, 1,5cm³ tِdlich. Bei Karpfen sind 3-5,2cm³ erforderlich, 0,5cm³ tödlich. [...] Die Verminderung wirkt sich vor allem dann aus, wenn nicht durch anhaltende und ausreichende Wasserbewegung [(wie auch bei Abbebben von Meerestrِmungen zu erwarten wäre und in stillgelegten Gewässern Mitteleuropas vielfach zu beobachten ist)] eine laufende Zufuhr frischen Wassers erfolgt bzw. die Verarmung an Sauerstoff durch die Tätigkeit pflanzlicher Organismen ersetzt wird. [...] verarmt das Wasser durch die laufenden Zersetzungsprozesse und die Atemtätigkeit der Organismen. Der Sauerstoffmangel kann dabei so groß werden, daß selbst im Winterschlaf befindliche Wasserbewohner trotz ihres gerinden Sauerstoffbedarfs aufwachen. Durch die Muskeltätigkeit benِtigen sie dann bedeutend mehr Sauerstoff als vorher und gehen ein, [...]. Fossil ließ sich der Tod durch Ersticken z.B. in der Braunkohle des Geiseltales nachweisen [...].“ (MÜLLER 1.) „Eine Erwärmung des [Wassers] um wenige Grad steigert bei allen Arten [...], die diesen massiven Eingriff überhaupt noch überleben, die Stoffwechselaktivität und damit den Sauerstoffverbrauch. In warmem Wasser ist aber viel weniger Sauerstoff verfübar [...]. Auch der [sog.] Gleichgewichtszustand zwischen den zahlreichen Arten verschiebt sich [rasant]. [...] Massensterben [...] setzt ein und Fäulnis beschleunigt diesen Prozeß. Baualgen vermehren sich rasch und produzieren Toxine, die zusätzlich die Lebensbedingungen der anderen Arten gefähren - einschließlich der Trinkwasserversorgung. Und schließlich steigt mit der Umgebungstemperatur auch die Toxizität chemischer Verbindungen.“ (WASSERMANN 2.) „Um zukünftig das Umkippen der Saar in einem weitgehend sauerstofflosen Fäulniszustand während der Sommermonate zu vermeiden, muß nach Vollendung des Kanals an mehreren Stellen Sauerstoff in den Fluß geblasen werden. Die todkranke Patientin Saar wird also - wenn überhaupt - zukünftig nur noch durch künstliche Beatmung am Leben erhalten werden können...“ (KUNZ 1.) Ein solches Szenario bleibt jedoch nur in den reicheren Industrieländern vorstellbar und wäre auf das Meer kaum anwendbar. Wie bereits vielfach nachgewiesen wurde, gibt es in den Weltmeeren schon lange besonders sauerstoffarme Gebiete. Auch diesen Umständen hat sich das Leben im Meer selbstverständlich angepasst. Wie lange aber wird es noch durchhalten? Einem so raschen Änderungsprozeß wie wir in heute erleben, wird es wohl kaum hinterher kommen. „Tote Zonen: Den Meeren fehlt der Sauerstoff. Sauerstoffarme oder „Tote Zonen“ in den Weltmeeren drohen nach Einschätzung der UN-Spezialisten zu einer großen Gefahr, vergleichbar mit der Überfischung, zu werden. Der erhöhte Eintrag von Nährstoffen (Stickstoffverbindungen und Phosphate) aus Abwässern und Düngemitteln der Landwirtschaft führt zu einer Überdüngung der Gewässer und löst ein Massenwachstum von Algen aus. Trübes Wasser, sterbende Organismen und extremer Sauerstoffentzug sind das Ergebnis. Im Jahre 2003 gab es in den Weltmeeren 150 bekannte „Tote Zonen“. Nur drei Jahre später, 2006, wurden in den Meeren bereits 200 Gebiete ohne jedes Leben registriert. Einige dieser „Toten Zonen“ erstrecken sich über eine Fläche von über 70.000 km2, was der Grِöße Bayerns entspricht. “ (FERSEN & WIESSMEYER 1.) „Ostsee: Getrübter Badespaß. Derzeit verursachen jedes Jahr eine Million Tonnen Stickstoff und 35.000 Tonnen Phosphor die Überdüngung des Meeres.“ (Köln Agenda 1.) Zusammen mit der beständigen Erwärmung des Meeres insgesamt steigert die künstliche Überdüngung durch gesteigerte anthropogene Einflüsse die fatale Kettenreaktion der Sauerstoffbindung. Dies wird weiter zum Sauerstoffentzug, also zum Verlust und damit zum dramatisch beschleunigten Fischsterben beitragen.„Ein geringer Sauerstoffgehalt (Hypoxie) oder sein vollständiges Fehlen (Anoxie) [führt zu] einem Massensterben von am Grund lebenden Organismen und Fischen [...].“ (RAHMSDORF & RICHARDSON 1.) „Die Sauerstoffverarmung [...] macht diesen Bereich des Ozeans für zahlreiche [...] Organismen ungeeignet und viele davon verschwinden. [...].“ (ebd.) Dies kann mittlerweile beinahe überall auf der Welt in Küstengewässern beobachtet worden (Vrgl. CAMERON P., "Gefährliche Stoffe, Unsichtbar wirksam" in; BUNDmagazin 1/2008, www.bund.net).
Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und die Lebensräume
Weiter steht in diesem Zusammenhang die Austrocknung nur periodisch wasserführender Flüsse, die von Gletschern oder anderen Quellen aus dem Inland gespeist werden und von kleineren Seen, die ihr Wasser ebenfalls nur periodisch von bestimmten Regenzeiten erhalten, bevor. „Der Tod durch Austrocknung: Besonders in Räumen mit aridem und semiaridem Klima ist die Austrocknung von Flußläufen und stehenden Wasserbecken eine häufige Erscheinung. Für viele Tiere bedeutet sie eine große, oft tödliche Gefahr [...]. Aber auch in gemäßigten Gegenden kann ähnliches beobachtet werden. [...]“ (MÜLLER 1.) Andererseits wird es mit den sich drastisch verlagernden Wettererscheinungen, durch die Einflüsse auf die sog. globale Zirkulation der Atmosphäre in anderen Gegenden auch zu aperiodischen Starkregengüssen, Verschiebungen und Verstärkungen der Wirkungen der Monsune, häufigeren Wirbelstürmen, etc, kommen. Es kann dabei insbesondere auch„der Tod durch Überschwemmung“ eintreten. Von dem Fische zwar nun nicht direkt betroffen wären, aber wenn sich das Wasser in der Folge schnell zurückzieht oder Gewässer von Schlamm überflutet werden, ist auch dabei absehbar, daß die Fische im Nachhinein auf dem trockenen bleiben. „Bekannt sind aus der Gegenwart die oft katastrophalen Folgen plötzlich auftretender Überschwemmungen, in deren Verlauf [Tiere] [...] den Tod finden.“ (MÜLLER 1.) In Spanien sollen von 2000 bis 2020 20 Staudämme gebaut und mit ca 1,1 Mrd. Euro von der EU subventioniert werden. Der sog. „Nationale Wasserplan“ der spanischen Regierung würde dazu führen, daß sich die Wassermenge in den großen Flüssen auf ein Zehntel verringern würde. Den Flussdeltas von Guadalquivier und Ebro droht die Trockenlegung und Zerstِrung, weil ihr Wasser für das Agrokapital umgeleitet werden soll und aus offensichtlichen Gründen der aktuellen Bewässerungssituation für den weiteren Anbau von Obst auch umgeleitet werden muss. Die gegenwärtig 880 großen Staudämme Spaniens halten ca 40% des Flusswassers zurück - soviel wie in keinem anderen Land der EU. Der Mittellauf des Tajo wird zum Rinnsaal, weil die Wassermassen umgeleitet werden für die Obstplantagen und Gemüsegewächshäuser in Valencia und Murcia (Heise 2.). Die Süßwasserreserven in den Gebirgen sind bis auf Reste zusammengeschmolzen, z.B. in der altbekannten Sierra Nevada. Der Schnee wurde benutzt, um die unter Plastikplanen gezogenen Tomaten, Erdbeeren und andere Früchte für den Export in andere EU-Länder zu bewässern. (Aus dem Weltraum betrachtet, die Aufnahmen sind z.B. bei Google-Earth zu sehen, sieht es dort aus als würde Schnee liegen.) Weil dort überall Kläranlagen fehlen, verwandeln sich die Flüsse Spaniens in stinkende Kloaken in denen kein Leben für Fische mehr mِglich sein wird. Am nِrdlichen Mittelmeer sind bereits 25% der Böِden versteppt. In Portugal, Spanien und Griechenland, teilweise auch in Italien und den ehemaligen jugoslawischen, kroatischen und serbischen Ex- und Enklaven, schreitet die Wüstenbildung voran. Ganz besonders die Wüste Sahara in Nordafrika dehnt sich aus und neue Wüsten entstehen vielerorten durch die allgemeine Veränderung des Klimas. Insbesondere deutlich gemacht haben die Gefahren der dort, in den sog. Mediterranen-Winterregengebieten, während der Sommermonate die immer länger anhaltenden Dürreperioden, die vielen katastrophalen Waldbrände die in diesem Jahr sogar die Hauptstadt von Griechenland, Athen und den hiesigen Menschen heiligen Ort Olympia heimsuchten. Die Feuerwehren der ِrtlichen Einsatzkräfte standen den Horroszenarien der Flammeninfernos machtlos gegenüber und selbst der Dauereinsatz von Lِöschflugzeugen aus anderen EU-Staaten und sogar russische Unterstützung vermochte kaum etwas gegen die strohfeuerartige Ausbreitung der Brände zu bewirken, die vielfach begünstigt durch korruption und illegale Bauspekulation von Menschen mit niederen Beweggründen gelegt worden waren. Ein weiterer Faktor ist der Wasserverbrauch durch die Tourismusindustrie. Weil die Menschen vor der physischen und psychischen Verelendung und den kaputten Umweltbedingungen in den Ballungszentren des Nordens zumindest teilweise, für eine kurze Zeit lang, in kleine Urlaubs-Paradiese, flüchten wollen, werden sie massenhaft mit motorisierten Verkehrsmitteln, die das Klima weiter anheizen, in Gegenden transportiert, in denen (für die TouristInnen nicht so offensichtlich) Wasserknappheit herrscht. Um den immensen Verbrauch der Hotelketten und damit verbundener Sportanlagen, z.B. Golfplätze, o.ä., zu decken, werden dort noch mehr Reservoirs gebaut und die Grundwasservorräte ausgeplündert, die als kostenlose Produktionsmittel, einzig zu diesem Zwecke der Kapitalbefriedigung, angeeignet wurden. Grundwasserabsenkungen führen jedoch geologisch-hydrologisch eindeutig nachweislich zu schwerwiegenden Eingriffen in den gesamten Wasserkreislauf jeder Region auf der Erde und betreffen damit wiederum auch all jene Lebewesen, welche im Wasser zu leben hätten. Die kapitalistische Produktionsweise untergräbt ständig die (Überlebens-)Bedingungen ihres eigenen Betriebes. Das gilt selbstverständlich auch oder in der EU gerade für die Agrarproduktion. Friedrich Engels beschrieb schon 1864 in dem berühmten Werk „Dialektik der Natur“: „Die einzelnen, Produktion, und Austausch beherrschenden Kapitalisten kِö nnen sich nur um den unmittelbarsten Nutzeffekt ihrer Handlungen kümmern. [...] Wo einzelne [KapitalistInnen] um des unmittelbarsten Profits willen produzieren und austauschen, können in erster Linie nur die nächsten, unmittelbarsten Resultate in Betracht kommen. Wenn [die/der] einzelne [FabrikantIn] oder [Kauffrau, bzw. Kaufmann] die fabrizierte oder eingekaufte Ware nur mit dem üblichen Profitchen verkauft, so ist [sie/er] zufrieden und es kümmert [sie/ihn] nicht, was nachher aus der Ware und deren [KäuferIn] wird. Ebenso mit den natürlichen Wirkungen derselben Handlungen. Die spanischen Pflanzer in Kuba, die die Wälder an den Abhängen niederbrannten und in der Asche Dünger für eine Generation höِchst rentabler Kaffeebäume vorfanden - was lag ihnen daran, daß nachher die tropischen Regengüsse die nun schutzlose Dammerde herabschwemmten und nur nackten Fels hinterließen?“ (ENGELS 1.) Der ökologische Landbau hat dagegen z.B. einen Anteil von lediglich 3% in der EU. Seine Förderung im kleinen Maßstab dient hier nur der Verschleierung der inhumanen, naturzerstörerischen Ziele der Agrarpolitik. „Wie in der städtischen Industrie wird in der modernen Agrikultur die gesteigerte Produktivkraft und größere Flüssigmachung der Arbeit erkauft durch Verwüstung und Versiechung der Arbeitskraft selbst. Und jeder Fortschritt der kapitalistischen Agrikultur ist nicht nur ein Fortschritt in der Kunst, den Arbeiter, sondern zugleich in der Kunst, den Boden zu berauben, jeder Fortschritt in Steigerung dieser Fruchtbarkeit. Je mehr ein Land [...] von der großen Industrie als dem Hintergrund seiner Entwicklung ausgeht, desto rascher dieser Zerstörungsprozeß.“ (MARX 2.) Die Umwelt, Menschen und Tiere kaputt machenden Auswirkungen der kapitalistischen Produktion drohen immer wieder ein Ausmaß anzunehmen, welches den reibunglosen Gang der Geschäfte stört. Dann erst werden wieder technokratisch verbesserte Umweltschutzbestimmungen verschrieben und erlassen. Wenn Rohstoffmangel droht, z.B. durch die Abholzung und Vergiftung der Wälder, wenn über die Folgen der Erderwärmung, Stürme, Überflutungen, Trockenperioden, Wassermangel, Brände und Artensterben, Milliardenwerte bedroht werden, wenn die Giftkonzentration so unerträglich wird, daß die Arbeits und Ausbeutungsfähigkeit der Menschen selbst beeinträchtigt wird, dann reagiert jede Regierung, insbesondere in der EU, mit Regulierungsversuchen. Diese haben jedoch immer einen technokratischen oder imperialistischen Kern. Wenn Grenzwerte festgelegt werden, die eben nicht so formuliert sind, wie es zum Schutz der Gesundheit der Menschen und zum Erhalt ihrer Umwelt und damit der Natur, also u.a. auch den Fischen, nötig wäre, sondern wie sie vom Kapital der jeweiligen Mitgliedsländer eingehalten werden können. Menschen und Tiere sollen dank ihnen eben nicht sofort oder gehäuft Krank werden und sterben, sondern erst später, ohne direkten zeitlichen Bezug zur Ursache. (Vrgl. ASSELHOVEN D.; Script Klima- und Umweltkiller EU-Europa, jour fixe der Ökologischen Linken Köln, 2007) Ein altes Beispiel, der motorisierte Individualverkehr, eine der Hauptantriebsfedern des anthropogenen, kapitalistischen, Motors für den sog. Klimawandel: Wenn Menschen und Natur bereits an 600 Mio. Kraftfahrzeugen kaputt gehen, aber sich deren Zahl (also ihr Absatz) bis 2020 verdoppeln soll, dann wird nicht die Produktion von Autos (PKWs, LKWs nach herkömmlicher Bauart) in Frage gestellt, sondern nach technokratischen, innersystemarischen, Lösungen Ausschau gehalten. Die Lösung dazu lautet im Tenor (aller deutschen Konzerne bishin zur Bundestagsfraktion der sog. Grünen) zur Zeit des Anteils alternativer Kraftstoffe (siehe z.B. die Erklärung der G8-Staaten in Heiligendamm 2007), also sog. „Biosprit“ aus Raps, Mais, Zuckkerohr oder anderen sog. Energiepflanzen, soll den Automobilitätswahn retten und die schwindenen fossilen Energieträgerstoffe, wie hier das Erdöl, im aufgeschobenen, niemals aufgehobenen Ressourcenverteilungskampf weltweit, strecken. Dabei wird nur weiter neue Zerstörung hervorgerufen. Die Senkung der Kohlenstoffdioxidbilanz mithilfe des Biomasse-Anbaus ist jämmerlich erdrückend niedrig und inzwischen sind bereits in den arm gehaltenen Anbauregionen des Trikonts die Nahrungsmittelpreise ins unerschwingliche gestiegen. Neue Hungersnöte die aus dieser Ausbeutung resultieren drohen u.a. in Mexiko und Brasilien. „Wissenschaftler sagen einen tiefgreifenden Wandel des Nahrungsmittelmarktes voraus, sollten Bauern ein besseres Geschäft im Anbau von Pflanzen für Kraftstoff sehen als darin, Menschen mit ihrer Ernte zu ernähren. Und der Biosprit-Boom hat gerade erst begonnen. US-Unternehmen und Präsident George W. Bush plädieren für einen Wechsel hin zum Biotreibstoff. In den USA ist die Nachfrage nach Ethanol, das aus Mais oder Zuckerrüben hergestellt wird, rapide gestiegen. Das trieb den Maispreis auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Die ersten Auswirkungen waren in Mexiko zu spüren. Der Preis für Tortillas verdreifachte sich. 1,36 Dollar kostet jetzt ein Kilo der Maisfladen. Viel Geld für mehr als die Hälfte der Bevölkerung, die mit fünf Dollar oder weniger am Tag auskommen muss. Im Januar gingen zehntausende Mexikaner auf die Straße, um gegen die hohen Tortilla-Preise zu demonstrieren. Der Preisanstieg veranlasste den konservativen Präsidenten Felipe Calderon, ein Verfechter des freien Marktes, sogar dazu, die Preise zu kappen.“ (GIDLEY 1.) Wenn Menschen also schon keine Möglichkeiten zur normalen Lebensmittelproduktion auf dem Festland mehr haben und die Meere um sie herum leergefischt sind und nun die Erholung der Bestände auch noch immer rapider vom Klimawandel bedroht ist, viele Arten bereits am Aussterben sind und damit weitere Arten mit in den Tod reißen, ist es da nicht absehbar wer in diesem kapitalistisch verursachten Konkurrenzkampf noch überleben wird? Die Fische und damit die Fischerei mit Sicherheit zuletzt. Denn wo keine Fische mehr sind kann auch nicht gefischt werden. (Vrgl. DITFURTH J.; Lebe Wild und Gefährlich, Radikalökologische Perspektiven, "japanische Fangflotten, Ökoterroristen", Kiepenheuer & Witsch, Köln, 1991)
Die Meereströme und ihre Verbindungen im Ökosystem der Meere
Die Meeresströme werden von vielen Fischschwärmen, Meeressäugetieren und z.B. auch Meeresschildkröten, wie uns das für Kinder liebenswürdig veranschaulichtes Zeichentrickfilmbeispiel in “Findet Nemo” zeigt, als Triebfeder und zur Routenfindung für ihre Wanderungen von in Laich- und Aufzuchts, bzw. Nährgebiete, also z.B. in Planktonreiche Regionen, o.ä. zu kommen genutzt. Wenn die Meereströme nun also umgelenkt werden, bzw. angeblich abbrechen oder gar aufhören zu “fließen”, wie es aus Ozeanographischer Sicht nicht unbedingt zu erwarten steht, oder was zunächst viel wahrscheinlicher ist sich grundlegend in ihren Stromrichtungen verändern, wird es zu einer vollkommenen Des- , bzw. Neuorientierung dieser, davon abhängigen Tiere kommen müssen. An welche Küste gelangen diese Fische und Tiere damit auf einmal? Wird das Nahrungsangebot dort noch das gleiche sein (können)? Mit Sicherheit nicht. Und wie verändert sich z.B. die Situation gerade in den Polarmeeren wo beinahe alle höheren, im Wasser lebenden Säugetiere und größeren Fische vom Krill, dem bisher noch meist vorkommenden Zooplankton der Ozeane in Form von im Wasser schwebenden Kleinkrebsen, leben. Die Änderung der Situation dieser umherwandernden Lebewesen wird in dieser Verkettung natürlich massivsten Einfluß auf den Fischreichtum vor allen Küsten der Weltmeere und damit selbstverständlich auch auf die dort fischenden Menschen nehmen. Bekannt sind solche Befunde bisher vorwiegend bei zwischen Süß- und Salzwasser wandernden Arten, wie z.B. Lachsen. Aber selbst die Situation dieser Tiere und der von ihnen lebenden Menschen war nicht erforscht genug als es aus anderen Gründen zum herbeigeführten Zusammenbruch der indigenen Kulturen in Kanada, Alaska oder den USA kam. Insofern spielen diese Beispiele für die heutige Situation kaum eine Rolle mehr. „Das gesamte Nahrungsnetz in antarktischen Gewässern [...] hängt vom Vorhandensein winziger, garnelenähnlicher Tiere ab, die als „Krill“ bezeichnet werden. Wie viel Krill es gibt [...] wird von der Ausdehnung des Meereises bestimmt, weil die Phytoplanktonarten, von denen der Krill lebt sich in hohen Konzentrationen [nur] direkt unter dem Eis finden.“ Kein Meereis mehr bedeutet also auch kein Krill und keine sich davon ernährenden weiteren Tiere mehr oder eine radikale Umstellung und mindestens eine Abwanderung und Umverteilung der Lebensverhältnisse für alle davon Abhängigen Arten und Menschen, die Inuit, u.a. (nicht mehr nur) indigenen Gruppen, wird in diesen Regionen die Folge sein. (RAHMSDORF & RICHARDSON 1.) Besonders alteingesessene Fischereigesellschaften werden, beschleunigt durch den Klimawandel, zusammenbrechen. Hierzu möchte ich im Vergleich den heute angegebenen, weltweiten Verbrauch von Fisch und Fischereierzeugnissen mit alten Aufzeichnungen aus einer geographischen Abhandlung von 1959 aufzeigen wie wichtig Fisch und andere direkte Produkte aus dem Meer, für die am Meer ansässigen Menschen waren. „Fischer auf Ceylon“: „Der Durchschnittsverbrauch pro Kopf an Fisch dürfte demnach in Ceylon [...], in die Größenordnung von 10kg Rohware liegen, eine Menge die nur in wenigen Ländern der Welt wirklich überschritten wird [(wurde)]. So ist der Fisch der bedeutenste Lieferant von tierischem Eiweiß für den Großteil der Bevölkerung. Weil der Konsum bei vielen Verbraucher[Innen] recht hoch ist, reicht allerdings das Gesamtangebot an Eigenerzeugung und Einfuhr nicht aus, um den Eigenbedarf auch der ärmeren Schichten zu befriedigen [...].“ (BARTZ 1.) Der weltweit durchschnittliche Fischverbrauch betrug, laut der Welternährungsorganisation, im Jahre 2003 rund 16kg pro Kopf. Weltweit standen im Jahr 2001 etwa 101Mio. Tonnen Fisch zum Verzehr zur Verfügung, wovon ungefähr 2/3 in Asien und davon wiederum die Hälfte in China verzehrt wurden. Fisch bildet damit eine traditionelle, wichtige und billige Quelle für Menschen in sog. Entwicklungs- und sog. Schwellenländern im Hinblick auf die Versorgung mit Eiweiß (Proteinen). Der höchste, durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch findet sich dabei in einigen der ärmsten Länder der Welt wie den Malediven (ca. 180,6kg), Samoa (ca. 90,6kg) und Kiribati (ca. 74,3kg). Der Konsum (2003) in Deutschland betrug etwa 15kg während in Island ca. 90kg, in Frankreich ca. 31kg und in Italien ca. 26kg gegessen wurden. Außerhalb Europas wurden in den USA ca. 21kg, in Rußland ca. 19kg, in Japan ca. 66kg, in China ca. 25kg und in Indien knapp 5kg konsumiert. „Hamburg (dpa) - Allein in den Entwicklungsländern werde der Verbrauch von 62,7 Millionen Tonnen im Jahr 1997 auf 98,6 Millionen Tonnen im Jahr 2020 klettern, heißt es in einer am Donnerstag in Hamburg veröffentlichten Studie des Internationalen Forschungsinstituts für Nahrungsmittelpolitik (IFPRI) in Washington (USA) und des World Fish Centers in Penang (Malaysia).“ (Vistaverde 2.) Signifikant ist also, daß sowohl in den alten Industrienationen und ihren Republiken als auch im Bevölkerungsreichsten Land der Welt (China), aber auch in bekannten Küstenregionen, bzw. Inselstaaten sehr viel Fisch gegessen wird. Die weltweiten Hauptfangflotten und Produktions- und Weiterverarbeitungsmittel für den gesteigerten Verbrauch stellen jedoch nach wie vor die reicheren Industriestaaten, wie Japan, die USA, die EU-Länder und Rußland.
Nachweise für die globale Klimaerwärmung und ihre Wirkungen auf Meereströme und Fischbewegungen
Einige Nachweise wurden bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts erbracht: „So konnte SCHERHAG für das Jahrzehnt 1929 bis 1938 eine positive Wärmeanomalie gegenüber den langjährigen Mittelwerten für die gesamte Arktis ermitteln, deren Maximalwert während dieses Dezenniums im Raume um Nordgröِnland volle 5° betrug. ؤhnliche Werte fand H.C. WILLET (1950), der einen Anstieg der Wintertemperatur zwischen 1886 bis 1890 und 1936 bis 1940 im Nordpolargebiet um volle 2°, für die ganze Erde noch um 1,2° fand. [..] Diese Wirkung hat eine starke Hinauszِ gerung der Eisbedeckung in den polaren Randmeeren verursacht, [...]. [...] Auch die Ostsee ist wärmer geworden, denn an den finnischen Leuchtfeuern lagen die Oberflächenwassertemperaturen nach K. AHLNÜS (1962) im Zeitraum 1948 - 1957 um 0,39°C über dem Mittel von 1921-1930. [...] Aber auch im gesamten Jahresdurchschnitt, nicht nur im Winter, haben die Temperaturen, namentlich der subpolaren Meere, zugenommen und dadurch ein bedeutendes Nordwärtswandern der Nutzfischeund der auf sie gerichteten Fischerei nach sich gezogen. Dadurch ist die Barentsee nunmehr ein Dorschfanggebiet ersten Ranges geworden. Das anhaltende Vordringen der Dorschschwärme in die Gewässer Gröِnlands vor allem 1919, hat sogar zu einer tiefgreifenden Strukturänderung der Wirtschaft der Grِönländer vom Jäger- zum Fischervolk mit allen kulturgeographisch damit verbundenen Konsequenzen geführt (FRISTRUP 1952, DEGE 1964, 1965). Auch weiter südlich sind wärmeliebende Fischarten im Vordringen nach Norden (z.B. der Thunfisch in der Nordsee bis Skagerrak und Kattegat). [...] Außerdem weist auch das Schrumpfen der Wasserkِrper in Endseen in ariden Gebieten infolge erhِhter Verdunstung (z.B. großer Salzsee, der in den letzten 100 Jahren 50% seines Volumens einbüßte oder der Kaspisee, dessen Areal seit 1930 um 28000 qkm abnahm, wobei freilich der Entzug von Bewässerungswasser aus der Wolga auch eine beachtliche Rolle spielen dürfte) zumindest auf die Mitbeteiligung der gleichen thermischen Ursache hin. In einer [...] eingehenden Untersuchung der Seespiegelschwankungen des Toten Meeres vom Ende des 18. Jhdts. bis 1963 konnte C. KLEIN 1965 auf Grund von qualitativen Angaben der älteren Zeit, die kritisch geprüft wurden, und Vermessungsergebnissen der jüngeren Zeit ein - klimabedingtes - Sinken des Wasserspiegels von - 391m (1897) auf - 398,83m (1963) ermitteln. Der tiefste Stand lag zu Anfang des 19. Jhdts. bei - 402m. [...] (BLÜTHGEN 1.)
Die Verstärkung natürlicher Phänomene, der globalen Zirkulation der Atmosphäre, das Beispiel „El Nino“
Ein Beispiel für See-Küstennahe Wetterveränderungen sind die sog.: “Land-See-Wind-Systeme”. Bei denen erwärmte Luft am Tage vom Land aufs Meer hinaus strömt und bei Nacht von der Abstrahlung des Meeres Luft zum Land hin geweht wird, welches schneller abgekühlt ist. Die prägnanteste Auswirkung ist die Verstärkung natürlicher Phänomene, der globalen Zirkulation der Atmosphäre und damit das Beispiel „El Nino“ welches sich an der sehr langen Westküste Südamerikas abspielt und damit vorwiegend die Staaten Ecuador, Peru, Chile und noch die Staaten Panama, Kolumbien, sowie Australien und die Philippinen, sowie einige Inselgruppen auf der anderen Seite der Druckgebiete betrifft. Denn es kommt zu einem gewaltigen Fischsterben wenn alle Jahre wieder am Humboldstrom, das “El Niٌno”-(das Christkind-)Phänomen auftritt. Warum das so ist erklärt sich eben aus der globalen Zirkulation der Atmosphäre die komplett an die (Ozean-)Meereswassertemperatur im Verhältnis zu den Festlandstemperaturunterschieden (Aufheizungs und Abkühlunsphasen, während der täglichen Sonnenscheindauer und nächtliche Wärmeabgabe) gebunden ist. An allen Kontinentalrändern strömen warme und kalte Meeresströmungen entlang. Über kalten Meeresströmungen ist die Lufttemperatur kühler, dort zieht sich kalte Luft zusammen, wird schwerer, sammelt sich und sinkt ab. Es bilden sich dort über kühlerem Wasser Hochdruckgebiete. Über warmen Meeresströmungen bilden sich Tiefdruckgebiete, da die warme Luft leichter als die kühlere Umgebungsluft ist und dadurch aufsteigt (fortströmt). Am Äquator werden diese Wechselwirkungen zwischen Meeresströmungen, Temperaturschwankungen und Luftdruckgebieten besonders wirksam. „Diese Anomalie der klimatischen Verhältnisse im Pazifik tritt periodisch (alle 2 bis 7 Jahre) auf und war z.B. 1982/83 und 1997 besonders heftig. Die Erscheinung wird meist im Dezember wirksam und wird deshalb als El Niño (auf Spanisch das Christkind) bezeichnet. Dabei fallen an der Westküste Südamerikas extrem hohe Niederschläge und es kommt zu einem massiven Fischsterben, an der Küste Perus und Chiles, weil die Wassertemperaturen stark ansteigen. Hingegen sind in Australien, auf den Sunda-Inseln und den Philippinen Trockenheit und Dürre bemerkbar.“ Bei der Normalsituation ohne El-Nino treiben Südostpassatwinde kaltes Wasser (kalter Humboldtstrom) aus gemäßigten Breiten an der Westküste Südamerikas nach Nord-Westen. Durch dieses kalte Wasser bildet sich dort ein Hoch, da die kalte Meeresluft zusammengezogen, schwerer wird und absinkt. Im Bereich der Philipinen und der Ostküste Australiens sammelt sich warmes Wasser, da dort keine kalte Meeresströِmung wirksam wird. Im Bereich Australiens, ist daher der Meeresspiegel etwa 1 m höher als an der Westküste Südamerikas. Durch den tiefen Luftdruck bei Australien ist die Wolkenbildung (Konvektion) das gesamte Jahr über hoch. An der Westküste Südamerikas fallen nur wenige Niederschläge, da der höhere Luftdruck zu Wolkenauflösung führt. Bei der Situation bei „El Niño“ schlaffen die Passatwinde ab. Dadurch wird der Humboldtstrom nicht mehr nach Norden getrieben. Da sich kein kaltes Wasser mehr ansammelt, löst sich das Hoch der Walker-Zirkulation vor Südamerika auf. Es können keine Winde mehr nach Westen wehen, wodurch der Südäquatorialstrom auch nicht mehr nach Westen gelangt. Das bei Australien angestaute warme Wasser strömt nach Osten zurück; es sammelt sich an der südamerikanischen Westküste (warmes Wasser) an. Dort bildet sich durch die zunehmende wärmere Meeresluft ein Tiefdruckgebiet. Die aufsteigende Warmluft führt zu Wolkenbildung und Niederschlägen. Es regnet also in Süd- und Mittelamerika sehr viel obwohl dort normalerweise hoher Luftdruck zu Wolkenauflösung führt. Bei Australien bildet das kühlere Meereswasser ein Hochdruckgebiet und sorgt für Dürre. (Verändert nach M-Forkel.de und Wikipedia.de, siehe El Nino) „Zu besonders eindrucksvollem Massensterben im Meer kommt es im Zusammenhang mit dem als El Nino bezeichneten, etwa alle 3-6Jahre [(und öfter)] auftretenden [...] Einbrüchen tropisch-subtropischen Wassers in das kalte Auftriebswasser des Humboldtstromes an der südamerikanischen Pazifikküste. Hiervon werden nicht nur die Wassertemperaturen, sondern praktisch alle Umweltfaktoren beeinflußt. Was durchgreifende Veränderungen der betroffenen Ökosysteme bewirkt. Bei einem normalen Nino beschränkt sich die nur 2-4°C betragende Temperaturerhöhung auf die Oberflächenschichten des Meeres bis etwa 50m Tiefe, bei einem extremen „Nino“, wie es etwa zweimal im Jahrhundert [(mittlerweile auch viel öfter)] zu erwarten ist, wird das Wasser bis auf 11°C und über die Schelfgrenze hinweg bis in etwa 300m Tiefe erwärmt. Letzteres gilt für den extremen Nino der Jahre 1982/1983, in dessen Verlauf die hohen Temperaturen vom 3. Quartal 1982 bis Juli 1983 anhielten. [...] Hinsichtlich der kaltsthenothermen Tiere des Humboldtstroms war zweifellos der Temperaturanstieg bis auf 11°C vernichtend, soweit sie nicht auszuweichen vermochten. Bei den während des Nino eingewanderten tropisch-subtropischen Formen führte unter gleichen Bedingungen die Abkühlung nach Abschluß des Nino zum Massensterben. Als weitere Faktoren sind im komplexen wechselspiel u.a. zu berücksichtigen: Änderungen im Salz- und Sauerstoffgehalt, in der Nahrungsbasis, im Mengenverhältnis Räuber und Beute. Einzubeziehen sind ferner die im Gefolge der Störungen im Ökosystem auftretenden Bevölkerungsexplosionen und die mitunter häufigen [...] Springfluten. Durch letztere wurden während des Nino 1982/83 entlang der chilenischen und peruanischen Küste nicht nur viele Muschelbestände des Fels- und Sandlitorals vernichtet, sondern [...] auch die als Schutz für zahlreiche Phytalformen wichtigen Braunalgenwälder bis in eine Tiefe von etwa 15m. (MÜLLER 1.) „Die vernichtende Wirkung starker Stürme, insbesondere Taifune und Hurrikane, zeigt sich sehr einprägsam im Bereich von Korallenriffen, wo die durch den Sturm aus dem Riffverband gerissenen und meist weiterhin zerteilte Korallenstöcke mitsamt anderen Riffbewohnern in oft riesigen Mengen an Land geworfen werden. [...]“ (ebd.) Die Auswirkungen der durch den Klimawandel verstärkten Nino-Phänomene sind fatal. Menschen an der Südamerikanischen Küste die ohnehin so gut wie nichts mehr fangen können, was ihnen nicht von den Großfangflotten weggefangen wird, haben nach einer starken Nino-Saison nichts mehr zum Leben, wenn sie überhaupt noch wenig mehr als ihre Hütte und ein Boot besitzen und nicht hinter den Fischmehlfabriken den Tran abschöpfen müssen.. (Vrgl.: "Der große Eiweißtransfer", NDR)
„Die dramatische Eisschmelze in der Arktis hat sich im Jahr 2007 drastisch beschleunigt. Die berühmte Nordwest-Passage zwischen Atlantik und Pazifik ist wegen einer Rekord-Schmelze vollkommen eisfrei und befahrbar. Die europäische Raumfahrt-Agentur ESA veröffentlichte Satellitenbilder der bisher unpassierbaren Abkürzung zwischen Europa und Asien, die Anfang September aufgenommen worden waren. Allein im vergangenen Jahr [ist] eine Eisfläche von einer Million Quadratmetern in der Arktis geschmolzen, sagte der dänische Meteorologe Leif Toudal Pedersen, Leiter des Polar-View-Projekt. „Bisher wurde angenommen, daß die Arktis in 30 bis 40 Jahren den Sommer über eisfrei sein würde. Wenn die jetzige Entwicklung weitergeht, wird es […] nur 15 bis 20 Jahre dauern. Die eisbedeckte Fläche in der Arktis lag im Anfang September nur noch bei etwa drei Millionen Quadratkilometern. Zu Beginn der Beobachtungen vor 30 Jahren waren es noch acht Millionen Quadratkilometer (im Winter 15 Mio qkm). Den bisherigen Tiefstand an Eisfläche in der Arktis markierte […] die Messung von 2005 mit vier Millionen Quadratkilometern. Schon vor einigen Jahren hatten Forscher von den Medien weitgehend unbeachtet auf die jetzt noch mal drastisch beschleunigte Eisschmelze hingewiesen. (Köln Agenda 2.). „Am 16. September 2007 endete in der Arktis eine Schmelzsaison, in deren Verlauf die Ausdehnung des Meereises auf 4,3 Millionen Quadratkilometer zurückging - knapp halb so viel Eis wie noch in den 1950er Jahren und etwa 1,4 Millionen Quadratkilometer weniger als im Vorjahr. Eine solche Abnahme des Meereises [...] tritt selbst in den pessimistischsten Modellberechnungen für den Weltklimareport nicht auf.“ (NOTZ 1.) Der Rückgang des Meereises beeinflusst nachhaltig die noch in der Arktis oder an ihren Randbereichen lebenden indigenen Völker. Diese sind auf das vorhandensein von Meereis angewiesen, um ihren traditionellen Lebensstil und damit ihre kulturelle Identität erhalten zu können. Bei einem Rückgang der Jagdgebiete auf dem Meereis könnten die Inuit verstärkt auf Fischfang setzen. Die Abhängigkeit und Anpassungsfähigkeit der Arten von Ringelrobbe und Eisbär, die an das Meer- und Packeis angepasst sind und ihre Lebenszyklen im wechselspiel mit den Kryll und andere Kleinkrebse vertilgenden Arten, sowie Walen ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. „Bei der derzeitigen Geschwindigkeit des arktischen Klimawandels [ist] es zweifelhaft, ob diese Tierarten ihr Verhalten schnell genug ändern können, um in einer im Sommer eisfreien Arktis überleben zu können.“ (NOTZ 1.) Der Rückgang des arktischen Eises kann schon in wenigen Jahrzehnten zu einem im Sommer eisfreien Ozean führen. Dies wird erhebliche Verschiebungen im Ökosystem und zahlreiche Geopolitische Fragen nach sich ziehen und damit auch ethnologische Fragen aufwerfen. Die globale Ozeanzirkulation und die z.B. nach Mitteleuropa transportierte Menge warmer und kalter Meereströmungen und Luftströme hängen unmittelbar von diesen Prozessen in den höchsten Breiten der Nordhalbkugel ab. „Kälte liebende Arten wandern nach Norden. [Die] Erwärmung [führt] zu einer Artenverschiebung in Richtung der Pole. Kälte liebende Arten wie Seehecht oder Kabeljau versuchen, in kältere Gefilde zu flüchten und Fischarten aus wärmeren Gewässern dringen weiter in Richtung Norden vor. Wenn sie sich in den neuen Gewässern durchsetzen, verändern die Neuankömmlinge das ökologische Gefüge, was zu einer Verdrängung [anderer] Arten [führt]. [Gelingt] die Neubesiedelung […] nicht, [bedeutet] dies für die Wärmeflüchtlinge das Aus […], insbesondere wenn es sich um Bestände [handelt], die durch die Fischerei stark dezimiert [sind]. […] Der Report [verdeutlicht], daß der Klimawandel nicht nur einen zusätzlichen „Stressfaktor“ für die ohnehin von Meeresverschmutzung und Überfischung gebeutelten Fischbestände [darstellt], sondern zudem erhebliche wirtschaftliche Probleme [verursacht], […]. Der weltweite Fischhandel [hat] inzwischen ein Volumen von rund 130 Milliarden US-Dollar im Jahr erreicht. Der Sektor [zählt mehr als] 200 Millionen Beschäftigte. Überdies [stellt] Fisch für einen Großteil der Menschheit die wichtigste Eiweißquelle dar. [(Vrgl.: „Der große Eiweißtransfer", NDR)] (Vistaverde 3.) „Der Nordatlantik ist gerade wegen [der] thermohalinen Zirkulation [der Meereströme und Wassermassen] eines der fruchtarsten und fischreichsten Hochseegebiete der Erde. Eine Schwächung [oder Veränderung der] Zirkulation [wird] nach [...] Modellrechnungen die atlantischen Ökosysteme [...] massiv beeinträchtigen.“ (RAHMSDORF & RICHARDSON 1.) „Diese Momentaufnahme aus unserem „Hausmeer“ [...] ist lediglich ein Mosaiksteinchen eines viel umfassenderen Bilds: dem langjährigen, globalen Anstieg der Wassertemperaturen in den Ozeanen.“ (ebd.) Die Ruderfußkrebsart Calanus verteilt sich im Winter z.B. nicht Zufällig im Nordatlantik sondern sammelt „sich in bestimmten Wassermassen“ (ebd.). Sie hält „ihren Winterschlaf hauptsächlich in einer Wassermasse im Faröer-Shetland Kanal, die besonders kalt ist.“ (ebd.) Die Tiere brauchen die niedrigen Temperaturen um in die „“Diapause“ - eine Art von Winterschlaf“ (ebd.) zu fallen. Nur so können sie ihren Stoffwechsel in diesen Gewässern niedrig genug halten um zu überwintern. „Aus demselben Grund hängt auch der Winterschlaf von Tieren von der [niedrigen] Temperatur ab.“ (ebd.) Die Calanuskrebse und damit auch Dorsche und andere Fischarten die sich primär von diesen Krebsen ernähren wandern nun jedoch im Zuge des Klimawandels weiter nach Norden. „Seit den 1960er Jahren wird ein deutlicher Rückgang der Calanus-finmarchicus-Population in der Nordsee verzeichnet.“ Dies kann über zwei Erscheinungen erklärt werden: „einer Richtungsänderung der vorherrschenden Winde gegen Ende des Winters und zu Frühlingsbeginn [...] und zum anderen mit einer Abnahme der Tiefenwassermenge aus der Norwegischen See, die in den [...] Kanal gelangt. [...].“ (ebd.) Diese Phänomene sind eindeutig auf „Klimaveränderungen in den letzten rund 50 Jahren zurückzuführen.“ (ebd.) Ein näheres Beispiel für die Veränderungen der Lebensbedingungen im und damit auch am Meer lässt sich in dieser direkten Nähe und in Bezug auf die nordeuropäische und damit auch die Fischerei an der deutschen Nord- und Ostseeküste wohl nur noch Anhand von vom Sauerstoffverlust, nicht nur, in Flüssen bedingten Arten wie Aalen, usw. finden. „Steigende Wassertemperaturen durch den Klimawandel machen den Fischbeständen in aller Welt zunehmend zu schaffen. Ein neuer Report der Umweltstiftung WWF zeigt, daß steigende Wassertemperaturen sowohl in den Ozeanen als auch in Flüssen und Seen die Fischbestände gefährden. Der Sauerstoffgehalt vieler Gewässer [nimmt] stark ab, so daß insbesondere Süßwasserarten immer häufiger nach Luft schnappen müssen. Ein schlechteres Nahrungsangebot, vermindertes Wachstum und weniger Nachkommen [sind] die Folgen. Zudem [bringt] der Klimawandel die Nahrungskette erheblich durcheinander. „Wärmeres Wasser ist eine zusätzliche Belastung für viele Fischbestände“, erläutert Stefanie Schmidt, Fischereireferentin beim WWF Deutschland. Der geringere Sauerstoffgehalt des Wassers und ein schlechteres Nahrungsangebot [führen] zu großen Problemen. Einige Fischarten [laichen nur dann], wenn die Temperatur unter ein bestimmtes Niveau [sinkt]. Bei anderen Fischen [nimmt] die Fortpflanzungsrate mit steigender Wassertemperatur erheblich ab. (ebd.) “Klimawandel, Fischen geht die Luft aus, Deutsche Forscher haben […] einen direkten Zusammenhang zwischen den steigenden Temperaturen und der Abnahme von Fischbeständen nachgewiesen. Fische in der Nord und Ostsee drohen wegen der wärmeren Sommer zu ersticken Wärmere in den Sommermonaten, die aus dem Klimawandel resultieren, entziehen den Fischen der Nord und Ostsee den Sauerstoff zum Atmen und bedrohen sie dadurch in ihrem Bestand. Das berichten HansOtto Pörtner und Rainer Knust vom AlfredWegenerInstitut für Polar und Meeresforschung in Bremerhaven im Journal „Science“. Bei steigender Wassertemperatur verschlechtere sich die Sauerstoffversorgung der Fische und breche schließlich zusammen. Die beiden Wissenschaftler führten im Labor Versuche mit Aalmuttern (Zoarces viviparus) . Diese Art gilt als Bioindikator und erlaubt auch Rückschlüsse auf andere Fischarten der Nord und Ostsee. Die Forscher fanden ein geringeres Wachstum und höhere Sterblichkeit der Aalmuttern in warmen Sommern mit Wassertemperaturen von mehr als 17 Grad Celsius. […] Ab einer Wassertemperatur von 21 Grad konnten die Fische nur noch kurzzeitig überleben, […]. Außer der Temperatur sei auch die Dauer, während der die Aalmuttern dem warmen Wasser ausgesetzt sind, von Bedeutung. Zudem verringern warme Sommer die Fruchtbarkeit der Tiere und wirken sich so auch auf die folgenden Jahrgänge aus, vermuten Pörtner und Knust. Der Grund für die tödliche Wirkung des warmen Wassers sind seine physikalischen Eigenschaften: Je höher die Temperatur, desto weniger Sauerstoff kann Wasser aufnehmen. […] Im Lauf der vergangenen 40 Jahre ist [selbst] die Wassertemperatur in der Deutschen Bucht um 1,13 Grad gestiegen. In den nächsten 100 Jahren, so die Forscher, sei mit einem weiteren Anstieg um bis zu 3 Grad in der nördlichen und bis zu beinahe 4 Grad in der südlichen Nordsee zu rechnen.“ (GY 1.) Im Zuge der Umstellung der thermohalinen Zirkulatin und damit des globalen Förderbandes, der Meereströme, ist also nicht nur mit einer starken Beeinflussung der Routen und Verbreitung der Großfische und Meeressäugetiere zu rechnen. Es wird von einer besonderen Gefährdung der sich von Krill ernährenden Arten, und damit verbundener Meereslebewesen, nicht nur in den Polarmeeren, ausgegangen. Der Rückgang des Krill, des wichtigsten Zooplanktons, einer Kleinstkrebsart, und grundlegenden Nahrungsquelle im Polarmeer ist bereits seit längerem in meeresbiologischen, ozeanographischen Kreisen verzeichnet. So hat sich die Biomasse des Krill in den letzten Jahrzehnten dramatisch reduziert, es wird davon ausgegangen, daß diese um bis zu 80 Prozent zurückgegangen ist. Als ein wesentlicher Grund wird der Rückgang des Packeises in Folge der globalen Erwärmung angenommen. Krillkrebse brauchen besonders in den früheren Abschnitten ihrer Entwicklung die schützende Eisdecke zum Überleben, da diese durch kleine Aushöhlungen für die Krebse Versteckmöglichkeiten bietet. Besonders in Jahren mit wenig Packeis tritt der Krill offensichtlich gegenüber den Salpen - Manteltieren, die ebenfalls das Zooplankton fressen - zurück. Der in der Fischerei gefanene Anteil am antarktischen Krill liegt bei etwa 100.000 Tonnen pro Jahr. Die Hauptfangnationen sind dabei Japan und Polen. In Japan gelten Produkte aus Krill als Delikatesse, in anderen Regionen weltweit wird Krill vor allem als Tierfutter oder Fischköder eingesetzt. Trotz der sehr geringen Kenntnisse über das gesamte antarktische Ökosystem wurden mehrere Langzeitstudien mit dem Krill gestartet, um die Kohlenstofffixierung zu erhöhen. In großen Regionen des Südlichen Ozeans gibt es enorme Mengen an Nährstoffen, trotzdem gibt es dort kein großes Wachstum von Phytoplankton. Diese Gebiete werden als HNLC (high nutrient, low carbon) bezeichnet, das Phänomen selbst als das Antarktische Paradoxon. Der Grund sind vor allem fehlende Eisenionen. Relativ kleine Eisengaben von Forschungsschiffen konnten in diesen Gebieten zu Algenblüten führen. Eine der Zukunftsvisionen liegt darin, daß eine ausreichende Versorgung dieser Gebiete mit Eisen dazu führen könnte, daß mehr Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe gebunden wird. Damit dieser gebundene Kohlenstoff auf den Meeresboden absinkt, spielen die Krillkrebse wiederum eine Schlüsselposition durch die Bildung der sog. „spit balls“ und „fecal strings“. (Wikipedia 4.) Der die Krillkrebse ebenfalls fressende Blauwal kommt in allen Weltmeeren vor, wobei er in einer Jahresrhythmik zwischen hohen und niedrigen Breiten der jeweiligen Halbkugeln wandert. Den Winter verbringt er in gemäßigten und subtropischen Meeren, in denen seine Fortpflanzungsgebiete liegen, den Sommer in polaren Gewässern, in denen bisher reichlich Nahrung zu finden war. Die Wanderrouten und auch die Nahrungsgründe der Wale sind daher als ebenso konstant zu bezeichnen. Als Hochseebewohner kommt der Blauwal nur sehr selten in die Küstenbereiche. Er folgt allerdings in den polaren Gewässern dem zurückweichenden Eis, an dessen Rändern die größten Mengen von Krillkrebsen leben. Wie alle Bartenwale ernährt sich der Blauwal von Plankton, das er mit Hilfe seiner Barten aus dem Meerwasser filtert. Trotz seiner eher grob beborsteten Barten bevorzugt er dabei Kleinstkrebse, und spezialisiert sich daher in der Antarktis auf den antarktischen Krill. Er steht damit in direkter Nahrungskonkurrenz zu anderen Bartenwalen, vor allem dem Sei-, dem Finn- und den Zwergwalen. Dabei gehört er zu den Walen, die die Nahrungsgründe als erste aufsuchen und am dichtesten entlang der Eiskante jagen. Neben dem Krill nutzt er auch größere Schwärme von Ruderfußkrebsen und in seltenen Fällen Fischschwärme als Nahrungsquelle. In den Sommermonaten vertilgt ein Blauwal schätzungsweise 40 Millionen Kleinkrebse pro Tag mit einem Gesamtgewicht von dreieinhalb Tonnen, wobei sein Hauptmagenabschnitt bis zu eine Tonne der Krebse auf einmal aufnehmen kann. In den Wintermonaten muss er gar keine Nahrung aufnehmen sondern lebt von seinen Fettreserven. (Wikipedia 5.) "Der Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur wird überall auf der Erde seine Spuren hinterlassen. Der zweite Teil des UN-Weltklimaberichts zählt die Folgen für Natur und Mensch detailliert auf. […] In den Polarregionen prognostiziert der Klimabericht eine Abnahme von Dicke und Ausdehnung der Gletscher und Eisfelder. Auch die Permafrosböden schrumpfen - mit schädlichen Folgen für wandernde Vogelarten, viele Säuge- und Raubtiere. Für die Menschen in der Region kommt es [...] zu negativen Auswirkungen auf Infrastruktur und Verkehr. […] In beiden Polarregionen steigt die Gefahr, daß fremde Arten einwandern. […] In Südamerika wird der sinkende Grundwasserspiegel den Regenwald im Amazonasbecken zunehmend versteppen lassen. […] In der Folge besteht die Gefahr des Artenverlusts in vielen tropischen Gegenden. […] Änderungen beim Niederschlag und das Verschwinden von Gletschern gefährden nicht nur Wasserversorgung und Landwirtschaft sondern auch die Energiegewinnung. Die Verbreitungsgebiete der südostpazifischen Fischbestände werden sich verschieben." (Tagesschau 1.)
Der sog. Klimawandel ist (ergo) eine Kettenreaktion
Begünstigt durch den Klimawandel erwärmt sich das Wasser noch mehr in den Breiten rund um den Südpazifik und führt damit zur Zerstörung der schönsten natürlichen Riffanlagen der Welt. Korallenriffe z.B. sind ebenso schön wie bedroht. Sie bieten vielen Fischarten in der sog. Südsee Schutz und brauchen eine ganz bestimmte Temperatur für das Wachstum und Leben der Korallen, diese darf 27°C nicht weit übersteigen. Erwärmt sich das Wasser zu stark, beginnen Algen Giftstoffe zu produzieren und werden daraufhin von den Korallen abgestoßen, woraufhin sie sofort absterben. Der weiße Kalkmantel bleibt bestehen (Korallenbleiche). Die ansonsten leicht verlaufende sog. Korallenbleiche, von der sich eine Koralle erholen kann, verläuft jedoch schwerer und führt zum Absterben. Eine weitere Gefahr droht durch die mit dem Klimawandel einhergehende Versauerung der Meere, die einen großen Teil Kohlenstoffdioxid aufnehmen, was die Bildung neuer Kalkschalen bei Korallen verhindert. Damit haben wir wieder die berühmte Kettenreaktion und es kommt zu einem Verlust des ausgewogenen Räuber-Beute Verhältnisses im Bereich der Riffe, wie auch in allen anderen limnischen Systemen auf der Erde und damit im sog. Fließgleichgewicht der Ökosysteme der Weltmeere. So wird die Fischerei unmittelbar durch den Klimawandel betroffen (Vrgl.: ENGELHARDT M. in; BUNDmagazin 1/2008, Schutz der Meere, Meere im Klimawandel, Wärmer und saurer, Nairobi, Berlin, 2007).
Das Fazit
"Dass sich das Weltklima rasch und fundamental verändert, wird kaum mehr ernsthaft bestritten. Der zum größten Teil durch menschliches Handeln verursachte Klimawandel ist die globale Herausforderung dieses Jahrhunderts. [...] Neben Anstrengungen zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen durch ambitionierte Klimaschutzpolitik und technische Innovationen im Energie- und Verkehrssektor sind kluge Anpassungsstrategien gefragt, um die Folgen der nicht mehr zu vermeidenden Erwärmung zu mildern." (APuZ 1.) Das [...] Fazit ist eindeutig: Wenn das Artensterben, [die Zerstörung des Lebens im Meer] im derzeitigen Tempo voranschreitet, sind wilde Meerestiere[, essbare Fische, bald] von der Speisekarte verschwunden.
(SEEFELDT 1.) Die Folgen für die Ökosysteme sind also eindeutig. Nirgens, außer unter den wirklichkeitsfremden Bedingungen im Labor, hat Mensch es mit stofflichen Einzelphänomenen zu tun. Spätestens an dieser Stelle sollte klar werden, daß für das Verständnis solcher Zusammenhänge lineares, profitorientiertes Denken völlig ungeeignet ist, da Ökosysteme sich nicht einfach mit mathematischen Funktionen (höchstens der sog. Chaostheorie) beschreiben lassen. Lineares Denken reicht allenfalls für das Lesen von Kontoauszügen oder Wahlergebnissen. Die Diskussion um den Klimawandel, die Fischerei und das Zusammenwirken und Leben aller Menschen ist und muß daher vollkommen interdisziplinär sein und bleiben damit Menschen zu konkretem Handeln für die Sicherung des globalen Zusammenlebens kommen können. Schauen wir uns noch einmal an, wer ist abhängig von der Fischerei? In der derzeitigen Verteilung der Produktionsmittel und der Warenmärkte weltweit sind dies nur noch die Menschen, welche diese nicht unmittelbar erreichen können oder von ihnen abhängig gemacht worden sind, sondern auf ihre eigene (subsistenzielle) Primärproduktion, also das Jagen und Sammeln, das Fischen und den Abbau und Verbrauch von Ressourcen unter Einsatz ihrer eigenen Körperkraft oder der einfachster Hilfsmittel angewiesen sind. Die Auswirkungen auf die ehemalige in Küstenregionen ansässige Bevölkerung ist mittlerweile rund um den Globus zu sehen sind und der „Klimawandel“ hat damit z.B. auch auf die Siedlungsstruktur und die Kulturlandschaftsprägung der dort anssäsig gewesenen Menschen und ihre tradierten Gewohnheiten der Fischerei Einfluß genommen. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist die versinkende Inselgruppe „Tuvalu“. Untergehen wird damit auch die Fischerei auf dieser und vielen anderen Inseln im Südostpazifik. Tuvalu ist eine „Inselgruppe im zentralen Südpazifik zwischen 176 und 180 Grad östlicher Länge sowie 6 und 11 Grad südlicher Breite“. (Auswärtiges Amt 1.) Zusammengeschlossen gehört diese Inselgruppe dem AOSIS Bündnis kleiner Inselstaaten, mit 30 Mitgliedsinseln, an (http://www.aosis.org/) die bei den United Nations (UN) Anhörungen hoffen, daß ihre Stimmen von den anderen, großen und weitaus mächtigeren Staaten erhört werden und sie damit vielleicht vor dem sprichwörtlichen Untergang gerettet werden können. „Besonders gefährdet sind tieflliegende Atolle wie [...] die Malediven und die Marshallinseln, wie Kiribati, Tuvalu oder Tokelau. Diese Inselstaaten bieten zusammen über 500.000 Menschen ein Zuhause, liegen aber durchschnittlich nur zwei Meter über dem Meer“ (RAHMSDORF & RICHARDSON 1.) und werden daher sehr wahrscheinlich noch in diesem Jahrhundert durch den Klimawandel verschwinden. „Im Dezember 2006 berichteten indische Zeitungen vom Verschwinden zweier Inseln in den Sundarbans, einem Mangrovengebiet im Gangesdelta [...]. Die Überflutung der Inseln Suparibhanga und Locharra habe 10 000 Menschen obdachlos gemacht, weitere 100 000 müssten [...] evakuiert werden.“ (ebd.) Gefährdet sind also bei weitem nicht nur Inseln und Küstenstädte wie New Orleans oder die europäischen Hafenmetropolen oder schicke Mittelmeerperlen wie Venedig, sondern Millionen Menschen mehr, insbesondere auch in großen tiefliegenden Flussdeltagebieten, „die wegen der Fruchtbaren Böden oft dicht besiedelt sind. Ein Beispiel ist das riesige Ganges-Brahmaputra-Meghna-Delta am Golf von Bengalen [...]“.(ebd.) Der Raubbau an Mensch und Natur schreitet jedoch bisher unaufhaltsam voran. Ein Beispiel aus der Alltäglichkeit der Zerstörung der Lebensgrundlagen: „Die von RZB mitfinanzierte Hackschnitzelfabrik bedroht wertvolle Regenwälder. Die „wood chip mill“ auf Pulau Laut stellt entgegen den Beteuerungen der RZB ein eigenständiges Industrieprojekt zur Produktion von Holzhackschnitzel für den Weltmarkt dar. Die lokalen Plantagenressourcen der Insel Pulau Laut reichen nicht aus, um die Kapazität der Anlage auszulasten. Dies wird zunächst zum Ausbau der lokalen Plantagen auf Pulau Laut und zur Zerstörung von 40.000 ha Tieflandregenwald führen. Zudem verursacht die Anlage erhebliche ökologische und soziale Probleme auf Pulau Laut. In Gefahr sind [u.a.] Mangrovenwälder und die lokale Fischerei.
Klatschspalten im Internet schreiben bereits zur genüge, der „Fischverbrauch der Menschheit übersteigt den aller Seevögel“. (Shortnews 1.) Doch was ziehen wir daraus für Konsequenzen für den Fortbestand des Lebens auf der Erde? „Es muß Schluß sein mit der herrschenden Produktionslogik: daß erst ökologische Grundlagen zerstört werden dürfen und dafür hinterher im besten Fall ein paar Mark Ablaß gezahlt werden müssen. Wir brauchen eine Wirtschaftsform, wie weder Mensch noch Natur ausbeutet. Es muß endlich Schluß sein mit der Logik von Grenzwerten, die sich meist nur auf einzelne Stoffe und einzelner Körperorgane beziehen und die Vielfalt des Zusammenwirkens von Hunderttausenden von Giftstoffen ignorieren. Und es muß außerdem Schluß sein mit einer Chemieproduktion, in der alle menschlichen Interessen und alle ökologischen Bedingungen Profitinteressen untergeordnet sind. Der Mensch paßt nicht ins Reagenzglas, die Natur unterwirft sich nicht der Logik von Chips.“ (DITFURTH 1.) D.h. konkert: Keine Fishtrawler und Großfangflotten, keine schwimmenden Fischfabriken mehr. Das Zeitalter der ungehemmten industriellen Verarbeitung und freien Produktivkraftentfaltung, sowie die Erschließung der Welt als Ware und der nackten Arbeitskraft als Dienstleistung in Lohn- und Massenproduktionsabhängikeit, muß gebremst und in neue sozial- und für alle umweltverträgliche Formen gelenkt werden. Fischer z.B. an der Küste von ganz Westafrika müssen mit ihren kleinen Holzbooten immer weiter raus, bis vor die Gebiete der großen Trawler, in gefährliche Gewässer fahren um überhaupt noch einen Fang machen zu können und vor ihren Augen wird der ihnen weggefangene Fisch dann sogar noch illegal in den Häfen von den Besatzungen der europäischen Großfangschiffe verhökert, wie vor kurzem noch aktuelle Fernsehreportagen in den öffentlich rechtlichen Medien zeigten. Was brauchen wir also zur Rettung des Weltklimas und der Fischerei? Die Meere in der wieder herzustellenden Gesundheit ihres gesamten Ökosystems und dazu eigentlich die Wiederherstellung eines funktionierenden weltweiten Ökosystems. Die borealen Nadelwälder, die tropischen Regenwälder, die Mangrovenwälder an den Küsten der Tropen, bis Subtropen und alle anderen klimatisch beeinflussten Breiten und ihre Vegetation und Tierwelt, Flora und Fauna, mit eingeschlossen. Dezidiert zu untersuchen und vorzuwarnen ist über die weiteren Auswirkungen die dies auf die nicht nur und wahrscheinlich, im Zeitalter der sog. Globalisierung und Großindustriellen überpfägung der Lebensbedingungen, die nicht länger als indigen und selbstständig anzusehenden Menschen in allen betroffenen Regionen haben wird. Wie bereits beschrieben, sind Inseln im Zirkumpazifik von Ozeanien über Mikronesien, das chinesische Meer und den indomalayischen Archipel bis zum indischen Ozean und den Malediven die kaum noch zu retten sind, von den akuten Wirkungen betroffen. Ebenso ergeht es Inseln und Küstenstädten vor Afrika und in der Karibik. Ein wenig später werden auch die Niederlande und mitteleuropäischen Nord-, Ostseeküsten und Inseln betroffen sein, wenn sie denn nicht ohnehin schon von neuen, noch heftigeren Stürmen hinweggespült werden. Aber dort wird es noch auf lange Sicht genügend Kapital und Material zur Absicherung geben. Die Lösung kann daher nur lauten, von jetzt auf gleich keine Überfischung mehr zu praktizieren und keine industrielle Fischerei mehr zu betreiben. Die weltweiten Bestände müssen eine radikale Chance auf Erholung bekommen damit sich wieder ein Fließgleichgewicht bilden kann, an das Menschen sich ebenso anpassen können, wie die Fische. Menschen aller Regionen muss daher ebenso die Chance gegeben werden mit ihren traditionellen oder neuen kulturellen Methoden Fischfang oder Fischzucht zu betreiben. Im Zuge der zu erfolgenden Umstellung die natürlich infolge des jetzt lange genug beschriebenen Klimawandels rapide erfolgen muss, sollte von der sog. Entwicklungshilfe zu erwarten sein, daß Menschen auf allen Erdteilen unterstützt werden und daß ihnen allen als Teil im Umgang mit ihrer Umwelt mit den durch sie beeinflussten Vorraussetzungen (die sie stets neu vorfinden werden) und Faktoren der Umgang mit den Ressourcen möglich gemacht wird. Statt der weiteren Kreditabhängigkeit muß deswegen eine allgemeine Unabhängigkeit aller Menschen gefördert werden, die nicht länger durch Weltbankbestimmungen und Welthandelsorganisationsbeschlüsse verbaut werden darf. Kredite können in diesem Verlauf nur einer Anschubfinanzierung dienen und treiben Menschen in endlose Verschuldungen und Rückzahlungsschwierigkeiten. Den Menschen und ihrer Umwelt muss also stattdessen das zurück gegeben werden was ihnen schon lange gehört, nämlich die selbstständige Entscheidung mit den sie umgebenden Ressourcen, egal ob zu Wasser oder zu Land, umzugehen. Es ist daher nach all diesen Untersuchungen und Recherchen wie stets an der Politik und damit an den Menschen weltweit selbst endlich die rigorosen Konsequenzen zu ziehen und weiter zu untersuchen wie die Auswirkungen auf die Menschen in ihren Lebensräumen zurückwirken und wie dies in welchen zeitlichen Fristen mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten wird. Als Ideale Wissenschaften dazu sehe ich die Geographie in Verbindung mit der Ethnologie und eine stetige Verküpfung mit Naturwissenschaften an. Rechten Entwicklungsstrukturen und rein nationaler Einbettung, Einengung und Ausgrenzung muß daher gerade in diesen „Gewässern“ weiter entgegengewirkt werden. Allein auf regionale Wirtschaftsräume beschränkt denkende Ansätze und Ideologien können keine Abhilfe in einem als Global verändert zu betrachtenden System schaffen. Sie verfolgen im Gegenteil sogar ein ganz anderes Ganzes und werden die weltweite Lage nur noch verschlimmern. Einfach, aber falsch, wäre es nämlich nun zu sagen, der Mensch, oder Menschen allein von ihrer Existenz (= Schuld an sich) aus seien das Grundübel und allein aufgrund ihres besseren Anpassungsvermögens die Pest und Cholera (von einigen Rechten sogar „Krebs“ genannt) für den ganzen Planeten zugleich. Dieser Argumentation von rechten PseudoökologInnen, die eine scharfe Trennung und Ausgrenzung der Reichen von den Armen fordern und die bisweilen von Asylantenfluten sprechen oder das HIV Virus als einen Segen für die Menscheit empfinden, weil es doch angeblich vorwiegend die Bevölkerung Zentralafrikas, des sog. Schwarzafrikas beträfe, ist weiter dringenst zu widersprechen und vorzubeugen. (Vrgl.: „Ökofaschismus“ in: ÖkoLinX, Ökologische Linke Zeitschrift, Frankfurt a.M., 1994) Schauen wir uns nämlich die bestens angepassten Verhaltens- und Lebensweisen indigener UreinwohnerInnen weltweit an, so muss festgestellt werden, dass nämlich ihre tradierte Lebenshaltung zu kaum einem schädigenden Einfluß auf die Ökosysteme geführt hat (zu diesem Schluß kamen selbst schon einige Rechte, allerdings aus anderen Gründen). Erst Großprojekte, „Weltreiche“ und sog. „Hochkulturen“ haben stets zum umkippen, bzw. zum Absturz der Systeme geführt. Natürlich darf auch damit im Verhältnis zu heute kein direkter Vergleich gezogen werden und wir sollten nicht Rücksichtsloser in das Alte Barbarische, kurzsichtige Ausschlachten aller Möglichkeiten zurück verfallen als es vorher war. Aber die gezielte, und rein gemeinschaftliche Weitervermittlung von Tradiertem, Wissen und sinnvollen Gebräuchen muss auf eine freie Basis zwischen alle Menschen und gerade die gestellt werden denen es am Nötigsten mangelt obwohl sie an der Quelle, z.B. dem Meer sitzen. Der „Technologietransfer“ wie er vom Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit vorgeschlagen wird, darf dabei nicht das alleinige Mittel der Wahl sein, (Siehe: http://www.bmz.de/de/themen/energie/klimaschutz/nach_kyoto/index.html) vielmehr muß es um eine freie Wissensallmende und die Verfügbarkeit darüber für alle Menschen, genauso wie um alle Ressourcen zu gleichen Rechten und Teilen gehen. Bildung und Nahrung (Ernährung) sind grundsätzliche Menschenrechte (bzw. sollten so behandelt und angesehen werden) und die Achtung der Würde aller Menschen muß mehr und strikter denn je eingefordert werden, überall und vor allen Dingen zuallererst von den ganz Großen, Wirtschaft und Politik. (Vrgl.: SCHWEER A., "Öko-Soziale Marktwirtschaft und die "Eine-Welt", ökoimperialistische Ideologie in den Bundestagswahlprogrammen von CDU, FDP, SPD und B90/Grüne" in; ÖkoLinX, Ökologische Linke Zeitschrift, Nr. 16/94.)
Aber vielleicht ist es auf der anderen Seite ja auch gut, daß danach so etwas so leicht nicht mehr vorkommt und sich erst in Jahrtausenden-Jahrmillionen wiederholen kann (um zum Schluß einmal die Seite der sog. KlimaoptimistInnen zu Wort kommen zu lassen): September 1912, Nordküste Spitzbergens: „Wie in einer Mausefalle sitzen wir hier; in der Bucht ein Spielraum freien Wassers, die Ausfahrt aber durch Eis blockiert [...] Während ich dies schreibe, mahlen die Eisschollen an den Schiffswände, und alle Augenblicke gibt es einen Stoß aus dieser oder jener Richtung.“ (RAVE 1.)
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Abkürzungen
(ebd.): Ebenda, siehe die vorher, zuletzt, zitierte Quelle.
(Vrgl.): Vergleiche, siehe, Bezugnahme oder Vergleich auf, mit ähnlicher Abhandlung zu diesem Themenfeld.
Ende.
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